28.02.2022 - 14:18

Wie kam die Idee, Blasrohr zu schießen und im DSB zu etablieren?
Bergmann: „Ich habe vor sechs Jahren das Blasrohrschießen beim Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) eingeführt, um den Schützenvereinen etwas Neuartiges anzubieten und damit bereits Kinder ab sieben Jahren anzusprechen.“
Woodfin: „Wie war der Schritt in Richtung DSB? Wir hatten von Anfang an bei den Bayrischen Meisterschaften sowie auch etwa seit drei Jahren bei den Deutschen Meisterschaften in München Infostände mit der Möglichkeit zum Blasrohrschießen betrieben. So wurden auch Schützen und Funktionäre der anderen Landesverbände auf den damals noch exotischen Sport aufmerksam. Natürlich gab es nicht nur positives Feedback, meist waren die Argumente, dass man nicht noch eine Disziplin bräuchte und was das überhaupt mit Sportschießen zu tun habe. Generell hielt man das eher für eine "Pausenbeschäftigung". Noch vor Covid19 wurden wir vom DSB eingeladen, im Rahmen der Fachvorträge bei den Deutschen Meisterschaften unsere bayerische Disziplin in einer Präsentation vorzustellen. Danach kam der DSB im November 2020 auf die Landesverbände zu, um gemeinsam zu besprechen, ob und wie das Blasrohrschießen seinen Weg im DSB starten könnte.“

Gab es Widerstände?
Bergmann: „Es gibt immer zwei Lager. Die einen, die begeistert sind, die für etwas Neues aufgeschlossen sind. Widerstände gab es eher im Leistungsbereich, die natürlich Welt- und Europameister kreieren wollen. Die haben das Thema Breitensport nicht so drauf, obwohl aus dem Breitensport die späteren Europameister kommen. Das gerät immer ein wenig in Vergessenheit.“
Woodfin: „Wir präsentieren den Sport auf vielen Veranstaltungen: Wir waren schon mit Info- und Schießständen u.a. im bayerischen Landtag, auf Messen, Olympischen Ballnächten, Landeschützentagen, Sportlerehrungen. Viele Leute, die vom Blasrohrschießen hören und sich vielleicht das Falsche darunter vorstellen, sind skeptisch. Aber sobald die Leute informiert und "am Rohr" sind, haben wir eine sehr hohe Akzeptanz. Der erste Satz, der dann meist kommt, lautet: „Das macht ja Spaß!“ oder "das hatte ich mir schwieriger vorgestellt, das wäre was für unseren Verein". Nur das reine Zuschauen langt meist nicht, um den Funken zu entfachen.“ 

Wie ist der Zuspruch?
Bergmann: „Der Zuspruch ist sehr gut, hauptsächlich bei den Kindern. Was toll ist: Es schießen oft Kinder, Eltern, Oma und Opa zusammen. Und genau das ist das, was wir vorhatten als Familien und Breitensport im Schützenverein.“

Was toll ist: Es schießen oft Kinder, Eltern, Oma und Opa zusammen!

Georg Bermann über das Blasrohrschießen als Sport für die ganze Familie

Sehen Sie das auch als Einstiegsmöglichkeit, Kinder und Jugendliche für den Bogen- und Schießsport zu begeistern?
Woodfin: „Ja! Mit dem Blasrohr haben wir die tiefste Einstiegsaltersgrenze aller Disziplinen im Schützenwesen. Überraschenderweise hat sich über die vielen Turniere, die wir in Bayern durchgeführt haben, eine zweite Gruppe herauskristallisiert, mit der wir nicht gerechnet hatten: Die über 50-Jährigen und Senioren. Ein großer Anteil dieser Gruppe ist bereits Mitglied in einem Schützenverein, hatte aber meist aus gesundheitlichen Gründen mit dem aktiven Sportschießen abgeschlossen. Und diese sind nun durch das Blasrohrschießen wieder aktiver im Verein geworden. Das führt dazu, dass wir in Bayern und der Oberpfalz in einigen Vereinen sogar "Blasrohrabteilungen" haben mit eigenen T-Shirts und originellen Gruppennamen wie „Pusteblume“ oder „Pustefix“ und ähnlich. Und das mit einer Altersspanne von fünf bis 80 Jahren.“

