Aufgrund der aktuellen Situation ist unser Trainingsbetrieb noch eingeschränkt.
Es kann daher zu Verzögerungen kommen.
11.08.2020 - 08:15

Schon in den letzten Wochen zeichnete sich ab, dass Jolyn Beer die Pause gut getan hat. In den sozialen Medien veröffentlichte Beer mehrmals Trainingsergebnisse der Extraklasse. Aber wird ihr das auch im Wettkampf gelingen? „Ich war super nervös, als es losging, weil ich mir selbst Druck von außen gemacht habe, indem ich im Vorfeld meine Trainingsergebnisse gezeigt habe“, erzählt Beer nach ihren beiden 3x40-Programmen, „umso mehr freut es mich, das auch unter Druck umsetzen zu können.“ Mit 1186 erarbeitete sie sich bereits an Tag eins einen enormen Vorsprung auf die Konkurrenz und übertraf damit sogar ihre eigene nationale Bestmarke um zwei Ringe. Ein neuer deutscher Rekord wird es jedoch nicht, denn der Kadersichtungslehrgang ist dafür nicht klassifiziert. Mit 100 Ringen in der letzten Stehend-Serie und insgesamt 1184 Ringen an Tag zwei demonstrierte Beer erneut ihre Top-Form. Die Sportsoldatin zeigte sich sichtlich zufrieden, nachdem sie ihr selbstgestecktes Ziel von einem Schnitt von mindestens 1180 Ringen erreicht hatte: „Ich wollte mein Ergebnis vom Vortag nochmal bestätigen, denn das sollte keine Eintagsfliege sein.“ Statt Zweifel wegen der fehlenden Wettkämpfe strotzt die Olympia-Anwärterin vor neu gewonnenem Selbstvertrauen: „Mir hat die Pause die nötige mental Frische gegeben, noch konsequenter und fokussierter im Wettkampf agieren zu können, da die letzten Jahre mich sehr geschlaucht haben. Das hat einen riesen Anteil an meiner jetzigen Leistung.“

Für eine positive Überraschung sorgte auch Lisa Müller, die sich mit 1178 und 1174 Ringen als erste Verfolgerin von Beer auftat. „Lisa Müller ist nicht im Top-Team, hat aber dennoch für ein Ausrufezeichen gesorgt und wird wohl ein Wörtchen mitreden, wenn es um Weltcupbesetzungen und Quotenplatzturniere im nächsten Jahr geht“, so Sportdirektor Heiner Gabelmann, der sich über die Ergebnisse nach der Corona-Pause erfreut zeigt: „Insgesamt herrscht eine große Leistungsdichte, bei der sich Jolyn Beer deutlich abhebt. Sie hat nichts an ihrer Leistung eingebüßt, genauso wie Colin Fix. Die beiden haben die Zeit genutzt, um an ihrer Technik zu feilen und das hat sich hier gezeigt.“

Der 20-Jährige zeigte, dass er auch bei den Großen gerne ganz vorne ein Wörtchen mitredet. 1174  und 1168 Ringe standen für ihn am Ende zu Buche, womit er sich knapp hinter Spitzenreiter Maximilian Dallinger (1171 + 1176 Ringe) einreihte. „Es fühlt sich gut an, nun wieder Wettkämpfe zu schießen und nicht nur zu trainieren“, berichtet Colin Fix, für den seine Ergebnisse wenig überraschend waren: „Ich wusste von vornherein, dass ich vorne mit dabei bin, wenn ich das schieße, was ich kann.“ Die Leistung blieb auch Gabelmann nicht verborgen: „Zwar hat Maxi Dallinger wieder einmal seine Klasse bewiesen, aber die Jungen wie Max Braun und Colin Fix sind dicht dran, die Lücke zu schließen, die Daniel Brodmeier und Co. hinterlassen haben.“ Dass die Junioren zielstrebig den Weg nach oben anpeilen, zeigte sich bereits bei deren Sichtung in der vergangenen Woche, als Alisa Zirfaß mit 1170 Ringen bei den Juniorinnen überzeugte, dicht gefolgt von Lana Wurster mit 1169 Ringen. Bei den Junioren setzte sich klar Maximilian Ohlenburger mit einem Schnitt von 1161 Ringen an die Spitze.

Für Gabelmann war die Sichtung in München vor allem ein positives Zeichen in Richtung Zukunft, denn wichtig war für ihn, dass trotz der Hygienemaßnahmen ein reibungsloser Wettkampfablauf stattfinden konnte. Zonen wurden errichtet, nur jeder zweite Stand wurde belegt, es galt eine Einbahnregelung zur Waffenkammer und in bestimmten Zonen galt Maskenpflicht. „Es war für uns ein wichtiges Signal in Richtung nationaler Wettkämpfe auf Vereinsebene und der Bundesliga, dass man einen Rahmen gefunden hat, wo Wettkämpfe wieder möglich sind und Sinn machen.“ Bereits in zwei Wochen findet der nächste Leistungstest der Gewehrschützen statt, die Bogen- sowie Flintenelite folgt ebenfalls in den nächsten Wochen mit dem Ziel, dass der nationale Wettkampfbetrieb schön langsam wieder Fahrt aufnimmt.

10.08.2020 - 15:23

Jedes DSB-Mitglied kann mitmachen
In den Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole (beides auch mit Auflage), Skeet, Trap, Recurve- und Compoundbogen können alle (!) DSB-Mitglieder mitmachen. Und das ganz einfach: Nach den vorgegebenen und eigens entwickelten Regeln (die Ausschreibung folgt in dieser Woche) wird der Qualifikations-Wettkampf (22. August bis 20. September) auf dem heimischen Schießstand im Verein unter Beachtung der Hygiene-Vorgaben absolviert und das Ergebnis in eine Online-Maske eingegeben. Dort wird das Ergebnis in einem bundesweiten Ranking erfasst. Dabei gelten als oberste Prinzipien: Fair Play und Ehrlichkeit sowie das Miteinander und der Spaß im Verein!

