18.08.2022 - 15:40

Das klare Ziel muss sein, die Schützenhäuser trotz der zu erwartenden Schwierigkeiten so lange wie möglich geöffnet zu halten. Der DOSB hat auf seiner Homepage die wichtigsten Fragen und Antworten aufgelistet: Wie ist der aktuelle Stand? Was sagt die Politik? Mit welchen Sofortmaßnahmen können Vereine Vorsorge ergreifen? etc.

In diesem Zusammenhang bietet sich Vereinen die Möglichkeit, am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ teilzunehmen. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf Sportstätten und Schwimmbädern - bis zum Jahr 2027 stehen insgesamt 476 Millionen Euro zur Verfügung. Wie Vereine an dem Bundesförderprogramm teilnehmen können - Sportvereine sind nicht direkt antragsberechtigt, sondern müssen dies über ihre Kommune laufen lassen - und was förderfähige Maßnahmen sind, können Interessierte auf einer weiteren DOSB-Infoseite nachlesen. Wichtig: Das Interesse daran muss im Zeitraum 15. August bis 30. September 2022 angemeldet werden.

18.08.2022 - 14:11

Nach mittlerweile über zwei Jahren pandemiebedingten Auflagen, Verboten und Einschränkungen im organisierten Sport, ist es für alle deutschlandweiten Schützenvereine nun endlich wieder möglich, Präsenzveranstaltungen, zielführende und informative Kinder- und Jugendtrainings und besonders nationale und internationale Wettbewerbe zu veranstalten. Besonders heftig haben diese erwähnten „Corona-Auflagen“ den Nachwuchs tangiert. Bis dato aber wurden die Auflagen aus der Politik von vielen Schützenvereinen, Schützenkreisen, Schützenbezirken und Schützengauen ideal und „coronakonform“ angenommen.

Ganz besonders gilt dies auch - weiterhin - für die zukünftige Nachwuchsarbeit im Jugendschützenwesen. Die Entwicklung von einem Schützenverein mit Musik, Tradition, Brauchtum und einer Sportabteilung, zu einem Verein mit Breitensport und leistungsorientierten Trainingsmöglichkeiten begann beim SV ALTKLOSTER VON 1883 e.V. im Jahr 2015.

Ein mögliches Beispiel für eine gezielte und konstruktive Kinder- und Jugendarbeit im Vereinswesen bietet aktuell der erwähnte Schützenverein SV ALTKLOSTER VON 1883 e.V. In diesem facettenreichen Schützenverein aus dem „Hohen Norden“ wurde schon vor der Pandemie eine akribische und umfangreiche Nachwuchsarbeit an den Tag gelegt und dies soll auch in Zukunft so der Fall bleiben! Erfolgreich ist und war der genannte Schützenverein - aus Nordwest - auch mit jungen „Lichtpunktsportlern“. Schon im jungen Alter von ca. 6 Jahren wird und wurde bereits versucht, die Kids „spielerisch“ ans Schützenwesen heranzuführen. Ferner sind durch gezielte Aktivitäten, zielführende Trainingseinheiten und gut organisierte Veranstaltungen die Mitgliederzahlen bei der Jugend weiter angestiegen und werden hoffentlich auch zukünftig weiter nach oben “klettern“. Im aktuellen Landeskader des Landesverbandes Nordwest (NW) sind vor allem jugendliche Schüler vertreten, die mit dem „Lichtschießen“ begonnen haben. Zukünftig gilt es auch weiterhin, diesen eingeschlagenen Weg möglichst effektiv, planmäßig und nachhaltig weiterzuverfolgen!

