02.10.2019 - 10:00

René, du hast im letzten Jahr mit dem letzten Schuss den Deutschen Meistertitel klar gemacht. Was ging dir davor durch den Kopf?

Potteck: „Eigentlich nichts. Ich wusste nicht, was mein Gegner vorgelegt hatte und hatte versucht, mich nur auf mich zu konzentrieren.“

Als du realisiert hast, dass ihr Deutscher Meister seid, wie fühlte sich das an? Und ist das ein Gefühl nachdem man vielleicht auch ein bisschen süchtig werden kann?

Potteck: „Es fühlt sich spitze an, besonders nachdem ich dachte, dass mein letzter Schuss die Niederlage bedeutete. Und natürlich, wenn man einmal ein Finale miterlebt hat, will man immer wieder dabei sein und auch gewinnen.“

Ihr habt im letzten Jahr auch mit einem Mentalcoach zusammengearbeitet. Wie muss man sich diese Arbeit vorstellen und wie habt ihr davon profitiert?

Potteck: „Wie genau die Arbeit aussieht, möchte ich nicht verraten, denn das ist schließlich eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Nur so viel: Wolfgang Mader ist das Positive in Person überhaupt. Das hat uns angesteckt und zusätzlich angespornt.“

Deine Teamkollegin Julia Hochmuth hat dich als perfekte „hintere Abwehr“ beschrieben. Wenn du auf die letzten Jahre in der Liga blickst, wie hast du dich entwickelt und wie hat sich die Liga entwickelt? 

Potteck: „In den letzten Jahren gab es einige Auf und Abs. Gerade die Trainingssituationen stellten sich als schwierig heraus, mittlerweile habe ich aber meinen Platz gefunden. Ich bin stolz darauf ein Teil des „Dream Teams“ Ludwigsburg zu sein und versuche hinten mein Bestes zu geben und vorne zu entlasten. Die Liga im Süden hat eine große Leistungsdichte, fast jedes Team hat die Chance unter die besten Vier zu kommen. Nur diesmal sind wir die Gejagten.“

In deinem Beruf als Koch hast du immer mit den Besten zusammengearbeitet – unter anderem mit Top-Köchen wie Sternekoch Alfons Schuhbeck. Auch in der Bundesliga befindest du dich immer unter den besten Schützen Deutschlands. Was treibt dich, immer unter den Besten sein zu wollen?

Potteck: „Ich bin damit aufgewachsen meinen Vater Jens sowie meinen Onkel Uwe bei nationalen und internationalen Spitzenergebnissen im Schießsport zu beobachten. Das hat mich sicherlich auch dazu gebracht im Leben ehrgeizig zu sein.“ 

Dir liegt vor allem gesunde Ernährung am Herzen. Wie sieht für dich die perfekte Ernährung vor einem Bundesligawettkampf aus?

Potteck: „Jeder Körper ist anders, daher sollte jeder für sich selbst wissen wie die perfekte Wettkampfernährung aussieht. Ich z.B. frühstücke an den Wettkampftagen ausgiebig (meist einfach Müsli mit Joghurt und Obst) und esse maximal noch eine Banane vorm Wettkampf.“

Und zu guter Letzt: Wie lautet deine Kampfansage oder euer gemeinsames Projekt für diese Saison?