Die Top4 kommen zum Finale
Am Ende des knapp vierwöchigen Qualifikationszeitraums werden die besten vier Sportler pro Disziplin und Altersklasse – insgesamt 64 (!) - zum großen Finale am 26. September eingeladen. Um zu unterstreichen, dass es vor allem ein Wettbewerb für die Basis ist, sind Bundeskaderathleten bei dem Finale nicht zugelassen.

Das Motto: #DuUndDeinVerein
Im Finale werden die „Meisterschützen 2020“ ermittelt und nach dem Motto #DuUndDeinVerein prämiert. Denn nicht nur der Schütze sichert sich ein Preisgeld, sondern er gewinnt die gleiche Summe auch noch einmal für seinen Verein. Zudem werden noch die zwei Vereine mit den meisten Teilnehmern sowie den meisten Teilnehmern unter 16 Jahren belohnt.
Schließlich beruht die Stärke des Deutschen Schützenbundes und des Schützenwesens auf der Gemeinschaft. Die Vereine haben eine große Bedeutung für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft vor Ort. Sie sind aber auch auf jedes einzelne Mitglied angewiesen.

Wichtig: Der Wettbewerb soll Spaß machen und die Freude am Miteinander und am Bogen- und Schießsport im Verein zeigen. Es ist kein Ersatz für die Deutsche Meisterschaft und findet auch nach eigenen Regeln statt.

Der DSB freut sich auf eine rege Teilnahme und wünscht Gut Schuss! & Alle ins Gold!

10.08.2020 - 14:58

Generell werden die Nummern ab dem 11. August um eine 4 vor der Durchwahl ergänzt, also z.B.: +49 611 468074-58 (statt vorher +49 611 46807-58). Die Zentrale ist allerdings weiterhin nur unter +49 611 46807-0 erreichbar.

 

09.08.2020 - 20:22

Sieben der acht in Wiesbaden an den Start gegangenen Athleten standen in einem Goldfinale, was die große Ausgeglichenheit im deutschen Kader zeigt. Auch deshalb zeigte sich Bundestrainer Oliver Haidn zufrieden:“ Diese acht Sportler hier und auch einige andere noch können immer um einen Sieg mitschießen. Ich habe in den letzten Monaten erlebt, dass die Gruppe insgesamt sowohl im Frauen- als auch Männerbereich enger zusammengerückt ist, das haben wir heute auch wieder gesehen, und das macht den Bundestrainer froh. Wir brauchen eine enge Konkurrenz, denn das steigert die Leistung.“

Mixed: Kroppen/Rieger siegen im Stechen
Das Mixed-Finale zwischen Michelle Kroppen/Cedric Rieger und Katharina Bauer/Felix Wieser verlief zunächst ziemlich einseitig, weil Katharina Bauer nicht an die starken Leistungen aus den Halbfinals anknüpfen konnte. Das „Gold“ war für sie wie „vernagelt“, da half es auch nicht, dass Teamkollege Felix Wieser Zehnen in Serie lieferte. Kroppen und Rieger, das siegreiche Duo vom Bundesliga-Champion BSG Ebersberg, zeigte sich zunächst sowohl von den hohen Temperaturen als auch von den aus ihrer Sicht enttäuschenden Halbfinal-Einzeln unbeeindruckt. Doch mit einer Steigerung Bauers ging der Verlust der Souveränität bei den Favoriten einher. So musste am Ende das Stechen entscheiden, bei dem Rieger und Kroppen makellos blieben und somit mit 5:4 (37-35, 36-35, 36-39, 34-38, 20-18) den ersten Sieg beim Deutschland Cup davon trugen. „Die 20 im Stechen war richtig stark von uns, nachdem wir vorher etwas geschwächelt hatten“, zeigte sich Rieger erleichtert. Kroppen ergänzte: „Es war toll, wieder auf einem Finalfeld zu stehen, zumal Wiesbaden eines der schönsten ist, das ich kenne. Es war für uns alle sehr wichtig, die Erfahrung auf diesem Finalfeld sammeln zu können.“
Bronze sicherten sich Florian Kahllund/Lisa Unruh durch ein 5:1 (37-34, 37-37, 39-38) gegen Maximilian Weckmüller/Elisa Tartler.
In den Halbfinals zeigte sich, dass Qualifikationsergebnisse manchmal Schall und Rauch sind: Die an Position eins und zwei gesetzten Duos Lisa Unruh/Florian Kahllund sowie Max Weckmüller/Elisa Tartler zogen jeweils im Halbfinale den Kürzeren. Cedric Rieger/Michelle Kroppen setzten sich gegen Unruh/Kahllund 5:3 (34-37, 39-36, 38-38, 37-35) durch, Felix Wieser/Katharina Bauer ließen Weckmüller/Tartler beim 5:1 (38-35, 39-36, 38-38) keine Chance.

