15.10.2022 - 19:35

Christian Reitz, wer sonst, war der größte Hoffnungsträger und auch der mit Abstand beste Deutsche mit der Luftpistole. Er verfolgte lange und mit großem Kampfgeist als Einziger mit reeller Aussicht das Ziel „Finaleinzug“ und scheiterte nach 581 Ringen als Elfter denkbar knapp. Nach anfänglichem klaren Rückstand steigerte er sich ab der Mitte des Wettkampfes, stand auch zwischenzeitlich unter den besten Acht, doch immer wieder verbaute ihm der eine oder andere Treffer in die Neun ein weiteres Vordringen. Gegen Ende wurde es nahezu dramatisch, erst im drittletzten Schuss und seiner letzten Neun hatte der Schnellfeuer-Olympiasieger von 2016 das erklärte Ziel verfehlt. „Es war kein schlechter Wettkampf, aber für mich auch kein guter. Dass dieses Ergebnis bei einer WM nicht reicht, ist nicht so verwunderlich“, meinte er.

Europameister Robin Walter hatte wegen einer Coronaerkrankung passen müssen, für ihn rutschte kurzfristig Paul Fröhlich ins Feld. Er sammelte wichtige Erfahrungen, als 86. mit 566 Ringen wies er aber einen großen Abstand zur Weltspitze auf. Auch acht Ringe fehlten Philipp Grimm für den Finaleinzug, dafür wären 582 Ringe notwendig gewesen. Grimm, der mit 574 Ringen Platz 48 belegte, hatte noch mit den Folgen einer Erkältung zu kämpfen.

Die drei Frauen hatten nichts mit dem Finaleinzug zu tun, das stand bereits nach den jeweils ersten beiden Serien fest. Einzig Doreen Vennekamp mit zweimal 95 Ringen schnupperte noch daran, am Ende landete sie mit 571 Ringen auf Rang 38, einen Platz und einen Ring vor Sandra Reitz. Die Sportpistolenspezialistin fand dennoch. „Ich habe mit der Luftpistole vor allem mental dieses Jahr einen Riesensprung gemacht.“ Svenja Berge wurde 74. (561 Ringe).

Ganz nah dran an einer Medaille war Vanessa Seeger mit der Sportpistole. Ihr gelang der Sprung unter die besten Acht. In ihrem Halbfinale, wo sie zwei der vier Teilnehmerinnen hinter sich lassen musste, traf sie in zwei der vier Serien jedoch nur einmal, so dass sie mit acht Treffern Sechste wurde und nicht am Medaillenmatch der besten Vier teilnehmen konnte. „Beflügelt von meiner Fünf-Hit-Probe wollte ich mir das Ding unter den Nagel reißen, doch meine Bemühungen haben nicht fürs Medal Match gereicht“, kommentierte Seeger auf ihrer Instagram-Seite. Nina Adels und Lydia Vetter schossen nahezu einträchtig und erreichten mit 564 und 563 Ringen die Plätze 24 und 25.

Erneut Jubel wie am Vortag hatte es auf dem Kunstrasenplatz hinter der Bogenhalle gegeben. Früh am Morgen stand nach den Einzeln vom Vortag das Mixed an – und es gab einen nie gefährdeten deutschen Doppelsieg. Kerstin Schmidt und Jacob Hofmann, die am Vortag Silber und Bronze im Einzel gewonnen hatten, siegte mit 7:35,85 Minuten vor Anja Fischer und Dominik Hermle in 7:44,44 Minuten. „Wir hatten auf der Runde unseren Freiraum und haben unser Ziel realisiert“, meinte Hofmann nach seinem ersten Titel, während es für Schmidt schon Weltmeisterschaftsgold Nummer fünf war.

Mit einem beherzten 400-Meter-Sprint und einer sehr starken Schießanlage hatte Fischer Deutschland II in Führung gebracht, die Dominic Hermle jedoch nach dem Wechsel mit seiner Schießanlage vergab. „Ich verstehe es nicht, schon die ganze Saison habe ich Probleme mit dem ersten Schießen“, sagte der Denkinger. Schmidt und Hofmann blieben hingegen bei ihren jeweils zwei Schießen sehr zielsicher, hatten ihre fünf Klappscheiben schnell getroffen und liefen so locker als Erste ins Ziel. Da die Italiener in Person von Vortagessiegerin Claudia Lercher große Probleme hatten und Fischer wie Hermle jetzt sicher mit dem Luftgewehr waren, liefen auch sie ungefährdet zu Silber. „Man freut sich über eine Silbermedaille mehr nach einer guten Leistung“, meinte Fischer vor allem mit dem Blick auf ihr Schießen.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

14.10.2022 - 17:40

Luftgewehr Frauen: 630,0 Ringe für Finaleingang
Besonders in die Luftgewehrfrauen hatten die Verantwortlichen große Hoffnungen gesetzt, einen der ausgeschriebenen vier Quotenplätze zu erreichen. Das Trio von Bundestrainer Claus-Dieter Roth schoss auch gut, doch zu dem erforderten Qualifikationsschnitt von exakt 10,5 Ringen pro Schuss – 630,0 Ringe reichten für Platz acht – fehlten einige Zehntel.