Potteck: „Ganz klar: Titelverteidigung!“

01.10.2019 - 10:36

An zwei Tagen kämpften die Sportler auf anspruchsvollen Programme bei wechselten Lichtverhältnissen um sechs Einzel- und einen Mannschaftstitel. Bei den Herren I  gewann mit dem höchsten Ergebnis des Wochenendes von 115 Scheiben Oliver Schulz vom SC Diana Berlin und löste damit Luca Faulstich vom KKSV Rüddingshausen ab, der mit 108 Scheiben Zweiter wurde. Platz drei ging durch Maximilian Klapheck an den WTC Oldenburger Münsterland. Bei den Damen verteidigte hingegen Yvonne Missoum vom KKSV Rüddingshausen ihren Titel aus dem Vorjahr, wobei sie eine Schwäche in der letzten Runde, der in Führung liegenden Cristina Grill vom BSV Mittenwald, nutzte und einen Zwei-Scheiben-Rückstand noch in einen Sieg drehen konnte. Bronze ging an Michaela Nitschke von der SGI Sindelfingen. Spannung auch bei den Herren II. Titelverteidiger Michael Marticke (KKSV Rüddingshausen) lag nach dem ersten Tag schon fünf Scheiben hinter den Führenden. An Tag zwei ließ er nur drei der 50 Scheiben fliegen und gewann am Ende mit 101 Scheiben. Um Silber musste ein Stechen entscheiden. Stephan Kormann vom WTC Oldenburger Münsterland gewann mit 1:0 gegen Nikolaus Lotterschmidt (BSV Mittenwald). Beide hatten zuvor 99 Scheiben getroffen. Deutlicher dagegen die Entscheidung bei den Herren III. Reiner Faulstich vom KKSV Rüddingshausen verteidigte ebenfalls seinen Titel mit 111 Scheiben und schaffte damit das zweitbeste Ergebnis. Zweiter wurde Peter Vaßen (Karlsschützen Aachen), der 106 Mal traf. Jürgen Hubbermann gewann das Stechen um Bronze gegen seinen Vereinskollegen Christoph Klapheck vom WTC Oldenburger Münsterland mit 4:3. Titelverteidigung Nummer vier ging an Hansjörg Obenauer, der seit diesem Jahr für den SSV Viernheim startet. 109 Scheiben reichten zum Sieg, während es auch hier zu einem Stechen um die restlichen Medaillen kam. Walter Brinkmann vom BSV Mittenwald gewann mit 1:0 gegen Wilfried Wübbeler vom WTC Oldenburger Münsterland. Jan-Bernd Hubbermann (WTC Oldenburger Münsterland) sicherte sich den Titel bei den Junioren mit 102 Scheiben vor Leonard Müller vom SV Gönnern und Thomas Hoppe vom SV Arnstedt.

Insgesamt wurden von den teilnehmenden Vereinen 13 Teams ins Rennen geschickt. Den Titel gewann der KKSV Rüddingshausen mit 320 Scheiben. Reiner Faulstich, Luca Faulstich und Michael Eck standen in der Mannschaft. Platz zwei ging mit 311 Scheiben durch Jürgen Hubbermann, Jan-Bernd Hubbermann und Wilfried Wübbeler an den WTC Oldenburger Münsterland, ebenso wie Bronze mit 305 Scheiben durch Christoph Klapheck, Maximilian Klapheck und Stephan Kormann. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, die im nächsten Jahr in Wiesbaden ihre Neuauflage finden wird.

30.09.2019 - 14:00

Schließlich war auch hier Teamwork gefragt, wenn man ganz oben stehen wollte, wie der neue Deutsche Meister in der Kombination, Stefan Reichhuber (ASG Frundsberger Fähndl e.V.), erzählte: „Ein großer Dank geht an meinen Nachschauer, der direkt hinter mir steht und sagt, ob Wind kommt, auf was man achten soll und wo der Treffer am Plattl sitzt, beziehungsweise nachsieht, wohin die Bolzen fliegen.“ Denn in 29 Metern Höhe kann der Wind schon einmal kräftig wehen. So hoch hängt der Stern mit seinen Plattl nämlich. Mit Hilfe seines Nachschauers konnte sich Reichhuber auf seine Technik konzentrieren und die durchwachsene Leistung in der Scheibenwertung (Platz 11) auf dem Oktoberfest mit Platz drei in der Sternwertung wegmachen. Das Resultat: Der beste Kombinierer. „Für mich ist dieser Titel etwas Besonderes, gerade weil es am Stern so viele gute Schützen sind und ich hier meistens nicht mehr so viele Punkte gutmachen kann“, so Reichhuber, für den es der erste Einzel-Meistertitel in der Kombination ist. Manfred Gruber (ASG Frundsberger Fähndl e.V. gewann die Kombinations-Wertung der Herren III, Karl Heinz Weiler (ASG Winzerer Fähndl e.V. München) bei den Herren IV.

