04.07.2022 - 08:56

2021 verlief wie im Traum! Gleich in seiner ersten Saison bei den Männern gewann Krippendorf Einzel-Silber beim Grand Prix in Antalya und ließ Platz vier (Einzel) und Bronze (Mixed) an der Seite von Janine Meißner an gleicher Stelle folgen. Mit dem vierten Platz sicherte er zugleich den Quotenplatz für die World Games: „Ich war damals sehr überrascht, weil ich jeweils ohne große Erwartungen in diese Wettkämpfe gestartet bin“, erklärt Krippendorf seinen internationalen Senkrechtstart im vergangenen Jahr.

Wie viele andere Athleten auch erwischte es Krippendorf in diesem Jahr mit einer Corona-Erkrankung, „die mich einige Wochen in meinem Training zurückgeworfen hat.“ Gepaart mit einem frühen Saisonstart und weniger Trainingsmöglichkeiten als gewünscht, setzte er den Beginn 2022 ziemlich in den Sand und scheiterte beim Weltcup in Antalya/TUR als 78. am „Cut“.

Im Endeffekt fliege ich dort hin, um zu gewinnen. Mir ist aber auch bewusst, dass ich dort eher der Underdog bin!

Tim Krippendorf vor den World Games

Doch die Formkurve zeigt wieder deutlich nach oben, auch wenn er eine Maßnahme aus Studiengründen absagen musste: „Die Absage der EM in München war für mich doppelt bitter, da ich einerseits natürlich gerne in München geschossen hätte, andererseits, weil das noch eine gute Vorbereitung und Generalprobe für die World Games gewesen wäre.“

So muss er ohne echten Härtetest die World Games bestreiten, auf die er sich extrem freut, „schließlich ist es das Höchste, was ich als Compounder aktuell erreichen kann“, so Krippendorf zu seiner nicht-olympischen Disziplin. Die fehlende Wettkampfhärte und das extrem starke Teilnehmerfeld - u.a. sind die Top7 der Weltrangliste dabei - hindern den Weltranglisten-49. Krippendorf, der eine Bestleistung von 707 Ringen zu Buche stehen hat, nicht, forsche Töne anzuschlagen: „Im Endeffekt fliege ich dort hin, um zu gewinnen. Mir ist aber auch bewusst, dass ich dort eher der Underdog bin. Ich habe aber auch die letzten Monate hart an mir gearbeitet, um mein Möglichstes zu geben.“

Das deutsche Team in Birmingham

Martina Boscher (Telgte), Michael Meyer (Schwarzenbach, beide Blankbogen), Daniela Klesmann (Frickenhausen), Elisa Tartler, Florian Unruh (beide Berlin, alle Recurvebogen), Tim Krippendorf (Döhlgau, Compoundbogen)

Trainer: Holger Hertkorn (Compoundbogen), Peter Lange (Feldbogen)

01.07.2022 - 14:15

Zehn von 12 Monaten sind rum. Wie würdest du dein BFD beim Deutschen Schützenbund in einigen wenigen Worten beschreiben?
Max Ohlenburger: „Viel für die Zukunft gelernt, vielseitig, cooles Miteinander, lockeres Team, flexible Arbeitszeiten.“

Was war für dich das Highlight im BFD?
Max Ohlenburger: "Für mich war definitiv der JWC in Suhl mein absolutes Highlight! Alles hinter den Kulissen kennenzulernen, vor allem die aufwändige Organisation, die hinter diesem Event steckt. All das sieht man als teilnehmender Athlet nicht und wurde mir erst jetzt bewusst, was es für all die Helfer und Arbeiter vor Ort heißt. Ebenfalls habe ich vor Ort viele Menschen kennengelernt und ich konnte in den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit eintauchen. Insgesamt konnte ich viel für die Zukunft lernen, vor allem wie ich mich beruflich orientieren will."

