03.12.2022 - 19:24

KK-Gewehr: Janßen profitiert von Team-Finals
Den Anfang machte Anna Janßen. Die lieferte sich im Goldfinale mit der Inderin Anjum Moudgil einen packenden Wettkampf. Zunächst kam Janßen deutlich besser in das Match (8:2), aber dann konterte die Inderin und zog gleich (10:10). Jedoch gelang es ihr nicht in Führung zu gehen: Janßen legte vor, Moudgil egalisierte. Nach einer 10,9 hatte Janßen „Matchschuss“ (14:12), aber erneut glich die Inderin aus. Somit musste der letzte Schuss entscheiden, und in diesem zeigte die Asiatin Nerven – sie brachte nur eine 8,8 auf die Scheibe, Janßen schoss eine 9,9 und jubelte anschließend: „Nach dem Schuss war ich einfach unglaublich erleichtert und glücklich.“ Einen Grund für ihre Stärke im Stehend-Anschlag machte Janßen in der Saison aus: „Ich glaube, dass mir die Teamwettkämpfe (u.a. Gold bei WM und EM, Anm. d. Red.), bei denen ich immer stehend geschossen habe, geholfen haben. Dadurch bin ich ruhiger gewesen und wusste, was geht und was nicht geht. Es ist ein wunderschöner Abschluss der Saison.“
Auch Lisa Müller zeigte einen beherzten Wettkampf und lag nach dem Liegendanschlag sogar in Führung. Dann kam jedoch der Stehend-Anschlag und der vierte Schuss in diesem brach ihr „das Genick“: eine 7,3! „Wenn ich den Siebener erklären könnte, hätte ich ihn nicht geschossen. Auch in der anschließenden Wettkampfanalyse haben wir keinen rationalen Grund für diesen Schuss gefunden“, rätselte sie danach. Mit Platz vier zeigte die 30-Jährige jedoch zum wiederholten Mal, dass sie in der absoluten Weltklasse ist. „Insgesamt bin ich mit meinem Finale und der Platzierung sehr zufrieden. Mit der tollen Wettkampf-Erfahrung aus dem Weltcupfinale geht mein Blick schon in die nächste Saison.“

Sportpistole: Nach der Auszeit dreht Vennekamp auf
Europameisterin Doreen Vennekamp ging als Titelverteidigerin an den Start, da sie im vergangenen Jahr das Weltcupfinale in Breslau gewonnen hatte. Der Start in das Finale missriet der Sportsoldatin jedoch, nach den ersten zwei Serien hatte sie nur fünf Treffer. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause nahm eine Auszeit und sprach kurz mit ihrem Schützling, die danach so schoss, wie sie es sich von vorneherein vorgestellt hatte: vier, fünf, vier, fünf, vier und nochmals vier Treffer war die Ausbeute in den folgenden Serien. Vom letzten Platz schoss sie sich bereits nach der ersten Fünf ganz nach oben, die Konkurrenz Camille Jedrzewski (FRA), Xiu Hong Teh (SGP) und Veronika Major (HUN) musste die Stärke neidlos anerkennen. Vennekamp strahlte nach dem erneuten Coup, nachdem sie bereits das Halbfinale dominiert hatte bei 16 Treffern und einem Vorsprung von vier Treffern.  "Ich freue mich riesig. Einmal natürlich, den Titel verteidigt zu haben und dann - nachdem das Jahr so gut lief und ich mich auf Platz eins schießen konnte – noch den Award für den „Shooter of the Year“ zu bekommen und damit das Ganze rund zu machen. Es fühlt sich großartig an. Es war ein gutes Jahr!“

Schnellfeuerpistole: Packendes und hochklassiges Duell der Oympiasieger
Christian Reitz hatte 2016 olympisches Gold gewonnen, Jean Quiquampoix (FRA) fünf Jahre später. In Kairo trafen sie im Finale aufeinander, zudem waren noch Welt- und Europameister Clement Bessaguet (FRA) und Ruslan Lunev (AZE) dabei. „Dabei“ trifft es jedoch ganz gut, denn es entwickelte sich von Beginn ein packender Zweikampf der olympischen Champions auf allerhöchstem Niveau: Nach fünf Serien hatten der Franzose und Reitz jeweils 24 (!) Treffer, d.h. lediglich einen Fehlschuss. Mit 32:32 ging es in die letzte Serie, in der die beiden Schnellfeuer-Stars erstmals „schwächelten“ und nur drei (Quiquampoix) bzw. zwei (Reitz) Treffer landen konnten. „Wir haben uns bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. In der letzten Serie habe ich nach dem Anschuss die Kontrolle nicht mehr gehabt. Das war natürlich ein bisschen ärgerlich, weil der Jean auch nur drei Treffer hatte. Aber es war ein „Bomben-Finale“, und deswegen bin ich ohne Weiteres zufrieden.“

Oliver Geis belegte Platz fünf, nachdem er im ersten Halbfinale den beiden Franzosen knapp unterlegen war. Erst im Stechen musste er Quiquampoix den Vortritt lassen (3:4). Florian Peter war im gleichen Halbfinale und schoss nicht schlecht (13 Treffer), erlaubte sich aber in drei Serien jeweils zwei Fehlschüsse. Reitz hatte sein Halbfinale nach schwächerem Start mit neun Treffern hervorragend ausgeschossen und den Sieg davongetragen.

Insgesamt gewann das deutsche Team in Kairo sechs Medaillen: Christian Reitz zwei Silbermedaillen (Luft- und Schnellfeuerpistole), Sandra Reitz und Robin Walter holten Bronze mit der Luftpistole, Doreen Vennekamp (Sportpistole) und Anna Janßen (KK-Dreistellungskampf) krönten sich zu strahlenden Siegerinnen.

