Aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung ist der Trainingsbetrieb bis mindestens Ende November stark eingeschränkt.
29.09.2020 - 13:21

Die Freude bei beiden Vereinen war riesengroß: „Ich werde verrückt, das hätte ich nicht erwartet. Wahnsinn!“, lautete die erste Reaktion von Heinz-Peter Urbach, dem Vorsitzenden des SSV Neuss-Reuschenberg. Und Wojciech Gawor, Trainer in der Bogenabteilung des USC Viadrina, meinte: „Das ist natürlich super! Die Kinder werden vor Freude hochspringen.“

Urbach lobte den DSB und sagte: „Der Wettbewerb hat uns viel Spaß gemacht. Nach der langen Corona-Pause und dem startenden Trainingsbetrieb hat es viele Leute zum Schießstand hingezogen. Fast die Hälfte unserer Mitglieder hat mitgemacht.“ Gawor und seine Trainerkollegen waren kreativ und sorgten mit Hilfsmitteln dafür, dass auch die Jüngsten mitschießen konnten: „Schließlich schießen unsere Schüler D sonst nur auf 10 Meter Entfernung!“

Und was wird mit dem Gewinn gemacht: „Der wird auf jeden Fall im Bereich der Jugend angesiedelt. Wir wollten eine Art Trikotsatz besorgen, damit sie bei Veranstaltungen einheitlich auftreten können – das können wir jetzt tun“, so Urbach. In Frankfurt/Oder ist das selbstredend so, schließlich sorgte die hervorragende Jugendarbeit für den Preis: „Wir werden Bogenscheiben kaufen, mit den Kindern Eis essen gehen sowie ein Feuerchen machen und es uns gut gehen lassen.“


Die Top Ten der Vereins-Wettbewerbe

Meiste Teilnehmer

1. SSV Neuss-Reuschenberg 1956 e.V., 75 Teilnehmer
2. Vereinigte Sportschützen Epe 2014 e.V. VSS Epe 2014 e.V., 68 Teilnehmer
    Kgl.priv. Hauptschützenges. München 1406, 68 Teilnehmer
4. Edelweiß Scheuring, 61 Teilnehmer
5. USC Viadrina Abt. Bogensport, 46 Teilnehmer
6. SV Barkhausen Porta e.V., 38 Teilnehmer
7. Schützenkompanie von 1864 e.V. Salzhausen, 37 Teilnehmer
8. Sportschützen Köln-Stammheim, 35 Teilnehmer
9. KK-Schützenverein Hambrücken, 33 Teilnehmer
10. Eichenlaub e. V. Oberhinkofen, 32 Teilnehmer

Meiste Teilnehmer unter 16 Jahren

1. USC Viadrina Abt. Bogensport, 26 Teilnehmer
2. Eichenlaub e. V. Oberhinkofen, 21 Teilnehmer
3. BSG-Raubling e. V., 19 Teilnehmer
4. SSV Neuss-Reuschenberg 1956 e.V., 17 Teilnehmer
5. Schützengilde zu Werder/H., 15 Teilnehmer
6. Vereinigte Sportschützen Epe 2014 e.V. VSS Epe 2014 e.V., 14 Teilnehmer
7. SG 1869 Oberlauterbach e.V., 13 Teilnehmer
    Kgl.priv. Hauptschützenges. München 1406, 13 Teilnehmer
9. SV Isargrün Goben, 12 Teilnehmer
    Sportschützenverein Unteröwisheim, 12 Teilnehmer
    Schützenverein Elstorf und Umgebung von 1869 e.V., 12 Teilnehmer

29.09.2020 - 10:14

Die Absage betrifft die 1. und 2. Bundesliga, die darunter startenden Ligen finden unter Verantwortung der Landesverbände statt. „Die 1. und 2. Bundesliga ist quasi „eingefroren“, d.h. es gibt keinen Auf- und Abstieg. Und das wirkt sich natürlich auch auf die darunter liegenden Ligen aus, bei denen die Aufstiegsregelung ebenfalls ausgesetzt ist“, sagt Gerhard Furnier, DSB-Vizepräsident Sport und Ligaausschuss-Vorsitzender, zu den Auswirkungen.

Die Ausschuss-Sitzung verlief nach Aussagen Furniers sehr emotional und umkämpft, „das Votum war aber am Ende eindeutig und muss dann auch so akzeptiert werden.“ Vor allem folgende Aspekte rückten bei der Entscheidung in den Vordergrund: Die Vereine hatten Bedenken, dass ihre Schützen nach Auswärtsfahrten in eine längere Quarantäne müssten und dies negative Auswirkungen auf den beruflichen Alltag der Sportler hätte. Zudem wogen auch Reisebeschränkungen und Probleme von Unterbringungsmöglichkeiten schwer. Furniers Angebot und Idee, einen Fernwettkampf durchzuführen, wurde abgelehnt.

