19.10.2022 - 13:17

Der Tag verlief schon äußerst erfolgreich, da setzten Christian Reitz & Doreen Vennekamp dem Ganzen (oder sich) die Krone auf: Das Duo gewann den WM-Titel im Mixed-Wettbewerb mit der Standardpistole. Und das völlig verdient. Denn sowohl die erste Qualifikationsphase (571 Ringe), als auch das Halbfinale der besten acht Teams (377 Ringe) beendete das DSB-Duo auf dem Platz an der Sonne.

Wir haben uns super ergänzt und waren ein richtiges Team!

Doreen Vennekamp zum Weltmeister-Rezept

Im Goldfinale ging es gegen absolute Hochkaräter, nämlich Jangmi Kim (Olympiasiegerin Sportpistole von 2012) und Seojun Kim (Schnellpistolen-Weltmeister von 2014) aus Südkorea. Der Modus: Jeder Schütze feuert fünfmal in zehn Sekunden, dann werden die Ergebnisse der beiden Teammitglieder addiert. Nach einem 0:2-Start (90-91) nahm der „DSB-Express“ richtig Fahrt auf und gewann mit 95, 98 und 94 Ringen die nächsten sechs Punkte. Und einmal im Rhythmus ließen sich die Sportpistolen-Europameisterin Vennekamp und der Schnellfeuerpistolen-Olympiasieger Reitz das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Kein Duell wurde mehr verloren, dreimal wurden nur noch die Punkte geteilt. Gold wurde mit dem zweiten Matchball mit 97-95 zum 17:5 perfekt gemacht. „Wir haben uns super ergänzt und waren ein richtiges Team. Wenn einer einen leichten Durchhänger hatte, hat der andere gegriffen. Wir waren kein einziges Mal beide schlecht, und so wird man offensichtlich Weltmeister“, analysierte Vennekamp treffend. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause und das Duo machten noch eine andere Rechnung auf: „Deutscher Meister (Vennekamp) und Vize-Meister (Reitz) zusammen ergibt Weltmeister!“

Reitz gewinnt Einzel-Silber mit der Standardpistole

Nur einer war besser. Pistolen-Allrounder Christian Reitz zeigte wieder einmal seine Klasse. Mit der 25m Standardpistole belegte er nach den 60 Wettkampfschüssen in den 150-, 20- und zehn Sekunden-Serien mit 575 Ringen hinter dem überragenden Ukrainer Pavlo Korostylov (582) den zweiten Platz. Anschließend sagte Reitz: „Mein Wettkampf war eigentlich gut. 150 Sekunden habe ich echt gut angefangen, bei 20 Sekunden war ich bei einer Serie nicht so bei der Sache und in den zehn Sekunden-Serien habe ich auch den einen oder anderen Ring liegenlassen, wo ich einfach ein wenig hektisch war.“ Gut, dass Reitz ein international gestählter Athlet ist, denn es lief nicht alles rund: „Es war ein schöner Wettkampf, auch wenn es zum Teil von der Organisation her chaotisch war.“ Mit dem Ende war der Schnellfeuerpistolen-Olympiasieger von Rio auf jeden Fall einverstanden: „575 ist okay. Ende 70, Anfang 80 ist üblich bei solchen internationalen Wettkämpfen, deswegen ist es schön, dass es für Silber gereicht hat.“

Es ist schön, dass es für Silber gereicht hat!

Christian Reitz zu Einzel-Silber mit der Standardpistole

Bronze für Beer & Dallinger im Liegend-Mixed

Nur wenige Minuten später gab es Jubel im Gewehrlager. Jolyn Beer & Maximilian Dallinger fielen sich nach dem 17:13 gegen die Norweger Johanna Reksten & Jon-Hermann Hegg in die Arme. Bronze im Liegend-Mixed war eine logische Konsequenz nach den starken Auftritten in den Einzelwettbewerben mit dem WM-Titel für Beer und Platz vier Dallinger (Dallinger: „Wir können mit der Ausbeute sehr zufrieden sein. Wir haben im Einzelwettkampf geglänzt, aber rechnen kann man natürlich nicht mit einem Medaillenmatch.“). Von Beginn an lag das DSB-Duo vorne (8-2) und blieb auch ruhig, als die Norweger auf zwei Zähler herankamen (10-8). „Wir haben die richtigen Akzente zum richtigen Zeitpunkt gesetzt. Das Polster haben wir bis zum Ende einigermaßen halten können“, so Dallinger zufrieden. Den Schlusspunkt setzten sie mit einer 10,8 und einer 10,7 und damit nahe dem perfekten Ergebnis. „Das geht nicht viel besser. Jolyn hat den gesamten Wettkampf einer Weltmeisterin würdig geschossen. Und ich freue mich, dass es für Maxi aufwärtsgeht.“ Dabei scheint Kairo für das Duo ein gutes Pflaster zu sein, denn beim Weltcup im Februar dieses Jahres gab es bereits Silber im Mixed-Dreistellungskampf.

