21.06.2022 - 13:46

Florian Peter, Christian Reitz und Oliver Geis setzten sich durch, was Bundestrainer Detlef Glenz folgendermaßen kommentierte: „Es gab keine Überraschungen, die vermeintlichen Favoriten haben sich durchgesetzt.“ Dabei setzte sich Peter mit 1761 Ringen vor Reitz 1757 und Geis 1756 Ringen durch. Gewertet wurden die drei besten von vier Programmen – Geis gelang es als einzigem, 590 Ringe zu schießen. Positiv war das Auftreten von Fabian Otto, der in seinem ersten Jahr bei den Erwachsenen keine Scheu zeigte: „Überraschend und erfreulich war, dass der Newcomer im Team sich auf den vierten Platz geschossen hat“, so Glenz. Peter, Reitz und Geis werden demnach für die Nominierung zur EM und WM vorgeschlagen, bei der die ersten Quotenplätze für Paris 2024 vergeben werden. Das Quintett Peter, Geis, Otto, Christian Freckmann und Andreas Meixner bestreiten den Weltcup in Changwon (9. bis 22. Juli) – das stand nach Teil eins der Qualifikation Ende Mai fest.

Die Schnellfeuer-Schützen sind bereits „durch“, die Athleten mit Luftpistole und Sportpistole haben dagegen erst Teil eins hinter sich: Dabei konnte vor allem Doreen Vennekamp mit 590 Ringen und der Führung mit der Sportpistole glänzen. Und auch mit der Luftpistole liegt die Olympia-Siebte von Tokio nach zwei von insgesamt drei Programmen vorne. Bei den Männern gelang einzig Michael Schwald der „Durchbruch“ der 580-er Marke, und das mit starken 586 gleich deutlich. Der zweite Teil der Qualifikation findet ebenfalls in Suhl statt, vom 14. bis 17. Juli.
Im Juniorinnenbereich liegt Vanessa Seeger sowohl mit der Luft- als auch Sportpistole klar auf WM-Kurs. Dagegen ist bei den Junioren nach einem Programm mit der Luftpistole alles offen: Alle acht Athleten liegen "eng" beieinander und können sich bei der zweiten Qualifikation in Suhl noch Chancen ausrechnen.

Einen weiten Weg haben dagegen noch die Kleinkaliber-Gewehrschützen vor sich. Denn die ersten drei Programme von Suhl bedeuten lediglich ein Drittel der zu erbringenden EM-Qualifikationsleistung. Weitere Programme folgen in Hannover und München – alle neun Programme fließen in die Wertung ein. Aktuell in Führung liegen Jolyn Beer (1761 Ringe) und Max Braun (1749 Ringe) – Beer sorgte mit 593 Ringen im ersten Programm gleich für einen Paukenschlag und eine Weltklasse-Leistung.
Im Nachwuchsbereich, die das gleiche Mammutprogramm ablegen müssen, führen nach drei von neun Durchgängen Hannah Wehren (1752 Ringe) und Nils Friedmann (1730 Ringe) das Ranking an.

 

21.06.2022 - 09:54

Die ersten Pfeile werden am Donnerstag auf dem „Hüppeplatz“, einem Platz auf dem riesigen Areal des Olympiaparks Berlin, geschossen. Dort finden bis einschließlich Samstagabend Wettkämpfe statt – von der Schüler- bis zur Seniorenklasse, knapp 400 Bogenschützen sind insgesamt gemeldet. Parallel dazu werden in der Finalarena auf dem Olympischen Platz direkt vor dem Olympiastadion ab Freitagnachmittag Medaillenmatches ausgetragen.

In Berlin sind auch bekannte Namen am Start. Der bekannteste ist sicherlich der von Florian Unruh. Der Fockbeker gewann bei der EM in München Doppel-Silber (Einzel und Mixed) und präsentierte sich in bestechender Form. Nachdem er im EM-Mixed an der Seite von Michelle Kroppen glänzte, geht er bei Die Finals mit Elina Idensen für den BB BSC Berlin an den Start: „Mixed hat in München gut funktioniert, das wird auch cool bei Die Finals. Ich freue mich darauf“, so Unruh. Ein Selbstläufer wird das jedoch nicht, denn weitere Kader- und Bundesligaschützen wie Elisa Tartler, Maximilian Weckmüller, Jan-Christoph Ginzel oder Jakob Hetz sind ebenfalls mit von der Partie. Auch im Compound-Bereich sind mit Franziska Göppel, Jennifer Walter, Jennifer Weitsch oder Lars Klingner bekannte Namen am Start.