Welche Projekte hast du während des BFD betreut?
Max Ohlenburger: „Meine Hauptaufgaben während des BFD sind die Unterstützung des Jugendfreizeitlehrgangs, die Überprüfung der Lichtgeräte, das Schreiben von Anleitungen und die Trainer in den Breitensportlehrgängen zu unterstützen. 
Vor und während der Jugendfreizeitlehrgänge habe ich speziell unsere beliebte „Klarenthal-Olympiade“ organisiert, durchgeführt und ausgewertet. Während des Lehrgangs bin ich ebenfalls zur Trainerunterstützung vor Ort und kann als Athlet des Nationalkaders den Teilnehmern zur Seite stehen. 
Im Bundesstützpunkt habe ich die verantwortungsvolle Aufgabe unsere Lichtgeräte, sowohl Gewehr als auch Pistole für die Leihe vorzubereiten und den Bestand zu testen. Auch im Qualitätsmanagement für unsere Schießanlagen bin ich mit dem Schreiben von Anleitungen mit dem Team vor Ort verantwortlich.  
Als weiteren wichtigen Bestandteil meines BFD sind die Breitensportlehrgänge zu nennen, in denen ich als Trainer fungiert, die Teilnehmer unterstützt, ihre Gewehre angepasst und auch die Anlage bedient habe. “

Was hast du während deines BFD vor allem gelernt?
Max Ohlenburger: „Generell bin ich ein sehr zurückhaltender Mensch, bin aber in der Zeit viel offener geworden, kann jetzt viel besser auf die Leute zu gehen und ich konnte in der Zeit viele neue Menschen kennenlernen, die jetzt Kollegen und Freunde geworden sind. 
Für mich ist der BFD die erste Arbeitsstelle, die mir gezeigt hat, wie im Team zusammengearbeitet werden muss, denn ohne das Team wäre bspw. der JWC nicht möglich gewesen."

Bewerbt euch jetzt hier auf die Stelle des BFD!

Max Ohlenburger, derzeitiger BFDler beim DSB

Was bietet dir der Verband?
Max Ohlenburger: "Der Verband hat mir vor allem Berufserfahrung in vielen verschiedenen Bereichen ermöglicht. Dieser Berufserfahrung konnte mit meinem Sport miteinander vereinbaren, worüber ich sehr froh bin. Ebenfalls konnte ich am Bundesstützpunkt bei perfekten Bedingungen trainieren und die Physiotherapie und den Kraftraum nutzen."

Wie geht es für dich jetzt weiter?
Max Ohlenburger: "Ich habe jetzt meine Bewerbung bei der Bundeswehr als Sportsoldat eingereicht. Hier warte ich derzeit auf die Einteilung der Rangliste, um zu erfahren, ob ich in den Kader aufgenommen werde."

Was rätst du Bewerbern auf die BFD-Stelle?
Max Ohlenburger: "Wenn du noch nicht weißt, wo es beruflich hingehen soll, ist es eine ideale Möglichkeit. Du lernst viele verschiedene Bereiche eines sehr großen deutschen Verbandes kennen. Auch und vor allem als Nicht-Schütze bist du hier super aufgehoben, denn wie die wenigstens eventuell denken, ist auch der Großteil der Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle nicht aus dem Schützenwesen, sondern kommen aus den verschiedensten Sportarten. Insgesamt hast du einfach ein komplettes Jahr Zeit Berufserfahrung zu sammeln und sich für die nächsten Schritte in deinem Leben vorzubereiten. Deshalb bewerbt euch auf diese Stelle, ihr werdet es nicht bereuen."

01.07.2022 - 11:37

So kämpfen auch die World Games-Teilnehmer Florian Unruh, Elisa Tartler, Daniela Klesmann (alle Recurve) und Martina Boscher (Blankbogen) um ihre WM-Teilnahme. Anders als bei den World Games ist bei der WM auch der Compoundbogen im Feld dabei, hier zählt der EM-Achte auf der Scheibe, Henning Lüpkemann, zum Favoritenkreis.

Gesucht werden Schützen für ein Frauen- und ein Männer-Team mit jeweils einem Recurve-, Compound- und Blankbogenschützen. „Die Sieger der für die Rangliste zugelassenen Schützen werden für die Nominierung vorgeschlagen! Das Ziel ist natürlich, das bestmögliche Team zusammenzustellen“, blickt Peter Lange, der Disziplinverantwortliche für den Feldbogensport, dem Wochenende mit Vorfreude entgegen.

