25.10.2019 - 13:29

Peter Frese, Vorstand der Trainerakademie und Präsident des Deutschen Judobundes, gab den Absolventen im Rahmen seiner Grußworte mit, dass das Diplom nicht das Ende des Lernens sei, sondern den Beginn einer persönlichen Entwicklung darstellt, in der man sich und seine Arbeit immer wieder reflektiert, offen für neue Ansätze ist und somit sein Tun ständig optimieren kann. "Wir haben keine Zeit für schlechtes Training", rief er der neuen Elite im deutschen Qualifizierungssystem für Trainerinnen und Trainer im organisierten Sport zu.

Bechtel meinte zum Studium und zum Abschluss: "Wir waren im Studiengang mit 16 verschiedene Sportarten vertreten, sodass man über den Tellerrand gucken konnte und sehr viel von anderen Sportarten mitbekommen hat. Es ist ein hervorragendes Crossover über alle relevanten sportwissenschaftlichen Disziplinen, es haben sich Freundschaften gebildet. Die Erleichterung, es geschafft zu haben, ist nicht in Worte zu fassen."

25.10.2019 - 10:56

In den Klassen I (51 bis 60 Jahre) bis V (76 Jahre und älter) ermitteln die Senioren ihre Titelträger, die Seniorinnen schießen die Klassen I bis III. Vizepräsident Sport Gerhard Furnier freut sich auf die Titelkämpfe, auch wenn er selber nicht vor Ort sein kann: „Ich betrachte diese Meisterschaft als eine sehr wertvolle Maßnahme, um unseren älteren Mitgliedern die Möglichkeit des Zusammentreffens und des Erfahrungs-Austausches zu geben.“

Die Bedeutung der älteren Schützinnen und Schützen sei immens wichtig, „da sie eine Art Lebensversicherung für die Vereine sind. Ältere Sportler stützen nicht nur den Verein ideell und finanziell, sondern bringen unwahrscheinlich viel Erfahrung in die sportliche Tätigkeit der Vereine ein“, so Furnier. „Und deshalb steht die DM in der Priorität der Aktivitäten im Schießsport sehr weit oben.“

Neben den nationalen Titelkämpfen hatte der DSB hatte in diesem Jahr die ersten World Masters im Schießsport, Weltmeisterschaften für Seniorinnen und Senioren, in Suhl ausgerichtet.

24.10.2019 - 11:21

„Es werden zwei ganz schwere Duelle für uns“, ahnt Christian Pinno, Trainer der SB Freiheit. Er muss verzichten – und zwar auf seine beiden Top-Schützinnen Jolyn Beer und Teamneuling Lisa Müller. Beide befinden sich gerade bei den Military World Games im chinesischen Wuhan und können ihr Ligateam deshalb nur aus der Ferne unterstützen. „Deshalb sind wir beide Mal krasse Außenseiter“, so Pinno vor dem Match gegen den SV Gölzau und ST Hubertus Elsen. Zwei Mannschaften, die gerne einen großen Schritt näher in Richtung Finale rücken würden und den Abstand zum ungeschlagenen Spitzentrio (SSG Kevelaer, BSV Buer-Bülse, SV Petersberg) verkürzen wollen. Sorgen, die auch die Mannschaft aus Prittlbach plagen, denn auch hier fehlt der Mannschaft auf Grund der Military World Games die ausländische Unterstützung sowie Anna-Lena Geuther. Doch Prittlbach braucht dringend Punkte, um sich nach dem sieglosen ersten Wettkampfwochenende nicht im Tabellenkeller festzusetzen. „Um es kurz zu machen: Gegen Kastl muss gewonnen werden. Das junge Team aus Kronau ist schon eine andere Nummer. Die können mit allen Teams der Liga mithalten“, formuliert Germania-Manager Sven Körper die Aussichten. Co-Trainerin Marion Wolinski konzentriert sich aber schon auf den Sonntagswettkampf: "Kronau ist die Mannschaft der Stunde und eine Art Geheimtipp. Wir werden alles aufbieten müssen, um hier zu bestehen."

