17.07.2019 - 23:30

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Florian Peter (Olbertshausen) nach dem Wettkampf, der ihm innerhalb von 24 Stunden die zweite Medaille beschert hatte. Mit 19 Hits sicherte sich der 19-Jährige am Ende Bronze hinter dem souveränen Sieger Anish Anish aus Indien, der mit 29 Hits den zweiplatzierten Russen Egor Ismakov mit sechs Hits mehr deutlich auf Distanz gehalten hatte. Für Florian Peter hatte das Finale alles andere als optimal begonnen, kurz nach Beginn brach der Schlagbolzen seiner Pistole, so dass er das Sportgerät wechseln musste. Auch das steckte der Hesse, der mit 580 Ringen das zweitbeste Qualifikationsresultat erzielt hatte, nervenstark weg, setzte sich später im Shoot-off um den Verbleib im Endkampf gegen den Inder Adarsh Singh mit 6:5 durch.

In der Mannschaftswertung gab es Gold für Deutschland, Florian Peter, Christoph Lutz (Freudenstadt) und Stefan Max Holl (Billigheim) verwiesen mit 1713 Ringen und drei Zählern mehr China auf Platz zwei. Bronze sicherte sich die zweite indische Vertretung mit 1709 Ringen.

Mit einem Finalergebnis von 153,6 Ringen hat Andrea Katharina Heckner (Hitzhofen) Platz sechs in der Entscheidung Luftpistole der Juniorinnen belegt. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause attestierte der 19-Jährigen, die die Qualifikation mit 571 Ringen als Fünfte beendet hatte, eine gute Entwicklung, war mit Leistung im Vor- und Endkampf zufrieden. Gold ging hier an die Türkin Sevval Ilayda Tarhan, die mit 241,8 Zählern und mit mehr als sechs Zählern Vorsprung die Inderin Esha Singh deutlich auf Platz zwei verwies. Bronze gewann mit Yasemin Beyza Yilmaz ebenfalls eine türkische Schützin.

In der Mannschaftswertung gewannen die deutschen Juniorinnen Silber hinter Italien. Andrea Heckner, Vanessa Seeger und Tabea Isabell Ocker lagen mit 1691 Ringen elf Ringe hinter den Siegerinnen. Platz drei belegte Ungarn.

Im Mixed Team-Wettbewerb Luftgewehr gab es den ersten Sieg für den Iran. Armina Sadeghian und Armirsiyavash Zolfagharyan sicherten sich mit 17:11 Punkten gegen Indien II die Goldmedaille. Auch Platz drei ging an Indien, die erste Vertretung bezwang im Match um Bronze die USA mit 16:4. Anna Janßen (Kevelaer) und Max Braun (Neidlingen) waren im Semifinale über 20 Schuss mit 410,2 Ringen als achtbestes Team ausgeschieden. Zuvor hatte sich das deutsche Duo mit der sechstbesten Leistung für die Vorschlussrunde qualifiziert.

Finals am Donnerstag, 18. Juli:

  • 14.30 Uhr: Luftpistole Junioren
  • 15.30 Uhr: Gewehr 50 Meter Dreistellung Juniorinnen
  • 17.30 Uhr: Wurfscheibe Skeet Juniorinnen
  • 18.30 Uhr: Wurfscheibe Skeet Junioren

 

