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Es kann daher zu Verzögerungen kommen.
14.09.2020 - 14:24

Qualifikationsende ist am Sonntag, 20. September um 20.00 Uhr. Dann geht es an die Auswertung, dann werden die zwei Vereine gesucht mit den meisten Teilnehmern bzw. den meisten Teilnehmern unter 16 Jahren – es gibt eine Prämie von immerhin jeweils 500 Euro. Zudem werden die Ergebnisse der Finalkandidaten nochmals per „Plausibilitätsprüfung“ geprüft. Die Top4 jeder Disziplin und Klasse qualifizieren sich für das Finale in Wiesbaden, Nationalkaderathleten (bis auf NK2) sind dort jedoch nicht startberechtigt.

Dass die Top-Athleten Deutschlands dennoch Spaß an dem Wettkampf haben, zeigt sich an den Ergebnislisten: Im Flintenbereich mischen Andreas Löw, Paul Pigorsch (Trap) oder Vincent Haaga (Skeet) vorne mit, die Bogen-Disziplinen werden von Maximilian Weckmüller, Lisa Unruh, Elisa Tartler (Recurve) und Sebastian Hamdorf (Compound) angeführt. Und auch die Sportpistolen-Olympia-2. von Rio 2016, Monika Karsch, hat im Wettbewerb mit der Luftpistole mitgemacht.

Noch sechs Tage mitschießen und jetzt Meisterschützen-Souvenir sichern

Sechs Tage lang haben alle noch die Möglichkeit, ihr bereits geschossenes Ergebnis zu verbessern bzw. noch mitzumachen. Die zahlreichen Rückmeldungen zeigen, dass sich alle nach der langen Pause über diese Wettkampfmöglichkeit freuen. Umso schöner wäre es, wenn noch einige neue „Meisterschützen“ ihr Sportgerät in die Hand nehmen und mitmachen.

Und die, die bereits in den Ergebnislisten stehen, können die auch nach außen zeigen: Im „Meisterschützen“-Shop gibt es einige nette Souvenirs. Wir wünschen für die letzte Woche der Qualifikation Gut Schuss & Alle ins Gold!

14.09.2020 - 13:24

„Die allgemeinen Anforderungen und finanziellen Auflagen für die Ausrichtung eines Weltcups sind nochmals gestiegen, sodass das DSB-Präsidium entschieden hat, schweren Herzens keine Bewerbung abzugeben“, erklärt DSB-Vizepräsident Sport Gerhard Furnier.

Erstmals war München 1986 Standort eines ISSF-Weltcups, in diesem Jahr fiel der Wettkampf der Corona-Pandemie zum Opfer. Davor kamen lediglich viermal – 1994, 2002, 2004 und 2010 (damals fand die WM in München statt) – die weltbesten Schützen nicht zum Weltcup in die bayerische Landeshauptstadt.

Zwei internationale Veranstaltungen 2021 in Suhl

Für 2021 sieht der ISSF-Kalender fünf Weltcups vor, darunter drei „große“ mit allen Disziplinen (Flinte, Gewehr und Pistole). Auffällig: Diese finden allesamt im Osten bzw. Asien statt. Aus deutscher Sicht erfreulich: Der seit Jahren etablierte Junioren-Weltcup in Suhl steigt auch im nächsten Jahr auf dem Friedberg, zudem findet an gleicher Stelle die zweite Auflage der Masters Shooting Sport Championship (11.-18. September), einem internationalen Wettkampf für Schützen über 45 Jahre, statt.

Auch die zukünftigen Weltmeisterschaften sind – bis auf Moskau 2022 – allesamt in Übersee.

Wettkämpfe 2021

Weltcups

  • Flinte in Kairo/ÄGYPTEN (26. Februar-8. März)
     
  • Flinte, Gewehr, Pistole in Neu-Delhi/INDIEN (19.-28. März)
     
  • Flinte, Gewehr, Pistole in Changwon/SÜDKOREA (16.-27. April)
     
  • Flinte in Lonato/ITALIEN (5.-16. Mai)
     
  • Flinte, Gewehr, Pistole in Baku/ASERBAIDSCHAN (22. Juni-1. Juli)

Junioren-Weltmeisterschaft 

  • Alle Disziplinen in Las Palmas/PERU (25. September-10. Oktober)

Grand Prix 

  • Druckluft in Ruse/SLOWENIEN
  • Flinte in Rabat/MAROKKO
  • Gewehr & Pistole in Jakarta/INDONESIEN
  • Druckluft in Osijek/KROATIEN

Junioren-Weltcups

  • Flinte, Gewehr, Pistole in Suhl/DEUTSCHLAND (3.-11. Juli)
  • Flinte in Almaty/KASACHSTAN (26. August-6. September)

Masters

Flinte, Gewehr, Pistole in SUHL/Deutschland (11.-18. September) 
 

Weltmeisterschaften 2021-2024

2021: Junioren (alle Disziplinen), Las Palmas/PERU (25. September-10. Oktober)

2022: Erwachsene (alle Disziplinen), Moskau/RUSSLAND & Junioren (alle Disziplinen), Changwon/SÜDKOREA

2023: Erwachsene & Junioren (Gewehr & Pistole), Kairo/ÄGYPTEN (WM/JWM Flinte noch nicht festgelegt) 

2024: Junioren (alle Disziplinen), Sidney/AUSTRALIEN

10.09.2020 - 13:20

Was war zuerst, die Freunde, die dann zum Verein dazukamen oder die Vereinskollegen, die zu Freunden wurden?
Kagerer: „Beides. Bei uns geht im Schüleralter jeder zu irgendeinem Verein und meistens geht man da hin, wo die Freunde auch hingehen. Bei mir war es das Schießen. Aber dort triffst du andere Leute, die irgendwann wiederum zu Freunden werden. Vereinsabende, Ausflüge, die Gesellschaft – das trägt alles dazu bei.“

