Aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung ist der Trainingsbetrieb stark eingeschränkt/nicht möglich.
09.10.2020 - 10:04

Wenn die Nationalkaderathleten den Bogen ziehen, sieht das ganz leicht aus. Es wird leicht übersehen (oder gar nicht), dass bei jedem Auszug 20-25 Kilogramm bewegt und gehalten werden. Wenn dann die Jahresschusszahl bei 60.000 Pfeilen liegt, wird schnell offensichtlich, wie wichtig die körperliche Fitness ist, um dieses Programm auf höchstem Niveau zu bewältigen.

Oder im Schießsport! Im Kleinkaliber 3x40-Wettbewerb, dem zeitlich längsten Wettbewerb im Sportschießen, ist die Ausdauer unabdingbar. Damit auf dieser Grundlage auch noch beim 120. Schuss die nötige Konzentration vorhanden ist.

Die DSB-Themenwoche widmet sich ab dem 12. Oktober dem Thema "Fitness" und wird am Ende der Woche eine kleine Videoserie mit zwei DSB-Topathleten starten.

08.10.2020 - 11:36

Dass gleich drei Schützenvereine und eine Einzelperson aus dem Schießsport zur Wahl stehen, zeigt die Bedeutung, die Schützenvereine und deren Personen für die Gesellschaft spielen. Werte vermitteln, kreativ sein und handeln – das trifft auf alle vier vorgeschlagenen Parteien zu.

Wissener Schützenverein e.V. 1870: Förderung der Inklusion und Integration im Breiten- und Spitzensport

Für den Wissener Schützenverein e.V. 1870 stellt die Inklusion von Menschen mit Behinderung sowie die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Herzensangelegenheit dar. Wo diese Begriffe andernorts nur leere Floskeln sind, wird die Arbeit in diesen Bereichen im Wissener Schützenverein aus Überzeugung gepflegt. In den vergangenen Jahren hat der Wissener Schützenverein mit Aktionen, insbesondere an den örtlichen Schulen und Jugendtreffs, für den Verein geworben und gezielt ausländische Kinder und Jugendliche angesprochen. Infolgedessen konnten zahlreiche ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Wissener Schützenverein begrüßt werden und ihnen so zu einem gelungenen Start in Deutschland verholfen werden. Dass im Wissener Schützenverein jede Gesellschaftsschicht willkommen ist, zeigt auch die Initiative im Bereich der Inklusion behinderter Menschen. Als Mitglied im Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz e.V. (BSV Rheinland-Pfalz) bietet der Wissener Schützenverein derzeit fünf körperlich beeinträchtigten Vereinsmitgliedern die Möglichkeit, ihren Sport, auf ihre Bedürfnisse abgestimmt, auszuüben. Ein Aushängeschild des Vereins ist Kevin Zimmermann, der seit seiner Geburt querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Kevin Zimmermann ist eine feste sportliche Stütze des Wissener Schützenvereins. Sein Ziel ist die Teilnahme an den nächsten Paralympischen Spielen.

Schützenverein Lutten e.V. 1906: Schulobstwiese der Don-Bosco-Schule Lutten

Der Schützenverein Lutten hatte die Idee eines Schulobstgartens und schenkte diesen der Don-Bosco-Grundschule im Jahre 2011 zu deren Jubiläum. Ziel des Projektes ist es, Kindern in der Praxis zu zeigen, welche Bedeutung Insekten, Schmetterlinge, Vögel und eine Blühwiese haben. Dieses Wissen kann dann aus der Praxis in den Unterricht einfließen. Mitglieder des Schützenvereins pflanzten mit Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern eine Streuobstwiese mit Apfel- und Birnenbäumen. Zudem wurde ein Blühwiese angelegt sowie Insektenhotels und bunte Nistkästen gebaut und aufgestellt. Mittlerweile findet jährlich die Apfel- und Birnenernte der Natur AG der Grundschule statt. Das geerntete Obst wird den Kindern als gesunder Pausen-Snack angeboten und in der Koch AG in der Schule verkocht bzw. verbacken. Der Schützenverein mäht regelmäßig die Wiese, beschneidet die Bäume, repariert Nistkästen und Insektenhotels, pflegt die Sitzmöglichkeiten und baut dieses Projekt weiter aus. Zuletzt wurde eine Informationstafel aufgestellt mit allen Informationen zu der angelegten Blühwiese.

