Aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung ist der Trainingsbetrieb bis mindestens Ende November stark eingeschränkt.
20.11.2020 - 08:15

„Papa!“ Noch ist es nicht soweit, als dass der Nachwuchs der Familie Junghänel nach seinem Papa rufen könnte, trotzdem gibt inzwischen seit knapp einem Jahr nicht mehr der Sport, sondern sein Sohn von Olympiasieger Henri Junghänel, den Ton an. Früher – also noch vor vier Jahren – war Junghänel es gewohnt, sich selbst zu organisieren, seinen Tagesablauf zu strukturieren und mit dem Trainingsplan zu vereinbaren. Heute erinnert nur noch die Olympiamedaille im Wohnzimmerregal an die alten Zeiten, sein Leben hingegen verändert sich von Woche zu Woche. Studium und Sport wurden gegen Job und Familie getauscht. Ein Leben, dass heute mehr denn je „fremdgesteuert“ ist, dem 32-Jährigen aber durchaus zusagt: „Ich bin rundum glücklich!“

Glück, dass sich der Weltklasse-Schütze Schritt für Schritt selbst erarbeitet hat. Nach dem Abitur geht er in die USA, um dort mit Hilfe eines Stipendiums Maschinenbau zu studieren. Es ermöglicht ihm, seine berufliche Zukunft zu planen, aber gleichzeitig seiner Leidenschaft, dem Sportschießen, nachzugehen. Sein großes Ziel: eine Teilnahme bei Olympia. Auf dem Weg sammelte er eifrig Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Europaspielen, gewann 2013 gar das Weltcup-Finale im Liegendwettbewerb und wurde daraufhin vom internationalen Weltverband ISSF zum „Weltschützen des Jahres“ gekürt. 2016 ist es dann soweit, Junghänel qualifiziert sich für seine ersten Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, fährt hin – und gewinnt.

Im Liegendwettbewerb, seiner Paradedisziplin, deklassiert er die Konkurrenz und setzt sich mit neuem olympischen Rekord von 209,5 Ringen vor den Südkoreaner Kim Jonghun und den Russen Kirill Grigorian an die Spitze. Damit reiht er sich nach Peter Kohnke, Karlheinz Smieszek und Christian Klees nicht nur in die Hall of Fame der Deutschen Liegend-Olympiagoldmedaillengewinner ein, sondern er geht in die Memoiren auch als der letzte Kleinkaliber-Liegend-Olympiasieger der Geschichte ein, denn kurz darauf wird die Disziplin aus dem olympischen Programm gestrichen. „Ich habe diese Entscheidung hingenommen und letztendlich hat es mir den Ausstieg vereinfacht, auch, wenn ich die Entwicklung nicht schön finde“, erzählt Junghänel nüchtern, der als aktiver Schütze im Athleten-Komitee aktiv war.

Der frischgebackene Olympiasieger hatte jedoch bereits zuvor andere Pläne, wollte eine Auszeit vom Schießsport, erstmal mit seiner Freundin elf Wochen durch Argentinien, Chile und Panama reisen und sich dann um den Berufseinstieg kümmern. Ihm war stets bewusst, dass der Zeitpunkt nach dem Sport kommen würde, an dem man sich anders orientieren müsse. Seine Jobsuche erwähnte er auch beiläufig in einem Interview nach dem Olympiasieg, das ihm im Nachhinein eine wichtige Tür öffnen sollte: „Ich wurde von verschiedenen Firmen angeschrieben, hatte vor und während der Reise ein Telefoninterview und habe im Endeffekt zum 1. Februar 2017 bei einem Automobilhersteller in Stuttgart als Entwicklungsingenieur angefangen.“ Heute weiß Junghänel, der inzwischen als Prozess-Ingenieur im Karrosseriebau arbeitet: „Es hätte nicht besser laufen können, aber ich habe mir den Grundbaustein mit meinem Studium neben dem Sport auch selbst gelegt.“ Auf die Frage, warum Olympiasieger so attraktiv für Arbeitgeber sind, hat Junghänel ebenfalls eine einfache Erklärung: „Sie haben nachgewiesen, dass sie leidensfähig, zielstrebig und belastbar sind. Es gibt keinen Leistungssportler, der eine Goldmedaille gewonnen hat, ohne Rückschläge wegstecken zu müssen und auf dem Weg dorthin gelitten hat. Zielstrebigkeit zu beweisen, auch wenn Rückschläge einen zurückwerfen, zeichnet Sportler aus. Und auch in einer Einzelsportart, bedarf es Teamfähigkeit. Man hat ein Geben und Nehmen gelernt.“

2017 kehrte der Olympiasieger noch einmal zum Weltcup-Finale in Neu Delhi (IND) auf die internationale Bühne zurück, wird Zweiter und verabschiedet sich ebenso schnell wieder. „Es hat nicht mehr so gekribbelt, als dass ich wieder Lust auf einen Wiedereinstieg gehabt hätte“, erklärt Junghänel seine Entscheidung. Seither habe er nie wieder Liegend geschossen. Sein Kleinkaliber-Gewehr kann man heute im Walther-Schießmuseum betrachten, eine Rückkehr mit dem Luftgewehr möchte der passionierte Schütze jedoch noch nicht ausschließen: „Vielleicht fange ich damit irgendwann einmal wieder an.“ Weil ihn der Schießstand doch irgendwie reizte, versuchte sich der Gewehrschütze zwischendurch mit der Luftpistole, schoss sogar ein paar Wettkämpfe in der zweiten Bundesliga, aber Liegend wolle er nicht mehr schießen: „Ich weiß, was möglich ist, ich weiß aber auch, dass ich das Trainingspensum nicht mehr absolvieren kann, was ich bräuchte, um wieder an meine Leistung zu kommen. Das wäre zu frustrierend.“ Es ist eine Frage des Ziels. Was will ich erreichen? Früher wie heute legt der ehemalige Leistungssportler den Fokus darauf, das was er mache, gut zu machen – egal, ob als Sportler, Arbeitnehmer, Ehemann oder Vater. „Ich habe alle mittelfristigen Ziele erreicht“, so der zielstrebige Neu-Papa zufrieden, für den sich die Prioritäten inzwischen verändert haben: „Heute will ich meinen Sohn aufwachsen sehen und Zeit mit ihm verbringen. Ich will ein glückliches Familienleben haben, was für mich deutlich wichtiger ist als monetäre Sachen. Beruflich habe ich noch keine Zielposition vor Augen, ich will grundlegend gute Arbeit leisten und mit meiner Arbeit zufrieden sein. Und vielleicht ergeben sich dabei irgendwann konkretere Ziele.“

Ab und an werde er auch heute noch in der Arbeit auf seinen Olympiasieg angesprochen. In der Öffentlichkeit sieht das anders aus: „Es ist ein Ruhm für zwei bis drei Wochen.“ Böse sei er darum nicht. Er war noch nie der laute Sportler, eher der, der sich kontinuierlich nach vorne kämpfte, mit Leistung statt Worten überzeugte und den seine Zielstrebigkeit weit brachte. Junghänels Tipp: „Retrospektiv hatte ich immer viel Glück, aber man muss durchaus offen für Glück sein. Offen für Kontakte, offen für Gesprächspartner. Wenn sich eine Tür öffnet, sollte man das wahrnehmen und reingehen. Es bieten sich unglaublich viele Möglichkeiten auf dem Weg, aber man muss sie wahrnehmen und sehen.“ Es ist vielleicht nicht nur für ihn der Weg zum Glück.