01.07.2022 - 10:30

24 Gewehrschützen sind im Bundesstützpunkt Hannover mächtig gefordert: Jeder Athlet muss drei komplette Programme im Dreistellungskampf mit dem Kleinkaliber-Gewehr und zwei mit dem Luftgewehr absolvieren. Diese werden sowohl für die EM als auch die WM in Kairo/EGY (12. bis 25. Oktober) herangezogen. Insgesamt fließen im KK-Dreistellungskampf neun Programme in die EM-Qualifikation ein, für die WM sind es sechs KK-Programme und vier mit dem Luftgewehr. Nach einem Drittel der KK-Qualifikation führten Jolyn Beer (1761 Ringe) und Max Braun (1749 Ringe) die Liste an – es ist aber noch vieles möglich.

Die leistungsstarken Kader liegen fast gleichauf, das bedeutet absolute Spannung vor der letzten Qualifikation in Frankfurt/Oder!

Skeet-Bundestrainer Axel Krämer freut sich auf spannende Wettkämpfe in Brandenburg

Im Trap- und Skeet-Bereich fallen in Brandenburg die Entscheidungen über die EM-Fahrer der Frauen & Männer sowie die WM-Teilnehmer (in Osijek/CRO, 19. September bis 12. Oktober) bei Juniorinnen und Junioren. Auch hier wird mit über 40 Aktiven mächtig Betrieb auf der Anlage des Bundesstützpunktes herrschen. Im Skeetbereich erwartet Bundestrainer Axel Krämer eine völlig offene Entscheidung: Mit Tilo Schreier, Moritz Kruse, Vincent Haaga und Christian Butterer liegen vier Männer nach Teil eins der Qualifikation gleichauf (alle 121), bei den Frauen ist die Lage ähnlich: Nele Wißmer (121) führt vor Nadine Messerschmidt (120) sowie Christine Wenzel und Valentina Umhöfer (je 119): „Die leistungsstarken Kader liegen fast gleichauf, das bedeutet absolute Spannung vor der letzten Qualifikation in Frankfurt/Oder!“ Dabei haben Messerschmidt, Umhöfer, Wißmer, Wenzel und Haaga einen „Bonus“: Das Quintett erhält zwei Scheiben plus, da es die Finaleingangsleistung zum Weltcup in Zypern, Italien bzw. Aserbaidschan geschafft hat.

Im Trapbereich konnte sich das Frauen-Trio Katrin Quooß, Sarah Bindrich (jeweils 118) und Kathrin Murche (116) bereits ein gutes „Polster“ vor der viertplatzierten Bettina Valdorf (111) erarbeiten, wobei Murche nach zwei siebten Plätzen bei den Weltcups in Nikosia und Baku die EM-Norm (Platz eins bis zwölf) erfüllt hat „und somit durch ist“, sagt Bundestrainer Uwe Möller. Bei den Männern führt Stefan Rüttgerorth (121) vor Andreas Löw (120), Paul Pigorsch und Erik Latowski (je 119) zur Halbzeit. Die beim Weltcup in Changwon /KOR () startenden Steve Eidekorn, Löw, Pigorsch und Valdorf können dort noch die EM-Norm schießen, „ansonsten wird nach der Platzierung der Rangliste der Nominierungsvorschlag für die EM erstellt“, so Möller.

30.06.2022 - 11:49

Grabe war zuletzt Landestrainerin im Modernen Fünfkampf am Bundesstützpunkt in Potsdam und u.a. Verantwortliche für die Teildisziplin Schießen. D.h. sie trainierte vom Nachwuchs- bis in den Olympiakaderbereich alle Sportler in der Disziplin (Pistolen-)Schießen und war auch für die Talentsichtung zuständig. Ihre Pistolensport-Kompetenz wird durch ihre langjährige und noch aktuelle Zugehörigkeit zum Bundesligateam in Potsdam unterstrichen.

Ich setze darauf, dass sie ihre Erfahrungswerte aus den Bereichen Athletik, Krafttraining, Grundlagenausdauer etc. mit einbringt und somit neue Reize in unserer Nachwuchsarbeit setzt!