Hätte man mir das heute Morgen gesagt, hätte ich gesagt, danke, nehm‘ ich!

Denise Palberg zeigte sich zufrieden mit ihrem Ergebnis und Schießen

Am nächsten an diese Marke heran kam Denise Palberg. Mit 628,0 Ringen wurde sie 27. „Es war aufregend und ist interessant. Ich bin auf jeden Fall mit dem Ergebnis zufrieden. Hätte man mir das heute Morgen gesagt, hätte ich gesagt, danke, nehm‘ ich.“

Hannah Steffen, die für die angereiste Jolyn Beer eingesetzt wurde, weil Beer ein Keim mit Verzögerung erwischt hatte, erfuhr erst am Abend vorher von ihrem Einsatz. „Hier drinnen war schon ganz schön viel Düse“, sagte sie, in Richtung Herz deutend. Prinzipiell zeigte sie sich zufrieden, aber: „Bei dem, was ich gesehen habe, hätte ich mir eine Finalteilnahme schon gewünscht.“ Anna Janßen hingegen, nach zwei Weltcup-Einzelsiegen die beste deutsche Gewehrschützin dieses Jahres, kam in Kairo nicht in ihre Form. Als 44. mit 626,9 Ringen war sie weit von ihrem Maximal-Können entfernt.

Luftgewehr Männer: Koenders überzeugt mit starker Leistung
Die Männer überzeugten mit den besten Leistungen, insbesondere David Koenders. Als Zwölftem fehlten ihm nach 628,8 Ringen lediglich zwölf Zehntel für Rang acht. Dementsprechend sagte der 25-Jährige nach seiner WM-Premiere auch: „Es war für mich ein guter Wettkampf, ich habe genau das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe.“ In den letzten beiden Serien blieb er um insgesamt 1,4 Ringe unter der auch hier exakt zu treffenden 105er-Marke pro Serie im Schnitt, das gab letztlich den Ausschlag, dass es nicht zum ganz großen Wurf gereicht hat. „Dass dann hier und da die ganz „dicken“ Phasen fehlen, passiert, aber 56 Innenzehner zeigen auch, dass nahezu jeder Schuss sauber durchgezogen war. Und mit einem 12. Platz beim ersten WM-Start bei den Erwachsenen bin ich sehr zufrieden.“

Mit einem 12. Platz beim ersten WM-Start bei den Erwachsenen bin ich sehr zufrieden!

David Koenders nach starken 628,8 Ringen

Maximilian Dallinger zeigte sich gegenüber den letzten Monaten verbessert und landete mit 626,2 Ringen auf Rang 35. Dieser Sturz im Tableau trotz des geringen Leistungsunterschiedes dokumentiert die Dichte auf hohem Niveau im 114-köpfigen Feld. „Rein vom Ergebnis her kann ich zufrieden sein, wenn man meinen Verlauf des Jahres anschaut“, sagte der Polizeioberwachtmeister. Tom Barbe musste bei seinem WM-Debüt seiner noch geringen Erfahrung Tribut zollen. Er landete vor allem aufgrund der ersten beiden schwächeren Serien mit 623,6 Ringen auf Platz 66.

Target Sprint: Einmal Silber und zweimal Bronze für DSB-Team
Drei Medaillen feierten die deutschen Target Sprinter in einem Feld von lediglich sieben Männern und fünf Frauen. Bei den Frauen kamen Kerstin Schmidt und Anja Fischer als Zweite und Dritte hinter der Italienerin Claudia Lercher ins Ziel und sicherten sich so Silber und Bronze. Das Rennen entschied sich beim zweiten und letzten Schießdurchgang, als die Italienerin am besten traf, während die zuvor nahezu gleichauf liegenden Deutschen Probleme hatten, möglichst schnell die fünf Klappscheiben mit dem Luftgewehr zu treffen. „Ich bin nach der langen Saison schon zufrieden“, meinte Schmidt. Und Fischer ergänzte: „Mit dem Laufen bin ich zufrieden, mit dem ersten Schießen nicht, da bin ich wohl zu schnell angegangen. Ich wollte mich von der Ägypterin nicht unterbuttern lassen, hätte aber nicht gedacht, dass sie ein solches Tempo vorlegt.“ Und insgesamt freute sie sich sehr über die WM: „Die Anlage ist schön, und ich finde es auch immer toll, wenn wir mit den Schützen unterwegs sind, weil wir uns dann auch deren Wettbewerbe anschauen können.“

Die Medaille ist die Belohnung für die letzten harten Jahre!