Niederbergkirchen ist ein kleines bayerisches Dorf, in dem jeder jeden kennt und der Verein der Treffpunkt für viele ist. Ist das auch heute noch der Treffpunkt für deine Freunde?
Kagerer: „Auf alle Fälle. Das hat sich nicht verändert. Wenn jeder Familie bekommt und ein Haus baut, ändert sich das vielleicht einmal für eine Zeit, weil man dann oft nicht mehr so viel Zeit für den Verein hat, aber dem Verein bleiben trotzdem die meisten treu. Und auch nach einer kleinen Auszeit wird man dann genauso wieder aufgenommen wie zuvor. Das macht das Ganze aus. Es ist und bleibt eine Anlaufstelle für alle – ganz generationsunabhängig. Da machen auch 20 bis 30 Jahre Altersunterschied nichts zwischen der Freundschaft aus.“

Sind diese Generationen übergreifende Freundschaften auch das besondere an den Freundschaften im Verein?
Kagerer: „Das ist mit Sicherheit bereichernd und das macht einen Verein auch aus. Wo hat man das sonst noch, dass man mehrere Genrationen an einen Tisch bekommt? Sportlich gesehen können ebenfalls Schützen miteinander schießen, die unterschiedlichen Alters sind und trotzdem miteinander befreundet sind. So habe ich dadurch Freunde kennengelernt, mit denen ich anders wohl nie zusammengekommen wäre.“

Auch in euren Rundenwettkampfmannschaften sind alle gut untereinander befreundet. Ist das die größte Motivationsspritze?
Kagerer: „Mit Sicherheit! Wir stacheln uns gegenseitig an, wer an dem Abend wohl das beste Ergebnis schießen wird, aber genauso wird zusammengehalten, wenn jemand nicht sein gewünschtes Ergebnis erbracht hat und ein anderer das vielleicht für ihn ausgebügelt hat. Es wird keiner an den Pranger gestellt, sondern es ist vielmehr schön, die Gemeinschaft zu sehen und gemeinsam eine Gaudi zu haben. “

Sind viele eurer Vereinsmitglieder auch außerhalb des Sports befreundet?
Kagerer: „Wir leben in einem Dorf – da ist das sicher noch einmal anders als in der Stadt – und in unserem Verein sind die Mitglieder vor allem auch aus Niederbergkirchen. Da ist es natürlich so, dass auch privat viel zusammen unternommen wird.“

Inwieweit tragen die Vereine aber trotzdem dazu bei, dass diese Freundschaften fürs Leben entstehen können?
Kagerer: „Gleiche Interessen, die Neugier, aber auch Neubaugebiete mit neuen Einwohnern ziehen Menschen an. Der Verein bringt dadurch Menschen zusammen, die sonst vielleicht nie zusammengefunden hätten.“

Ein hervorragendes Mittel zur Integration also…
Kagerer: „Der Verein ist ein Ort, an dem sich neue Leute in der Gesellschaft integrieren können, ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt wird, man mit Spaß am Vereinsleben teilnimmt und neue Freunde findet – auch außerhalb des Vereins. Wir haben ein schönes Beispiel, denn vor zwei Jahren kam ein kleiner Junge mit chinesischen Wurzeln zu uns in den Verein, der erst mit seinen Eltern in die Nähe gezogen ist, durch das Internet auf uns aufmerksam wurde und bei uns das Schießen anfangen wollte. Es hat keine zwei Schießabende gedauert, da hatte er sich bereits mit unseren Schülern angefreundet, obwohl sie sich noch nie vorher gesehen hatten.“

In eurem Verein finden viele Aktivitäten statt, die Freunde miteinander unternehmen können: Vom Schießabend über die italienische Nacht bis hin zum Schützenball. Wie wichtig sind diese Vereinsaktivitäten, um Freundschaften entstehen zu lassen und zu fördern?
Kagerer: „Sehr wichtig! Dort sieht man, was jeder kann, welche Begabungen jeder Einzelne hat und man lernt voneinander. Gerade während COVID-19 merkt man, dass dieser große Baustein abgeht. Die Gesellschaft, die Freundschaft leidet darunter sehr. Das ist vielen vielleicht noch gar nicht so bewusst. Man redet immer viel über die Arbeit, die an den Festen dran hängt, aber nun, wo sie in Moment nicht mehr stattfinden können, merkt man, dass es fehlt. Vielleicht ist es auch nicht schlecht, um besser zu begreifen, was das alles wert ist. Das ist mir auch selbst in dieser Zeit bewusst geworden. Jeder hat einen vollen Terminkalender und trotzdem freut man sich auf das Treffen mit den Freunden am Abend im Verein. Das alles fehlt im Moment. Die Freunde fehlen.“

Im Verein braucht es viele Hände, wenn es darum geht Feste auszurichten, den Verein am Laufen zu halten. Ist Freundschaft dafür die wichtigste Basis?
Kagerer: „Wenn Freundschaft nicht die Grundlage des Ganzen wäre, dann wäre eine Zusammenarbeit nicht möglich. Bei unserer italienischen Nacht müssen 64 Personen zusammen arbeiten, wenn da einer den anderen nicht mögen würde, dann könnte man ein solches Fest nicht ausrichten. Klar ist nicht jeder mit jedem befreundet, aber jeder hilft jedem. Es ist schade, wenn ein Verein kein Fest hat, denn diese sind unglaublich wichtig für den Teamgeist.“