„Die Entscheidung ist ein herber Rückschlag für die Bundesliga und den Schießsport in Deutschland allgemein. Der DSB als basisdemokratischer Verband akzeptiert die Meinung der Vereine, die die Bundesliga am Leben erhalten. Es ist schade, dass mein Angebot zur Durchführung der Saison mit Fernwettkämpfen in begründeten Fällen keine Mehrheit gefunden hat. Ich bitte alle Vereine, die sich für die Durchführung vorbereitet hatten um Verständnis!“

Der Ligaausschuss ist aktuell mit 15 Personen besetzt und wird von Vizepräsident Gerhard Furnier geleitet. Dort sitzen fünf Ligaleiter (für die 1. Bundesliga sowie die fünf 2. Ligen), DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann sowie vier Vereins- und vier Aktivenvertreter für die Luftgewehr- und Luftpistolen-Bundesliga Nord und Süd in dem Gremium.

28.09.2020 - 10:53

Wie fällt das Fazit als Vierter aus?
Christhard Junge: „Ich bin sehr zufrieden. Ich bin als Achter der Qualifikation in das Finale reingerutscht und hatte schon gewonnen, dass ich bei diesem Finale dabei sein konnte. Ein Finale ist noch einmal etwas anderes, als wenn man zu Hause am eigenen Stand schießt. Wenn es den Wettbewerb nächstes Jahr wiedergeben sollte, bin ich wieder dabei.“

Was macht den Unterschied zwischen dem Finale hier und dem Schießen zu Hause aus?
Christhard Junge: „Es ist ein gravierender Unterschied! Zu Hause stehst du am Stand, machst deinen Schuss ganz relaxed, da stört dich keiner, du zeigst keine Nerven. Hier hast du einen Gegner, die Nervenanspannung ist ganz anders und nicht zu vergleichen.“

Du hast sowohl im Halbfinale als auch im Bronzefinale im Stechschuss verloren! Wie bitter war das?
Christhard Junge: „Es ist schade. Das mit dem Stechschuss muss ich vielmehr trainieren, ich hätte mir deutlich mehr Zeit nehmen können. Aber alles gut, ich bin froh, dass ich hier war. Ich habe meinen Urlaub extra abgebrochen. Es freut mich, dass ich dabei war und kann das nur jedem empfehlen. Es war für mich ein richtig gutes Training innerhalb dieser Coronazeit und der Wettbewerb eine riesige Motivation.“

Wann hast du von der Finalteilnahme erfahren?
Christhard Junge: „Am Montag habe ich im Urlaub per Mail von der Nachrücker-Chance erfahren, am Mittwoch beim Abendessen kam die offizielle Einladung per Mail – da bin ich fast vom Stuhl gefallen. Wir sind nach Hause gefahren und ich habe noch ein paar Trainingsschüsse gemacht – das hat sich gelohnt. Das war auch wie Urlaub hier.“

Wo warst du im Urlaub und was hat die Frau zu der Aktion gesagt?
Christhard Junge: „Wir waren in der Lausitz, hatten schönes Wetter und auch von der Corona-Lage ist dort alles gut. Die Frau schießt auch und hat voll mitgezogen. Es war klar, dass ich nach Wiesbaden wollte, sonst hätte ich nicht mitgemacht. Es ist für mich mein bisher größter sportlicher Erfolg.“


Urkunde, Fanshop-Artikel und Re-Live Sportdeutschland.TV
Anbei noch einige Hinweise: Die Teilnehmerurkunden können heruntergeladen werden. Dazu auf der Meisterschützen-Seite einloggen und auf "Mein Profil" gehen. Dort ist dann der Button, um die eigene Urkunde auszudrucken. Zudem gibt es noch Fan-Artikel im Meisterschützen-Shop. Und für alle, die nichts von den Finals gesehen haben: Diese sind im Re-Live verfügbar.

27.09.2020 - 10:59

Denn alle Teilnehmer an den Finals waren Gewinner. Die 64 Teilnehmer hatten sich deutschlandweit in den verschiedenen Disziplinen und Klassen durchgesetzt und erhielten allesamt eine kleine Prämie (1. Platz 250 Euro, 2. Platz 200 Euro, 3. Platz 150 Euro, 4. Platz 100 Euro). Und da das Motto #DuUndDeinVerein heißt, bekam der Verein des Sportlers die gleiche Prämie obenauf.