DSB-Sportdirektor Thomas Abel erhofft sich neue Impulse durch Jördis Grabe

Die Diplomtrainerin hat auch an den Konzeptionen zur Talentsichtung und -findung, des Rahmentrainings und der Jugendwettkampfordnung mitgeschrieben, diese evaluiert und fortgeschrieben. Somit ist sie mit den Gegebenheiten in dieser Alterskategorie bestens vertraut und dürfte diese Erfahrungswerte gewinnbringend für den DSB-Nachwuchs anbringen. Dieser Aspekt spielte für DSB-Sportdirektor Thomas Abel eine wichtige Rolle: „Unsere Nachwuchs-Konzeption muss überarbeitet werden, und da erhoffen wir uns natürlich auch wichtigen Input von Jördis Grabe. Zudem setze ich darauf, dass sie ihre Erfahrungswerte aus den Bereichen Athletik, Krafttraining, Grundlagenausdauer etc. mit einbringt und somit neue Reize in unserer Nachwuchsarbeit setzt.“

15 Jahre lang war Grabe für die Fünfkämpfer zuständig, ihre besondere Verbundenheit zum Schießsport wird aber auch dadurch betont, dass sie selbst seit 2006 aktive Sportschützin ist und aktuell in der 2. Bundesliga für die Schützengilde zu Potsdam 1465 e.V. an die Schießlinie tritt. Zudem ist sie für ihren Verein ehrenamtlich tätig.

Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, ein sehr erfolgreiches Team noch weiter voranzubringen mit dem Fernziel, dass der eine oder andere Sportler bei den Olympischen Spielen 2024 oder 2028 dabei ist!

Die neue Pistolen-Bundestrainerin Nachwuchs Jördis Grabe zu ihren Zielen

Ihrer neuen Tätigkeit blickt Grabe gespannt und mit Vorfreude entgegen: „Ich habe nach 15 Jahren beim Modernen Fünfkampf eine neue berufliche Herausforderung gesucht und freue mich sehr, dass ich diese Chance bekomme. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, ein sehr erfolgreiches Team noch weiter voranzubringen mit dem Fernziel, dass der eine oder andere Sportler bei den Olympischen Spielen 2024 oder 2028 dabei ist.“

Für die neue Bundestrainerin geht es mit dem ersten Lehrgang am 1. Juli und der zweiten WM-Qualifikation Mitte Juli sowie der anschließenden Nominierung gleich in die „Vollen“: „Ich fahre direkt zum Lehrgang nach Suhl, lerne dort die Gruppe kennen und habe kurze Zeit später Teil zwei der WM-Qualifikation. Es geht also gleich los, was sehr gut ist.“

30.06.2022 - 08:59

Mit der Kleinkaliber-Sportpistole gehört die 27 Jahre alte Doreen Vennekamp zu den Besten in Deutschland. Und auch international sorgt sie immer wieder für Aufsehen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio reichte es zu Rang sieben – aber sie will mehr. Daher ist Paris 2024 jetzt ihr ganz großes Ziel. Dafür arbeitet sie hart in den Schießhallen in ihrer Wahlheimat Suhl und am Bundesleistungszentrum in Wiesbaden. Die Vision Gold Reporter haben sie dabei beobachtet – aber sie waren auch im Wald mit dabei. Denn hier unterhalb der Ronneburg ist ihr Revier. Doreen Vennekamp ist stellvertretende Jagdpächterin und hat auch hier einiges zu erzählen.

Noch 5 Jahre jünger ist Leonie Beck. Sie gilt als größtes deutsches Talent im Florett-Fechten. In Tokio 2021 ist das deutsche Fechtteam überraschend komplett leer ausgegangen. Das war früher ganz anders und soll sich auch schnell wieder ändern. Die Vision Gold Reporter haben sich auf den Weg nach Tauberbischofsheim gemacht, dem deutschen Fechtmekka der 80er und 90er Jahre. Hier entdecken sie noch viele Bilder aus der Vergangenheit, treffen aber auch die Gegenwart – und die heißt Leonie Beck. In Tokio schafft sie es schon bis in das Achtelfinale, in Paris will sie auf jeden Fall noch weiterkommen. Mit großem Talent, viel Fleiß und harter Arbeit will sie zeigen, dass auch heute noch erfolgreiche Olympioniken aus der kleinen Stadt im Nordosten von Baden-Württemberg kommen.