Folgende DSB-Sportler nehmen am Weltcupfinale teil
Doreen Vennekamp (Sportpistole, 1. Platz)
Monika Karsch (Sportpistole, 6. Platz)
Sandra Reitz (Luftpistole, 10. Platz)
Christian Reitz (Luftpistole, 12. Platz und Schnellfeuerpistole, 3. Platz)
Robin Walter (Luftpistole, 14. Platz, rückte nach)
Florian Peter (Schnellfeuerpistole, 4. Platz)
Oliver Geis (Schnellfeuerpistole, 10. Platz)
Anna Janßen (Luftgewehr, 10. Platz & KK-Dreistellungskampf, 5. Platz)
Lisa Müller (KK-Dreistellungskampf, 10. Platz)

02.12.2022 - 21:10

Luftpistole Männer: Reitz unterlieg Mikec mit 9:17
Zwei der besten Luftpistolenschützen der Welt standen sich im Goldfinale gegenüber: Auf der einen Seite der Titelverteidiger und Olympia-Fünfte von Tokio, Christian Reitz, auf der anderen Seite der Silbermedaillengewinner von Tokio und Medaillengewinner zahlreicher internationaler Medaillen, der Serbe Damir Mikec. Reitz startete mit zwei hohen Zehnerwertungen stark in das Finale und leistete sich dann zwei Achter (2:6). Auch in der Folge schoss der Spitzenschütze des SV 1935 Kriftel nicht so konstant wie im Halbfinale, sodass es ihm nicht gelang, entscheidend Boden gut zu machen. Mit zwei guten Schüssen (10,4 & 10,5) kam der DSB-Schütze dann doch noch in Sichtweite (9:11), doch die letzten drei Wertungen gingen allesamt an Mikec, der verdientermaßen den Sieg davontrug. „Das Goldmatch gegen Damir war etwas ärgerlich: Zunächst bin ich nicht richtig gut reingekommen, dann hatte ich ein paar Ausreißer und drei Schüsse mit 0,1 Ringen verloren. Aber insgesamt bin ich natürlich superzufrieden, auch wenn ich den Titel nicht verteidigen konnte.“

Im ersten Halbfinale kam es zu einem Bundesliga-Duell zwischen Robin Walter (KKS Hambrücken) und dem Serben Damir Mikec (SV Kelheim-Gmünd). Interessant: Am Samstag treffen beide Teams in der Bundesliga aufeinander, dann ohne ihre beiden Spitzenschützen. Walter ging 2:0 in Führung und schoss auch in der Folge gut, aber Mikec schoss hervorragend und landete die nächsten fünf höheren Treffer (2:10). Das war die Vorentscheidung, auch wenn der deutsche Europameister nochmals auf 11:15 verkürzen konnte – eine 8,7 beendete seinen Traum vom Goldfinale.
Christian Reitz machte in seinem Halbfinale „kurzen Prozess“ mit dem Letten Emils Vasermanis, der zu keiner Zeit eine Chance besaß. Früh hieß es 10:4 für den Titelverteidiger, der auch im Schlussspurt keine Kompromisse machte und 16:6 siegte. „Das Semifinale war von Anfang bis Ende richtig gut geschossen. Dementsprechend verdient habe ich gegen den Letten gewonnen“, urteilte Reitz.

Luftpistole Frauen: Reitz muss sich entfesselter Arunovic geschlagen geben
Der Einzug in die Medaillenmatches war bereits ein großartiger Erfolg für Sandra Reitz, die in der Qualifikation mit 582 Ringen einen neuen deutschen Rekord aufgestellt hatte. Im Halbfinale ging es gegen eine „alte Bekannte“ aus der Bundesliga: Zorana Arunovic (SRB), mehrfache Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften sowie Weltcups, schoss einst für die SGi Ludwigsburg. Reitz erwischte einen blendenden Start und ging 8:4 in Führung. Und auch in der Folge konnte die für die SSG Dynamit Fürth schießende Sportsoldatin überzeugen, doch Arunovic schoss auf einmal wie entfesselt und holte Punkt um Punkt. Zunächst glich sie aus, dann zog sie davon und siegte mit 16:8. Dennoch war die Bronzemedaillengewinnerin Reitz sehr zufrieden: „Ich bin einfach nur total happy und sehr stolz auf meine Leistung.“

Am Samstag, 3. Dezember, endet das Weltcupfinale. Und der DSB hat dann noch sechs „heiße Eisen“ im Feuer: Lisa Müller und Anna Janßen stehen unter den besten Acht im Dreistellungskampf mit dem Kleinkaliber-Gewehr, Doreen Vennekamp strebt ihre Titelverteidigung mit der Sportpistole an, und das Trio Florian Peter, Christian Reitz und Oliver Geis hat – wie immer bei internationalen Veranstaltungen - das Ziel, mindestens einen Athleten auf das Treppchen zu bringen.

Folgende DSB-Sportler nehmen am Weltcupfinale teil
Doreen Vennekamp (Sportpistole, 1. Platz)
Monika Karsch (Sportpistole, 6. Platz)
Sandra Reitz (Luftpistole, 10. Platz)
Christian Reitz (Luftpistole, 12. Platz und Schnellfeuerpistole, 3. Platz)
Robin Walter (Luftpistole, 14. Platz, rückte nach)
Florian Peter (Schnellfeuerpistole, 4. Platz)
Oliver Geis (Schnellfeuerpistole, 10. Platz)
Anna Janßen (Luftgewehr, 10. Platz & KK-Dreistellungskampf, 5. Platz)
Lisa Müller (KK-Dreistellungskampf, 10. Platz)

02.12.2022 - 11:08

Die DSJ Kids Games 2022 gingen am 31. Oktober 2022 zu Ende. Mit über 180 - deutschlandweit - teilnehmenden Kindern zwischen 6 und 12 Jahren war dies erneut ein großer Erfolg. Das extra installierte Online-Angebot hat in der Corona-Zeit viele Schützenvereine motiviert, sportliche Aktivitäten für die Kinder im Verein anzubieten und gleichzeitig den Anreiz geschaffen, hervorragende Preise bei einer finalen Verlosung zu gewinnen.

Nun wurden unter den zahlreichen Teilnehmenden die Gewinnerinnen und Gewinner für die Abschlussverlosung „gezogen“. Insgesamt hat die DSJ mehrere Kategorien dafür ausgewählt.

Bei der großen Abschlussverlosung konnten alle Teilnehmenden sowie die Vereine einige Sonderpreise gewinnen. Damit möchte sich die Deutsche SchützenJugend (DSJ) zum einen für die aktive Teilnahme bedanken und zum anderen die Kinder weiterhin für den Sport begeistern und auch für die weitere Jugendarbeit in den Vereinen motivieren. Zusammenfassend wurden 18 Gewinnende für die Kids Games 2022 „ausgewählt“. Hierbei wurde auch der Schützenverein mit den meisten Teilnehmenden bei den Kids Games geehrt. In der Tat wurden somit - gesamt - 16 Einzelgewinnerinnen und Gewinner ermittelt. Ferner wurden auch noch die beiden „jüngsten“ Teilnehmenden mit einen Top-Preis geehrt. Zusammenfassend hat die DSJ 18 „Pakete“ an die teilnehmenden und ausgewählten Kids und Schützenvereine versendet! Insgesamt nahmen Vereine aus elf Landesverbänden an den Kids Games 2022 teil.

Die aktiven Kinder konnten sich bei den Kids Games nicht nur im Schießen mit dem Bogen, dem Lichtgewehr und der Lichtpistole ausprobieren, sondern auch verschiedene sportliche Stationen aus den Bereichen Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Konzentration und Koordination testen.