Die 16 Sieger des Premieren-Wettbewerbs

Die erfolgreichsten, weil siegreichen, Sportler lauten:Kai Knechtel (Compound Erwachsene, Bogenschützen Gerdau e.V.), Yanneck Regling (Compound Jugend/Junioren, TSG Lübbenau Abt. Bogensport), Noah Nuber (Compound Schüler, Sportschützenverein Baiertal), Hendric Schüttenberg (Recurve Erwachsene, Schützenverein Querum v. 1874 e.V.), Max Moulliet (Recurve Jugend/Junioren, Sportschützenverein 1985 Hatzenbühl), Luke Freisinger (Recuve Schüler, Schützenverein e.V. Wörth), Kerstin Kohler (Luftgewehr Erwachsene, Schützenkameradschaft Dachtel), Marie Christin Hönge (Luftgewehr Schüler, Schützenverein Tell e.V. Urexweiler), Anne Ursula Mayer (Luftgewehr Auflage, Schützenkameradschaft Dachtel), Ferdinand Hengst (Luftpistole Schüler, Priv. SSG zu Dresden e.V.), Susanne Roß (Luftpistole Erwachsene, Kgl. priv. HSG Regensburg), Valerius Rack (Luftpistole Auflage, SG 1868 e.V. Bad Berneck), Jan Andres (Trap Jugend, Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.), Jeremy Schulz (Trap Erwachsene, Schützenclub Diana e.V.), Maximilian Seibel (Skeet Jugend, SSC Schale e.V.), Christian Butterer (Skeet Erwachsene, SSC Schale e.V.)

Urlaub wegen Meisterschütze abgebrochen

So ein Event schreibt natürlich auch eigene, besondere Geschichten. Auflage-Schütze Christhard Junge brach eigens seinen Urlaub ab, als er von seiner Teilnahme hörte: „Ich war ja nur Achtter in der Qualifikation und habe nicht gerechnet, dass ich nachrücke. Ich wollte unbedingt dabei sein, das ist mein größter Erfolg beim Sportschießen!“

Mit Cedric Rieger und Janine Meißner ließen es sich zwei Nationalkader-Schützen nicht nehmen, vor Ort dabei zu sein und die Finalisten zu unterstützen. Diese zeigten durchweg begeisternden Sport, obwohl sie unter besonderen Bedingungen schießen mussten: Schließlich ging es im Druckluft- und Bogensport – wie auch natürlich im Flintensport üblich – nur um „Treffer“ oder „Nicht-Treffer“.

Ganz besondere Duelle gab es am Flintenstand: Schließlich standen sich mit Alexander und Annabella Hettmar zwei Geschwister im Bronzefinale der Skeet Jugend (11:9 für Christian) gegenüber, und im Halbfinale der Skeet Erwachsenen trafen die Brüder Butterer, Paul und Christian, aufeinander. Den Titel sicherte sich letztlich Christian Butterer ohne Fehlschuss im Goldfinale. Das spannendste Finale gab es ebenfalls im Flintenbereich – bei der Skeet Jugend setzte sich Maximilian Seibel erst mit dem zweiten Stechschuss gegen Clemens Jacob durch. Und Susanne Roß, Siegerin mit der Luftpistole, freute sich über einen kleinen finanziellen Zuschuss für die Hochzeitskasse – am kommenden Freitag heiratet sie.

Das Fazit aller Finalteilnehmer war durchweg positiv und war auch kaum vom durchwachsenen Wetter getrübt. Eine Neu-Auflage – so die Schützen im Gespräch – sei absolut willkommen. Der DSB wertet nun den gesamten Wettbewerb aus, zieht dann seine Schlüsse und sagt vorab Danke an alle Meisterschützen-Teilnehmer.

Die Ergebnisse der Finals im Einzelnen

Luftgewehr Schüler
Goldfinale: Marie Christin Hönge (Schützenverein Tell e.V. Urexweiler) vs. Johanna Kurmann (Schützengilde zu Werder/H.) 15:8
Bronzefinale: Annabelle Lotter (Schützengilde Engstingen) vs. Finnja Rentmeister (SpSch AvL Hamminkeln e.V.) 15:13

Luftgewehr Jugend/Junioren/Erwachsene
Goldfinale: Kerstin Kohler (Schützenkameradschaft Dachtel) vs. Patrick Müller (Gemütlichkeit Mertingen) 19:13
Bronzefinale: Jana Erstfeld (SSG Kevelaer 2005 e.V.) vs. Nicole Juchem (St. Seb. Br. Gymnich 1139 e.V.) 16:15

Luftgewehr Senioren
Goldfinale: Anne Ursula Mayer (Schützenkameradschaft Dachtel) vs. Clemens Buschmann (Sportschützenverein Lohne e.V.) 20:18
Bronzefinale: Gudrun Große-Venhaus (BSV Bottrop-Vonderort e.V.) vs. Christhard Junge (Sportschützengilde Magstadt) 18:18 im Stechen 10,4:9,9 für Große-Venhaus

Luftpistole Schüler
Goldfinale: Ferdinand Hengst (Priv. SSG zu Dresden e.V.) vs. David Obenaus (SchGi Döllingen) 17:15
Bronzefinale: Simon Steinmetz (Büdinger Schützengesellschaft 1353 e.V.) vs. Tobias Schulz (Büdinger Schützengesellschaft 1353 e.V.) 14:13

