25.06.2022 - 17:57

Mit einer großen Mannschaft waren die deutschen Target Sprinter am Fronleichnam nach Luzern zum vierten Wettkampf der Welttour angereist.  Die Luzernen richteten erstmals einen internationalen Wettkampf aus und schafften im Sportstadion mit viel Engagement und Liebe zum Detail sehr gute Bedingungen. Bei bestem Wetter zeigten sich die Athleten in guter Form. Erstmals trafen die Mannschaften aus England, Italien und Deutschland in diesem Jahr aufeinander. Am Freitag in den Teamwettbewerben konnten die Italiener bei den Senioren und die Engländer in der Juniorenklasse überzeugen. Das deutsche Team erreichte mit Sven Müller und Kerstin Schmidt einen guten Silberrang. Das Podest wurde durch Anja Fischer und Dominik Hermle auf Platz drei komplettiert. Bei den Junioren erreichten Hanna Cruchten und Benjamin Guggenmos den dritten Rang.

Das gute Wetter wurde am Samstag zu den Einzelrennen noch einmal getoppt. Der zweite Wertungslauf wurde so gesetzt, dass die acht Zeitschnellsten in dem sogenannten Finale gegeneinander antreten durften. Erstmalig konnten diese Läufe im Live-Stream auf YouTube verfolgt werden und zeigen die spannenden Rennen, die transparent machen, welchen Reiz der Target Sprint im Schießsport bietet.

Bei den Junioren hatten in der Summe beider Läufe die Engländer jeweils die Nase vorn. Im Schießstand boten Callum Fricker und Emily Shawyer eine Lehrstunde im Target Sprint. Bei den Junioren männlich erreichte Jacob Hoffmann Platz zwei, mit einem Rückstand von 16 Sekunden. Platz drei wurde von Lukas Adam belegt. Bei den Juniorinnen konnte Tessa Dietrich sich zwischen die beiden Engländerinnen schieben. Durch ihre Bestzeit im ersten Wertungslauf konnte sie Victioria Bradbury auf den Bronzerang verweisen.

Bei den Damen war die Situation sehr eng. Im Finale zeigte Kerstin Schmidt deutlich ihr Können. Im ersten Lauf hatte sie sich leider in zwei kleinen Zweikämpfen auf der Laufstrecke aus dem Tritt bringen lassen. So ging sie mit einem Rückstand von 11 Sekunden in den zweiten Lauf. Diesen konnte sie gegenüber der Italienerin Claudia Lercher nicht wettmachen. Auf dem Podest zeigten Claudia Lercher Gold, Kerstin Schmidt Silber und Anja Fischer Bronze, die sich mit ihren konstant guten Leistungen immer wieder in der Spitze findet. Bei den Herren waren nur fünf Starter im Feld. Giovanni Pezzi ließ zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass er auch dieses Rennen gewinnen wird. Platz zwei belegte Sven Müller und Bronze ging an Dominik Hermle. Sven Müller sagte: „Die Temperaturen waren extrem, jedoch konnten wir alle unsere läuferische Stärke zeigen. Am Schießstand verlieren wir aktuell alle Zeit auf Italien und England - wir arbeiten aber hart daran. Bis zur WM im Oktober werden wir es schaffen, die Schießzeiten zu verbessern und die Lücke zu schließen.“

25.06.2022 - 17:32

Recurve Team: Klare Sache und gegen „beste Freunde“
Das mit Clea Reisenweber, Elina Idensen und Elisa Tartler ausschließlich aus Kaderschützinnen bestehende Termin aus Berlin war der klare Favorit im Goldfinale gegen Laura Scherler, Andrea Klinger, Johanna Klinger (PSV München) und wurde dieser Rolle auch vollauf gerecht. Auch wenn die erste Passe noch ein „Heranschnuppern“ an die Bedingungen war, gewann das Berliner Trio mit 49-47. „Wir haben viel über den Wind geredet, weil wir uns alle nicht sicher waren. Dann haben wir beschlossen, wir machen mutige Schüsse, und das hat ja super geklappt“, verriet Tartler die Vorgehensweise. Danach flogen die Pfeile gewohnt sicher ins Gold, die Folge war das 6:0 (49-47, 55-49, 54-44). Idensen sorgte mit einer standesgemäßen Zehn für den DM-Titel und sagte danach: „Das fühlt sich super an. Wir sind ein gutes Team und verstehen uns untereinander sehr gut.“ Und Reisenweber freute sich über die Atmosphäre, die sie bereits 2019 bei der Erstauflage von Die Finals in der Arena genießen durfte: „Es ist immer wieder besonders schön, hier zu schießen. Die größte Freude ist immer auf dem Qualifikationsfeld, wenn man weiß, man hat das Glück in der Finalarena vor Zuschauern zu schießen.“ Am finalen Sonntag darf sie dieses Glücksgefühl nochmals genießen, dann geht es im Goldfinale gegeneinander, denn sowohl Reisenweber (mit Florian Unruh) als auch Idensen (mit Eric Linke) schießen dann um das zweite DM-Gold.
Bronze sicherten sich Flora Kliem, Svenja Herrmann und Sonja Welskopf (ASC Göttingen) nach einem 5:1 (51-49, 41-41, 47-29) gegen Beatrice Danielzyk, Nermin Cakir und Alexandra Arend (Kölner Klub für Bogensport e.V).