Der Nachwuchs selbst konnte nicht nur Kids Games-Flaschen sowie unser beliebtes Maskottchen Shooty als Stofftier und Schlüsselanhänger gewinnen, sondern auch Ausrüstung, wie z.B. DSJ-Rucksäcke, DSJ-Lanyards oder speziell limitierte „50-Jahre-Maus-Münzen“. Natürlich wurden alle Gewinnerinnen und Gewinner auch mit Trimmy-Medaillen und Shooty-Stickern ausgezeichnet.

Vizepräsident Jugend Stefan Rinke freut sich über die rege Teilnahme an den Kids Games 2022 und resümiert: „Die Kids Games waren in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Wir konnten mit der Durchführung dieser Online-Alternative unseren Vereinen, in dieser herausfordernden Zeit eine weitere Plattform zur Aktivierung unseres Nachwuchses anbieten und ein effektives und sportliches Veranstaltungsangebot geben.“

Die Deutsche SchützenJugend gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern zu ihrem Erfolg im Sportjahr 2022. Wir wünschen allen Nachwuchsschützinnen und -schützen weiterhin viel Spaß am Sport und viel Freude mit den Preisen.

Gewinnerinnen und Gewinner bei der Abschlussverlosung sind:

1 Eddie Sternberger:  SchGi zu Lübben Brandenburgischer Schützenbund

2 Felix Rose: Tesching Schützenverein Igelshieb 1907 e. V. Neuhaus/Rwg. Thüringer Schützenbund

3 Lichtgewehr John Janschewski: SchGi zu Lübben Brandenburgischer Schützenbund

4 Nele Mayer: Sportgemeinde Hüttenfeld Sportschützenabteilung Hessischer Schützenverband

5 Phillip Obenaus: SchGi Döllingen Brandenburgischer Schützenbund

6 Linus Bauer: Bogensportclub Gronau e.V. Hessischer Schützenverband

7 Marek Arnold: Schützenverein Wolfartsweiler Württembergischer Schützenverband

8 Finley Teumer: Privilegierte Schützengesellschaft Gera von 1660 e. V. Thüringer Schützenbund

9 Bianca Meyer: SV Linda 1963 Mähring Bayerischer Sportschützenbund

10 Jonas Füßl: Tannenzweig Sollbach Oberpfälzer Schützenbund

11 Nisse Johann: Molsen Bürgerschützengesellschaft Lehrte v. 1837 e.V Niedersächsischer Sportschützenverband

12 Noah Schmidt: Sportschützen Hopfgarten 1962 e.V. Hessischer Schützenverband

13 Alexander Müller: SV Linda 1963 Mähring Bayerischer Sportschützenbund

14 Sina Koller Tannenzweig Sollbach Oberpfälzer Schützenbund

15 Emma Scherkl: Schützenverein Hittbergen Nordwestdeutscher Schützenbund

16 Elisa Barschke: Schützenverein Eitra 1902 e.V. Hessischer Schützenverband

Jüngste Teilnehmende Jahrgang 2017

17 Jonna Maata: Pumptow Schützenverein Hittbergen Nordwestdeutscher Schützenbund

Schützenvereine mit den meisten Teilnehmenden (Kids)

20 Teilnehmende: Schützenverein Crainfeld e.V. - Hessischer Schützenverband

15 Teilnehmende: Schützenverein Wolfartsweiler - Württembergischer Schützenverband

14 Teilnehmende: SchGi zu Lübben - Brandenburgischer Schützenbund

13 Teilnehmende: SV Linda 1963 Mähring - Bayerischer Sportschützenbund

13 Teilnehmende: Sportschützen Hopfgarten 1962 e.V. - Hessischer Schützenverband


Das sind die Kids Games

An den Kids Games 2022 konnte jedes Mitglied eines Schützenvereins des Deutschen Schützenbundes, das 12 Jahre oder jünger ist teilnehmen. Neben dem Schießen mit dem Lichtgewehr, der Lichtpistole, aufgelegt ohne Schießbekleidung auf 10m und dem Bogenschießen, mussten allgemeinsportliche Disziplinen aus den Bereichen Schnelligkeit, Koordination, Geschicklichkeit und Konzentration absolviert werden.

Diese Veranstaltung diente in erster Linie zur Förderung von Kreativität und Spieltrieb von Kindern. Daher stand das erzielte Ergebnis nicht im Vordergrund, sondern die Vielfalt, die Teilnahme und der Spaß an unserem schönen Sport. Deutschlandweit konnten Schützenvereine die Teilnahme an den DSJ Kids Games 2022 auch als Vereinsveranstaltung austragen und die Ergebnisse online melden. Die Teilnehmenden konnten sich auf der digitalen Plattform registrieren und dort bis zum 31. Oktober 2022 ihre Ergebnisse eintragen sowie bestätigen.

Alle Teilnehmenden erhielten eine Urkunde (zum Download) und nahmen an einer großen Abschlussverlosung teil. Des Weiteren wurden Anerkennungspreise für den teilnehmerstärksten Vereine und jüngste Teilnehmende vergeben.

„Kids Games on Tour“ seit Mitte 2022 ins Leben gerufen

Die Deutsche SchützenJugend (DSJ) hat seit Mitte des Jahres 2022 einen weiteren, kreativen und sportlichen - bundesweiten - Wettbewerb für die Jugend ins Leben gerufen. Diese hochwertige Veranstaltung mit dem Namen „Kids Games on Tour“ ist für Schützen-Kinder aus ganz Deutschland angedacht. Nachdem die „Kids Games“ bereits dieses und letztes Jahr sehr erfolgreich von unseren Schützenvereinen durchgeführt wurden, wollen wir, die DSJ, daran weiter ansetzen.

Die „Kids Games on Tour“ sollen als jeweils einzelne Kompaktveranstaltung über die Schützenvereine und Verbandsorgane aus ganz Deutschland ausgetragen werden.

Vereinsmitglieder bis 12 Jahre und jünger des Deutschen Schützenbundes können unter den angegebenen Wettbewerbsbedingungen teilnehmen

Das erzielte Ergebnis steht dabei nicht - primär - im Vordergrund, sondern die Vielfalt, die Teilnahme und der Spaß an unserem „schönen“ Sport.

Neben dem Schießen mit dem Lichtgewehr und der Lichtpistole, aufgelegt ohne Schießbekleidung auf 10m und oder dem Bogen (10 m oder 18m), müssen allgemeinsportliche Disziplinen aus den

Bereichen Schnelligkeit, Koordination, Geschicklichkeit, Konzentration und Ausdauer absolviert werden (siehe Anhang; IV Ausschreibung Kids Games on Tour). Darüber hinaus können extra dafür erstelle Pins in Gold, Silber und Bronze geordert werden.