Bogen-Fans können sich auf viele schöne Bilder freuen. Denn wie bei den bisher zwei ausgetragenen Auflagen von Die Finals (2019 und 2021) berichten ARD & ZDF ausgiebig über die Wettkämpfe. Geplant sind folgende Übertragungen (Änderungen sind immer möglich):

Geplante TV-Zeiten bei ARD & ZDF

Freitag, Mixed Blankbogen: 15:10 – 15:21 Uhr (ZDF)
Samstag, Team Recurve Frauen: 12:20 - 12:40 Uhr (ARD)
Samstag, Team Recurve Männer: 14:40 – 15:21 Uhr (ARD)
Samstag, Team Compound Frauen/Männer: 17:08 – 17:20 Uhr (ARD)
Sonntag, Mixed Compound Bronze/Gold: 12:46 – 13:04 Uhr (ZDF)
Sonntag, Mixed Recurve Bronze/Gold: 13:53 – 14:14 Uhr (ZDF)

20.06.2022 - 10:01

Deine Welt war über Jahre eine (Bogen-)Scheibe. Wann hast du den Entschluss gefasst, deine Karriere zu beenden?
Unruh: „Ich war im Mai auf dem Jakobsweg unterwegs, u.a. auch, um mir die Frage zu stellen, ob ich weitermachen möchte oder nicht. Ich habe viel in den vier Wochen darüber nachgedacht und habe im Prinzip auf dem Weg den Entschluss gefasst, die Nationalmannschaftskarriere zu beenden.“ 

Wie kamst du darauf, den Weg zu gehen?
Unruh: „Ich hatte vor Jahren das Buch „Der Jakobsweg“ von Paolo Coelho gelesen, weil ich den Autor und auch das Buch wahnsinnig gut fand. Da habe ich mir gedacht, dass kann ich eigentlich auch einmal machen. Dann habe ich irgendwann im Flieger den Film von Hape Kerkeling gesehen („Ich bin dann mal weg!“) und habe mich erinnert, stimmt, dass wollte ich ja machen. Und dann habe ich im Oktober den Entschluss gefasst, das in die Tat umzusetzen. Das war eine gute Entscheidung.“ 

D.h. auf diesem Weg ist die Idee gereift, die du dann am Sonntag dem Bundestrainer und dem Team mitgeteilt hast?
Unruh: „Ja, genau! Dazu muss ich sagen, dass ich ein gutes Angebot von einem meiner Vorgesetzten von der Bundespolizei bekommen habe. Ich fange am 4. Juli eine Schwangerschaftsvertretung an, und an diesem Tag beginnt die Einarbeitung. Ich wollte in München zum einen Flori (Florian Unruh, Anm. d. Red.) überraschen, zudem wollte ich es Oliver (Haidn, Bundestrainer, Anm. d. Red.), Thomas (Abel, Sportdirektor, Anm. d. Red.) und dem Team nicht am Telefon sagen. Das war viel schöner als über einen Zoom-Call. Das fühlte sich besser an.“ 

Ich habe es kurz und knackig gemacht, Lisa like!

Lisa Unruh dazu, wie sie ihre Entscheidung mitgeteilt hat

Wie waren die Reaktionen bei der EM in München?
Unruh: „Bei mir war ein sehr trauriges Auge, ich habe geweint und einige vom Team ebenfalls. Wir haben uns alle in den Arm genommen und mir wurden viele gute Wünsche auf den Weg gegeben. Ich konnte gar nicht so viel sagen, wie ich gerne hätte sagen wollen, weil ich sonst richtig geheult hätte. Deshalb habe ich es kurz und knackig gemacht, Lisa like.“ 

Ist es dir jetzt aktuell leichter gefallen, weil du gesehen hast, dass deine Nachfolgerinnen bereit sind?
Unruh: „Ja, auf jeden Fall! Da sind welche, die die Rolle übernehmen. Das Team ist sehr gut aufgestellt, ich fehle jetzt von der Leistung nicht unbedingt. Alle machen einen super Job, und da bin ich sehr stolz drauf und freue mich total.“

Deine letzten internationalen Pfeile waren sehr, sehr erfolgreiche: Die 10 im Bronzematch in Tokio, die 10 im Stechen zum Sieg des Weltcup-Finals in Yankton (siehe Video unten). Hättest du dir ein schöneres Ende vorstellen können?
Unruh: „Nein, tatsächlich nicht! Daran hatte ich auch gedacht, dass ich vielleicht irgendwann mal schlechter bin als der Rest vom Team und mit eingezogenem Schwanz sage, ich höre auf. Nun kann ich aber mit einem Sieg beim Weltcup-Finale aufhören. Ein besseres Ende kann es eigentlich gar nicht geben.“ 

Ein besseres Ende kann es eigentlich gar nicht geben!

Lisa Unruh zu ihrem letzten internationalen Wettkampf, dem Sieg beim Weltcup-Finale mit einer 10 im Stechen

Wie schwer fällt es dir, loszulassen?
Unruh: „Das fällt mir sehr schwer! Es ist mein Leben. Ich mache seit 25 Jahren Leistungssport, ich war vorher Leistungsschwimmerin. Ich mache nichts anderes seit so vielen Jahren, aber ich denke, es ist die richtige Entscheidung, weil es doch sehr an meine Grenzen ging. Ich hatte wenig Pause wegen der Schulter-Operation und musste das Jahr 2020 nutzen, um wieder zurückzukommen. Ich habe nicht ruhig gemacht, wie andere Schützen. Und das lange Jahr mit der internen Qualifikation zu den Spielen, der Druck. Es war nicht so, dass ich es genießen konnte, sondern ich musste abliefern und konnte das auch psychisch nicht lockerer sehen wie in den Jahren zuvor. Mir blutet das Herz immer noch, weil ich auch nicht mehr Teil des Teams bin. Über Flori bin ich immer noch ein bisschen dabei, und wenn ich in Kienbaum arbeite ja auch, deswegen ist das ein ganz smoother Übergang.“ 

Du sagst, du beendest die Nationalmannschaftskarriere. Das heißt?
Unruh: „Ich könnte mir schon noch vorstellen, international in der Halle zu schießen oder bei einer Deutschen Meisterschaft mitzuschießen. Ich will nicht sagen, ich höre total auf. Ich liebe den Bogensport und die Pfeile fliegen zu lassen immer noch. Deshalb kann ich mir das schon vorstellen, an solchen Wettkämpfen teilzunehmen. Und auch Bundesliga macht mir unheimlich viel Spaß.“ 

Dieser Wettkampf hat mir gezeigt, ich kann doch noch etwas anderes – das war ein Schlüsselmoment!