Ein wichtiger Grundgedanke des SV ALTKLOSTER VON 1883 e.V. Nachwuchs-Konzepts ist es, Talente zu sichten, auszubilden und stetig weiter zu fördern. Dies geschieht in systematisch betriebenen Talent-Sichtungen. Nach den Worten von Jugendsportleiter Ralf Richter: „Mit Stolz können wir behaupten, unsere Jugendsportabteilung ist auf dem richtigen Weg.“

Der Schützenverein aus dem Bundesland Niedersachsen hat sich in den letzten Jahren gut weiterentwickelt. Die Eröffnung der modernen Sportanlage konnte auch einen erheblichen Teil dazu beitragen. Besonders in der schwierigen „Coronazeit“ wurde - nach allen gesetzlichen Vorschriften - den jungen Sporttreibenden die Möglichkeiten geboten, zu trainieren. In Einzeltrainings wurden zum Beispiel die Technik verbessert und die allgemeine Koordination trainiert. Im Sportjahr 2021 konnten in dem genannten Schützenverein 19 erfolgreiche Startplätze für die Deutsche Meisterschaft errungen werden. Bei den Landesmeisterschaften 2022 wurden bis dato schon vier Landesmeistertitel, ein Mannschaftsmeistertitel und acht Podestplätze erreicht.

Der nächste wichtige Schritt - in naher Zukunft - ist das Einbinden einer Pistolenabteilung mit ausgebildeten und erfahrenen Trainern. Erneut nach den Worten von Jugendsportleiter des Schützenvereins Ralf Richter: „Die Ideen gehen uns nicht aus und zu verdanken haben wir es nur unserem tollen Vorstand, der für alle Abteilungen das Beste gibt. Ein Verein lebt von der Gemeinschaft und diese leben Schützen und Schützinnen des Schützenvereins Altkloster von 1883 e.V. auf eine wundervolle Art.“

Die Deutsche SchützenJugend (DSJ) wünscht auch in Zukunft viel Erfolg, Freude und weiterhin „Gut Schuss“ bei der Nachwuchsarbeit!

18.08.2022 - 10:15

Alle wichtigen Informationen zu dieser Sportveranstaltungen gibt es über den folgenden Link.

17.08.2022 - 21:16

In der Disziplin Vetterli Replica lieferten sich Michael Sturm und Walter Massing ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Schützen schossen perfekte 100 Ringe, sodass der schwächste Zehner ausgemessen wurde. Und dieser war bei Sturm um 2,0 Millimeter näher am Zentrum als der von Massing. Auch der drittplatzierte Slowake Vladimir Jurza und die Vierte Ute Gretz schossen die Maximalringzahl. Dementsprechend glücklich zeigte sich Sturm: „Ich bin natürlich sehr zufrieden. Auch wenn man zu den Favoriten zählt, muss es immer auch erst klappen, und es gehört auch das Quäntchen Glück dazu, denn man kann auch mit einer 100 neben dem Treppchen stehen.“ Auch in seinen weiteren Disziplinen schoss Sturm stark, ob in Einzel (Gold Lamarmora Replica, „Ich musste mich durchbeißen, weil ich relativ früh meine Streichergebnisse hatte.“) oder Team (drei Titel) stürmte er zu weiteren Erfolgen. „Das waren meine Einzeltitel drei und vier, aber bei den Teamerfolgen weiß ich nicht, wie viele es jetzt schon sind“, gab er lachend zu.

Ein Millimeter-Entscheidung gab es in der Disziplin Tanegashima Replica: Routinier Walter Massing hatte am Ende mit 98 Punkten die gleiche Ringzahl wie der zweitplatzierte Hans-Peter Rüfenacht aus der Schweiz. Doch die schwächere Neun von Massing war um ganz 0,4 Millimeter am Zentrum als die des Eidgenossen. Doch das war nicht alles für Massing, der weitere zwei Gold- und zwei Silbermedaillen sein eigen nennen durfte. "Es lief richtig gut heute. Auch wenn es mein sechster WM-Titel in der Disziplin Tanegashima war, ist es immer wieder schön und auch dieser Titel etwas Besonderes."

Und auch der „Nachwuchs“ fügte sich nahtlos in diese Erfolgsserie ein und landete einen Doppelsieg: Kiara Baumhakl gewann mit 95 Ringen und einem Vorsprung von vier Ringen vor Kilian Fichtl den Titel in der Disziplin Whithworth Jugend.