Was hat bisher an Aktionen und Maßnahmen stattgefunden?
Bergmann: „Das größte Ereignis war bisher der Weltcup 2019 in München mit fast 250 Personen aus neun Nationen, die an zwei Tagen Blasrohr geschossen haben.“
Woodfin: „In Bayern haben wir über das Jahr verteilt acht bis 13 Turniere mit in Summe 600 bis 1000 Teilnehmern und derzeit ca. 450 Vereine, die das Blasrohr im Verein unterschiedlich nutzen. Entweder bei Werbeschießen zur Mitgliedergewinnung, z.B. Tag der offenen Tür oder Ortsvereinsschießen, der Vereinsmeisterschaft oder zum Ausschießen des Schützenkönigs, bis hin zu Turnieren und Meisterschaften. Darauf wollen wir aufbauen, sodass auch die anderen Landesverbände Turniere anbieten und eben im Verein als Werkzeug nutzen, allgemeine Jugendarbeit voranzutreiben und Ältere wieder zu aktivieren. Das Interesse hat sich stetig und massiv erhöht, auch in Zeiten der Pandemie konnten wir viele Anfragen per E-Mail aus den Vereinen im DSB beantworten.”  

Wie sieht es europäisch oder international aus? Gibt es schon so etwas wie eine Blasrohr-Szene?
Woodfin: „Es gibt eine Blasrohrszene mit eigenen Vereinen und Verbänden in einigen Ländern Europas und vielen Ländern auf den anderen Kontinenten, zum Teil auch schon mit Wettkämpfen, aber alles außerhalb der jeweiligen nationalen Schützenverbände. Das Problem ist: Das Blasrohrschießen ist in vielen Ländern per Gesetz verboten. 
Vielleicht können wir als DSB das Interesse wecken und andere Schützennationen auf unseren Sport und dessen besondere Möglichkeiten aufmerksam machen, sodass wir vielleicht auch in Zukunft internationale Wettkämpfe durchführen können, wenn sich das in anderen Ländern etabliert. Beim ISSF Weltcupfinale 2019 in München waren einige Nationen an unserem Infostand und haben sich informiert und eingekauft. Momentan sind wir Vorreiter und wissen nicht, wie es international angenommen wird. Wir versuchen es erst einmal in Deutschland voranzubringen.“  

Was kostet das Blasrohrschießen?
Bergmann: „So eine persönliche Einsteiger-Blasrohrausrüstung kostet so ab 50 Euro aufwärts. Das ist natürlich verschwindend gering, wenn man das z.B. mit einer Luftgewehr-Ausrüstung vergleicht. Jeder Verein kann sich die notwendige Vereinsausstattung (Pfeilfangstative und Scheiben für zwei, drei Stände) sehr kostengünstig anschaffen. Das Gute ist: Man kann es in jedem Schützenhaus oder Bogenverein anbieten. Es ist nicht kostenintensiv und schnell auf- und wieder abgebaut.“ 

Was gibt es sonst noch zu erwähnen?
Bergmann: „Wichtig zu erwähnen, ist noch der Gesundheitsaspekt. Man trainiert die Lungenvitalkraft, für Personen mit Lungenleiden oder im Rollstuhl sitzend ist das Lungen-Training. Da gibt es schon Expertisen von (Lungen-)Ärzten, die das als sehr vorteilhaft ansehen.“
Woodfin: „Der Sport ist auch absolut integrativ und inklusiv. Alle können mitmachen, ob Handicap oder nicht, wir stehen/sitzen alle gemischt in einem Turnier-Durchgang an der Linie, also keine nach Altersklassen sortierten Wettkämpfe. Die Bedienunsgweise ist schnell erklärt und das Regelwerk auf wenigen Seiten festgehalten.“ 

Wie sieht das Wettkampfformat aus?
Woodfin: „Wir schießen auf 5 Meter für die Jüngsten und auf 7 Meter für alle anderen Altersklassen, 60 Pfeile unterteilt in 10 Passen à 6 Schuss. Wir haben sechs Scheibenspiegel (zwei vertikal nebeneinander angebrachte 3-er Spots), wie sie bei den Bogenschützen in der Halle benutzt werden, die in freier Reihenfolge je einmal beschossen werden. Das Maximal-Ergebnis sind 600 Ringe, beim Weltcup war das Top-Ergebnis 591 Ringe. Ähnlich wie beim Bogenschießen gibt es Kommandos per Pfeife oder Lichtsignalen für Start und Stopp und Sicherheitswarnungen, die Auswertung erfolgt durch die Sportler selbst. Der Wettkampf dauert knapp über eine Stunde.“ 