Frauen: Unruh siegt im Stechen gegen Bauer
Um Millimeter ging es im Goldfinale der Frauen: Nach fünf Passen hieß es 5:5 (27-27, 28-26, 25-27, 26-27, 29-24) zwischen Lisa Unruh und Katharina Bauer. So musste auch hier ein Stechen entscheiden. Die Olympia-Zweite Unruh legte mit einer „guten“ Neun vor, Bauer legte ebenfalls eine Neun nach, die jedoch deutlich sichtbar weiter vom Zentrum entfernt war als die von Unruh. So konnte die Berlinerin nach DM-Gold 2018 erneut die Arme auf dem Bowling Green hochreißen und sich über einen Titel freuen. „Es fühlt sich gut an, dass wir wieder einen Wettkampf haben – ich hatte mich schon ein wenig gelangweilt. Ich freue mich, dass ich am Deutschland Cup teilnehmen konnte und ich freue mich, dass ich ihn gewonnen habe. Auch nach dem Motto: Ich bin wieder da, meine Schulter ist wieder in Ordnung, ich bin wieder im Prozess. Das gibt mir viel Sicherheit, auch wenn ich noch nicht bei 100 Prozent bin, aber es läuft und ich habe wenig bis gar keine Schmerzen.“ Auch die knapp unterlegene Katharina Bauer, die wie im Mixed erst im Stechen verlor, war positiv gestimmt: „Man ärgert sich, dass man zweimal im Stechen verliert, aber insgesamt bin ich ganz glücklich. Egal, wie viele Leistungskontrollen und Wettkämpfe man im Training schießt, es kommt nie dieses Gefühl und diese Nervosität auf wie auf diesem Feld – deswegen war der Deutschland Cup super!“
Bronze sicherte sich Michelle Kroppen durch ein 6:0 (28-27, 28-26, 26-24) gegen Elisa Tartler.
In den Halbfinals gab es eine klare Siegerin und eine Entscheidung im Stechen: Lisa Unruh ließ Michelle Kroppen beim 7:1 (29-25, 27-27, 29-24, 28-26) keine Chance, Katharina Bauer entschied den Nervenkrimi gegen Elisa Tartler mit 10:7 im Stechen zu ihren Gunsten zum 6:5 (29-28, 28-28, 27-28, 28-29, 10-7).

Männer: Kahllund bleibt die Nummer eins auf dem Bowling Green
Das Finale der Männer war eine Neuauflage des DM-Finals von 2019: Die deutsche Nummer eins, Florian Kahllund, traf auf den frisch gebackenen deutschen Rekordhalter Maximilian Weckmüller, der in der Qualifikation für den Deutschland Cup sensationelle 691 Ringe geschossen hatte. Kahllund erwischte den deutlich besseren Start in das Finale und lag nach zwei 28-er Passen 4:0 vorne. Weckmüller kämpfte und verkürzte auf 3:5, musste sich dann jedoch dem besseren Kahllund letztlich mit 3:7 (26-28, 27-28, 28-27, 28-28, 26-29) geschlagen geben. „Mir fehlt noch ein wenig die Konstanz in meinen Schüssen und die Finalpraxis nach dieser langen Pause. Aber insgesamt bin ich mit meinem Auftreten zufrieden, auch wenn ich nach Platz drei bei der DM 2018 und Platz zwei im vergangenen Jahr gerne den Titel geholt hätte“, so Weckmüller. Kahllund lobte die Veranstaltung und den Ablauf: „Es war alles perfekt. Das Bowling Green und die zur Verfügung gestellten Anlagen waren super, der Zeitplan wurde eingehalten. Es ist natürlich schade, dass keine Zuschauer dabei sein konnten, aber allein durch die TV-Präsenz war es cool und ein absolutes Top-Event.“
Bronze ging an Felix Wieser, der sich mit 6:5 (30-29, 29-26, 29-29, 27-28, 27-28, 9*-9) gegen Cedric Rieger durchsetzte.
Wie bei den Frauen gingen die Vorschlussrunden-Begegnungen an die topgesetzten Schützen: Florian Kahllund setzte sich 6:0 (28-27, 29-27, 28-25) gegen Cedric Rieger durch, Maximilian Weckmüller rang Felix Wieser nach 2:4-Rückstand mit 6:4 (28-27, 25-29, 27-28, 29-28, 27-25) nieder.

Das Schlusswort gehörte Bundestrainer Oliver Haidn, der mit einem Lob seiner acht Sportler bilanzierte: „Wir haben spannende Finals auf einem guten Niveau erlebt. Das spricht auch für den Charakter meiner Sportler, denn sie haben in den letzten Wochen und Monaten auch für dieses Event trainiert.“

07.08.2020 - 11:50
  • Jeder Waffen-Besitzer bekommt eine persönliche ID für das Nationale Waffenregister, eine NWR-ID. Dieser Nummer ist ein „P“ vorangestellt. Diese ID entspricht den Datenschutzrichtlinien, da sie verschlüsselt aus unterschiedlichen Daten generiert wird.
  • Jeder Jäger und Sportschütze erhält zusätzlich eine Erwerbs-ID. Gekennzeichnet durch ein „E“. Die persönliche NWR- sowie die Erwerbs-ID werden vom Amt in die jeweilige Waffenbesitzkarte eingestempelt.
  • Alle Schusswaffen und wesentlichen Waffenteile erhalten eine ID, diese wird durch ein „W“ bei Schusswaffen und ein „T“ bei wesentlichen Waffenteilen geführt. Das führende wesentliche Waffenteil bei Langwaffen ist das Gehäuse und bei Kurzwaffen das Griffstück. Weitere wesentliche Waffenteile sind u.a. der Lauf und der Verschluss bzw. Verschlusskopf.
  • Alle NWR ID Nummern sind 21-stellig.
  • Beim Ver-/Ankauf von Waffen müssen alle vorgenannten IDs des Käufers und Verkäufers bekannt sein. Sie sollten auf dem Kaufvertrag festgehalten werden.
  • Bei einem längeren Verbleib der Waffe beim Büchsenmacher müssen die IDs bekannt sein und beim NWR gemeldet werden. Das übernimmt in der Regel der Büchsenmacher/Händler.
  • Die An- und Abmeldefristen von Waffen belaufen sich nach wie vor auf 14 Tage.
  • Zum Kaufen von Munition genügt nach wie vor der Jagdschein, die WBK mit eingetragenem Munitionserwerb oder der Munitionserwerbschein.