19.11.2020 - 09:15

Um 9.30 Uhr beginnt Elisa Tartlers Tag als Bundespolizistin spätestens. Aber statt ins Büro geht es für sie in die Sporthalle. Ihr Berufswunsch nach dem Abitur war es nicht, wie bei Klassenkameraden BWL, Jura oder Lehramt zu studieren. Tartler hatte nur einen Berufswunsch: Profisportlerin.

Derweil war das nicht immer so. „Als ich klein war, wollte ich immer Medizin studieren“, so Tartler, die nach einem Gespräch mit ihren Eltern, die sich gemeinsam mit Bundestrainer Oliver Haidn über die Möglichkeiten im Sport beraten hatten, sich dann doch für eine Ausbildung bei der Bundespolizei entschieden hat. „Ich war bereits vor meinem Abitur ein-, zweimal bei einem Kaderlehrgang der Erwachsenen dabei, wo ich mitbekommen habe, dass Top-Schützen wie Lisa Unruh und Michelle Kroppen alle bei der Bundespolizei sind.“ Schnell kristallisierte sich heraus, dass ihr Traum von einer Medaille bei den Olympischen Spielen nur dann funktionieren kann, wenn sie ihren Sport genauso professionell angeht wie ihre Vorbilder. Die Unterstützung der Eltern war ihr so und so gewiss. „Interessierte Sportler sollten sich mit geförderten Athleten austauschen und die gewonnenen Eindrücke mit ihren eigenen Erwartungen abgleichen“, rät auch Sven Drese von der Bundespolizei in Kienbaum.

Ehrlich gibt die Recurve-Schützin aber auch zu: „Am Ende blieben für mich nur zwei Optionen: Die Bundeswehr oder die Bundespolizei. Anfangs war die Polizei nicht meine erste Wahl, und ich hätte nie gedacht, dass ich dort einmal hingehe. Aber ich dachte mir, die Polizei ist so groß, da werde ich schon etwas finden, was mir am Ende Spaß macht.“ Denn Sportler bei der Bundespolizei zu sein, bedeutet gleichzeitig eine vierjährige Ausbildung zu beginnen und nach der aktiven Karriere auch in diesem Bereich eingesetzt zu werden, anders als bei der Bundeswehr. Bevor es jedoch überhaupt so weit ist, müssen sich die Athleten einem Auswahlverfahren stellen: Ein Sporttest mit Standweitsprung, Liegestütz, Cooper-Test (Ausdauer-Test) und Hindernislauf sowie ein Diktat, eine ärztliche Untersuchung und ein abschließendes Vorstellungsgespräch warten auf die Anwärter. Die Mittlere Reife ist Grundvoraussetzung. „Ich habe jeden Tag Liegestütz geübt, aber im Nachhinein war es nicht so eine große Hürde, wie ich im Vorhinein angenommen hatte“, erzählt Tartler, die auf Nummer sicher gehen wollte und vorsichthalber alles geprobt hatte. „Wir suchen talentierte junge Sportler, die den Beruf des Polizeibeamten ausüben wollen. Auf dieses Bekenntnis legen wir höchsten Wert, denn gemessen an der durchschnittlichen Förderdauer eines Athleten ist sie oder er weitaus länger Bundespolizist als Spitzensportler“, erklärt Drese das Auswahlverfahren der Bundespolizei. „Mindestens ebenso wichtig ist die sportliche Vita: Prognostisch sollten Bewerber in der Lage sein, Medaillenerfolge bei internationalen Meisterschaften zu erzielen. Uns ist bewusst, dass damit die Messlatte sehr hoch liegt. Doch die Nachfrage nach den Förderplätzen ist ungebrochen hoch und die Stellen begrenzt.“

Anfang 2018 ist es dann für die damals 18-Jährige soweit, und sie tritt den Weg vom Norden Bayerns nach Berlin an, um ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen. Von September bis Dezember steht seither die Polizeischule auf dem Programm. Von 7.00 bis 16.00 Uhr wird dann abermals die Schulbank gedrückt, ehe es Zeit für den Sport wird. Inwiefern die Bundespolizei von den Sportlern profitiert, erklärt Drese: „Bei Spitzensportlern zählen Eigenschaften und Fähigkeiten, die auch und gerade im Polizeidienst gefragt sind, wie z.B. Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit, Zielstrebigkeit, Teamorientierung und Fairness. Mittlerweile haben wir bereits über 400 ehemalige Spitzensportler in unseren Reihen, die verteilt im gesamten Bundesgebiet einen ausgezeichneten Job machen.“ Was aber nicht heiße, dass ein guter Athlet gelichzeitig auch ein guter Polizist sei, so Drese, der anmerkt: „Spitzensportler bringen - wie erwähnt - beste Voraussetzungen mit, um auch als Polizisten gute Arbeit zu leisten. Der Polizeiberuf erfordert allerdings noch einiges mehr an Fähigkeiten und Fertigkeiten. Viele davon werden erst im Berufsleben erworben oder ausgebaut. Die sportliche Leistung wirkt also allenfalls begünstigend.“