Richtungsweisend könnte das Wochenende auch für das Team aus Mengshausen sein. Noch ohne Punkte, aber nicht weniger motiviert, geht es gegen den SV Petersberg und den KKS Hambrücken. „Wir wissen, dass es eine schwere Saison für uns wird, aber wir werden uns nicht kampflos geschlagen geben“, erklärt Jaqueline Becker, „wir werden kämpfen und schauen, was machbar ist“. Und schließlich stehen auch die anderen Mannschaften unter Druck. Der SV Petersberg will seine Siegesserie fortsetzen, um die Chance auf einen Finalplatz zu wahren, der KKS Hambrücken – ebenfalls noch punktlos – brauch im direkten Duell jeden Einzelpunkt, um die gefährdeten hinteren Plätze zu verlassen. Becker bleibt trotzdem zuversichtlich: „Wenn alles gut zusammenkommt, können wir fast alle Mannschaften ein bisschen ärgern.“

Spannend wird auch sein, wie sich die bisherigen Spitzenreiter schlagen. Kevelaer trifft auf den Geheimfavoriten und Gastgeber aus Wieckenberg, der BSV Buer-Bülse muss gegen den Rekordmeister aus Elsen ran. Im Süden steht Spitzenreiter Vöhringen ein Hammer-Wochenende bevor, denn mit dem Bund München und Eichenlaub Saltendorf warten zwei der direkten Verfolger. Vöhringers Hannah Steffen weiß, was jetzt wichtig ist: „Das erste Wochenende war super, damit hätten wir nicht gerechnet. Wir haben auf jeden Fall an Selbstvertrauen gewonnen, trotzdem müssen wir aufpassen, dass wir unsere Gegner nicht unterschätzen, da alle sehr stark sind.“ Derweil könnte der Gewinner des Wochenendes die SSG Dynamit-Fürth werden, die mit dem SV Buch und dem SV Hubertus Kastl zwei „machbare“ Gegner auf dem Programm stehen hat und sich so von hinten an die Spitzengruppe heranschleichen könnte, während diese sich gegenseitig die Punkte wegnimmt.

24.10.2019 - 10:56

Bogensport: Nervenstark zum Titel

Der Start ins Finale gegen die Überraschungs-Finalistin Zyzanska, die Weltranglisten-74., verlief alles andere als perfekt: Die hohen Wertungen wollten nicht fallen, in der zweiten Passe unterlief Richter gar eine „5“. Da aber auch die Polin mit den schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte, konnte die Berlinerin zumindest ein Unentschieden in der zweiten Passe erreichen. „Ich bin etwas holprig gestartet, konnte meine Aufregung nicht sicher kontrollieren“, sagte Richter nach dem Match. „Doch dann habe ich es in den Griff bekommen und zurück zu meiner Stärke gefunden.“ In der Tat kam sie ins „Rollen“, glich aus und lieferte am Ende Bestform ab. Zwei 29-er Passen sorgten für die Punkte vier, fünf und sechs und den Sieg sowie großen Jubel: „Ich bin überglücklich, dass ich nach der Vorrunde mit Gold nach Hause fahre. Und das auch noch als erste Siegerin im Bogenschießen.“ Hintergrund: Erstmals war der Bogensport im Programm der Military World Games.

Der Triumph war nach der Qualifikation, die Richter nur als 16. Beendete („ich blieb in der Vorrunde unter meinen eigenen Erwartungen“) nicht unbedingt zu erwarten, denn u.a. musste sie die Weltranglisten-Dritte, Qualifikations-Erste und Weltcupsiegerin von Antalya in diesem Jahr, die Chinesin Yichai Zheng, aus dem Weg räumen. Aber Richter fand ihre Schießtechnik wieder und zeigte in allen Ko-Runden eine konstant herausragende Leistung mit hohen Passen.

Im Mixed musste sich Richter an der Seite von Camilo Mayr mit Platz neun begnügen. Im 1/8-Finale ereilte sie gegen die Ukraine mit 2:6 (33-34, 31-37, 34, 32, 35-38) das Aus.

Schießsport: Müller verpasst Medaille trotz starker Leistung

Dagegen blieben die erfolgsverwöhnten Gewehrschützinnen ohne Edelmetall: Lisa Müller musste sich trotz starker Leistung (1177 Ringe) im 50m Dreistellungskampf mit Platz sechs begnügen, lediglich zwei Ringe fehlten ihr zur Bronzemedaille. Jolyn Beer kam auf Rang 20 (1170 Ringe), Anna-Lena Geuther auf Platz 22 (1167 Ringe). Im Team kam das Trio auf Platz neun ins Ziel.
Ohne Chancen blieben die deutschen Teilnehmer im Wettbewerb mit der Zentralfeuerpistole: Oliver Geis wurde 29. (576 Ringe), Michael Heise 48. (570 Ringe). In der Teamwertung erreichten die beiden an der Seite von Tobias Piechaczek Rang 19.
Auch im Wettbewerb 300m Schnellfeuergewehr gab es für die deutschen Teilnehmer nichts zu holen: Das Team Mario Nittel, Patrick Seyfarth und Sebastian Liepelt wurde Neunter.
Nach "Halbzeit" in den Skeet-Wettbewerben ist vor allem für Sven Korte und Vincent Haaga (jeweils 72 Treffer) eine Medaille noch möglich. Ralf Buchheim (69 Treffer) hat vor den letzten beiden Durchgängen bereits zuviel Rückstand, Gleiches gilt wohl auch für Nele Wißmer (66 Treffer). Kathrin Murche (30) und Bettina Valdorf (25) erlebten drei "schwarze" Serien.