Jacob Hofmann zu seiner WM-Bronzemedaille

Bei den Männern holte Jacob Hofmann Bronze hinter dem überragenden Giovanni Pezzi und dem Ägypter Yassin Nasr. Auch Hofmann fiel entscheidend beim zweiten Schießen zurück. Der Gräfenrodaer ging sogar noch hinter dem Ägypter Tarek Mohamed auf die 400-Meter-Schlussrunde, doch erwies sich hier als der eindeutig schnellere Läufer. „Es hat gepasst, ich habe die Rennstrategie umgesetzt, auf der ersten Runde mit den schnell angehenden Ägyptern mitgehen zu können. Die Medaille ist die Belohnung für die letzten harten Jahre.“

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

14.10.2022 - 12:28

Aktuell haben bereits 4.280 Vereine aus dem gesamten Bundesgebiet an der Umfrage teilgenommen. Aus Sicht des DSB wäre es wünschenswert, wenn möglichst viele Mitgliedsvereine Stellung beziehen, um die (besondere) Situation der Schützenvereine zu verdeutlichen. „Die Energiekrise und deren Folgen treffen in besonderem Maß auch die Schützenvereine, schließlich sind die DSB-Vereine oftmals Träger der Schützenhäuser“, hatte DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels die schwierige Lage bereits auf der 150-Jahrfeier des Rheinischen Schützenbundes angesprochen. Eine Teilnahme soll maximal 15 Minuten dauern.

14.10.2022 - 08:56

Kevelaers Erfolgstrainer Simon Janßen fasst mit seiner Aussage zusammen, was für fast alle Vereine gilt: „Unser Verein ist von der Weltmeisterschaft in Kairo betroffen. Neben den ausländischen Schützen haben sich auch Anna (Janßen, Anm. d. Red.) und Hannah (Wehren, Anm. d. Red.) für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Wir freuen uns für beide, dass sie diese Möglichkeit bekommen und sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert haben. Die Ausfälle werden wir am ersten Wettkampf-Wochenende merken und hoffen, dieses einigermaßen gut zu überstehen.“

Norden: Inden/Altdorf will die 1. Bundesliga genießen

Auch der SV Wieckenberg ist von der WM betroffen, Teammanager Horst-Dieter Ruschel nimmt vor den Duellen mit Aufsteiger PSV Inden/Altdorf und ST Hubertus Elsen aber die Herausforderung an: „Wir sind in der Breite gut aufgestellt und haben noch gute Schützen in der Hinterhand. Die müssen jetzt zeigen, was sie im Stande sind zu leisten.“

Das gilt natürlich auch für Inden/Altdorf, einem der vier Aufsteiger (zudem Team Wetterau im Norden sowie SV Fenken & SV Petersaurach im Süden) in die neue Saison. Der Verein war massiv von der verheerenden Flutkatastrophe betroffen und will nun mit neuem Elan die Herausforderung angehen: „Wir sind Aufsteiger, daher ist alles neu für uns. Unser Ziel kann daher erst einmal nur der Klassenerhalt sein. Wir möchten aber auch unser allererstes Jahr in der 1. Bundesliga genießen und hoffen auch auf die eine oder andere Überraschung“, sagt Vereinssprecher Helmut Lüssem.

Das gilt mit Sicherheit auch für den Wissener SV. Dessen Trainer Bernd Schneider nennt die „üblichen Verdächtigen“, wenn es um die Favoriten geht – nämlich Kevelaer, Freiheit, Wieckenberg und Elsen – er selbst strebt mit seinem Klub, „einen gesicherten Mittelfeldplatz“ an. Helfen sollen dabei die Zugänge Sabrina Michelmann, Florian Seelbach, Ole Martin Halvorsen/NOR und Vegard Sveen Nordhagen/NOR, die den „gravierenden Abgang“ (O-Ton Schneider) von Spitzenschützin Jessie Kaps/BEL kompensieren sollen.