Die Medaillengewinner des zweiten Tages

Maximilian Original: 1. Johan Karlsson/SWE 94 Ringe 2. Herbert Grad/SUI 92 Ringe 3. Fabrice Dedryver/FRA 89 Ringe

Maximilian Replica: 1. Jose Antonio Delgado/ESP 97 Ringe 2. Leonhard Brader/GER 94 Ringe 3. Timo Näätänen-Lihavainen/FIN 93 Ringe

Wedgnock (Team): 1. Deutschland (Günter Bitzer, Frank Börtzler, Roland Juranek) 261 Ringe 2. Großbritannien 253 Ringe 3. Spanien 242 Ringe

Luca (Team): 1. Deutschland (Leonhard Brader, Reiner Holla, Michael Sturm) 276 Ringe 2. Spanien 272 Ringe 3. Österreich 261 Ringe

Whithworth Original: 1. Adrian Eichelberger/SUI 97 Ringe 2. John Harper Smith/GBR 95 Ringe 3. Ulrich Eichelberger/SUI 95 Ringe

Whithworth Replica: 1. Walter Massing/GER 99 Ringe 2. Leonhard Brader/GER 99 Ringe 3. Timo Näätänen-Lihavainen/FIN 97 Ringe

Whithworth Jugend: 1. Kiara Baumhakl/GER 95 Ringe 2. Kilian Fichtl/GER 91 Ringe 3. Natividad Valero Blasco/ESP 74 Ringe

Rigby (Team): 1. Deutschland (Frank Börtzler, Tanja Koch, Walter Massing) 288 Ringe 2. Österreich 287 Ringe 3. Slowakei 281 Ringe

Colt: 1. Stanislav Hromada/CZE 94 Ringe 2. Christophe Batista/FRA 94 Ringe 3. Francisco Joaquin Pla Martinez/ESP 94 Ringe

Adams (Team): 1. Frankreich 276 Ringe 2. Tschechische Republik 272 Ringe 3. Slowakei 269 Ringe

Tanegashima Original: 1. Andreas Mosch/SUI 96 Ringe 2. Johan Karlsson/SWE 95 Ringe 3. Leo Mertens/NED 93 Ringe

Tanegashima Replica: 1. Walter Massing/GER 98 Ringe 2. Hans-Peter Rüfenacht/SUI 98 Ringe 3. Günter Bitzer/GER 97 Ringe

Nobunaga (Team): 1. Deutschland (Frank Börtzler, Leonhard Brader, Roland Juranek) 264 Ringe 2. Niederlande 254 Ringe 3. Schweden 245 Ringe

Nagashino (Team): 1. Frankreich 284 Ringe 2. Deutschland (Peter Käpernick, Walter Massing, Ute Gretz) 280 Ringe 3. Tschechische Republik 275 Ringe

Vetterli Replica: 1. Michael Sturm/GER 100 Ringe 2. Walter Massing/GER 100 Ringe 3. Vladimir Jurza/SVK 100 Ringe

Vetterli (Team): 1. Deutschland (Ute Gretz, Peter Käpernick, Michael Sturm) 296 Ringe 2. Slowakei 292 Ringe 3. Frankreich 290 Ringe

Manton Replica: 1. Willem Monsees/ESP 44 Treffer 2. Tamas Dobos/HUN 42 Treffer 3. David Corneby/GBR 42 Treffer

Hawker (Team): 1. Großbritannien 121 Treffer 2. Deutschland (Alfred Bloem, Franz Lotspeich, Dirk Willms) 120 Treffer 3. Spanien 120 Treffer

Tanzutsu Original: 1. Lars Olof Arvidsson/SWE 72 Ringe 2. Fernando Serrano Munoz/ESP 72 Ringe 3. Josef Forman/CZE 70 Ringe

Tanzutsu Replica: 1. Gerhard Sperrer/AUT 95 Ringe Treffer 2. Robert Szuppin/AUT 94 Ringe 3. Darwin Flilippin/ITA 93 Ringe

Kunimoto (Team): 1. Österreich 275 Ringe 2. Deutschland (Matthias Dreisbach, Matthias Plöscher, Helmut Stubenrauch) 262 Ringe 3. Slowakei 261 Ringe

Lamarmora Original: 1. Balazs Nemeth 95 Ringe 2. Miguel Angel Colmenares/ESP 94 Ringe 3. Günter Bitzer/GER 93 Ringe