23.10.2019 - 11:03

Bundesinnenminister Horst Seehofer will das Waffengesetz drastisch verschärfen und nutzt unter anderem das Attentat von Halle als Vorwand. Der Täter hatte sich seine Waffen mit einem 3-D-Drucker selbst gebaut. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund protestieren entschieden dagegen: Schärfere Regelungen verhindern solche Taten nicht und treffen grundlos legale, gesetzestreue Waffenbesitzer und weitere unbeteiligte Bevölkerungsgruppen.

"Mit dem Aktionismus wird der Bevölkerung ein Gewinn an Sicherheit vorgegaukelt. Erschaffen werden soll ein Bürokratiemonster, das selbst Experten der Polizei für nicht umsetzbar halten", sagte Friedrich Gepperth, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Die geplanten Verschärfungen sorgten dafür, dass Fachkräfte in den Sicherheitsbehörden mit bürokratischen Vorgaben beschäftigt seien, anstatt Kriminalität zu bekämpfen. Seehofer geht mit seinen Vorschlägen weit über die Vorgaben der europaweiten Feuerwaffenrichtlinie hinaus und bricht damit seine Zusage, dass die Richtlinie nur eins zu eins umgesetzt werden sollte. Die Richtlinie musste bereits bis September 2018 in deutsches Recht umgesetzt werden. Eine Fristverlängerung läuft Ende Dezember aus.

Nun sollen unter anderem generelle Waffenverbotszonen eingeführt werden: Darin wären nicht nur Taschenmesser ab einer Klingenlänge von vier Zentimetern bereits verboten, sondern auch ein unbestimmter Kreis von "gefährlichen Gegenständen". Sogar Glasflaschen könnten unter das Verbot fallen. In den Zonen soll es Personenkontrollen ohne Anlass geben. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund sehen darin einen Schritt hin zum Überwachungsstaat. Solche Zonen haben erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung, Anwohner, Besucher, Kunden von ansässigen Geschäften oder auf Handwerker. Auch wenn Ausnahmen im Gesetz und in der Verbotszonenverordnung vorgesehen werden, verbleiben erhebliche Unsicherheiten. Für sehr viel wirksamer halten die Verbände und Experten der Polizei ein individuelles Verbot von Waffen für bereits straffällig gewordene oder anderweitig aufgefallene Personen. Dies ist nach Ansicht von Polizeiexperten auch in der Praxis weit praktikabler. Das Bundesinnenministerium lehnt diese Vorschläge dagegen vehement ab.

Eine weitere geplante Verschärfung ist die verpflichtende Verfassungsschutzabfrage bei der Zuverlässigkeitsüberprüfung. Die acht Verbände begrüßen zwar die Absicht, Extremisten den Zugang zu Waffen zu verwehren. Sie kritisieren aber, dass mit der geplanten Änderung alle legalen Waffenbesitzer unter Generalverdacht gestellt würden. Ein Mehr an Sicherheit werde damit nicht geschaffen. Denn der Verfassungsschutz kann bereits jetzt auf die Daten im Nationalen Waffenregister zugreifen und so Extremisten den Zugang zu Waffen gezielt verwehren.

Die EU-Feuerwaffenrichtlinie nutzt Minister Seehofer auch als Vorwand dafür, Sportschützen weiter zu schikanieren: Die Anforderungen für den Besitz von bereits legal erworbenen Waffen sollen drastisch angehoben werden. Die hohen Anforderungen, die für den Erwerb gelten und die durch die Rechtsprechung schrittweise angehoben wurden, sollen künftig auch für den weiteren Besitz gelten. In der Praxis bedeutet das: Für jede legale Waffe muss der Besitzer künftig 18 Schießtermine jährlich vorweisen. Kein Anschlag würde dadurch verhindert.