Luftpistole Jugend/Junioren/Erwachsene
Goldfinale: Susanne Roß (Kgl. priv. HSG Regensburg) vs. Florian Schmidt (Echzeller Sportschützengemeinschaft e.V.) 8:7
Bronzefinale: Oliver Balg (Edelweiß Scheuring) vs. Andreas Kögler (SpSch St.Seb. Pier 2000 e.V.) 9:6

Luftpistole Senioren
Goldfinale: Valerius Rack (SG 1868 e.V. Bad Berneck) vs. Markus Blass (Schützenverein St. Hub. Saarlouis-Fraulautern) 12:11
Bronzefinale: Heinz Kraft (Schützenverein Stangenrod e.V.), Ralf-Peter Müller (Schützenverein St. Hub. Saarlouis-Fraulautern) 13:12

Recurve Schüler
Goldfinale: Luke Freisinger (Schützenverein e.V. Wörth) vs. Kilian Jacob Mayer (BSG-Raubling e.V.) 17:15
Bronzefinale: Mia Schüller (KK-Schützenverein Stebbach) vs. Felix-Alexander Pape (TuS Grün-Weiss Holten - BoSch) 15:15 im Stechen für Schüller

Recurve Jugend/Junioren
Goldfinale:Max Moulliet (Sportschützenverein 1985 Hatzenbühl) vs. Noah Pop (SV Trier 1926 e.V.) 6:2
Bronzefinale: Justine-Sophie Morgenstern (Schützenverein Schopp) vs. Jule Gay (Sportschützenverein Karlsbad e.V.) 3:2 im Stechen

Recurve Erwachsene
Goldfiale: Hendric Schüttenberg (Schützenverein Querum v. 1874 e.V.) vs. Christian Höck (Bogen-Schützen-Club Lindach e.V.) 5:1
Bronzefinale: Robin Faltus (Tassilo-Schützen Aschheim e.V.) vs. Jakob Hetz (BC Spvgg.Reuth) 3:2

Compound Schüler
Goldfinale: Noah Nuber (Sportschützenverein Baiertal) vs. Paul-Jannik Pape (TuS Grün-Weiss Holten) 15:12
Bronzefinale: Joel Luis Jennrich (Bogensportfreunde Dreiländereck Schallbach 2010 e.V.) vs. Marcia Bingemer (Bogensportclub Markgräflerland e.V.) 13:13, Jennrich siegt im Stechen

Compound Jugend/Junioren
Goldfinale: Yanneck Regling (TSG Lübbenau Abt. Bogensport) vs. Ruven Flüß (BSV Eppinghoven 1743 e.V.) 5:3
Bronzefinale: Lukas Lehnig (TSG Lübbenau Abt. Bogensport) vs. Mia Sautter (Schützengilde Ditzingen) 6:1

Compound Erwachsene
Goldfinale: Kai Knechtel (Bogenschützen Gerdau e.V.) vs. Patrick Piecha (Sportschützenverein Baiertal) 8:6
Bronzefinale: Manuel Spies (Schützengesellschaft Seckenheim) vs. Stefan Butz (Bogensportclub Heidelberg) 6:5

Skeet Jugend
Goldfinale: Maximilian Seibel (SSC Schale e.V.) vs. Clemens  Jacob (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.) 11:11 mit dem zweiten Stechschuss für Seibel
Bronzefinale: Alexander Hettmer (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.) vs. Annabella Hettmer  (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.) 11:9

Skeet Erwachsene
Goldfinale: Christian Butterer (SSC Schale e.V.) vs. Hicham Abou Khodr (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.) 15:10
Bronzefinale: Slawek Nicinski (Jagdgesellschaft Wiesental) vs. Paul Butterer (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.) 12:11

Trap Jugend
Goldfinale: Jan Andres (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.) vs. Marius John (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.) 11:9
Bronzefinale: Ben Schäfer (WTC Siegerland e.V.) vs. Pius Rosenecker (Jagd- u.Sport-SV e.V. Herrieden-Wieseth) 9:8

Trap Erwachsene
Goldfinale: Jeremy Schulz (Schützenclub Diana e.V.) vs. Marc Unbescheiden (Schützengesellschaft Linden von 1904 e.V.) 12:9
Bronzefinale: André Schwarz (IJSSC Bad Neuenahr e.V.) vs. Timo Schulze (Privilegierte Schützengilde Schildau e.V.) 9:8

25.09.2020 - 14:34

D.h. vor allem für die Teilnehmer, aber natürlich alle Interessierten: Schaut euch die Wettkämpfe an, zollt euern Gegnern aus der Qualifikation den Respekt. Die Goldfinals werden zudem allesamt kommentiert.

Für alle anderen Teilnehmer gilt: Nach dem Login ist der Ausdruck der Urkunde möglich. Wer sich weitere Erinnerungen an den Meisterschützen 2020 sichern will, sucht sich im DSB-Meisterschützen-Shop (https://ms.dsb.de/shop/) das Passende aus.

