Aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung ist der Trainingsbetrieb bis mindestens Ende November stark eingeschränkt.
23.09.2020 - 12:07

Wie wichtig ist es sich vor einer Saison seine Ziele klar zu definieren? Sowohl als Trainer als auch als Sportler?
Kulla: „Grundsätzlich machen Ziele Sinn, weil sie nahbarer machen und einen Dinge strukturierter angehen lassen. Ein Ziel ist etwas, was ich als erstrebenswert erachte und gleichzeitig für erreichbar halte, auch wenn es anspruchsvoll ist. Das heißt, ich habe eine Methodenkiste und Ressourcen, mit denen ich glaube, dorthin kommen zu können. Das Ziel gibt dir die Perspektive und führt dazu, dass du den Weg dorthin ökonomischer beschreitest, als wenn es mit zu viel Versuch und Irrtum versehen ist. Trainer und Sportler haben jedoch ganz andere Ziele. Bei den Junioren sind es oft sehr individuelle Ziele, die oft am Anfang noch gar nicht reflektiert vorliegen, sondern in einem Gespräch herausgearbeitet werden. Neulinge, die in den Kader kommen, werden auf eine solche Frage nichts wissen. Dort gilt es, Ziele zu definieren, wie z.B. „Ich will mich einleben und durch meine Leistung etablieren“, „Ich will als Mensch in der Gruppe ankommen“ usw. Diejenigen, die kommen und sagen: „Ich will zu den Olympischen Spielen“, sind absolut in der Minderheit.“

Möller: „Das ist sehr wichtig, denn ein Ziel braucht man, damit man weiß, wo es hingeht. Und wenn man weiß, wo es hingeht, muss man seinen Weg danach ausrichten. All die Planung hängt davon ab. Ich möchte da ein Zitat von Ralf Schumann anmerken, der sagte: "Wer sein Ziel kennt, muss auch den Weg wissen.“

Helft ihr Trainer bei der Definition von Zielen? Gibt es Maßnahmen?
Kulla: „Anfangs hatte ich einen Zettel, auf dem draufstand: Das möchte ich bei diesem Wettkampf erreichen. Aber das ist nach meiner heutigen Sicht kontraproduktiv. Es macht mehr Sinn über das ganze Jahr nachzudenken, denn es spielt bei den Junioren nicht nur der internationale Wettkampfkalender mit rein, sondern auch, in welcher Schulklasse sie gerade sind, ob Abschlüsse anstehen usw. Eine individuelle Betrachtungsweise ist zwingend erforderlich und wird meistens in einem Gespräch erarbeitet. Auch dann wird der Sportler noch nicht rausgehen und sagen: ‚Das ist jetzt mein Ziel!‘ Vielmehr hat sich für ihn ein Weg geebnet und das, was wir als Rahmen bieten, ist automatisch der Weg, der ihn da hinführt.“

Möller: „Wir versuchen das im gemeinsamen Gespräch herauszufinden und gemeinsame Ziele zu definieren. In diesem Jahr war das sicher schwierig, weil oftmals die Kommunikation fehlte. Bei vielen waren die Ziele durch die lange Pause nicht mehr so richtig definiert, und da ist es als Trainer die Kunst, die Motivation wieder anzukurbeln.“

Was passiert, wenn die Ziele der Trainer und Schützen auseinanderklaffen?
Kulla: „Das passiert sehr häufig in Wettkämpfen, denn viele muten sich dort mehr zu, als sie eigentlich können und werden dadurch zu früh wütend. Das hilft bekanntermaßen nicht. Hier muss man die Leute rausholen, auffangen und ihnen zeigen, wie man sich besser steuert. Ich bin ein Freund von realistischer Zielstellung, denn wenn Ziele zu hoch gesteckt sind, ist es demotivierend, wenn du sie nicht erreichst. Ziele müssen so gesteckt sein, dass wenn du dich aufrecht hinstellst, dich auf die Zehenspitzen stellst und die Arme ausstreckst, das Ziel fünf Zentimeter darüber ist.“

Möller: „Auf jeden Fall das Gespräch suchen, um alles auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und alle Faktoren – egal, ob beruflich oder privat – mit einzubeziehen und an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Man muss am Ende gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Gilt dabei lieber groß Träumen, oder kleine Schritte sind die wichtigen?
Kulla: „Der Schritt ist der Anfang des Weges, aber du musst wissen, wo du hinwillst. Dafür brauchst du Ressourcen, Erfahrung von anderen, aber auch eine realistische Selbsteinschätzung. Jeder Olympiasieger wird dir sagen, dass er sich das schon immer gewünscht hat, aber man darf nicht vergessen, dass ein paar Tausend andere sich das auch so gewünscht haben und auch daraufhin gearbeitet haben, aber auf dem Weg dorthin irgendwas anders gelaufen ist.“

Möller: „Beides ist wichtig. Erst einmal braucht man vielleicht einen großen Traum, aber die kleinen Schritte ergeben am Ende den zielführenden Weg.“

Inwiefern unterscheidet sich die Zielsetzung bei den Junioren von der der Erwachsenen? Bei wem muss man auf was achten?
Kulla: „Es gibt verschieden Arten von Zielen. Das eine sind sogenannte Outcome-Goals, wie z.B. Europameister zu werden, das andere sind Prozessziele, die sich auf meine Handlung fokussieren und dadurch meine Leistung verbessern, wie z.B. in 80 Prozent der Stehendschüsse gut nachzuhalten. Damit lenke ich vielleicht den Schützen von seinem Ziel ab, ins Finale kommen zu wollen, aber er hat sein zweites Ziel schon mal erreicht und indem er merkt, dass das gut war, wächst er und kommt technisch voran. Und automatisch hat er vielleicht vier Ringe mehr geschossen und zack, schon ist er im Finale. Im Wettkampf muss man immer prozessorientiert arbeiten – da geht der Blick aufs große Ganze verloren und das ist gut so. Erinnert man sich an Matthew Emmons letzten Schuss bei Olympia, der daneben ging, könnte man mutmaßen, dass er vielleicht mit den Gedanken schon ein bisschen weiter war. Das will ich den Junioren lernen, abgrenzen zu können, was ist Vergangenheit, was ist Gegenwart, was ist Zukunft.“