Was ist das Besondere an den Freundschaften in einem Verein, die man durch den Sport kennenlernt?
Kagerer: „In einem Schützenverein wie bei uns ist man meist sein Leben lang. Junge Gesichter kommen, andere gehen, aber eigentlich lernt man ständig neue Freunde kennen.“

10.09.2020 - 13:20

Was war zuerst, die Freunde, die dann zum Verein dazukamen oder die Vereinskollegen, die zu Freunden wurden?
Kagerer: „Beides. Bei uns geht im Schüleralter jeder zu irgendeinem Verein und meistens geht man da hin, wo die Freunde auch hingehen. Bei mir war es das Schießen. Aber dort triffst du andere Leute, die irgendwann wiederum zu Freunden werden. Vereinsabende, Ausflüge, die Gesellschaft – das trägt alles dazu bei.“

Niederbergkirchen ist ein kleines bayerisches Dorf, in dem jeder jeden kennt und der Verein der Treffpunkt für viele ist. Ist das auch heute noch der Treffpunkt für deine Freunde?
Kagerer: „Auf alle Fälle. Das hat sich nicht verändert. Wenn jeder Familie bekommt und ein Haus baut, ändert sich das vielleicht einmal für eine Zeit, weil man dann oft nicht mehr so viel Zeit für den Verein hat, aber dem Verein bleiben trotzdem die meisten treu. Und auch nach einer kleinen Auszeit wird man dann genauso wieder aufgenommen wie zuvor. Das macht das Ganze aus. Es ist und bleibt eine Anlaufstelle für alle – ganz generationsunabhängig. Da machen auch 20 bis 30 Jahre Altersunterschied nichts zwischen der Freundschaft aus.“

Sind diese Generationen übergreifende Freundschaften auch das besondere an den Freundschaften im Verein?
Kagerer: „Das ist mit Sicherheit bereichernd und das macht einen Verein auch aus. Wo hat man das sonst noch, dass man mehrere Genrationen an einen Tisch bekommt? Sportlich gesehen können ebenfalls Schützen miteinander schießen, die unterschiedlichen Alters sind und trotzdem miteinander befreundet sind. So habe ich dadurch Freunde kennengelernt, mit denen ich anders wohl nie zusammengekommen wäre.“

Auch in euren Rundenwettkampfmannschaften sind alle gut untereinander befreundet. Ist das die größte Motivationsspritze?
Kagerer: „Mit Sicherheit! Wir stacheln uns gegenseitig an, wer an dem Abend wohl das beste Ergebnis schießen wird, aber genauso wird zusammengehalten, wenn jemand nicht sein gewünschtes Ergebnis erbracht hat und ein anderer das vielleicht für ihn ausgebügelt hat. Es wird keiner an den Pranger gestellt, sondern es ist vielmehr schön, die Gemeinschaft zu sehen und gemeinsam eine Gaudi zu haben. “

Sind viele eurer Vereinsmitglieder auch außerhalb des Sports befreundet?
Kagerer: „Wir leben in einem Dorf – da ist das sicher noch einmal anders als in der Stadt – und in unserem Verein sind die Mitglieder vor allem auch aus Niederbergkirchen. Da ist es natürlich so, dass auch privat viel zusammen unternommen wird.“

Inwieweit tragen die Vereine aber trotzdem dazu bei, dass diese Freundschaften fürs Leben entstehen können?
Kagerer: „Gleiche Interessen, die Neugier, aber auch Neubaugebiete mit neuen Einwohnern ziehen Menschen an. Der Verein bringt dadurch Menschen zusammen, die sonst vielleicht nie zusammengefunden hätten.“

Ein hervorragendes Mittel zur Integration also…
Kagerer: „Der Verein ist ein Ort, an dem sich neue Leute in der Gesellschaft integrieren können, ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt wird, man mit Spaß am Vereinsleben teilnimmt und neue Freunde findet – auch außerhalb des Vereins. Wir haben ein schönes Beispiel, denn vor zwei Jahren kam ein kleiner Junge mit chinesischen Wurzeln zu uns in den Verein, der erst mit seinen Eltern in die Nähe gezogen ist, durch das Internet auf uns aufmerksam wurde und bei uns das Schießen anfangen wollte. Es hat keine zwei Schießabende gedauert, da hatte er sich bereits mit unseren Schülern angefreundet, obwohl sie sich noch nie vorher gesehen hatten.“

In eurem Verein finden viele Aktivitäten statt, die Freunde miteinander unternehmen können: Vom Schießabend über die italienische Nacht bis hin zum Schützenball. Wie wichtig sind diese Vereinsaktivitäten, um Freundschaften entstehen zu lassen und zu fördern?
Kagerer: „Sehr wichtig! Dort sieht man, was jeder kann, welche Begabungen jeder Einzelne hat und man lernt voneinander. Gerade während COVID-19 merkt man, dass dieser große Baustein abgeht. Die Gesellschaft, die Freundschaft leidet darunter sehr. Das ist vielen vielleicht noch gar nicht so bewusst. Man redet immer viel über die Arbeit, die an den Festen dran hängt, aber nun, wo sie in Moment nicht mehr stattfinden können, merkt man, dass es fehlt. Vielleicht ist es auch nicht schlecht, um besser zu begreifen, was das alles wert ist. Das ist mir auch selbst in dieser Zeit bewusst geworden. Jeder hat einen vollen Terminkalender und trotzdem freut man sich auf das Treffen mit den Freunden am Abend im Verein. Das alles fehlt im Moment. Die Freunde fehlen.“