St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney 1733 e.V.: Schützenbote

Der „Schützenbote“ ist ein interaktiver, integrativer und informierender Nachrichtenkanal der St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney 1733 e.V., über den nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern alle Bürgerinnen und Bürger Vereins- und Ortsnachrichten aus Schwaney auf ihrem Smartphone erhalten, proaktiv Informationen und Daten abfragen sowie Anregungen und Rückmeldungen absenden können. Durch den 2018 eingeführten und fortwährend weiterentwickelten Broadcast wurde zum einen die Repräsentativität des Vereins in der Öffentlichkeit erhöht und zum anderen die Partizipation an den sozialen und kulturellen Vereinsinitiativen aller Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohner gesteigert. Die über 400 Abonnenten haben durch den ehrenamtlich eingeführten und von einer siebenköpfigen Redaktionsgruppe betreuten Broadcast die niederschwellige Möglichkeit, sich direkt und interaktiv mit einzubringen. Der „Schützenbote“ ist 2019 mit dem Engagementpreis der Landesregierung NRW ausgezeichnet worden, da er anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und gemeinnützigen Vereinen als Blaupause dienen kann, die digitale Transformation innerhalb der eigenen Organisation voranzutreiben und dabei gleichzeitig die Partizipation und Interaktion mit Mitgliedern und der Öffentlichkeit zu erhöhen. Das Projekt wurde von Vereinsmitgliedern auf Konferenzen und Regionaltagungen vorgestellt und hat bereits 15 weitere Vereine dazu veranlasst, orientiert an diesem Beispiel ein ähnliches Format einzuführen.

Rudolf Gebert: Förderung des Schießsports für Seniorinnen und Senioren

Seit 2007 werden im Deutschen Schützenbund und Bayerischen Sportschützenbund einige sportliche Disziplinen im Auflageschießen für ältere Personen ausgeschrieben. Da ich diese Disziplinen für unsere Seniorinnen und Senioren sehr wichtig finde, habe ich mich seither für die Ausbildung und Förderung dieser Disziplinen eingesetzt. Hier können Sportler (heute ab 51 Jahren) Konzentration, Atemtechnik und Technikbeherrschung trainieren. Da diesen Sport nicht nur gesunde Personen, sondern auch Körperbehinderte ausüben können, sind hier alle älteren Personengruppen angesprochen. Für das Vereinsleben ist besonders diese Gruppe von großer Bedeutung, da diese das Vereinsleben aktiv gestalten und aufrechterhalten. Auch sorgt gerade diese Altersgruppe für Nachwuchs in den Vereinen (Enkel usw.), wenn sie noch aktiv den Schießsport ausüben. Nicht zuletzt ist diese Gruppe auch für den Verein und die Sportgeräteindustrie aus finanzieller Sicht von großer Bedeutung. Teilnehmerzahlen von über 2500 Startern an Deutschen Meisterschaften in diesen Disziplinen unterstreichen die Wertigkeit dieser Sportgruppe. Mein Ziel ist es in den nächsten Jahren weiterhin Schützen für diesen Sport zugewinnen und gut auszubilden, damit sie Freude an dieser schönen Sportart gewinnen.

07.10.2020 - 13:57

Die Absage wurde per Fernabstimmung beschlossen. Nun sind alle Ausschuss-Mitglieder gefordert, sich Gedanken zu machen, wie eine alternative Form aussehen könnte, um den Sportlern eine Möglichkeit zu geben, ihrem Sport auf nationaler Ebene nachzugehen. Deswegen appellierte Gerhard Furnier, DSB-Vizepräsident Sport, in seiner Mail an die Landesverbände, „die Wettkämpfe soweit wie irgendwie möglich auf Landesebene und darunter durchzuführen.“

Bereits die geplante DM 2020 in Hof wurde aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt.

06.10.2020 - 10:19

Sabrina Steffens (SSV Baunatal), Olaf Lenker von der SGi Mengshausen und Lutz Hans Schlegel vom SV Rai-Breitenbach wurden mit der Ehrenurkunde des Landessportbundes ausgezeichnet. Die LSBH-Verdienstnadel wurde an Landespressewart Werner Wabnitz (PSG Groß-Gerau) überreicht und die bronzene Ehrennadel erhielt Edgar Menke vom TuS Gottsbüren. Mit der Ehrennadel in Silber wurden Friedhelm Zinke vom SV Hessisch Lichtenau und Michael Eck vom KKSV Rüddingshausen ausgezeichnet. Der Jugendleiter des Hessischen Schützenverbandes, Stefan Rinke vom SV Ober-Breidenbach, wurde mit der Ehrennadel in Gold des Landessportbundes geehrt.

Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen

Zum Höhepunkt der Ehrungen wurde die Auszeichnung der 20-jährigen Daniela Schäfer vom Schützenverein Ober-Breidenbach, die den „Lu-Röder-Preis“ des Landessportbundes in der Kategorie „Engagierter Nachwuchs“ erhielt. In ihrer Laudatio lobte Sally Kuhlemann das besondere Engagement der jungen Sportlerin und blickte dabei auch auf die Schützenpräsidentin Tanja Frank. „Eine Frau auf dem Chefsessel ist die Ausnahme. Ihre Präsidentin zeigt, dass Frauen erfolgreich Führungspositionen übernehmen können.“ Sally Kuhlemann forderte die Frauen im Schützenverband auf, Herausforderungen anzunehmen und sagte, dass die Lu-Röder-Preisträgerin Daniela Schäfer auf dem besten Weg ist, die Ziele der Namensgeberin des Preises, ein ehemaliges Präsidiumsmitglied des Landessportbundes, zu erfüllen. „Wir wollen Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und zeigen, dass sie keine Angst vor Herausforderungen zu haben brauchen.“

Daniela Schäfer, die zur Zeit ihre berufliche Ausbildung zur technischen Produktdesignerin absolviert, verdiente sich die Auszeichnung mit dem „Lu-Röder-Preis“ durch ihr Engagement im Jugendvorstand des Schützenbezirks, im Arbeitskreis Jugend des Kreisjugendrings, durch ihre Arbeit in Sachen Jugend im Sportkreis und sie gehört zum Arbeitskreis Jugend des Hessischen Schützenverbandes. „Sie übernimmt im Verein Trainingseinheiten des Jugendleiters mit dem Lichtgewehr. Dabei gibt sie ihre Erfahrungen an den Schützennachwuchs weiter und sie vermittelt den Heranwachsenden Verantwortungsbewusstsein auf ganz hervorragende Art und Weise“, sagte Sally Kuhlmann, die zudem unterstrich, dass Daniela Schäfer eine erfolgreiche Schützin ist. „Sie war mehrfach bei Hessischen Meisterschaften erfolgreich, war Landesjugendkönigin 2019 und Zweite beim Bundesjugendkönigsschießen. Sie ist Mitglied der Bundesligamannschaft der SGi Mengshausen und schießt damit auch in der höchsten Leistungsklasse. Um diese Leistungen zu erbringen, muss sie viel trainieren. Dass Sie sich parallel zu ihrer aktiven Sportausübung so engagiert in die Gremien einbringt und die Interessen junger Menschen vertritt, ist bewundernswert.“

(Werner Wabnitz)

05.10.2020 - 15:39

Diese von der Commerzbank AG und dem Deutschen Olympischen Sportbund vergebene Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde auch 2020 an 50 Vereine vergeben. Nach 1995, 2002, 2008 und 2014 ging dieser renommierte Preis bereits zum fünften Mal nach Berlin. Für dessen Präsidenten Alfred Grzondziel „zeigt der jetzige Gewinn die Kontinuität unserer Nachwuchsarbeit und die Bedeutung unserer Arbeit für unsere Nationalmannschaft.“ Und weiter: „Der Nachwuchsbereich konnte seine führende Stellung in Deutschland über den gesamten Zeitraum behaupten. Wir haben immer mit Abstand die meisten Nachwuchsschützen bei den Deutschen Meisterschaften sowie die meisten Medaillen und Titel.“

Damit es so weiter geht, wird die willkommene Finanzspritze natürlich in die Nachwuchsarbeit investiert. Der Blick des Hauptstadt-Klubs ist dabei aber auch immer ein sozialer, wie die Auflistung der geplanten Maßnahmen durch Grzondziel verdeutlicht: „Geplant sind 1.000 Euro Zuschuss zu Errichtung einer barrierefreien Toilette, diese wird benötigt um unsere Arbeit mit Behinderten Nachwuchssportler ausweiten zu können. 2.000 Euro werden wir für Zuschüsse zum Materialeinkauf von Nachwuchsschüzen aus sozial schwachen Familien verwenden und 2.000 Euro Zuschuss gibt es für Nachwuchssportler mit Flüchtlingshintergrund.“

Und mit Clea Reisenweber, Elina Idensen, Erik Linke und Ben Greiwe stehen als Bundeskader Nachwuchs (NK1) sowie Emma Lorenz, Vincent Barme und Finn-Leevi May als Bundeskader Anschluss (NK2) die nächsten großen Talente in den Startlöchern. Von den 268 Mitgliedern sind 149 (!) Kinder und Jugendliche. Das ist ein Anteil von 55,6%.