Worauf kommt es beim Blasrohrschießen an? Was sind die wichtigsten Eigenschaften?
Bergmann: „Es sind die Dinge gefordert, die auch bei allen anderen Schießsport-Disziplinen relevant sind: Atmung, Konzentration, Auge-Hand-Koordination, sicherer Stand. Das kann jeder schnell erlernen. Es benötigt zum ersten Start nur fünf Minuten Instruktion: Stand, Atmung, Pfeil einlegen, visieren über das Rohr und nach fünf, sechs Schuss weiß jeder, wie es funktioniert und man trifft sofort im Wertungsbereich.“
Woodfin: „Ab dann gilt es nur noch, im Training Automatismen zu erzeugen und das Wettkampfformat zu verinnerlichen, wie in den anderen Disziplinen auch. Der Spaßfaktor ist immens, man trifft sofort und kann auch nach nur wenigen Trainingseinheiten bereits an Wettkämpfen teilnehmen.“ 

In diesem Jahr sollen fünf Regionalturniere stattfinden und im Anschluss ein Bundesfinale!

Jürgen Woodfin über die nächsten Schritte innerhalb des DSB

Wie geht es weiter beim DSB?
Woodfin: „Wir haben derzeit eine Arbeitsgruppe mit den bereits vorhandenen Blasrohr-Landesreferenten bzw. Sportleitern, da wurde u.a. das DSB-Regelwerk erarbeitet, das muss jetzt in die Ausschüsse und wird im Frühjahr 2022 verabschiedet werden. In diesem Jahr sollen fünf Regionalturniere stattfinden und im Anschluss ein Bundesfinale. Zudem werden alle weiteren notwendigen Themen zur Entwicklung unseres Sports besprochen und in die richtigen Bahnen gelenkt. Wenn die Resonanz flächendeckend gegeben wäre, könnte man in ferner Zukunft auch weitere Disziplinen mit dem Blasrohr erarbeiten z.B. Parcours, Duathlon etc. kämen da in Frage.
Generell sind wir in der Testphase und müssen sehen, wie es aussieht, wenn es zu großen Meisterschaften kommt, ob es dann zu einem Finale oder ähnlichem kommen kann. Je mehr Turniere wir flächendeckend anbieten können, umso mehr können wir absehen, was notwendig ist. Oftmals ist es so, dass wir bei Turnieren schon in Sporthallen ausweichen müssen, weil zum Teil zwischen 100 bis 160 Schützen an nur einem Tag Ihren Wettkampf bestreiten und auch bewirtet werden müssen“. 

„Gut Schuss“ und „alle ins Gold“ wünscht man Sport- und Bogenschützen. Was sagt man bei Blasrohrsportlern?
Bergmann: „Beim Blasrohrschießen eigentlich auch Gut Schuss“.

28.02.2022 - 13:42

Die weiteren Platzierungen: 36. Platz Jolyn Beer (626,2), 44. Platz Lisa Müller (625,5,), 78. Platz Denise Palberg (622,9), 43. Platz Maximilian Dallinger (624,3), 68. Platz Dennis Welsch (620,6) und 86. Platz Colin Fix (615,4).

Steffen hatte keinen guten Start in den Wettkampf, zeigte aber in ihren drei letzten Serien, zu was sie in der Lage ist: 105,9 - 105,5, - 106,1. Dies verdeutlicht, dass das Potenzial vorhanden ist, international jedoch jede schwächere Serie „bestraft“ wird.

„Erwartungsgemäß war der Luftgewehr-Wettkampf die schwierigere Disziplin für uns. Bei den Männern haben sich die EM-Ergebnisse der Qualifikation widergespiegelt. Bei den Frauen waren gute Phasen dabei und auch von den Gesamtringen durchaus ordentlich“, urteilte Bundestrainer Claus Dieter Roth.

Interessant: Mit der 19-jährigen Französin Oceanne Muller gewann eine Sportschützin die Qualifikation, die in der abgelaufenen Saison für den Zweibundesligisten SV Diana Jockgrim an den Start ging. Die aktuelle Europameisterin und Olympia-Fünfte schoss 631,2 Ringe.

25.02.2022 - 15:05

Breitensportwettbewerb "Faszination Lichtschießen" findet nach zwei Jahren wieder statt
Im Schießsportzentrum Suhl wird der Wettkampf nämlich erstmal in den attraktiven Rahmen des Junior Worldcups eingebunden und so auch den Jüngsten die Möglichkeit gegeben, internationale Luft zu schnuppern und sich selbst in diesem Umfeld mit Gleichaltrigen zu messen.