Nach Doppel-Gold greift auch Eric Linke. Der gewann an der Seite von Ben Greiwe und Matthias Kramer den Titel bei den Männern. Dabei schmeckte der Sieg besonders „süß“, denn das Trio vom BSC BB Berlin schlug die Vereinskollegen Jannis Kramer, Christoph Breitbach, Domenic Merkel 6:2 (53-55, 53-50, 56-49, 58-54). Und so verhehlte Greiwe mit einem Grinsen im Gesicht nicht seine Freude: „Das ist mein erster DM-Titel, deswegen bin ich sehr stolz darauf. Und wenn man die anderen Kollegen gut kennt, macht es noch mehr Spaß, sie fertig zu machen.“ Dabei steigerte sich das Sieger-Trio von Passe zu Passe, „weil wir viel miteinander reden, wo wir anzuhalten haben und auch der Coach gute Tipps gibt“, so Kramer. Und Linke, ganz der Diplomat, dachte gleich an die bezwungenen Gegner: „Wir haben uns auf das Schießen um den DM-Titel konzentriert, es gab keine internen Wetten. Und ab morgen sind wir wieder ein Team.“
Bronze gewannen überraschend Tobias Gand, Jens Meier und Max Weisenburger (1. BSC Karlsruhe) durch ein 6:2 (45-53, 51-49, 53-51, 54-52) gegen Florian Unruh, Maximilian Weckmüller und Alexander Ortler (BSSC Olympia).

Compound Team: Ungefährdete Siege für Oberallgäu und Lindenberg
Zweimal standen die Teams vom Blankenfelder BS 08 im Goldfinale mit dem Compoundbogen, doch beide Male fanden sie im finalen Match des Turniers ihre Meister. Im Frauen-Wettbewerb jubelten am Ende Katharina Raab, Maria Raab, Katharina Kutscher (Oberallgäuer Gauschützen) über das 216-202 und den Titel. Dabei fiel die Entscheidung mit dem letzten Pfeil der zweiten Passe, den Marie Marquardt aufgrund der abgelaufenen Zeit nicht mehr auf die Scheibe bringen konnte. Und so wurde aus einem Ein-Ring-Rückstand nach der ersten Passe ein Neun-Ringe-Vorsprung. Katharina Raab fühlte mit den Gegnerinnen: „Das tut einem richtig leid für die andere Mannschaft, weil man ja auch einen spannenden Wettkampf haben möchte.“ Dennoch überwog am Ende die Freude über den Titel: „Ich freue mich riesig, mit meiner wunderbaren Mannschaft den Titel gewonnen zu haben. Spaß haben - das war unsere Devise. Und es macht furchtbar viel Spaß, in so einem Stadion zu schießen und vor so vielen und coolen Zuschauern.“
Bronze holten Antje Just, Claudia Klingner und Jennifer Weitsch (1. Berliner Bogenschützen) durch ein 206-154 gegen Petra Heimbeck, Astrid Kindermann und Simone Kindermann (Schützenverein 1919 Arolsen).

In der Männer-Konkurrenz rissen am Ende Philipp Rosek, Lars Klingner, Falk Just (TSV Lindenberg 1994) die Arme hoch. Ihr 221-208 war letztlich ungefährdet, die Führung wurde vom ersten bis zum letzten Pfeil konsequent ausgebaut. Demzufolge strahlte Routinier Lars Klingner über den DM-Titel: „Ich weiß nicht, mein wievielter Titel es ist, aber es ist ein ganz tolles Gefühl heute. Weil es eine tolle Kulisse mit viel Publikum ist.“ Den klaren Sieg („Man muss auch mal ein bisschen Glück haben!“) nahm er bei brütender Hitze gerne entgegen, das Ganze wird auch zünftig gefeiert: „Ich habe eine Kühlbox im Auto! Unsere Mädels, die Dritte geworden sind, haben zwei Flaschen Sekt dabei, wir trinken alkoholfreies Bier!“
Bronze ging an BSGW Kassel in der Besetzung Frank Plitt, René Fey und Jörn Rüsenberg, die sich 217-211 gegen Jan Hoffmann, Markus Amann und Michael Kohl (SGi Ditzingen) durchsetzten.