Wir haben die richtigen Akzente zum richtigen Zeitpunkt gesetzt!

Maximilian Dallinger zum erfolgreichen Bronzefinale

Äußerst knapp an einer Medaille vorbei schrammte Monika Karsch mit der Standardpistole. Nachdem sie zunächst geführt hatte, rutschte sie zwischendurch ab, kämpfte sich wieder hoch und landete am Ende mit 569 Ringen auf Platz vier. Drei Ringe hinter dem Bronzerang – die jeweils zweite Serie in 20 und zehn Sekunden mit 90 bzw. 91 Ringen sollten zuungunsten der Regensburgerin den Ausschlag geben. „Das war eine knappe Nummer, Moni hat gut geschossen“, war Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause zufrieden. Doreen Vennekamp belegte Platz acht (564) und Michelle Skeries Platz neun (561), wobei vor allem Vennekamp übel mitgespielt wurde, wie Verdicchio-Krause berichtet: „Es war ein chaotischer Wettkampf. Bei Doreen war zunächst ein Schuss nicht auf der Scheibe und zeigte eine Null an. Bei der Kontrolle wurde dann auf eine Neun korrigiert, nach einem zweiten Mal (0 angezeigt, 10er Wertung) hat sie dann den Stand gewechselt. Doreen war so gut drauf, aber das Hickhack bringt einen Sportler natürlich auch raus, zumal es bei einer Weltmeisterschaft um jeden Ring geht.“

Den Schwung wollen die deutschen Schützen in die weiteren (olympischen) Wettkämpfe mitnehmen. Am 20./21. Oktober fällt die Entscheidung im olympischen Dreistellungskampf der Frauen, einen Tag später im gleichen Wettbewerb der Männer (Roth: „Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist und wir positiv überraschen!“) und mit der Sportpistole der Frauen. Die letzten Quotenplätze in Kairo für Paris 2024 werden am Sonntag, 23. Oktober, vergeben, wenn die Schnellfeuerpistolen-Schützen ihren Weltmeister ermitteln. Dann hoffentlich auch mit Reitz, Florian Peter und Oliver Geis. „Standardpistole ist eine gute Möglichkeit, sich auf Schnellfeuer einzustellen. Natürlich ist es eine andere Scheibe und eine andere Disziplin, aber es ist immerhin schon meine Schnellfeuerpistole. Und bevor man kein Training hat, dann ist so etwas deutlich besser und angenehmer“, blickt Reitz seiner Spezialdisziplin optimistisch entgegen.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

19.10.2022 - 10:57

Das Auflageschießen erfreut sich immer größerer Beliebtheit! Bereits am vergangenen Wochenende fand in Hannover die DM für die Auflageschützen mit der Pistole und mit dem Kleinkaliber-Gewehr statt. Da es im Luftgewehrbereich so viele Teilnehmer gibt, ist diese DM nochmals separiert und Beweis dafür, dass auch in gesetzterem Alter gute Leistungen und Sport auf hohem Niveau unter Gleichgesinnten möglich sind.

In den Altersklassen I (ab 51 Jahre) bis V (ab 76 Jahre, auch in dieser Altersklasse über 200 (!) Sportlerinnen und Sportler) gehen die Teilnehmer an den Start, zweite Voraussetzung ist eine entsprechende Vorleistung (Limitzahlen), die von der Sportleitung des DSB festgelegt wird.  