Möller: „Bei den Junioren ist es wichtig, dass man ihnen schon früh eine Zielstellung einpflanzt, dass sie vielleicht einmal bis zu den Olympischen Spielen kommen. Hier ist es mehr perspektivisch zu sehen, während das bei den Erwachsenen top aktuell ist. Die wollen, sollen und müssen dorthin. Sie haben einen ganz anderen Druck, dieses Ziel zu erreichen. Das ist die Kunst des Trainers, diesen Druck wieder wegzunehmen, denn der Druck beim Wettkampf kommt von alleine. Bei den Junioren kommen zudem immer Jahreshöhepunkte, auf die sich konzentriert wird, um auch optimal den Sprung zu den Erwachsenen zu schaffen.“

Wie gehst du mit übermotivierten Eltern um, deren Ziele für ihre Sprösslinge vielleicht zu hoch gesetzt sind oder nicht mit den Zielen der Kinder übereinstimmen?
Kulla: „Das passiert selten wissentlich, noch seltener passiert es, dass man direkten Kontakt zu den Eltern hat, wo man in Gesprächen einlenken könnte. Faktisch weißt du als Eltern nie, ob sich diese finanzielle Investition auszahlen wird, und da kann ich verstehen, wenn Eltern sagen, dass dahinter auch eine gewisse Ernsthaftigkeit stecken soll. Eine Ernsthaftigkeit auf Zeit, in der man locker, mit Spaß ausprobiert, aber auch mit Fokus und Energie daran arbeitet, was man schaffen kann. Nicht jeder hat automatisch ein Nationalkadermitglied oder einen Weltmeister zuhause – so etwas entwickelt sich. In einer Phase, in der man in der Schule mithalten muss, neben Gleichaltrigen bestehen muss, kann das dann auch einmal viel sein, und der Druck der Eltern ist dabei kontraproduktiv. Das Kind muss selbst spüren, was es kann – ohne des Druck von außen.“

Möller: „Das ist eine Situation, die immer wieder vorkommt. Man muss versuchen, die Eltern bei Wettkämpfen möglichst fern zu halten. Grenzen müssen gesetzt werden, denn die Kinder werden nicht von ihren Eltern trainiert, sondern von ihrem Trainer und der hat dort auch das Sagen, denn sie bringen dort ihre Kompetenz und ihre Erfahrung ein und versuchen, die Kinder in die richtige Richtung zu lenken. Die Eltern meinen das ja nicht böse, aber sie haben eben oft nicht die Erfahrung, die ein Stützpunkt- oder Bundestrainer hat.“

Was passiert, wenn Ziele nicht erreicht werden? Wie geht man am besten damit um?
Kulla: „Nach jedem Wettkampf muss es eine Analyse geben. Was war mein Vorhaben? Was habe ich umsetzen können? Was ist gut gelaufen? Wo habe ich noch Kapazitäten? Jeder Wettkampf ist eigentlich nur ein Meilenstein und eine Gelegenheit zu lernen. Du bist nie vollendet! Im Gespräch mit Henri Junghänel hat mir das imponiert, denn er hat als Erwachsener eine höhere Anzahl an wichtigen Wettkämpfen, trotzdem hat er es immer akzeptiert, dass wenn das Alles nichts hilft, was man an taktischem und technischem Know-How mitbringt, es eben so. Dann weiß ich, was ich investiert habe, aber es muss nicht immer reichen, denn ich habe keinen Einfluss darauf, was andere machen. Die meisten hochgesteckten Ziele wird man nicht auf Anhieb erreichen und muss es vielleicht öfter probieren. Aber man wird erfahrener, der Respekt wird kleiner und die Gewöhnung tritt ein.“

Möller: „Das Beste ist, offen damit umzugehen. Das ist nicht immer einfach, denn da spielen oft Emotionen eine große Rolle. Und das feinfühlig mit dem Sportler zu verarbeiten ist herausfordernd. Es geht darum, zu analysieren, was wir beim nächsten Mal besser machen. Hier sind beide Parteien gefragt. Was können wir am Schlechten weglassen, was können wir beim Guten übernehmen? Schlechte Dinge kann man oft sehr gut benennen, aber wir tun uns schwer, was gut ist zu benennen und das positive Denken zu fördern.“

Und zuletzt natürlich die Frage: Wie lauten deine persönlichen Ziele als Trainer?
Kulla: „Ich habe den Wunsch, meine Schützlinge in die erfolgreiche Selbstständigkeit zu entlassen. Ich will, dass Leute etwas über Selbstwirksamkeit und übers Leben lernen. Leistungssport ist eine Lebensschule, und diesen Transfer zu leisten, ist eine wichtige Aufgabe eines jeden Trainers – egal, ob im Verein oder im Nachwuchsleistungssport. Wenn sie lernen, was sie sich zutrauen, was sie meistern können und was ihre Werkzeuge dabei sind, dann können sie unglaublich viel in den beruflichen Alltag und in Alltagssituationen nehmen.“

Möller: „Ich will ein guter Trainer sein – sowohl menschlich als auch fachlich, denn man muss von der Truppe akzeptiert werden. Mein persönliches Ziel ist aber auch das erfolgreiche Bestreiten der Olympischen Spiele im nächsten Jahr, und dem versuche ich alles unterzuordnen.“