Lamarmora Replica: 1. Michael Sturm/GER 97 Ringe 2. Ute Gretz/GER 96 Ringe 3. Sakari Viertola/FIN 96 Ringe

Enfield (Team): 1. Deutschland (Ute Gretz, Reiner Holla, Michael Sturm) 284 Ringe 2. Slowakei 278 Ringe 3. Ungarn 272 Ringe

Königgrätz (Team): 1. Schweiz 276 Ringe 2. Deutschland (Günter Bitzer, Martin Kloke, Peter Käpernick) 275 Ringe 3. Spanien 271 Ringe


Das deutsche Team 
Athleten: Kiara Baumhakl, Günter Bitzer, Alfred Bloem, Frank Börtzler, Leonhard Brader, Matthias Dreisbach, Kilian Fichtl, Ute Gretz, Joachim Haller, Reiner Holla, Roland Juranek, Peter Käpernick, Thomas Klaner, Martin Kloke, Tanja Koch, Wilfried Kretschmer, Franz Lotspeich, Walter Massing, Matthias Plöscher, Lorena Schneider, Andreas Stock, Helmut Stubenrauch, Michael Sturm, Dirk Willms, Andreas Wimmer, Eberhard Wind 
Betreuer: Thomas Baumhakl, Brigitte Fritsch, Franz-Josef Kerber, Gerhard Lang

17.08.2022 - 15:36

Und die Leistungskurve zeigt nach oben, die Ergebnisse der Weltcups wurden kontinuierlich verbessert. Zuletzt sorgte Paul Pigorsch mit Platz sechs in Changwon für eine Top-Platzierung, zuvor hatte Katrin Murche mit Rang sechs und sieben bei den Weltcups in Nikosia und Baku für Weltklasse-Ergebnisse gesorgt. Und deswegen sagt Bundestrainer Uwe Möller: „Der bisherige Verlauf der Saison stimmt optimistisch, Luft nach oben ist aber natürlich immer.“ Der Leistungszenit soll im Optimalfall bei der EM und der kurze Zeit später stattfindenden WM erreicht werden, schließlich gibt es zwei (EM) bzw. vier (WM, jeweils pro Geschlecht) Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Paris 2024 zu gewinnen.

Der bisherige Verlauf der Saison stimmt optimistisch, Luft nach oben ist aber natürlich immer!

Trap-Bundestrainer Uwe Möller mit einem Ausblick auf die EM

Doch auch in Top-Verfassung wird das nicht leicht. Die Spitze ist extrem dicht beisammen, ein Treffer mehr oder weniger kann eine Platzierung von zehn bis 20 Plätzen ausmachen. Möller sieht bei den Männern die Schützen aus Italien, Tschechien, Kroatien, Spanien und Portugal in der Favoritenrolle, „bei den Damen wird der Kampf um ein Ticket für Paris sicher nur über Italien, Spanien und Frankreich gehen.“

Möller will den Traum von Paris Schritt für Schritt in Larnaka realisieren und sagt: „Unsere Zielstellung muss sein, die Ranking Matches zu erreichen und diese durch konzentrierte Arbeitsweise erfolgreich zu überstehen, um in das Medaillenmatch der besten Vier zu kommen.“

In der unmittelbaren Vorbereitung waren die Trapschützen am Bundesstützpunkt in Frankfurt/Oder. „Wir hatten perfekte Bedingungen und konnten selbst den Umgang mit den zypriotischen Temperaturen täglich trainieren“, lacht Möller und dankt zugleich Manfred Kurzer und Karsten Beth für die Organisation und Unterstützung.

Nun ist es an den Schützen, die gute Vorbereitung in einen perfekten Wettkampf zu transferieren. Die DSB-Schützen fliegen am 21. August nach Larnaca, die Junioren reisen eine Woche später an.