Vielen Dank fürs Mitmachen und weiterhin Gut Schuss & Alle ins Gold

 

25.09.2020 - 11:05

Erfreulicherweise konnte der Jugendvorstand aus jedem Landesverband mindestens eine*n Vertreter*in aus der Jugend begrüßen. Nach anfänglichen technischen Hindernissen, konnte die Sitzung reibungslos durchgeführt werden. Das Hauptaugenmerk lag auf den Beschlüssen der Ausschreibungen der Jugendwettkämpfe für das Jahr 2021. Alle im Vorfeld gemeinsam erarbeiteten Ausschreibungen wurden vom Jugendausschuss beschlossen und werden Ende des Jahres im Ausschreibungsheft des DSB veröffentlicht werden. Die Durchführung aller Wettbewerbe ist allerdings abhängig von den weiteren Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie. „Die Sitzung war ein Erfolg, auch wenn sie natürlich nicht das Flair eines Bundesjugendtags mit seinem Programm und persönlichen Gesprächen ersetzen kann“, berichtete Vizepräsident Jugend, Stefan Rinke, im Nachgang.

Die Jugendausschusssitzung war allerdings nicht die erste Aktivität, die die DSJ in diesem Jahr in den digitalen Raum verlegt hat.

Die Jugendsprecher*innen haben im Mai mit ihrem digitalen Austauschtreffen den Anfang gemacht. Im Juli folgte bereits eine Infoveranstaltung für die Landesjugendleitungen, in der die Berichterstattung über die Entwicklungen und den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie im Vordergrund standen. Im August bot die DSJ einen Workshop zum Thema „Förderung des Ehrenamts“ für interessierte Landesjugendleitungen an, der zum Austausch über Probleme in der Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen anregte und viele Impulse für die Arbeit an der Basis gab.

Der Jugendvorstand selbst hat die Möglichkeiten und Vorzüge des regelmäßigen Austauschs über die digitalen Medien bereits im Oktober letzten Jahres erkannt und tauscht sich seitdem regelmäßig über aktuelle Themen in Videokonferenzen aus. Das verbessert nicht nur die Zusammenarbeit sondern lässt den Jugendvorstand in verschiedenen Situationen mit aktuellen Herausforderungen agil handeln.

Auch zukünftig wird die DSJ Workshops im Online-Format anbieten. Im Oktober ist beispielsweise ein Online-Workshop zum Thema Demokratieförderung und Rassismus im Sport mit interessierten Landesjugendleitungen und Landesjugendsprecher*innen geplant. Für diesen Workshop konnte die DSJ Angelika Ribler, Leiterin des Referats Sport- und Jugendpolitik in der Sportjugend Hessen, als Referentin gewinnen. Ausgehend von der derzeitigen „blacklivesmatter“ Bewegung, werden die Bereiche Demokratie, Mitbestimmung und mündige Sportler*innen thematisiert. Die AG „Schützen gegen Extremismus“ im DSB beschäftigt sich seit einiger Zeit ebenfalls mit diesen Themen und unterstützt den Online-Workshop. Im kommenden Jahr plant die DSJ weitere Online-Workshops zu verschiedenen überfachlichen Themen, die rechtzeitig über die bekannten Kanäle kommuniziert werden.

Die DSJ hofft, bald wieder Sitzungen und Arbeitstagungen auch in größerem Rahmen in Präsenzform abhalten zu können - eine digitale Sitzung kann den persönlichen Kontakt und Austausch nun mal nicht komplett ersetzen. Dennoch bleibt als Fazit, dass digitale Formate auch zukünftig Teil der Zusammenarbeit in der DSJ bleiben werden, denn sie begünstigen den einfachen, regelmäßigen Austausch untereinander und fördern so die Zusammenarbeit.

25.09.2020 - 09:29

Gewehr/Pistole:

Zielscheiben, wie wir sie heute kennen, also ohne irgendwelchen bildlichen Schmuck und ausschließlich mit Zielkreisen, tauchen in dem Moment auf, wo das Schießen ausdrücklich - auch mit diesem Begriff - zum "Sport" wurde. Das war um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als auch die technische Entwicklung der Waffen zu einer höheren und feineren Präzision führte. In den 1860er Jahren erweiterte der französische Büchsenmacher Gastinne-Renette sein Geschäft an der Champs Elysee und einen Schießstand, geschossen wurde dort in den 16- und 28-Meterboxen mit vornehmen Zuschauern auf der Galerie. Er entwickelte Schießwettbewerbe, die auf kleine Papierzielscheiben oder – in Anlehnung an die Duellsituation – auf große Silhouettescheiben ausgetragen wurden. Ein Schießstand, der später auch zur Anlaufstation der ersten Olympiasieger wurde. So entwickelte sich das Duellschießen bei Gastinne-Renette von der (überlebenswichtigen) Übung für den Austrag von Ehrenhändeln zur schießsportlichen Disziplin. Geschossen wurde auf 1,60 Meter hohe Figurenscheiben, die eine Silhouette eines im Gehrock mit hohem Kragen gekleideten Mannes im Profil zeigten. Die Scheiben waren aus schwarz gestrichenem Metall mit drei aufgesetzten, ebenfalls metallenen Trefferflächen in Brusthöhe und weiteren darunter und darüber, die unterschiedlich viele Trefferpunkte zählten. Die Distanzen betrugen 16 oder 25 Meter, der Wettkampf wurde im K.O.-System ausgetragen. Ringscheiben aus Papier finden sich aber auch bereits im Stukenbrok-Herstellerkatalog 1912 wieder. Bis zu 20 Ringe konnten auf den Deutschen Scheibengewehr-Ringscheiben erzielt werden. In den 1930er Jahren (also auch während der Zeit, in der der DSB schon aufgelöst war), zeigt sich auf den Scheiben, dass das Schießen für den militärischen Einsatz "im Feld" trainiert werden sollte (Gefechtsscheiben", Geco-Katalog S. 190).