Süden: Petersaurach will Klassenerhalt in Jubiläums-Saison

1997 wurde die Bundesliga gegründet, seitdem ist der SV Petersaurach dabei. 18 Jahre in der 1. und sechs Jahre in der 2. Bundesliga. Und immer mit Günther Reizammer als Trainer. Umso erfreulicher ist es, dass der Klub seine Jubiläumssaison nach dem Aufstieg im Oberhaus bestreitet. Dass der Verein, der auf eine junge Mannschaft setzt und ohne Neuverpflichtungen auskommt, an die größten Erfolge (Vizemeister 2012, 3. Platz 2014) anknüpfen kann, darf bezweifelt werden. Für Reizammer gibt es nur ein Ziel: „Klassenerhalt!“

Ganz anders klingen die „Etablierten“: „Unser Ziel ist natürlich die Finalteilnahme in Ulm“, sagt beispielsweise Teammanager Sven Körper von Germania Prittlbach. Sein Kollege Simon Muschiol vom Bund München formuliert es so: „Wir haben jedes Jahr das Ziel das Finalwochenende zu erreichen und dort so weit wie möglich vorzustoßen.“ Mit dabei helfen sollen u.a. Bernhard Pickl/AUT und Miran Maricic/CRO, „die wir für uns gewinnen konnten. Wir erwarten uns davon mehr Flexibilität während der Saison“, so Muschiol.

Den Heimvorteil will bestenfalls natürlich die FSG Diessen am ersten Wochenende nutzen. Gegen Prittlbach und die SSVG Brigachtal sollen die ersten Punkte aufs Konto fließen, damit der Verein mit dem Abstiegskampf (in der vorherigen Saison gelang der Ligaverbleib über die Relegation) nichts zu tun hat. Dazu gelang eine wichtige Verstärkung: „Mit Silvia Rachl ist eine seit vielen Jahren erfahrene Schützin zu uns gestoßen. Sie wird uns nicht nur als Schützin verstärken, sondern zukünftig auch mit ihrer Erfahrung aus zahlreichen internationalen Wettkämpfen und Bundesligaeinsätzen, unser nach wie vor sehr junges Team, unterstützen“, ist Jakob Stainer, 1. Schützenmeister des Vereins optimistisch. Demnach sei ein gesicherter Mittelfeldplatz der Anspruch.

Die Ansetzungen von Spieltag 1 & 2 am 15./16. Oktober

Nord in Petersberg und Buer-Bülse

15.00 Uhr: Wissener SV – ST Hubertus Elsen & Team Wetterau – SV Gölzau I
16.30 Uhr: PSV Inden/Altdorf – SV Wieckenberg & SSG Kevelaer – Braunschweiger SG 1545
18.00 Uhr: SV Petersberg – SV Kamen & BSV Buer-Bülse I – SB Freiheit I

10.00 Uhr: SV Wieckenberg – ST Hubertus Elsen & Team Wetterau – SB Freiheit I
11.30 Uhr: SV Kamen – Wissener SV & Braunschweiger SG 1545 – SV Gölzau I
13.00 Uhr: SV Petersberg – PSS Inden/Altdorf & BSV Buer-Bülse I – SSG Kevelaer

Süd in Fürth und Diessen

15.00 Uhr: SV Niederlauterbach – Eichenlaub Saltendorf & SV Fenken – SG Coburg
16.30 Uhr: SV Petersaurach – SV Pfeil Vöhringen & SSVG Brigachtal – Der Bund München
18.00 Uhr: SSG Dynamit Fürth – SSV Kronau & FSG Diessen – Germ. Prittlbach

10.00 Uhr: SV Pfeil Vöhringen – Eichenlaub Saltendorf & SV Fenken – Germ. Prittlbach
11.30 Uhr: SSV Kronau – SV Niederlauterbach & Der Bund München – SG Coburg
13.00 Uhr: SSG Dynamit Fürth – SV Petersaurach & FSG Diessen – SSVG Brigachtal

13.10.2022 - 16:13

Stark machte ihrem Namen alle Ehre und wies am Ende der 60 Schuss 622,1 Ringe auf und wurde nur von der Chinesin Min Hou übertroffen (624,0). Dabei begann die DSB-Juniorin „verhalten“ mit einer 101,2, ehe sie mit einer 104,9 und einer 105,7 die Grundlage für den Medaillen-Coup legte. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden, wie ich gearbeitet und mit den Situationen umgegangen bin. Denn die Windbedingungen sind nicht ganz leicht“, berichtete sie im Anschluss. Und so war Geduld und Erfahrung gefragt. „Mir hat es viel gebracht, dass ich mir vorher auch den Wettkampf der männlichen Junioren angesehen habe und so wusste, wie die Bedingungen sind. Ich habe mir Zeit gelassen und nicht geschossen, wenn der Wind zu stark war oder seine Richtung wechselte – dadurch konnte ich mir viele Schüsse, die weit rausgeflogen wären, ersparen. Dafür, dass es der erste Wettkampf war, bin ich sehr zufrieden.“ Dies gilt wahrscheinlich nur zum Teil für Hannah Wehren (12. Platz, 616,3) und Larissa Weindorf (16. Platz, 615,0), denen es nicht gelang, konstant hohe Serien zu erzielen.