02.12.2022 - 08:26

Norden: Hannover unter Druck
Bislang verlief die Saison für den PSV Olympia Berlin hervorragend. Mit 10:4-Punkten rangiert der Klub aus der Hauptstadt auf Position zwei „und diesen möchten wir gerne mit zwei Siegen am Wochenende verteidigen“, so Vereins-Vorsitzender Michael Wischnewsky. Einfach wird das nicht, denn am Samstag kommt es in der modernen „Walther-Arena“ zum Top-Duell gegen den Tabellen-Dritten SV Bassum von 1848, am Sonntag sind die SpSch Raesfeld Gegner der Berliner. Dabei müssen die Berliner erneut auf die Französin Mathilde Lamolle verzichten, die beim parallel stattfindenden Weltcupfinale antritt. Dennoch gibt es nur ein Saisonziel: „Wir wollen ins Finale, das ist jedes Jahr das Ziel. Und sollte es nicht klappen, wäre die Enttäuschung schon groß.“ Dabei setzt das Team auf eine gute Mischung aus jung und alt, auf Erfahrung und Unbekümmertheit. Ob das Rezept am Wochenende aufgeht, können Schießsport-Fans sowohl live vor Ort in der Halle als auch am Endgerät via Sportdeutschland.TV verfolgen, „wir probieren es erstmals mit einem Livestream“, kündigt Gesamtsportwart Frank Ruthsatz an.

Das Finale war vor Saisonbeginn auch das erklärte Ziel des SV GK Hannover. Doch oftmals konnte das Team aus diversen Gründen nicht in Bestbesetzung antreten und findet sich aktuell nur auf Platz sechs (8:6-Punkte) wieder. „Die Situation ist für uns herausfordernd, da die Besetzung noch immer kritisch ist und uns am Wochenende Vanessa Seeger neben Saurabh Chaudhary wieder fehlen wird. Da müssen dann die Fans helfen“, hofft Trainer Philip Bernhard auf große Unterstützung. Dabei birgt vor allem das Derby am Sonntag gegen Freischütz Wathlingen Brisanz: „Wathlingen wird ein Knackpunkt, weil sie einfach stark sind! Eine Niederlage könnte das Aus im Finalrennen bedeuten, wenn nicht auch andere Federn lassen. Also muss ein Sieg her, gleiches gilt auch für das Match gegen die Sportschützen Pier“, so Bernhard gewohnt angriffslustig, der zugibt, „dass das Nicht-Erreichen des Finals eine herbe Enttäuschung wäre trotz aller Schwierigkeiten in dieser Saison.“

Bis auf den souveränen Tabellenführer SV 1935 Kriftel (14:0-Punkte) können sich bis zum Tabellen-Neunten Raesfeld die Teams Hoffnung auf einen der vier Finalrundenplätze im Norden machen. Ganz andere Sorgen haben der SV Schirumer Leegmoor (4:10), die Sp.Sch. Fahrdorf (2:12) und der SV Uetze (0:14) auf den Positionen zehn bis zwölf – sie benötigen jeden Punkt, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

Süden: Titelverteidiger Waldenburg hofft auf Fans
Im Süden der Republik ist der Kampf um die vier Finalplätze fast noch größer und dürfte am Wochenende auf die Spitze getrieben werden. In Hambrücken empfängt der gastgebende Tabellenführer KKS (12:2) den Vierten SV Kelheim-Gmünd (10:4) sowie den Siebten SGi Ludwigsburg (6:8). Trainer Karl-Heinz Heil freut sich mit seiner jungen Mannschaft auf das Wochenende: „Der Heimwettkampf ist immer etwas Besonderes Wenn man dann noch als Tabellenführer vor eigenem Publikum auftreten kann, will man sich natürlich von der besten Seite zeigen.“ Nicht dabei sein wird die Nummer eins Robin Walter, der beim Weltcupfinale in Kairo im Einsatz ist. „Wenn wir am Wochenende mindestens einen Wettkampf gewinnen sollten, wäre das Soll erreicht, wir nehmen aber auch gerne zwei Siege. Dann wäre das Tor zum Finale ganz weit offen.“ Bei einem „wird aber auch keine Welt zusammenbrechen, wir haben gezeigt, dass wir mit den „Großen“ mithalten können“, meint der erfahrene Trainer, der auf viele Zuschauer hofft („Alle in der Region wissen, dass bei uns Spitzensport geboten wird.“

Titelverteidiger SGi Waldenburg ist der zweite Gastgeber des Wochenendes und hat ein noch „knackigeres“ Programm vor sich: „Mit Waldkirch und Fürth haben wir zwei Vereine, mit denen wir uns schon seit Jahren harte Wettkämpfe leisten. Parallel findet das Weltcupfinale statt, was uns die Situation zusätzlich erschwert. Nichtsdestotrotz kämpfen wir um jeden Punkt“, sagt Schütze Tobias Backes. Mit Doreen Vennekamp, Florian Peter und Camille Jedrzejewski fehlen gegen den drittplatzierten SV Waldkirch (10:4) und den sechstplatzierten SSG Dynamit Fürth (8:6) gleich drei Stammschützen – allerdings müssen die Gegner auch auf Spitzenschützen verzichten. Das Ziel ist für Backes & Co dennoch klar: „Das Erreichen des Finals ist unser erklärtes Saisonziel, und ein Verpassen wäre als Titelverteidiger eine große Enttäuschung.“ Umso mehr setzen die Waldenburger auf die Unterstützung der Fans, auch Backes: „Viele einheimische Anhänger fiebern den Wettkämpfen entgegen und werden uns lautstark in der Halle unterstützen.“

Und auch am andere Ende der Tabelle gibt es ein ganz wichtiges Duell: Die punktgleichen Teams (2:12-Punkte) von SG Edelweiß Scheuring und SG Auerhahn Steinberg bekommen es miteinander zu tun – der Sieger macht einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.
 