Ein Bürokratiemonster ist auch die neue Regelung zu Magazinen mit mehr als 10 Schuss für Gewehre sowie 20 Schuss für Pistolen und Revolver. Diese Magazine, die bisher völlig frei erwerbbar waren, sollen künftig verboten werden. Auch damit geht Seehofer über die Richtlinie hinaus. Die geplante Regelung verschärft auch die Rechtsunsicherheit, die schon die Richtlinie begründet hat. Die Regelung verlangt vom einzelnen Magazinbesitzer eine eigene Beurteilung des Magazins, die schon für den kriminaltechnischen Dienst der Polizei kaum zu bewältigen wäre. Damit geht auch dieses Vorhaben weit über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus. Die Verbände lehnen dies ab. 

Weitere Verschärfungen sind geplant, die Handel und Hersteller von Waffen negativ beeinflussen - ohne ein Plus an Sicherheit zu erreichen. Die Verbände fordern Minister Seehofer und die Abgeordneten des Bundestages auf, unsinnige Restriktionen für legale Waffenbesitzer ersatzlos zu streichen. Stattdessen sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, den illegalen Waffenbesitz endlich effektiv zu bekämpfen.

Das deutsche Waffengesetz ist eines der strengsten weltweit. Der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King's College sagte kürzlich gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass das strenge Waffenrecht in Deutschland bei dem Anschlag in Halle vermutlich sogar zahlreichen Menschen das Leben gerettet habe, weil der Täter keinen Zugang zu legalen Waffen gefunden hat.

Die unterzeichnenden Verbände vertreten mehr als 2 Mio. Mitglieder in über 15.000 Vereinen in ganz Deutschland. Die im Forum Waffenrecht zusammengeschlossen Verbände sind unter anderem der Deutsche Jagdverband e. V., der Bund Deutscher Sportschützen e. V., der Bund der Militär- und Polizeischützen e. V., die Deutsche Schießsport Union e. V., der Bundesverband Schießstätten e.V., der Verband deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. und der Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition.

Kontakt
Deutscher Schützenbund e.V.
Pressestelle Thilo von Hagen
Tel: 0611-4680758
Mail: vonhagen(at)dsb.de
 

22.10.2019 - 13:34

Schießsport: Reitz mit Bestleistung zu Gold

Sandra Reitz konnte ihr Glück kaum fassen: „Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben. Ich bin total glücklich, dass ich es jetzt schon zum zweiten Mal geschafft habe, die Militärspiele zu gewinnen. Und dazu noch mit einem so guten Ergebnis!“ Reitz stellte ihre persönliche Bestleistung mit 590 Ringen ein, indem sie sowohl im Präzisionsteil (296 Ringe) als auch im Duellteil (294 Ringe) sehr konstant schoss. Mit drei Ringen Vorsprung sicherte sie sich den Titel und schaffte das Kunststück von 2011 in Rio de Janeiro zu wiederholen. Michelle Skeries (580 Ringe, 16. Platz) und Doreen Vennekamp (577 Ringe, 25. Platz) hatten mit der Medaillenvergabe nichts zu tun.
Dafür umso mehr im Team-Wettbewerb, der separat geschossen wurde und in dem das deutsche Trio mit 1729 Ringen Bronze hinter China und Südkorea und mit einem Ring Vorsprung vor der Mongolei gewann. „Wir freuen uns riesig über die Medaille, für die wir alle bei schwierigen Rahmenbedingungen hart gekämpft haben“, so Reitz.

In den anderen Wettbewerben verfehlten die deutschen Teilnehmer die Medaillen. Ganz knapp schrammten im Trap Mixed Kathrin Murche und Karsten Bindrich an Bronze vorbei: Sie unterlagen nach der Vorleistung von 138 Treffern im Shoot-off dem russischen Team. Bettina Valdorf & Karl Barthel (126) belegten Platz zehn. In den Einzeln wurden die Plätze zwölf (Valdorf, 105), 14 (Murche (104), 15 (Andreas Löw, 115) 18 (Bindrich, 113) und 43 (Barthel, 94) belegt.
Oliver Geis belegte mit der militärischen Schnellfeuerpistole Platz 16 (582 Ringe), das Team mit Geis, Tobias Piechaczek und Michael Heise (1712 Ringe) Platz zwölf. Die Gewehrschützinnen belegten im 50m Liegend-Wettbewerb die Plätze 18 (Anna-Lena Geuther, 619,8), 24 (Lisa Müller, 618,5) und 26 (Jolyn Beer, 618,1). In der Teamwertung kam das Trio auf Rang zehn.
Im Teamwettbewerb Dreistellungskampf 300m Gewehr belegten Sebastian Liepelt, Patrick Seyfarth und Mario Nittel mit 1692 Ringen Platz 13.