Warum Doreen Vennekamp von der 300 träumt und wie Leonie Beck beim Klavierspielen nicht nur Abschalten, sondern auch Parallelen zu ihrer Sportart entdeckt hat, das sehen Sie am Donnerstag, den 30. Juni um 19:00 Uhr auf N24Doku: Vision Gold - das Sportmagazin (Wiederholungen: Sonntag, den 03. Juli um 08:30 Uhr und 13:00 Uhr sowie Montag, den 04. Juli um 14:00 Uhr). Wenn Sie die Sendung verpasst haben, können Sie diese jederzeit unter www.visiongold.tv oder auf Facebook sehen.

(Schmidt Media)

29.06.2022 - 12:18

Nachdem bisher eine Europameisterschaft (2007) und eine Weltmeisterschaft (2014) im Para-Sportschießen auf deutschem Boden ausgetragen wurden, freuen sich der DSB und der Bayerische Sportschützenbund, nun erstmals einen Para-Weltcup auszurichten. Sicherlich hätten sich die beiden Ausrichter noch mehr Teilnehmer gewünscht, dennoch sind die 204 Athleten und 130 Offiziellen aus 35 Nationen – darunter Athleten aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika – ein erfreulicher Start. Unter den Teilnehmern sind natürlich auch acht deutsche Athleten, unter ihnen die Paralympics-Siegerin von Tokio, Natascha Hiltrop.

Für Bundestrainer Rudi Krenn hat der Weltcup eine große Bedeutung: „Der Heim-Weltcup hat für uns einen hohen Stellenwert, denn er gilt als eine wichtige Standortbestimmung und als echter Härtetest im Hinblick auf die diesjährige Weltmeisterschaft, die vom 3. bis 18. November in der Oasenstadt Al Ain/Vereinigte Arabische Emirate ausgetragen wird.“ Bei der WM werden über 30 Quotenplätze für die Paralympics in Paris 2024 vergeben.

Der Heim-Weltcup hat für uns einen hohen Stellenwert, denn er gilt als eine wichtige Standortbestimmung und als echter Härtetest im Hinblick auf die diesjährige Weltmeisterschaft!

Bundestrainer Rudi Krenn zur Bedeutung des Heim-Weltcups in München

Um bei der Standortbestimmung bestmöglich vorbereitet an den Start zu gehen, haben die Sportler fleißig trainiert: „Ab Mitte Januar wurden insgesamt zehn Leistungslehrgänge und eine Kaderleistungsüberprüfung im Zwei-Wochen-Rhythmus am Bundesstützpunkt in Suhl durchgeführt. Eine zweite Leistungsüberprüfung findet unmittelbar vor dem Weltcup vom 8.-10. Juli in Suhl statt – da kann das Weltcup-Team nochmals reichlich Wettkampfpraxis sammeln“, so Krenn.

Der Bundestrainer ist überzeugt von der Qualität seiner Schützen und formuliert offensive Ziele: „Wir wollen möglichst in allen Einzel-Wettbewerben die Finals der besten acht erreichen und in den Team-Wettbewerben um die Podestplatzierungen mitkämpfen.“

Das deutsche Team in München
Schützen: Natascha Hiltrop (Hünstetten), Bernhard Fendt (Memmenhausen), Cliff Junker (Zella-Mehlis), Kevin Zimmermann (Wissen), Moritz Möbius (Zell am Harmersbach), Tim Focken (alle Gewehr, Oldenburg), Tobias Meyer (Pistole, Rimpar), Thomas Höfs (Flinte, Winsen)
Betreuer: Rudi Krenn, Jörg Dietrich, Lothar Abele, Joachim Zimmermann

28.06.2022 - 14:58

Bei den World Games wird der Bogensport in zwei Disziplinen ausgetragen: Zum einen mit dem Compoundbogen auf die Scheibe, zum anderen mit Recurve- und Blankbogen im Feld.