Auch eine Zwangspause kann die Athleten auf dem "Hüppeplatz" nicht stoppen
Auf dem „Hüppeplatz“ fanden ebenfalls noch Entscheidungen statt, die jedoch wegen des aufkommenden Gewitters um 16.45 Uhr unterbrochen wurden. Im Jugend-Teamwettbewerb Recurve der Mädchen siegten mit dem Donnerschlag Maihuan Wang, Lara Annika Siegel und Sarah Wuttig (ASC Göttingen) mit 5:1 (55-45, 47-47, 52-47) gegen Emma Lorenz, Melina Koepper und Lisa Lucks (BSC BB Berlin). Bronze ging an den BSSC Olympia.

Nach kurzer Unterbrechung – alle mussten für zehn Minuten in das Parkhaus des Olympiastadions – ging es weiter. Die Konkurrenz bei den Recurve-Jungen gewann der SV Böddiger durch ein 6:0 (51-45, 55-50, 50-48) gegen den SV Schwabhausen 1993. Bronze sicherte sich der BSC Ibbenbüren durch ein 6:0 (44-43, 46-41, 51-48) gegen den SV Erfurt West 90.

Die Mastersklasse mit dem olympischen Recurvebogen wurde vom Bogensportclub Schömberg durch ein 6:2 (48-47, 50-48, 47-53, 52-50) gegen den TSV Jahn Freising entschieden. Bronze ging an den BSG Mettingen durch ein 6:0 (47-43, 51-48, 55-42) gegen den Itzehoer Hockey-Club.

Im Blankbogen siegte die Mannschaft des BSC Sprockhövel nach einem 24-18 im Stechen gegen Hansa SV Stöckte. Zuvor hatten sich die Teams mit 43-41, 42-54, 40-46, 45-41 die Punkte geteilt. Bronze gewannen die Strelitzer Feldbogensportgilde nach einem 6:0 (44-24, 39-28, 36-33) gegen den Hansa SV Stöckte.

24.06.2022 - 18:29

Recurve: Berlin gegen Berlin
Dass im Teamwettbewerb der Männer am Ende zwei Berliner Mannschaften um Gold schießen würden, war nicht unbedingt eine Überraschung. Dass unter diesen beiden Teams jedoch die Namen Florian Unruh und Maximilian Weckmüller fehlen doch ein wenig. Das Duo unterlag mit Alexander Ortler für das Team BSSC Olympia dem Trio Erik Linke, Ben Greiwe und Mathias Kramer (BSC BB Berlin) mit 23-24 im Stechen, nachdem es zuvor Unentschieden hieß (51-53, 49-53, 58-51, 54-53) Dementsprechend glücklich war Linke: „Natürlich hat man mit dem Goldfinale geliebäugelt, aber es war ein sehr spannendes Halbfinale. Es war sehr windig, die Bedingungen waren schwierig. Ich bin überglücklich, dass wir es geschafft haben. Ich war aufgeregt, mehr als ich vielleicht erwartet hätte.“ Im Finale geht es nun gegen die Kumpels und Trainingskollegen Jannis Kramer, Christoph Breitbach und Domenic Merkel vom zweiten BSC BB-Team. Die hatten sich problemlos 6:0 (53-50, 54-51, 56-53) gegen den 1. BSC Karlsruhe behauptet. Linke blickt dem Match gespannt entgegen: „Wir wollen unser Ding machen und gucken, was da rauskommt. Es wird ein sehr ausgeglichenes Match.“ Die Teamentscheidungen der Männer überträgt die ARD ab 14.40 Uhr.