Text: Michael Eisert

17.07.2019 - 12:22

„Die Eröffnungsfeier war mega cool. Man fühlt sich einfach unglaublich, wenn man dort einlaufen darf“, erinnert sich Luftgewehrschützin Hanna Bühlmeyer gerne zurück an einen Moment, der ihr wohl für immer in Erinnerung bleiben wird: „So etwas will ich wieder erleben.“ Erlebt haben die Schützen einiges, mussten sie doch erst einmal auf ihr Training verzichten, da kein Shuttle die Schützen zum Schießstand bringen konnte. Trotzdem gab anschließend jeder sein Bestes. Tina Lehrich kam im hochklassigen Starterfeld mit dem Luftgewehr als beste Deutsche und 619,7 Ringen auf Rang 33, Jana Erstfeld und Hanna Bühlmeyer komplettierten das konstante Mannschaftsergebnis auf den Rängen 40 und 42. „Auch wenn mein Ergebnis etwas zu wenig war, bin ich mit der Art und Weise, wie ich den Wettkampf geschossen habe sehr zufrieden“, resümierte Bühlmeyer ihre Leistung bei ihrer ersten Universiade-Teilnahme. Bei den Herren gelang David Koenders mit 620,1 Ringen ein Platz unter den Top-20, Lukas Fischer und Bernd Fränkle folgten auf den Plätzen 30 und 37. Für das Mixed-Team Erstfeld/Koenders reichte es ebenfalls nur fürs Mittelfeld.

Besonders bitter lief es bei den Skeet-Schützen, denn ein wenig Hoffnungen machte sich Felix Hasse, der zwischenzeitlich an der WM in Lonato an den Start ging, schon. Mit 119 Treffern lag er gleichauf mit Nicolas Vasiliou (CYP), unterlag dann aber im Shoot-off und musste seinem Kontrahenten letztendlich den Vortritt fürs Finale lassen. Am Ende Platz neun für ihn. Franziska Kurzer und Nele Wißmer konnten nicht vorne ins Geschehen miteingreifen und landeten mit 104 Treffern auf den Rängen neun und zehn.

Ein wenig ärgern musste sich auch Recurve-Schütze Johannes Maier: „Ich habe gemischte Gefühle, wenn ich an meinen Einzelwettkampf denke, denn ich habe mein Match aufgrund einer Acht im Tiebreak verloren. Die Top-8 waren so nahe.“ So war im 1/8-Finale gegen den Japaner Ishii mit 5:6 Punkten Schluss. „Ich bin mit großen Teilen meines Schießens sehr zufrieden“, so Maier nach seinem Wettkampf, „ich hatte den teilweise schwierigen Wind gut im Griff und konnte meine Pfeile solide und selbstbewusst abgeben.“ Bereits im 1/16-Finale musste sich zuvor Christoph Breitbach verabschieden, der gegen den Spanier Castra Barcala denkbar knapp im Stechen mit 5:6 verlor, genau wie für Compound-Schütze Paul Leon Hollas, der mit 141:146 Ringen im 1/16-Finale ausschied. Das Recurve-Duo kam zudem auf Rang sieben in der Teamwertung.

Damit geht die Universiade zwar ohne Medaille für die deutschen Schützen zu Ende, doch ADH-Disziplinchefin Julia Hochmuth zieht dennoch ein positives Fazit: „Sie haben sich alle gut verkauft und sind mit vielen neuen Eindrücken nach Hause gefahren. Wir haben mit einer Medaille spekuliert, dem war nicht so, aber nun geht es weiter in der Saison.“

16.07.2019 - 23:48

Florian Peter (Obertshausen) hat Bronze im nichtolympischen Wettbewerb 25 Meter Pistole gewonnen. Mit 583 Zählern musste sich der 19-jährige Hesse nur dem Sieger Qi Xia aus China und dem zweitplatzierten Ukrainer Yuriy Kolesnyk geschlagen geben, die beide jeweils einen Ring mehr als der Deutsche erzielt hatten.

In der Mannschaftswertung wurde das deutsche Trio mit Florian Peter, Christoph Lutz und Fabian Otto mit 1709 Ringen Sechster. Gold ging mit 1738 Zählern an Indien I vor China und Tschechien.

Im olympischen Wettkampf Pistole 25 Meter der Juniorinnen belegte Vanessa Seeger (Wolfsburg) am Ende Platz sieben. Die 17-Jährige hatte sich mit 579 Ringen in der Qualifikation als Sechste in den Endkampf der acht Besten geschossen und schied nach neun Hits und einem verlorenen Shoot-off gegen die Russin Albina Bevz als zweite Juniorin aus der Endrunde aus. Den Sieg sicherte sich die Bulgarin Miroslava Mincheva, die mit 30 Hits Camille Jedrzejewski, die Französin hatte 28-mal einen Wert von 10,2 oder höher getroffen, auf den Ehrenplatz. Dritte wurde Siying Zhu aus China mit 25 Hits.