Das deutsche Team bei der EM in Larnaka

Trap Erwachsene: Andreas Löw, Paul Pigorsch, Steve Eidekorn, Kathrin Murche, Sarah Bindrich, Katrin Quooß

Trap Junioren: Marius John, Tim-Luka Schmidt, Moritz John, Sofia Weber, Romy Gramowski

Skeet Erwachsene: Vincent Haaga, Moritz Kruse, Tilo Schreier, Nadine Messerschmidt, Nele Wißmer, Christine Wenzel

Skeet Junioren: Tim Krause, Luis Lange, John Kellinghaus, Annabella Hettmer, Emilie Bundan, Isabel Wassing

Betreuer: Uwe Möller, Karsten Beth, Karsten Bindrich, Ralf Lewandowski, Nadine Athenstedt, Axel Krämer, Jürgen Raabe, Katharina Bechtel, Irina Franke

17.08.2022 - 14:27

Allein der Ladevorgang wird zelebriert: Es wird mit Akribie geschüttet, gestopft, geladen und geputzt. Schließlich kann jeder einzelne Schuss entscheidend sein. In den Gewehr- und Pistolendisziplinen absolviert jeder Schütze 13 Schuss, die zehn besten Ergebnisse fließen in die Wertung ein (im DSB-Bereich gibt es 15 Schuss, die allesamt in die Wertung einfließen). In den Flinten-Disziplinen muss jeder Schütze zwei 25er Serien schießen.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Wettbewerbe in Flinte, Gewehr und Pistole. Dies ist vor allem den unterschiedlichen Systemen mit Original-Waffen (hergestellt bis 1899) und Replika-Waffen (hergestellt ab 1900) geschuldet, die ihre Namen Orten (z.B. Königgrätz) oder Personen (z.B. Minié) verdanken, die mit der Entwicklung des Vorderladerschießens zu tun haben.

Vor exakt 50 Jahren fand die erste Vorderlader-WM statt, damals in Madrid. 2022 treffen sich die weltbesten Schützen nach 1989 und 2012 bereits zum dritten Mal in Pforzheim, ein deutsches Septett (Matthias Dreisbach, Martin Kloke, Leonhard Brader, Frank Börtzler, Peter Käpernick, Walter Massing, Franz Lotspeich) war bereits vor zehn Jahren am Start. Kloke erinnert sich: „Es hat sich etwas verändert. Es ist stressiger, weil die Erwartungshaltung von mir und von außen höher ist und ich natürlich zehn Jahre älter bin.“ Und Kloke, der am ersten Tag Team-Bronze gewann, hebt das Erlebnis einer Heim-WM hervor: „Dass die Familie und Vereinskollegen kommen – und es ist zusätzlicher Druck. Das merke ich nicht an der Waffe, sondern innen drin. Heute Morgen war mir richtig schlecht.“

Doch egal, ob die deutschen Schützen im Aus- oder Inland antreten, sie betätigen sich als eifrige Medaillensammler. Dies zeigte bereits der erste Tag der WM, an dem es drei deutsche Medaillen (2x Gold, 1x Bronze) gab.

17.08.2022 - 09:25

Am Ende lag Unverdorben mit 187 Scheiben nur eine Scheibe vor Hendrick Wienandts und Johannes Nepomuk Rößle, die damit ins Stechen mussten. Hier stand es nach 16 Scheiben 12:12. Nach sechs weiteren Scheiben gewann der Dornsberger Hendrick Wienandts mit 6:5 gegen Rößle, der für Drei Linden Zusmarshausen (BY) antrat. Titelverteidiger Markus Leibinger erwischte einen schlechten Samstagnachmittag mit nur 40 von 50 Scheiben und kam trotz starker Aufholjagd am zweiten Wettkampftag mit 185 Scheiben über Platz vier nicht hinaus. So konnte Johannes Unverdorben nach zweimal Bronze in den beiden Vorjahren endlich den ersehnten Titel bejubeln.

Bei den Damen führte erneut kein Weg an Nicole Hewing vom WTC Flamschen vorbei. Die Europameisterin von 2020 holte sich bereits ihren vierten Titel in Folge mit starken 182 Scheiben. Silvia Gögl von den Dornberg Schützen kam mit 153 Scheiben auf den Silberrang, knapp gefolgt von Lisa Schönwald vom SSC Schale, die 151 Scheiben traf.