18.10.2022 - 18:07

Dieser Unglücksreigen begann gleich am Morgen mit Maximilian Dallinger. Nach seiner Formsteigerung mit dem Luftgewehr trat er voller Selbstbewusstsein zum nicht-olympischen Liegendkampf an. Bis zur vierten Serie war eine Medaille nur schwer möglich. „Die Leistung war gut“, meinte Dallinger dennoch, denn nie schoss er weniger als 104 Ringe. „Es gibt nichts, das ich mir vorwerfen kann.“ Doch der Bayer aus Haar kämpfte sich heran. In der letzten Serie holte er einen ganzen Ring auf den Dritten Zhonghao Zhao aus China auf, doch es reichte nicht mehr: Nach 627,5 Ringen fehlten ihm auf Platz vier 18 Zehntel zu Bronze. „Das Endergebnis Platz vier ist bei einer WM ganz beachtlich.“

Im Mixed stellte insbesondere Deutschland I mit Weltmeisterin Jolyn Beer und dem WM-Vierten Dallinger ein starkes Team, das seine Ansprüche am Abend auch mit Leistung untermauerte. „Wir haben ja beide gezeigt, dass wir es können“, meinte Beer nach 625,6 Ringen und Platz sechs nach dem ersten Durchgang. Das Ziel der beiden war eindeutig das Medaillenmatch der besten Vier.

Und das bewiesen sie noch einmal in Durchgang zwei der besten acht Teams. Mit 414,1 Ringen wurden sie, vier Zehntel vor der Schweiz, Vierter und qualifizierten sich für den Kampf um die Medaillen der besten Vier am nächsten Morgen (10.00 Uhr). „Man konnte nur kurz zielen“, berichtete Dallinger. Denn aufgrund der schon eingetretenen Dunkelheit waren „die Scheiben vorne durchs Visier ein einziger dunkler Matsch“, beschrieb er. Unverständlich, warum ein Kleinkaliberwettkampf in die Abendstunden verlegt wurde, denn dass es spätestens gegen 17.00 Uhr dunkel wird, hatte man auch schon an den Tagen vorher erlebt.

Hannah Steffen und David Koenders konnten in dieses Rennen um die Medaillen nicht eingreifen. Nach 616,7 Ringen wurden sie 25.

Auch einen Platz hinter dem Bronzefinale landeten die Schnellfeuer-Junioren. Die besten Drei vom Vortag aus dem Einzel, Markus Lehner, Tobias Gsöll und Felix Luca Hollfoth, schossen sich in Teil eins der Qualifikation auf diesen vierten Rang, der die Möglichkeiten auf Bronze eröffnet hätte. Doch in der zweiten Qualifikation fehlten dem Trio von Bundestrainer Detlef Glenz vier Ringe gegenüber dem Vierten aus Italien, um in die Finalhalle einzuziehen. Platz fünf blieb als Ergebnis.

Vier fehlende Ringe ist auch das Stichwort für die Luftpistolen-Juniorinnen. Vanessa Seeger, Lydia Vetter und Celina Becker hatten sich ebenfalls in die zweite Qualifikation gekämpft, wollten ebenfalls in der Finalhalle dabei sein, und auch ihnen fehlten vier Ringe zum Vierten USA. Mit 562 Ringen belegte das Team von Bundestrainerin Jördis Grabe Platz sechs.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

18.10.2022 - 14:20

Der DSB, über den die Förderanträge an den DOSB weitergereicht werden müssen, möchte daher allen DSB-Vereinen die Möglichkeit eröffnen, für dieses Projekt entsprechende Anträge zu stellen. Damit will er seinerseits die Arbeit der Landesverbände, Bezirke, Gaue, Kreise und Vereine stützen, die sich in diesem Themenfeld betätigen. Zum anderen werden mit diesem Förderpaket auch die Ziele des DSB gestützt, die sich im traditionsverbundenen gesellschaftlichen Engagement der DSB-Vereine wiederfinden und die der DSB seit Jahren mit dem „Stillen Star“ auszeichnet.

Insofern haben die Vereine, die mit Ihrem Förderantrag im Projekt WiS ihr Engagement belegen, auch die Chance auf die Auszeichnung durch den DSB als Stillen Star!