Die beste Leistung am Stern zeigte Stefan Schauer (Gastgebers ASG Winzerer Fähndl e.V. München), der insgesamt 14 der 18 8,5 x 8,5 Zentimeter großen Holzscheiben vom Lochhausener Himmel holte. Mit der gleichen Anzahl an getroffenen Plattl, gewann auch hier Manfred Gruber (Herren III), der damit seinen zweiten Meistertitel einfuhr, sowie Jürgen Wedl (ASG Zirndorf / Herren IV).

Als treffsicherste Dame bewies sich wieder einmal Sandra Reimann (SG Lustige Brüder Zaitskofen), die mit 120 Ringen die Scheibenwertung im Armbrustschützen-Festzelt auf dem Oktoberfest gewann, ringgleich mit dem Vorjahressieger Markus Peschel, der sich mit dem Silberrang begnügen musste. Die Armbrust-Weltmeister Gebhard Fürst (SGI Stuttgart) und Erich Huber (ASC Freudenstadt) siegten mit 117 bzw. 115 Ringen in der Klasse der Herren III und IV, Simon Eiglsperger glänzte mit 119 Ringen bei den Junioren und holte sich Gold vor seiner ringgleichen Teamkollegin Lea Humbold (beide ZSG Bavaria Unsernherrn e.V.). Mit insgesamt fünf Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen ist die ASG Frundsberger Fähndl der erfolgreichste Verein der diesjährigen Deutschen Meisterschaft. Von insgesamt 39 Medaillen, gingen 32 nach Bayern.

Beim 14. Deutschland-Cup der Junioren in Lochhausen siegte erneut Simon Eiglsperger mit 568 Ringen und damit mit 25 Ringen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten mit der 30m-Armbrust. Dominik Brandenburg (ASG Fähnlein Rechberg Mindelheim) gewann sowohl die Stern- als auch die Kombinationswertung.

30.09.2019 - 14:00

Schließlich war auch hier Teamwork gefragt, wenn man ganz oben stehen wollte, wie der neue Deutsche Meister in der Kombination, Stefan Reichhuber (ASG Frundsberger Fähndl e.V.), erzählte: „Ein großer Dank geht an meinen Nachschauer, der direkt hinter mir steht und sagt, ob Wind kommt, auf was man achten soll und wo der Treffer am Plattl sitzt, beziehungsweise nachsieht, wohin die Bolzen fliegen.“ Denn in 29 Metern Höhe kann der Wind schon einmal kräftig wehen. So hoch hängt der Stern mit seinen Plattl nämlich. Mit Hilfe seines Nachschauers konnte sich Reichhuber auf seine Technik konzentrieren und die durchwachsene Leistung in der Scheibenwertung (Platz 11) auf dem Oktoberfest mit Platz drei in der Sternwertung wegmachen. Das Resultat: Der beste Kombinierer. „Für mich ist dieser Titel etwas Besonderes, gerade weil es am Stern so viele gute Schützen sind und ich hier meistens nicht mehr so viele Punkte gutmachen kann“, so Reichhuber, für den es der erste Einzel-Meistertitel in der Kombination ist. Manfred Gruber (ASG Frundsberger Fähndl e.V. gewann die Kombinations-Wertung der Herren III, Karl Heinz Weiler (ASG Winzerer Fähndl e.V. München) bei den Herren IV.

Die beste Leistung am Stern zeigte Stefan Schauer (Gastgebers ASG Winzerer Fähndl e.V. München), der insgesamt 14 der 18 8,5 x 8,5 Zentimeter großen Holzscheiben vom Lochhausener Himmel holte. Mit der gleichen Anzahl an getroffenen Plattl, gewann auch hier Manfred Gruber (Herren III), der damit seinen zweiten Meistertitel einfuhr, sowie Jürgen Wedl (ASG Zirndorf / Herren IV).