Die Mannschaftswertung entschied mit dem eingestellten Junioren-Weltrekord von 1734 Ringen China vor Frankreich und Thailand I für sich. Das deutsche Trio mit Vanessa Seeger, Tabea Isabell Ocker und Therese Marie Oblinger kam mit 1703 Zählern auf Rang sieben ein.

Den Lufgewehrschießen der Junioren hatte zuvor der Grigorii Shamakov gewonnen. Der Russe setzte sich im Finale mit 250,0 Ringen nur knapp vor dem Chinesen Changhong Zhang durch, für den am Ende 249,1 Zähler auf dem Tableau standen. Bronze ging ebenfalls an China: Yuannan Xu, mit 628,7 Zählern der Vorkampfbeste, hatte im Finale 228,6 Ringe getroffen. Deutsche Schützen hatten den Endkampf des olympischen Wettbewerbs nicht erreicht, Max Braun (Neidlingen) erreichte mit 622,0 Ringen als 20. noch die beste Platzierung.

Gold in der Teamwertung ging an China, das mit 1877,8 Ringen den Junioren-Weltrekord egalisierte. Auf den Plätzen folgten Indien und Ungarn. Deutschland mit Max Braun, Maximilian Ulbrich und Bastian Blos erreichte mit 1858,6 Zählern Platz sieben.

Auch im Trap Mixed-Wettbewerb hatten die deutschen Duos die Qualifikation für die Medaillen-Matches verfehlt. Patricia Dannler (Burgwald) und Jonas Bindrich (Eussenhausen) kamen in der Addition auf 135 Treffer und wurden damit Elfte. Kathrin Murche (Elsnig-Mockritz) und Oliver Hoffmann (Oberhof) belegten mit 129 getroffenen Scheiben den 22. Platz.

Im Medaillen-Match um Gold bezwang China die zweite Vertretung Italiens mit 35:33 Treffern. Bronze ging an das Duo aus den USA, das sich im Duell um Platz drei mit 37:35 gegen Großbritannien durchgesetzt hatte.

Finals am Mittwoch, 17. Juli:

  • 12.15 Uhr: Schnellfeuerpistole Junioren
  • 14.00 Uhr: Luftgewehr Mixed Team
  • 18.15 Uhr: Luftpistole Juniorinnen

 

Text: Michael Eisert

16.07.2019 - 16:00

Es war ein echter Medaillenregen für den deutschen Nachwuchs beim letzten Junioren-Cup Mitte Mai in Čatež/SLO. Drei der vier Goldmedaillen gingen damals an das deutsche Team. „Natürlich haben unsere Schützen nun Erwartungen, aber jeder Wettkampf ist anders und auch wenn es schon schwierig ist einmal zu gewinnen, ist es noch schwieriger den Erfolg zu wiederholen“, weiß Junioren-Bundestrainer Marc Dellenbach. Ein Erfolg, der den jungen Sportlern jedoch Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben gibt. Doch trotzdem haben sich die Ziele von Jonathan Vetter, der erst zuletzt beim Weltcup in Berlin eingesetzt wurde, nicht verändert: „Es ist immer das Gleiche: Ich möchte möglichst gut abschneiden und mein Potential abrufen und zeigen.“ Für ihn ist jeder Wettkampf wichtig, um  die „Abläufe meines Schießens unter Wettkampfsituationen weiter zu erproben und zu festigen.“ Ähnliche Ziele verfolgt auch Teamkollegin Elisa Tartler. Auch sie durfte in Berlin bereits internationale Weltcup-Luft schnuppern und so will sie auch in Bukarest wieder an der Spitze mitmischen: „Natürlich möchte ich vorne mit dabei sein! Aber vor allem will ich einen schönen Wettkampf zeigen, sowohl technisch als auch von der mentalen Herangehensweise.“ Bereits in  Čatež zeigte sie ihre mentale Stärke, als sie zuerst einen Pfeil neben die Scheibe setzte, sich aber Pfeil für Pfeil wieder herankämpfte und am Ende Gold mit nach Hause nahm. Diese Erfahrungen sind wichtig für die jungen Sportler, weiß auch Tartler: „Ich möchte weitere internationale Wettkampfpraxis sammeln.“ Beide Schützen haben nach der Rangliste am vergangenen Wochenende in Kienbaum beste Chancen für die WM nominiert zu werden und somit die Chance, sich in Bukarest den letzten Schliff zu holen. „Es ist der letzte große Wettkampf vor den Weltmeisterschaften und noch einmal die Möglichkeit Selbstvertrauen zu tanken und an den letzten Stellschrauben zu drehen, die wir noch verbessern können“, so Bundestrainer Marc Dellenbach, „unsere Schützen sind bereit, jetzt müssen sie es nur wiederholen“. Um ein guter Bogenschütze zu werden, brauche es schließlich Zeit, aber „wir sind auf dem Weg“, gibt Dellenbach die Marschrichtung mit Blick auf die Weltmeisterschaften vor.