Im Verein braucht es viele Hände, wenn es darum geht Feste auszurichten, den Verein am Laufen zu halten. Ist Freundschaft dafür die wichtigste Basis?
Kagerer: „Wenn Freundschaft nicht die Grundlage des Ganzen wäre, dann wäre eine Zusammenarbeit nicht möglich. Bei unserer italienischen Nacht müssen 64 Personen zusammen arbeiten, wenn da einer den anderen nicht mögen würde, dann könnte man ein solches Fest nicht ausrichten. Klar ist nicht jeder mit jedem befreundet, aber jeder hilft jedem. Es ist schade, wenn ein Verein kein Fest hat, denn diese sind unglaublich wichtig für den Teamgeist.“

Was ist das Besondere an den Freundschaften in einem Verein, die man durch den Sport kennenlernt?
Kagerer: „In einem Schützenverein wie bei uns ist man meist sein Leben lang. Junge Gesichter kommen, andere gehen, aber eigentlich lernt man ständig neue Freunde kennen.“

10.09.2020 - 08:47

„Es war schön, diesen besonderen Wettkampf bestreiten zu dürfen. Zum einen, weil der Fernwettkampf in besonderer Weise für alle Mitglieder des DSB offen ist. Zum anderen, weil wir mit der ganzen Familie im gleichen Wettbewerb starten konnten“, so von Schönfels. Er selbst schoss Luftgewehr Auflage, seine Frau Petra Luftpistole Auflage. Und die Kinder Hans-Laurin und Viktoria zeigten mit dem Luftgewehr Jugend/Junioren bzw. Schüler) ihr Können.

Von Schönfels weiter: „Es war ein gelungener Einstieg in die Wettkampfsaison, die unter Corona-Bedingungen sicherlich eine ganz Besondere werden wird. Ich hoffe, dass noch viele Schützinnen und Schützen das Angebot des Deutschen Schützenbundes annehmen werden, um den Schießbetrieb in unseren Schützenhäusern und auf unseren Schießständen nach der „Corona-Auszeit“ wiederzubeleben.“

Statistik: Schützen im Alter von 8 bis 89 Jahren

Derweil ist die Marke von 2.000 Teilnehmern übersprungen worden. Dabei gibt es einige interessante Statistiken: Magnus Jocham und Heinz Mußbach sind aktuell mit jeweils 89 Jahren die ältesten Teilnehmer, den Gegenpart bilden Thorge Schwartz, Lasse von der Heyde, Jakob Biermann, Armin Müller und Malia Diescher, die allesamt acht Jahre alt sind. Damit zeigt sich wieder einmal, dass der Bogen- und Schießsport ein Sport für alle ist.

Und auch die Nationalkaderathleten hat die Online-Premiere gepackt: Beim Trap lieferten sich Andreas Löw (73 Treffer) und Paul Pigorsch (72 Treffer) einen Schlagabtausch, im Skeet-Wettbewerb hat Vincent Haaga - gemeinsam mit Thomas Ranner (jeweils 72 Treffer) - die Führung inne. Und im Compound setzte sich Sebastian Hamdorf ringgleich mit Hardy Noack an die Spitze (jeweils 366). Am Wochenende wollen zudem alle Recurve-Kaderschützen am Wettbewerb teilnehmen. Klar ist aber auch: Alle Nationalkader-Athleten sind sehr gerne bei der Qualifikation gesehen, dürfen aber nicht am Finale teilnehmen (bis auf NK2).

Wenig überraschend kommen die meisten der Teilnehmer aus dem mitgliederstärksten Landesverband Bayern. Es folgen Hessen, Württemberg und der Rheinische Schützenbund. Deutlich Luft nach oben in Sachen Teilnehmerzahl besteht in der Oberpfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Saarland, Sachsen und Berlin-Brandenburg. Dort liegen die Teilnehmerzahlen unter 50!

Und für besonders eifrige Vereine gibt es ja auch noch zwei Sonderprämien (jeweils 500 Euro) für die meisten Teilnehmer bzw. die meisten Teilnehmer unter 16 Jahren. Unser Meisterschützen-Appell lautet deshalb: Greift zu den Sportgeräten und zeigt, was ihr könnt. Der Präsident hat es vorgemacht! Gut Schuss & Alle ins Gold!

09.09.2020 - 08:37

2020 ist definitiv anders und erfordert Kreativität von allen. Freundschaften und Vereine werden  auf die Probe gestellt und trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, die man trotz der Einschränkungen zusammen unternehmen kann:

  • Besuch des Deutsche Schützenmuseums
  • Das Schützenfest digital feiern
  • Die Schießausrüstung desinfizieren
  • Das Vereinsheim aufräumen und auf Hochglanz polieren
  • Einen gemeinsamen Teamspruch überlegen
  • Neue Disziplinen ausprobieren, die man - wie z.B. Target Sprint oder Bogensport - gemeinsam draußen ausüben kann
  • Gemeinsam mit einer Fahrradtour oder einem Waldlauf die Fitness trainieren
  • Den Volltreffer-Podcast hören
  • Sich beim Meisterschützen 2020 #DuUndDeinVerein duellieren
  • Schießzeug ausmisten und eine Tauschbörse unter Freunden veranstalten
  • Die Vereinswebseite aktualisieren
  • Einen Videoabend veranstalten und alle Bogen- und Schießsportvideos bei Sportdeutschland.tv ansehen
  • Die LG/LP-Bundesliga gemeinsam im Meyton-Liveticker verfolgen und sein Favoritenteam unterstützen
  • Ein Schnupperschießen für Freunde organisieren