Die Ansetzungen der Wettkämpfe 8 und 9

Nord in Berlin und Hannover

15.00 Uhr: Spsch Raesfeld - Sp.Sch. Fahrdorf & SV 1935 Kriftel - SSV Bad Westernkotten
16.30 Uhr: SV Falke Dasbach - SV Schirumer Leegmoor & Freischütz Wathlingen - SV Uetze
18.00 Uhr: PSV Olympia Berlin - SV Bassum von 1848 & SV GK Hannover - Sp.Sch.St.Seb.Pier2000

10.00 Uhr: SV Falke Dasbach - Sp.Sch. Fahrdorf & SV Uetze - SV 1935 Kriftel
11.30 Uhr: SV Bassum von 1848 - SV Schirumer Leegmoor & Sp.Sch.St.Seb.Pier2000 - SSV Bad Westernkotten SV
13.00 Uhr: PSV Olympia Berlin - Spsch Raesfeld & GK Hannover - Freischütz Wathlingen

Süd in Hambrücken und Waldenburg

15.00 Uhr: SG Edelweiß Scheuring - SG Auerhahn Steinberg & SSG Dynamit Fürth - HSG München
16.30 Uhr: SGi Ludwigsburg - ESV Weil am Rhein & SV Hubertus Hitzhofen-Oberzell - SV Hubertus Rettenbach
18.00 Uhr: KKS Hambrücken - SV Kelheim-Gmünd & Sgi Waldenburg - SV Waldkirch

10.00 Uhr: ESV Weil am Rhein - SG Edelweiß Scheuring & SV Hubertus Hitzhofen-Oberzell - HSG München
11.30 Uhr: SV Kelheim-Gmünd - SG Auerhahn Steinberg & SV Waldkirch - SV Hubertus Rettenbach
13.00 Uhr: KKS Hambrücken - SGi Ludwigsburg & Sgi Waldenburg - SSG Dynamit Fürth

01.12.2022 - 18:15

Luftpistole Männer: Walter und Reitz gewinnen ihre Halbfinals
Als Fünfte bzw. Sechste hatten sich Walter und Reitz für die Halbfinals (die sogenannten Ranking Matches) qualifiziert, in diesen drehten beide DSB-Athleten aber so richtig auf. Zunächst gewann der 23-jährige diesjährige Europameister Walter sein Halbfinale mit 198,6 Ringen, wobei er die Konkurrenz von Beginn an dominierte. Und das, obwohl er noch nicht ganz auf seiner Höhe ist: „Ich bin krankheitsbedingt noch nicht wieder auf meinem Leistungslevel, daher ist es sehr gut, dass ich Bronze bereits sicher habe. Auf jeden Fall ist mein erste Weltcupfinale schon erfolgreich.“ Anschließend machte es Routinier Reitz es noch besser, indem er 202,0 Ringe auf die Scheibe brachte und damit die Rivalen deutlich distanzierte. „Das war ein schöner Abschluss eines langen Tages. Es war ein gelungenes Ranking Match.“ Im Kampf um die Medaillen und das Preisgeld geht es für das DSB-Duo am Freitag, 2. Dezember, nun gegen Damir Mikec/SRB und Emils Vasermanis/LAT.

Luftpistole Frauen: Reitz steigert sich mächtig
Den perfekten Luftpistolen-Tag rundete Sandra Reitz mit einer gelungenen Vorstellung ab: Nachdem die Bundesligaschützin der SSG Dynamit Fürth schwach in das Ranking Match gestartet war (47,5 Ringe), steigerte sie sich kontinuierlich und eroberte nach einer bärenstarken 51,3 in der dritten Serie den zweiten Platz. Den sicherte sie mit einer abschließenden 50,4 und einer Gesamtringzahl von 199,2. Im Medaillenmatch geht es nun gegen drei weitere Bundesligaschützinnen, nämlich Anna Korakaki/GRE (SV Waldkirch), Zorana Arunovic/SRB (ehemals SGi Ludwigsburg) und Camille Jendrezewski/FRA (SGi Waldenburg).

Luftgewehr Frauen: Starker Janßen fehlen 0,7 Ringe
Anna Janßen war einzige DSB-Starterin mit dem Luftgewehr und hatte sich als Achte gerade so für das Halbfinale qualifiziert. In diesem zeigte die zweifache Weltcupsiegerin dieses Jahres eine sehr starke Leistung, schoss in den vier Fünferserien nicht eine Neunerwertung, kam auf 209,3 Ringe und musste sich dennoch den zwei US-Amerikanerinnen Sagen Maddalena und Alison Weisz um 0,7 bzw. 0,9 Ringen geschlagen geben. Damit belegte sie Platz fünf.

KK-Disziplinen: Sechs weitere Medaillenchancen für DSB-Athleten
Eine Medaillenchance haben definitiv auch Lisa Müller und Anna Janßen im Kleinkaliber-Dreistellungskampf, das Schnellfeuerpistolen-Trio Florian Peter, Christian Reitz und Oliver Geis sowie Sportpistolen-Europameisterin Doreen Vennekamp.
Müller und Janßen zeigten im Vorkampf ganz starke Leistungen und schoben sich mit 593 Ringen (Müller) bzw. 592 Ringen (Janßen) auf die Positionen zwei und drei. Dabei lieferte Janßen im Stehend-Anschlag zwei perfekte 100-er Serien („Ich bin einfach nur froh, dass ich es mit meinem Stehend noch drehen konnte und am Samstag im Finale bin.“), Müller schoss in allen drei Stellungen gleich stark und war dementsprechend zufrieden: „Ich bin superglücklich und sehr froh, dass ich nochmals zeigen konnte, was ich auf dem Kasten habe. Außerdem bin ich sehr happy mit meinem Stehend-Ergebnis, da wir kurzfristig noch etwas geändert haben, was offensichtlich sehr gut funktioniert. Ich freue mich sehr auf das Finale am Samstag.“ Dann geht es um die Medaillen, wenn die besten Acht (2x NOR, 2x GER, 1x DEN, IND, SUI, SLO) antreten.
Am 3. Dezember stehen auch die „drei Musketiere“ mit der Schnellfeuerpistole: Peter (582, 5. Platz), Reitz (582 (6. Platz) und Geis (581, 7. Platz) sicherten sich souverän den Platz im Halbfinale, wobei Geis ein besseres Ergebnis in der letzten Vier-Sekunden-Serie hergab (91 Ringe). „Die Ergebnisse waren nicht berauschend, aber zumindest sind alle Drei in den Ranking Matches“, kommentierte Bundestrainer Detlef Glenz. Dort gibt ein rein deutsch-französisches Halbfinale mit Peter, Geis sowie Olympiasieger Jean Quiquampoix und Europameister Clement Bessaguet (Glenz: „Für Olli und Florian wird es schwer werden, sich zu behaupten, aber wer weiß?“), Reitz tritt gegen Athleten aus Korea, Japan und Aserbaidschan an (Glenz: „Das sind die vermeintlich leichteren Gegner!“).
Doreen Vennekamp konnte wieder einmal auf ihre herausragenden Fähigkeiten im Duell-Teil vertrauen. Mit 297 Ringen schoss sie das beste Ergebnis und schob sich von Rang neun nach dem Präzisionsteil noch auf Platz fünf mit insgesamt 585 Ringen. Dagegen hatte Monika Karsch wieder einmal Pech: Ringgleich (580) mit der Thailänderin Tanyaporn Prucksakorn landete Karsch aufgrund des einen Innenzehners weniger (19:20) nur auf Platz neun und muss daher zusehen, wenn Vennekamp und die anderen sieben Finalistinnen am 3. Dezember um die Medaillen schießen.