Das Team

  • Juniorinnen: Elisa Tartler
  • Junioren: Nils Schwertmann, Jonathan Vetter, Moritz Wieser
  • Kadettinnen: Clea Reisenweber, Sarah Reincke, Pia Wollbring
  • Kadetten: Erik Linke, Domenic Merkel, Flavio Schilp
16.07.2019 - 10:48

„Ich wollte mich noch ein letztes Mal gut präsentieren“, resümierte Kris Großheim seinen EM-Auftritt in seinem letzten Jahr als Junior. Und das hat er geschafft: Mit neuer persönlicher Bestleistung und Silber im 2x30 Schuss Wettbewerb setzte er den Grundstein. Kurz darauf verfehlte er im Mixed-Wettbewerb, um nur einen Ring das Stechen um Platz drei und wurde mit 380 Ringen am Ende Fünfter. Platz sieben für Torsten Fass (378 Ringe) und Paul Reuther auf dem 11. Platz (366 Ringe) sicherten dem Junioren-Team die Bronzemedaille. Dass Großheim Lust auf mehr hat, äußerte er kurz nach seinem Erfolg: „Ich freue mich drei weitere Medaillen zu haben und möchte mich weiter verbessern.“ Nicht ganz für eine Medaille reichte es bei Daniela Vogelbacher. Auch ihr fehlte nur ein Ring, um auf den Bronzerang zu hüpfen. So blieb mit 374 Ringen lediglich der unbeliebte 4. Platz. Dennoch darf auch sie mit einer Bronzemedaille (2x30 Schuss) im Gepäck die Heimreise antreten. Eva Maria Östreicher belegte Platz zehn, Carsten Krausse kam in der Männerkonkurrenz auf Platz 18. Im Mixed-Team-Wettbewerb schaffte es keine der deutschen Mannschaften ins Finale (7. Platz Vogelbacher/Krausse; 11. Platz Östreicher/Jonas). Zum Abschluss fand Großheim dann auch noch lobende Worte für die Ausrichter: „Die Ungarn haben sich größte Mühe gegeben und es war eine sehr schöne Erfahrung dort zu sein.“

16.07.2019 - 10:33

Ratner und Leshchikova nutzen die Gelegenheit, die drei ersten Finals in den olympischen Disziplinen in der Finalhalle und auf dem Flintenstand zu verfolgen. Rinke überreichte den Gästen nach der abendlichen Siegerehrung die Erinnerungsmedaille und einen Plüschigel. Der Igel ist quasi das Wappentier des Jugend-Events, das in diesem Jahr seine 25. Auflage erlebt.

Bislang seien die Wettkämpfe, an denen Nachwuchssportler von 60 Nationen teilnehmen, planmäßig verlaufen, zog Stefan Rinke nach den ersten drei Wettkampftagen ein positives Fazit. Zu verdanken sei das vor allem dem Einsatz und Engagement der Mitglieder des Organisationskomitees sowie allen Kampfrichtern und Helfern.