Den Preis gibt es mittlerweile seit 34 Jahren, Veronika Rücker, Jurymitglied des „Grünen Bandes“ und Vorstandsvorsitzende des DOSB, unterstreicht dessen Bedeutung: „Der Wettbewerb `Das Grüne Band´ ist für uns ein wichtiger Baustein im Nachwuchsleistungssport und damit für den langfristigen Aufbau von talentierten Athleten in Deutschland. Gemeinsam mit der Commerzbank freuen wir uns sehr, dass wir wieder 50 Vereine für ihre herausragende Nachwuchsarbeit belohnen und den Sport in Deutschland unterstützen können. 2020 ist dieser Förderpreis vielleicht bedeutsamer als je zuvor. Auch dieses Jahr sind wir beeindruckt von der Quantität und vor allem der Qualität der Bewerbungen und den überzeugenden Konzepten der Vereine zur nachhaltigen Talentförderung.“

(EB/DOSB)

02.10.2020 - 07:57

Hewing, amtierende Deutsche Meisterin der dieser Disziplin, schoss den gesamten Wettkampf auf konstant hohem Niveau und setzte sich nach und nach von der Konkurrenz ab. Am Ende hatte sie mit 162 Treffern satte elf Treffer mehr auf dem Konto als die Konkurrenz aus Großbritannien und Deutschland. Denn auch Susanne Bour, DM-Vierte, schoss stark und kämpfte sich mit 151 Treffern in das Shoot-off gegen Natasha Vadasz aus Großbritannien. Dort behielt die Parcours-Schützin die besseren Nerven und setzte sich deutlich mit 13:9 durch.

Doch damit nicht genug, denn das Trio Hewing, Bour und Christiane Roth sicherte sich in der Summe der Einzelresultate souverän den Titel mit der Mannschaft vor Italien und Großbritannien.

01.10.2020 - 16:07

Unter „Augentraining“ versteht man Übungen für Training und Entspannung dieses Sinnesorgans, insbesondere seiner Muskeln.  Dadurch kann die Leistungsfähigkeit des Auges erhöht bzw. ein Leistungsabfall verhindert werden. Die Fortbildung richtete sich vor allem an B- und A-Trainerinnen und Trainer des DSB.

Ausbilderin Iris Zimmer ist selbst überzeugt von dem Konzept. Sie war begeistert von der Idee das Auge, als zentrales Organ des Zielvorgangs, zu trainieren. Technisierte Angebote mit speziellen Brillen oder gar Helmen sind für Training oder Wettkampf am Schießstand nicht geeignet. Iris ändert dies, indem sie einfache Übungen demonstriert, die selbst noch während des Wettkampfes durchgeführt werden können.

Teilgenommen an der Fortbildung haben neun interessierte Trainerinnen und Trainer, die größtenteils selbst eine Brille tragen. Viele waren noch unerfahren, aber interessiert an neuen Möglichkeiten und Erfahrungen im Bereich „Augentraining“. Sie formulierten ganz klare Erwartungen an das Training und die Fortbildung: bessere Leistungen im Wettkampf, neues Wissen und der Wunsch nach dem zeitweisen Verzicht der Brille.

Die Augenbeweglichkeit wird gefördert und das periphere Blickfeld erweitert

Diese Ziele liegen nicht so weit entfernt, wie man vielleicht denken könnte. Die Übungen ermöglichen es, auch im Wettkampf die Muskulatur des Sehorgans zu entspannen, falls das Bild im Zielvorgang doch mal nicht so scharf ist wie gewohnt. Iris kann dazu selbst positiv berichten: sie stellt nach aktivem Augentraining häufig fest, dass ihre Brille viel zu stark ist. Insbesondere der Altersweitsicht kann durch regelmäßiges Training entgegengewirkt werden. Ebenso wird die Augenbeweglichkeit gefördert und das periphere Blickfeld erweitert. Iris betont aber immer: „Durch Augentraining kann sich alles ändern oder nichts.“ Für den einen ist Augentraining eine absolute „Wunderwaffe“, der andere sieht erst nach langer Zeit und viel Übungseifer erste Fortschritte. Hauptziel des Trainings ist daher, Potenziale zu erkennen und diese zu nutzen.

Aufwändig ist das Training jedoch nicht. Einfache Übungen, wie beispielsweise mit den Augen dem eigenen Finger durch die Luft zu folgen oder mit geschlossenen Augen das Licht der Sonne wirken zu lassen, zeigen schon Wirkung. Übertreiben sollte man es aber trotzdem nicht. Augentraining ist sehr anstrengend und erschöpft den ganzen Körper. Immer öfter hörte man deshalb den Ausruf: „Ist das anstrengend!“. Eine Erfahrung, die viele der Teilnehmenden nicht erwartet hatten.
Um die Überanstrengung des Auges zu vermeiden, sollte man die Übungen auf wenige Minuten begrenzen und danach das Auge entspannen. Während der Fortbildung wurde daher regelmäßig palmiert. Beim Palmieren werden die Augen für einige Zeit abgedunkelt und dann langsam wieder an das Licht gewöhnt.