Folgende DSB-Sportler nehmen am Weltcupfinale teil
Doreen Vennekamp (Sportpistole, 1. Platz)
Monika Karsch (Sportpistole, 6. Platz)
Sandra Reitz (Luftpistole, 10. Platz)
Christian Reitz (Luftpistole, 12. Platz und Schnellfeuerpistole, 3. Platz)
Robin Walter (Luftpistole, 14. Platz, rückte nach)
Florian Peter (Schnellfeuerpistole, 4. Platz)
Oliver Geis (Schnellfeuerpistole, 10. Platz)
Anna Janßen (Luftgewehr, 10. Platz & KK-Dreistellungskampf, 5. Platz)
Lisa Müller (KK-Dreistellungskampf, 10. Platz)

01.12.2022 - 11:22

Norden: Oberauroff mit Bogen-Marathon

Oberauroff, das seinen Heim-Wettkampf in Idstein austrägt und damit unweit der Halle des Bundesligafinals am 25. Februar 2023 in Wiesbaden, konnte am ersten Vorrunden-Wochenende zwei Siege landen, darunter einen überraschenden: „Wir sind gut in den Wettkampf gestartet und konnten uns gegen den BSC BB Berlin durchsetzen“, so Trainer Freddy Siebert, der auf ein junges Team setzt, in dem Philipp Löhr, Philip Widmer, André Preußner und  Markus Zellmann zum Einsatz kamen. Das Quartett besiegte noch den Blankenfelder BS 08 und Siebert hofft, „dass sich die Trainingsergebnisse nun auch im Wettkampf zeigen, wobei die Bundesliga natürlich superstark ist, und wir auch schon mit 59 Ringen verloren haben.“ Siebert hofft auf große Unterstützung in der Halle („Wir sind stolz darauf, einen so hochkarätigen Wettkampf austragen zu können!“), zumal es ein wahrer Bogen-Marathon wird. Denn neben der 1. Bundesliga richtet der Verein an dem Wochenende auch noch die Bezirksliga sowie die Hessenliga Recurve und Compound aus. „Für den Verein Oberauroff ist das eine Spitzen-Werbung!“

Die Spitze nach dem ersten Wettkampfwochenende hält der SV Querum (12:2), vor dem SV Dauelsen (10:4) sowie den punktgleichen Teams von Sherwood BSC Herne und BSC BB Berlin (8:6). Die Zuschauer können sich auf Olympia-Teilnehmer sowie Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften freuen.

Süden: Büschfeld will stabilere Leistung

Knapp 180 Kilometer weiter südwestlich kommen die acht Süd-Vereine im Saarland zusammen. Die GK Burgschützen Büschfeld „sind schon stolz darauf, als Verein in einem der kleineren Landesverbände ein Bundesligateam zu stellen und überregional der Bevölkerung einmal Bogenschießen auf sehr hohem Niveau zu präsentieren“, sagt Mannschaftsführer Arno Seiwert. Seiwert war mit der Leistung am ersten Wochenende nur bedingt zufrieden, „wir konnten nur eine durchschnittliche Wettkampfleistung abliefern, was aber in dieser Eliteliga definitiv nicht reicht.“ Erst im sechsten Match gelang der ersehnte Sieg (6:4 gegen SG Freiburg), zum Abschluss trennte man sich 5:5 vom TSV Natternberg, sodass der Verein aus dem 1.300 Seelendorf mit 3:11-Punkten auf Platz sieben rangiert. Allerdings sind es auch nur drei Zähler zu Platz vier, der zur Teilnahme am Bundesligafinale berechtigt. „Deshalb träumen wir schon vom Finale bzw. dem vierten Platz in der Abschlusstabelle“, so Seiwert, der aber gleich hinterschiebt, „dass es wohl leider nur ein Traum bleiben wird, da wir gleich drei Mannschaften überholen müssten.“ Deswegen lautet das Primärziel der Gastgeber Klassenerhalt, „und dazu müssen wir eine stabilere Leistung bringen und zum gegebenen Zeitpunkt die hohen Ergebnisse abrufen. Jeder Schütze weiß um die Situation und wird sich mental auf diese entscheidenden drei Stunden vorbereiten.“

Das tun mit Sicherheit auch die anderen Teams. Vor allem Überraschungs-Tabellenführer BC Villingen-Schwenningen (14:0) will zeigen, dass der Auftritt in Ebersberg keine Eintagsfliege war. Danach folgen die Top-Favoriten BSG Ebersberg (12:2) und FSG Tacherting (10:4) mit zahlreichen Kaderschützen. Auf dem begehrten vierten Platz liegt aktuell die SGi Welzheim (6:8), die jedoch kein „Punktepolster“ hat.

30.11.2022 - 14:46

Der Deutsche Schützenbund, der in Ägypten von Präsident Hans-Heinrich von Schönfels und Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp vertreten wird, hatte sich vor der Wahl deutlich für Rossi und gegen die russische ISSF-Führung ausgesprochen. Als Zeichen der Unzufriedenheit mit der Entwicklung der ISSF, vor allem im Bereich sportfachlicher Fragen und der Beziehungen der ISSF zum IOC. Hinzu kam der inkonsequente Umgang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Vor diesem Hintergrund hatten von Schönfels (Mitglied im Verwaltungsrat) und Brokamp (Exekutivmitglied und Vorsitzender der technischen Kommission) in diesem Jahr ihre ISSF-Ämter niedergelegt.

Dementsprechend zufrieden und erleichtert sagte von Schönfels nach der Wahl: „Gemeinsam mit der neuen ISSF-Führung werden wir uns für eine positive Entwicklung des Schießsports einsetzen - es gibt einiges zu tun."

Dass der DSB dabei auch bereit ist, tatkräftig zu unterstützen, zeigt die erneute Kandidatur des DSB-Präsidenten und des Bundesgeschäftsführers für wichtige Positionen in der ISSF. Während von Schönfels aufgrund großer Konkurrenz - über 30 Kandidatinnen und Kandidaten - sowie geopolitischer Gesichtspunkte nicht in das Exekutivkomitee gewählt wurde, konnte sich Brokamp gegen zwei weitere Mitbewerber als Vorsitzender der Technischen Kommission (dies ist zudem mit einem Platz im Exekutivkomitee verbunden) durchsetzen.

Weitere deutsche Nominierungen für die diversen Fachkomitees werden in der ersten Sitzung des neu zusammengesetzten Councils entschieden.

Lisin war vor vier Jahren in München an die Spitze der ISSF gewählt worden – auch damals hieß der Gegenkandidat Rossi. Rossi ist in der 115-jährigen Geschichte der ISSF erst der achte Präsident.