Bevor Tartler jedoch ihre Ausbildung abschließen kann, warten im Abschlussjahr, in dem sich die Sportlerin derzeit eigentlich befindet, nochmals sechs Monate Schule (September bis Februar). Doch durch die Verschiebung der Olympischen Spiele und damit auch der Qualifikation dafür hat sich auch der Zeitplan verändert: „Ich habe deshalb dieses Jahr ausgesetzt und mache meine Ausbildung erst im nächsten Jahr fertig.“ Eine Sonderregelung der Bundespolizei für die Berufssportler. Statt Bücher und Ordner zu wälzen, feilt sie gemeinsam mit Michelle Kroppen, Lisa Unruh und Co. im Stützpunkt in Berlin weiter an ihrer Technik und Athletik. „Ich weiß, dass dort durch unseren gemeinsamen Beruf immer Leute sind, an die ich mich wenden kann, was für mich ein wichtiger Punkt ist, und ich habe gesehen, wie das bei Lisa funktioniert und das Ganze auch bei Michelle bereits Früchte trägt. So können wir gemeinsam an unserem Ziel arbeiten. Besser könnte es nicht sein!“ Zwar haben die Bogenschützen keinen eigenen Trainer bei der Bundespolizei vor Ort, aber das gemeinsame Training, der Austausch untereinander – auch zu Sportlern anderer Sportarten – und die Möglichkeit, den Sport in diesem Umfang auszuüben, wirkt sich positiv auf die Entwicklung von Tartler aus, was sie auch selbst sieht: „Ohne die Bundespolizei würde ich von meiner Leistung her nicht dort stehen, wo ich jetzt bin. Ich konnte sehr intensiv an Technik und Athletik arbeiten, ohne mir Gedanken um den Beruf machen zu müssen.“ Deshalb könne sie jedem, der die Möglichkeit habe, seinen Sport zum Beruf zu machen und das Ziel verfolge, zu Olympia zu fahren oder auf Weltranglisten oben zu stehen, nur raten, Profisportler zu werden. Unterstützung gibt es natürlich auch von den Polizeikollegen. „Wir fiebern mit Athleten mit, wenn sie auf internationaler Bühne um Edelmetall kämpfen. Wenn die Bundespolizei ihren Beitrag dazu leisten kann, macht uns das stolz und färbt zugleich positiv auf die gesamte Organisation ab“, so Drese.

Auch der finanzielle Aspekt ist für die junge Sportlerin nicht außer Acht zu lassen: „Man muss sich bei der Bundespolizei keine Sorgen machen, ob man frei bekommt oder genug Geld hat, seinen Sport zu finanzieren. Vor allem für Anfänger, die noch keine Verträge mit Firmen haben, ist das eine gute Möglichkeit.“  Es sei für die 21-Jährige keine Grundvoraussetzung zur Polizei zu gehen, um aus sich und dem Sport etwas zu machen, „aber es ist vieles dadurch einfacher“. „Solange man alles für das gibt, was man möchte und seine Ziele, kann einem eigentlich keiner im Weg stehen“, weshalb die junge Profisportlerin ihren eingeschlagenen Weg bis heute noch keine Sekunde bereut hat: „Wenn ich nochmal die Wahl treffen müsste, ob ich Profi werde oder nicht – ich würde es auf jeden Fall wieder tun!“

18.11.2020 - 11:47

DSB erstattet den jeweils zehn besten deutschen Teams die Meldegebühr

Denn die jeweils zehn besten deutschen Recurve- und Compound-Teams im weltweiten Ranking erhalten die 60 Schweizer Franken Startgeld vom DSB erstattet. Teams müssen sich bis zum 31. Dezember bei der World Archery für den Wettbewerb registrieren und anmelden, erst nach der Anmeldung können Ergebnisse eingereicht werden. Während in den Einzelwettbewerben auch auf der eigenen Bogenanlage geschossen werden darf, müssen die Ergebnisse für das Teamresultat bei einem DSB-registrierten Event oder bei einem Event der WA geschossen werden.

Deutsche und internationale Top-Stars am Start

Für das erste von vier Wochenenden haben sich weltweit über 2800 Sportler aus 79 Ländern registriert. Darunter sind einige der absoluten Top-Stars wie die südkoreanischen Olympiasieger Oh Jin Hyek und Ku Bonchan oder Paralympics-Sieger David Drahoninsky (CZE). Und auch die deutsche Bogen-Elite ist dabei, angeführt vom frisch gebackenen Ehepaar Lisa und Florian Unruh. Für Bundestrainer Oliver Haidn ist es ein Wettkampf für die Spitze und die Breite: „Meine Athleten sehen es als gute Möglichkeit, wieder in die internationale Wettkampfpraxis einzusteigen. Für alle anderen ist es eine großartige Möglichkeit, internationale Luft zu schnuppern."

Wer das erste Wochenende nicht mitschießen kann, hat noch drei weitere Gelegenheiten zum Mitmachen: Am 19./20. Dezember (Registrierung bis 13. Dezember), am 16./17. Januar (Registrierung bis 3. Januar) und am 13./14. Februar (Registrierungsschluss noch offen). Wichtig: Nur an diesen Terminen können Ergebnisse für die Indoor World Series geschossen und eingereicht werden. Im Einzel-Wettbewerb werden die drei besten Ergebnisse der 60-Pfeil-Wertungsrunde addiert (es darf aber nur ein Ergebnis pro genanntem Wochenende eingetragen werden), im Team-Wettbewerb fließt nur ein Ergebnis der drei Teammitglieder in die Wertung ein.

Der DSB hofft trotz der derzeitigen Corona-Lage darauf, dass möglichst viele deutsche Bogenschützen an dem Wettbewerb teilnehmen können und wünscht „Alle ins Gold“.

Die weiteren Bedingungen und Informationen hatte der DSB in einer ersten Meldung bekannt gegeben.

Die wichtigsten Fakten

  • Einzel-Wettbewerb für Recurve-, Compound- und Blankbogen
  • Team-Wettbewerb für Recurve- und Compoundbogen
  • 60 Pfeile, 18 Meter Distanz, 40 Zentimeter Scheibenauflage
  • 3 Teilnahmemöglichkeiten: 1) auf dem eigenen Schießstand 2) bei einem DSB-registrierten Event in Deutschland 3) bei einem Live-Event der World Archery
  • Geschossen wird an folgenden Terminen: 21./22. November, 19./20. Dezember, 16./17. Januar, 13./14. Februar
  • Im Einzel-Wettbewerb fließt die Summe von drei Ergebnissen in das Ranking ein, im Team-Wettbewerb ein Ergebnis des Trios an einem Wochenende
  • Anmeldung von Events in Deutschland an den oben genannten Terminen über www.dsb.de
  • Erst nach der Team-Anmeldung kann ein Teamergebnis eingetragen werden. Team-Anmeldungen müssen bis zum 31. Dezember erfolgen
  • Im Team-Wettbewerb gibt es ein großes Finale, das live gestreamt wird und das mit Preisgeld versehen ist
18.11.2020 - 11:14

Herr Furnier, die Corona-Pandemie überdeckt momentan alles. Wie frustrierend war das Jahr für den Vizepräsidenten Sport?
Furnier: „Es ist schon sehr frustrierend, wenn man hilflos zusehen muss, dass unsere Mitglieder ihrem Sport nicht mehr nachgehen können. Nach der Absage von vielen Veranstaltungen, auf die unsere Mitglieder hintrainiert haben, tritt langsam auch der Frust bei den Mitgliedern ein.“