Auch Jagdscheiben mit Tiermotiven finden immer wieder Verwendung, aber auch in diesem Bereich wurden immer wieder bewaffnete Männer auf den Scheiben abgebildet, die Wilderer darstellen sollten. Nach dem 2. Weltkrieg gibt es diese Silhouettenscheiben allerdings nur noch in abstrakter Form beim Schnellfeuerschießen bis sie 1990 durch eine runde Zielscheibe ersetzt wurden. Dass die Leistung der Schützen stetig nach oben ging, zeigt auch die Entwicklung der Schießscheiben: Während 1979 die Ringbreite der 10 noch mit einen Millimeter auf der Gewehr- und Armbrust(10m)-Scheibe in der Sportordnung dargestellt wurde, halbierte sich die Zehn auf heute nur noch 0,5 Millimeter. Im Kleinkalibergewehr-Bereich reduzierte sie sich von 12,4 auf 10,4 Millimeter, bei der Luftpistole von 12 auf 11,5 Millimeter.

Eine echte Revolution bahnte sich allerdings mit der Einführung von elektronischen Trefferanzeigen an, die man heute in jedem modernen Schießstand vorfindet. Entwickelt  wurden diese 1960 für das Großkaliber-Gewehrschießen auf 300m in der Schweiz und erstmals von der ISSF bei den Weltmeisterschaften 1978 in Seoul verwendet. Damit ebneten sie den Weg für eine bessere mediale Darstellung im TV und für Zuschauer. 1989 wurden elektronische Scheiben für die 50-Meter-Disziplinen im Weltcup-Finale 1989 eingesetzt, nur ein Jahr später zogen die 10-Meter-Disziplinen nach. 1992 wurden erstmals alle Gewehr- und Pistolendisziplinen auf elektronischen Trefferanzeigen bei  Olympischen Spielen ausgetragen. Eine weitere Entwicklung fand mit der Einführung der Zehntelwertung bei internationalen Wettbewerben ab 2013 statt.

 

Flinte:

Das Schießen auf kleine Wurfscheiben hat seinen Ursprung im jagdlichen Schießen und sollte die Rebhuhn- bzw. Entenjagd nachahmen. Wurde anfangs noch auf lebendige Tauben geschossen, wurden diese schnell durch „Tontauben“ ersetzt, die von einem Kran aus, der von den Schützen nicht einzusehen war, geschleudert wurden. Sogenannte Monaco-Tauben hatten im inneren eine rote Fahne, die bei einem Treffer herabfiel und innerhalb eines Kreises landen musste, der von einem ein Meter hohen Drahtzaun umgeben war. Reichte bei Tontauben ein Halbkreis, musste bei lebenden Tauben ein voller Kreis gezogen werden, da ihre Flugrichtung in alle 360 Grad-Richtungen erfolgen konnte. Betrug die Distanz beim Schießen auf lebende Tauben rund 27 Meter, wurde die Distanz bei Tontauben auf 15 Meter verkürzt. So verwundert es nicht, dass das Schießen auf Tontauben lange Zeit Teil der Jägerausbildung war. Wichtig dabei: Die Schüler im Schrotschießen sollten sich möglichst schnell auch an die Abgabe des zweiten Schusses gewöhnten, um ein angeschossenes Wild nicht unnötig leiden zu lassen. Heute kennen wir diese Disziplin als Skeet.

 

Laufende Scheibe:

Wie beim Flintenschießen liegen auch in der Disziplin Laufende Scheibe die Ursprünge in der Jagd. Das erste ISSF Laufende Schiebe-Event wurde auf einen in 100 Meter rennenden Hirsche ausgetragen und fand 1900 ins olympische Programm. Zum letzten Mal wurde es bei den Weltmeisterschaften 1962 ausgetragen. Die Neuauflage wurde auf einen 50 Meter entfernten laufenden Rehbock ausgetragen, der zuerst mit einer Zentralfeuerpistole, dann mit Kleinkaliber-Waffen beschossen wurde. Doch die ISSF entschloss sich schnell den Rehbock in ein Wildschwein auszutauschen, da es eher akzeptiert schien auf ein Wildschwein, als auf ein kleines Reh zu schießen. 1980 entwickelten sich die Wettkämpfe auf zehn Meter und auch hier waren es wieder Wildschweine („Laufender Keiler“), die die Scheibe zierten.