Lisa Unruh zur erfolgreichen Teilnahme an ihrer ersten Kadetten-WM 2004

Du hast unzählige Höhepunkte bei Olympischen Spielen, World Games, Welt- und Europameisterschaften, Weltcups etc. erlebt. Was waren deine größten, schönsten Momente?
Unruh: „Ich war ja Schwimmerin. Und im Jahr 2004 waren wir in Lilleshall/GBR zu meiner ersten Kadetten-WM – da war ich 16 Jahre alt – und ich gewann Einzel-Bronze und Team-Silber. Und da habe ich mir gesagt, ich vergesse jetzt das Schwimmen, dem ich damals noch hinterhergetrauert hatte, und habe eine neue Leidenschaft. Mit Schwimmen wollte ich zu den Olympischen Spielen, ich wollte Franziska van Almsick sein, ich wollte alles. Und dieser Wettkampf hat mir gezeigt, ich kann doch noch etwas anderes – das war ein Schlüsselmoment.
Natürlich sind mir im Kopf geblieben, die Silbermedaille in Rio; der Titel bei den World Games, den hatte ich mir vorgenommen und habe es geschafft; und ich hatte den Traum, eine Teammedaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen. In Rio war ich eifersüchtig auf die Teamsportarten, die zusammen gewonnen und sich zusammen gefreut haben. Und das habe ich in Tokio geschafft, und das war unbeschreiblich.“ 

Woran hattest du am meisten zu knabbern?
Unruh: „Die zwei verpassten Olympia-Qualifikationen vor Rio, 2008 und 2012, diese Niederlagen haben mich getroffen, haben mich aber auch unheimlich stark gemacht. Sie haben mich noch mehr motiviert, aufmerksamer gemacht, und ich habe versucht, es anders möglich zu machen. Die Niederlagen waren mit viel Schmerzen verbunden, weil es um die Olympischen Spiele ging. Ach ja, und deswegen war der Gewinn des Team-Quotenplatzes bei der WM 2019 in Herzogenbusch großartig, alter Schwede! Da waren drei Tonnen auf unseren Schultern und ich weiß, dass ich mit dem letzten Schuss ein X geschossen habe. Das war eine Freude, der totale Hammer!“ 

2020 musstest du dich einer Schulter-Operation unterziehen. Wie geht es dir körperlich nach so vielen Jahren Hochleistungssport?
Unruh: „Körperlich geht es mir gut! Die Schulter macht gut mit, auch wenn sie nicht so rund läuft wie die linke. Man spürt, dass mal eine Operation war.“ 

Bogenschießen ist mein Leben, das ist ein Riesenteil von mir. Ich liebe einfach das Bogenschießen!

Lisa Unruh über die Bedeutung des Bogenschießens für ihr Leben

Du hast den Bogensport über Jahre geprägt und dem Sport sehr viel gegeben. Was hat er dir gegeben?
Unruh: „Der Bogensport hat mir sehr viel gegeben. Er hat mir viel für die Entwicklung meiner Persönlichkeit gegeben, viel Disziplin. Es ist komplex, daran hängt so viel dran. Ich bekam eine Ausbildung, die nur für Sportler war. Dann durfte ich mein Abitur strecken, und ich bin dankbar, wie es gelaufen ist. Und meinen Mann habe ich auch darüber kennengelernt. Bogenschießen ist mein Leben, das ist ein Riesenteil von mir. Ich liebe einfach das Bogenschießen.“ 

Wie siehst du die Entwicklung des Bogensports über die Jahre hinweg?
Unruh: „Man sieht Riesenschritte! Ich kann mich erinnern, als wir noch nicht so erfolgreich waren. Jetzt ist es ja fast schon Standard, mit einer Medaille vom Weltcup zurückzukehren. Wir sind in der Weltspitze und nicht nur im Mittelfeld, und das ist großartig. Es gibt mehr Gelder für Trainingslager, für Psychologen usw., dazu musste natürlich erst einmal der Erfolg her. Was fehlt, ist nur noch die Bogen-Halle.“ 

Gab oder gibt es etwas, was du verändern würdest in deinem Sport?
Unruh: „Ich finde es schade, dass die Videos nicht mehr auf YouTube laufen und man diese nicht so einfach abrufen kann. Ansonsten wünsche ich mir mehr qualifizierte Trainer in Deutschland.“ 

Ich liebäugle damit und kann mir das sehr gut in fünf bis zehn Jahren vorstellen!