 

Text: Michael Eisert

15.07.2019 - 22:28

Elavnil Valarivan hat die erste olympische Disziplin des Junioren-Weltcups gewonnen. Die 19-Jährige Inderin setzte sich im Luftgewehr-Finale der Juniorinnen mit 251,6 Ringen vor ihrer Teamkollegin Mehuli Ghosh (250,2 Ringe), die zuvor das beste Ergebnis der Qualifikation erzielt hatte, durch. Hinter den beiden Inderinnen sicherte sich die Französin Oceanne Marianne Muller, die im Endkampf 228,0 Ringe geschossen hatte, die Bronzemedaille.

Auch in der Mannschaftswertung gab es einen indischen Erfolg. Das siegreiche Trio hatte mit 1883,3 Zählern einen neuen Junioren-Weltrekord aufgestellt und gewann vor Ungarn und Singapur. Die erste deutsche Mannschaft mit Melissa Ruschel, Anna Janßen und Johanna Ausflug belegte mit 1866,5 Zählern Platz neun. Am besten getroffen hatte Melissa Ruschel (Wietze), die als 18. des Klassements 625,3 Ringe erzielt hatte, Anna Janßen (Kevelaer) wurde mit zwei Zehnteln weniger 20.

Auch in den beiden Trap-Konkurrenzen hatte der deutsche Nachwuchs den Einzug in den Endkampf verfehlt. Das Finale der Juniorinnen gewann die US-Amerikanerin Faith Alexa Pendergrass, die in der Runde der besten Sechs 39 Scheiben traf und damit Selin Ali aus Bulgarien um vier Treffer distanzierte. Dritte wurde Gaia Ragazzini aus Italien, die 29 Scheiben getroffen hatte. Lena Hubbermann (Visbek) war mit 106 Treffern in der Qualifikation als Zwölfte beste Deutsche.

Mannschaftsgold ging mit 331 Treffern an China, auf den Plätzen folgten die USA und Italien II. Die beiden deutschen Vertretungen belegten mit jeweils 300 Scheiben die Plätze acht und neun.

Im Trapfinale der Junioren gab es einen italienischen Erfolg, Lorenzo Ferrari siegte mit 44 Treffern vor Mitchell Iles Crevatin aus Australien, der drei Scheiben weniger getroffen hatte. Bronze gewann mit Matteo Dambrosi ebenfalls ein Italiener. Felix-Lucas Braun (Erbsdorfergrund) hatte in der Qualifikation 110 Scheiben getroffen und war damit auf Platz 44 der bestplatzierte Deutsche unter 69 Flintenschützen.

Mannschaftssieger wurde Italien II, das Goldteam stellte mit 354 Treffern einen Junioren-Weltrekord auf. Auf den Plätzen folgten Australien und Frankreich.

Finals am Dienstag, 16. Juli:

  • 12.00 Uhr: Luftgewehr Junioren
  • 13.30 Uhr: Pistole 25 Meter Juniorinnen
  • 18.30 Uhr: Wurfscheibe Trap Mixed Team

 

Text: Michael Eisert

15.07.2019 - 22:05

Dafür ließ er in den folgenden Runden keinen Zweifel mehr, dass er zu den Besten gehörte und sicherte sich verdient einen Platz im Gold-Finale. Sein Gegner: Anton Ziapaev aus Russland. „Ich habe schon etliche Matches gegen Anton geschossen, leider hat es in diesem nicht zum Sieg gereicht und für mich gab es dieses Mal nur Silber“, kommentierte Maik Szarszewski seine 6:2 Finalniederlage. Auch wenn es am Ende nicht für den Sieg reichte, zeigte sich der Para-Schütze zufrieden mit seiner Leistung: „Dieses Ergebnis hatte ich mir bei diesem starken Starterfeld so nicht vorgestellt, waren durch Thailand, Russland und Frankreich doch schwierige Gegner zu erwarten.“

Ein frühes Aus mussten hingegen die beiden deutschen Para-Schützinnen Selina Hahn und Karina Granitza hinnehmen. Beide schieden mit dem Compound-Bogen bereits im 1/8-Finale mit 138:141 bzw. 139:141 Ringen aus. Ähnlich erging es Uwe Herter, der in der offenen Klasse W1 im Viertelfinale mit 118:121 Ringen dem Tschechen Davidek Karel den Vortritt lassen musste.