Das Projekt WiS hat sich mit den Jahren inhaltlich und finanziell stetig weiterentwickelt. Standen zu Beginn insbesondere kurzfristige Ziele und Sofortmaßnahmen im Mittelpunkt, um Geflüchtete im Sinne einer gelebten Willkommenskultur an Sportvereine heranzuführen, rücken inzwischen mittel- und insbesondere langfristige Ziele in den Fokus: Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen, Teilhabestrukturen, nachhaltige Konzeptentwicklung, Netzwerkbildung und Verstetigung, um eine Willkommens- und Partizipationskultur im organisierten Sport zu fördern und Menschen mit Fluchterfahrung in Ehrenamtspositionen des Vereins einzubinden.

Auch im kommenden einjährigen Förderzeitraum (01.01.2023 bis 31.12.2023) können sich über den Deutschen Schützenbund die DSB-Vereine um eine Projektförderung bewerben. Für das Jahr 2023 wurde seitens des DOSB ein Gesamtantrag in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro an die Beauftragte gestellt. Dabei stehen folgende Förderschwerpunkte im Fokus der Projektarbeit:

  • Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote für Menschen mit Fluchterfahrung zur Stärkung des Ehrenamts im Sport
  • Menschen mit Fluchterfahrung für das ehrenamtliche Engagement im Sport begeistern zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe
  • Empowerment-Angebote für Menschen mit Fluchterfahrung zur Stärkung selbstbestimmter Teilhabe
  • Interkulturelle Öffnungs- und Integrationsprozesse von Sportvereinen und Sportverbänden fördern für eine Willkommens- und Partizipationskultur

Anträge auf Förderung können über den DSB bis zum 7. November 2022 an den DOSB gestellt werden.

(Eingang beim DSB bis einschließlich 6. November an garmeister(at)dsb.de; Bitte achten Sie darauf, dass die Unterlagen vollständig und aussagekräftig sind. Ein Nachreichen oder inhaltliches Überarbeiten durch den DSB ist zeitlich nicht möglich. (Die Fördervoraussetzung „Erfüllung des DOSB-Stufenmodells“ ist durch den DSB bereits gegeben.))

Der DOSB wird die Projektanträge mit einer Jury auswerten und im Laufe des Novembers die Ergebnisse mitteilen. Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Webseite des DOSB: Willkommen im Sport.

17.10.2022 - 18:05

Jolyn Beer hatte noch zwei Tage zuvor das Bett wegen einer Krankheit gehütet, war dann zum letzten Vorbereitungstraining auf der Anlage erschienen, um einen Tag später ihren Coup perfekt zu machen. Als wenn die letzten Tage nicht gewesen, war die Niedersächsin sofort im Wettkampf drin, schoss eine starke Serie nach der anderen und ging mit hohem Vorsprung in die sechste und letzte Serie. In dieser "schwächelte" sie erstmals (102,7), und rettete mit 627,0 Ringen einen Vorsprung von drei Zehnteln gegenüber der Schweizerin Sarina Hitz ins Ziel. "Ich bin natürlich vollends zufrieden. Das war von Anfang bis Ende ein sehr guter Wettkampf und ein toller Auftakt trotz schwieriger ersten Tagen hier", sagte die neue Weltmeisterin.

Das war von Anfang bis Ende ein sehr guter Wettkampf und ein toller Auftakt trotz schwieriger ersten Tagen hier!

Die neue Weltmeisterin Jolyn Beer zu ihrem Wettkampf

„Sie hat konsequent durchgezogen, hat ihre Phasen, ihre Stärken, ausgenutzt, das war der Grundstein zum Erfolg“, kommentierte Bundestrainer Claus-Dieter Roth sehr zufrieden. Lisa Müller und Hannah Steffen landeten in dieser nichtolympischen Disziplin auf den Plätzen zehn und 23 mit 622,6 und 619,3 Ringen.

Die drei Gewehr-Juniorinnen Nele Stark, Hannah Wehren und Larissa Weindorf sorgen bei dieser WM für Furore. Nach Silber im Liegend- und Rang vier im Dreistellungskampf kam Nele Stark mit Bronze zu ihrer zweiten Medaille, nachdem sie mit ihren Kolleginnen Norwegen im Kampf um Bronze des Dreistellungskampfes mit 17:13 besiegt hatte. Nach der Qualifikation sah es sogar noch besser auf, denn da lag Deutschland mit exakt 1300 Ringen an der Spitze. In der Zwischenrunde kam zwar die Topleistung nicht wieder, aber für Rang drei reichte es schon da, und am Ende wurde es dann auch verdientermaßen Bronze. „Wir sind total erleichtert und stolz über Bronze. Natürlich war unser Ziel das Goldfinale, doch letztlich waren wir froh, um Bronze schießen zu können. Im Finale lief es total gut, auch, weil wir uns untereinander gut verstehen und uns gegenseitig vertrauen“, berichtet Wehren.