Gab es denn bei allen Widrigkeiten auch etwas Positives aus ihrer Sicht?
Furnier: „Der DSB hat natürlich versucht, Wettbewerbe wie z.B. den „Meisterschütze #DuUndDeinVerein“ oder den Deutschland Cup Bogen anzubieten. Gerade der erstmalig durchgeführte Online-Fernwettkampf „Meisterschütze #DuUndDeinVerein“ war für die Mitglieder sehr wichtig, da sich die Mitglieder bundesweit messen konnten und sich dann, wenn auch ohne Zuschauer, im Finale begegneten.“

Es muss und es wird weitergehen! Wie sehen die sportlichen Planungen des DSB für das Jahr 2021 auf nationaler Ebene aus?
Furnier: „Wir planen natürlich alle Meisterschaften. Wichtig für uns ist die Durchführung der Deutschen Meisterschaften sowie der Bundesliga in allen Disziplinen. Ferner werden wir den DSB Pokal anbieten, hier hat sich mit dem Verein Altdorf-Inden bereits ein Ausrichter für das Finale gefunden. Ebenso soll der Wettbewerb "Meisterschütze #DuUndDeinVerein“ wieder angeboten werden.“

Die Termine der Deutschen Meisterschaften sind das eine. Aber wie können sich die Sportler dafür qualifizieren in diesen schweren Zeiten?
Furnier: „Wir haben die Landesverbände gebeten, alles dafür zu tun, eine Möglichkeit zu schaffen, um eine Ringzahl für eine Zulassung zu bekommen. Es ist uns allen klar, dass wir evtl. nicht alle Meisterschaftsebenen bestücken können bzw. einzelne Meisterschaften auch bis hin zu Fernwettkämpfen in den Vereinsheimen haben werden.“

Ist das alles konform mit der DSB-Sportordnung?
Furnier: „Die Bundessportleitung ist sich einig, dass wir an die Grenzen der Sportordnung gehen müssen und evtl. sogar einige Punkte nicht erfüllen können. Beispiele wären das Überspringen von einzelnen Qualifikationsmeisterschaften oder Fernwettkämpfe.“

Gibt es auf DSB-Seite auch Überlegungen, die Deutschen Meisterschaften alternativ auszurichten? Gibt es einen Plan B und C?
Furnier: „Ja, hier gibt es bereits Planungen und Überlegungen. Sollte es nicht möglich sein, die DM wie bekannt durchzuführen, müssten wir zu Ersatzplänen greifen, z.B. Meisterschaften an getrennten Schießstätten, getrennten Wettkampftagen oder Trennung nach olympischen und nicht-olympischen Wettbewerben. Wir müssen in diesem Zusammenhang auf jeden Fall sehr kreativ sein. Ich hoffe natürlich, dass die Mitglieder, sollte es so kommen, Verständnis dafür haben und mitziehen.“

Prognosen sind schwierig. Wie optimistisch sind Sie, dass 2021 sportlich besser wird als 2020?
Furnier: „Ich bin immer optimistisch.  Es ist mir klar, dass die Zuführmeisterschaften mit besonderen Problemen zu kämpfen haben. Aber ich denke schon, dass wir 2021 unter Einhaltung der Hygienebestimmungen die Deutschen Meisterschaften und die Bundesligen durchführen können.“

18.11.2020 - 08:38

Denn Bewegung ist die beste Vorsorge für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes oder Rückenschmerzen. Schon dreimal zehn Minuten Laufen am Tag können das Herzinfarkt- und Krebsrisiko um 30 Prozent senken. In einer Welt, in der immer mehr erwartet wird, man immer mehr leisten muss, sind Menschen auch schneller gestresst. Sport baut Stress ab und minimiert damit das Risiko eines Burnouts. Sport bietet also den idealen Ausklang eines stressigen Arbeitstages. Wer abends noch eine Runde auf dem Bogenplatz dreht, kann hier seine Gedanken sortieren, frische Luft tanken, sich die Beine vertreten und überschüssige Energie loswerden. Und ganz nebenbei stärkt das Training das Immunsystem. Sport hat bei der ganzen Sache aber nicht nur eine entspannende Wirkung, sondern hebt auch allgemein die positive Stimmung. So gibt es inzwischen viele Bewegungsprogramme, die auch bei Depressionen helfen.

Sport spielt übrigens bei den Jüngeren eine größere Rolle als bei den Älteren: Zwischen 18 und 39 Jahren sind es 60 Prozent, die ihre Stressenergie in Bewegung umsetzen, zwischen 40 und 59 Jahren neigt nur noch jeder Zweite dazu, und jenseits der 60 sind es lediglich vier von zehn. Unterm Strich ist das jedoch zu wenig aktive Entspannung in allen Altersgruppen – gerade vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Erwerbstätigen im Sitzen tätig ist (40 Prozent). Wer sitzend arbeitet und dann auch noch sitzend entspannt, für den wird es schwierig, das von der Weltge­sundheitsorganisation empfohlene Mindestpensum von 150 Minuten moderater Bewegung in der Woche zu erreichen. Dabei wären diese Minuten so wichtig, denn 22 Minuten täglich genügen, um das Risiko eines vorzeitigen Todes um zehn Prozent zu reduzieren. Genutzt werden kann dabei z.B. der Arbeitsweg. Warum nicht einfach mal mit dem Rad zur Arbeit fahren? Oder statt mit dem Bus zum Bahnhof zu fahren, einfach die Chance nutzen, sich die Beine zu vertreten. Auch ein Spaziergang in der Mittagspause kann das Bewegungs-Soll schon erfüllen. Und wer abends sich noch am Schießstand tummelt, der kann ganz einfach noch ein kleines Workout ans Schießtraining dranhängen. Auf die zehn Minuten kommt es zwar zeitlich nicht an, aber der Körper wird es danken. Und sich Zeit für sich selbst zu nehmen, sollte niemals verschwendete Zeit sein.

Zudem: Wer wünscht sich nicht, von morgens bis abends durchpowern zu können? Sport könnte da ein guter Anfang sein, denn wer Sport treibt, der fühlt sich auch belastbarer und hat den Eindruck, dass er leistungsfähiger ist. Das hilft wiederum im Hinblick auf das Schießtraining, denn eine bessere Konzentrationsfähigkeit hilft auch im Schießsport vorwärts zu kommen. Und auch im Job wirkt sich das positiv aus, denn nicht umsonst nehmen sich Top-Manager trotz des streng getakteten Tages Zeit für Sport. Wer regelmäßig trainiert, entwickelt dabei genau die Eigenschaften, die auch im Job wichtig sind: Disziplin, Ehrgeiz, Umgang mit Erwartungen und Druck sowie ein gutes Selbstwertgefühl.