Der Deutsche Schützenbund empfiehlt allen Waffenbesitzern, ihre persönliche NWR- und die Erwerbs-ID bei der zuständigen Behörde frühzeitig abzufragen. Am besten informieren Sie sich vorab, wie die zuständige Ordnungsbehörde das Verfahren zum Eintrag der IDs in die WBK vornehmen möchte. 

07.08.2020 - 11:29

TV: Geplant ist eine Zusammenfassung des Deutschland Cups in der ZDF Sport extra-Sendung von 16.49 bis 17.05 Uhr. Bogensport-Experte Alexander von der Groeben wird als Reporter fungieren, Heiko Klasen als Interviewer. Da es aber auch zu Verschiebungen innerhalb der Sendung kommen kann, sollten Bogensport-Fans und -Interessierte ab dem Beginn der Sendung um 16.30 Uhr einschalten. Die gesamte Sendung läuft bis 18.55 Uhr und hat neben dem Deutschland Cup noch die DM im Kanurennsport und der Leichtathletik zum Thema.

Teilnehmer: Das Teilnehmerfeld ist überschaubar, aber extrem stark: Acht Bundeskaderschützen werden in Wiesbaden um die drei Titel im Mixed, Einzel Frauen und Einzel Männer schießen. Angeführt werden die Wettkämpfe, die am Sonntag von 11.00 bis 15.00 Uhr angesetzt sind, von den Qualifikations-Ersten Lisa Unruh und Florian Kahllund, die auch im Mixed zusammen antreten.
Die Athleten reisen bereits am Samstag an und trainieren am späten Nachmittag ein erstes Mal. Am Sonntag haben sie vor dem eigentlichen Wettkampf nochmals eine kurze Trainingsmöglichkeit, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

Modus: Es werden zunächst die Halbfinals nacheinander und dann die Finals (Bronze und Gold), jeweils in der Reihenfolge Mixed, Frauen und Männer geschossen. Dabei treffen die Erstplatzierten der Qualifikation auf die Viertplatzierten sowie die Zweiten auf die Dritten. So kommt es in den Halbfinals z.B. zu den „Krachern“ Olympia-Zweite Unruh vs. WM-Vierte Kroppen oder Kahllund vs. Rieger. Die kompletten Ansetzungen befinden sich im Anhang.

Das Ranking nach der Qualifikation lautete:

Frauen: 1. Lisa Unruh (Ø 655,3 Ringe), 2. Elisa Tartler (Ø 651,8 Ringe), 3. Katharina Bauer (Ø 646,8 Ringe), 4. Michelle Kroppen (Ø 644,3 Ringe)

Männer: 1. Florian Kahllund (Ø 671,3 Ringe), 2. Maximilian Weckmüller (Ø 668,3 Ringe), 3. Felix Wieser (Ø 666,5 Ringe), 4. Cedric Rieger (Ø 656,4 Ringe)

Mixed: 1. Kahllund/Unruh, 2. Weckmüller/Tartler, 3. Wieser/Bauer, 4. Rieger/Kroppen

Teilnehmer II: Leider ist aufgrund der Corona-Pandemie nur eine begrenzte Zahl an Personen auf dem Gelände zugelassen. Darunter sind neben den Sportlern, das ZDF-Team, einige wenige Journalisten, DSB-Mitarbeiter und einige Ehrengäste. So haben sich beispielsweise Tom Dielen (Generalsekretär Bogensport-Weltverband World Archery WA), Gert-Uwe Mende (Oberbürgermeister Wiesbaden), Uschi Schmitz (Vize-Präsidentin Leistungssport DOSB), Klaus Schormann (Präsident des Weltverbandes Moderner Fünfkampf UIPM) und Hans-Heinrich von Schönfels (DSB-Präsident) angesagt. Alle anderen können sich mittels ZDF-Übertragung und der Live-Statistik unter www.ianseo.net  informieren, können dies aber – im Gegensatz zu den Anwesenden beim Deutschland Cup (Ausnahme sind die Sportler) – ohne Mund- und Nasenschutz tun.

07.08.2020 - 08:48

Fokus: Sich aufs Wesentliche zu fokussieren und alles um sich herum zu vergessen ist einer der Grundbausteine des Flows. Der Fokus ist voll und ganz auf den Sportler und dessen Handlung gerichtet. Um Ablenkung zu reduzieren, kann es z.B. dabei helfen, geräuschreduzierende Kopfhörer aufzuziehen und das Smartphone abzustellen. Zudem kann man das Blickfeld einschränken, indem man sich einen ca. 30-Zentimter-Kreis um sich herum zieht und den Blick nicht aus diesem Feld (außer auf die Scheibe) richtet.