Im Mixed mit dem Luftgewehr kamen die beiden deutschen Duos abgeschlagen auf den Rängen elf und 18 ins Ziel. Anna Janßen und David Koenders hatten nach 628,3 Ringen 1,8 Ringe Rückstand auf China II und damit auf den sechsten Rang, der für eines der beiden Bronzefinals notwendig war. Dabei zeigte Anna Janßen mit 316,3 Ringen eine der besten Leistungen des gesamten Feldes (Sie war beste Frau im gesamten Teilnehmerfeld). Das zweite deutsche Duo der WM-Neulinge Denise Palberg und Tom Barbe kam als 18. auf 627,5 Ringe.

Auch im Luftpistolenmixed werden die Deutschen bei den Finals nur Zuschauer sein. Mit großem Abstand landeten die deutschen Teams – Sandra und Christian Reitz sowie Svenja Berge und Philipp Grimm – auf den Plätzen 21 (574 Ringe) und 29 (571).

Stärker erwiesen sich die Junioren mit der Schnellfeuerpistole. Markus Lehner erreichte das Finale als Sechster mit 570 Ringen, einen mehr als notwendig. In der Runde der besten Acht warteten starke asiatische Gegner, aber entscheidend war etwas anderes, laut Bundestrainer Detlef Glenz: „Leider hat es Markus im Finale nicht ganz unter Kontrolle bekommen mit zwei Einer-Serien.“ Das sah auch der Münchner so: „Da war die Aufregung einfach zu groß. Bei der ersten Serie hat es geklappt, dann wurde die Nervosität zu hoch.“ Mit Platz fünf beendete er den Wettkampf.

Von seinen Kollegen überzeugte besonders Tobias Gsöll mit 566 Ringen als Elfter. Felix Luca Hollfoth und Evan Dörr landeten nahezu einträchtig auf den Rängen 22 und 23, aber nach Ringen mit 551 und 538 deutlich voneinander entfernt.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

17.10.2022 - 14:48

Auf der Schießstätte der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft „Der Bund“ in München-Allach, in unmittelbarer Nachbarschaft zum wunderschönen, historischen Schützenhaus, traten zunächst Landesköniginnen und Könige der 20 Landesverbände des Deutschen Schützenbundes zum Bundeskönigsschießen an. Innerhalb von 30 Minuten waren 20 Schuss stehend freihändig mit Luftgewehr oder Luftpistole abzugeben, gewertet wurde traditionell der niedrigste Teiler, d.h. der Schuss mit dem geringsten Abstand vom Zentrum, gemessen in hundertstel Millimetern. Ein Verfahren, bei dem auch weniger geübte Schützinnen und Schützen eine Chance gegenüber den ambitionierten Teilnehmern haben, die in Landesligen oder der Bundesliga antreten oder an Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Und davon waren am Samstag einige am Start.

Etwa die Sinsheimer Kriminalhauptkommissarin Melanie Nietschke vom Badischen Sportschützenverband, die 2021 in Suhl mit dem sensationellen Teiler von 4,5 Bundesschützenkönigin geworden war, Vizeweltmeisterin mit der Armbrust ist und für den SSV Kronau in der Bundesliga schießt. Oder die Vizeeuropameisterin von 2011 und Weltmeisterschaftsdritte von 2012 und 2014 mit der Feldarmbrust, Andrea Heitmann, die für den Niedersächsischen Sportschützenverband antrat. Doch Titel von gestern zählen beim Bundeskönigsschießen nicht mit. Beide landeten mit Teilern von 73,5 und 73,8 auf den Plätzen acht und neun in unmittelbarer Nachbarschaft im vorderen Mittelfeld.