Als erstes steigen Tim Krippendorf und Trainer Holger Hertkorn am 5. Juli in den Flieger. Der Compoundschütze qualifizierte sich als Vierter der EM 2021 in Antalya/TUR für die World Games, „auf die ich mich extrem freue. Schließlich ist es das Höchste, was ich als Compounder aktuell erreichen kann.“ Krippendorf tritt gegen 21 andere Athleten aus 17 Nationen an, darunter ist die komplette Weltspitze, wie z.B. der Weltranglisten-1. und Europameister Mike Schloesser (NED), Weltmeister Nico Wiener (AUT) oder Vize-Europameister Yakup Yildiz (TUR).

Nicht minder hochwertig sind die Teilnehmerfelder im Feldbogenbereich bestückt: Europameister Florian Unruh bekommt es u.a. mit der „US-Legende“ Brady Ellison sowie dem Weltmeister von 2018, dem Japaner Wataru Oonuki zu tun. Unruh begab sich bereits einen Tag nach Beendigung der „EM dahoam“ in München in das Feldbogen-Training – für Die Finals in Berlin legte er eine willkommene Abwechselung ein. Im Recurvebereich der Frauen sind mit Elisa Tartler und Daniela Klesmann zwei deutsche Starterinnen dabei. Der Grund: Lisa Unruh hatte durch ihren WM-Titel 2018 einen persönlichen Startplatz gewonnen, den sie nach ihrem Rücktritt nicht wahrnimmt. Dieser wurde intern ausgeschossen und von Tartler souverän gewonnen. Klesmann hatte sich als EM-Siebte für die World Games qualifiziert. Ebenfalls als EM-Siebter sicherte sich Blankbogenschütze Michael Meyer seine Teilnahme, Martina Boscher hatte sich als EM-Elfte qualifiziert. Im Feldbogen sind alle Klassen mit jeweils zwölf Athleten aus elf Nationen besetzt.

1981 wurden erstmals die World Games ausgetragen, 2022 steigt zum insgesamt elften Mal das alle vier Jahre stattfindende Mega-Event, das 1989 (Karlsruhe) und 2005 (Duisburg) auch schon zweimal in Deutschland zu Gast war. Dabei waren die deutschen Bogensportler sehr erfolgreich: Fünf Gold-, eine Silber- und sechs Bronzemedaillen wurden bislang gewonnen, Lisa Unruh (Recurvebogen, Gold 2017), Elena Richter (Recurvebogen, Silber 2013) und Paul Titscher & Kristina Heigenhauser (Compound Mixed, Bronze 2013) holten die letzten Medaillen – weitere wünschen sich die Athleten in Birmingham. Sport1 berichtet ausführlich von den World Games aus den USA.

Das deutsche Team in Birmingham
Athleten: Martina Boscher (Telgte), Michael Meyer (Schwarzenbach, beide Blankbogen), Daniela Klesmann (Frickenhausen), Elisa Tartler, Florian Unruh (beide Berlin, alle Recurvebogen), Tim Krippendorf (Döhlgau, Compoundbogen)
Trainer: Holger Hertkorn (Compoundbogen), Peter Lange (Feldbogen)

27.06.2022 - 11:36

Iris Spranger, Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport des Landes Berlins: „Es war der Sportmetropole Berlin eine Freude, die FINALS bereits zum dritten Mal zu Gast zu haben. Es war ein beeindruckendes Event – für den Sport und die Stadt. Die Berlinerinnen und Berliner sind absolut sportbegeistert und waren ein tolles Publikum. Berlin kann dank exzellenter und moderner Sportstätten herausragende Sportevents ausrichten. Ein Ziel unserer Sportpolitik ist die Förderung der Vielfalt im Sport, dafür stehen DIE FINALS. Mein besonderer Dank gilt auch ARD und ZDF, dank deren Engagement sonst nicht so beachtete Sportarten viel Aufmerksamkeit bekommen haben.“
 