Achtsamkeit: Erwartungen und Druck bestimmen oftmals das Leben der Leistungssportler. Besonders im Training sollten wir versuchen den Druck außer Acht zu lassen, uns vielmehr auf Körpergefühl, Rhythmus und sich selbst zu konzentrieren. Die Kunst: Im Hier und Jetzt zu sein, statt Gedanken an schlechte, bereits vergangene Resultate zu verschwenden, Hätte-Wäre-Wenn-Theorien aufzustellen oder von Erfolgen zu träumen. Achtsamkeit schult uns darin, die Signale unseres Körpers – und damit uns selbst - besser wahrzunehmen. Ideal, um Körper und Geist in Harmonie zu bringen und damit in den Flow zu gelangen. Üben kann man diese Achtsamkeit z.B. durch Meditationen oder progressive Muskelrelaxation (PMR), bei der es darum geht, zwischen wechselnder Anspannung und Entspannung das Körpergefühl zu stärken.

4%-Herausforderung: Die optimale Herausforderung, um in einen Flowzustand zu kommen, liegt vier Prozent höher, als deine Fähigkeiten. Man könnte also z.B. Schützen zu einem Duell herausfordern, die vier Prozent höher im Schnitt schießen, oder vier Prozent höher in einer Rangliste gelistet sind. Auch die Reduzierung der Zeit, die man durchschnittlich für einen Wettkampf braucht, um vier Prozent wäre eine weitere Möglichkeit.

Musik: Studien zeigen, dass z.B. Musik während des Trainings die intrinsische Motivation von Sportlern steigern kann und damit auch das Flow-Erleben. Ist die ausgewählte Musik synchron zur Handlung, können dadurch ergonomische Effekte beobachtet werden. Athleten, deren Rhythmus auf die Musik abgestimmt ist, trainieren längere Zeit härter. Während schnelle, peppige Musik eher eine stimulierende Wirkung hat, zeigt langsame, sanfte Musik einen beruhigenden Effekt. Dass Musik einen positiven Einfluss nehmen kann, zeigt auch die Geschichte des britischen Doppel-Trapschützen Richard Faulds bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000. Jedes Mal, wenn er zum Schießstand fuhr – egal, ob fürs Training oder zum Wettkampf – hörte er das Lied „One Moment in Time“ von Whitney Housten und visualisierte gleichzeitig wie er ruhig, aber entschlossen seinen Moment nutzte.  Seine Strategie wurde mit Gold belohnt.

Ziele: Vor jedem Training und Wettkampf sollte sich noch einmal im Vorhinein Zeit genommen werden, sich seine Ziele vor Augen zu führen. Was will ich heute erreichen? Warum ist das Training wertvoll für mein großes Ziel? Welchen nächsten Schritt will ich gehen? Zu wissen, worauf es ankommt ist ein wesentlicher Faktor, um in einen Flow zu kommen.

Literatur:

Schütz, Kathrin & Rötters, Annika. (2019). Motiviert durch Musik: Flow und intrinsische Motivation beim Reiten. Zeitschrift für Sportpsychologie.26. S. 121-129.

Terry, Peter. (2020). Psychophysical effects of music in sport and exercise: an update on theory, research and application. Zuletzt aufgerufen am 4.08.2020 unter www.researchgate.net/publication/228668613_Psychophysical_effects_of_music_in_sport_and_exercise_an_update_on_theory_research_and_application

Productivity Game (20.02.2019). The 4 Fc of Flow. Mihaly Csikszentmihalyi. Zuletzt aufgerufen am 4.8.2020 unter www.youtube.com/watch

06.08.2020 - 13:28

Nicht Olympische Spiele 2020 in Tokio, sondern Deutschland Cup 2020 in Wiesbaden. Wie fühlt sich das an?
Tartler: „Der Deutschland Cup ersetzt die Spiele natürlich nicht, trotzdem ist es schön, mal wieder einen Wettkampf bestreiten zu können, auch wenn auf nationaler Ebene und noch in kleinerem Rahmen.“
Weckmüller: „Natürlich ist der Deutschland Cup kein Ersatz für das größte Sportevent der Welt, aber in der jetzigen Situation ist es auf jeden Fall toll, einen hochwertigen Wettkampf bestreiten zu können.“

Eigentlich hätte am 9. August die Abschlussfeier in Tokio stattgefunden. Welchen Stellenwert hat der Deutschland Cup für euch?
Tartler: „Nach der ganzen wettkampfreien Zeit ist der Deutschland Cup ein kleiner Hoffnungsträger für die Zukunft, dass wieder mehr Wettkämpfe stattfinden können. So hoffentlich auch die Olympischen Spiele 2021 in Tokio.“
Weckmüller: „Nachdem die internationale Saison abgesagt wurde, ist der Deutschland Cup das Highlight unserer Saison. Es ist wichtig, sich auch jetzt auf einen Wettkampf vorbereiten zu können und ein Ziel zu haben. Als Startschuss für die Saison 2021 würde ich den Deutschland Cup nicht sehen, da die Saison 2020 noch läuft und die Planung für nächstes Jahr erst im Oktober beginnt.“

Wie habt ihr die bis jetzt andauernde Phase der Corona-Pandemie und der Einschränkungen sportlich bewältigt?
Tartler: „Als nach und nach immer mehr Wettkämpfe abgesagt wurden und zuletzt auch die Olympischen Spiele, war das schon erst ein harter Schlag. In Berlin konnten wir die ganze Zeit zum Glück ohne zu große Einschränkungen weiter trainieren. Es war nicht einfach, sich motiviert zu halten, wenn alle Wettkämpfe, auf die man sonst hinarbeitet, abgesagt worden sind. Mit dem Gedanken, dass sich für das nächste Jahr das Training auszahlen wird, wurde es für mich dann ein bisschen einfacher, da ich jetzt genug Zeit hatte, mich nur auf meine Technik-Stabilisierung zu konzentrieren.“
Weckmüller: „Eigentlich verhältnismäßig gut, es blieb viel Zeit, weiter zu trainieren und an sich zu arbeiten. Allerdings ist es schwierig, ohne klares Ziel und in der Ungewissheit, wie es weitergeht, fokussiert und motiviert zu bleiben.“