 

Armbrust:

Bei der Armbrust gibt es vor allem eine Besonderheit: Das Vogelbaumschießen. Das Schießen auf ein Vogelziel ist vielleicht die älteste Schießdisziplin überhaupt. Schon vor Troja schossen die Griechen (laut Homer) mit Pfeil und Bogen auf eine oben an einem Schiffsmast angebundene Taube. (Holz-)Vogel- und Papageienschießen hat sich über das Mittelalter bis heute erhalten und wird in vielen Vereinen als traditionelles Element gepflegt. Sogar bei den Olympischen Spielen im Jahr 1900 in Paris und 1920 in Antwerpen wurde mit der Armbrust und mit Pfeil und Bogen auf einen oder mehrere Holzvögel geschossen.

Beim Sternschießen gilt es, die in 29 Metern Höhe  hängenden Sterne mit den 18 8,5 x 8,5 Zentimeter großen Holzscheiben (Plattl) mit der Armbrust zu treffen. Dabei steht der Schießtisch ganze vier Meter vom Adlerbaum entfernt, wodurch sich (wie beim Scheibenschießen) eine Flugdistanz des Bolzens von ebenfalls 30 Metern ergibt. Dieses Sternschießen kann mit einem Scheibenschießen im Stehendanschlag kombiniert werden und findet so heute vor allem auf der Deutschen Meisterschaft Armbrust national traditionell im Rahmen des Münchner Oktoberfestes noch ihren Einsatz. Ein besonderer Wettkampf ist auch das sogenannte Adlerschießen. Dabei wird mit der Vogelarmbrust auf einen hölzernen Adler (ca. 2,15m hoch und 1,80m breit) geschossen, der am Vogelbaum befestigt ist. Sieger ist der Schütze mit dem höchsten Gesamtgewicht des abgeschossenen Holzes.

 

Bogen:

Während sich im Schießsport die Scheiben immer wieder veränderten, bleiben sich die Bogenschützen treu. Seit jeher bestehen 10-Ring-Scheiben bei den Recurve- und Compoundschützen aus den Farben Gelb (Gold), Rot, Blau, Schwarz und Weiß und werden auf die unterschiedlichen Distanzen angeglichen. „Alle ins Gold!“ – also ins Zentrum - wünschen sich die Bogenschützen beim Wettkampf.  Im Feldbogenbereich besteht die Scheibe hingegen lediglich aus einer goldenen Mitte mit einem schwarzen Rand. Die höchste Wertung ist dabei eine Sechs. 3D-Schützen hingegen verwenden Tiernachbauten als Zielscheibe und ahmen wie Laufende Scheibe und Flintenschießen das Jagen nach.

 

Schützenscheiben:

Sie zieren beinahe jedes Schützenheim und sind die Zeitzeugen der Geschichte: Ehrenscheiben. Zur Geburt, zur Hochzeit, zum Jubiläum oder zu einem besonderen historischen Ereignis – eine Schützenscheibe aus Holz mit prachtvollen Gemälden darf nicht fehlen. 1743 gab zu Ehren der 23-Jährigen Erzherzogin und österreichischen Landesmutter Maria Theresia, die ihren ersten Sohn bereits zweieinhalb Jahre zuvor zur Welt brachte,  ein Haupt- und Freudenschießen. Dabei wurde auf insgesamt sechs Scheiben auf fast genau 100 Metern Entfernung mit Scheiben-Büchsen geschossen. Ein Pistolenschießen gab es ebenfalls. Auf der Glücksscheibe gab es ein silbernes Tafelservice im Wert von 440 Gulden zu gewinnen, wofür man heute einen Kleinwagen bekäme. Eine Tradition, die in vielen Vereinen bis heute Bestand hat.

 

Quelle:

DSB Archiv

World Archery (2019). Disciplines. Zuletzt aufgerufen am 24.09.2020 unter worldarchery.org/Disciplines

 

24.09.2020 - 11:44

Über vier Jahre ist es jetzt her, als du mit dem Olympiasieg deinen größten sportlichen Erfolg feiern durftest. Nimm uns mit auf die Reise, was seither passiert ist…

Barbara Engleder: „Die Zeit nach den Spielen war eine sehr schöne, wenn auch rasante Zeit. Ich habe die letzten Jahre versucht, dass ich beruflich vorwärts komme, habe meine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten abgeschlossen und bin jetzt im Bauamt in Triftern, meiner Heimatgemeinde, eingesetzt. Ich bin heilfroh, dass diese Fahrerei ein Ende hat. Letztes Jahr hat sich dann noch einmal überraschend Nachwuchs angekündigt, mit dem ich selbst nicht gerechnet habe. Jetzt bin ich nicht nur einfache, sondern zweifache Mama und das ist fantastisch. Ich führe ein Leben zwischen Flasche und Hausaufgaben machen. Es hat sich seither also alles verändert!“

Du hast dein Leben also vom Profi-Sportler zur Profi-Mama getauscht. Gibt es Parallelen?