30.11.2022 - 11:27

Sandra Reitz sorgte für das beeindruckendste Ergebnis: 582 Ringe (95, 96, 97, 97, 98, 99) schoss die 38-jährige Regensburgerin und stellte damit nicht nur eine eigene persönliche Bestleistung auf, sondern verbesserte auch den von ihr gehaltenen Deutschen Rekord um drei Ringe: „Ich habe relativ viel mental umgestellt – bereits vor der WM - und ein anderes Konzept verfolgt. Heute habe ich einen neuen Ansatz probiert, der nicht ganz so wie erwartet lief, sodass ich im Wettkampf umgestellt habe. Dann habe ich richtig gut reingefunden, es war ein Bilderbuchwettkampf – technisch absolut sauber und mental stabil. Ich bin stolz, dass ich das so umgesetzt habe.“ Als Dritte qualifizierte sich Reitz für das Halbfinale, das am Donnerstag, 1. Dezember, geschossen wird.

Das Wichtigste überhaupt: Ich war deutlich besser als Chris und habe das familieninterne Duell gewonnen!

Sandra Reitz lachend zu ihrem "Sieg" über Ehemann Christian

Parallel dazu schossen sich auch Ehemann Christian (579) und Robin Walter (580) souverän als Sechster bzw. Fünfter ins Halbfinale. Wobei Reitz in der vierten Serie eine 93 einbaute, diese jedoch mit einer folgenden 100 ausglich.

Am spannendsten gestaltete Anna Janßen ihren Wettkampf: Die Gewehrschützin begann mäßig und schoss stark mit drei Serien von über 105 Ringen aus. Mit einem Vorsprung von 0,4 Ringen gelang ihr mit 628,1 Ringen als Achte der Sprung in das Halbfinale, das ebenfalls am 1. Dezember ausgetragen wird. Die Medaillenentscheidungen fallen in den Druckluft-Disziplinen am Freitag, 2. Dezember.

Und auch in den Kleinkaliber-Disziplinen mit der Pistole verlief der Start ordentlich: Mit der Schnellfeuerpistole liegen Oliver Geis (293), Florian Peter, 292 und Christian Reitz (290, „Zufrieden bin ich nicht mit dem ersten Wettkampftag, aber richtig schlecht war es auch nicht!“), nach dem ersten Halbprogramm  auf den Plätzen zwei, drei und sechs. Doreen Vennekamp (288) und Monika Karsch (289) agierten im Präzisionsteil mit der Sportpistole solide und liegen zur Halbzeit auf Position neun und acht.

Folgende DSB-Sportler nehmen am Weltcupfinale teil
Doreen Vennekamp (Sportpistole, 1. Platz)
Monika Karsch (Sportpistole, 6. Platz)
Sandra Reitz (Luftpistole, 10. Platz)
Christian Reitz (Luftpistole, 12. Platz und Schnellfeuerpistole, 3. Platz)
Robin Walter (Luftpistole, 14. Platz, rückte nach)
Florian Peter (Schnellfeuerpistole, 4. Platz)
Oliver Geis (Schnellfeuerpistole, 10. Platz)
Anna Janßen (Luftgewehr, 10. Platz & KK-Dreistellungskampf, 5. Platz)
Lisa Müller (KK-Dreistellungskampf, 10. Platz)

29.11.2022 - 13:41

Sie waren beim Weltcupfinale in München im Einsatz. Wie lief die Veranstaltung aus ihrer Sicht?
Beckmann: „Aus meiner Sicht gut. Es hat alles geklappt, so, wie wir das geplant haben.“ 

Es war ihr letzter offizieller Einsatz als Bundesreferent. Wie ist die Gefühlslage bei Ihnen, nach 40 Jahren im Dienst des DSB?
Beckmann: „Entspannt! Es war ja alles geplant, kam nicht überraschend und ich konnte mich darauf vorbereiten. Die Weichen sind mit neuen Mitarbeitern gestellt, die das Ganze übernehmen werden.“ 

Ist denn eine kleine Träne im Knopfloch?
Beckmann: „Ich habe ja noch ein paar andere Nebenjobs: In Bayern bin ich nebenbei noch Landesreferent, und für den DSB bin ich bis 2025 in der technischen Kommission Match des Weltverbandes IAU und dort zudem noch Finanzchef.“ 

Im Kinderwagen!

Josef Beckmann auf die Frage, wie er zum Armbrustsport gekommen ist

Erklären Sie die Faszination des Armbrust-Schießens und wie Sie dazu gekommen sind?
Beckmann: „Im Kinderwagen! Mein Großvater ist vor ca. 100 Jahren zur Armbrust gekommen im örtlichen Verein. Das wurde über die Generationen weitervererbt. Damals war es eher ein gesellschaftliches Ereignis, in den 50-er/60-er Jahren hat es sich langsam als Sport entwickelt. Das internationale Geschäft ging erst Anfang der 50-er Jahre los, 1951 gab es den ersten Dreiländerkampf Österreich, Schweiz und Deutschland in München.“

Was fasziniert Sie an dem Sport?
Beckmann: „Das Familiäre bei der Armbrust. Mann/Frau kennt sich über Jahre und wird gemeinsam alt. Ich hoffe, ich konnte die eine oder andere Stellschraube zur positiven Entwicklung des Sports verändern.“ 

Was waren die schönsten Momente?
Beckmann: „Es war alles zu seiner Zeit schön. Die Entwicklung ging immer weiter. 1951 bei diesem ersten Dreiländerkampf – nebenbei war das Oktoberfest – die Schweizer schossen nur 30m kniend, Deutschland nur stehend 35m, Österreich stehend nur 14m. Das war die Ausgangsbasis. Daraus haben sich einige Männer zusammengetan und ein einheitliches Regelwerk gegründet. 1956 wurde die IAU in Landshut (BY) gegründet, 1958 gab es die erste Europameisterschaft in Belgien und 1979 die erste Weltmeisterschaft in Österreich - und so ging es immer weiter. Und ich konnte ein wenig zur Entwicklung beitragen.“  

Haben Sie selber auch geschossen? Und wie gut waren Sie?
Beckmann: „Ab und zu habe ich mal etwas getroffen. Ich war nicht der Spitzenschütze, 1972 habe ich mich erstmals für die DM Armbrust national qualifiziert. Im Laufe der Jahre habe ich einige Personen (Karl-Heinz Weber, Harald von Donop, Alfred Bertl, Friedrich Öllbrunner) kennengelernt, die mich dann in diese Managementschiene mitgenommen haben. Parallel dazu habe ich dann mit dem Wettkampfschießen aufgehört.“

Insgesamt geht es sehr familiär zu, man freut sich, wenn der andere trifft!