Und wenn sich irgendwann die Lage einmal wieder beruhigt hat, dann freuen wir uns umso mehr, diese Aktivitäten wieder gemeinsam ausüben zu können:

  • An einem Preisschießen (z.B. Oktoberfestlandesschießen) teilnehmen
  • Bei einem Bundesligawettkampf zusehen
  • An einem Schützenfestzug in der Schützentracht teilnehmen
  • Ein gemeinsames Trainingslager veranstalten
  • Ein Vereinsfest organisieren
  • Gemeinsam eine Traineraus- oder -weiterbildung machen
  • Auf ein Schützenfest gehen
  • Beim Schützenball das Tanzbein schwingen
  • Im Team bei Meisterschaften antreten
  • Gemeinsam Schießzubehör shoppen
08.09.2020 - 14:27

Warum machst du mit beim Meisterschützen?
Luke Freisinger: „Beim Meisterschützen mache ich mit, weil ich mich mit Jugendschützen aus ganz Deutschland messen kann.“
André Schwarz: „Es sind durch „COVID 19“ so gut wie alle Turniere und Meisterschaften weggefallen. Die Idee des DSB über eine Online-Qualifizierung finde ich äußerst positiv, mit meiner Teilnahme möchte ich das Projekt gerne unterstützen.“

Was ist das Besondere an diesem Wettkampf? Wie fühlt sich der Wettkampf im Vergleich zu anderen Wettkämpfen an?
Luke Freisinger: „Das Besondere an dem Wettkampf ist, dass ich gegen ältere, erfahrenere Schützen schießen darf. Normalerweise geht meine Altersklasse ja nur bis 12 Jahre. Im Vergleich zu anderen Wettkämpfen hat man beim Wettkampf selbst weniger Stress. Aber nach dem Wettkampf ist das Warten auf die Ergebnisse der anderen Schützen ungewohnt und aufregend.“
André Schwarz: „Dieser Wettkampf ist definitiv besonders, da ich die anderen Teilnehmer visuell nicht wahrnehmen kann. Jeder der Teilnehmer schießt unter anderen Bedingungen, gleichzeitig ist es aber genau das, was diesen Wettkampf so besonders macht. Die sozialen Kontakte der Mitschützen fehlen mir dann schon, das Philosophieren über Technik, Anlage und Ausrüstung ist immer gegenwärtig.“

Wie zufrieden seid ihr mit eurer Leistung?
Luke Freisinger: „Mit meinem Ergebnis bin ich zufrieden, hoffe aber, dass ich noch ein oder zwei Ringe mehr erreichen kann.“
André Schwarz: „Mein Score ist momentan nicht perfekt, da ist noch Luft nach oben. Eine Umstellung in Technik oder Material (bei mir neuer Schaft) heißt meist schlechtere Ergebnisse, bis das neu Erlernte in Routine übergeht. Mit dem Vertrauen durch die Routine steigt dann auch wieder der Score.“

Ihr seid aktuell auf Finalkurs. Was würde eine Finalteilnahme bedeuten?
Luke Freisinger: „Eine Finalteilnahme wäre "alles" für mich. Ich habe zwar schon einige Meisterschaften geschossen, aber an einem so großen, deutschlandweiten Wettbewerb noch nie teilgenommen.“
André Schwarz: „Die Betonung liegt auf „aktuell“, trotzdem würde ich mich über eine Teilnahme am Finale freuen. Besonders wieder von Angesicht zu Angesicht den Wettkampf bzw. Finale zu bestreiten. Das Finale ist für jeden immer etwas Besonderes, dieses Gefühl gibt es während der Qualifikation nicht.“

Die Teilnehmerzahl ist okay, aber der DSB will noch deutlich mehr erreichen. Warum sollten so viele Schützen wie möglich mitmachen?
Luke Freisinger: „Es macht einfach Spaß, an dem Wettkampf teilzunehmen und sich mit anderen zu messen. Daher sollten so viele wie möglich daran teilnehmen.“
André Schwarz: „Die Teilnehmerzahl sollte hoch gesetzt sein, um genau zu wissen, wo man steht. Gerade in Zeiten einer Pandemie sollte man versuchen, unter den möglichen Auflagen, unseren Sport am Leben zu erhalten.“

08.09.2020 - 11:57

Andrea Heckner war es, die bereits im Luftpistolen-Vorkampf der Damen mit 576 Ringen aufhorchen ließ. Deutlich setzte sie sich von der Zweitplatzierten, Carina Wimmer (570 Ringen), ab.  Daran sollte sich auch im Finale nichts ändern: Hohe Zehnerwertungen zum Abschluss und ein tolles Finalergebnis von 240,2 Ringen reichten für den deutlichen Sieg (4,1 Ringe Vorsprung) vor Michelle Skeries, die sich im Gegenzug den Sieg mit der Sportpistole sicherte. Platz zwei ging im Sportpistolenfinale an Tabea Ocker, Platz drei an Doreen Vennekamp, die sich trotz eines Waffendefektes und Waffentausches während des Finals noch auf das Podest hüpfte. „Der Wiedereinstieg ist also gemacht“, so ihr Fazit, dass sie auf den sozialen Medien verlauten ließ. Deutlich war am Ende auch der Vorsprung von Philipp Grimm im Luftpistolen-Finale der Männer. Als Vierter des Vorkampfes, den Kevin Venta mit 583 Ringen dominierte, kämpfte sich Grimm durch eine konstante Schießleistung Schritt für Schritt nach vorne. Der Lohn: Platz eins vor Michael Schwald und Paul Fröhlich. Das Team der HSG München mit Alexander Todorov und Mariia Polishchuk schoss sich zudem im Mixed-Wettkampf auf Rang zwei, Nina Adels und Michael Heise ergatterten Bronze für Bayern.