Neben Entspannungsübungen zeigte Iris in der Trainerfortbildung die unglaubliche Vielfalt an Übungen und Methoden des Augentrainings. Wie man diese Übungen vermittelt, konnten die Teilnehmenden auch direkt ausprobieren: Dank der Hygienemaßnahmen war es möglich, trotz Corona in Gruppenarbeit das Gelernte aufzuarbeiten und sich gegenseitig, wie im echten Training, zu vermitteln.

Die Teilnehmer waren begeistert

Die Teilnehmenden des Lehrgangs hatten selbst kaum Erfahrung mit dem Thema Augentraining, aber nachdem alle Hemmungen überwunden waren, die teils recht seltsam anmuteten Übungen mitzumachen, machte es Spaß und alle Teilnehmer waren begeistert dabei. Alle waren beeindruckt von den Möglichkeiten, die diese Form des Trainings bietet und wie einfach diese doch sind. Schon nach kurzer Zeit waren sie in der Lage, selbst Übungseinheiten anzuleiten.

Bleibt für viele nur noch eine Frage offen: Wie ist das denn jetzt mit der Brille? Kann man die weglassen? Ganz klar: Ja, soll man sogar!

Alle Übungen des Lehrgangs wurden ohne Brille durchgeführt. Viele funktionieren ohne die Sehhilfe sogar besser. Auch im Alltag ist die Brille nicht immer notwendig. Iris besteht darauf: „Wir müssen nicht alles scharf sehen. Oft reicht es zu sehen, wo etwas ist und nicht, was es ist.“ So muss man zum Beispiel beim Spazierengehen nicht jeden Kiesel erkennen. Den Augen genügt es voll und ganz, Formen, Farben und vor allem Bewegung und Licht zu sehen. Die Brille wegzulassen, ist also nicht nur ein Ziel des Augentrainings, auch wenn es oft ungewohnt und häufig anstrengend ist.

(Zoe Hofmann, Bundesfreiwilligendienst DSB)

30.09.2020 - 13:57

So verrät sie, dass sie zum Flintensport letztlich durch ihren Großvater kam und beim Jagdschein ausgerechnet in der Flintenprüfung durchfiel. Natürlich klärt sie die Zuhörer auch über die Geheimnisse und die Faszination des Flinten- bzw. Skeetsports aus und wie sie den Gewinn des Quotenplatzes erlebte.

Dabei ist jede ihrer Antworten mit einem ansteckenden Lachen garniert – keine Frage: Nele Wißmer ist eine absolute Sympathieträgerin des DSB – anhören und mitfreuen.

Wir bedanken uns bei der Meyton Elekronik GmbH und der Carl Walther GmbH für die Unterstützung dieses Projektes. Zu hören ist der Podcast bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify und Deezer sowie auf der DSB-Homepage. Über Rückmeldungen, Weiterempfehlungen und (positive) Bewertungen bei Apple würden wir uns freuen.

30.09.2020 - 10:55

Die Entscheidung, die Bundesligasaison 2020/21 abzusagen, sorgt für viel Aufruhr in der Schützen-Szene. Hast du Verständnis dafür?
Maren Prediger: „Auf jeden Fall! Ich bin mir auch immer noch nicht sicher, ob das gut oder schlecht war, wie wir entschieden haben. In den sozialen Medien ist die Verwunderung darüber sehr hoch, weil sich natürlich in erster Linie die Leute äußern, die für eine Durchführung gewesen wären. Alle, die für eine Absage waren, sind vorerst erleichtert und melden sich nicht. Deswegen schlägt das aktuell so hohe negative Wellen. Das ist eine riesige Entscheidung, weil wir den Sportlern die Gelegenheit genommen haben, Wettkämpfe zu schießen. Ich habe selten etwas Komplexeres erlebt und ich habe Chemie studiert. Deswegen begrüße ich es auch, dass wir dieses Interview führen, um diese Entscheidung und die Hintergründe zu erklären.“