Bogensport: Richter ganz stark in Ko-Phase

Die Qualifikation lief für Elena Richter nach dem Motto „ganz okay“. Mit 642 Ringen beendete sie die Qualifikation als 16 und verschaffte sich damit nur eine ordentliche Ausgangsposition. „Wir konnten die ersten drei Tage hier vor Ort nicht schießen, erst zum offiziellen Training einen Tag vor der Vorrunde. Da blieb nur Trockentraining und Athletiktraining im Dorf. So war es für mich schwierig in den Wettkampf rein zu finden, und ich blieb in der Vorrunde unter meinen eigenen Erwartungen.“ In der Ko-Phase drehte die 30-jährige Berlinerin dann aber mächtig auf: 7:1 gegen eine Französin (1/16-Finale), 6:4 gegen die Qualifikations-Erste und Weltranglisten-Dritte Yichai Zheng aus China (1/8-Finale), 6:2 gegen eine Nordkoreanerin (1/4-Finale) und schließlich 6:4 im Halbfinale gegen die russische Olympia-Zweite mit dem Team, Inna Stepanova. Verständlich, dass Richter sehr zufrieden ist: „Zum Glück habe ich meine Schießtechnik wieder gefunden. Dass es das Goldfinale geworden ist, hätte ich nicht erwartet, freut mich aber umso mehr.“ Silber ist sicher, das große Ziel lautet nun Gold, und dort steht am 24. Oktober mit der Polin Sylwia Zyzanska eine absolute Überraschung neben Richter. Zyzanska ist lediglich die Weltranglisten-74. und konnte international bisher wenig vorweisen. In Wuhan schoss sie aber stark und bezwang u.a. eine Chinesin und Russin auf dem Weg ins Goldfinale.
Camilo Mayr belegte in Wuhan Platz 17. Nach einer mäßigen Qualifikation (630 Ringe) gelang ihm im 1/32-Finale ein sicheres 6:2 gegen einen Nordkoreaner, ehe er in der nächsten Runde dem Inder Rai Tarundeep mit 4:6 unterlag. Mayr kämpfte sich nach einem 0:4-Start zurück ins Match, musste in der letzten Passe aber ein 28-28 hinnehmen, was gleichbedeutend mit der Niederlage war.

Folgende deutsche Athleten sind in Wuhan am Start

Bogen: Elena Richter, Camilo Mayr, Andreas Rückewoldt, Meik Briest, Jens Ruths, Stefan van Alen

Flinte: Kathrin Murche, Nadine Messerschmidt, Katrin Quooß, Nele Wißmer, Bettina Valdorf, Vincent Haaga, Karl Bathel, Ralf Buchheim, Karsten Bindrich, Andreas Löw, Sven Korte

Gewehr: Lisa Müller, Jolyn Beer, Anna-Lena Geuther, Mario Nittel, Patrick Seyfarth, Sebastian Liepelt

Pistole: Michelle Skeries, Sandra Reitz, Doreen Vennekamp, Oliver Geis, Michael Heise, Tobias Piechaczek

21.10.2019 - 10:40

Bundesliga Süd: Ludwigsburg greift Ligarekord an
Zwei Siege, zehn Einzelpunkte, neue Teambestleistung – für den amtierenden Deutschen Meister der SGi Ludwigsburg konnte es gegen Hambrücken und Fürth nicht besser laufen. „Das war das perfekte Bundesliga-Wochenende“, fand auch Julia Hochmuth, die selbst mit persönlicher Bestleistung von 385 Ringen vom Stand ging. Zeitweise schien selbst der Bundesligarekord der HSG München (1919 Ringe) aus der Saison 2015/2016 zu wackeln. 1913 Ringe standen am Ende auf der Anzeigentafel, und damit hatte Hambrücken nicht den Hauch einer Chance. Nach einer weiteren 1:4-Niederlage gegen den SV Murrhardt-Karnsberg stehen die Hambrückener nun mit dem Rücken zur Wand, denn um den Klassenerhalt zu schaffen, müssen dringend Punkte her.