Der Wettkampf dient in erster Linie der Förderung von Kreativität und Spieltrieb von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren. Neben einem 20 Schuss Programm aufgelegt mit dem Lichtgewehr oder der Lichtpistole dürfen die Kinder noch ihr Können in den Bereichen Schnelligkeit, Koordination, Geschicklichkeit und Konzentration unter Beweis stellen. Ziel dieses Wettbewerbes ist es, die Kinder auf spielerische Weise an den Schießsport heranzuführen und dem Bewegungsdrang in diesem Alter ebenfalls gerecht zu werden. Es handelt sich dabei um eine Meldemeisterschaft, Limitzahlen oder Qualifikationswettkämpfe gibt es nicht – alle Mitglieder aus DSB Vereinen können mitmachen.

Rahmenwettkampf „Wettkampforientiertes Lichtschießen“
Zusätzlich wird am 15. Mai 2022 zum ersten Mal ein Rahmenwettkampf „Wettkampforientiertes Lichtschießen“ ebenfalls in Suhl stattfinden. Kinder zwischen 8 und 12 Jahren können sich hier in den Klassen Schüler*innen II und Schüler*innen III in einer offenen Meldemeisterschaft mit der Lichtpistole bzw. dem Lichtgewehr in einem Stehendanschlag beweisen. Es ist ein 20 Schuss Programm frei Hand zu absolvieren.

Die Deutsche SchützenJugend freut sich sehr, viele junge Schützinnen und Schützen in Suhl begrüßen zu können und wünscht bereits jetzt viel Spaß und Erfolg!

25.02.2022 - 13:42

Michael, wie und wo haben sich die Athleten für Kairo qualifizieren können?
Michael Herr: „Wir waren in Steinwenden bei Sven Müller auf der Vereinsanlage. Wir sind dorthin, da es eine sehr schöne Anlage mit anspruchsvoller Laufstrecke ist. Wenn man im Januar (29. Januar, Anm. d. Red.) eine Outdoorveranstaltung in einer Sommersportart macht, spielt das Wetter die größte Rolle. Wir haben versucht, einen Ort zu finden, wo die Bedingungen nicht ganz so winterlich sein könnten. Leider hatten wir genau den schlechtesten Tag der Woche erwischt, an dem es nur 3 Grad und geregnet hatte sowie stärkere Windböen gab. Aber die Bedingungen waren für alle gleich. Wir wurden in Steinwenden sehr herzlich empfangen, und Sven hat mit seinem Team alles super organisiert. Dafür an dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön, und es wird nicht die letzte Maßnahme in Steinwenden gewesen sein.
Der Qualifikationsmodus sah in den vier Klassen (Juniorinnen, Junioren, Frauen, Männer) jeweils drei Einzelwettkämpfe vor. Zwischen den einzelnen Rennen waren immer anderthalb Stunden Pause, also schon ein hartes Programm. Gewertet wurde nach einem Punktesystem und bei Punktgleichheit war die Gesamtzeit aus allen drei Läufen das ausschlaggebende Kriterium. Die Besten aus den drei Läufen wurden entsprechend nominiert.“

Es war für alle Teilnehmer eine gute Standortbestimmung!

Michael Herr zur Qualifikation in Steinwenden

Wie war das Niveau?
Michael Herr: „Ich würde sagen, solide! Trainingsmethodisch befinden wir uns ja zur gegenwärtigen Zeit noch in der Grundlagenphase. Dementsprechend waren die Leistungen bei allen - außer Kerstin, die ist immer konstant - über alle drei Rennen schwankend. Das ist aber auch dem geschuldet, dass niemand zur gegenwärtigen Zeit wettkampfspezifisch trainiert hat. Es war für alle Teilnehmer aber eine gute Standortbestimmung, wo jeder sehen konnte, woran in den nächsten Monaten individuell gearbeitet werden muss. Zusätzlich konnte ich sehen, dass Elemente, die wir auf dem Dezemberlehrgang schwerpunktmäßig trainiert haben, bereits größtenteils umgesetzt werden. Das ist sehr positiv zu bewerten.“

Waren die Ergebnisse = Nominierung?
Michael Herr: „Nein! Es gab doch eine Menge Absagen (z.B. Jana Landwehr, Madlen Guggenmos, Sven Müller), da die Terminierung unter der Woche für viele aufgrund von Schule, Studium oder Beruf sehr ungünstig gelegen ist. Auch das bestehende Risiko einer Covid-Infektion und die daraus resultierenden Folgen für Schule, Studium, Beruf war einigen zu groß.
Trotzdem muss gesagt werden, dass trotz der „prominenten“ Absagen alle sechs Nominierten ihre Nominierung durch sportliche Leistungen zur Qualifikation gerechtfertigt und damit auch verdient einen Startplatz erhalten haben. Es ist kein „Nachrücker“ dabei, der nur aufgrund der Absagen anderer profitiert, sondern alle haben nachgewiesen, dass sie absolut konkurrenzfähig sind.“