Zuvor zeigt die ARD live das Goldmatch der Frauen-Teams (12.20 Uhr). Und in diesem steht – das kann niemanden überraschen – ebenfalls das Team des BSC BB Berlin. Denn mit Clea Reisenweber, Elena Idensen und Elisa Tartler sind drei DSB-Kaderschützen an der Schießlinie, die in der Qualifikation die Gegnerschaft mit über 200 Ringen distanzierten. Doch in der Qualifikation wird kein Titel vergeben, dass musste auch das Trio im Halbfinale erkennen: „Uns hat der Wind zu schaffen gemacht, wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert, das muss morgen besser werden“, war Reisenweber ehrlich. Zwar siegte das Team 6:0 (49-43, 49-47, 51-48) gegen den Kölner Club für Bogensport, die Dominanz war aber dennoch dahin. Im Finale geht es gegen den PSV München, der sich 6:0 (51-47, 54-42, 51-44) gegen den ASC Göttingen durchsetzte. Das Ziel für Reisenweber ist aber klar: „Ich gebe mein Bestes für Doppel-Gold!“ Am Sonntag greift sie mit Florian Unruh auch im Mixed-Wettbewerb nach dem Titel (Sonntag ab 13.53 Uhr im ZDF, Compound-Mix ab 12.46 Uhr im ZDF).

Ebenfalls am Sonntag schießen die Jugendlichen um Mixed-Gold. Dabei kommt es ebenfalls zu einem Berliner Duell. Der BSC BB Berlin in der Besetzung Melina Koepper & Hagen Heinold bekommt es mit Mathilda Werner & Toni Schmid (BSSC Olympia) zu tun und damit mit guten Bekannten: „Wir gehen in dieselbe Klasse, trainieren zusammen und sehen uns tagtäglich. Und im Team schießen wir hier auch zusammen“, so Koepper.

Einen Schritt weiter als die Jugendlichen sind die Jüngsten der DM, die 13 bis 14-Jährigen in der Schüler A-Klasse. Denn diese schossen am Freitag ihre Titelträger im Mixed aus. Und am Ende rissen Mia Bauer & Paul Schäuffele (SGi Ditzingen) nach einem 5:3 (38-37, 35-37, 38-36, 36-36) gegen Amelie Masche & Johannes Reiher (BSSC Olympia) die Arme hoch. Dabei bewies Schäuffele Nervenstärke, denn sein letzter Pfeil musste die 40 Meter Distanz in der Zehn beenden: „Ich wusste, dass ich eine Zehn benötige. Mein Herz hat sehr hoch gepocht und die Erleichterung ist jetzt sehr groß.“ Seine Teamkollegin freute sich mit und meinte: „Ich habe schon DM-Silber in der Halle gewonnen, der Sieg hier ist krass!“ Bronze ging an Sophie Siebert und Marco Bubeck (SGi Welzheim).

Compound: Mit vollem Einsatz ins Goldfinale
Philipp Rosek war geschafft! Und das lag nicht an der körperlichen Anstrengung, sondern vor allem an der nervlichen und einer Sonderfahrt. Denn Rosek war noch beim Einschießen im Teamwettbewerb das Modul beim Auszug gebrochen. Schnell wurde sich ein Bogen von einem Vereinskollegen für die erste Wertungspasse geliehen, danach machte er sich auf den Weg nach Hause: „Mein Ersatzbogen war zu Hause, d.h. ich bin die 40 Minuten hin und zurück gefahren und konnte die vier letzten Wertungspassen zum Einschießen nutzen.“ Der Einsatz an der Seite von Lars Klingner und Falk Just (TSV Lindenberg 1994) lohnte sich: „Wir haben es glücklicherweise in das Goldfinale geschafft. Der Bogen hat gemacht, was ich wollte – es waren genügend Zehner“, so Rosek. Im Finale wartet nun der Blankenfelder BS 08 in der Besetzung Michael Bolm, Erhard Schubert und Oliver Thiele. Und Rosek hofft auf zweierlei: „Dass mein Bogen hält und wir Gold gewinnen!“

Das will auch das Blankenfelder Frauenteam in der Besetzung Marie Marquardt, Iris Rosek und Erika Rakel. Durch das 213-206 gegen die 1. Berliner Bogenschützen zogen sie in das Goldfinale ein. „Das Goldfinale war das Ziel. Es lief in der Qualifikation nicht ganz nach Wunsch, das hat sich dann geändert. Wir hatten erst mit dem Wind zu kämpfen, haben uns dann aber gefangen“, erklärte Marquardt die Leistungssteigerung. Diese wird im Finale erforderlich sein, denn dort wartet mit den Oberallgäuer Gauschützen (Katharina Raab, Maria Raab und Katharina Kutscher) das Team, das den stärksten Eindruck hinterließ. Marquardt fiebert dem Duell entgegen: „Man kennt sich! Wir geben unser Bestes, wie unsere Gegnerinnen auch. Es wird bestimmt super, in der Arena zu schießen, das gibt einen Adrenalin-Kick.“