Du schießt aktuell in der 2. Bundesliga Süd für Petersaurach und sitzt auch in dem Ligaausschuss und vertrittst die Luftgewehr-Aktiven des Südens. Wie hast du gestimmt und warum?
Maren Prediger: „Ich habe für die Absage gestimmt. Ich habe eine Abfrage gemacht bei den Sportlern der Vereine, denn ich vertrete in dem Ausschuss die Meinung der Athleten und nicht meine eigene – ich hätte z.B. sehr gerne die Bundesliga geschossen. Ich habe meine Kontakte in der 1. Bundesliga angesprochen und – da ich in der 2. Bundesliga noch nicht so gut vernetzt bin – ein Video mit der Bitte auf Social Media veröffentlicht, sich bei mir zurückzumelden. Sieben Teams aus der Bundesliga und vier Mannschaften aus der 2. Bundesliga haben sich gemeldet, zudem habe ich noch mit elf weiteren Sportlern kommuniziert. Das Stimmverhalten bei meinen Athleten war sehr ausgeglichen, vielleicht 49%:51%. Der Grund, warum ich für eine Absage gestimmt habe, ist, dass ich mich mit den drei anderen Vereins- und Athletenvertretern Süd abgestimmt habe. Dort gab es das überwiegende Votum für die Absage. Wenn wir für die Durchführung gestimmt hätten, wäre uns der Süden auf den Deckel gestiegen.“

Was waren die größten Bedenken der Sportler?
Maren Prediger: „Die persönliche Situation! Beispielsweise, dass Personen zu Hause in Gefahr gebracht werden. Es hieß eigentlich immer: ,Für den Verein würde ich das machen, obwohl ich das eigentlich nicht möchte.‘ Im Süden gab es vor allem die fehlenden Punkte der Planungssicherheit und das Thema des Arbeitgebers mit der Gefahr einer zweiwöchigen Quarantäne. Es war also so, dass die Schützen überwiegend aufgrund der privaten und beruflichen Situation nicht antreten wollten, um aber ihre Mannschaft nicht zu enttäuschen und im Stich zu lassen, es gemacht hätten. Weil die bisherige Regelung bei einer Liga-Durchführung gewesen wäre, dass eine Mannschaft, die nicht antritt, absteigt. D.h. die Leute wären gezwungen worden, sich in einer Pandemiesituation an Wettkämpfen zu beteiligen, an denen sie nicht teilnehmen möchten. Die andere Hälfte sagte, wir haben kein Problem und wir wollen schießen.“

Hat dich das Stimmungsbild bzw. die klare 10:5-Abstimmung gewundert?
Maren Prediger: „Das hat mich gewundert. Es ging umkämpft zu, weil sich auch alle die Fragen stellten: Was tun wir der Liga und dem Sport an? Was tun wir, wenn Corona nächstes Jahr immer noch da ist? Meine persönliche Meinung ist, dass so viele Ressourcen und gute Ideen vorliegen, dass nichts dagegen spricht, die geplanten Veranstaltungen an einigen Standorten durchzuführen. Nur eben nicht als Bundesliga, d.h. ohne Auf- und Absteiger und Titelträger. Letztendlich mussten wir eine Entscheidung treffen: Schwarz oder Weiß, Durchführung oder Nicht-Durchführung. Leider gab es keine anderen Szenarien.“

Gab es ein Nord-Süd-Gefälle im Ligaausschuss?
Maren Prediger: „Komplett. Das war Anfang des Jahres genau andersherum. Seit der ersten Sitzung im Mai hat sich das Bild um 180 Grad gedreht. Am Anfang waren es die Nord-Vereine, die nicht schießen wollten – von dort kamen die Anträge, die Liga abzusagen. Jetzt hat der Süden gesagt, wir schaffen das nicht. Es gibt Situationen, da darf ein Pistolenschütze nicht zum Mannschafts-Training, weil das in einem anderen Landkreis liegt, und nach einer Auswärts-Fahrt nach München dürfte er danach nicht mehr zur Arbeit kommen. Es gab Ausrichter im Süden, die von ihren Gesundheitsämtern keine Genehmigung für ihre Hygienekonzepte bekommen haben. Im Norden ist die Situation anders, dort liegen sehr gute Konzepte und Genehmigungen vor – aber die Vorschläge zu Kompromissen wurden nicht angenommen.“

Ein Kompromiss bzw. Vorschlag von Vizepräsident Gerhard Furnier lautete, Wettkämpfe als Fernwettkampf durchzuführen. Warum fand das keinen Anklang?
Maren Prediger: „Es wurde nicht angenommen, weil nach Meinung der Beteiligten die Art und Weise dieser Durchführungsart nicht funktioniert hätte.“