Dafür, dass es der erste Wettkampf war, bin ich sehr zufrieden!

Nele Stark zu ihrer Silbermedaille zum Auftakt der WM

Die Pistolen-Juniorinnen Vanessa Seeger, Lydia Vetter und Nina Adels steigerten sich im Teamwettbewerb mit der Sportpistole im Verlauf des Wettkampfes deutlich. Vor allem im zweiten Teil glänzte das Trio und qualifizierte sich mit guten 438 Ringen für das Bronzematch, in dem es gegen Indien ging. Dort blieb das deutsche Team chancenlos und unterlag 1:17. Dennoch überwog die Zufriedenheit: „Es war mein erstes WM-Finale, und ich habe es mehr als nur genossen, das erste Mal in einem so großen Finale zu stehen“, sagte Vetter. Und Seeger ergänzte: „Ich glaube, alles in allem war das der perfekte Einstieg für die WM. Es gab Störungen, wir hatten sehr harte Gegner, aber wir sind so ein top Team, dass wir über alles, was hier so schief lief, nur noch lachen können. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß und spreche - glaube ich - auch für meine zwei Mannschaftskameradinnen, wenn ich sage, dass es einfach richtig toll war.“

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

13.10.2022 - 15:24

Im Jahr 2020 hatte der wichtigste traditionelle Wettkampf des Deutschen Schützenbundes wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, und im vergangenen Jahr musste er wegen des aus dem gleichen Grund abgesagten Deutschen Schützentages in den Herbst und nach Suhl verlegt werden.

Um die Würde des DSB-Bundeskönigs und des Bundesjugendkönigs bzw. der Königin bewerben sich die Majestäten der 20 Landesverbände. Mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole sind innerhalb der Wettkampfzeit von 30 Minuten 20 Schuss stehend freihändig abzugeben. Da nur ein einziger, nämlich der per Teilerwertung ermittelte, beste Wettkampfschuss über den Titel des/der Bundes-(jugend-)könig/-königin entscheidet, spielt auch das Glück eine gewisse Rolle.

Das Wochenende beginnt mit einem Termin im Münchener Neuen Rathaus am Marienplatz, wohin Sportbürgermeisterin Verena Dietl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ihre Betreuer zu einem Empfang geladen hat. Nach dem Wettkampfschießen, dessen Ergebnis von den Schießleitern streng geheim gehalten wird, geht es am späten Samstagnachmittag zur Alten Kongresshalle am Bavariapark. Dort erwartet die Schützinnen und Schützen aus ganz Deutschland zunächst ein zünftiges Platzkonzert des Spielmannszugs Hörgertshausen des BSSB. Noch etwas lauter wird es anschließend bei einem „Böllern zu Ehren der Königinnen und Könige“ durch die Münchener Böllerschützen.

Gelingt Melanie Nietschke die erste Titelverteidigung in der Geschichte des Bundeskönigsschießens?

Die Proklamation am Festabend werden DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels und die beiden Vizepräsidenten Tradition und Schützenbrauchtum, Wilfried Ritzke, und Jugend, Stefan Rinke, vornehmen. Der Bundesjugendkönig 2021, Tobias Fiedler vom Hessischen Schützenverband, wird in diesem Moment definitiv traurig sein, denn er wird seine Königskette abgeben müssen. Die Tatsache, dass sein graviertes Königsschild das erste an der neuen Kette ist und dadurch den Premiumplatz direkt über dem großen Anhänger der Deutschen SchützenJugend und zwischen den beiden Sponsorenschildern von Steinhauer & und Lück und der Gothaer Versicherung einnimmt, tröstet ihn sicher ein bisschen. Dagegen hat sich Bundeskönigin Melanie Nietschke fest vorgenommen, ihre Königskette wieder mit nach Hause in die Region des Badischen Sportschützenverbandes mitzunehmen. Die energische Polizeihauptkommissarin ist erneut Landesschützenkönigin und wollte sich eigentlich ganz ihrem im März zu Welt gekommenen Sohn Ben kümmern und deshalb etwas kürzer treten. Aber die Weltmeisterschaftsdritte mit der Feldarmbrust im Jahr 2019 und Bundesligaschützin des SSV Kronach gilt als Mit-Favoritin und wird alles geben, um ihre Bundeskönigswürde zu verteidigen. Sollte sie es schaffen, wäre das eine Premiere in der Geschichte des Bundeskönigsschießens.