Erstmals in der Geschichte des europäischen Bogensports gibt es für die paralympischen Sportlerinnen und Sportler auch ein Europacup-Finale. Dieses wird am 17. und 18. August 2019 auf dem Bowling Green in Wiesbaden ausgetragen und erhält somit eine phantastische Kulisse.

15.07.2019 - 00:46

„So fit wie jetzt, war ich noch nie“, sagte Dominik Hermle nach seinem Sieg im Finale der Herren. „Heute habe ich auch etwas Glück gehabt und bei dem Regen bin ich nur noch schneller gelaufen.“ Der 23-Jährige aus dem württembergischen Gosheim hatte zuvor schon den Qualifikationslauf knapp vor dem Gifhorner Steffen Hannich und Titelverteidiger Sven Müller vom SV Steinwenden gewonnen. Doch nach der ersten Schießeinlage ging Thomas Haslinger von den Vorwaldschützen Renholding in Führung, der in der Qualifikation nur den achten Rang belegt hatte. Sven Müller, der nach drei Siegen in Folge bei den Junioren und dem Titelgewinn 2018 als klarer Favorit galt, kam auf Rang drei dem Führungsduo näher, das beim zweiten Schießen nahezu zeitgleich alle fünf Klappscheiben abräumte und auf die entscheidende Laufstrecke ging. Dominik Hermle, im Vorjahr Bronzemedaillengewinner, ließ sich die Siegchance nicht entgehen und spielte seine Stärke auf der dritten 400 Meter langen Laufstrecke aus. Mit über sechs Sekunden Vorsprung sprintete er über die Ziellinie und erfüllte sich den ersten Teil seiner hohen Zielsetzung in diesem Jahr. „Ich will bei den Sommerbiathlon-Wettbewerben insgesamt fünf Medaillen gewinnen, das war die erste.“

Kerstin Schmidt, die bei den Weltmeisterschaften 2018 in Korea drei Goldmedaillen gewann, holte sich bei den Frauen ihren ersten DM-Titel, nachdem sie in den vergangenen Jahren vier Mal in Folge den zweiten Platz belegte. „Es ist geschafft, ich war schon so oft knapp am Sieg. Diesmal hat mir das schlechte Wetter in die Karten gespielt“, erzählte Kerstin Schmidt nach ihrem Sieg und von der entscheidenden Phase beim letzten Schießen: „Jana hat auf den Wind geachtet und gewartet. Ich habe gepokert und einfach geschossen.“ Zunächst schien es so, dass die Oberpfälzerin von Edelweiß Siegritz wieder nur Vizemeisterin werden könnte, denn Titelverteidigerin Jana Landwehr führte nach der ersten Schießeinlage, doch in der zweiten Runde auf dem 400 Meter langen Rundkurs kam Kerstin Schmidt immer näher an Jana Landwehr heran. Die Entscheidung fiel nach der zweiten Schießeinlage als strömender Regen eingesetzt hatte und die Zuschauer auf die überdachte Tribüne oder unter Regenschirme flüchteten. „Der Regen machte nichts, es war der Wind“, meinte die 26-jährige Schmidt und freute sich über ihr Markenzeichen: „Meine Kappe war ein guter Schutz.“ Mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt zog Kerstin Schmidt ihrer Konkurrentin davon und siegte schließlich mit sieben Sekunden Vorsprung.