Wer sich nur schwer zum Sport überwinden kann, für den kann es eine Hilfe sein, den Sport zur täglichen Routine werden zu lassen. Am besten ist es, gleich am Morgen nach dem Aufstehen ein kleines Workout zu machen, oder die Sporttasche gleich ins Auto zu packen, um nach der Arbeit eine Runde zu trainieren. Wenn man sich einmal an die tägliche Routine gewöhnt hat, fällt es auch viel einfacher, sich zu motivieren. Wer allerdings  drei oder mehr Tage zwischen den Trainingseinheiten verstreichen lässt, dem wird es am Ende auch schwerer fallen, wieder anzufangen.

Quelle:

Frehner, M. (2020). Sport und Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren: So klappt’s. Zuletzt aufgerufen am 11.11.2020 unter https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/sport-und-bewegung-im-arbeitsalltag-in-4-schritten-gesuender-leben/150/22776/364801

Lagé, L. (2017). Sport hilft zu mehr Erfolg im Beruf. Zuletzt aufgerufen am 11.11.2020 unter www.wiwo.de/erfolg/koerperliche-fitness-sport-verhilft-zu-mehr-erfolg-im-beruf/19761730.html

Technische Krankenkassse (2016). Entspann dich, Deutschland. TK-Stressstudie 2016. Zuletzt aufgerufen am 11.11.2020 unter https://www.tk.de/resource/blob/2026630/9154e4c71766c410dc859916aa798217/tk-stressstudie-2016-data.pdf

World Health Organization, Physical activity to stayhealthy. Zuletzt aufgerufen am 11.11.2020 unter https://www.euro.who.int/en/health-topics/disease-prevention/physical-activity/data-and-statistics/physical-activity-to-stay-healthy.

17.11.2020 - 11:31

John Kellinghaus – Schüler:

„Ich bin in der 13. Klasse eines Gymnasiums, stehe vor meinem Abitur und bin gleichzeitig Mitglied im Skeet-Nationalkader. Ich gehe auf eine Sportschule, die nur wenige Kilometer von meinem Trainingsort entfernt liegt. Sport ist bei uns Abiturfach. Die Schule unterstützt mich sehr und ich kann jederzeit zum Schulleiter gehen und wegen einer Freistellung fragen. Wenn die schulischen Leistungen passen, ist das auch nie ein Problem. Viele meiner Klassenkameraden machen Leistungssport – von Reiten bis Turnen und Fußball ist alles vertreten. Ichhabe mir die Schule bewusst ausgesucht, nicht nur wegen des Standorts, sondern auch, weil ich dort geregelte Schulzeiten habe, die mir das Training am Nachmittag ermöglichen. Wichtig ist dabei, sich immer einen Plan zu machen, vor allem wenn die Klausurenphase anfängt. Da ist Selbstdisziplin wichtig. Es muss alles zusammenpassen. Schule wie Training. Ich muss mir das gut durchtakten, und man muss sich bereits vorher Gedanken machen, wann man Zeit hat zu lernen. Aber es kann auch vorkommen, dass ich mich bei einem Turnier noch abends hinsetze und lerne. Irgendwie muss der Stoff ja reinkommen. Wenn man so viel fehlt, braucht man zudem gute Leute, die einem den Unterrichtsstoff dann bereitstellen und man nicht alles selbst erarbeiten muss. Manchmal ernte ich schon ein wenig schiefe Blicke von Mitschülern, wenn ich eine Freistellung bekomme, aber ich merke auch immer wieder die Unterstützung der Lehrer, die fragen, wie es auf Wettkämpfen lief oder die im Sportunterricht sagen, dass ich lieber einen Gang ruhiger schalten soll, wenn eine Übung mit höherer Verletzungsgefahr ansteht und gleichzeitig ein wichtiger Wettkampf auf dem Programm steht. Hätte ich die Unterstützung von der Schule nicht, wäre das mit dem Sport sehr stressig. Wenn ich mit der Schule fertig bin, möchte ich auf jeden Fall weiter machen mit dem Schießsport und dann zur Bundespolizei.“

Jan Luca Karstedt - Auszubildender:

 „Sport und Beruf miteinander zu verbinden, war zu meiner BFD-Zeit (Bundesfreiwilligendienst, Anm. d. Red.) wirklich einfach, weil ich viele Freiheiten genossen habe, da ich ein BFD im Leistungssport gemacht habe. Von meinen 40 Stunden Arbeitszeit hatte ich also 20 Stunden Zeit für Schießtraining. Ich durfte meinen Wochenplan selbst gestalten, und das hat super funktioniert. Eigentlich hatte ich bereits einen Ausbildungsplatz, aber leider war der Arbeitgeber nicht sehr offen für den Sport und stellte mich nicht für Wettkämpfe frei. Das war für mich keine Option. Über den Laufbahnberater beim Olympiastützpunkt kam ich dann zum BFD am Olympiastützpunkt Niedersachsen. Deshalb habe ich mit dem BFD begonnen, und das war im Nachhinein eine wirklich gute Entscheidung, denn das BFD hat mir wirklich viel gebracht. Heute habe ich einen neuen Ausbildungsplatz als Elektroniker für Automatisierungstechnik, bei dessen Vermittlung mir wiederum mein Laufbahnberater geholfen hat. Hier kann ich mich nun zusätzlich für Wettkämpfe freistellen lassen, was ich aber durch die momentane Situation noch nicht testen konnte. In Moment arbeite ich also ganz normal und gehe abends zum Training.“

Isabella Straub – Lehramtsstudentin:

„Studium und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen, bedeutet viel Organisation. Bei der Stundenplanerstellung ist man oft nur eingeschränkt flexibel. Trotzdem achte ich - so gut es geht - darauf, auf die Stützpunkttrainings Rücksicht zu nehmen. Auf Grund dessen habe ich auch einige Kurse in höhere Semester verschoben. Sehr oft hat man lange Tage und man muss sich damit abfinden, dass Manches eine Zeit lang auf der Strecke bleibt. Die Anfangsstudienzeit, als es auch noch Studiengebühren gab, war wirklich hart, weil ich neben Studium und Leistungssport auch noch arbeiten gehen musste. Schwierig gestalten sich auch immer die Sommersemester, in dem viele Wettkämpfe und Ausscheidungen liegen. Da habe ich oft gefehlt. Hier ist es wichtig, ein gutes Netzwerk mit Leuten zu haben, die einen mit Mitschriften und Infos versorgen. Ich kann nur allen raten, sich im Vorfeld gut über den Studiengang zu informieren und sich gut mit Kommilitonen sowie Studierenden aus höheren Semestern zu vernetzen. Und auch die Fachschaft kann nützlich sein, denn sie hat vielleicht ein paar alte Klausuren oder den ein oder anderen Tipp für dich. Ansonsten gilt es, seinen Uni-Stundenplan um die Trainingseinheiten herumzubauen – oder man befindet sich gerade im Urlaubssemester, so wie ich, um sich auf die Olympiaausscheidung vorzubereiten.“