Als treffsicherste Dame bewies sich wieder einmal Sandra Reimann (SG Lustige Brüder Zaitskofen), die mit 120 Ringen die Scheibenwertung im Armbrustschützen-Festzelt auf dem Oktoberfest gewann, ringgleich mit dem Vorjahressieger Markus Peschel, der sich mit dem Silberrang begnügen musste. Die Armbrust-Weltmeister Gebhard Fürst (SGI Stuttgart) und Erich Huber (ASC Freudenstadt) siegten mit 117 bzw. 115 Ringen in der Klasse der Herren III und IV, Simon Eiglsperger glänzte mit 119 Ringen bei den Junioren und holte sich Gold vor seiner ringgleichen Teamkollegin Lea Humbold (beide ZSG Bavaria Unsernherrn e.V.). Mit insgesamt fünf Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen ist die ASG Frundsberger Fähndl der erfolgreichste Verein der diesjährigen Deutschen Meisterschaft. Von insgesamt 39 Medaillen, gingen 32 nach Bayern.

Beim 14. Deutschland-Cup der Junioren in Lochhausen siegte erneut Simon Eiglsperger mit 568 Ringen und damit mit 25 Ringen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten mit der 30m-Armbrust. Dominik Brandenburg (ASG Fähnlein Rechberg Mindelheim) gewann sowohl die Stern- als auch die Kombinationswertung.

30.09.2019 - 11:30

100 Meter Entfernung, 50 Millimeter beträgt der Durchmesser der Zehn, geschossen wird im Liegend- sowie im Stehendanschlag – so viel zu den groben Eckdaten. Die beste Vorstellung auf der Deutschen Meisterschaft lieferte in seiner Paradedisziplin mit offenem Visier, Karl Georg, der vor allem im Endkampf mit dem besten Ergebnis von 81 Ringen auftrumpfte und damit den Sieg vor Frank Schwarz (SGi Bartenbach) nach Hause fuhr. In seinen 15 Jahren, die er bereits mit dem Ordonnanzgewehr aktiv ist, war Georg schon oft im Finale, startete als einer der Vorkampfbesten und musste am Ende dem Erwartungsdruck Tribut zollen, doch dieses Mal konnte er aus der Verfolgerposition heraus agieren – mit Erfolg. „Ich habe heute keine groben Schnitzer gehabt“, so Georg, für den vor allem der erste Finalschuss immer zur Herausforderung wird, aber „heute ist alles im Schwarzen geblieben“. Mit einem Gewehr zu schießen, das aus einer Zeit vor seiner Geburt stammt und ein Teil einer Erinnerung an eine verstorbene Person ist, sei für ihn der ganz besondere Reiz dieser Disziplin. „Ich halte dieses Sportgerät in Ehren, das bringt mir immer wieder Glück“, so der Bayern, für den es bereits der zweite Titelgewinn ist, „für mich ist das eine super Sache, das Ordonnanzgewehr ist meine Leidenschaft.“ Deutscher Mannschaftsmeister wurde der SV Petersberg Bechtolsheim mit den Schützen Koritnik, Günther und Vomland.

Karsten Dietz, der mit offenem Visier noch auf dem undankbaren vierten Rang landete, schöpfte hingegen Hoffnung mit dem geschlossenen Visier. Während Stefan Schiemann (SV Niederschilden) nach dem Vorkampf deutlich mit 369 Ringen in Führung lag, sich aber mit dem letzten Finalschuss – einer Vier – ins Aus katapultierte, setzte sich Dietz mit einer Zehn zum Abschluss im Finale der besten Sechs an die Spitzenposition. Ein tolles Ergebnis von 90 Ringen besiegelte seinen ersten nationalen Meistertitel. „Jetzt ist das Gleichgewicht wieder hergestellt“, kommentierte Dietz sein eigenes Abschneiden lachend und lobte zugleich die Bedingungen vor Ort: „Die Anlage war fantastisch!“ Silber ging an Matthias Mayer (SpSch St. Heinr. Bönning-Rill), die Teamwertung an die St. Seb. SBR Villip (Krahforst, Fischer, Frank).