Der eine, beste Schuss gelang diesmal Lina Graßl vom Jurabund Bubach im Oberpfälzer Schützenbund. Mit einem sehr seltenen Teiler von 9,4 wurde die 24-jährige Bürokauffrau aus Schwandorf Bundesschützenkönigin des Deutschen Schützenbundes 2022. Mit 12 Jahren hat sie mit dem Schießen angefangen, ist die Stütze ihrer Vereinsmannschaft in der Landesliga und hat sich zum Ziel gesetzt, im nächsten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften anzutreten. Bundesvizekönig wurde der ebenfalls 24-jährige Elektroniker Nicolas Dörrzapf aus Rheinzabern mit einem Teiler von 11,4. Er trat für den Pfälzischen Sportschützenbund an. Auf dem dritten Platz landete der 29 Jahre alte Elektrotechniker Marinus Grohmann von der SG Edelweiß Söchtenau im Bayerischen Sportschützenbund, der einen Teiler von 29,2 erreichte.

Danach waren die Jugendlichen an der Reihe. Auch in diesem Wettbewerb waren mehrere Landesmeisterinnen und Landesmeister und DM-Teilnehmerinnen am Start. Den Titel, besser gesagt: die Würde des Bundesjugendschützenkönigs holte sich aber der 17-jährige Marko Auer vom Schützenverein Weiherlilie Steinbrünning im Bayerischen Sportschützenbund mit einem Teiler von 13,6. Sein Ziel ist es vorerst, in die erste Mannschaft seines Vereins für die Rundenwettkämpfe zu kommen. Und das dürfte er mit diesem Erfolg wahrlich erreicht haben. Zweite des Bundesjugendkönigsschie0ens wurde Pia Drmola vom SV Buch im Württembergischen Schützenverband mit einem Teiler von 20,6. Auch sie ist 17 Jahre alt, ist aber schon Landesmeisterin 3-Stellung Luftgewehr und möchte mithelfen, ihren Verein in die Bundesliga zu bringen. Den dritten Platz beim Bundesjugendkönigsschießen erreichte eine der jüngsten Teilnehmerinnen, die 14-jährige Mona Muth aus Schlüchtern, die für die Schützengilde 1964 Herolz im Hessischen Schützenverband antrat. Sie begann das Sportschießen mit einer Ausnahmegenehmigung, ist schon Mitglied im Landeskader, und von ihr werden wir in Zukunft sicher mehr hören.

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels proklamierte die Bundesmajestäten zusammen mit den beiden Vizepräsidenten Tradition und Schützenbrauchtum, Wilfried Ritzke, und Jugend, Stefan Rinke. Der Bayerische Sportschützenbund und sein Schützenbezirk München hatten als Ausrichter hervorragende Arbeit geleistet und aus der Veranstaltung ein Paradebeispiel für die Verbindung von bayerischer Lebensart mit vorbildlicher Schützenkultur und sportlichem Wettkampfschießen gemacht.

17.10.2022 - 12:01

Beide haben ein intensives sportliches Jahr hinter sich gebracht mit den Höhepunkten EM und WM. Doch wie bereitet man sich auf einen Wettkampf eigentlich gezielt vor? Wie erstellt man einen Trainingsplan? Wie viele Trainingsschüsse sind sinnvoll? Was muss beachtet, was vermieden werden? etc.

Wißmer und Pigorsch erzählen aus ihrem Erfahrungsschatz und bereiten ihre Informationen für den „normalen“ Flintenschützen auf. Dementsprechend können die Zuhörer/Zuseher viele praktische Tipps von einem echten Experten-Duo erwarten, damit zukünftige Wettkämpfe womöglich noch erfolgreicher gestaltet werden können.

17.10.2022 - 09:42

Norden: Titelverteidiger Kevelaer souverän
Titelverteidiger Kevelaer musste – wie nahezu alle anderen Vereine – auf einige Top-Schützen aufgrund der WM in Kairo verzichten. Deswegen war man im rheinischen Lager ungewiss, was das erste Wochenende mit den Begegnungen gegen Braunschweig und Buer-Bülse I bringen würde. Doch das Team trumpfte souverän auf und gab lediglich einen Zähler ab. Alexander Thomas, der an Position eins schoss, meinte danach zufrieden: „Der Start in die neue Saison ist immer etwas schwierig. Als Titelverteidiger sind viele Augen auf einen gerichtet. Momentan sind noch drei Schützen bei der Weltmeisterschaft. Direkt am ersten Wochenende zwei klare Siege zu haben, ist einfach schön. Ich bin sehr stolz auf das Team, welches an allen Positionen spitzen Leistungen gezeigt hat.“
Kevelaer schoss 1978 und 1976 Ringe, war damit aber nicht das Team mit der höchsten Wertung im Norden. Dafür sorgte das Team von Elsen bei seinem knappe und hochklassigen 3:2-Erfolg gegen den SV Wieckenberg (1980-1974).