Ebenfalls seinen Titel verteidigte Oskar Linder von den Dornsberg Schützen der mit 165 Scheiben zudem sein Ergebnis von 2021 wiederholte. Silber ging an Maxim Steinhausen von den Dormsberg Schützen vor Michael Fuchs von den Feuerschützen Dingolfing.

Die Seniorenklasse ging in diesem Jahr an Georg Lampersberger von der SG Almarausch Chieming (BY), der sich knapp mit 175 Scheiben vor Antonius Wulfers vom WTC Oldenburger Münsterland behauptete, der eine Scheibe weniger traf. Peter Rieger von SC Graf Steuffenberg folgte wiederum mit einer Scheibe weniger auf Rang drei.

Zur dritten Titelverteidigung kam es durch Erwin Tamke vom WSC Ahlerstedt (NW) in der Veteranenklasse, der auf 172 Scheiben kam. Jörg-Dieter Meyer von der Schützengilde Soltau gewann Silber mit 170 Scheiben. Bronze ging wie im letzten Jahr an Egon Marmit von Tell Reidelbach (SA) mit 166 Scheiben. „Master“ wurde Hubert Wild mit 168 Scheiben von den Dornsberg Schützen, der nach Silber im Vorjahr bei den Veteranen ab diesem Jahr in dieser Klasse startet. Die Silbermedaille ging an Ewald Huber von der FFS Taufkirchen mit 159 Scheiben, vor Ulrich Kehle wiederum von den Dornsberg Schützen.

Die Wertung der Schützen, die nicht dem DSB angehören ging an Peter Haucke, vor Alexander Hoheneder und Johannes Hoffmann. Die Wertung der ausländischen Gäste ging durch Petri Kokkonen nach Finnland vor den beiden Schweizern Marc Burkhalter und Tobias Tönz.

Erneut ging die Teamwertung an die Dornsberg Schützen, deren Vorsprung mit 349 Scheiben aber knapper ausfiel als im Vorjahr. Markus Leibinger, Alexander Thies und Hendrick Wienandts lagen am Ende 14 Scheiben vor Drei Linden Zusmarshausen, die durch Johann Nepomuk Rößle, Michael Rößle und Robert Mayrhörmann vertreten wurden. Bronze holte sich der WTC Flamschen mit Nicole Hewing, Rico Wollschläger und Karol Warschewski.

16.08.2022 - 21:16

Dreimal hatte Wimmer bei Deutschen Meisterschaften schon Platz zwei belegt, doch bei seinem ersten WM-Start haute der Pistolenschütze richtig einen raus: Mit 98 Ringen war er in der Disziplin Kuchenreuther Replica ringgleich mit dem fünffachen Olympiateilnehmer Joao Costa (Portugal), doch seine schwächere Neun war um 6,5 Millimeter näher am Zentrum als die seines Konkurrenten. Dementsprechend zufrieden zeigte er sich mit seinem Wettkampf: „Ich habe noch nie so befreit geschossen wie heute, ganz locker, flockig. Der Wettkampf ist geflutscht. Aber der Wettkampf war hart, weil es einen ständigen Wechsel mit Schatten und Sonnenschein gab, ein Wettkampf ohne Achter. Ich hatte den Vorteil, dass ich am Vormittag schon Vetterli geschossen hatte. Ich wusste, die Pistole kann es, ich kann es – jetzt musste ich die beiden Sachen nur noch zusammenbringen.“

Ich wusste, die Pistole kann es, ich kann es – jetzt musste ich die beiden Sachen nur noch zusammenbringen!

Andreas Wimmer zu seinem "Goldrezept"

Das gelang nicht nur im Einzelwettbewerb, sondern auch im Team in der Disziplin Forsyth an der Seite von Matthias Plöscher und Joachim Haller. Mit sieben Ringen Vorsprung distanzierte das DSB-Trio die Konkurrenz klar.