Katharina Bauer - Sozialversicherungsfachanstellte:

„Ich arbeite als Sozialversicherungsfachangestellte bei der DAK Gesundheit. Sie gibt mir die Freistellung für Wettkämpfe und Trainingslager. Meinen Dienstausfall bekommt mein Arbeitgeber sie  von der Sporthilfe rückerstattet. Außerdem kann ich meinen Tag auch tagsüber recht frei gestalten, sonst würde ich die 20-25 Stunden Training pro Woche gar nicht schaffen. Ich habe jede Woche meinen Trainingsplan, der auf den Wetterbericht abgestimmt ist, und daraufhin gestalte ich meine Trainingszeiten um meine Arbeit herum. Ich habe sowohl verkürzte als auch flexible Arbeitszeiten, was heißt, dass ich jeden Tag zwischen 8.00 bis 18.00 Uhr arbeiten kann - das aber angepasst auf mein Training. Meine Empfehlung ist Planung, denn alles ist planbar. Man muss sich Zeiten zurecht legen, in denen man bestimmte Sachen erledigt. So bringt man Struktur in seinen Alltag. Ich setzte mir selbst Prioritäten an unterschiedlichen Tagen und je nachdem richte ich meinen Tag danach aus. Da kommt neben Priorität ‚Arbeit‘ oder Priorität ‚Krafttraining‘ aber auch Priorität ‚Freunde‘ rein, damit ich das auf keinen Fall vor lauter Training vergesse. Das ist für mich persönlich sehr wichtig.“

16.11.2020 - 15:51

Bericht des Präsidenten: Corona, Bundesstützpunkt und Extremismus

In seinem Bericht ging von Schönfels natürlich auf die Corona bedingten Absagen fast aller internationalen und nationalen Sportevents ein. „Wir haben frühzeitig im März gehandelt und damit für alle Planungssicherheit geschaffen.“ Mit der Durchführung des Deutschland Cup Bogen in Wiesbaden sowie des „Meisterschützen“, des ersten Online-Fernwettkampfes in der DSB-Historie, seien Angebote für die Top-Sportler und Medien sowie die Basis geschaffen worden. Das normale Programm sei damit nicht zu ersetzen gewesen, „wir konnten aber feststellen, dass der Bogen- und Schießsport und die neue digitale Welt besser zusammenpassen als zunächst gedacht.“ Und weiter: „Aber natürlich hoffen wir auf ein Stück weit Normalität im nächsten Jahr. Die kommende Saison soll auf jeden Fall mit Meisterschaften bestückt sein. Wir müssen das Schiff DSB unter Dampf halten!“

Dabei hilft zukünftig auch der Bundesstützpunkt Wiesbaden/Frankfurt. „Der Bundesstützpunkt ist fertig, und wir sind froh, unseren Sportlern eine optimale Trainingsstätte zu bieten“, so der Präsident. Nun gilt es, das Ganze mit Leben zu füllen und darauf zu achten, „dass sich das Objekt finanziell auch trägt und keine zusätzliche Belastung für den laufenden Haushalt darstellt.“

Dann kam der Präsident zu einem Thema, das ihm sehr wichtig ist: „Rassismus, Extremismus und Gewalt haben keinen Platz bei uns. Deswegen begrüße ich die Installation und die Arbeit der AG ,Schützen gegen Extremismus, für Vielfalt und Demokratie‘ sehr.“ Die schlimmen Vorfälle der jüngeren Vergangenheit, bei denen Mitglieder aus unseren Vereinen die Täter waren, brächten die Reputation der Schützen in Gefahr. „Ein Weiter so kann es nicht mehr geben, wenn wir unseren Sport bewahren wollen“, sprach von Schönfels deutliche Worte und kündigte für den kommenden Präsidentenbrief im Dezember Informationen für die Basis an.

Deutscher Schützentag 2021 vor Ort geplant

Ein optimistisches Zeichen wollen die Delegierten auch mit der Präsenz-Durchführung des Deutschen Schützentages in Gotha 2021 setzen. Nach Rücksprache mit der Stadt Gotha und dem Thüringer Schützenbund kann dieser – Stand jetzt – in abgespeckter Form, d.h. mit der Minimalzahl an Delegierten sowie deutlich reduziertem Programm stattfinden. Auch das Bundes(jugend)königsschießen soll ausgetragen werden, dann am Bundesstützpunkt in Suhl.

Das Thema Blei beschäftigt den DSB

Zum Thema Waffenrecht gab Walter Wolpert, Vize-Präsident Recht, seinen Bericht ab. Nachdem das dritte Waffenrechtänderungsgesetz zum 1. September komplett in Kraft getreten ist, arbeitet der DSB nun mit dem Land Nordrhein-Westfalen an der Umsetzung einer Muster-Verordnung für die Anerkennung von Schießstandsachverständigen.
Ein weiteres großes Thema, das den DSB beschäftigt, ist die „Blei-Thematik“. Derzeit laufen auf europäischer Ebene zwei Verfahren zur Beschränkung bleihaltiger Munition. Zum einen zur Verwendung von Bleischrot über Feuchtgebieten, zum anderen über ein generelles Bleiverbot. Damit gibt es zwei zu klärende Fragen, wie Wolpert referierte: „Es muss definiert werden, was Feuchtgebiete bedeutet, um Rechtssicherheit für unsere Flinten- und sonstige offene Stände zu erhalten. Generell gilt es zu prüfen, ob es für uns Sportschützen Ausnahmegenehmigungen gibt, um unseren Sport in gewohnter Weise weiter ausüben zu können.“

Öffentlichkeitsarbeit & Tradition & Verbandsentwicklung

Erfreuliches konnte Wolfgang Kink, Vize-Präsident Öffentlichkeitsarbeit, vermelden: Der DSB nimmt die an der Basis sehr gut angenommene Webinar-Reihe wieder auf und startet am 2. Dezember wieder sein Programm. „Zudem gibt es mit den „DSB-Themenwochen“ sowie dem Podcast „Volltreffer“ zwei neue Blöcke, die informieren und unterhalten.“

Wilfried Ritzke, Vize-Präsident Tradition, hatte gleich zwei gute Meldungen zu verkünden: So finde das Bundes(jugend)königsschießen 2022 voraussichtlich in München zum 50. Jubiläum der Olympischen Spiele dort statt. Zum anderen habe Böller-Referent Rolf Gilgen seine Arbeit aufgenommen und werde es zukünftig Informationen auf der DSB-Homepage zu dieser Thematik geben.