Bei der Qualifikation in Kienbaum habt ihr euch beide prächtig geschlagen und als jeweils Zweite souverän für Wiesbaden qualifiziert. Ein Wort zur Qualifikation!
Tartler: „Dankeschön! Es war erst ein bisschen ungewohnt, wieder im Wettkampfmodus zu sein. Nach dem ersten Tag konnte ich dann doch wieder etwas zu mir finden und die Qualifikation gut zu Ende bringen. Mich hat es sehr gefreut, auch wieder alle aus dem Team zu sehen, da wir uns während der Einschränkungen nur über Video Konferenzen sehen konnten.“
Weckmüller: „Die Qualifikation war nach vier Monaten das erste Mal, dass das ganze Team wieder zusammen war, was wir in der Zeit vorher sehr vermisst haben. Meine Leistung war teilweise sehr gut, allerdings fehlte mir nach der langen Wettkampfpause die Konstanz über mehrere Tage. Alles in allem bin ich aber zufrieden gewesen.“

Max, du hast gleich zu Beginn für einen Paukenschlag gesorgt und mit 691 Ringen einen neuen Deutschen Rekord geschossen. Wie kam es zu diesem Sensations-Ergebnis, dem viertbesten eines Europäers überhaupt?
Weckmüller: „Das war natürlich eine sehr schöne Überraschung und ein perfekter Einstieg in die restliche Saison. Es kam doch ein bisschen unerwartet, da mir auch die Wettkampfpraxis gefehlt hat und die Ergebnisse im Vorfeld nicht im Bereich einer 690+ waren. Für mich war es einfach der perfekte Lauf an dem perfekten Tag bei den perfekten Bedingungen. Als vierter Europäer so ein Ergebnis zu liefern, ist natürlich eine riesige Ehre.“

Der Deutschland Cup ist für euch der erste offizielle Wettkampf in diesem Jahr überhaupt. Was für Emotionen werden dabei sein?
Tartler: „Ein bisschen Nervosität gehört immer dazu, auch auf nationaler Ebene. Ich bin gespannt wie es sein wird und freue mich darauf im Mixed-Team an den Start gehen zu dürfen. Ich bin voller Hoffnung, dass nach dem ersten Wettkampf jetzt in Wiesbaden dann auch weitere Wettkämpfe sowohl national als auch international stattfinden können.“
Weckmüller: „Finale ist immer etwas Besonderes, gerade mit TV-Übertragung und bei einer so schönen Kulisse. Ich denke, meine Nervosität wird sich in Grenzen halten, schließlich ist es nicht mein erster Finalauftritt und es geht nicht um z.B. Quotenplätze. Meine Vorfreude allerdings ist riesig, wie bereits erwähnt, der Deutschland Cup ist in der noch aktuellen Saison natürlich das Highlight.“

In Wiesbaden schießt ihr auf dem Bowling Green, so wie 2018 bei der DM. Was macht das Ambiente aus?
Tartler: „Das Ambiente in Wiesbaden ist wirklich sehr schön, jedoch als ich damals 2018 im Finale stand, hatte ich nicht so sehr auf die Umgebung geachtet, da ich mich auf mein Finale konzentriert habe. Als Zuschauer und im Nachhinein ist es jedoch sehr schön anzusehen.“
Weckmüller: „Ich kenne das Ambiente schon von der DM vor zwei Jahren, der Finalplatz gehört auf jeden Fall zu den Top 5, wo ich bisher geschossen habe. Es ist natürlich toll, allerdings bekomme ich im eigentlichen Wettkampf eher weniger davon mit, bzw. ich konzentriere mich sehr auf mich und meine Scheibe, deshalb nehme ich das Außenherum nur begrenzt wahr.“

Das ZDF überträgt den Wettbewerb in einem längeren Beitrag. Wie wichtig ist die TV-Präsenz für euch persönlich und für den Bogensport generell?
Tartler: „Ich freue mich sehr, dass das ZDF einen Teil unseres Wettkampfes überträgt. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für die gesamte Bogensportgemeinschaft in Deutschland, die seit längerem mal wieder bei einem Wettkampf mitjubeln kann, wenn auch nur von zuhause.“
Weckmüller: „Für uns als Sportart ist jede TV-Präsenz sehr schön und auch nach den ganzen Jahren freut man sich immer noch, wenn ein Beitrag zu unserem Wettkampf, in dem man teilnimmt im Fernsehen kommt. Gerade die nationale Übertragung ist für unsere Fans und auch Sponsoren natürlich sehr wichtig.“

Das Teilnehmerfeld ist elitär, die besten deutschen Bogenschützen sind am Start. Es gibt kein Taktieren, sondern mit Halbfinale und Finale zwei Entscheidungsmatches. Euer Ziel?
Tartler: „Mein Ziel ist es, meine Technik so gut es geht auch im Wettkampf umzusetzen. Alle Teilnehmer sind sehr gute Schützen, und deshalb gebe ich alles, was ich kann und werde am Ende sehen, wofür es reicht. Gewinnen ist natürlich trotzdem das Ziel. Im Mixed Team kann man sich gegenseitig im Team hochpushen, indem man dem anderen und in dessen Können vertraut.“
Weckmüller: „Im Finalschießen gibt es eigentlich generell kein Taktieren mehr, da gerade auf internationaler Ebene das Niveau so hoch ist, dass man schon direkt im 1/48-Finale eine sehr gute Leistung abliefern muss. Hier hängt alles nur an zwei Matches, und die Konkurrenz ist natürlich sehr gut, trotzdem ist das Ziel zu gewinnen.“