Zum ersten Mal gab es in Berlin auch Finals für die Junioren und diese nutzen ihre Chance. Vanessa Seeger ließ im Luftpistolenfinale nichts anbrennen und siegte mit 6,7 Ringen Vorsprung vor Jette Lippert und Sarah Tauermann, nachdem sie bereits im Vorkampf mit 570 Ringen eine deutliche Bestmarke setzte. Mit der Sportpistole zog Seeger wiederum als Erste ins Finale ein, musste dann allerdings Kollegin Nina Adels im Finale den Vortritt lassen, die ihr mit 34 Treffern davonzog. „Die Vorrunden sind ausbaufähig, aber besonders das Sportpistolen- und Mixed-Finale sind super verlaufen“, so die Nachwuchssportlerin selbstkritisch. Platz drei ging an Eileen Schupper. Bei den Junioren konnte Sebastian Schulz gerade noch den Schlussspurt von Sören Korn abwehren und den Sieg nach Hause holen. Platz drei ging an Phillip Liebrecht, der zudem Gold und Bronze in den beiden Schnellfeuerwettbewerben gewann und damit zu einem der erfolgreichsten Athleten des Feldes zählte. Gemeinsam mit Ian von der Osten Fabeck (2xSilber) und Eric Liebrecht (Gold & Bronze) behielten sie das Schnellfeuerpodest fest in ihren Händen. Während die Pistolenschützen mit einigen Medaillen die Heimreise antraten, konnte im Gewehrbereich einzig Maxi Reuter bei den Juniorinnen mit einer Silbermedaille im Luftgewehr-Finale überzeugen. Bronze im Liegendwettbewerb der Männer ging an Karl Henning. Zu stark war die Konkurrenz aus Dänemark, Ungarn, Polen und Co.

08.09.2020 - 08:13

Im Nationalkader trifft man auf Menschen, die mit dem Schießsport schon mal ein gleiches Interesse haben, die gleiche Ziele verfolgen und auch oftmals ähnliche Charaktereigenschaften wie Ehrgeiz, Teamfähigkeit und Zielstrebigkeit aufweisen. Also die perfekte Grundlage für Freundschaften. Was machen für dich Freundschaften im und durch den Sport aus?
Lehrich: „Freundschaft im und durch den Sport ist was Besonderes. Man trifft Menschen, die einen auf eine andere Art und Weise verstehen als  Freunde außerhalb des Sports. Außerdem schafft man es, sich gemeinsam zu unterstützen, obwohl immer nur einer gewinnen kann.“
Butterer: „Freundschaften im Sport machen für mich aus, dass man jemanden hat, mit dem man seinen Trainingsalltag gestaltet und mit dem man viele Sachen, die mit dem Sport zu tun haben, bereden kann. Freundschaften im Sport machen es aber auch aus, dass man fern ab vom Sport schöne Stunden zusammen verbringt, bei denen es nicht um das Schießen geht.“

An welches Erlebnis mit deinen Sportfreunden denkst du am liebsten zurück?
Lehrich: „An meine letzte Junioren-Europameisterschaft 2016 in Tallinn (EST) und an den Einzug ins Bundesligafinale letzte Saison mit meinem Team vom SV Wieckenberg.“
Butterer: „An die Europameisterschaft 2017 in Baku, naja, vielleicht nicht direkt an den Wettkampf. Wir haben im Team, zusammen mit Christine Wenzel und Nele Wißmer, den ersten Platz in der Teamwertung belegt. Allerdings mussten wir auf die Medaille acht Monate warten. Dies hat uns als Team von drei Freundinnen zu einer echten Einheit werden lassen.“

Als Leistungssportler will man gewinnen, man will selbst der Beste sein. Was passiert bei euch aber, wenn der Sportfreund auf der Erfolgswelle schwimmt und man selbst der eigenen Leistung hinterherhinkt?
Lehrich: „Ich gönne dann den Erfolg und freu mich für den anderen. Klar ist mein Ehrgeiz geweckt, ich bin dann aber nicht eifersüchtig oder so. Für meine Leistung bin ich selbst verantwortlich und kein anderer.“
Butterer: „Natürlich ist das eine schwierige Situation, jeder möchte gerne der oder die Beste sein. Aber einen guten Leistungssportler macht es auch aus, anderen – und vor allem Freunden – den Erfolg zu gönnen und sich zusammen darüber zu freuen.“

Wie viel Konkurrenzdenken darf es hier geben?
Lehrich: „Das kommt drauf an: An der Schießlinie so viel, wie man selbst meint. Hinter der Schießlinie braucht man das meiner Meinung nach nicht.“
Butterer: „Ich denke, Konkurrenz ist auf dem Weg an die Spitze sehr wichtig. Jeder will der oder die Beste sein. Und wie jeder weiß: ‚Konkurrenz belebt das Geschäft‘. Man muss dabei den Sport und die Freundschaft aber klar voneinander trennen. Das eine ist der Sport auf dem Schießstand, das andere die Freundschaft fern ab vom Schießstand.“

Wie wichtig ist die gegenseitige Unterstützung auf dem Weg an die Spitze?
Lehrich: „Ich finde, dass das sehr wichtig ist. Das ist wie im alltäglichen Leben, gemeinsam schafft man mehr und man spornt sich gegenseitig zu besseren Leistungen an. Aber auch wenn es mal nicht so läuft, hilft es, dass man jemanden hat, der genau versteht, wie man sich gerade fühlt und mit dem man reden kann.“
Butterer: „Sich gegenseitig zu unterstützen, finde ich sehr wertvoll. Man kann viel voneinander lernen und profitiert auch von dem gemeinsamen Training, wobei man sich auch an den Leistungen der anderen orientieren kann. Außerdem motiviert es, einen Trainingspartner/Freund an seiner Seite zu haben.“