Lisa Unruh über eine Tätigkeit als Trainerin

Du gibst das Stichwort! Gibt es eine Chance, dass du irgendwann als Trainer oder in einer anderen Funktion im Bogensport vertreten bist?
Unruh: „ch liebäugle damit. Ich denke, ich habe die Erfahrung und gebe die gerne weiter. Jetzt aber erst einmal nicht. Ich möchte erst Abstand gewinnen, ansonsten ist es im Prinzip das gleiche Leben wie vorher. Ich kann mir das sehr gut in fünf bis zehn Jahren vorstellen.“ 

Hast du irgendwelche Dinge nicht erreicht, die du dir vorgenommen hattest?
Unruh: „Ich habe fast in jeder Disziplin eine Einzel-Medaille gewonnen, nur bei einer Outdoor-Weltmeisterschaft nicht. Ich hatte auch nie den Wunsch, ich möchte da und da eine Medaille. Ich wollte als Kind schon einfach nur die Beste sein (lacht)!“ 

Dein Leben war getaktet, du hast vier bis sechs Stunden am Tag geschossen, dazu kam Krafttraining, Yoga, Laufen. Wie füllst du diese Stunden jetzt?
Unruh: „Ich werde auf jeden Fall noch ein bisschen weiterschießen, so ein bis zweimal die Woche. Dann mache ich generell gerne Sport. Ich gehe gerne ins Fitnessstudio, mache gerne Krafttraining. Ich liebe Zumba, das mache ich auf jeden Fall ein-, zweimal die Woche. Außerdem Radfahren und Joggen.“ 

Du bist jetzt Polizeikommissarin? Was für Aufgaben warten dort auf dich?
Unruh: „Ich bin in der Aus- und Fortbildung eingesetzt und schreibe die Stundenpläne für die Auszubildenen im Winter, wenn die Sportler zu uns kommen. Und ich bin die Ansprechpartnerin für die Ausbilder, damit ich den Stundenplan anpassen kann, falls irgendetwas anliegt.“ 

D.h. du bist dann die Ansprechpartnerin für Michelle Kroppen & Co?
Unruh: „Nicht für Michelle, die ist nicht mehr in der Ausbildung. Wohl aber für Charly (Charline Schwarz, Anm. d. Red.) zum Beispiel. Wenn sie Nöte oder Probleme hat, was den Unterrichtsplan betrifft, kann sie zu mir kommen.“ 

Das fühlt sich gut an und macht mich stolz!

Lisa Unruh dazu, dass sie nun ein Vorbild für Kinder sein könnte bzw. ist

Wie schön ist es, wie schön wäre es, wenn jetzt Kinder sagen, ich möchte wie Lisa Unruh sein?
Unruh: „Das ist krass. Das fühlt sich gut an und macht mich stolz!“

 

Größte Erfolge
Olympische Spiele: Einzel-Silber 2016, Team-Bronze 2021
Weltmeisterschaften: Mixed-Silber 2017
Europameisterschaften: Fünf Medaillen im Einzel und Team (1x Silber, 4x Bronze)
World Games: Gold 2017
Feldbogen-WM: Einzel-Gold 2014 und 2018, Team-Gold 2018
Weltcup-Finale: Gold 2021
Weltcup: Elf Medaillen im Einzel und Team (1x Gold, 6x Silber, 4x Bronze)
Indoor WM: Einzel-Gold 2016, Team-Gold 2018 
Mehrfache Deutsche Meisterin
Mehrfacher Bundesliga-Champion mit dem BSC BB Berlin
Weltschützin des Jahres 2016 und 2018
Zweimalige Berliner Sportlerin des Jahres 2016 und 2018
Bestleistung 683 Ringe
Beste Platzierung in der Weltrangliste: 4. Platz 2018

17.06.2022 - 11:24

Es flossen Tränen! Tränen der Erleichterung, diesen Schritt gegangen zu sein, Tränen über das gemeinsam Erlebte, Tränen der Freude. Die Verkündung im Kreis der Bogenauswahl war feucht-fröhlich: Zum einen, weil die EM so hervorragend verlief, zum anderen, weil mit Unruh die erfolgreichste deutsche Bogenschützin aller Zeiten ihren Bogen „Beauty“ - zumindest auf den großen internationalen Wettkämpfen - nicht mehr in die Hand nehmen wird. „Ich konnte gar nicht so viel sagen, wie ich gerne hätte sagen wollen, weil ich sonst richtig geheult hätte. Deshalb habe ich es kurz und knackig gemacht, Lisa like.“

Ein besseres Ende kann es eigentlich nicht geben!

Lisa Unruh zu ihrem perfekten Karriere-Abschluss mit Olympia-Bronze und dem Sieg beim Weltcup-Finale

Unruh war vormals Leistungsschwimmerin, ehe sie 2004 im Alter von 16 Jahren mit Team-Silber und Einzel-Bronze bei der Kadettinnen-Weltmeisterschaft endgültig den Sprung aus dem Wasser zur Scheibe vollzog. Im Anschluss steigerte sie ihre Qualität Jahr für Jahr und debütierte 2006 das erste Mal international bei den Frauen. Die ersten Medaillen holte sie 2008 (EM) und 2011 (Weltcup) mit dem Team, ehe der totale Durchbruch mit dem damaligen Sensations-Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 gelang. Es war (und ist) die bislang einzige olympische Einzelmedaille einer deutschen Bogenschützin, Unruh war ab sofort DAS Gesicht des deutschen Bogensports. Und lieferte weiter: Mixed-Silber bei der WM 2017 in Mexiko City mit Florian Kahllund (heute Unruh und ihr Ehemann) und Gold bei den World Games 2017 in Breslau im Feldbogen. Denn die zweimalige Berliner Sportlerin des Jahres war nicht nur im olympischen Wettbewerb eine Klasse für sich, sondern auch im Feldbogenschießen, wo sie drei WM-Titel (zwei im Einzel, einen im Team) holte.