 

23.09.2020 - 11:41

Die eigentliche Coburger Königskette stammt aus dem Jahr 1741 und war der Schützengesellschaft von Herzog Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld gestiftet worden. Der Schützenkönig darf dieses prächtige Rokoko-Kleinod nur zu ganz wenigen besonderen Anlässen tragen, die meiste Zeit des Jahres liegt die Kette in einer Vitrine des Coburger Zimmers im Deutschen Schützenmuseum und wird dort von den Besuchern bestaunt. Zum Königsschmuck gehören seit den 1980er Jahren aber auch die Orden für den König selbst und seine beiden Ritter, also die Zweit- und Drittplatzierten. Die Königsorden sind aus massivem Silber handgearbeitet und gehen in das Eigentum des Königs und der Ritter über. Erstmals sollte in diesem Jahr auch ein silberner Orden für den Jugendschützenkönig ausgegeben werden. Bekanntlich kam alles anders. „Die Covid-19-Pandemie hat viele Veranstaltungen unserer Schützengesellschaft verhindert“, klagte der neue Coburger Oberschützenmeister Stefan Stahl beim Festakt im alten Rosengarten von Schloss Callenberg, „es gab im März schon keine Hauptversammlung, dann kein Sommeranfangsschießen, kein Vogelschießen mit dem dazugehörigen Königsschießen, und wahrscheinlich wird auch das bald anstehende Oktoberfest nicht stattfinden.“ Mit dem Protektor der Schützengesellschaft, Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha, der bekanntlich auch Protektor des Deutschen Schützenbundes ist, habe er die Möglichkeit besprochen, die Königs- und Ritterorden im Deutschen Schützenmuseum aufzubewahren. Nach der Zustimmung durch DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels fand die Übergabe in Anwesenheit des Protektors und einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern unter Einhaltung der strengen bayerischen Hygienevorschriften statt.

Die nicht ausgegebenen Königsorden des Jahres 2020 ergänzen nicht nur den Königsschmuck im Coburger Zimmer des Deutschen Schützenmuseums auf Schloss Callenberg, sie haben neben ihrem materiellen auch einen gewissen historischen Wert, indem sie ein abgesagtes Königsschießen dokumentieren und damit eine – durch die Pandemie ausgelöste, hoffentlich vorübergehende – Episode der Zeitgeschichte erzählen.

23.09.2020 - 10:00

Petersberg verstärkt sich mit Barbe; Mengshausen profitiert vom Absteiger

Heißer Transfer beim SV Petersberg: Tom Barbe (19), der bisher in der hessischen Oberliga-Nord beim SV Goddelsheim schoss, kennt seine neuen Teamkollegen bereits, denn mit Mona Heck sicherte er sich bereits in der Jugendklasse den Hessenmeistertitel. Mengshausen hat hingegen beim Absteiger aus Nordstemmen Ayleen Heuft und Nadine Gudert "abgegriffen" und wird so versuchen, den Klassenerhalt zu sichern. Währenddessen verstärken sich Kevelaer, Gölzau und Wieckenberg noch einmal auf der Ausländerposition. Die Französin Jade Bordet gewann jüngst EM-Silber bei den Junioren mit dem Luftgewehr und ist damit die neueste Tigerin im Team Kevelaer. Damit reagiert der Verein auch auf die momentane Corona-Lage, denn es sei sehr ungewiss, ob Sergey Richter (ISR) einreisen dürfe, so SSG-Sportleiter Simon Janßen gegenüber dem Westfalen Blatt. Denn eins haben die Tiger aus Kevelaer fest im Visier: Sie wollen als erster Luftgewehr-Verein in der Bundesliga-Geschichte das Triple schaffen. Perfekt zum jungen Team des SV Wieckenberg passt der 17-jährige Singh Panwar Divyans, der zu den größten indischen Nachwuchstalenten gehört, was er zuletzt im Weltcup-Finale in Putian (CHN) bewies, als er sowohl mit dem Luftgewehr als auch im Luftgewehr Mixed Team Gold gewann. Für den SV Gölzau kommt der Pole Rafal Lukaszyk ins Team. Ob die Teams ihre ausländische Verstärkung in diesem Jahr voll ausnutzen können, bleibt auf Grund der unsicheren Lage der Corona-Pandemie jedoch fraglich.

Koenders wechselt in den Süden; Zirfaß überraschend von Dießen nach Vöhringen

Wechsel auf den Ausländerpositionen gab es auch im Süden: Die Inderin Ayonika Paul wechselte vom Absteiger Petersaurach nach Coburg, und Etienne Germond (FRA) wird künftig die Prittlbacher Schützen unterstützen. Prominente Unterstützung erhält auch der Bund München, die mit dem Kroaten Petar Gorsa, der zuletzt für den Deutschen Meisters Kevelaer an den Start ging, aber in der letzten Saison pausierte, und der Amerikanerin und Olympiasiegerin Virginia Trasher, die vom Absteiger des SV Buch wechselte,  aufgerüstet hat und damit die Position von Pierre-Edmond Piasecki (FRA) ersetzen, der verletzungsbedingt seine Schießkarriere an den Nagel hängen musste. „Ob unsere Ausländer schießen können, steht in den Sternen, aber auch wenn wir ohne Ausländer starten müssen, sind wir gut aufgestellt“, so Trainer Norbert Ettner, „Sarah Grubmüller ist unser dritter Neuzugang und heiß auf die neue Herausforderung.“

Von Nord nach Süd zog es derweil David Koenders, der bereits Anfang des Jahres berufsbedingt nach München in eine Wohngemeinschaft mit Maxi Dallinger zog. Daher liegt es nahe, dass er in dieser Saison gemeinsam mit ihm für den SV Niederlauterbach an den Start geht und dem BSV Buer-Bülse den Rücken kehrt. „Neben der Doppelbelastung von Sport und Beruf, wollte ich nicht mehr so weit zur Bundesliga reisen“, so der Nationalkaderathlet, „ich möchte einfach Spaß haben und freue mich, wieder in der Bundesliga zu starten, nachdem das wegen meines Auslandsstudiums die letzten Jahre nur sehr begrenzt möglich war.“ Mit Sarah Lechner kommt ein weiteres starkes Nachwuchstalent nach Niederlauterbach.