Meine Girls sind in der aktuellen Bundesliga-Runde angekommen und wissen, was sie können.

Anja Heck (Trainerin SV Petersberg) über ihre Mannschaft

Heimwettkampf und zwei 3:2-Siege: Kein Wunder, dass die Stimmung beim SV Petersberg überbordend war. Für Trainerin Anja Heck ein ganz wichtiger Start: „Ein beruhigender Start in die Saison. Meine Girls sind in der aktuellen Bundesliga-Runde angekommen und wissen, was sie können.“ Auch eine besondere Konstellation ließ die Trainerin nicht kalt: „Meine beiden Töchter (Jana und Mona, Anm. d. Red.) waren am Start. Das ist immer sehr spannend und für mich sehr emotional.“

Dass diese Saison für keinen Verein ein Spaziergang werden wird (Simon Muschiol (Bund München): „Die Konkurrenz hat gezeigt, dass immer mehr Teams ebenbürtig sind und damit die Leistung näher zusammenrutscht!“), zeigten die beiden Aufsteiger PPS Inden/Altdorf und Team Wetterau. Zwar blieben beide Klubs sieglos, aber vor allem das Team Wetterau war zweimal ganz dicht dran. Gegen die SB Freiheit I musste ein Stechen zwischen Max Ohlenburger und Michaela Müller-Thöle über den Sieg entscheiden. Nach jeweils drei Zehnern musste der vierte Schuss mit Dezimalwertung herangezogen werden, Routinier Müller Thöle schoss eine 10,4 und damit drei Zehntel mehr als ihr Konkurrent.

Süden: Bund München und Vöhringen mit dem nötigen Glück
Drei Teams, die im Vorfeld immer wieder als Mitfavoriten genannt wurden, starteten ebenfalls verlustpunktfrei in die Saison. Nervenstark zeigte sich Der Bund München, der zunächst scheinbar deutlich 4:1 gegen die SSVG Brigachtal gewann – allerdings wurden zwei Matches erst im Stechen entschieden. Klarer wurde es gegen die SG Coburg, auch wenn es am Ende nur 3:2 hieß: „Unsere Leistung war an diesem Wochenende sehr gut. Wir sind sehr froh, dass wir zwei Siege einfahren konnten und sind hochmotiviert auf das, was kommt. Ein großes Lob geht an Kerstin Fahl die gleich am ersten Wochenende zwei top Resultate abliefern konnte“, meinte Trainer Norbert Ettner.

Manchmal braucht man auch etwas Glück, und das war an diesem Wochenende auf unserer Seite!

Vöhringens Anita Mangold zu den zwei Auftaktsiegen

Dieses sprach auch Spitzenschützin Anita Mangold ihrem Team Pfeil Vöhringen aus, das zweimal mit dem Minimalvorsprung gegen Petersaurach bzw. Saltendorf gewann: „Für uns war es extrem wichtig, mit zwei Siegen in die neue Saison zu starten. Das erste Wochenende ist immer schwierig. Beide Wettkämpfe hätten für uns auch ganz anders ausgehen können. Manchmal braucht man auch etwas Glück, und das war an diesem Wochenende auf unserer Seite.“

Durch das Fehlen der zwei Spitzenschützinnen Julia Canestrelli (FRA) und Larissa Weindorf ging der SSV Kronau sehr geschwächt in das Auftakt-Wochenende. Das erste Match ging deutlich verloren, was aber nicht unbedingt an der eigenen Leistung lag, sondern an einem überragenden Gegner: Die SSG Dynamit Fürth schoss vor eigenem Publikum 1985 Ringe, „da hatten wir wenig entgegenzusetzen“, so Trainer Kurt Hillenbrand. Zwar „hatten alle in unserer Mannschaft einen Leistungsabfall am zweiten Tag, trotzdem lagen wir ständig vorne.“ Der Sieg geriet dennoch in Gefahr, ehe Alexander Widelski an Position fünf das Stechen gegen Melanie Plank mit 10:9 gewann. „Aufgrund der personellen Situation sind wir mit den 2:2-Punkten aus dem ersten Wettkampfwochenende zufrieden“, so Hillenbrand.