Unbeeindruckt von den schwierigen Witterungsbedingungen zeigte sich Max Hubl vom SV Mademühlen, dem bei den Junioren ein sicherer Start-Ziel-Sieg über die 1.200 Meter lange Laufstrecke mit zwei Schießeinlagen im Stehendanschlag gelang. „Ich wusste, dass er es kann“, freute sich Trainer Andreas Tempelfeld über den ersten Titelgewinn von Hubl, der bereits einmal Silber und Bronze in den Jahren 2016 und 2017 gewonnen, im Vorjahr aber nur den fünften Rang in der Juniorenklasse erreicht hatte. Max Hubl lief über zehn Sekunden vor dem Zweitplatzierten Christoph Larasser über die Ziellinie, der nach seinem fünften Platz 2017 erstmals den Sprung auf das Siegerpodest schaffte.

Bei den Juniorinnen stand das Duell der beiden Favoritinnen Edith Buschsieweke und Madlen Guggenmos im Blickpunkt, da Titelverteidigerin Anita Flack nicht am Start war. Edith Buschsieweke bestimmte das Rennen von Beginn an und Madlen Guggenmos, Juniorenweltmeisterin von 2018, musste sich knapp mit vier Sekunden Rückstand geschlagen geben.

Zum Auftakt des zweiten Wettkampftages verteidigte Nick Nadler vom Schützenverein Bondorf erfolgreich seinen Vorjahrestitel in der Jugendklasse. Im Vorjahr noch Vizemeisterin in der Schülerklasse gelang Eva Cruchten von den vorwaldschützen Renholding ein optimaler Einstand in der weiblichen Jugendklasse. Die junge Bayerin siegte mit deutlichem Vorsprung von fast zwanzig Sekunden auf die unerwartet starke Hessin Celina Lang.

In der Damenklasse II (ab 41 Jahre) feierten zwei Berlinerinnen einen Doppelsieg, bei dem Sonja Deiß die Titelverteidigerin Ildiko Schiller deutlich mit fast 40 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verwies. Schiller rettete den Vizemeistertitel durch ihre Laufstärke knapp mit zwei Sekunden vor Jana Käthner aus dem hessischen Altengronau. Bei den Herren II holte der Bayer Robert Wiedmann den Titel für die KSG Breitenberg mit knapp neun Sekunden Vorsprung auf Thomas Rabe aus dem hessischen Laubach.

Bei den Herren III (ab 51 Jahre) wurde Erwin Weber von den Vorwaldschützen Renholding seiner Favoritenrolle gerecht und verteidigte mit knapp zwanzig Sekunden Vorsprung seinen Vorjahrestitel vor Andreas Tempelfeld aus dem hessischen Laubach, der überraschend den Pfälzer „Blitz von Bingen“, Stephan Werner auf den dritten Platz verwies. „Ich hatte mit dem letzten Schuss einen Fehler und dann Probleme beim Nachladen“, ärgerte sich Andreas Tempelfeld über seine verpasste Siegchance. „Immerhin konnte ich Stephan Werner halten, denn die drei Ersten in unserer Klasse sind beim Laufen gleichstark.“

Abgeschlossen wurden die Titelkämpfe in Suhl mit den Staffelentscheidungen, bei dem das Thüringer Trio Melanie Eccarius, Paul Böttner und Philip Usbeck den Vorjahrestitel in der Herren/Damenklasse mit 22 Sekunden Vorsprung auf die bayerische Auswahl mit Kristina Haslinger, Florian Schmid und Thomas Hasliner siegte. Ebenfalls eine erfolgreiche Titelverteidigung bei den Staffelentscheidungen gelang Madlen Guggenmos, Nicklas Held und Philipp Mast bei den Junioren für die Württemberger Auswahl. In der Jugendklasse konnte der Bayerische Schützenbund nach dem fünften Rang im Vorjahr in diesem Jahr einen sicheren Sieg mit Eva Cruchten, Lukas Hölzl und Simon Süß vor den hessischen Titelverteidigern feiern, die mit einem neuformierten Team (Celina Lang, Torben Stutzer und Valentin Hunjadi) Vizemeister wurden.