Auch Prof. Markus Stumpf, Vize-Präsident Verbandsentwicklung & Ethik, stellte mit den Handlungsempfehlungen zum Gewinnen und Binden von Ehrenamtlichen ein konkretes Werkzeug in Aussicht. Diese sollen zur nächsten Gesamtvorstandssitzung im Frühjahr 2021 vorgestellt und herausgegeben werden und somit als ein wichtiger Baustein für das Fortbestehen der Vereine dienen.

16.11.2020 - 11:40

Schule

Eine Möglichkeit Schule und Sport bestmöglich zu integrieren sind Sportschulen (z.B. Eliteschulen des Sports) oder Sportinternate, die für unsere Sportart vor allem in den neuen Bundesländern zu finden sind. Freistellungen für Wettkämpfe und Trainingslager sind hier eher zu erreichen und Sportler befinden sich oft in reinen Sportklassen und damit unter Gleichgesinnten mit ähnlichen Zielen. Diese Chance nutzt z.B. Abiturient und Skeet-Schütze John Kellinghaus, der im Laufe der Woche noch erzählen wird, wie er Schule und Sport unter einen Hut bringt. Zusätzlich können Schüler, die von der Sporthilfe unterstützt werden, eine Bezuschussung zu Nachhilfekosten erhalten. Trotzdem gibt es gerade im Schießsport Unterschiede zu anderen Sportarten, wie DSB-Athletenmanagerin  Hannelore Aslanidis erklärt: „Im Gewehr- und Pistolenbereich kommen Schützen im Vergleich zu anderen Sportarten meist erst recht spät in den Nationalkader.“ Zudem genieße der Schießsport z.T. keinen guten Ruf, da er mit Amokläufen in Verbindung gebracht wird,  was die Aufnahme des Schießsports an Schulen erschwert.  Besser sieht es im Bogenbereich aus. Hier bieten freiwillige Schul-AGs im Nachmittagsangebot einen Einstieg in den Sport, was künftig noch weiter durch den DSB ausgebaut werden soll.

Studium

Bundeskadersportler, die an einer der Partnerhochschulen des Spitzensports studieren, haben die Möglichkeiten Lockerungen bei den Präsenzzeiten zu erhalten, können ihren Stundenplan oftmals schon vor allen andern zusammenstellen und die entsprechenden Fächer wählen und erhalten Vergünstigungen. Studenten haben zudem die Möglichkeit, bei der Sporthilfe das so genannte Deutsche Bank Stipendium zu beantragen. Die maximale Förderdauer des Deutsche Bank Sportstipendiums ist die Regelstudienzeit des jeweiligen Studienganges plus 50 Prozent. Während der Förderdauer erhält der Sportler zusätzlich zur Grundförderung pro Monat 300 Euro.  Bis zu 300 studentische Athleten der Deutschen Sporthilfe aus rund 30 Sportarten aus allen Regionen Deutschlands werden hier gefördert. So konnten die bisher 2128 geförderten Athleten insgesamt 73 Siege bei Olympischen und Paralympischen Spielen sammeln, 306 WM-Titel und 438 EM-Titel gehören ebenso zur stolzen Bilanz. Dass man auch die Erfahrung des Sports gut mit dem Studium verbinden kann, beweisen beispielsweise die ehemalige Bogenschützin Elena Richter, die sich nun auf die Finalisierung ihres Studium der Sportpsychologie fokussiert oder Pistolenschützin Julia Hochmuth, die einen Abschluss in Sportmanagement vorweisen kann.

Wer sich für ein Auslandsstudium interessiert kann auch dieses mit dem Sport verknüpfen. Olympiasieger Henri Junghänel oder David Koenders haben z.B. diese Chance genutzt und sich eine amerikanische Universität gesucht, die Schießsport im Programm hat und dort mit Hilfe eines Sportstipendiums ihren Universitätsabschluss erlangt.

Ausbildung/Beruf

Spitzensportler wie der ehemalige Olympionike Daniel Brodmeier oder Bogenschützin Katharina Bauer machen es vor, dass Spitzensport auch mit einem regulären Beruf möglich ist. Unterstützung erhalten Sportler und Arbeitgeber auch hier von der Sporthilfe – sofern die Sportler dem Olympiakader oder Perspektivkader des Deutschen Schützenbundes angehören. Dem Arbeitgeber ist es dadurch möglich, den Verdienstausfall, der durch Wettkämpfe und Lehrgänge der Sportler entsteht, in Rechnung zu stellen und von der Sporthilfe rückerstattet zu bekommen. Doch müssen die Sportler auch einen Teil ihrer Urlaubstage dafür aufwenden.

Wie man einen Arbeitgeber findet, der offen gegenüber dem Sport ist? Fragen! Und zwar am besten die Laufbahnberater der Olympiastützpunkte, an die sich alle Landeskader- und Nationalkaderschützen wenden können. Seit längerem ist diese Erstberatung sogar für neue Kadermitglieder verpflichtend, um überhaupt eine Förderung der Sporthilfe zu erhalten. Die Laufbahnberater haben oftmals einen Pool an Arbeitgebern in der Hinterhand und können somit dabei helfen, den perfekten Arbeitgeber für Sportler zu finden. Aslanidis rät: „Am besten ist es,  gleich bei der Einstellung ehrlich zu sein und nach den Freistellungen zu fragen, sonst könnte später eine böse Überraschung folgen. Außerdem ist es für die Firma ein Aushängeschild, wenn man sowohl im Beruf als auch im Sport erfolgreich ist.“ Auch der DSB unterstützt bei der Kommunikation mit dem Arbeitgeber und geht z.B. Jahrespläne gemeinsam durch, um eine passende Lösung für alle zu finden.  

Bundeswehr

Eine extra Sportfördergruppe bietet die Bundeswehr für Sportler der olympischen Disziplinen. Weltklasse Schützen wie Sonja Pfeilschifter (Gewehr), Monika Karsch (Pistole) und Christine Wenzel (Flinte) schlugen diesen Weg ein und wurden damit nicht nur zum Profi-Sportler, sondern auch zu einer der besten Schützinnen der Welt. Grundvoraussetzung für einen Platz ist der Bundesaderstatus ab Perspektivkader aufwärts. Anschließend wird der Vertrag jährlich in Abstimmung mit dem DSB verlängert. Absolviert werden müssen in der Zeit einige Laufbahnlehrgänge der Bundeswehr, ansonsten sind die Sportler für die Trainings und Wettkämpfe komplett freigestellt. Auch ein Teilzeitstudium bei der Bundeswehr ist möglich. 

Wer seine aktive Sportlerkarriere beendet, hat die Möglichkeit einem zivilen Beruf nachzugehen oder  weiterhin bei der Bundeswehr zu arbeiten. Sonja Pfeilschifter zählte nicht nur im Sport, sondern auch bei den Lehrgängen zu den Jahrgangsbesten und ebnete sich damit den Weg auch nach ihrer aktiven Karriere Berufssoldatin zu bleiben. Karsten Bindrich blieb ebenfalls und ist heute als Flintentrainer bei der Bundeswehr aktiv.