27.09.2019 - 12:06

Für Unruh und Kahllund wie auch die anderen Recurve-Nationalkader hat bereits die Vorbereitung auf die olympische Saison begonnen. Dementsprechend müssen in Slowenien andere in die Bresche springen. Mit Daniela Klesmann (Recurve), Katharina Landrock und Teresa Wellner (Compound) sowie Boscher und Meyer (Blank) sind fünf Aktive dabei, die im vergangenen Jahr bei der WM in Cortina d’Ampezzo mitschossen. Letzteren sieht Lange auch in der Verantwortung, wenn es darum geht, das Team zu führen: „Natürlich bin ich in erster Linie dafür verantwortlich, aber natürlich kommt aus Athletensicht Michael Meyer dafür in Frage. Er war vor zwei Jahren in der Gold-Mannschaft an selber Stelle und auch im letzten Jahr bei der WM der entscheidende Mann.“

Lange ist optimistisch, dass sich sein nominiertes Team trotz der starken Konkurrenz aus Frankreich, Österreich, Italien, Schweden und Gastgeber Slowenien gut schlagen wird: „Ich bin überzeugt, dass wir mit den Mannschaften und in einigen Einzeldisziplinen durchaus die Runde der letzten Sechs erreichen können. Mit dem Compound sind wir stark aufgestellt, in der Blankbogendisziplin sollte das auch klappen. Daniela Klesmann ist mit dem Recurve stark wie nie und hat vor zwei Jahren an gleicher Stelle die Silbermedaille geholt.“

Dabei müssen sich die, die vor zwei Jahren an der EM teilnahmen, nicht umstellen: Geschossen wird nämlich erneut auf dem Golfplatz des Schlosses Mokrice. „Es ist sicher nicht der anspruchsvollste Parcours, aber es sind genug tückische Scheiben dabei, um die Spreu vom Weizen zu trennen“, so Lange.

Das deutsche Team in Mokrice

  • Recurve: Daniela Klesmann, Karsten Sprenger,
  • Compound: Yannick Schütz, Katharina Landrock, Teresa Wellner, Julia Böhnke, Henning Lüpkemann, Florian Stadler
  • Blank: Michael Meyer, Martina Boscher, Nora Kipferler

Betreuer: Peter Lange

27.09.2019 - 12:00

„Versöhnlicher geht’s nicht“, meine Beer nachdem sie freudestrahlend zwei Goldmedaillen in Empfang nahm. Zuletzt musste sich die Sportsoldatin mit mehreren vierten Plätzen im begnügen und wartete vergeblich auf die ersehnte Einzelmedaille. Am letzten Wettkampftag der Europameisterschaften zahlte sich das lange Warten dann endlich aus: Souverän siegte sie nicht nur mit fünf Ringen Vorsprung und einem Spitzenresultat von 1981 Ringen, sondern stellte auch noch den Weltrekord ihrer Teamkollegin Lisa Müller ein. „Ich bin natürlich froh, das hier heute gewonnen zu haben, nachdem ich zigmal knapp vorbei gezielt habe“, so Beer nach ihrem Triumph.

Lisa Müller startete ebenfalls gut in den Wettbewerb, hielt sich lange Zeit auf den Medaillenrängen auf, doch am Ende fehlten ihr die entscheidenden Ringe im Stehendanschlag. Platz sechs für Müller (1171 Ringe) und Platz sieben für Eva Rösken (1166 Ringe) bedeuteten dennoch – mit einem Ring Vorsprung vor der Schweiz – Team-Gold und mit 3518 Ringen die Verbesserung des eigenen Weltrekords. Besser hätte das Ende, laut Spitzenschützin Jolyn Beer, dann auch nicht laufen können: „Im Team ganz oben stehen zu können ist das Tüpfelchen auf dem I.“

Mit elf Mal Gold, zehn Mal Silber und acht Mal Bronze setzte sich das deutsche Team damit auch im Medaillenspiegel dieser Europameisterschaft von Bologna und Tolmezzo an die Spitzenposition vor Russland und Norwegen. 