Der perfekte Abschluss ihrer DSB-Karriere gelang ihr im Jahr 2021. Zunächst sorgte ihre Zehn im Bronzematch in Tokio für die erhoffte Teammedaille mit Michelle Kroppen und Charline Schwarz bei den Olympischen Spielen („Ich hatte den Traum, eine Teammedaille bei Olympischen Spielen zu gewinnen!“), Ende des Jahres sicherte sie sich mit einer Zehn im Stechen den Sieg im Weltcup-Finale in Yankton. „Ein besseres Ende kann es eigentlich nicht geben“, so Unruh.

Lisa hat den deutschen Bogensport des letzten Jahrzehnts geprägt, wie keine andere!

Bundestrainer Oliver Haidn würdigt die Leistungen von Lisa Unruh

Bundestrainer Oliver Haidn findet nur lobende Worte für seine Vorzeige-Athletin, die 2016 und 2018 zur Weltschützin des Jahres gewählt wurde: „Lisa hat den deutschen Bogensport des letzten Jahrzehnts geprägt, wie keine andere. Wir können uns glücklich schätzen, sie in unserer Mannschaft gehabt zu haben. Es ist aus meiner Sicht auch der richtige Zeitpunkt, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, schließlich verlässt sie mit dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille und dem Sieg beim Weltcup-Finale als Topathletin das internationale Parkett. Persönlich wünsche ich nur das Allerbeste.“

Unruh wird sich nun ihrem Beruf als Polizeikommissarin widmen und diesen ab 4. Juli in Kienbaum ausüben. Dann unweit ihrer ehemaligen Kaderkolleginnen, für die sie zum Teil Ansprechpartnerin sein wird. Ganz wird die sympathische Berlinerin jedoch nicht vom Bogensport lassen, „ich kann mir vorstellen, international das ein oder andere Turnier in der Halle zu schießen, an der Deutschen Meisterschaft oder in der Bundesliga teilzunehmen.“ Und in fünf bis zehn Jahren ist sie evt. wieder im internationalen Circuit dabei, dann als Trainerin: „Ich liebäugle damit. Ich denke, ich habe die Erfahrung und gebe die gerne weiter.“
 

Größte Erfolge
Olympische Spiele: Einzel-Silber 2016, Team-Bronze 2021
Weltmeisterschaften: Mixed-Silber 2017
Europameisterschaften: Fünf Medaillen im Einzel und Team (1x Silber, 4x Bronze)
World Games: Gold 2017
Feldbogen-WM: Einzel-Gold 2014 und 2018, Team-Gold 2018
Weltcup-Finale: Gold 2021
Weltcup: Elf Medaillen im Einzel und Team (1x Gold, 6x Silber, 4x Bronze)
Indoor WM: Einzel-Gold 2016, Team-Gold 2018 
Mehrfache Deutsche Meisterin
Mehrfacher Bundesliga-Champion mit dem BSC BB Berlin
Weltschützin des Jahres 2016 und 2018
Zweimalige Berliner Sportlerin des Jahres 2016 und 2018
Bestleistung 683 Ringe
Beste Platzierung in der Weltrangliste: 4. Platz 2018

Am Montag, 20. Juni folgt ein großes Interview mit Lisa Unruh.

16.06.2022 - 11:56

Zuletzt hatten die Gewehrschützen an der Rifle Trophy in Pforzheim teilgenommen und zum Teil starke Ergebnisse erzielt: So zeigten sich Anna Janßen und Jolyn Beer im KK 3x20 sowohl in der Qualifikation mit 592 bzw. 593 sowie Platz eins und vier in hervorragender Verfassung. Bastian Blos gewann den Wettbewerb mit dem KK-Gewehr nach einer starken Leistung im Finale gegen den Jiri Privratsskry 17:11. „Jeder der Teilnehmer an den kommenden Qualifikationen hat im Vorfeld mindestens an einer Rifle Trophy teilgenommen und somit eine gute Standortbestimmung erhalten“, war Bundestrainer Claus-Dieter Roth um Chancengleichheit bemüht. Vor Suhl gab es die Trophy in Pilsen, es folgt noch eine im französischen Chateauroux – insgesamt nehmen sechs Nationen an den Wettbewerben teil.

In Suhl geht es nun in die interne Qualifikation. Während die Gewehrschützen nur im Kleinkaliber antreten, sind die Pistolenschützen mit der Druckluft- und KK-Variante am Start. Weitere Qualifikationen folgen, um die jeweils drei Teilnehmer für die so wichtigen Wettkämpfe in Polen und Ägypten zu ermitteln.