13.10.2022 - 10:42

„Ich habe Vorfreude auf den Wettkampf und die Erfahrungen, die ich sammeln kann. Es ist eine Ehre, bei diesem hochkarätigen Wettkampf dabei zu sein, Deutschland und den DSB zu vertreten. Es ist eine schöne Belohnung für eine tolle Saison“, gibt Bauer Einblicke in ihre Sichtweise auf das Event. Ihren Platz in dem elitären Achterfeld mit zwei Koreanerinnen, zwei Taiwanesinnen, einer Japanerin, einer Mexikanerin und einer Britin hat sich Bauer redlich verdient. Schließlich präsentierte sie sich in diesem Jahr in herausragender Form und gewann acht Medaillen (5x Team, 1x Mixed, 2x Einzel) auf Weltcups und der EM.

Es ist eine schöne Belohnung für eine tolle Saison!

Katharina Bauer zur erstmaligen Qualifikation für das Weltcupfinale

Um möglichst optimal vorbereitet zu sein, nahm die Raublingerin auch einiges in Kauf: „Im September ist die Regeneration für mich ausgefallen, seit Mitte September bin ich nach einer Woche Urlaub wieder im Training. Am Anfang habe ich versucht, Kraft aufzubauen und habe dann mit Oliver Haidn auch an der Technik gearbeitet, um diese auf hohem Level halten zu können bzw. dort wieder hinzukommen.“

Bauer ist wie die Koreanerin Choi Misun, die beste Weltcup-Schützin 2022, gesetzt und wartet auf ihre Viertelfinalgegnerin. Der Modus ist einfach und schnell: Viertel-, Halbfinale und Medaillenmatches – alle am Sonntag, 16. Oktober. Heißt, nach einem Match kann das Ganze bereits vorbei sein, das Optimum sind drei Matches im schwer aussprechbaren Tlaxcala.

Wenn ich gute, starke Schüsse mache, ist alles drin!“

Katharina Bauer zu den Aussichten

Bauer, die auf den Weltcup-Stationen in Antalya (Bronze), Gwangju (9. Platz), Paris (17. Platz) und Medellin (4. Platz), 58 Punkte sammelte und damit drittbeste aller Athletinnen war, geht – wie immer – optimistisch an die Aufgabe heran: „Ich bin zuversichtlich und lasse alles auf mich zukommen und nehme es ganz locker. Ich versuche, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und das, was ich beeinflussen kann. Das ist mein Schießen. Und wenn ich gute, starke Schüsse mache, ist alles drin!“

Vielleicht läuft es so gut, wie im vergangenen Jahr. 2021 hatte Lisa Unruh zum Abschluss ihrer internationalen Karriere sensationell Gold gewonnen und Michelle Kroppen Bronze geholt. Maximilian Weckmüller war Siebter geworden.

Die acht Recurve-Teilnehmerinnen am WC-Finale 2022
Katharina Bauer/GER, Chia-Mao Peng/TPE, Misun Choi/KOR, Bryony Pitman/GBR, San An/KOR, Tzu Ying Kuo/TPE, Utano Agu/JPN, Alejandra Valencia/MEX

12.10.2022 - 13:54

Wie geht es weiter in Sachen Schießsportzentrum Suhl (SSZ) auf dem Friedberg, das einen Bundesstützpunkt beherbergt? Das ist eine Frage, die auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Weikert (Oberzeuzheim), bei seinem Besuch am Dienstag zu hören bekommt. Denn um die malerisch gelegene Anlage von Weltruf, auf der unter anderem die Thüringer Olympiateilnehmer, Nadine Messerschmidt (Schmalkalden, Flinte Skeet) und Doreen Vennekamp (Steinbach-Hallenberg, Sportpistole/Luftpistole) trainieren, zukunftsfähig und weiterhin wettbewerbsfähig zu machen, bedarf es großer Investitionen.

Geplant ist im Jahr 2024 eine Bewerbung für die Weltmeisterschaften 2030. „Dazu sind Investitionen in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro notwendig“, sagt Stephan Thon (Heyerode), Präsident des Thüringer Schützenbundes (TSB), und Thomas Weikert hört aufmerksam zu. „Wir brauchen dazu einen neuen Finalstand“, sagt Thon. Außerdem müssten unter anderem ein fünfter Wurfscheibenstand gebaut, die Erich-Krempel-Halle erweitert sowie die Anlage energetisch saniert und in Sachen Umweltschutz ertüchtig werden. Um diese Mammutaufgabe zu stemmen, ist eine hohe Förderung von Bund oder Land notwendig. Doch da liegt gegenwärtig der Knackpunkt ungeachtet einer Bewilligung der Mittel: Denn weder die in Haushaltssicherung befindliche Stadt Suhl, noch der Thüringer Schützenbund (TSB) als die beiden Anteilseigner an der SSZ GmbH, welche die Anlage betreibt, wollen wegen Eigenanteilen und Risiken der Empfänger sein, was Kommunen oder eben Verbänden beziehungsweise Vereinen vorbehalten ist. Der TSB hält 74,9 Prozent, die Stadt Suhl 25,1 Prozent an der GmbH. Die GmbH wird vorwiegend vom Land, aber auch von der Stadt bezuschusst.