Befürchtest du jetzt einen Imageschaden für die Bundesliga und den Schießsport generell?
Maren Prediger: „Das ist eine sehr gute Frage. Direkt danach dachte ich, dass es keinen Imageschaden gibt, wenn sich die Vereine und Schützen hinsetzen und etwas daraus machen. Momentan denke ich, dass es für die bisherige Bundesliga einschneidend sein könnte. Es kann auch eine Chance sein, ohne Druck und mit mehr Freude wieder an die Schießlinie zu gehen. Bundesliga ist natürlich ein tolles Format, das ein hohes Ansehen international genießt. Es gibt in dieser schwierigen Zeit aber auch andere Beispiele wie das digitale Format von den Indern, die eine phänomenale Arbeit für eine internationale Liga machen. Da sieht man, wie der Sport auch in dieser Krise vorangebracht werden kann.“

Kritiker sagen, der Ligaausschuss hättet nur die Bundesliga im Blick gehabt, nicht aber die darunter liegenden Ligen...
Maren Prediger: „Wir sind der Ausschuss für die 1. und 2. Bundesliga, deshalb kann ich auch nur die Situation dieser Ligen bedenken und darüber abstimmen. Es ist faktisch nicht meine Aufgabe und die des Liga-Ausschusses, über die Situation der darunter liegenden Ligen zu entscheiden. Was sich für diese geändert hat: Es kann keinen Aufsteiger in die 2. Bundesliga geben, alles andere können die kreativen Köpfe in den Liga-Leitungen ändern und machen. Natürlich gibt es die Vorbildfunktion der Bundesliga, aber es ist faktisch nicht unsere Aufgabe.“

Du und dein Verein SV Petersaurach hattet sicherlich vor, direkt wieder aufzusteigen. D.h. die Absage trifft vor allem auch dich persönlich, oder?
Maren Prediger: „Ich habe nicht in meinem eigenen Interesse gehandelt. Es wäre meine 15. Bundesliga-Saison gewesen und ich wollte nach der Saison die Liga an den Haken hängen. Ich hätte gerne die Mannschaft noch einmal in die 1. Bundesliga gebracht – vielleicht nutzen wir unseren Heimwettkampf auch dazu, einen ligaähnlichen Wettkampf zu schießen.“

Wie fällt dein Fazit aus?
Maren Prediger: „Es war die schwerste sportliche Entscheidung, die dieses Jahr gefallen ist. Ich merke selbst, dass ich zwiegespalten bin. Ich habe großes Verständnis für beide Seiten. Viele Schützen wollen schießen, keiner will seinem Team und seinem Verein etwas Schlechtes tun. Wir müssen aber unsere Sportler schützen und dürfen sie nicht zwingen, gegen ihren eigentlichen Willen und mit einem schlechten Gefühl an den Stand zu gehen. Wir lieben alle den Schießsport und sind kreative Menschen und müssen deshalb das Beste daraus machen.“

30.09.2020 - 09:28

Gewehr: Juniorin Weindorf über Weltrekord

„Die Bedingungen waren im wahrsten Sinne des Wortes cool!“, so fasste Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth das Wochenende des Kadersichtungslehrgangs in München zusammen. Zwischen Mundschutz, Mütze und Decke konnte man nur an den Augen erkennen, welcher Schütze nun vor einem Stand. Einstellige Temperaturen und Wind ließen bei vielen die Ergebnisse im Vergleich zur ersten Sichtung, die bei gemütlichen 30 Grad Außentemperatur stattfand, purzeln, andere wiederum bewiesen, dass sie erst bei schwierigen Bedingungen zur Höchstform auflaufen, so wie beispielsweise Jolyn Beer, Maximilian Dallinger und Juniorin Larissa Weindorf. Alle drei glänzten mit neuer persönlicher Bestleistung auf internationalem Spitzenniveau. Beer erhöhte ihre eigene Bestmarke mit fantastischen 398 Ringen im Kniend-, 400 Ringe im Liegend- und 391 Ringe im Stehendanschlag auf 1189 Ringe im KK-3x40-Wettkampf und dominiert damit die Rangliste mit über zehn Ringen (1182,7 Ringe) im Schnitt vor Lisa Müller (1172,3 Ringe)! „Das Leistungsniveau der Frauen ist mehr als gut“, lobte auch Bundestrainer Roth, der aber auch die positive Entwicklung der Männer aufmerksam macht: „Bei ihnen sieht man auch, dass wir ohne große Wettkämpfe deutlich vorwärts kommen, da haben wir durch die Verschiebung der Olympischen Spiele ein Jahr gewonnen.“ Herausragend dabei die 630,0 Ringe mit dem Luftgewehr von Maxi Dallinger, knapp vor Dennis Welsch, der mit 629,4 Ringen ebenfalls eine neue persönliche Bestleistung erzielte. Bei den Junioren glänzte allen voran Larissa Weindorf. 1181 Ringe – und damit ein Ergebnis, das sogar einen Ring über dem aktuellen KK-Dreistellungs-Weltrekord der Junioren liegt – leuchteten auf ihrem Bildschirm auf. „Dieses Wochenende konnte ich wirklich alles in alles Stellungen abrufen“, zeigt sich Weindorf zufrieden und führ ihre Leistungssteigerung zum einen auf das intensive KK-Training der letzten Monate zurück, aber auch auf neue Schießkleidung, die sie erst vor kurzem bekommen hat, „so konnte ich mich besser auf die Wetterverhältnisse konzentrieren und damit auch besser treffen.“ Dass ihre Leistung keine Eintagsfliege war, zeigte sie gleich Tags darauf, als sie mit 1180 Ringen nachlegte. Auch wenn die KK-Sichtung damit abgeschlossen ist, müssen sich die Schützen noch ein paar Tage gedulden, bis endgültig feststeht, wer sich das Ticket für den Nationalkader für die nächste Saison geholt hat. Die Entscheidung für die Luftgewehr-Spezialisten fällt Mitte Dezember.