Südens ungeschlagener Vorjahresgruppensieger Vöhrigen, bekommt mit der Ungarin Eszter Denez und Alisa Zirfaß ebenfalls zwei junge Gesichter ins Team. Zirfaß schaffte im letzten Jahr eigentlich den Aufstieg in die 1. Liga mit ihrem Team aus Dießen, entscheid sich aber dann doch, für Vöhringen an den Start zu gehen. „Eine fragliche Entscheidung“, wie Dießens Spitzenschütze Maximilian Ulbrich gegenüber dem Münchner Merkur äußert. Schließlich müsse sich die junge Schützin im Top-Feld der Vöhringer erst einmal einen Startplatz in der 1. Mannschaft sichern. Doch Aufsteiger Dießen wusste sich zu helfen und holte mit Ines Maierhofer, die zuletzt mit Olympiasiegerin Barbara Engleder im Team schoss, und Lisa Marie Höpp zwei motivierte Nachwuchstalente ins Team. Neue Gesichter auch im Team aus Fürth: Mit Dominik Fischer kommt frischer Wind ins Team rund um Routinier Sonja Pfeilschifter. Die österreichische Nationalkaderschützin Nadine Ungerank und  Klavdija Jerovsek (SLO) komplettieren das Team. Und auch im Team aus Kronau tut sich was: Norweger Simon Claussen und Cora-Heidi Vonthron, die mit Teamkollegin Larissa Weindorf momentan die DSB-Luftgewehr-Rangliste der Juniorinnen anführt und in der Oberliga Baden mit einem letztjährigen Schnitt von 396 Ringe glänzte, werden zum jungen Team stoßen und versuchen, es so gut wie es geht zu unterstützen.

Die ersten Wettkämpfe der Luftgewehr Bundesliga finden am 10./11. Oktober bei den Gastgebern des SV Petersberg, BSV Buer-Bülse, SSG Dynamit-Fürth und dem Bund München unter strengen Hygienemaßnahmen und ohne Zuschauer statt. Verfolgt werden können alle Wettkämpfe jedoch auf dem Meyton Liveticker.

22.09.2020 - 12:31

Die ursprüngliche Zielstellung der Verordnung war eine europaweite Regelung zur Verwendung von Bleischrot für die Jagd an und über Gewässern, die auch DSB, DJV und andere Verbände begrüßen. Nach Meinung des DSB schießt der Entwurf (siehe Anhang) jedoch deutlich über das Ziel hinaus. Denn die Definition von „Feuchtgebieten“ ist derart weit, dass dies jede auch nur temporär nach einem Regenschauer auftretende „Pfütze“ auf einem Acker sein kann.

Zudem kann eine nach der Verordnung festgelegte 100 Meter Pufferzone um ein Feuchtgebiet auch gravierende Auswirkungen auf die sportlich genutzten Schießstände haben, was einem Totalverbot für bleihaltige Schrotmunition auf einer Vielzahl der schießsportlich genutzten Wurfscheibenschießstände gleichkäme. Der Schießsport stand jedoch nie zur Debatte und wurde demnach auch zu keinem Zeitpunkt informiert bzw. angehört.

Da der DSB die Gefahr sieht, dass die Wurfscheibenanlangen – wenn auch unbeabsichtigt – ins Visier eines Verbotes rücken, hat er gemeinsam mit anderen betroffenen europäischen Schießsportverbänden die Initiative ergriffen und Kontakt zu Mitgliedern des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments aufgenommen. Dieser berät am 23.09.2020 in seiner Sitzung über den Verordnungsentwurf.

Um sich ein umfassendes Bild in Deutschland zu verschaffen, hat der DSB seine Landesverbände gebeten, den anhängenden Fragebogen über bekannte Schießstandbetreiber bzw. Vereine ausfüllen zu lassen. Diese werden dann fristgerecht an die europäischen Verbände weitergeleitet. Schließlich ist es zukunftsentscheidend für den Wurfscheibenschießsport, ein flächendeckendes Netz funktionierender Schießstände sowohl für den Breiten- als auch Leistungssport zu haben.

Der DSB wird sich weiterhin mit Nachdruck für die berechtigten Interessen seiner Mitglieder einbringen, sowohl im vorliegenden Verfahren als auch besonders im zweiten, noch weitreichenderen EU-Verfahren zur Verwendung aller Arten von bleihaltiger Munition in allen Territorien, das derzeit noch der Europäischen Chemikalienagentur zur Prüfung vorliegt, und in das sich der DSB bereits mit Stellungnahmen und Informationen eingebracht hat, da es hier explizit um den Schießsport geht.

22.09.2020 - 08:25

Wer sein Ziel SMART formuliert, hat also bessere Chancen, die motivierende Wirkung von Zielen zu spüren und diese auch zu erreichen. Deshalb sollte ein Ziel folgendermaßen formuliert werden:

Spezifisch: Es geht darum, das Ziel so konkret wie möglich zu beschreiben – ohne Verallgemeinerungen und Unklarheiten.  Das heißt nicht, dass ein Ziel auf einer Seite festgehalten werden muss, sondern am besten in einem prägnanten Satz. Zur Formulierung helfen die W-Fragen: Wer, was, wann, wo, wie, warum?