Stephan Thon sieht ebenso wie Suhls Oberbürgermeister André Knapp das Land und den Bund bei der Suche nach einer Lösung in der Pflicht. „Gegenwärtig gibt es leider noch keine“, sagt der Präsident des Verbandes mit mehr als 19000 Mitgliedern. Knapp würde die Anlage gerne in einen Sportstättenzweckverband einbringen – wie etwa den des Thüringer Wintersportzentrums Oberhof, an dem das Land, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen und die Stadt Oberhof beteiligt sind. Ihre Standpunkte verdeutlichen beide gegenüber Weikert. Dirk Schade, Leiter des Bundesstützpunktes, verweist beim Rundgang durch Krempelhalle, Finalhalle, Bogenplatz und später auf dem jagdlichen Teil der Anlage mit den Wurfscheibenständen auf die aktuellen sportlichen Erfolge und die der vergangenen Monate. Recurve-Bogenschützin Michelle Kroppen (SV GutsMuths Jena) hatte bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze mit der Mannschaft geholt und bei der EM in diesem Jahr drei Medaillen bei drei Starts. Skeet-Spezialistin Nadine Messerschmidt ist frischgebackene zweifache Vizeeuropameisterin in Einzel und Mannschaft und hat ebenso einen deutschen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2024 in Paris erreicht, wie die zweifache Europameisterin in Einzel und Mannschaft mit der Sportpistole, Doreen Vennekamp. Im SSZ soll auch im kommenden Jahr im Juni wieder ein Junioren-Weltcup, die größte weltweite Veranstaltung für diesen Altersbereich, stattfinden.

Thomas Weikert, der zuvor die Sportstätten im Wintersportzentrum Oberhof unter die Lupe genommen hatte, zeigt sich sehr angetan von der Anlage mitten in der Natur. Er habe immer ein offenes Ohr, nicht nur für die aktuellen Probleme, versichert der DOSB-Präsident, der selbst beim Sportschießen „nichts treffen“ würde. Der 60-Jährige kümmert sich seit seiner Wahl zum DOSB-Präsidenten im Dezember 2021 in Weimar zwar um die Belange aller Sportarten des Dachverbandes, hat seine sportliche Heimat aber im Tischtennis und war selbst Bundesligaspieler. Kleine Randnotiz: In der Saison 2004 trug der damalige Tischtennis-Frauen-Bundesligist TTC HS Schwarza einige Heimspiele im Schießsportzentrum aus. „Interessant“, sagt Weikert, bevor er den Beteiligten alles Gute für die Vorhaben wünscht und sich dann mit seinem Auto auf die 250 Kilometer Weg nach Limburg macht, wo der Jurist eine Rechtsanwaltskanzlei betreibt.

(Jan-Thomas Markert)

12.10.2022 - 09:01

Wie bei den Kollegen mit der Luftpistole, die am vergangenen Wochenende ihren Auftakt hatten, ist die 1. Bundesliga in Nord und Süd aufgeteilt und mit jeweils zwölf Teams bestückt. Diese treten an sieben Wochenende in elf Begegnungen gegeneinander an (regional „jeder gegen jeden“), um die jeweils besten vier Teams im Norden und Süden zu ermitteln, die dann am Finale in der ratiopharm arena in Neu-Ulm (4./5. Februar 2023) teilnehmen.

Favoriten sind für viele die bekannten Namen: „Das Finale im Norden werden Kevelaer, Freiheit und Elsen erreichen. Und der vierte Platz ist von zwei bis drei Teams erreichbar“, schätzt Horst-Dieter Ruschel vom SV Wieckenberg die Lage ein. Dem widerspricht Freiheits Trainer Christian Pinno etwas, denn für sein Team ist zunächst der Klassenerhalt das Minimalziel: „Nach dem Abgang von „Ms. Bundesliga“ Martina Prekel und vier Leistungsträgern befindet sich unser Team im Umbruch.“ Zudem kommt die WM in Kairo hinzu, bei der Freiheit nicht nur auf die ausländischen Schützen, sondern auch auf die deutschen Spitzenathletinnen Jolyn Beer und Lisa Müller verzichten muss.