Blankbogen: Das blinde Verständnis siegt
Davon können Manuela und Stephan Stender (ASC Göttingen) ein Lied singen. Denn das Ehepaar siegte im großen Stadion auf dem olympischen Platz im Mixed-Wettbewerb mit dem Blankbogen. Im rein niedersächsischen Goldfinale bezwangen sie das zweite Ehepaar, Karen und Kai Meyer (BSV Hänigsen), 6:2 (30-29, 23-31, 32-30, 33-32). „Das war ungewohnt und ich immer noch etwas aufgeregt. Es war aber wunderschön“, sagte Manuela Stender unmittelbar im Anschluss. Und Gold-Gatte Stephan verriet das Erfolgsgeheimnis: „Das ist unser blindes Verständnis.“ Bronze sicherten sich Brigitte Holojuch & Richard Klesmann (BS Nürtingen) durch ein 5:4 (24-24, 30-27, 25-29, 34-36, 15-12) im Stechen gegen Katja Möller-Donich & Bastian Bäumer (Blau-Weiß Oberbauerschaft).

24.06.2022 - 12:51

Die Organisatoren in Berlin waren zufrieden: „Es war rundum ein gelungenes und gut organisiertes Blasrohrturnier und hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht“, so Organisator Burkhard Mirus vom ausrichtenden TSV Spandau 1860. Allerdings hätte sie sich eine noch größere Nachfrage gewünscht. Auch die Ausrichter in Frankenthal (25. Juni), Bassum (2./3. Juli), Pyrbaum (16./17. Juli) und Dortmund (17. Juli) würden sich noch über Anmeldungen freuen.

„Die Die Schützen trauen sich teilweise nicht, bei den Turnieren teilzunehmen, weil sie das Gefühl haben, noch nicht gut genug zu sein. Deshalb nochmals ausdrücklich der Hinweis: Die Turniere sind für alle Blasrohrschützen, egal, ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich“, sagt Ellen Schröder als verantwortliche Referentin im DSB und appelliert an die DSB-Mitglieder.

 

24.06.2022 - 10:21

Dabei orientieren sich die Limitzahlen an denen der „Vor-Corona-Zeit“, liegen also höher als im vergangenen Jahr. Die Zahlen sind im Anhang zu finden.

23.06.2022 - 21:15

Mit der Medaille in Paris gewannen die auf Weltranglistenplatz zwei stehenden deutschen Frauen beim vierten hochkarätigen Event in Serie die vierte Medaille. Vor dem EM-Coup gelangen jeweils Silbermedaillengewinne bei den Weltcup-Veranstaltungen in Antalya und Gwangju. In Paris erwies sich nur Taiwan im Halbfinale beim 2:6 (56-53, 55-57, 55-56, 54-56) als stärker, dementsprechend zufrieden äußerte sich Bundestrainer Oliver Haidn: „Unsere Damen zeigen eine sehr gute Saison bei hoher Qualität und Stabilität aller Schützinnen. Die Mannschaft hat das Ziel für die Olympischen Spiele in Paris klar im Blick und kennt den Weg.“ Erwähnenswert – weil so selten: Die Koreanerinnen unterlagen im Viertelfinale der Türkei mit 1:5.

Wir werden sehen, wer bereit ist, seine Grenzen zu verschieben!

Bundestrainer Oliver Haidn zur Zukunft der Recurve-Männer

Jubel um die deutschen Frauen, ein wenig Tristesse bei den Männern. Nach einem Sieg im Stechen (28-25) in der ersten Runde gegen die Tschechei mussten sich Felix und Moritz Wieser sowie Jonathan Vetter 0:6 (52-56, 53-57, 55-56) der Ukraine beugen. Haidn fand relativ deutliche Worte und sieht seine Schützen in der Pflicht: „Die Herren stehen mannschaftlich an einem Scheideweg. Die jetzigen Wettkämpfe und vor allem der Weltcup in Medellin werden eine Vorentscheidung sein, wie sich die Herrenmannschaft in 2023/24 aufstellt. Wir werden sehen, wer bereit ist, seine Grenzen zu verschieben.“ Dementsprechend können sich die drei Genannten sowie Nico Schiffhauer im Einzelwettbewerb empfehlen. Die erste Runde konnten alle für sich entscheiden, die deutschen Frauen greifen erst am Freitag in den Einzelwettbewerb ein.

Auch im Compoundbereich hingen die Trauben für die deutschen Männer (zu) hoch: Leon Hollas schaffte als Einziger den Sprung in die zweite Runde, in der er dem Norweger Anders Faugstad 141-146 unterlag. Sebastian Hamdorf und Marcus Laube schieden in der ersten Runde aus – auch im Team endete die Paris-Reise für die DSB-Männer bereits in der zweiten Runde nach einem 230-232 gegen Frankreich.