Bei der Siegerehrung zeigte Wimmer Emotionen und gab einen Einblick in seine Gefühlslage: „Ich bin überglücklich. Ich hatte vor zwei Tagen meinen 40. Geburtstag und das ist das geilste Geschenk, was man sich vorstellen kann. Es ist mein erstes Jahr in der Nationalmannschaft, mein erster Tag bei der WM und meine ersten zwei Medaillen. Man trainiert zehn Jahre darauf hin, und es ist schön, wenn es dann funktioniert. Und wenn die Hymne gesungen wird, und man macht es nicht alleine, dann ist es umso bewegender.“

Es ist mein erstes Jahr in der Nationalmannschaft, mein erster Tag bei der WM und meine ersten zwei Medaillen!

Andreas Wimmer ganz nach dem Motto: "Kann man mal so machen" beim WM-Debüt

Die dritte deutsche Medaille des Tages steuerten ebenfalls die Pistolenschützen bei, Matthias Dreisbach, Martin Kloke und Wilfried Kretschmer mussten sich in der Teamwertung Boutet nur den Mannschaften aus Österreich und der Schweiz geschlagen geben. Letztgenannte Nation war mit dreimal WM-Gold an Tag eins erfolgreichstes Team.

Wie eng es beim Vorderladerschießen bisweilen zugeht, diese Erfahrung mussten u.a. Andreas Wimmer und Kiara Baumhakl machen. In der Disziplin Vetterli Original brachten sie 97 Ringe auf die Scheibe und somit exakt so viel wie der Zweit- und Drittplatzierte. Doch 4 Millimeter fehlten Wimmer (4. Platz) und 5,9 Millimeter fehlten dem Nachwuchs-Talent Baumhakl (6. Platz) , um die Bronzemedaille zu ergattern.

Aufgrund von Zeitverzögerungen konnten nur sechs von neun Siegerehrungen durchgeführt werden.

Die Medaillengewinner des ersten Tages

Kuchenreuther Original: 1. Andreas Holdener/SUI 98 Ringe 2. Krzystof Kuchnio/POL 95 Ringe 3. Balazs Nemeth/HUN 94 Ringe

Boutet Original (Team): 1. Schweiz 280 Ringe 2. Österreich 276 Ringe 3. Deutschland (Matthias Dreisbach, Martin Kloke, Wilfried Kretschmer)

Kuchenreuther Replica: 1. Andreas Wimmer 98 Ringe 2. Joao Costa/POR 98 Ringe 3. Jaroslav Müller/CZE 96 Ringe

Forsyth Replica (Team): 1. Deutschland 288 Ringe (Joachim Haller, Matthias Plöscher, Andreas Wimmer) 2. Spanien 281 Ringe 3. Italien 279 Ringe

Vetterli Original: 1. Adrian Eichelberger/SUI 99 Ringe 2. Alexander Scott/CAN 97 Ringe 3. Johan Karlsson/SWE 97 Ringe

Manton Original: 1. Christopher Hobbs/GBR 45 Treffer 2. Francisco Badenes Fuentes/ESP 42 Treffer 3. Gerardo Garcia Giner/ESP 38 Treffer

Das deutsche Team 
Athleten: Kiara Baumhakl, Günter Bitzer, Alfred Bloem, Frank Börtzler, Leonhard Brader, Matthias Dreisbach, Kilian Fichtl, Ute Gretz, Joachim Haller, Reiner Holla, Roland Juranek, Peter Käpernick, Thomas Klaner, Martin Kloke, Tanja Koch, Wilfried Kretschmer, Franz Lotspeich, Walter Massing, Matthias Plöscher, Lorena Schneider, Andreas Stock, Helmut Stubenrauch, Michael Sturm, Dirk Willms, Andreas Wimmer, Eberhard Wind 
Betreuer: Thomas Baumhakl, Brigitte Fritsch, Franz-Josef Kerber, Gerhard Lang

16.08.2022 - 16:01

Zudem sicherte sich das Trio Lisa Müller, Veronique Münster und Anna-Lena Geuther die Silbermedaille im Teamwettbewerb des Dreistellungskampfes. „Ich bin super stolz auf meine zwei Mädels, wie sie performt haben und dass wir gemeinsam Silber erkämpfen konnten. Ich freue mich auf die WM (in Kairo, Anm. d. Red.) mit den zwei“, lobte die erfahrene Müller ihre beiden Mitstreiterinnen. Komplettiert wurde der Medaillensatz durch die Bronzemedaille im Mixed Team liegend durch Christian Dreßel und Veronique Münster. Jörg Dietrich, DSB-Disziplinverantwortlicher und in Zagreb mit dabei, war zufrieden: „Es war - wie ich finde - eine ganz erfolgreiche Europameisterschaft für das 300m Team des DSB.“

Ich bin super stolz auf meine zwei Mädels, wie sie performt haben und dass wir gemeinsam Silber erkämpfen konnten!