Dies betrifft natürlich zahlreiche Teams, vor allem die Top-Teams, aber selbst bei den Aufsteigern Team Wetterau, PSS Inden Altdorf (Norden), SV Fenken und SV Petersaurach (Süden) fehlt der ein oder andere Spitzenschütze. „Unsere beiden Ausländer würden sehr gerne teilnehmen, sind aber bei der WM. Und ich als Trainer habe auf die 300m-Ausscheidung des DSB verzichtet, um beim Auftakt dabei zu sein“, sagt Fenkens Trainer Michael Klein.

Auch im Süden rechnen alle damit, dass der Südmeister der vergangenen Saison auch 2022/23 wieder vorne ist: der SV Pfeil Vöhringen. Aber natürlich muss auch der Ausrichter des Bundesligafinals zu Beginn kämpfen: „Beim Bundesliga-Start fehlen uns einige Schützen. Dominik Schwarzer und Josephine Glogger-Hönle aus dem Bayernliga-Team müssen in die Bresche springen“, erklärt Teammanager Leo Menasch, der zudem der SG Coburg („Die haben sich brutal gut verstärkt!“) die Favoritenrolle im Süden zuschiebt. Coburg hat sich u.a. die Dienste der beiden DSB-Nationalkader Maximilian Dallinger und David Koenders gesichert, die beide von Konkurrent Niederlauterbach kamen.

11.10.2022 - 16:18

Dabei begann das deutsche Team stark: In der ersten Serie verfehlte lediglich Wenzel eine der vier Scheiben pro Schützinnen, sodass das DSB-Team 2:0 in Führung ging. Nach der dritten Serie hatten die Chinesinnen ausgeglichen (3:3), danach schenkten sich beide Teams nichts: Sowohl in der vierten als auch in der fünften Serie wurden die Punkte geteilt, sodass die Medaille im Stechen ausgeschossen werden musste. Nach jeweils sechs Treffern auf beiden Seiten, verfehlten in der „Verlängerung“ sowohl Wenzel als auch Wißmer eine Scheibe – und damit exakt eine Scheibe zu viel. Bundestrainer Axel Krämer „Es war ein spannender Wettkampf. Ich hatte die Chinesinnen so nicht auf den Schirm, weil sie sehr jung sind und der Verband alle ausgetauscht hat. Wir waren knapp dran und hatten es in der Hand, aber leider sind wir wieder nur Vierter.“

In der Qualifikation war das DSB-Trio von Beginn an mit vorne dabei. Nach einer 69-er Auftaktrunde – jede Schützin schießt insgesamt drei Runden á 25 Scheiben – steigerten sich Messerschmidt, Wenzel und Wißmer auf 71 Treffer. Treffergleich auf Platz zwei mit Italien ging es in die abschließende Runde, in der Wißmer jedoch gleich sechs Scheiben verfehlte und das Team letztlich mit 207 Treffern auf Rang drei kam.

Dagegen konnte das Männer-Team nicht zum Wettkampf antreten. Mit Vincent Haaga und Felix Haase erwischte es gleich zwei Athleten mit dem Corona-Virus.

Im Mixed-Wettkampf verfehlten die zwei deutschen Duos, Vincent Haaga & Nele Wißmer und Sven Korte & Nadine Messerschmidt, die Medaillenmatches. Haaga & Wißmer hatten mit 141 Treffern zwei zu wenig, um in das Bronzematch einzuziehen und belegten Platz 13. Korte & Messerschmidt wiesen zwei Treffer weniger auf und wurden 20 in diesem wiederholt engen Teilnehmerfeld.

Somit endete die Flinten-WM - sowohl im Trap als auch im Skeet - ohne eine einzige deutsche Medaille und ohne den erhofften Quotenplatz für die Olympische Spiele Paris 2024. Damit bleibt es nach EM und WM bei dem durch Nadine Messerschmidt gewonnenen einen Quotenplatz, und im nächsten Jahr beginnt die Jagd danach aufs Neue bei der EM in Leobersdorf/AUT, den European Games in Krakau/POL und der WM in Baku/AZE.

Das deutsche Team bei der WM in Osijek

Skeet Erwachsene: Vincent Haaga, Felix Haase, Sven Korte, Nadine Messerschmidt, Nele Wißmer, Christine Wenzel

Skeet Juniorinnen: Annabella Hettmer, Emilie Bundan, Isabel Wassing

Trap Erwachsene: Andreas Löw, Paul Pigorsch, Steve Eidekorn, Kathrin Murche, Sarah Bindrich, Katrin Quooß

Trap Junioren: Moritz John

Trainer & Betreuer: Uwe Möller, Karsten Bindrich, Nadine Athenstedt, Irina Franke, Axel Krämer, Jürgen Raabe, Tino Wenzel, Philip Haude, Michel Gomez Krämer

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