Weiter erfolgreich auf Punktejagd waren hingegen die HSG München und der SV Waldkirch. Olena Kostevych glänzte für die Münchner an der Spitzenposition mit 393 bzw. 390 Ringen und sicherte damit wichtige Punkte zum Sieg gegen Waldhausen (4:1 Punkte) und Hilpoltstein (3:2 Punkte), um weiterhin ungeschlagen in das nächste Wettkampfwochenende zu ziehen. „Wir waren nicht chancenlos und nehmen viel Energie aus der Halle in die nächsten Wettkämpfe mit“, gaben sich die Waldhausener Schützen trotz Niederlage kämpferisch. Die SSG Fürth lieferte sich derweil – in Abwesenheit ihrer Spitzenschützin Sandra Reiz – ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem ESV Weil am Rhein. Am Ende hatte Fürth darauf nur eine Antwort: „Innerhalb von drei Schuss dreht das Ergebnis von 1:4 auf 3:2 für uns! Geile Leistung!“ Nach einem Jahr Auszeit griff die griechische Olympiasiegerin Anna Korakaki für den SV Waldkirch wieder ins Geschehen ein. Während zu Beginn des Wettkampfes gegen Murrhardt-Karnsberg noch alles offen schien, konnte das Team der „LPONE“ die Führung zum Ende hin ausbauen. Dabei konnte auch Bundesliganeuling Lea Kleesattel erneut Akzente setzen: „Mein Gegner machte mir den Wettkampf nicht leicht, aber meine Endphase gelang mir deutlich besser als ihm und so konnte ich den Punkt gewinnen“, sagte sie nach ihrem Match gegen Dirk Ruiken. Mit einem weiteren 4:1-Sieg gegen Weil am Rhein, einem neuen Teamrekord von 1911 Ringen und erstmals mit Ergebnissen aller fünf Schützen über 380 Ringen, sichert sich Waldkirch weiterhin die Tabellenspitze und hat das Finale fest im Visier. Während Kelheim-Gmünd mit zwei Siegen den Anschluss an die Spitzengruppe wahrt, muss Scheuring nach zwei Niederlagen in zwei Wochen wieder angreifen, um nicht weiter nach hinten abzurutschen.

Bundesliga Nord: Omelchuk mit Spitzenergebnis für Braunschweig
Enttäuschte Gesichter bei Leegmoor („Wir konnten unseren eigenen Erwartungen nicht gerecht werden“) nach einem erfolglosen Wochenende, strahlende Gesichter bei Braunschweig, die mit ihren Youngsters weiter die Spitzenposition inne haben. „Wir gucken schon mit einem Auge in Richtung Finale“, so Braunschweigs "Macher" Dieter Schröder, der seit nunmehr elf Jahren die Mannschaft betreut und dieses Jahr vor allem auf junge Leute setzt: „Die Jugend ist im Vormarsch!“ Für das Tagesbestergebnis sorgte jedoch der Erfahrenste der Gruppe: Oleg Omelchugk. Seine 395 Ringe ließen Jonas Hansen (373 Ringe) von den Sp.Sch. Fahrdorf blass aussehen, während Teamkollege Stefan Vollersten es im Stechen schaffte, den einzigen Punkt des Wochenendes gegen Braunschweig auf die gegnerische Seite zu ziehen, denn auch die Wathlinger unterlagen Braunschweig klar mit 5:0.

Erleichterung hingegen beim PSV Olympia Berlin, der nach zwei klaren Siegen gegen die Bremerhavener Seestadtteufel und Leegmoor in die Erfolgsspur gefunden hat. Aber auch die Seestadtteufel selbst zeigten sich erleichtert nach den ersten Siegpunkten der Saison gegen Leegmoor. „Diesmal hatten wir immer die richtige Antwort auf die guten Phasen der Leegmoorer. Unsere ersten Punkte der Saison waren verdient. Und zugegeben: Mit einem Sieg fällt das Lachen leichter“, so Coach Holger Nesemann. Das Lachen dürfte auch bei Kriftel groß sein, das zwei weitere Siege verbuchte, Uetze und Brühl müssen derweil weiterhin auf die ersten Siegpunkte warten, denn sowohl Bassum (3:2 / 4:1) als auch Fahrdorf (3:2) und Wathlingen (3:2) konnten gegen die abstiegsgefährdeten Vereine punkten. „Ich baue auf das Team“, gibt sich Uetzes Teamchef Donald Albrecht weiterhin kämpferisch, „man muss sich gegenseitig tragen, aber auch gegenseitig auffangen, wenn es nicht läuft.“

Das nächste Duell der Bundesligavereine findet am 2./3. November in Aurich (SV Schirumer Leegmoor), Bremerhaven, Hambrücken und Murrhardt statt.