Viele Namen sind noch nicht so bekannt? Gibt es einen kleinen Umbruch im Kader?
Michael Herr: „Jein! Jüngere Athleten sind letztes bzw. dieses Jahr zu den Erwachsenen aufgestiegen (Max Hubl, Jacob Hofmann, Edith Buschsieweke, Madlen Guggenmos usw.) Deswegen ist schon eine Veränderung in der Mannschaftsstruktur erkennbar, da im Erwachsenenbereich jetzt mehr Leistungsträger um die begrenzten internationalen Startplätze kämpfen. Aber von den Arrivierten hat noch niemand aufgehört, sodass es vor allem in der Erwachsenenklasse dieses Jahr spannend wird. Wie gehen die Älteren mit dem größeren Druck um und wie gut können die „Aufsteiger“ den Anschluss herstellen? Ich selbst bin gespannt, wer sich bei Frauen und Männern dieses Jahr durchsetzen kann.
Im Juniorenbereich (vor allem bei den Junioren) sieht es dagegen etwas überschaubarer aus. Hier merken wir die letzten zwei verpassten Jahre sehr deutlich. Hier sind wir - auch durch den Aufstieg der arrivierten Junioren - sehr schlecht aufgestellt. Deswegen bin ich sehr froh, dass mit Leonie Huth und Luca Göhmann (auch Tessa Dietrich, die jetzt nicht dabei ist) zwei junge Sportler dabei sind, die während der letzte zwei Jahre gut gearbeitet haben und sich mit ihren Leistungen für weitere Einsätze empfohlen haben bzw. empfehlen werden. Aber ich hoffe auch, dass zum Saisonstart im Nachwuchsbereich noch einige neue Gesichter auftauchen werden, die man zukünftig auf dem Zettel haben muss.“

Das Ziel für die Saison ist ganz klar, wieder den Anschluss an die Italiener und Briten herzustellen!

Michael Herr zum Saisonziel

Was sind die Ziele in Kairo, was die Ziele für die Saison?
Michael Herr: „Das erste Ziel muss sein, dass alle in Kairo ankommen und dann dort auch starten können bzw. gesund wieder nach Hause kommen. Ansonsten soll erst einmal der Spaß im Mittelpunkt stehen. Nach der Durststrecke der letzten zwei Jahre ohne sportliche Perspektive sollen alle den Ausflug genießen und die Eindrücke dieser doch sehr großen Veranstaltung als Lohn fürs Dranbleiben in dieser schweren Phase bzw. als Motivation für das zukünftige Training mitnehmen.
Sportlich lassen wir uns überraschen. Wie gesagt, der Wettkampf ist antizyklisch und passt so gar nicht in den Saisonaufbau. Deswegen schauen wir mal, was die Konkurrenz so macht. Ich persönlich möchte Erkenntnisse mitnehmen, wo wir stehen und worauf wir in den nächsten Monaten die Schwerpunkte legen müssen. Das sportliche Ziel für jeden Einzelnen wird sein, zu versuchen, die individuellen Trainingsschwerpunkte umzusetzen. Auch kann man so eine Veranstaltung mal dazu nutzen, um etwas zu experimentieren. Aber das sehen wir, wenn wir dort sind.
Das Ziel für die Saison ist ganz klar, wieder den Anschluss an die Italiener und Briten herzustellen. Insbesondere die im letzten Jahr gezeigten schwankenden Leistungen am Schießstand müssen wieder besser werden. Läuferisch ist es individuell unterschiedlich. Die älteren Sportler müssen ihr Niveau der Vergangenheit wieder abrufen und die Jüngeren sich weiterentwickeln, dann sind wir im Laufen vorne mit dabei. Aber das fehlerfreie Schießen ist die Grundlage für die Podestplatzierungen, und hier muss das konstante gute Arbeiten am Schießstand für die gesamte Mannschaft der Hauptschwerpunkt sein. Wenn wir dort wieder Stabilität reinbekommen, dann sind Podestplätze in allen Rennen möglich.“

Das DSB-Team für Kairo
Athleten: Kerstin Schmidt (Oberpfalz), Anja Fischer (Württemberg), Max Hubl, Christoph Larasser (Bayern), Luca Göhmann (Niedersachsen), Leonie Huth (Rheinland)
Betreuer: Sylvia Torba

25.02.2022 - 09:41

Die Absage begründet sich vor allem in zwei Aspekten, wie es in der Mitteilung weiter heißt:

1. Die Anmeldezahlen liegen leider auf einem sehr niedrigen Niveau. Die gemeldeten Starts reichen nicht aus, um die ISCH unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten stattfinden zu lassen. Bei einer Durchführung mit wenigen Teilnehmern würde sich ein erheblicher finanzieller Verlust für uns als Veranstalter ergeben, der nicht in absehbarer Zeit refinanziert werden könnte.