Messbar: Um eindeutig zu wissen, ob man sein Ziel erreicht hat, helfen messbare Ziele. Platzierungen, Ringzahlen, Messwerte (Halteruhe, Kraft,…) oder die Qualifikation für einen bestimmten Wettkampf oder einen Kader können z.B. solch messbare Ergebnisse sein. Auch hier helfen die W-Fragen: Was will ich genau erreichen? Wie werde ich wissen, wann mein Ziel erreicht ist?

Attraktiv/ambitioniert: Was nutzt es, wenn es zwar das Ziel des Trainers oder der Eltern ist, aber nicht das eigene? Ein Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn alle Beteiligten dahinter stehen und gemeinsam motiviert daran arbeiten, das Ziel zu realisieren. Ziele sollten nicht zu leicht zu erreichen sein, und deshalb ist es umso wichtiger, dass man zu jeder Zeit motiviert bleibt, denn ansonsten führen zu hoch gesteckte Ziele auch schnell zu Blockaden, Resignation und Enttäuschung. Aber auch wer seine Ziele zu niedrig steckt, kann vor einem Problem stehen: Man ist nicht bereit, die letzten Reserven zu geben.

Realistisch: Die Kompetenzen des Sportlers und die Rahmenbedingungen sollten der Zielerreichung entsprechen, um den Erfolg möglich zu machen. Groß zu denken ist zwar zu jeder Zeit erwünscht, doch kann übertriebener Ehrgeiz auch zu Frust bei der Nichterreichung der Ziele führen, da man seinen eigenen Erwartungen nicht gerecht wird. Deshalb sollte ein Ziel herausfordernd, aber dennoch machbar sein. Quasi eine Art 50:50-Chance.

Terminiert: Ein richtiges Ziel braucht auch eine Ziellinie, also einen Abschluss, denn je näher das Ziel rückt, desto größer wird meistens auch die Motivation. Dieser Termin ist zeitgleich auch der Tag der Abrechnung, um zu sehen, ob man geschafft hat, was man sich selbst vorgenommen hat.

Um nun ein gutes Ziel zu formulieren, sollten alle fünf Kriterien erfüllt sein. Ist das Ziel noch weit in der Zukunft, kann man sich auch zusätzlich Zwischenziele stecken, die nach den gleichen Kriterien definiert und terminiert werden. Wichtig ist zudem, sich aufzuschreiben, welche Stärken man hat, um dieses Ziel zu erreichen, welche Probleme man dabei aber auch vielleicht überwinden muss und mit welchen Hilfsmitteln und Tricks das am besten gelingen kann. Und: Es positiv zu formulieren. Ziele, die Verneinungen enthalten, werden als „Weg-von-Ziele“ beschrieben. Oftmals werden damit Situationen beschrieben, die man nicht mehr erleben möchte. So wird ein Ziel immer schwer zu erreichen sein, denn man wird immer an die Vergangenheit erinnert. Vermeiden sollte man auch Wörter wie „will“, „kann“ und „möchte“. Sie rauben dem Ziel die Prägnanz.

Falsch: Ich will mehr trainieren.
Richtig: Ich werde bis zu den Deutschen Meisterschaften mindestens dreimal die Woche zwei Stunden trainieren, um mich dort für das Finale der besten Acht zu qualifizieren.

Falsch: Ich will besser werden.
Richtig: Mein Ziel ist es, mich im nächsten Jahr zum ersten Mal für die Landesmeisterschaft zu qualifizieren.

Falsch: Ich werde nicht mehr mit meinem jetzigen Team antreten.
Richtig: Ich werde in den nächsten vier Wochen Kontakt mit meinen Wunschpartners/-verein aufnehmen und in nächsten 6 Monate ein neues Team zusammenzustellen, um bei der Deutschen Meisterschaft gemeinsam auf dem Treppchen zu stehen.

Die Checkliste:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Attraktiv
  • Realistisch
  • Terminiert
  • Positiv formuliert
  • prägnant

 

Quellen:

Übung in Anlehnung an Engbert, K., Droste, A., Werts, T. und Zier, E. (2011). Mentales Training im Leistungssport. Ein Übungsbuch für den Schüler- und Jugendbereich. Stuttgart: Neuer Sportverlag.

Sterr, S. (2016). Mentaltraining im Sport. Bessere Leistung im Training und Wettkampf. Hamburg: spomedis GmbH.

21.09.2020 - 17:26

Den „Löwenanteil“ der Teilnehmer stellten erwartungsgemäß die Luftgewehr-Schützen: Satte 2.528 Teilnehmer in den Kategorien Schüler, Jugend/Junioren/Erwachsene und Senioren (Auflage) gaben aus 10 Meter Entfernung ihre Schüsse ab. Die zweithöchste Teilnehmerzahl stellten die Luftpistolen-Schützen, gefolgt von den Bogen-Recurvern.

Bei letztgenannten rieben sich einige Beobachter des Rankings verwundert die Augen: Florian Unruh führt das Teilnehmerfeld an – dahinter verbirgt sich Florian Kahllund, der am 18. September Lisa Unruh heiratete und ihren Namen annahm. Ob er noch im Hochzeits-Anzug an die Schießlinie schritt, ist nicht überliefert… Natürlich fällt Florian Unruh wie auch die anderen Kaderschützen (Ausnahme die NK2-Kader) bei der Finalbesetzung heraus – dies sieht die Ausschreibung vor!