16.10.2022 - 18:24

Die Teilnahme an dem in der mexikanischen Provinz groß aufgemachten Finale mit pompösem Stadtfest und zelebrierter Auslosung war bereits ein großer Erfolg für die Raublingerin. Mit konstant starken Leistungen hatte sie sich bei den Weltcups zu Recht für das letzte Event der Freiluftsaison 2022 qualifiziert.

Ein ausführlicher Bericht mit Stimmen folgt

16.10.2022 - 18:00

Denn das Luftgewehr-Frauenteam mit Anna Janßen, Denise Palberg und Hannah Steffen hatte sich bis in das Finale um Bronze vorgearbeitet. Damit war nicht unbedingt zu rechnen gewesen, doch hatte das Trio, beobachtet von der genesenen Jolyn Beer auf der Tribüne sowie dem gesamten deutschen Gewehrtross, an seine geschlossen starke Teamleistung aus dem Einzelwettbewerb anknüpfen können.

Trotzdem ging es als Außenseiter in den Kampf gegen Indien, das schon zuvor in der Qualifikation leicht besser gewesen war. Und leicht besser blieben die Asiatinnen auch jetzt in einem spannenden und hochklassigen Finale. Letztlich behielten sie mit 17:11 die Oberhand, und Hannah Steffen sagte einen Satz, der zum bisherigen WM-Verlauf der Deutschen fast ausnahmslos passte: „Wir waren relativ gut, doch klar, wenn man im Finale steht, will man auch eine Medaille.“

Ähnlich sah es auch bei den Männern aus. Auch sie zeigten sich vom Einzelwettkampf gut erholt, griffen an, kamen weit und scheiterten doch knapp. Vier Zehntel fehlten David Koenders, Maximilian Dallinger und Tom Barbe, um ins Finale um Bronze einzuziehen. Letztlich blieb ihnen Rang fünf, aber die Wut im Bauch nach den knapp verpassten Zielen im Einzel hatten sie in Leistung umgesetzt.

Mit der Pistole scheiterten die beiden Teams noch etwas früher und klarer. Die Männer Christian Reitz, Philipp Grimm und Paul Fröhlich überstanden die erste Qualifikation. Doch dort fehlte dem Trio nach 578 Ringen deren vier für das Erreichen des Bronzefinales.

So weit kamen die Frauen nicht. Mit 844 Ringen scheiterten Doreen Vennekamp, Sandra Reitz und Svenja Berge als 13. klar um neun Ringe am Erreichen der zweiten Runde.

Junioren: Nele Stark verpasst zweite Medaille nur knapp

Im Finale hingegen war Juniorin Nele Stark, die ihrem Nachnamen bei dieser WM alle Ehre macht. Schon zum Auftakt hatte die 19-Jährige Silber im Liegendkampf gewonnen. Im olympischen Dreistellungskampf erreichte sie als Achte gerade so das Finale. Die Auszubildende aus Güglingen schoss sich nach großem Kampf bis auf den vierten Platz vor. Nach 397,4 Ringen fehlten ihr 2,7 Ringe auf die Iranerin Armina Sadeghian und damit zu Bronze. „Ich bin sehr zufrieden, es war mein zweites großes Finale. Gerade so als Achte reingerutscht und als Vierte raus gegangen, das ist okay.“ Auch Hannah Wehren schoss einen starken Wettkampf, wurde Neunte mit 582 Ringen, einem weniger als Stark. Die dritte Deutsche, Larissa Weindorf, wurde Elfte mit ebenfalls 582 Ringen.

Auf Finalkurs liegt nach dem ersten Präzisionstag der Schnellfeuerjunioren Markus Lehner. Mit 288 Ringen ist er Vierter und steuert damit in Richtung Finale. Tobias Gsöll mit 281, Evan Dörr mit 274 und Felix Luca Hollfoth mit 268 Ringen sind als 14., 20. und 26. schon etwas abgeschlagen.


Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

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