Alle Athletinnen und Athleten zeigten sich über die Sportstätten und die begeisterungsfähigen Zuschauerinnen und Zuschauer in der Sportmetropole Berlin begeistert.  „Die Atmosphäre hier direkt vor dem Olympiastadion ist schon sehr besonders gewesen“, sagte stellvertretend der neue deutsche Triathlon-Meister Lasse Lührs vom Team Buschhütten nach seinem Sieg im temporär errichteten Stadion auf dem Olympischen Platz. Und auch die Bogenschützen zeigten sich angetan von der Finalarena: „Der Druck ist schon höher als sonst auf einem Qualifikationsfeld, aber es macht mega Spaß“, meinte Abigail Meyer, Deutsche Mixed-Meisterin der SGi Ditzingen im Compound. Und ihr Teampartner Jan Hoffmann ergänzte: „Wer sagt, die Atmosphäre lässt einen kalt, der hat etwas genommen.“

Auch die TV-Sender ARD & ZDF, die ausgiebig im Fernsehen und im Stream berichteten, zogen zufrieden Bilanz.

Axel Balkausky, ARD-Sportkoordinator: „Die Finals haben sich als Plattform für den deutschen Sport bewährt.  Wir haben bei ARD und ZDF spannende Wettbewerbe mit 25 Stunden live im TV und 70 Stunden im Stream übertragen können. Damit hat der Sportsommer im Ersten erfolgreich begonnen.“
Thomas Fuhrmann, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Sport: „Viele Sportarten sind zu den Menschen gegangen, wie am Neptunbrunnen, an der East Side Gallery oder am Brandenburger Tor. Die besondere Atmosphäre hat uns gezeigt, dieser Extra-Aufwand hat sich gelohnt.“

Familiensportfest des Landessportbunds Berlin
Sport, Spiel und Spaß an der Bewegung mit der ganzen Familie – das ist das Familiensportfest im Olympiapark Berlin. Zum bereits zwölften Mal veranstaltete der Landessportbund Berlin ein Mitmach-Fest für alle. Mehr als 100 sportliche und kreative Aktionen konnten kostenlos und bei freiem Eintritt ausprobiert werden.
 
Friedhard Teuffel, Direktor des Landessportbundes Berlin: „Es war wirklich inspirierend zu sehen, wie gerade die vielen Kinder und Jugendliche die Sportangebote ganz spielerisch ausprobiert haben und wie groß die Freude dabei war. Angesichts der Vielfalt an Sportarten konnten alle etwas für sich finden. Das freut uns besonders, denn wir verstehen Sport als eine Einladung an alle. Ob aus dem Kennenlernen mal eine leistungssportliche Karriere wird, ist dabei gar nicht entscheidend – schön ist es auf jeden Fall, wenn Sport ein starker lebenslanger Begleiter wird.“ Zeitgleich zum Familiensportfest fanden die „Finals – Berlin 2022“, die Deutschen Meisterschaften in 14 Sportarten statt. „Finals und Familiensportfest haben sich wie schon 2019 wunderbar ergänzt, Sport treiben und erleben funktioniert in Berlin einfach bestens zusammen“, sagt Friedhard Teuffel.“

(Die Finals GmbH/EB)

26.06.2022 - 14:17

Recurve Erwachsene: Reisenweber & Unruh souverän zu Gold
Im Goldfinale war ganz schön viel grün auf dem Schieß-Podest: Denn sowohl Elena Idensen & Erik Linke als auch Clea Reisenweber & Florian Unruh trugen den grünen Dress des BSC BB Berlin. Mit dem Trio Das Trio Idensen, Linke und Reisenweber hatte tags zuvor bereits Gold in den Mannschaftswettkämpfen gewonnen, kannte die Bedingungen in der Finalarena also bestens. Doch Linke kam nicht so zurecht wie am Samstag, seine Pfeile verfehlten zwei, dreimal das „Gold“, sodass sich Reisenweber & Unruh die Gelegenheit bot, daraus Kapital zu schlagen: Und das Duo, von Lisa Unruh betreut, ließ sich in allen drei Passen die Chance nicht nehmen, schoss konstant und qualitativ hoch und feierte damit ein ungefährdetes 6:0 (34-33, 38-35, 36-35). Reisenweber, die „Bogen-Königin“ von Die Finals 2022, war zufrieden: „Ich habe mir nicht solche Gedanken darüber gemacht, dass ich hier zwei Titel gewinne, aber es ist immer schön zu gewinnen.“ Freude hatte sie auf alle Fälle an der Seite des Olympia-Fünften Unruh zu sein: „Es macht sehr viel Spaß. Ich habe mich sehr gefreut, als er mich gefragt hat, mit im zu schießen. Man fühlt sich sicher, weil man weiß, dass Flo sehr stabil und sehr gut schießt und er eine große Ruhe mitbringt.“ Für Unruh war es nach Doppel-Silber bei der EM in München eine weitere Medaille, „die mir für das nächste Turnier Rückenwind geben wird. Ich war zufrieden mit meiner Leistung.“ Als nächstes startet der gebürtige Fockbeker bei den World Games in Birmingham/USA im Feldbogenbereich.
Bronze ging an Elisa Tartler & Maximilian Weckmüller (BSG Ebersberg) nach einem spannenden 5:4 (37-33, 39-34, 32-34, 35-36, 17-17) gegen Christina Albrecht & Jakob Hetz (BCS Reuth). Die bessere Neun gab den Ausschlag für Tartler & Weckmüller.