Alle Teilnehmer haben ab Mittwoch, 23. September, die Möglichkeit, den Meisterschützen-Nachweis zu dokumentieren. Denn dann können alle 4.419 Sportler sich die Urkunde mit ihrem Ergebnis und der Platzierung herunterladen. Und wer noch mehr Erinnerung an den erstmalig durchgeführten Online-Fernwettkampf des DSB haben möchte, der bedient sich im DSB-Meisterschützen-Shop.

Derweil wird auf der DSB-Geschäftsstelle eifrig das Finale vorbereitet. Es gilt nun, die Ergebnisse zu überprüfen und dann die potenziellen Finalteilnehmer einzuladen. Dabei werden sowohl die Top4 als auch die folgenden Platzierten angeschrieben, die bei Absagen nachrücken würden. Finalorte sind die Bogen- und Druckluftanlage des SV Igstadt sowie der Flintenstand Am Rheinblick. Näheres zu den Zeitplänen folgt in den nächsten Tagen.

Dann gibt es auch weitere Informationen zu den geplanten Live-Übertragungen. Sicher ist, dass es von allen Finals einen Livestream bei Sportdeutschland.TV zu sehen geben wird. Wie genau der aussieht und wer kommentiert – dazu in den nächsten Tagen mehr.

Der DSB gratuliert allen Teilnehmern und ist der Meinung, dass alle wahre Meisterschützen sind. Für die weiteren Trainings- und Wettkämpfe wünschen wir Gut Schuss und Alle ins Gold und drücken für das Finale allen Teilnehmern die Daumen.

21.09.2020 - 08:48

Wenn man sich mit seinen persönlichen Zielen beschäftigt, wird man auch immer wieder mit einem anderen Wort konfrontiert: Motivation. Denn wer seine Ziele gut kennt, der kann sich durch entsprechende Bilder, Metaphern oder Sätze zu Höchstleistungen motivieren. „Der Weltklasse-Tennisspieler Roger Federer sollte als 15-Jähriger im Tennisinternat seine sportlichen Ziele aufschreiben. Während seine Mitschüler Sätze formulierten wie „Berufsspieler werden“ oder „unter die ersten 100 der Weltrangliste vorstoßen“, schrieb Roger Federer: „In die Top Ten kommen und dann die Nummer Eins werden“ (Weltwoche, 2007). Ein ganz schön hohes Ziel, aber offensichtlich ein sehr motivierendes. Knapp zehn Jahre später, im Jahr 2005, steht der Schweizer auf Platz eins und sagt dazu im Interview: „Das zeigt mir, dass ich mich richtig organisiert habe als Profi, dass ich mein Potenzial ausspiele“ (Berliner Morgenpost, 2006). Fragt man hingegen Olympiasiegerin Barbara Engleder, ob es ihr Ziel war, Olympiasiegerin zu werden, wird man erstaunt sein über ihre Antwort: „Ich bin in Rio mit einer ganz anderen Einstellung rangegangen. In Peking und London musste es hundertprozentig etwas werden, in Rio habe ich gesagt: Schauen wir einmal, was passiert.“ Es wurde der Sieg. Beide Sportler haben unterschiedliche Ansätze und dennoch Erfolg, weil sie ihre individuellen Ziele frühzeitig gesetzt hatten, nach ihnen tagtäglich strebten, sie erreichten oder auch mal verfehlten. Wichtig ist, seine Zielsetzung zu strukturieren. Ziele gehören zu allererst definiert („Was möchte ich konkret erreichen“), bevor man ihnen eine Wichtigkeit zuordnet („Was will ich vorrangig erreichen“) und sie letztlich in eine Abfolgeordnung („Was soll wann, wovor, wonach, bzw. gleichzeitig erreicht werden?“) bringt.

Welche Zielarten gibt es?
Manche dieser Sportler-Ziele sind dabei hoch gesteckt, manche niedrig, manche in ferner Zukunft, manche vielleicht schnell zu realisieren. So stellen Realziele Leit- oder Richtziele dar, bei denen man sich bewusst ist, dass man sich ihnen meist nur annähern kann, aber sie vielleicht niemals erreichen wird. Unterscheiden kann man zudem auch zwischen offenen und geschlossenen Zielen. „Ich will mehr Treffer als mein Gegner erzielen“, ist dabei ein Beispiel für ein offenes Ziel, dass damit auch gewissermaßen eine Erfolgsschwelle definiert. Alles, was über einem gewissen Kriterium liegt, zählt damit zu Erfolg. Geschlossene Ziele („Ich will mit mindestens fünf Ringen Vorsprung gewinnen“)  hingegen definieren eine Misserfolgsschwelle.

Ergebnisziele beinhalten immer auch einen Vergleich zu anderen Sportlern („Mich für das Finale qualifizieren“ oder „eine Medaille gewinnen“). Der Vorteil: So kann man die Motivation lange aufrecht halten und gleichzeitig gibt es einem Orientierung. Wer allerdings zu Angst vor Misserfolg neigt, für den können Ergebnisziele schnell zu Druck und Angst vor dem Versagen führen, so dass die Konzentration von der eigentlichen Handlung abgelenkt wird. Für Ziele innerhalb eines Wettkampfes sollten deshalb besser Handlungsziele formuliert werden. Außerdem kann man dieses Ziel nicht voll und ganz eigenverantwortlich erreichen, denn man ist abhängig davon, wie gut die Gegner sind. Sie haben also einen Anteil an Fremdeinwirkung, die man selbst nicht beeinflussen kann.

„Dieses Jahr will ich meinen Wettkampfschnitt um zwei Ringe steigern!“ Solche Leistungsziele definieren ein angestrebtes Ziel auf die eigenen Leistung. Sie verdeutlichen gut den eigenen Fortschritt und somit die eigene Leistungsentwicklung. Daher eignen sie sich auch hervorragend als Zwischenziele in der Trainingssteuerung. Individuelle Ziele sind dabei im Allgemeinen effektiver als Mannschaftsziele.