2. Die Planungsunsicherheiten in Corona-Zeiten sind vor allem bei den Hotels weiterhin deutlich zu spüren. Unsere in den Hotels reservierten Übernachtungskontingente sind mit langen Stornofristen und hohen Stornokosten versehen, sodass es uns leider nicht möglich ist, den Anmeldezeitraum zu verlängern.

Die ISCH 2022 findet nicht statt, die ISCH 2023 ist aber bereits in Planung und soll vom 28. April bis 8. Mai 2023 in Hannover ausgetragen werden.

24.02.2022 - 09:12

Neben den (Weltcup und international) erfahrenen Athleten Jolyn Beer, Maximilian Dallinger und Dennis Welsch sind es im Gewehrbereich Colin Fix, Denise Palberg und Hannah Steffen, die erstmals auf internationaler Bühne in Form des Weltcups ihre Spuren hinterlassen werden. Steffen, wie auch Lisa Müller, rückten für die erkrankten Anna Janßen und Isabella Straub nach.

Ich will einfach mein Bestes geben!

Colin Fix zu seinen Erwartungen zum anstehenden Weltcup in Kairo.

„Aufgeregt bin ich nicht, eher drauf gespannt!“ meint Colin Fix, als wir ihn zu seiner Gefühlswelt vor dem Weltcup fragen. Fix möchte sich auf den Wettkampf fokussieren, freut sich gleichzeitig auch auf die Stadt Kairo und möchte die Kultur kennenlernen. Währenddessen hält Fix sich mit Platzierungserwartungen bei seinem Debüt bodenständig sympathisch zurück und „will einfach mein Bestes geben!“

Erstmal war die EM-Qualifikation dran.

Robin Walter zeigt sich vor dem Weltcup fokussiert auf seine anstehenden Aufgaben.

Für den Debütanten Robin Walter im Pistolenbereich geht es Schlag auf Schlag. „Momentan denke ich tatsächlich noch gar nicht an den Weltcup in Kairo. Erst einmal war die EM-Qualifikation dran.“ (Die hat er gewonnen, Anm. d. Red.). Walter möchte von Wettkampf zu Wettkampf denken und immer wieder seinen vollen Fokus auf das nächste Event setzen.

Vorfreude und Neugier. Ich werde viele neue Erfahrungen sammeln, darauf freue ich mich sehr.

Denise Palberg zu ihrer Gefühlswelt vor dem WC Kairo.

Bei den Frauen ist es Luftgewehrschützin Denise Palberg, die in Kairo erstmals auf einem Weltcup schießen wird. Sie zeigt sich wenige Tage vor Wettkampfbeginn unaufgeregt. Bei ihr überwiegen „Vorfreude und Neugier. Ich freue mich sehr auf die vielen neuen Erfahrungen, die ich sammeln werde!“

Ich möchte gerne in den Wettkämpfen das umsetzen, was ich im Training erarbeitet habe.

Denise Palberg

Alle drei Neulinge zeigen sich vor dem ersten Weltcup absolut fokussiert und zielstrebig. Palberg „möchte gerne das im Training Erarbeitete in den Wettkämpfen umsetzen“ und holt sich ihre Unterstützung und Sicherheit in der Kommunikation mit ihrer Trainerin.

Das DSB-Team in Kairo

Gewehr: Jolyn Beer, Denise Palberg, Lisa Müller, Hannah Steffen, Maximilian Dallinger, Colin Fix, Dennis Welsch (alle Luftgewehr und Kleinkaliber)

Pistole: Andrea Heckner, Carina Wimmer, Philipp Grimm, Michael Schwald, Robin Walter (alle Luftpistole), Sandra Reitz (Luftpistole und Sportpistole), Monika Karsch, Doreen Vennekamp (beide Sportpistole), Oliver Geis, Florian Peter, Christian Reitz (alle drei Schnellfeuerpistole)

23.02.2022 - 14:53

Und die erste rein elektronische Ausgabe hat viel zu bieten. Sie ist mit 66 Seiten entschieden umfangreicher als ihre Printvorgänger, sie verfügt über eine neue, frischere Aufmachung. Und über entschieden mehr Inhalte. Denn die Artikel und Bilder werden ergänzt durch zahlreiche Links, die sich mit nur einem Klick öffnen.