21.10.2019 - 09:25

Aushängeschild Natascha Hiltrop zeigte wieder einmal ihre Weltklasse: Viermal erreichte sie im Einzel die Finals, zweimal belohnte sie sich mit Edelmetall. Zunächst mit Bronze in der „Königsdisziplin“, dem 3x40-Dreistellungskampf, in dem sie vor dem letzten Schuss auf Silber-Kurs lag, ehe sie mit einer 7,5 doch noch die Medaillenfarbe wechseln musste. Am letzten WM-Tag holte sich Hiltrop dann doch noch ihre Einzel-Silbermedaille. Im Finale des Liegendschießens begann sie mit einer 9,2, ließ dann jedoch 23 Zehnerwertungen folgen (247,8 Ringe) und konnte nur durch einen neuen Weltrekord des Briten Matt Skelhon bezwungen werden. In beide Finals war Hiltrop im Übrigen als Qualifikations-Erste eingezogen. Platz vier im Luftgewehr liegend sowie Platz sieben im Luftgewehr-Stehendschießen rundeten die tolle Vorstellung Hiltrops in den Einzeldisziplinen ab.

Zudem war Hiltrop auch an den beiden Teammedaillen – erneut Silber und Bronze – entscheidend beteiligt: Das Trio Hiltrop, Elke Seeliger und Bernhard Fendt gewann zunächst hinter China und vor der Ukraine Silber im Liegendschießen (1896,4 Ringe), ehe es noch einen glänzenden Abschluss mit Bronze im Liegendschießen (1838,7 Ringe), dieses Mal hinter der Ukraine und China, mit dem Kleinkaliber gab: „Das Team hat seine Extraklasse erneut unter Beweis gestellt“, lobte Krenn das Erfolgs-Trio.

Ganz laut wurde es im deutschen Lager, als Tim Focken noch einen Quotenplatz für Tokio 2020 gewann: Zwar verpasste er nur um 1,5 Ringe die Bronzemedaille, doch Platz vier im Liegendschießen wurde mit dem deutschen Startplatz für die Paralympics 2020 belohnt.

Aktuell haben die deutschen Para-Schützen vier Quotenplätze sicher, im nächsten Jahr werden noch 18 Plätze beim Weltcup in Fort Benning/USA vergeben.

Das deutsche Team in Sydney
Natascha Hiltrop (Wiesbaden / Luftgewehr u. KK-Gewehr)
Elke Seeliger (Weyhe / Luftgewehr u. KK-Gewehr)
Bernhard Fendt (Memmenhausen / Luftgewehr u. KK-Gewehr)
Norbert Gau (Erdweg / Luftgewehr)
Tim Focken (Oldenburg / Luftgewehr u. KK-Gewehr)
Tobias Meyer (Rimpar / Luftpistole)

Betreuer
Rudi Krenn (Hauzenberg / Bundestrainer)
Jörg Dietrich (Sankt Augustin / Co-Trainer)
Lothar Abele (Aalen / Co-Trainer)
Patric Reuter (Lieser / Physiotherapeut)

18.10.2019 - 09:59

Der Publikumspreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die 50 Erstplatzierten erhalten zudem die Teilnahme an einem Weiterbildungsseminar.

Die Vorwaldschützen Renholding wurden als diesjährige Sieger des Grünen Bandes vom Deutschen Olympischen Sportbund vorgeschlagen und zeichnen sich vor allem durch ihre herausragende Jugendarbeit im Bereich Sommerbiathlon aus.

Günther Reizammer legt sein Hauptaugenmerk ebenfalls auf den Nachwuchs. Seit über 32 Jahren bildet er Nachwuchs-Schützen aus und weiter, sodass diese sich sportlich als auch persönlich entwickeln.

17.10.2019 - 11:44

Einige Klubs müssen jedoch auf ihre Top-Schützen verzichten, da diese international bei den Military World Games im chinesischen Wuhan im Einsatz sind. Beispielsweise fehlen Sandra Reitz (Fürth), Doreen Vennekamp (Waldenburg) oder Michael Heise (München).