Handlungs- oder Prozessziele konzentrieren sich ebenfalls auf die eigene Handlung. Genauer, wie Fertigkeiten und Strategien in einer konkreten Situation realisiert werden sollten (z.B. „Was will ich beim Zielen anders machen?“). Es geht um das „Wie“. Die Konzentration des Sportlers richtet sich dabei auf das Hier und Jetzt und seine konkrete Aufgabe. Besonders geeignet sind diese Ziele für Sportler, die zu starker Nervosität oder Wettkampfangst neigen und die immer wieder von negativen Gedanken abgelenkt werden. Weniger geeignet sind sie hingegen für langfristige Ziele, da die Visionen und Träume der Sportler hier keinen Platz finden. Handlungsziele sind anweisungs-, leistungs- und verhaltensorientiert. Sie sind von Fremdverhalten unabhängig.

Doch ein Sportler wird sich in seiner Laufbahn nicht nur ein Ziel setzen, sondern unzählige. Manches sind dabei Zwischenziele („Ich qualifiziere mich für das Finale“), manches Endziele („Ich werde Olympiasieger“).  Wer seine Ziele öffentlich bekannt gibt, muss sich auch bewusst sein, dass er daran gemessen wird. Die eigenen Ziele liefern dem Gegenüber einen gewissen Eindruck, aber führen auch eine Selbstverpflichtung mit sich. Vorsichtige Zielformulierungen können Kritik an der eigenen Leistung vorbeugen („Ich wollte gar nicht mehr erreichen“), oder auch mäßige Leistungen aufwerten („Ich habe mehr erreicht, als ich gedacht habe“).  Wer sein Ziel gegenüber Eltern, Trainern oder Kollegen äußert, erhöht derweil den Druck, denn sollte man sein Ziel verfehlen oder gar aufgeben, muss man dies nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor anderen rechtfertigen.

Auf Stolpersteine vorbereitet sein
Apropos Scheitern: „Gute Schützen sind perfekte Krisenmanager“, bläut Bundesstützpunkttrainer Mario Gonsierowski seinen Schützen immer wieder ein. Was er damit sagen will? Stolpersteine lauern überall. Sie sind oftmals auch mit der besten Planung nicht wegzuräumen. Es gilt sie viel mehr mit geschickten Lösungsideen zu umschiffen. So kann man sich bereits im Vorfeld überlegen, welche Stolpersteine auf dem Weg zum Ziel lauern könnten und welche kreativen Lösungsansätze man dafür findet. Wie vereinbart man Schule und Training? Was ist, wenn keine Zeit mehr für Aktivitäten mit Freunden bleibt? Wie findet man die perfekte Trainingsgruppe? Fragen, die man bereits im Vorfeld erörtern kann und somit den Weg zum Ziel ebnet.

Aus Misserfolgen lernen
Seine Ziele zu erreichen ist wunderschön, aber es gibt natürlich auch die andere Seite der Medaille, nämlich sein Ziel zu verfehlen. Olympia beispielsweise: Es ist der Traum vieler Sportler, aber nur die wenigsten erreichen es. Misserfolge sind für alle schwierig - für einen selbst genauso, wie für Trainer, Eltern oder Teamkollegen. Wer konstruktiv damit umgehen will, der muss zuerst einmal auch seinen Emotionen Raum geben. Egal, ob Wut, Enttäuschung oder Missgunst, ein Sportler darf sich natürlich auch einmal ärgern, soweit es natürlich im Rahmen bleibt. Aber sobald diese Emotionen verflogen sind, sollte kritisch analysiert werden. Was lief gut? Was muss verbessert werden? Und dann sollte das Ganze abgehakt werden, um sich wieder voll und ganz auf sein nächstes Ziel zu konzentrieren.

Ziele visualisieren
Wie fühlt es sich an, wenn die Hymne für einen gespielt wird? Was hört man? Was riecht man? Um sein Ziel zu visualisieren hilft es, so zu tun, als ob man es schon längst erreicht hätte. Und das jeden Tag. Weltklassesportler wie Fußball-Weltmeister Philipp Lahm und Triathlet Jan Frodeno haben sich zuvor jeden Tag im Kopfkino vorgestellt, wie es ist, ihr Ziel zu erreichen. Frodeno saß mit sieben Jahren so fasziniert vor der Olympiaübertragung vorm TV, dass er beschloss: Da will ich mal hin, das will ich auch erleben. Und gewinnen!“ Und auch wenn ein Siebenjähriger wohl kaum bewusste Ziele oder konkrete Pläne macht, hatte er es doch im Hinterkopf verankert. Wie wichtig es ist, diese Ziele zu visualisieren, erklärt er in seiner Biografie. Immer wieder habe er Rennen im abschließenden Sprint verloren – auch im Kopf. „Eine Negativspirale, aus der ich nicht herauskam – in der Realität wie in meinem Unterbewusstsein“, so Frodeno, „ich hatte regelrecht Angst vor dem Zielprint“. Mit einer Sportpsychologin arbeitete er daraufhin mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking 2008  mit Visualisierungstraining. Zweimal am Tag hörte er sich ein Tape an mit der Kernaussage: „Ich will es! Ich kann es! Ich schaffe es!“ Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen passierte es dann: Er hörte das Tape am Abend, stellte sich das Olympia-Rennen vor, und auf einmal gewann er es in seinem Unterbewusstsein, er musste niemanden mehr auf der Ziellinie passieren lassen. Es war der Durchbruch und der Grundstein zur Olympia-Goldmedaille, die er zwei Wochen später um den Hals gehängt bekam. Auch Schießsport-Olympiasieger Matt Emmons rät: „Führe dir vor Augen, was passieren soll. Stelle dir ein kleines Video vor deinem inneren Auge mit dem „perfekten Schuss“ vor und spiele es immer wieder in deinem Kopf ab. Halte es kurz und einfach.“ Und? Nach welchen Zielen streben Sie?