26.09.2019 - 08:37

Es bot sich ein tolles Bild auf dem Premiumplatz der thüringischen Landeshauptstadt: Kinder und jugendliche Bogenschützen, dazu noch einige Bogensportler mit Behinderung bevölkerten den Erfurter Domplatz und frönten ihrer Leidenschaft: „Auf diesem Gelände einmal den Bogensport zu präsentieren, war für mich ein absolutes Highlight. Es ist einfach schön zu erleben, wenn man sieht wie sich aus dem „Baby“ Nachwuchsoffensive eine starke Persönlichkeit entwickelt hat“, zeigte sich Gräser begeistert. Ihre damalige Intention, „etwas mit Nachhaltigkeit zu schaffen, in den Schützenvereinen für eine deutliche Verjüngung zu sorgen, den Bogensport populärer zu machen, „hausieren“ zu gehen, eine breite Masse zu schaffen, um junge Talente zu sehen, zu fordern und zu fördern“, ist voll aufgegangen. Die jüngste Starterin war vier (!) Jahre alt und erhielt, wie auch der Verein mit der weitesten Anreise (330 Kilometer), einen Sonderpreis.

Um Preise und Leistung geht es beim Turnier der Jüngsten aber nicht vordergründig, wie Gräser betont: „Dieses Turnier verweist in erster Linie auf unentbehrliche Sporttugenden, wie auch das Grundlegendste: den Spaß am Bogensport.“ Und den hatten die Teilnehmer, Angehörige und Besucher. Dass dabei auch beachtliche Leistungen erzielt wurden und die nächste Generation von talentierten (überwiegend thüringischen) Bogensportlern heranwächst, ist ein positiver Nebeneffekt. Genauso, wie die Kinder einen völlig ungezwungenen Umgang mit den Para-Sportlern pflegten, diese mit an die Schießlinie nahmen und ihnen z.B. erklärten, dass die Pfeile erst berührt werden dürfen, wenn sie notiert wurden. Der Sport quasi als Schule fürs Leben.

Gräser wäre jedoch nicht Gräser, wenn sie nicht auch der Jugend aus Thüringen (das Turnier ist nur bis Schüler A offen) eine Möglichkeit der Teilnahme ermöglicht hätte: „Ich habe zwei Scheiben auf 40 Meter aufgestellt, um ihnen einen Start zu ermöglichen. Als Dankeschön übernahmen sie im Nachmittagsbereich die Scheibenbetreuung mit.“ Und die Rückmeldung der Jugendlichen Bogensportler vom Sportgymnasium in Suhl sprechen auch für dieses Turnier. So äußerte sich Jeannine Matsch: „Schießen auf dem Erfurter Domplatz?! Allein diese Aussicht war der Grund, mich hier zeitnah anzumelden. Eer Wettkampf war top organisiert und als Helfer nachmittags die Treffer aufzunehmen, hat sehr großen Spaß gemacht. Gerade, weil sich die Jüngsten über jede 10 so sehr gefreut haben, dass einem das Herz aufging.“

Kinder spenden für Kinder

Und dann gibt es ja noch einen Aspekt, der dieses Turnier zu einem ganz besonderen macht: Seit acht Jahren rufen die Turnierverantwortlichen für Spenden unter dem Motto „Kids for Kids“ auf, deren Erlöse an ein soziales Projekt in Thüringen geht. In diesem Jahr wurden die Kindertagesstätte des CJD und die Elterninitiative für Krebs- und Leukämieerkrankter Kinder mit sensationellen 1.800 Euro unterstützt. „Sinn ist es, dass unsere Kinder etwas für Kinder geben, denen es nicht so gut geht. So werden soziale Kompetenzen entwickelt und gestärkt, und es ist toll zu sehen, wie die Umsetzung aussieht“, zeigt sich Gräser begeistert.

Fazit: Das „Turnier der Jüngsten“ ist nicht mehr aus dem thüringischen Sportkalender wegzudenken. Mit seinen sportlichen und sozialen Inhalten ist es ein Vorbild für andere Events und zeigt, was mit Engagement, Begeisterung und Ideenreichtum möglich ist. Oder wie Gräser – in ihrer ganz eigenen Art – sagt: „Ich bedanke mich für die Unterstützung Aller und möchte abschließend sagen: Ich liebe und lebe den Bogensport mit seinen gesamten Facetten!"