Bundesliga Nord: Berlin will erstmals punkten
Wie zu erwarten, stehen bereits nach dem ersten Doppel-Wochenende die Top-Favoriten aus Braunschweig und Kriftel ganz oben in der Tabelle. Doch auch die Teams aus Dasbach und Wathlingen punkteten doppelt, sodass dem direkten Duell zwischen Braunschweig und Wathlingen mit Spannung entgegen geblickt wird. Vor allem das Duell an der Spitze zwischen dem Inder Chaudhary Saurabh (Braunschweig) und Kristian Callaghan (Wathlingen) verspricht einiges, schließlich schossen beide am ersten Wochenende hohe Wertungen (384 und 388 bzw. 388 und 382). Nachdem die Falken aus Dasbach in der vergangenen Saison mit Platz sieben die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte erreichten, geht in dieser Saison vielleicht noch mehr. Der Heimwettkampf gegen die Teams aus Raesfeld und Berlin könnte Aufschluss darüber geben.

Ganz unten in der Tabelle findet sich aktuell das Team des PSV Olympia Berlin wieder. Das ist allerdings nicht verwunderlich, schließlich trat der Hauptstadt-Klub am ersten Wochenende sowohl gegen Braunschweig als auch Kriftel an, zudem genossen die Kaderschützen, wie z.B. Josefin Eder, eine wohlverdiente Pause nach der langen Saison: „Wir wollten in den Matches primär prüfen, in wie weit die im Vorfeld trainierten Elemente in dem Wettkampf schon verfügbar sind. Leider hat sich gezeigt, dass doch noch ein weiter Weg zu gehen ist. Wir hoffen - mit Blick auf das Wochenende - die richtigen Lehren gezogen zu haben und uns dort stärker präsentieren zu können“, so Betreuer Robert Loke. Auch die Aufsteiger SV Uetze und Brühler Schießclub 70 fuhren nach dem ersten Wochenende ohne Punkte nach Hause, für beide Klubs zählt nur der Klassenerhalt. Dabei stehen im Uetzer Team mit Sarah Oehns und Marit Albrecht zwei Sportlerinnen, die seit der Kreisliga dabei sind und damit eines dokumentieren: „Neben dem leistungsmäßigen Schießen hat insbesondere der Mannschaftsgeist einen sehr hohe Stellenwert“, wie Trainer Donald Albrecht sagt.

Bundesliga Süd: Bleiben München und Waldkirch ungeschlagen?
Wie von allen Experten vor der Saison vorhergesagt, scheint in der Südliga alles möglich. So weisen nach dem ersten Wochenende acht von zwölf Klubs ein ausgeglichenes Punktverhältnis auf, lediglich zwei Teams oben (Waldkirch und München) und unten (Hilpoltstein und Hambrücken) schlagen aus der Reihe. Dementsprechend wichtig könnte der Heimvorteil sein, den mit Weil und Waldhausen zwei Klubs mit ausgeglichenem Punktekonto genießen. Weil bekommt es mit Fürth und Waldkirch zu tun, Waldhausen hat Kelheim-Gmünd und München vor der Brust.

Dabei glänzte Waldkirch am ersten Wochenende ohne seine internationalen Schützen Dimitrije Grgic (SRB) und Klaudia Bres (POL). Die Breite des Kaders zahlte sich aus, der eigentlich als Co-Trainer eingeplante Sebastian Kugelmann punktete an Position vier doppelt. Weil setzt auch in dieser Saison auf Kontinuität, es gab keine Ab- und Zugänge: „Aufgrund unserer 20-jährigen Bundesliga-Erfahrung setzen wir auf eine Leistungssteigerung innerhalb unserer Mannschaft. Unsere Zielsetzung ist, sich unter den ersten sechs Teams weiter zu etablieren“, sagt Brigitte Ernst.

Angeführt von Superstar Olena Kostevych (UKR, 2x 385 Ringe) gelangen den Münchnern zwei 3:2-Siege und somit die perfekte Grundlage, um das Saisonziel „Finale und Medaille“ (Trainer Detlef Polter) zu erreichen. Einen großen Schritt in diese Richtung kann das Team am Wochenende bewerkstelligen, wenn Erfolge gegen den Zehnten (Waldhausen) und Elften (Hilpoltstein) erzielt werden. Gleiches will auch der SV Kelheim-Gmünd tun. Der ambitionierte Bundesliga-Traditionsverein mit Dreifach-Europameisterin Monika Karsch will nicht nur das Finale in Rothenburg an der Fulda erreichen, sondern auch „eine gute Ausgangsposition und mindestens Platz zwei in der Südstaffel“, so Tobias Gedler, stellvertretender Mannschaftsführer.

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