Und auch die „Einzelkämpferin“ Carolin Landesfeind ist nicht mehr im Wettkampf vertreten: Sie unterlag in der zweiten Runde mit 142-145 der Türkin Yesim Bostan, die bei der EM Bronze im Team gewonnen hatte. Einzig verbliebener Wettbewerb für die Compounder ist nunmehr der Mixed-Wettbewerb, in dem Landesfeind & Hollas an den Start gehen.

23.06.2022 - 17:39

Erstmals werden Deutsche Meister im Mixed und Team (freie Meldung) ermittelt, dementsprechend groß ist der Andrang bei den Wettkämpfen innerhalb der Multisport-Veranstaltung – knapp 400 Athleten sind in Berlin am Start.

Und die zeigten gute Leistungen. Alle voran natürlich die favorisierten Schützen im Recurve-Wettbewerb. Dabei kommt es im Mixed-Finale am Sonntag (13.50 Uhr im ZDF) zu einem Berliner Duell: Elina Idensen & Eric Linke schießen gegen Clea Reisenweber & Florian Unruh (beide BSC BB Berlin). Idensen & Linke hatten den Grundstein bereits in der Qualifikation gelegt, die sie mit 1317 Ringen souverän gewannen. Im Halbfinale siegte das Duo 5:1 (32-26, 35-35, 36-33) gegen Christina Albrecht & Jakob Hetz (BSC Reuth): „Es ist wirklich eine tolle Veranstaltung, und es war unser Ziel, hier im Goldfinale zu schießen. Wir gehen ganz offen in das Finale. Jeder von uns kann schießen, wir gehen mit Spaß und Freude an die Aufgabe heran“, so Idensen. Gleiches gilt für Unruh, der an der Seite von Reisenweber ein tolles Halbfinale zeigte und die Mitfavoriten Elisa Tartler & Maximilian Weckmüller (BSG Ebersberg) 6:0 (34-32, 39-36, 40-36) bezwang. „Das Match hat sehr gut aufgehört, und es war schön, gegen Freunde anzutreten. Auch für das Goldfinale ist und bleibt mein Ziel, gut zu schießen und zu gucken, was vorne rauskommt.“ Die Finals finden am Sonntag im Finalstadion auf dem olympischen Platz statt und werden im ZDF übertragen.

Die ersten Titel bei Die Finals wurden in den älteren Altersklassen vergeben. Im Seniorenbereich gewannen Radmila & Günther Schilling (TG Biberach Bogensport), die in der Qualifikation mit 1238 Ringen zwölf Ringe Vorsprung hatten.

In der Mastersklasse folgte nach der Qualifikation auch eine Elemination Round. Und in dieser jubelten am Ende die Eheleute Babette und Stephan Bartikowski (1. Berliner Bogenschützen). Nach dem 6:0 (27-22, 30-28, 29-28) gegen Britta Nordmeyer & Thorsten Rohmann (Hamburger Bogenschützen Gilde) konnte Babette ihr Glück kaum fassen: „Es ist einfach nur toll. Wir haben uns schon über Silber gefreut, aber Gold ist das Sahnehäubchen. Es war nicht unser Ziel, eine Medaille zu gewinnen, wir wollten Spaß haben und Freunde wiedersehen, die Goldmedaille nehmen wir natürlich gerne mit.“ Für Ehemann Stephan schloss sich ein Kreis: „Angefangen hat meine Bogenleidenschaft vor Mauerzeiten, als hier eine WM stattfand. Mein Vater hat mich hierhergeschleppt und dann ging es los.“

Doch nicht nur im Recurvebereich gab es erfolgreiche Familienbande. Mit Maria & Matthias Raab (Oberallgäuer Gauschützen) stehen Tochter und Vater gemeinsam im Compound-Goldfinale (Sonntag, 12.45 Uhr im ZDF), in dem es gegen Abigail Meyer & Jan Hoffmann (SGi Ditzingen) geht. Die Raabs drehten einen Rückstand im Halbfinale und gewannen 147-146 gegen Marie Marquardt & Philipp Rosek (Blankenfelder BS 08). Papa Raab meinte danach: „Es ist unglaublich, um Gold zu schießen. Damit haben wir nie gerechnet. Vater und Tochter, Trainer und Schützin. Wir wollten Spaß haben und die Atmosphäre genießen – es ist ein Riesen-Event.“ Im Finale in der Arena sieht sich der Vater jedoch als Lehrling, denn während Tochter Maria als Deutsche Meisterin bereits Finalerfahrung hat, ist es für Matthias Neuland: „Für mich ist es das erste Mal in einer Finalarena, ich bin gespannt, wir mir da die Düse geht.“