26.09.2019 - 08:24

Dabei ist die Ordonnanz-DM eine reine Männer-Domäne, denn eine Frau ist unter den 192 Teilnehmern in Hannover nicht dabei. Viele der Starter gehen in beiden Disziplinen an den Start, einmal für Waffen mit geschlossener (mit Diopter) und einmal für Waffen mit offener (mit Kimme und Korn) Visierung. Beim Ordonnanzgewehr wird jeweils die Hälfte der Wettkampfschüsse liegend freihändig und stehend freihändig auf eine Entfernung von 100m abgegeben.

Zweite Deutsche Meisterschaft FITASC-Universaltrap

Im vergangenen Jahr zeigten sich die Verantwortlichen noch leicht enttäuscht, als bei der ersten DM Universaltrap nach FITASC nur 37 Starter den Weg nach Wiesbaden gefunden hatten. Im gleichen Jahr nahmen an der EM in Spanien ohne deutsche Beteiligung über 300 Schützen teil. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass in diesem Jahr über 60 Meldungen für die zweite Auflage beim DSB eingegangen sind. Alle sechs ausgeschriebenen Einzelklassen sowie eine gemeinsame Teamwertung können somit durchgeführt werden. Der KKSV Rüddinghausen, der im ersten Jahr fünf der sechs Titel gewann, sieht sich gewachsener Konkurrenz aus Nordwest, Berlin, Rheinland, Bayern und Hessen  gegenüber. Die Titelkämpfe versprechen also spannend zu werden.

25.09.2019 - 10:52

Geschossen wird auf der Schießanlage der ASG Winzerer Fähndl auf eine sechskreisige Scheibe auf 30-Metern Entfernung. Eine Herausforderung, wenn nebenan die Blaskapelle das nächste „Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmt. Einer, der diese Herausforderung bereits im letzten Jahr bravourös gemeistert hat, ist der amtierende Meister in der Armbrust nat. trad sowie mit der 10m-Armbrust, Markus Peschel: „Die Titelverteidigung wäre natürlich ein Traum.“ Aber in erster Linie wünsche er sich einen Podestplatz. Der entscheidende Unterschied zum „normalen“ Armbrustschießen ist die traditionell sechskreisige Scheibe, bei der die Sechs deutlich großer ist, als die Zehn. „Die Scheibe ist dadurch ein gutes Stück kleiner und das Zentrieren deutlich schwieriger“, erklärt Peschel, „für mich macht es das in erster Linie nicht schwerer oder leichter, sondern einfach anders.“ Auch wenn die Rahmenbedingungen auf der Wiesn andere sind, wie beispielsweise auf der Olympiaschießanlage in Hochbrück, muss der Fokus stimmen. „Es ist schon eine besondere Herausforderung zu schießen, wenn nebenan im Festzelt alles auf den Bänken steht und man alles mithören kann“, so Peschel, der trotzdem die familiäre und entspannte Atmosphäre schätzt, „aber genau das ist das Besondere bei dieser Deutschen Meisterschaft“.

Doch mit dem Wettkampf auf der Theresienwiese haben die Armbrustschützen noch nicht genug, denn weiter geht es mit dem traditionellen Sternschießen auf der Schießanlage in Lochhausen. In 29 Metern Höhe gilt es, den Stern mit den 18 8,5 x 8,5 Zentimeter großen Holzscheiben (Plattl) zu treffen. Dabei steht der Schießtisch ganze vier Meter vom Adlerbaum entfernt, wodurch sich (wie beim Scheibenschießen) eine Flugdistanz des Bolzens von ebenfalls 30 Metern ergibt. Und so wird sich zeigen, wer am Wochenende Tradition und Sport am besten miteinander vereinen kann – bevor es zur Belohnung sicher die ein oder andere Maß Bier geben wird.

DM Armbrust 10m/30m
Am Wochenende (28.-30. September) folgen dann noch die nationalen Armbrustentscheidungen über 10m und 30m. Dann sind auch die WM-Medaillengewinner von Ulyanovsk/RUS am Start, z.B. 10m-Weltmeister Gebhard Fürst, und kämpfen um die DM-Titel.

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