 

Quellen:

Engbert, K., Droste, A., Werts, T. und Zier, E. (2011). Mentales Training im Leistungssport. Ein Übungsbuch für den Schüler- und Jugendbereich. Stuttgart: Neuer Sportverlag.

Frodeno, J, (2018). Eine Frage der Leidenschaft. Mit Mut und Motivation zu Erfolg. München: Random House.

Gabler, H., Nitsch, J.R. & Singer, R. (1986). Einführung in die Sportpsychologie, Teil 1: Grundthemen. (Hrsg.: Ommo Gruppe), Sport und Sportunterreicht, Band 2,  Schorndorf: Karl Hofmann .

Heimsoeth, A. (2018). Sportmentaltraining. Stuttgart: pietsch.

Kent, M. (Hrsg.) (1998), Wörterbuch Sportwissenschaft und Sportmedizin. Wiesbaden: Limpert.

Emmons, M. (2015). Concentration – staying focused in stressful competition situations. Zuletzt aufgerufen am 16.09.2020 unter shooting.by/im/results/Sports_Shooting_Psychology.pdf

18.09.2020 - 13:50

Die jeweils vier besten Schützen einer jeder Disziplin - ausgenommen sind die Nationalkaderschützen, die in den Ergebnislisten mit einem DSB-Icon versehen sind - sind für das Finale am 26. September in Wiesbaden qualifiziert. Die Ergebnisse werden vom DSB auf Plausibilität überprüft, dann gehen am Montag Mails an die zehn Erstplatzierten heraus, um bei Verzicht etwaige Nachrücker parat zu haben.

Bereits das Dabeisein in Wiesbaden ist ein Erfolg! Immerhin über 3.400 DSB-Schützen (Stand Freitagvormittag) nutzten die Chance, während der Corona-Krise zum Sportgerät zu greifen und sich zu messen. Der Vorteil: Das Schießen erfolgte auf dem eigenen Stand, das Ergebnis konnte online eingetragen werden.

Die Teilnehmer halten sich an das Fairplay als Grundgedanke des Online-Wettbewerbs

Sehr erfreulich aus DSB-Sicht: Das Fairplay und damit der Eintrag korrekter Ergebnisse zog sich durch den kompletten Wettbewerb, womit allen Teilnehmern ein großes Kompliment ausgesprochen werden darf. Einige „Ausreißer“-Ergebnisse gab es natürlich, beruhten aber allesamt auf Fehlinterpretation der Regeln (zumeist Addition der Zusatzschüsse in die Gesamtringzahl).

Zuletzt gab es einige prominente Zugänge beim Wettbewerb: „Ich hab´s geschafft, ich war dabei“, kommentierte Gerhard Furnier, DSB-Vizepräsident Sport, seinen Wettkampf. Gemeinsam mit seinem Enkel Simon bestritt er seine Runde: „Ich bin für meine Verhältnisse zufrieden, auch wenn ich gegen meinen Enkel die Wette verloren habe. In der Niederlage zeigt sich der wahre Sportler.“ Auch Nationalkaderschützin Jolyn Beer griff zum Sportgerät, machte mit und warb danach wie Monika Karsch, die bereits zum zweiten Mal antrat und sich verbesserte, auf Instagram für das Mitmachen!

Übrigens: Das Polo-Shirt, das die Furniers auf dem Foto präsentieren, sowie weitere Utensilien zum Meisterschützen 2020 #DuUndDeinVerein gibt es über den DSB-Shop auf der Meisterschützenseite.

Der DSB wünscht für die letzten zwei Qualifikationstage Gut Schuss und Alle ins Gold!

18.09.2020 - 11:38

Denn natürlich geht es auch, aber nicht nur um die Zielscheibe als Objekt. Denn der Begriff Ziel ist weit besetzt: Welche Ziele setze ich mir? Wie kann ich die Ziele erreichen? Welche Hilfsmittel/Tricks gibt es, die gesteckten Ziele zu erfüllen? Wie gehe ich damit um, wenn ich meine Ziele nicht erreicht habe?

Fragen über Fragen, die – wie gewohnt – abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam in einer Woche auf der DSB-Homepage und Social Media beantwortet werden. Damit auch zukünftig alle erfolgreich ihr Ziel ins Visier nehmen.

17.09.2020 - 22:09

Als junge Schießsportlerin war sie mehrfache DDR-Meisterin im Pistolenschießen und international erfolgreiches Mitglied der Nationalmannschaft des Deutschen Schützenverbandes der DDR.

Kerstin Panzer amtierte von 2010 bis 2020 als Vizepräsidentin Finanzen des Thüringer Schützenbundes und vertrat die Interessen ihres Verbandes von 2014 bis 2019 im Gesamtvorstand des Deutschen Schützenbundes. Besondere Verdienste erwarb sie sich mit ihrem außerordentlichen Engagement bei der Überführung des Schießsportzentrums Suhl-Friedberg in eine GmbH, deren Aufsichtsrat sie von 2016 bis 2019 mit großer Umsicht als Vorsitzende führte.

Kerstin Panzer war ausgezeichnet vernetzt und hat mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz und ihrer zielstrebigen Art viel für das Schützenwesen in Thüringen und in Deutschland geleistet. Für ihre vielfältigen Verdienste wurde sie mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbundes in Bronze und der Sportplakette des Freistaates Thüringen.

Der Deutsche Schützenbund wird Kerstin Panzer ein ehrendes Andenken bewahren.

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