Das könnte man auch bei Manuela Stender annahmen, die mit ihrem Mann Stephan (ASC Göttingen) das Goldfinale mit dem Blankbogen erreicht hat. Doch auch für sie selbst lief es überraschend: „Das war alles erstaunlich entspannt. Ich schieße erst seit September Blankbogen, vorher habe ich schlecht Instinktiv-Bogen geschossen und absolviere hier erst meinen größeren Wettkampf.“ Und den ziemlich gut, denn im Halbfinale wurden Brigitte Holojuch & Richard Klesmann (BS Nürtingen) mit 6:2 (26-29, 32-29, 35-28, 31-25) bezwungen – auch dank des Ehemanns: „Mein Mann ist mein Trainer und mein Materialwart.“ Im Finale geht es nun gegen Karen & Kai Meyer (BSV Hänigsen) – ein weiteres Ehepaar – die sich 6:2 (31-21, 26-25, 31-32, 34-24) gegen (Blau-Weiß Oberbauerschaft) durchsetzten. Das ZDF zeigt am Freitag um 15.10 Uhr eine Zusammenfassung des Finals.

Am morgigen Freitag werden im Recurve- und Compoundbereich die Teamwettkämpfe bis einschließlich der Halbfinals ausgetragen. Zudem ermitteln die jüngsten Mixed-Teams (Schüler A, Jugend) ihre Meister bzw. Finalteilnehmer.

23.06.2022 - 13:18

Ein Beispiel für eine gezielte und konstruktive Kinder- und Jugendarbeit ist der Schützenbezirk 25 Vogelsberg im hessischen Verband, rund 100 Kilometer nordöstlich von Frankfurt zwischen Gießen, Fulda, Büdingen und Nidda liegend. Hier wurde schon vor der Pandemie eine sehr gute und umfangreiche Nachwuchsarbeit im Bereich des Lichtschießens betrieben und dieses läuft auch aktuell weiterhin sehr positiv. Im erwähnten Vogelsberg gibt es über zehn Schützenvereine mit ca. 100 bis 120 Kindern unter zwölf Jahren, welche aktuell wieder erfolgreich am „Lichtschießen“ teilnehmen. Ferner konnte z.B. Theresa Schmalbach vom SV Crainfeld sich bei der Disziplin „Lichtgewehr U12“ - Mitte Mai 2022 in Suhl bei der deutschlandweiten Veranstaltung „Faszination Lichtschießen“ - sogar den Titel im Lichtgewehrschießen sichern. Außerdem konnten die „Lichtkinder“ des SV Crainfeld im Jahre 2021 bei der DSJ-Online-Veranstaltung „Kids Games“ gewinnen. Für die sogenannten „Kids Games“ konnten deutschlandweit Schützenvereine ihre Schützlinge am heimischen Schießstand ein Wettkampfprogramm schießen lassen und diese Ergebnisse dann „online“ melden. Die Veranstaltung diente in erster Linie zur Förderung von Kreativität, Freude und dem Spieltrieb der Kinder bis zwölf Jahre.

Der hiesige Bezirk beinhaltet - Stand 01.01.2022 - 56 Schützenvereine mit aktuell 4200 geführten Mitgliedern. Darunter allein schon 550 Jugendliche bis 21 Jahre, welche dort gelistet sind. Darüber hinaus noch 240 Schülerinnen und Schüler bis 14 Jahre! Diese großartigen Zahlen zeigen auf, dass mit fokussierten Kinder- und Jugendschützenwesen-Inhalten viel bewegt werden kann. Zudem sind durch aktuelle Aktivitäten, zielführende Trainingseinheiten und gut organisierte Veranstaltungen diese Mitgliederzahlen weiter angestiegen und werden hoffentlich auch zukünftig weiter nach oben “wandern“. Im aktuellen Landeskader sind vor allem jugendliche Schüler vertreten, die mit dem „Lichtschießen“ begonnen haben.

Der anfängliche Aufbau des erfolgreichen Gesamtkonstrukts vor vielen Jahren geschah auch durch Mithilfe des Hessischen Landesverbandes. Dieser staffierte den Vogelsberg als einen von sieben Stützpunkten in Hessen mit Lichtanlagen, die auch zum Verleih zur Verfügung standen, aus. Außerdem wurde zur weiteren Förderung der Jugendarbeit - bereits in den 90er-Jahren - eine qualitativ hohe Lichtanlage angeschafft, die seitdem von Schützenvereinen und bei Bezirksveranstaltungen eingesetzt wurde und noch wird. In den angesprochenen Schützenvereinen ist aber auch sehr wichtig zu erwähnen, dass dort überall vor Ort ein aufgeschlossener Vorstand, total hoch engagierte Trainer und Betreuer mitarbeiten und so die gesamte Nachwuchsarbeit - planmäßig und systematisch - voranbringen. Dies gilt aber generell für die Jugendarbeit im Deutschen Schützenbund und besonders für die Deutsche SchützenJugend (DSJ).