Zum Haupttext über das Bogenfinale etwa, illustriert mit zahlreichen eindrucksvollen Aufnahmen, gibt es noch ein Hintergrundvideo und ein Interview mit Felix Wieser, ebenfalls als Video und über YouTube zu schauen. Henning Lüpkemann hat dem Text, den Freddy Siebert gemeinsam mit ihm über das Tuning von Bögen schrieb, noch zwei ausführliche Videos hinzugefügt, die den Text besser verstehen lassen und gleichzeitig bei der Umsetzung am eigenen Sportgerät sehr hilfreich sind. Sandra Sachse, die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin, berichtet über die Bedeutung der einzelnen Phasen im Trainings-Jahreszyklus.

Tipps gibt es auch weiterhin von Sportarzt Martin Bauer und Sportpsychologin Dr. Grit Reimann, wie schon im Print. Geblieben sind auch die Rubriken Freizeit mit einer Geschichte zur wachsenden Bedeutung des Bogenschießens im Film und Urlaub zum Parcours im Taunus des SV Usingen. Neu ist der „Blick über die Scheibe“, der sich diesmal nach Korea richtet. Viele interessante Informationen – und weitere Verlinkungen – sind in „Buntes“ zu finden, etwa zu Geschwindigkeiten im Sport, und in „Die letzte Passe“ stellt sich Nationalschütze Maximilian Weckmüller den Fragen der Redaktion.

Neugierig geworden? Ein Klick auf diesen Link genügt, und nach dem kurzen Anmeldeprocedere beginnt das Lesevergnügen, gespickt mit zahlreichen zusätzlichen optischen Eindrücken. Oder einfach die App "Faszination Bogen" im Apple oder Google Store herunterladen. Viel Spaß!

23.02.2022 - 09:28

Der Bundesausschuss stimmte allen Nominierungsvorschlägen der Bundestrainer zu. Zuletzt hatten sich die Luftpistolen-Athleten bei der EM-Qualifikation in Regensburg gemessen, Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause kommentierte: „Das Ergebnis bei den Männern ist sicher eine kleine Überraschung, da sich mit Robin Walter, David Probst und Paul Fröhlich die Youngster mit konstanten Leistungen durchgesetzt haben. Auf die Zukunft gesehen ist das schon eine Kampfansage. Aber wie sagt man so schön: „Konkurrenz belebt das Geschäft“! Bei den Damen haben sich mit Sandra Reitz und Teresa Walther zwei erfahrene Luftpistolen-Schützinnen die Plätze eins und zwei gesichert. Doreen Vennekamp, deren größere Stärken noch bei der Sportpistole liegen, hat bei der Qualifikation stabile Leistungen gezeigt und konnte sich somit das dritte Ticket sichern. Das EM-Team setzt sich aus „alten Hasen“ und jungen Sportlern zusammen. Das ist eine tolle Mischung, und wir werden diese Synergien nutzen, um in Norwegen eine erfolgreiche EM zu bestreiten."

Gemeinsam, aber getrennt am Start: Die Janßen-Schwestern

Bereits zuvor hatte der Luftgewehr-Nachwuchs seine Qualifikation in Wiesbaden absolviert und die sechs Teilnehmer ermittelt. Am Ende setzten sich Simon Bauer, Nils Palberg, Tom Barbe, Franka Janßen, Michelle Blos und Franziska Driessen durch. Interessant: Somit starten die Janßen-Schwestern gemeinsam, aber getrennt bei der EM. Anna Janßen bei den Erwachsenen, Franka Janßen bei den Juniorinnen.

Die Juniorinnen lieferten zum Teil ganz starke Ergebnisse, so gelang den drei Erstplatzierten - alle aus dem Rheinischen Schützenbund - jeweils eine Serie von über 629 Ringen. „Unsere Mädchen haben besonders in der Spitze der Rangfolge sehr ansprechende Ergebnisse erzielt und sind im Luftgewehr den Jungen momentan einfach weit voraus. Alle Teilnehmerinnen zeigten an diesem Wochenende eine höhere durchschnittliche Leistung als jeder männliche Sportler“, fasste Nachwuchs-Bundestrainerin Claudia Kulla das Geschehen in zwei Sätzen zusammen.