  

Text: Werner Wabnitz

15.07.2019 - 00:26

„In zwei Jahren wird die ISSF entscheiden, ob der Target Sprint eine internationale Disziplin bleibt.“ In Deutschland sieht Furnier eine positive Entwicklung mit leicht steigenden Teilnehmerzahlen.

Am zweiten Tag der Target-Sprint-Wettbewerb in der Suhler Innenstadt gegenüber dem Congress-Zentrum standen die vier internationalen Wettkampfklassen mit insgesamt 54 Teilnehmern im Blickpunkt, die allesamt von deutschen Sportlern gewonnen wurden. Höhepunkt war das Herrenfinale, in dem unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer Sven Müller vom Schützenverein Edelweiß Steinwenden in einem furiosen Schlussspurt die zunächst klar führenden Ägypter Karim Abdelmagid und Tarek Mohamed auf der Zielgeraden noch überholte. „Ich habe alles versucht und es war wenig Platz“, erzählte er nach seinem Sieg von den entscheidenden Sekunden, als er seine Laufstärke ausspielte. „Beim ersten Schießen hatte ich zwei Fehler und musste beim zweiten Schießen volles Risiko gehen. Das hat fehlerfrei geklappt und dann haben mich die Zuschauer lautstark unterstützt.“ Tags zuvor noch auf Rang drei bei den Deutschen Meisterschaften, kam die Steigerung für Sven Müller selbst etwas überraschend. „Ich war lange verletzt und bin auf der Laufstrecke sogar fast gestürzt.“ In der Qualifikation war Sven Deutlich als Sechster noch fast eine halbe Minute hinter dem Ägypter Tarek Mohamed ins Ziel gekommen. Nachdem auch Ora-Sieger Dominik Hermle sich nur als fünfter des Vorlaufes sich qualifiziert hatte, wurden im Finale neben den beiden Ägyptern auch dem Italiener Georg Unterpertinger und dem US-Amerikaner Jason Spaude die größten Chancen im finale eingeräumt.

Der Sieg von Sven Müller rundeten den deutschen Vierfach-Triumpf bei den internationalen Wettbewerben bei der zweiten Station der „ISSF World Tour Target Sprint“ ab. Sechs Wochen zuvor hatten im italienischen Ora drei Siege durch Dominik Hermle bei den Herren, Jana Landwehr bei den Frauen und Madlen Guggenmos bei den Juniorinnen feiern können.

Jana Landwehr wiederholte ihren Sieg bei den Frauen und gewann erneut vor Kerstin Schmidt. „Gestern hat mir das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung gemacht“, ärgerte sich Jana Landwehr über ihre Niederlage bei den Deutschen Meisterschaften gegen Kerstin Schmidt. „Heute hatte ich einen Schießfehler und war dadurch nicht perfekt, aber es zählt, dass ich gewonnen habe. Jetzt will ich auch den dritten Sieg bei der World Tour in England schaffen.“

Nach seinem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften am Tag zuvor wurde Max Hubl für den internationalen Wettbewerb nachnominiert und der 20-Jährige aus dem hessischen Mademühlen rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen. „Damit habe ich nicht gerechnet, aber es hat alles gut zusammengepasst“, sagte er nach seinem Sieg bei seinem ersten internationalen Start für Deutschland. Max Hubl verwies die beiden Briten Morten van der Schee und Christopher Jonathan Williams sicher auf die Plätze zwei und drei, während Ora-Sieger Philipp Mast für Deutschland nach seinem Sieg im Qualifikationsrennen im Finallauf nur auf den sechsten Rang kam.

Zum Auftakt der vier internationalen Entscheidungen in Suhl hatte Madlen Guggenmos wie im italienischen Ora den Wettbewerb der Juniorinnen vor Edith Buschsieweke gewonnen und sich damit erfolgreich für die am Tag zuvor erlittene Niederlage bei den Deutschen Meisterschaften revanchiert. Für Italien freute sich Chiara Piazza über die Bronzemedaille, nachdem sie in Ora nur auf den siebten Rang ins Ziel gekommen war.

 

Text: Werner Wabnitz

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