Im Mixed geht ihr gemeinsam an den Start. Was macht den Reiz des Mixed aus und was rechnet ihr euch aus?
Tartler: „Ich freue mich sehr, dass ich mit Max in einem Mixed-Team schießen werde. Obwohl wir in Wiesbaden das erste Mal zusammen im Mixed-Team starten werden, glaube ich dennoch, dass wir ein gutes Team sind, da wir in den letzten Monaten auch viel zusammen in Berlin trainieren konnten. Dadurch können wir auf das Schießen und die Leistung des anderen vertrauen und somit zusammen unser Bestes geben. In zwei Matches kann allerdings viel passieren.“
Weckmüller: „Auf den Mixed-Wettbewerb freue ich mich sehr, vor allem mit Elisa an den Start zu gehen. Mixed ist besonders, weil die Einzelleistung wichtiger als beim Team ist, aber man trotzdem nicht alleine da steht, sondern sich aufeinander verlassen kann. Ich denke unsere Chancen sind gut, aber es sind nur zwei Matches, da kann alles passieren.“

Es werden Temperaturen bis zu 36°C erwartet, also "Tokio-Wetter"! Ein Problem?
Tartler: „Nein, mit der richtigen Vorbereitung ist jedes Wetter zu meistern. Genug trinken und einen Hut oder Kappe aufsetzen und los geht´s!“
Weckmüller: „Wir sind es gewohnt, bei fast jedem Wetter Wettkämpfe zu schießen, von daher wird das mit der richtigen Vorbereitung auf jeden Fall kein Problem werden. Ich denke, an das Wetter in Tokio kommt nur so etwas wie die Bedingungen bei der Universiade in Taipeh 2017 heran, das ist nochmal ein ganz anderes Level als Sommer in Deutschland.“

06.08.2020 - 09:35

Am 26. Juni 2020 stellten die Spitzen der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Berlin den Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm vor. Es steht unter dem Titel „… zu achten und zu schützen …“ und soll nach weiteren Beratungen das alte Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2002 ersetzen. Zu den wenigen konkreten Aussagen in dem umfangreichen Entwurf gehört im Kapitel „Rechtsstaat und Sicherheit“ die Forderung nach einem „Ende des privaten Besitzes von tödlichen Schusswaffen mit Ausnahme von Jäger*innen und Förster*innen“ (Seite 39, Punkt 248, Textauszug s. unten). Sie wird mit der Feststellung begründet, es gehöre zu den wichtigsten Aufgaben des Rechtsstaats, die öffentliche Sicherheit und den Schutz vor Gewalt zu gewährleisten, jede*r habe das Recht auf ein Leben frei von Gewalt und das Gewaltmonopol liege beim Staat. Dies ernst zu nehmen, bedeute ein Ende des privaten Waffenbesitzes.

Die Verbotsforderung zielt eindeutig auf die Sportwaffen der Schützinnen und Schützen. An dieser Stelle konstruiert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Bezug, den es in der Realität nicht gibt. Denn weder unterlaufen Sportschützinnen und -schützen mit ihren privaten Sportwaffen die Aufgaben des Rechtsstaats im Bereich öffentliche Sicherheit und Gewaltprävention, noch rütteln sie am Gewaltmonopol des Staates. Der im Entwurf des Grundsatzprogramms behauptete Bezug ist unsinnig. Das Gewaltmonopol ist laut Definition die im äußersten Fall mit physischer Gewalt erfolgende Durchsetzung der staatlichen Hoheitsmacht, die ausschließlich staatlichen Organen vorbehaltene Legitimation, physische Gewalt auszuüben. Demgegenüber ist der private Besitz von Sportwaffen und ihre Anwendung im Verein und bei Wettkämpfen von seinem Wesen her absolut gewaltfrei und stellt das staatliche Gewaltmonopol in keiner Weise in Frage.

Sportschießen ist ein friedliches Hobby, das von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit Schusswaffen betrieben wird. Seit Jahrhunderten verbindet der Schießsport Völker und Generationen. Kaum etwas ist in Deutschland so umfassend und streng geregelt, eingeschränkt und kontrolliert wie der private Waffenbesitz. Das deutsche Waffenrecht gilt nicht ohne Grund als eines der schärfsten der Welt, das beispielsweise mit den sogenannten Amerikanischen Verhältnissen überhaupt nicht vergleichbar ist. Die Sportschützinnen und -schützen sind die einzigen Sportler in Deutschland, die sich ihre Sportordnung von einer staatlichen Behörde genehmigen lassen müssen. Keine geringeren Einrichtungen als die Deutsche UNESCO-Kommission und die Kultusministerkonferenz haben den Schützenvereinen einen „verantwortungsbewussten Umgang“ mit ihren Schusswaffen bestätigt. Auch aus diesem Grund ist das jahrhundertealte Schützenwesen ins Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Der Grundsatzprogrammentwurf von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN assoziiert den privaten Sportwaffenbesitz mit den Begriffen Staatsgefährdung, Gewalt und Tod. Damit stellen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – bewusst oder fahrlässig – einen großen Teil unserer Gesellschaft in eine die Freiheit und das Leben des Einzelnen und den Staat gefährdende, kriminelle Ecke. Gegen diese pauschale Diffamierung unserer Mitglieder, die in den vielen tausend Schützenvereinen nicht nur Sport treiben sondern in ihren Gemeinden und Regionen wichtige zivilgesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen, verwahren wir uns ausdrücklich.