Auch zwischen den besten Freunden gibt es einmal Streit. Normalerweise kann man sich dann aus dem Weg gehen, aber nicht, wenn man mit dem Nationalkader auf Reisen ist oder auf dem Lehrgang. Welche Herausforderungen gibt es da zwischen Sportfreunden auch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit?
Lehrich: „Gerade wenn man unterwegs auf Wettkämpfen ist, sollte man in der Lage sein, die Probleme direkt zu benennen und zu klären. Schießen ist zum Großteil Kopfsache und wenn der Kopf nicht frei ist aufgrund von Streitigkeiten, kann das die Leistung negativ beeinflussen.“
Butterer: „Als Herausforderung würde ich es nicht ansehen. Es ist dabei nur wichtig, dass man vorher eine klare Absprache trifft, wie man mit solchen Situationen umgeht. Am besten ist es jedoch, man spricht sich einfach aus und schafft den Streit aus der Welt.“

Du bist als Sportler viel unterwegs und man muss lernen seine Prioritäten zu setzen. Wie schwierig ist es Freundschaften außerhalb des Leistungssports zu pflegen?
Lehrich: „Es ist nicht leicht. Gerade in den Monaten, in denen ich viel zum Schießen unterwegs bin und auch in der Uni viel beschäftigt bin, habe ich meist nur virtuellen Kontakt zu meinen Freunden außerhalb des Schießsports. Aber wenn man die richtigen Freunde hat, verstehen die das und unterstützen einen auf seinem Weg. Umso schöner ist dann das Wiedersehen nach längerer Zeit.“
Butterer: „Das finde ich ist sehr schwierig.“

Hast du manchmal Angst davor, dass die Freundschaften, die du dir jetzt im Sport aufgebaut hast, zerbrechen, wenn du mit dem Sport aufhörst?
Lehrich: „Nein, da sehe ich es so, wie mit meinen Freunden außerhalb des Schießsports: wenn es die richtigen Leute sind, dann hält die Freundschaft auch. Natürlich müssen immer beide was dafür tun.“
Butterer: „Viele Freunde trifft man bei Lehrgängen, Ranglisten oder internationalen Einsätzen. Sobald man dem Sport den Rücken zukehrt, besteht natürlich die Angst, dass die Freundschaften daran zerbrechen.“

Wenn du nun an deine engsten Sportfreunde denkst, für was bist du am meisten dankbar?
Lehrich: „Einfach dafür, dass sie da sind und für die vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen, die ich schon habe und die noch kommen werden.“
Butterer: „Ich bin dankbar für die Unterstützung im Trainingsalltag und auf Reisen, aber vor allem abseits des Sports.“

07.09.2020 - 09:35

„Elf Freunde müsst ihr sein!“ hieß es vom früheren Fußballbundestrainer Sepp Herberger. Ist Freundschaft etwa eine Erfolgsformel für den Sport? Wenn es nach dem niedersächsischen Landestrainer und Bundesligacoach Christian Pinno geht, dann ja: „Freundschaft steht für Vertrauen, gegenseitige Unterstützung, Sympathie und nicht zuletzt für bedingungslosen Zusammenhalt. Diese Attribute können Sportler wie Mannschaften in ungeahnte Leistungshöhen pushen und sind Voraussetzungen, damit ein echtes Team überhaupt funktioniert.“

Freundschaft zählt dabei zu den traditionsreichsten und ältesten sozialtheoretischen Begriffen und entstand schon lange bevor es die Soziologie gab, um aber genau dieses „Soziale“ zu beschreiben. Freundschaft beschreibt genauer gesagt eine soziale Bindung zwischen Menschen. Auf mehr will sich die Wissenschaft aber auch nicht festlegen, denn zu differenziert sei der Begriff, zu viele Ausnahmen machen eine genauere Definition fast schier unmöglich. Georg Simmel (1858-1918) war einer der ersten Soziologen, der sich mit Freundschaft auseinandersetzte. Für ihn ist Freundschaft eine Form der sozialen Wechselwirkung – ein Geben und Nehmen. Wie das Verhältnis der Menschen zueinander ist, entscheide dabei auch die Frage des Wissens umeinander. Denn je mehr ich von jemandem weiß, desto besser kann ich dessen Gesamtpersönlichkeit erfassen. Je kleiner also die Diskretionsreserve ist, desto eher wird eine Beziehung als Freundschaft und weniger als Bekanntschaft gesehen. Denn Freundschaft baut für Simmel auf der ganzen Breite der Persönlichkeit auf. Sport dient dabei häufig als Katalysator, denn man lernt sich schnell besser kennen. Zum einen, weil man viel Zeit miteinander bei Training, Wettkämpfen und Reisen verbringt und zahlreiche gemeinsame Erinnerungen sammelt, die zusammenschweißen. Zum anderen, weil man sich und andere in Extremsituationen kennenlernt. Leistungsdruck, Erfolg und Misserfolg, Freude, Enttäuschung und Selbstzweifel gehören zu einem Sportlerleben unweigerlich dazu. Offen über seine Probleme und Gefühle mit Trainern und Kollegen zu reden, gehört für Sportler genauso dazu, wie sich über Technik und Taktik auszutauschen. So verfügen laut Becker et al. sportaktive Personen häufig über einen größeren Freundes- und Bekanntenkreis, treffen sich häufiger mit Freunden und Bekannten, haben mehr Kontakte und sind in mehr Kontexten organisiert als Nichtsportler.