16.06.2022 - 10:22

Die Kollektion der Fackeln von Olympischen Sommerspielen des Deutschen Schützenmuseums in Coburg ist – abgesehen von den auf den fünf Kontinenten verteilten, IOC-autorisierten Olympiamuseen, z.B das Olympia- und Sportmuseum in Köln – die weltweit bedeutendste und eine der wenigen jederzeit öffentlich zugänglichen Fackelsammlungen. Den Grundstock dazu legte der 2018 verstorbene Olympiatourist und Mitglied des Beirats der Stiftung Deutscher Schützenbund, Heinz Habbe, im Jahr 2012. Er schenkte dem Deutschen Schützenmuseum die erste Olympiafackel überhaupt von den Spielen in Berlin 1936 und diejenigen der Spiele ab München 1972 bis London 2012.

Einige Kuriositäten aus anderen Quellen sind ebenfalls in der Sammlung. So stellt etwa der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Schützenbundes, Jörg Brokamp, seine Fackel von den Spielen in Atlanta dem Deutschen Schützenmuseum für repräsentative Veranstaltungen zur Verfügung. Er nahm im März 1996 als Absolvent der Internationalen Olympischen Akademie (IOAAA) als erster Deutscher in jenem Jahr am Fackellauf teil, trug das Feuer über einen Kilometer zwischen Kalamata und Sparta auf der Peleponnes und bekam die Fackel anschließend als persönliches Geschenk von der damaligen IOAAA-Präsidentin Laurel Brassey-Iversen (USA) überreicht.

Brokamp ergänzte die Fackel um einen alltagstauglichen Gasanschluss und gab sie im Jahr 2004 als Dauerleihgabe in die Sammlung des Deutschen Schützenmuseums. Diesem Umstand haben es die Stadt Coburg, seine Bürgerinnen und Bürger und die Mitglieder des Deutschen Schützenbundes zu verdanken, dass auf dem Balkon des Deutschen Schützenmuseums auf Schloss Callenberg bei wichtigen Veranstaltungen tatsächlich eine originale Olympiafackel brennen kann. Das gibt es sonst nirgends in Deutschland.

Die Energie für das Olympische Feuer kommt bei der Entzündung während einer Feierlichkeit im antiken Olympia aus dem Parabolspiegel, der das Sonnenlicht konzentriert. Weitergegeben wird es von der einen Fackel zur nächsten, die jeweils eine sehr schmale, hohe Gaskartusche ausbrennt. Das komplizierte Innenleben einer solchen Olympiafackel lässt sich im Schützenmuseum an einem extrem seltenen, aufgeschnittenen Exemplar aus Sydney 2000 bestaunen.

Auf dem Antiquitätenmarkt und auf Auktionen sind originale Olympiafackeln heutzutage nicht unter einem mittleren vierstelligen Eurobetrag zu haben. Im letzten Jahrtausend bekamen Fackelläuferinnen und Fackelläufer ihr Exemplar inklusive des zu tragenden Trikots und plus einer Teilnehmerurkunde noch vom jeweiligen nationalen Olympische Komitee, das Ausrichter des internationalen Fackellaufes ist, geschenkt. Deshalb gibt es in Deutschland, vor allem in Bayern, noch relativ viele Fackeln von den Spielen 1972 in München im Privatbesitz. Heute ist die Teilnahme am Fackellauf eine reine Ehrensache, die Läuferinnen und Läufer haben ein Vorkaufsrecht und können ihre Fackel für ein paar hundert Euro behalten.

Die Fackel der für den DSB bis heute sportlich erfolgreichsten Olympischen Spiele in Rio im Jahr 2016 wurde dem damaligen DSB-Präsidenten Heinz-Helmut Fischer vom seinerzeitigen Generalsekretär der International Shooting Sport Federation (ISSF), Horst Schreiber, beim Festakt zum Deutschen Schützentag 2017 in der Paulskirche in Frankfurt am Main überreicht. Sie stammte aus dem kleinen Fackelpool, der den internationalen olympischen Fachverbänden zur Verfügung steht.

Das Olympische Feuer für die Spiele in Tokio wurde am 12. März 2020 im Beisein von IOC-Präsident Thomas Bach im Heiligen Hain des antiken Olympia mit einem Parabolspiegel durch die Strahlen der Sonne entfacht. Erste Fackelträgerin, und erstmal eine Frau in dieser Rolle, war die griechische Sportschützin und Olympiasiegerin Anna Korakaki, die Monika Karsch bei den Spielen in Rio 2016 in einem denkwürdigen Finale nur knapp geschlagen hatte.

Corona bedingt musste der Fackellauf in Griechenland nach nur einem Tag beendet werden. Nach der Entscheidung, die Olympischen Spiele um ein Jahr zu verschieben, „überwinterte“ das olympische Feuer bis zum Neustart des Fackellaufs am 25. März 2021 im Olympischen Museum in Tokio. Von dort führte der Lauf mit einer Gesamtlänge von 9600 Kilometer in 121 Tagen durch alle 47 Präfekturen Japans – auch durch die von Erdbeben und Tsunami im Jahr 2011 betroffenen Gebiete Miyagi, Iwate und Fukushima - bis zur Eröffnung der Spiele am 23. Juli 2021 im Olympiastadion von Tokio. Entworfen hat die Fackel bereits im Jahr 2015 der Designer Tokujin Yoshioka (*1967), der in Anlehnung an die japanische Kirschblütentradition der Welt „die Widerstandsfähigkeit der in den Katastrophengebieten lebenden Menschen“ zeigen wollte, „und die Anstrengungen, die sie unternehmen, um sich von den Leiden zu erholen“. Sie ist ein künstlerisches Meisterwerk, Symbol der Hoffnung, 1200 Gramm schwer, 61 cm hoch und demnächst Hingucker im Deutschen Schützenmuseum auf Schloss Callenberg bei Coburg.