Compound Erwachsene: Der letzte Pfeil entscheidet
Das Goldfinale zwischen Abigail Meyer & Jan Hoffmann (SGi Ditzingen) und Katharina Raab & Matthias Raab (Oberallgäuer Gauschützen) entwickelte sich vom ersten Pfeil an völlig ausgeglichen: Die Ditzinger legten vor, Vater und Tochter Raab zogen nach. Und so hieß es vor dem letzten Pfeil für jeden Schützen 131-131. Als sowohl Meyer & Hoffmann als auch Matthias Raab eine Zehn vorlegten, war Katharina Raab gefordert, ebenfalls eine Zehn zu schießen, um das Stechen zu erzwingen. Doch ihr Pfeil rauschte um Zentimeter vorbei, die Ditzinger rissen nach dem 151-150 jubelnd die Arme hoch: „Der Druck ist schon höher als sonst, aber es macht mega Spaß“, meinte Meyer, und ihr erfahrener Partner Hoffmann ergänzte: „Wer sagt, die Atmosphäre lässt einen kalt, der hat etwas genommen. Das Training des ganzen Jahres hat sich ausgezahlt.“ Für Meyer definitiv ein Höhepunkt in ihrer bisherigen Karriere: „Der Titel bedeutet mir sehr viel und steht ganz weit oben für mich. Meine Eltern sind extra dafür angereist.“
Marie Marquardt & Philipp Rosek (Blankenfelder BS 08) gewannen nach einem 155-142 gegen Antje & Falk Just (TSV Lindenberg 1994) die Bronzemedaille.

Recurve Jugend: Sieg im Stechen für Werner & Schmid
Passender hätte das Ende der Finals 2022 in Berlin nicht sein können. Das Goldfinale der Jugend Mixed zwischen Mathilda Werner & Toni Schmid (BSSC Olympia) und Melina Koepper & Hagen Heinold (BSC BB Berlin) musste nach einem 33-35, 35-32, 32-33, 38-31 im Stechen entschieden werden. Und das gewannen Werner & Schmid 19-17, was vor allem Mathilda Werner überwältigte: „Der Titel bedeutet mir sehr viel. Ich habe noch nicht so viele Wettkämpfe geschossen, weil ich erst seit anderthalb Jahren schieße. Dafür finde ich, haben wir das sehr gut gemacht. Ich war und bin immer noch sehr aufgeregt.“ Routinierter ging Teamkollege Schmid mit dem Umstand um, das erste Jugendteam zu sein, das je einen DM-Titel im Mixed gewonnen hat: „Schön, dass wir es noch gedreht haben. Wir wussten, dass wir es können und dann haben wir die Leistung abgerufen.“ Dass es dabei gegen Klassen- und Schießkameraden ging, machte den Sieg durchaus besonders: „Es war ein Duell unter Freunden – am Montag wird weitergeschossen“, so Schmid.
Ein weiteres Berliner Team, Emma Lorenz & Finley Gesau (BSC BB Berlin), gewann nach einem 5:3 (34-25, 32-36, 35-32, 32-32) gegen Lea Hutzler & Steffen Thomas (BWT Kirchentellinsfurt) die Bronzemedaille.

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