Pistole: Sportpistolen-Frauen mit Top-Ergebnissen

Ebenfalls mit der Kälte zu kämpfen hatten es die Frauen im der Sportpistole, denen trotzdem gute Ergebnisse gelangen. Bundestrainerin Bärbel Georgi zeigt sich zufrieden: „Josefin Eder sich bei ihren ersten Wettkämpfen mit 586 und 584 Ringe richtig gut präsentiert, genauso wie Doreen Vennekamp und Carina Wimmer, die jeweils 585 Ringe vorweisen konnten. Das sind weltklasse Ergebnisse!“ Aufmerksamkeit erhaschte auch die hessische Landeskaderschützin Svenja Berge, die sich jetzt bereits zweimal mit Luftpistolen-Bestleistung präsentierte und mit 573 Ringen nahe an das Tagesbestergebnis von Nationalkaderschützin Andrea Heckner mit 575 Ringen herankam. Bei den Männern lieferten Christian Reitz und Kevin Venta mit 585 Ringen das Top-Ergebnis.  „insgesamt haben sich einige Männer wie Michael Schwald und Michael Heise gut geschlagen, dennoch sieht man bei vielen, dass die Konstanz über mehrere Wettkämpfe noch fehlt, was bei diesem Jahresverlauf vielleicht auch noch nicht zu erwarten ist“, so Bundestrainerin Georgi, deren Bilanz vor dem letzten Teil der Sichtung im Oktober bereits jetzt positiv ausfällt: „Es freut mich, dass einige Sportler die Zeit genutzt haben und sich so gut präsentieren.“ Und auch der Nachwuchs präsentierte sich stark! Nina Adels glänzte mit 295 Ringen im Duell-Durchgang mit der Sportpistole und zeigte damit deutlich, wohin die Richtung geht, ebenfalls eine klasse Leistung lieferte Mia Fuchs (Jg. 2004) mit 571 Ringe mit der Sportpistole.

Skeet: Wenzel und Korte dominieren

Vom angesagten Starkregen verschont wurden die Skeet-Schützen in Schale. „Wir hatten eisigen Wind vom Meer, aber das macht einem Flintenschützen nichts aus“, resümiert Bundestrainer Axel Krämer, der am Wochenende tolle Ergebnisse zu sehen bekam. Allen voran Sven Korte, der mit 124 von 125 möglichen Treffern  sie Spitze anführte, dicht gefolgt von Tilo Schreier, der mit 122 Treffern eine ebenso hervorragende Runde zeigte. „Das sind international wertvolle Anschlussleistungen“, ordnet Krämer die Ergebnisse ein, „das hat Finalwert“. Begeistert zeigt er sich auch von Christine Wenzel, die sich eigentlich noch in der Babypause bei der Bundeswehr befand, aber deren Ehrgeiz wieder geweckt wurde, als die Verschiebung der Olympischen Spiele aufs nächste Jahr feststand: „123 Treffer von Christine bei ihrem Comeback sind der absolute Kracher!“ Erfreulich aber auch die Entwicklung im Nachwuchsbereich: Emelie Bundan erzielte mit ihren erst 14 Jahren bereits zum zweiten Mal in Folge 113 Treffer, obwohl sie eigentlich noch auf Einzelscheibenschießen würde. Eine Tatsache, die die Augen des Bundestrainers leuchten lassen: „Da wächst was ran!“ Damit empfiehlt sie sich natürlich für den Bundeskader, der sich ansonsten nicht ändert, was bereits im Vorfeld auf Grund der Corona-Entwicklung beschlossen wurde.

Seiten

Termine

Keine anstehenden Termine