(Stefan Grus)

15.06.2022 - 16:20

Das Finale des Weltcups in Paris, bei dem wie bei den anderen Weltcups in dieser Saison ebenfalls insgesamt 30.400 Schweizer Franken ausgeschüttet werden, findet vor historischer Kulisse statt. Das Château de Vincennes, am östlichen Rand von Paris gelegen, ist eines der bedeutendsten Schlösser Frankreichs und Austragungsort der Finals.

Ich mache mich erst einmal mit meiner Mama acht Stunden auf den Heimweg.

Michelle Kroppen zu ihrer Planung nach ihrem historischen Erfolg bei der Bogen Europameisterschaft in München

Viel Zeit zum Feiern gibt es für die erfolgreichen deutschen Schützen nicht. Michelle Kroppen meinte auf Nachfrage nach der EM in München: „Ich mache mich erst einmal mit meiner Mama acht Stunden auf den Heimweg. Morgen wird dann gegrillt, und ab Mittwoch gilt es, sich auf Paris vorzubereiten.“

Auch für die anderen deutschen Athleten rund um Moritz Wieser und Katharina Bauer gibt es nicht viel Zeit zum Durchatmen. Wenige Tage nach dem Gold- und Bronzeerfolg Bauers steht sie bereits wieder auf dem Trainingsfeld und stimmt sich auf Paris ein.

Das Compound-Team ist in Paris nur mit vier Athleten vertreten. Carolin Landesfeind ist einzige DSB-Schützin, bei den Männern rückt Marcus Laube neben die EM-Teilnehmer Leon Hollas und Sebastian Hamdorf ins Team.

Die DSB-Teilnehmer am Weltcup in Paris

Recurve Frauen: Katharina Bauer, Michelle Kroppen, Charline Schwarz

Recurve Männer: Felix Wieser, Nico Schiffhauer, Jonathan Vetter, Moritz Wieser

Compound Frauen: Carolin Landesfeind

Compound Männer: Leon Hollas, Sebastian Hamdorf, Marcus Laube

15.06.2022 - 10:48

Doch klar ist auch: Es gibt weitaus mehr als nur die EM-Berichterstattung. Die ehemalige Weltklasseschützin Elena Richter hat nicht nur das Editorial verfasst, sondern auch einen Artikel zur Psychologie im Bogensport. Die Bereiche Tradition, Medizin, Vereins- bzw. Kindertraining und Urlaub werden ebenso abgedeckt, wie es einen „Blick über die Scheibe“ zum erfolgreichsten Vater-Sohn-Bogenduo im Nachbarland Österreich gibt. Dazu sind noch einige Splitter in dieser Ausgabe, und das letzte Wort bzw. die letzte Passe hat dieses Mal Compounderin Carolin Landesfeind. Insgesamt 70 (!) Seiten - Bogen-Herz, was willst du mehr?

Viel Spaß beim Lesen. Und wer die Faszination noch nicht kennt: Einfach unter Faszination Bogen einmalig registrieren und dann am Desktop oder jedem mobilen Endgerät in Ruhe genießen. Oder das Magazin in der App bequem am Endgerät laden und lesen.

15.06.2022 - 10:17

Das Auflageschießen erfreut sich im DSB immer größerer Beliebtheit. Schließlich ist der Schießsport auch bis ins hohe Alter ausübbar. Iris Zimmer, Olympia-Teilnehmern 1996 und professionelle Trainerin mit Schwerpunkt Auflageschießen, wird in dem Webinar über das Auflageschießen mit dem Gewehr sprechen. Wie ist der Aufbau, die Statik und Balance der Anschläge stehend und sitzend? Zudem gibt sie Informationen und Tipps über den inneren Anschlag, also die Spannungszustände im Körper sowie die Annäherung an den Nullpunkt über die Atmung. Im Anschluss an den Vortrag können Teilnehmer – wie immer – Fragen zu dieser Thematik an den Experten stellen.

Anmeldungen sind noch möglich (Link s.u.), um dabei zu sein, ist nur eine stabile Internetleitung und ein Rechner oder mobiles Endgerät notwendig.

14.06.2022 - 12:00

Er wolle den Verband, der mit circa 18.600 Mitgliedern zu den vier größten Sport­verbän­den in Thüringen zählt, zielge­richtet weiter­entwickeln und mit all seiner Erfahrung voran­bringen, sagte Thon. Die Sanierungs- und Umbau­arbeiten am Schieß­sport­zentrum Suhl mit dem Olympia­stützpunkt, um inter­national konkurrenz­fähig zu bleiben - auch mit Blick auf eine WM-Bewe­rbung 2030 - und die Mitglieder­gewinnung, um die Basis, auf der die leistungs­sport­lichen Erfolge des Verbandes fußen, noch breiter aufzustellen, seien zentrale Arbeits­schwer­punkte. Auch appellierte er an die Politik, in Sachen Blei­verbot Augen­maß walten zu lassen.