Lisa Müller zu Team-Silber mit Anna-Lena Geuther und Veronique Münster

Höhepunkt aus deutscher Sicht war natürlich der Einzelauftritt von Lisa Müller, die mit dem Goldtriumph ihre Vielseitigkeit (zudem schießt sie noch hochklassig Luft- und KK-Gewehr) einmal mehr unter Beweis stellte. Dementsprechend glücklich kehrte sie aus der kroatischen Hauptstadt zurück, auch wenn sie einschränkend meinte: „Mein Einzelwettkampf lief zwar nicht wie geschmiert, aber dank meines starken Stehendschießens konnte ich es doch für mich entscheiden.“
 

Das deutsche Team in Zagreb 
Athleten: Lisa Müller (Weingarten), Veronique Münster (Kalletal), Anna-Lena Geuther (Unterschleißheim), Jörg Niehüser (Erwitte), Christian Dressel (Adelsdorf), Matthias Raiber (Ulm) 
Betreuer: Jörg Dietrich 

16.08.2022 - 14:47

Dabei vertraut er auf ein ausgewogenes Recurve-Team mit erfahrenen und unerfahrenen Bogenschützen. Während Elina Idensen, Clea Reisenweber oder auch Domenic Merkel und Eric Linke bereits öfter internationale Luft schnuppern konnten, ist die EM für Mathilda Werner beispielsweise völliges Neuland. Wichtige internationale Erfahrung konnte sie und die anderen EM-Teilnehmer zuletzt beim Europacup in Bukarest/ROU sammeln, bei dem es auch einige Medaillengewinne gab.

Im Compoundbereich verhält es sich ähnlich: Mit Franziska Göppel ist eine Schützin im EM-Kader, die in diesem Jahr bereits Weltcup-Teamgold gewann und an der Erwachsenen-EM in München teilnahm. Göppel wie auch ihre vier Compound-Mitstreiter belegten in Rumänien allesamt einen Platz unter den Top Ten und sammelten bei hohen Temperaturen und Materialproblemen wertvolle Erfahrung für die zukünftigen Einsätze. „Ich freue mich, mit diesem Team bei der EM antreten zu dürfen“, sagte Holger Hertkorn als Disziplinverantwortlicher Compound.

Dellenbach schätzt vor allem die Konkurrenz aus Frankreich und Spanien hoch ein, wohlwissend, dass im Nachwuchsbereich die Leistungsschwankungen noch größer sind als bei den Erwachsenen.

Und vielleicht ergeht es den jungen DSB-Schützen so wie einst Lisa Unruh. Die nahm 2004 als damals 16-jährige Kadettin an der WM in Lilleshall teil und gewann Einzel-Bronze und Team-Silber. Es war der Beginn einer großen Karriere, den die zweifache Olympiamedaillengewinnerin und ehemalige Leistungsschwimmerin nach dem Abschluss ihrer internationalen Karriere als sehr prägend in Erinnerung hat: „Dieser Wettkampf hat mir gezeigt, ich kann doch noch etwas anderes als Schwimmen – das war ein Schlüsselmoment.“

Das deutsche Team in Lilleshall

Recurve: Domenic Merkel, Erik Linke, Mathias Kramer, Elina Idensen, Clea Reisenweber, Johanna Klinger (alle Junioren), Phil Lüttmerding, Vincent Barme, Fredrik Roether, Mathilda Werner (alle Kadetten)

Compound: Moritz Kurz, Franziska Göppel, Abigail Meyer (alle Junioren), Noah Nuber, Jara Maiwald (beide Kadetten)

Trainer/Betreuer: Marc Dellenbach, Freddy Siebert, Sandra Dehn, Grit Reimann, Holger Hertkorn

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