Freunde können der Grundbaustein sein, am Sport teilzunehmen und Interesse an einer Sportart zu wecken, die man am Ende gemeinsam ausübt. Freunde treffen, Spaß haben, gemeinsam Lachen  - das ist ein großer Motivationsfaktor. Aber auch andersrum können Freunde oder auch zerbrochene Freundschaften ein Grund sein, mit dem Sport aufzuhören. Freunde außerhalb des Sports, die kein Verständnis haben, dass ein Wettkampf wichtiger ist als eine Nacht in der Disco und sich deshalb von einem abwenden. Neid und Missgunst, die Freundschaften zerbrechen lassen und den Spaß am Sport verderben. Und so, wie es Freunde gibt, die sich gemeinsam weiterentwickeln, gibt es Freunde, die sich durch den Sport in verschiedene Richtungen entwickeln. Auch das gehört zum Sport. Doch wir haben die Wahl, wenn es darum geht, wen wir zu unseren Freunden zählen, denn immer geht es laut Bude et al. um das Rätsel freiwilliger Bindungen in einer Gesellschaft der Individuen. Auch jeder Sportler muss seinen individuellen Weg an die Spitze finden, manchmal egoistisch sein, wenn es darum geht herauszufinden, was das Beste für einen ist, um Höchstleistung zu vollbringen und eine starke Persönlichkeit aufzuweisen, um mit all dem Druck umgehen zu können, der auf Leistungssportlern lastet. Wie passen hier Freundschaften rein?

Soziologe Siegfried Kracauer zeigt noch einmal den Unterscheid verschiedener sozialer Beziehungen auf: Während Kameraden nur auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, bei dem die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen hinten angestellt wird, sind Bekanntschaften zunächst eher zufällige Begegnungen. Zu den Bedingungen wahrer Freundschaft zähle hingegen ein Persönlichkeitsbewusstsein, Liebe, Zuneigung sowie Gemeinsamkeiten bei wesentlichen Vorstellungen. Vor allem Letzteres dürfte bei Sportlern ein starkes Motiv sein. So ist es nicht verwunderlich, dass auch zu Mario Gonsierowskis Freunden, er ist Bundesstützpunkttrainer Gewehr in Garching, größtenteils ehemalige Wegbegleiter zählen, auch wenn jemand anderes die ganz große Hauptrolle in Sachen Freundschaft spielt: „Meine Frau ist zugleich meine beste Freundin! Die meisten meiner Freunde habe ich jedoch im und durch den Leistungssport gewonnen, mit dem ich nunmehr über fünf Jahrzehnte eng verbunden bin. Es sind ehemalige Sportkameraden aus meiner aktiven Zeit sowie Trainerkollegen, mit denen ich meine Leidenschaft für das leistungssportliche Gewehrschießen teile. Und auch Sportler gehören dazu, mit denen ich viele, viele Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet habe und gemeinsam durch Höhen und Tiefen des Spitzensportes gegangen bin.“ Es ist das gegenseitige Vertrauen, das sich über die Zeit aufbaut, die gleichen Interessen, ähnliche Ziele, gemeinsame Geschichten und tausend weitere Puzzleteile, die am Ende zu diesen Freundschaften im Sport beitragen und die Grenzen überwinden können.

Das zeigt sich auch, wenn man auf die internationale Ebene des Sports blickt. Hier sind viele Sportler auch über Grenzen hinweg miteinander befreundet. Eine Freundschaft, die sich meist auf Weltcups, Trainingslagern und internationalen Wettkämpfen entwickelt hat. Dass Sport ein hervorragendes Mittel zur Integration ist, bestätigt auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB): „Sportvereine können Menschen, die nach Deutschland kommen und sich fremd in unserer Kultur fühlen, wichtige Begegnungen und Gemeinschaftserlebnisse bieten. Bei Bewegung, Spiel und Wettkampf finden Menschen unterschiedlichster Herkunft schnell eine gemeinsame Sprache.“ Sport führt Menschen zusammen, die ansonsten vielleicht nie zusammengefunden hätten – im Verein, im Nationalkader, bei Wettkämpfen. Ganz egal, woher sie kommen, wie sie aussehen, welches Geschlecht sie haben oder wie alt sie sind. Denn wie bereits die DSOB-Integrations-Kampagne schön zeigt: Alle kommen vom Sport.

„Ich nenne sie Lieblingsmenschen, meine Freunde. Es sind die Menschen, denen ich uneingeschränkt vertraue und die mich durch ihre ehrliche und zuverlässige Art beeindrucken“, so Gonsierowski, für den es eine Ehrensache ist, dass sich auch seine Freunde auf ihn verlassen können und für den ein Zitat von Daniel Defoe seine Einstellung und Gefühle am Besten beschreibt: „Die Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aber aus dem Respekt!“

Quellen:

Becker, S., Häring, A. Soziale Integration durch Sport?. Sportwiss42, 261–270 (2012). doi.org/10.1007/s12662-012-0243-y

Bude, H. Soziologie der Freundschaft. Berlin J Soziol27, 547–557 (2017). doi.org/10.1007/s11609-017-0344-4

Schobin, J., Leuschner, V., Flick, S., Alleweldt, E., Heuser, E. A., & Brandt, A. (2016). Freundschaft heute. Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie. Mit Gastbeiträgen von A. Knecht, Ch. Kühner und K. Marquardsen. Bielefeld: transcript.

DOSB (30.07.2018). Freunde geworden. Zuletzt aufgerufen am 03.09.2020 unter integration.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/freunde-geworden/

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