Es besorgt uns aber auch, wie leichtfertig hier ein Konflikt (Sportschützen – Gewaltmonopol des Staates), konstruiert wird, den es in Wirklichkeit nicht gibt, der aber geeignet ist, zu polarisieren und Feindbilder innerhalb unserer Gesellschaft zu schaffen. Die wahren Ursachen von Unsicherheit und Gewalt zwischen den Menschen liegen nicht im privaten Sportwaffenbesitz. Sie liegen woanders und sehr viel tiefer – angefangen beim illegalen Waffenbesitz, dem im Grundsatzprogramm lediglich ein Satz gewidmet wird, aber u.a. auch in wichtigen Bereichen wie Wertevermittlung und Demokratieverständnis innerhalb unserer Gesellschaft. Wir erwarten und fordern, dass die politischen Parteien sich auch in ihren Grundsatzprogrammen ernsthaft, verantwortungsbewusst und frei von ideologischen Vorgaben darum kümmern.

In Anlehnung an Artikel 1 Grundgesetz nennen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ihren Grundsatzprogrammentwurf „… zu achten und zu schützen …“. Die Sportschützinnen und –schützen fühlen sich dieser Grundlage unserer staatlichen Gemeinschaft seit jeher uneingeschränkt verpflichtet. Sie sehen aber auch das Freiheitsrecht des Artikels 2 Grundgesetz, das gerade in einer Demokratie – unter Beachtung der gesetzten Grenzen! – eine besondere Bedeutung hat und das auch für die Sportschützinnen und –schützen gilt:

„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“

06.08.2020 - 08:42

Man kann die Ausrichtung der Konzentration in vier Dimensionen unterteilen:

  • weit
  • eng
  • außen
  • innen

Um sich dies besser zu visualisieren, kann man sich seine Konzentration als Scheinwerfer vorstellen. Fokussiert man mit dem Scheinwerfer einen nahen Punkt, wird der Lichtkegel ganz eng und man beleuchtet nur einen kleinen Teil, richtet man den Scheinwerfer in die Ferne, wird die Umgebung ebenfalls erhellt und der Radius weitet sich.

Eine enge Scheinwerferstellung im Sport könnte sein, wenn man sich lediglich auf den Abzugsvorgang oder sein Gleichgewicht konzentriert. Eine weite Scheinwerfervorstellung kann z.B. sein, wenn man sich auf die Scheibe oder die Windfahnen konzentriert.

Ist der Scheinwerfer nach außen gestellt, nimmt man die Umgebung war. Das können Jury-Kommandos sein, Zuschauer oder Ergebnisverkündungen. Richtet sich der Scheinwerfer nach innen, stehen die eigenen Gedanken und man selbst im Vordergrund. Das kann sein, wenn man sein eigenes Herz schnell schlagen hört oder man versucht negative Gedanken in positive umzuwandeln.

Wenn man diese vier Formen nun kombiniert, landet man bei vier unterschiedlichen Arten der Fokusausrichtung:

  • innen & eng
  • außen & eng
  • innen & weit
  • außen & weit

Als kleine Vorübung können Beispiele aus dem Sport für jede der Richtungen gesammelt werden. Wichtig ist dabei auch zu überlegen in welcher Situation welche Ausrichtung sinnvoll und hilfreich ist. Nun ist es Zeit zu üben!

Weit-außen: Lassen Sie die Sportler die Umgebung wahrnehmen, welche Farben, Gerüche und Geräusche herrschen vor. Die Sportler sollen sich einen kompletten Blick der Sportstätte verschaffen, ohne sich auf Details zu fokussieren. Bei geschlossenen Augen soll anschließend noch einmal alles in Erinnerung gerufen werden.

Weit- innen: Kreisen Sie die Arme in zwei Richtungen, während Sie mit einem Fuß eine Acht vor sich zeichnen. Je besser man den Fokus auf weit-innen richten kann, desto weniger Gleichgewichtsschwankungen wird man haben.

Eng-außen: Richten Sie den Blick starr auf Ihre Zielscheibe aus und blenden Sie alles drum herum aus. Sollten dennoch Gedanken aufkommen, kann man sich vorstellen diese einen Fluss hinunterfließen zu lassen oder sie in eine Schublade zu stecken, um sie später wieder herauszuholen.

Eng-innen: Um die Konzentration eng-innen zu trainieren hilft es, sich lediglich auf seine eigene Atmung zu konzentrieren. Es geht darum sie fließen zu lassen ohne abzuschweifen. Es kann helfen, sich dabei z.B. Schusswerte vorzusagen, um zu kontrollieren, ob man noch bei der Sache ist oder mit den Gedanken bereits ganz wo anders.

Im Anschluss sollten die Erfahrungen der Sportler gemeinsam ausgetauscht und reflektiert werden.

Je öfter man die Ausrichtung trainiert, desto besser wird es funktionieren in entscheidenden Situationen die beste Fokusausrichtung zu wählen. Wer beispielsweise in einem Finale steht, muss sich schnell von der Startansage wieder auf seinen Zielvorgang konzentrieren und vielleicht ein besonderes Augenmerk auf die Entspannung der Schulter legen, ohne dabei vom Rhythmus der Mitstreiter oder der Zuschauer abgelenkt zu werden. Je besser dieser Wechsel gelingt, desto besser kommt man eben am Ende auch in seinen Flow.

Hinweis: Übung in Anlehnung an Engbert, K., Droste, A., Werts, T. und Zier, E. (2011). Mentales Training im Leistungssport. Ein Übungsbuch für den Schüler- und Jugendbereich. Stuttgart: Neuer Sportverlag.

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