Einstimmig wieder in ihren Funktionen wählten die Delegierten die Vize­präsi­dentin Finanzen, Susanne Weyh (FV SSZ Suhl), den Vize­präsi­denten Recht, Hans Gülland (SG Worbis), den Vize­präsi­denten Tradition und Brauchtum Karl-Thomas Anger­mann (SGi Crossen) und den Vize­präsi­denten Sport Marco Krannich (PSG Saalfeld). Außerdem zum Präsidium zählen Sina Hölzer (SV Ober­maßfeld), die der Landes­jugend­tag am Vormittag wieder zur Landes­jugend­leiterin wählte, sowie Geschäfts­führer Michael Gohritz.

Zum Schützentag in der Residenzstadt über­brachte Martina Reinhardt, Abteilungs­leiterin im Thüringer Mini­sterium für Bildung, Jugend und Sport, „herzliche Grüße und Wünsche meines Chefs”, des Bildungs­ministers Helmut Holter (Die Linke) und dankte in der Feier­stunde im Achteck­haus dem Schützen­bund für die sport­liche und gesell­schaft­liche Arbeit in Traditions­pflege und Moderne, etwa mit einer Schützen-WM 2030 in Suhl als Heraus­forderung. „Wir stehen dazu ja in engem Kontakt”, sagte sie und Stephan Thon befand: „Das Ministerium ist uns stets ein guter Partner.”

Die Bedeutung des Schützen­bundes betonten auch weitere Politiker und Funktionäre in ihren Reden und lobten das große Engage­ment. „Heute ist Sonders­hausen das Zentrum der Schützen­welt”, sagte der Bundestags­abge­ord­nete Manfred Grund (CDU). „Herzlichen Dank für Ihren uner­müd­lichen, ehren­amt­lichen Einsatz”, sagte Land­rätin Antje Hochwind-Schneider (SPD). „Es ist mir außerdem ein Anliegen, all jenen zu danken, die mit viel Herzblut diesen Schützen­tag vorbe­reitet haben.” Ganz besonders hob sie den Thüringer Schützen­bund und den Kreis­schützen­meister Lutz Kewel mit seiner Mann­schaft des Kyff­häuser Schützen­kreises hervor, welche die rundum gelungene, dreitägige Groß­veran­stal­tung mit Feier­stunde, Delegierten­versamm­lung und Landes­jugend­tag, mit Landes­böller­treffen, Ermitt­lung des Thüringer Scheiben­königs sowie des Landes­jugend­schützen­königs, großem Fest­umzug, Fest­gottes­dienst und Fest­abend organi­siert hatten.

Auch der Präsident des Landes­sport­bundes Thüringen, Prof. Dr. Stefan Hügel, über­brachte sport­liche Grüße und betonte die Bedeu­tung des Sport- und Bogen­schießens für das Sport­land Thüringen – beein­druckend unter Beweis gestellt nicht zuletzt bei den Olym­pischen Sommer­spielen in Tokio. Außerdem hob er die Wich­tigkeit der Arbeit an der Basis im Verein und Breiten­sport hervor und verwies u.a. auf die zahl­reichen Möglich­keiten und Programme zur Unter­stützung der Vereins­arbeit, u.a. nach der Corona-Zwangs­pause im Sport sowie die partner­schaft­liche Zusam­men­arbeit zwischen LSB und TSB.

DSB-Vizepräsident Gerd Hamm ging ausführlich auf die aktuellen Heraus­forde­rungen im Deutschen Schieß- und Bogen­sport und Schützen­wesen ein. Neben der aktuellen Ent­wick­lung im Sport wurden u.a. die Effekte der Corona-Pan­demie auf die Schützen­vereine oder die Blei­proble­matik beleuchtet. Im Zuge der Kampagne „Jugend trifft” übergab er zur Freunde des Nach­wuchses ein Gewehr der Firma Walther sowie 5000 Schuss LG-Munition von der Firma RUAG – sym­bolisch natürlich.

Sondershausens Bürgermeister und Schirm­herr des Schützen­tages Steffen Grimm (parteilos), der anfangs die Gäste und Dele­gierten aufs Herz­lichste willkommen geheißen hatte, übergab in der Schluss­phase der Feier­stunde den Staffel­stab an Ina Leuke­feld, Stadt­rätin und Beige­ordnete der Stadt Suhl, wo der nächste Schützen­tag im Jahr 2024 statt­finden wird. „Ich kann ihnen versichern, dass wir uns sehr viel Mühe geben. Seien Sie eingeladen zum 19. Thüringer Schützen­tag nach Suhl”, sagte sie, nachdem sie auf die lange Schützen­tradition im Schieß­sport­mekka Suhl verwiesen hatte.

Auch wurden zahlreiche Schützen­freunde für ihre lang­jährigen Ver­dienste geehrt. So reiht sich Referent Leistungs­sport Dirk Schade nun in die ehrenvolle Gruppe der Träger des Goldenen Ehren­kreuzes des TSB in Gold am Band ein. Marco Krannich erhielt das Ehren­kreuz des DSB in Gold und Hans Gülland die Präsi­denten­medaille Stufe zwei, um nur Einige zu nennen.

Zwei mediale Höhepunkte umrahmten die Dele­gierten­versamm­lung: Das neue Image­video der Thüringer Schützen­jugend ist nun online und der Start­schuss für die neu gestal­tete Web­seite des TSB wurde gegeben (Frei­schal­tung im Laufe der Woche).

(Jan-Thomas Markert)

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