Josef Beckmann über das faire Miteinander im Armbrustsport

Was macht die Attraktivität aus?
Beckmann: „Es gibt drei Bereiche. Zum einen die Feldarmbrust, dann den Match-Teil über 10 und 30 Meter und Armbrust national, in dem es seit 1935 Deutsche Meisterschaften gibt. Aus letzterem Bereich komme ich, eine rein deutsche Geschichte mit Priorität auf Bayern. Insgesamt geht es sehr familiär zu, man freut sich auch über die Erfolge der anderen.“ 

Was wird Ihnen fehlen bzw. was hat Ihnen die ehrenamtliche Tätigkeit gegeben?
Beckmann: „Spaß, Freude, mit Leuten zusammenzukommen, zwischendurch einmal zu ratschen oder mal eine Brotzeit zu machen. Ich konnte jungen Menschen den Weg aufzeigen und die Tür aufmachen, aber durchgehen müssen sie selbst. Und wenn dann etwas später ein WM-Titel oder eine WM-Medaille herausspringt, dann hat sich der Aufwand rentiert.“ 

Ihr Nachfolger steht mit Rainer Lützenkirchen fest. Welchen Rat können Sie ihm geben?
Beckmann: „Keinen! Jeder hat seine Meinung, seinen Stil und seine Philosophie. Ich kenne ihn seit über 20 Jahren, er ist kompetent, kennt alle Seiten. Einmal als Wettkampfschütze, er war bei zwei Weltmeisterschaften dabei und weiß, wie es vorne beim Schützen zugeht. Und in den letzten Jahren habe ich ihn im Betreuerteam dabeigehabt, sodass er auch weiß, wie es hinten ausschaut.“ 

Wie sehen Sie die Perspektive des Armbrustsports national und international?
Beckmann: „Große Probleme haben wir auf 30m stehend und kniend. Vor allem von den Schießständen her, da die Vereine massiv ihre Kleinkaliberstände auf Elektronik umrüsten. Wenn es in dem Verein keine Person gibt, die sagt, wir heben zwei, drei Stände auf – dann ist das Thema Armbrust gestorben. Im Druckluftbereich ist es analog, aber nicht so extrem. Ein Paradebeispiel, wie es laufen kann, ist Der Bund München – dort, wo das Weltcupfinale stattfand: Die haben mit Norbert Ettner als Kopf eine sehr engagierte Armbrustabteilung und 16 Armbruststände, trotz der Elektronik. Diese Problematik gibt es aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz. Das zweite Problem sind die Kosten, eine 30m-Armbrust kostet 5.000 bis 6.000 Euro.“ 

Wenn die Familie nicht mitmacht, geht es nicht!

Josef Beckmann dankt seiner Frau Ilse für die Unterstützung

Ihre Frau hat das Ganze auch mitgemacht bzw. mittgetragen…
Beckmann: „Wenn die Familie nicht mitmacht, geht es nicht! Meine Frau ist ausgebildete Kampfrichterin und macht bei den Bayerischen und den Deutschen Meisterschaften schon über 25 Jahren in der Auswertung mit. Sie weiß, worum es geht und ihr Lieblingsthema ist es, internationale Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften, Länderkämpfe zu organisieren. Das Logistische im Hintergrund, Hotel, Zimmerbelegung, Verpflegung, Akkreditierung usw. hat sie ganz allein abgearbeitet, zudem war sie die weibliche Bezugsperson in der Mannschaft. Das hat hervorragend geklappt, und ich bin meiner Frau Ilse sehr dankbar dafür. Die Erfolge der letzten Jahre sind auch darauf zurückzuführen, denn wenn die Stimmung im Team passt, kommt das andere von alleine, vor allem die Erfolge.“

Wird man Sie dennoch weiter bei Veranstaltungen sehen oder genießen Sie nun ihr Armbrust freies Leben in vollen Zügen?
Beckmann: „Ich muss nicht mehr hin, ich darf kommen und mich umschauen und in Ruhe einen Kaffee trinken und das Ganze genießen.“

Ein Schlusswort von Ihnen?
Beckmann: "Ich danke allen Mitarbeitern für ihr Engagement in all den Jahren. Denn nur gemeinsam konnten wir die Armbrust weiterentwickeln".

29.11.2022 - 09:49

Stefan Rinke, DSB-Vizepräsident Jugend, überreichte drei Landesverbänden speziell zusammengestellte - äußerst hilfreiche - Sportpakete und füllte anschließend den Präsidiumsmitgliedern der Landesverbände Berlin/Brandenburg, der Oberpfalz und Hessen die Kofferräume mit modernen, effektiven und funktionalen Sport- und Trainingsgeräten. Jedes erwähnte Paket hatte jeweils einen Wert von ca. 1.500 Euro.

Enthalten sind unterschiedliche Sportgeräte, mit denen sich zum Beispiel Koordination, Geschicklichkeit, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Gleichgewichtssinn trainieren und verbessern lassen. Darüber hinaus beinhaltet jedes Paket noch zahlreiche, hilfreich Spielmöglichkeiten - wie Wikingerschach - für mehrere Kinder und Jugendliche (Gruppenspiele). Das erwähnte Angebot reicht noch von Padalos über Balancier-Kreisel bis hin zu Zielwurfteppichen oder coolen Dosenwurfspielen. Aber auch Hoola-Hoop-Reifen, Therabänder, Stoppuhren, Handzähler, Togu-Moonhopper und sogar Pedalo-Sommer-Skier sind enthalten. Mit diesen hervorragenden Sportmaterialien ist zukünftig noch intensivere Jugendarbeit möglich!

Über alle drei Bewegungspakete freuten sich die jeweiligen Landesverbände sehr. Final werden diese auch schon sehr zeitnah genutzt werden. „Die Geräte sind eine gute und wertvolle Möglichkeit, unsere Veranstaltungen aufzuwerten und wichtige Inhalte unseres Sports zu trainieren. Im Hessischen Schützenverband werden wir sie im Rahmen unserer Jugendveranstaltungen und des Jugendtrainings einsetzen,“ freute sich Stefan Rinke, der im Präsidium des Hessischen Schützenverbandes das Amt des Jugendleiters innehat. Eine fast identische Meinung gaben auch die anderen beiden Landesverbände ab.

Die Übergabe der Sportgeräte stand in Verbindung mit einem speziell für den jeweiligen Landesverband veranstalteten „Online-Workshop“, den die Deutsche SchützenJugend in Kooperation mit den drei genannten Schützenjugenden ausschrieb und veranstaltete. Die drei Aktionen fanden im Rahmen des Aufholpakets der Deutschen Sportjugend statt und wurde zudem unterstützt aus Mitteln des Förderprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Seiten