Seit zwei Jahren hat die Bundeswehr die Offizierslaufbahn für Sportler geöffnet. Damit ist ein Studium an der Hochschule der Bundeswehr möglich und die Übernahme in den Dienst bei der Bundeswehr  ist nach Beendigung der Sportkarriere gesichert. 

Aber es kann aber auch in eine ganz andere Richtung laufen: Olympiasiegerin Barbara Engleder entschied sich für den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, der den Berufseinstieg nach der Sportkarriere erleichtern soll und von der Bundeswehr finanziert wird und schloss am Olympiastützpunkt ihre Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte ab. Heute arbeitet sie in ihrem Heimatdort Triftern in der Stadtverwaltung. Bundeswehrsoldatin und Olympiasilbermedaillengewinnerin im Doppel-Trap, Susanne Kiermayer, nutzte ebenfalls den Berufsförderungsdienst für eine Ausbildung und schlug  nach ihrer aktiven Sportlerlaufbahn einen Weg als Tierphysiotherapeutin ein. Ihre Flinte rührte sie nie wieder an.

Polizei

Gleich mehrere Möglichkeiten (ebenfalls nur olymp. Disziplinen) gibt es für Sportler bei der Polizei: Die Sportfördergruppe der Bundespolizei oder eine der Sportfördergruppen, die von den jeweiligen Länderpolizeien in mittlerweile fast allen Bundesländern unterhalten werden. Lisa Unruh, Michelle Kroppen und Elisa Tartler sind drei erfolgreiche Beispiele aus dem Bogensport bei der Bundespolizei, die zeigen, dass das Modell Früchte trägt. Alle mussten hierfür einen Aufnahmetest bestehen und können nach der Beendigung ihrer aktiven Karriere im mittleren Dienst bei der Polizei weiterarbeiten. Das ist auch der größte Unterschied zur Bundeswehr, bei der es nicht immer automatisch nach der aktiven Karriere weitergeht. Auch wer in die Sportfördergruppe der Länderpolizei will, muss einen Aufnahmetest bestehen. Am Ende wartet auch hier der mittlere oder gar der gehobene Dienst auf die Sportler. So ist beispielsweise Christian Reitz inzwischen Oberkommissar bei der Landespolizei Hessen. Vorteil dieser Fördergruppen ist, dass sich automatisch eigene Trainingsgruppen an den Orten wie Berlin (Bundespolizei) oder z.B. Hochbrück (Länderpolizei Bayern) bilden, bei denen die Sportler voneinander profitieren.

Feuerwehr:

Ein besonderes Projekt weist Brandenburg auf. Hier ist es für Sportler auch möglich, bei der Landesfeuerwehr einen Förderplatz zu erhalten. Flintenschütze Tilo Schreier ist einer der wenigen Sportler, die diese Option bisher genutzt haben. „Es wäre wünschenswert, wenn diese Möglichkeit mehr verbreitet wäre“, merkt auch die DSB-Athletenmanagerin an.

In Hessen läuft derweil ein Pilotprojekt eine weitere Sportfördergruppe, und zwar in der allgemeinen Verwaltung, die z.B. Gewehrschützin Jaqueline Orth nutzte. Sportler erhalten hier eine gestreckte Ausbildung und können ihr Studium an der Verwaltungshochschule abschließen, um anschließend im öffentlichen Dienst, ganz ohne Uniform, zu arbeiten.

Und dann gibt es noch die Athleten, die ihre Erfahrung genutzt haben, um eine eigene Firma aufzubauen oder sie an andere weiterzugeben. So z.B. Olympiateilnehmer Maik Eckhard, Johann Zähringer oder Armin Rothmund. Sie haben eigene Firmen gegründet und stecken ihr Know-How inzwischen in die Entwicklung von Schießsportequipement. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause oder Bundesstützpunkttrainerin Katharina Bechtel sind hingegen zwei erfolgreiche Sportlerinnen, die heute als Trainerinnen gemeinsam mit ihren Schützlingen erneut um Gold kämpfen.

„Uns ist es ein Anliegen, den Sportlerinnen und Sportlern alle Wege aufzuzeigen“, so Aslanidis, die vor allem die Sportfördergruppen in den Fokus rückt: „Das ist die Zukunft!“. Welchen Weg die Athleten am Ende wählen, dürfen sie selbst entscheiden, denn sie selbst sind es, die den Weg auch gehen müssen. Egal, in welche Richtung.

13.11.2020 - 12:01

Gemeinsam mit der Führungsakademie baut der DSB sein Angebot aus, bis zu 500 Personen können zukünftig bei den Webinaren zugeschaltet sein und somit Informationen aus erster Hand erhalten. Geplant ist, einmal pro Monat ein Thema der Basis anzubieten und dabei wie gewohnt das breite Spektrum des Bogen- und Schießsports abzudecken.

Am 2. Dezember geht es los

Da wir uns immer noch inmitten der Corona-Pandemie befinden, nimmt das erste Webinar am 2. Dezember direkten Bezug darauf: „Mitgliederversammlung 2021 – Rechtssichere Planung und Durchführung“ lautet der Titel und Stefan Wagner wird in bewährter Manier durch das Webinar führen.

Und da wir kurz vor Weihnachten sind, gibt es ausnahmsweise im Dezember noch ein Geschenk in Form eines zweiten Webinars. Dies findet am 17. Dezember um 18.00 Uhr statt und hat die Fragestellung "Was macht ein Talent aus - allgemeine Kriterien der Talentfindung und Förderung und die Betrachtung dieser im Kontext des Schieß- und Bogensports" als Thema. Stefan Müller, DSB-Bundestrainer Sportwissenschaft, trägt dann vor.

Für die Anmeldung reicht eine formlose E-Mail an info(at)fuehrungs-akademie.de mit folgenden Angaben: Verein, Mailadresse, Vorname und Name sowie der Name bzw. Termin des gewünschten Webinars.

13.11.2020 - 11:43

So werden für den Spitzenbereich die Wege aufgezeigt, wie sich am besten der Leistungssport mit einem beruflichen Umfeld verbinden lässt. Schließlich ist jedem bewusst, dass ein zweites Standbein während bzw. vor allem nach der Karriere unabdingbar ist.

Einige der DSB-Nationalkader erzählen, wie sie dieses Thema handhaben, und natürlich gibt es auch Tipps & Infos für den Breitensportler, wie sich der Sport positiv auf den Beruf auswirkt.

Wir wünschen ein arbeitsfreies und umso mehr sportliches Wochenende!

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