Am Sonntag, den 15.05.2022 fand dann auch endlich wieder das dortige Jahrgangsschießen in der Disziplin Luftgewehr-Drei-Stellungskampf - besonders für die Jugend - statt. Am Freitag, den 22.07.2022 wird der Schützenbezirk 25 Vogelsberg einen speziellen Tag des Lichtschießens durchführen. Vereine mit aktiver Jugendarbeit werden dabei selbstverständlich unterstützen.

Eine Auflistung aller Vereine des Schützenbezirkes 25 Vogelsberg, die bereits eigene Lichtgewehre im Einsatz haben und somit das Sportschießen schon ab sechs Jahren ermöglichen und eine Liste aller bekannten Vereine mit einer aktiven und vorbildlichen Jugendarbeit findet man unter: www.schuetzenbezirk.vogelsberg.de

Die Deutsche SchützenJugend (DSJ) freut sich sehr darüber, dass im Schützenbezirk 25 Vogelsberg eine so positive und zielgerichtete Nachwuchsarbeit stattfindet. In der Tat ist das aktuell genau der richtige Weg. Nun gilt es, auch zukünftig diese eingeschlagene Marschrichtung so fruchtbar und nachhaltig weiterzuverfolgen. Die DSJ wünscht auch in Zukunft viel Erfolg, Spaß und weiterhin Gut Schuss und hofft auch Nachahmer in anderen Landesverbänden!

22.06.2022 - 18:53

Bei sehr guten äußeren Bedingungen stellten die Schützen Anfang Juni auf der Schießanlage in Sonthofen ihr Können unter Beweis.

Niehüser und Dressel sorgten mit 599 und 598 Ringen im Liegendschießen für absolute Weltklasse-Ergebnisse, auch die anderen Nominierten überzeugten mit guten Leistungen. Lisa Müller war gesetzt. 

Nach Auswertung aller Ergebnisse schlug der Disziplinverantwortliche Jörg Dietrich die genannten Sportler vor, die vom Ausschuss Spitzensport bestätigt wurden.

22.06.2022 - 09:44

Sie kommen per Auto oder Omnibus.
Am Stand fällt gleich der erste Schuss.
So läuft das Schützenfest, Jahr für Jahr.
Ihr glaubt es nicht, doch es ist wahr.
Die Schützen haben sich ausgeguckt.
Sie schießen, weil es im Finger juckt.
Der Sieger holt den Aar-Rest runter.
Die Zaungäste feixen, vital und munter.

Das Schützenvolk trägt seinen Helden fort.
Glücklich ergreift der König das Wort.
Der Monarch empfängt seine Königin.
Es gibt zu trinken, bis feucht ist das Kinn.
Die Band macht Musik fürs Stelldichein.
Der Himmel spendet viel Sonnenschein.
Der Hofstaat wird sorgsam ausgewählt,
die Damen sind piekfein herausgeschält.

Man hofiert, trägt feinstes Geschmeide.
Die Orden prangen, veredeln die Brust,
die Schützen strahlen, es ist eine Lust,
viel Glanz und noch mehr Augenweide.
Jetzt stellt sich ein der Hoffotograf.
Majestäten und Tross stehen, ganz brav,
zum Foto für die Festgemeinde.

Das Schützenvolk durchtanzt die Nacht,
vorbei die Sorgen, man trinkt und lacht.
Im Klub herrschen Frohsinn und Dichte.
Zum Essen locken leckere Gerichte.
Die Zeitung macht eine Story draus.
Die Fahne flattert vor dem Königshaus.
Auf dem Festplatz dreht sich schnell,
für Kinder und Alte das Hofkarussell.

Am Montag erscheint viel Prominenz,
erweist den Schützen Referenz.
Es locken Wein, Pils, Cola und Sekt.
Wichtig, dass es den Gästen schmeckt.
Die Feier endet mit viel Applaus.
Der König verlässt das Schützenhaus,
wie die geladenen Festtagsleute.
Als Schütze kehrt er stolz zurück,
wird wieder normal, Stück für Stück.
Als Mensch er die Zeit nie bereute.

(Olaf Lüken)

Seiten