Das DSB-Team für die EM in Hamar

Luftgewehr: Anna Janßen, Lisa Müller, Antonia Back, David Koenders, Dennis Welsch, Bastian Blos
Franka Janßen, Michelle Blos, Franziska Driessen, Simon Bauer, Nils Palberg, Tom Barbe

Luftpistole: Sandra Reitz, Teresa Walther, Doreen Vennekamp, Robin Walter, David Probst, Paul Fröhlich
Vanessa Seeger, Jette Lippert, Celina Becker, Henri Rosmanitz, Andreas Köppl, Eduard Baumeister

22.02.2022 - 14:09

Angeführt wird das DSB-Team aus fünf Landesverbänden von der mehrfachen Weltmeisterin Kerstin Schmidt (Oberpfalz). Zudem sind Max Hubl, Christoph Larasser (Bayern), Anja Fischer (Württemberg), Luca Göhmann (Niedersachsen) und Leonie Huth (Rheinland) dabei.

Qualifiziert hatten sich die Sportler bei einem Qualifikations-Wettkampf in Steinwenden, „einer sehr schöne Anlage mit anspruchsvoller Laufstrecke“, urteilt Herr. Zwar stimmten die äußeren Bedingungen mit 3°C und Regen nicht unbedingt, „aber die Bedingungen waren für alle gleich“, so Herr. Die vier Klassen (Frauen, Männer, Juniorinnen und Junioren) mussten jeweils drei Einzelwettkämpfe absolvieren, am Ende wurden die Ergebnisse addiert und die Besten entsprechend nominiert.

In Kairo soll erst einmal der Spaß im Vordergrund stehen!

Michael Herr zu einem der wichtigsten Ziele in Kairo

Zwar gab es einige berufs- bzw. studienbedingte Absagen (z.B. Jana Landwehr, Madleen Guggenmos oder Sven Müller), dennoch sagt Herr ganz klar: „Alle sechs Nominierten haben ihre Nominierung durch sportliche Leistungen bei der Qualifikation gerechtfertigt. Es ist kein „Nachrücker“ dabei, der nur aufgrund der Absagen anderer profitiert. Sie alle haben nachgewiesen, dass sie absolut konkurrenzfähig sind.“

Die Ziele in Kairo sind für Herr zunächst einmal ganz profane: „Das erste Ziel muss sein, dass alle in Kairo ankommen und dann dort auch starten können bzw. gesund wieder nach Hause kommen. Ansonsten soll erstmal der Spaß im Mittelpunkt stehen. Nach der Durststrecke der letzten zwei Jahre ohne sportliche Perspektive sollen alle den Ausflug genießen und die Eindrücke dieser doch sehr großen Veranstaltung als Lohn fürs Dranbleiben in dieser schweren Phase bzw. als Motivation für zukünftige Training mitnehmen.“

22.02.2022 - 08:35

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels konnte über 40 Personen von fast 20 Verbänden an dem „runden Tisch“ begrüßen und sagte bereits in seiner Begrüßung, „dass es sich um ein Thema handelt, das uns umtreibt und aus unserer Sicht dringenden Handlungsbedarf fordert.“ Deswegen appellierte er an alle Teilnehmer, sich geschlossen und koordiniert zu positionieren, „um bestmöglich die Interessen all‘ unserer Mitglieder zu vertreten.“ Dieses Vorgehen habe sich bei den Themen Waffenrecht und Schießstandsachverständige bereits bewährt, so der DSB-Präsident.

Walter Wolpert, DSB-Vizepräsident Recht, skizzierte in der Folge die aktuell auf internationaler und nationaler Ebene laufenden Verfahren zur Beschränkung der Verwendung bleihaltiger Munition, die alle unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Wolpert ging zum Ende seines Vortrags auch auf die bisherigen Aktivitäten des DSB ein: „Der DSB hat, wie andere Verbände auch, in zahlreichen Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen und mit verschiedenen Maßnahmen (u.a. Installation einer verbandsinternen „AG Blei“) bereits die Initiative ergriffen, nun gilt es, diese Kräfte zu bündeln.“ Und so vereinbarten die Teilnehmer sich über zukünftige gemeinsame Initiativen weiter eng auszutauschen und den Schulterschluss zu suchen.

Die weitere Nutzung bleihaltiger Munition spielt für uns eine zukunftsweisende Rolle!

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels bedankte sich abschließend bei allen Teilnehmern für die rege Diskussion und konstruktive Gesprächsatmosphäre. Für den DSB fasst er zusammen: „Die weitere Nutzung bleihaltiger Munition spielt für uns eine zukunftsweisende Rolle. Solange es keinen adäquaten Ersatzstoff für Blei auf unseren Schießständen gibt, werden wir uns weiter mit aller Vehemenz für die Interessen unserer Mitglieder einsetzen, damit diese auch weiterhin ihrer Leidenschaft, dem Schießsport, nachgehen können.“

Seiten