Barbara Engleder: „Natürlich! Wenn du sportlich erfolgreich warst, mit diesem Plan im Hinterkopf, den du durchsetzen hast können, dann bist du irgendwie auch in der Familie ein bisschen gechillter und nimmst nicht alles so schwer. Man müsste meine Kinder fragen, ob ich eine gute Mama bin, aber ich glaube, ich bekomme es ganz gut hin. Und ein bisschen Zeit für das Schießen bleibt auch noch, denn ich könnte es nie ganz hinten lassen.“

Du warst immer zwischen den besten Sportlern auf der ganzen Welt unterwegs, jetzt startest du in der Bayernliga. Hast du trotzdem noch den gleichen Ansporn?

Barbara Engleder: „Voll! Ich bin so ehrgeizig! Ich trainiere nichts, aber wenn ich am Stand stehe, im Mann-gegen-Mann-Modus, dann schaltet sich alles um. Das hast du drin, wenn du den Sport 20 Jahre gemacht hast, dann willst du gewinnen und gibst keinen Schuss auf. Mittlerweile brauche ich statt 17 Minuten eher an die 30, aber eben auch nur, weil ich so viel absetzen muss, weil ich keinen Schuss verloren geben will. Natürlich sind meine Leistungen nicht mehr die von früher, aber ab und an haut es mir schon wieder einen raus und das freut mich. Ich hätte auch Hammelklasse (niedrige Klasse, Anm. d. Red.) geschossen, denn ich wollte einfach wieder in meinem Heimatverein schießen, denn es geht mir vor allem um das gemütliche Beisammensein.“

Machst du den Schießsport also vor allem für dich, oder möchtest du auch deinem Verein etwas zurückgeben?

Barbara Engleder: „Natürlich möchte ich meinem Verein etwas zurückgeben, aber vor allem mach ich es für mich, denn es würde mir etwas abgehen. Du kannst bis zu einem gewissen Grad zurückfahren, aber wenn du diesen Sport dein halbes Leben lang gemacht hast, dann kann ich das nicht einfach wegschieben. Nach der Geburt meines zweiten Sohnes konnte ich es kaum erwarten wieder an den Schießstand zu kommen. Wer rastet, der rostet. Sich ein bisschen hinzustellen, zu schäkern und alte Bekannte wieder zu sehen, gefällt mir sehr gut, das möchte ich nicht wissen.“

Jetzt sind vier Jahre vergangen, ist dir trotzdem der Tag deines Olympiasiegs noch im Kopf präsent? Kommen die Gefühle wieder hoch?

Barbara Engleder: „Ich habe mich damals unglaublich gefreut, was wahrscheinlich viele gesehen haben und viele haben sich mit mir gefreut. Das ist das Allerschönste, wenn man es teilen kann. Ich werde das nie vergessen. Wenn man mir heute ein Video zeigen würde, hätte ich inzwischen sicher ein paar Details vergessen. Aber ich weiß noch ganz genau, wie das Licht dort war, wie es gerochen hat, aber ich könnte dir nicht mehr sagen, wer mir die Medaille umgehangen hat. Ich weiß nicht mal mehr, was ich geschossen habe, aber das was rauskam, das war das Wichtigste.“

Der Olympiasieg ist das Höchste, was man im Schießsport erreichen kann. Wie hat sich dein Leben in der Öffentlichkeit dadurch verändert?

Barbara Engleder: „Man muss selbst dazu helfen, um in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu bekommen, denn Schießen ist nicht der publikumsintensivste Sport. Wir hatten ein absolutes Glück, dass viele Schützen eine Medaille geholt haben und wenn man auf diese Welle mitaufspringt, dann hat man eine Chance Sponsoren zu werben und in bestimmte Kreise reinzukommen. Ich war damals bereits am Ende meiner Karriere und habe das deshalb nicht gemacht, aber ich versuche mit meinem Namen junge Schützen zu motivieren und ihnen etwas zu zeigen, ihnen zu sagen, dass man nichts Besonderes sein muss, um etwas zu erreichen. Man muss sich nur reinhängen, dann kann man es schaffen. Jeder, der etwas wissen möchte, bekommt von mir eine Antwort. Mir wäre wichtig, dass ich etwas weitergeben kann.“

Du motivierst also junge Sportler, den Weg in den Leistungssport einzuschlagen?

Barbara Engleder: „Genau. Das ist mir das Wichtigste.“

Nach den letzten Olympischen Spielen haben viele Leistungsträger wie du,  Daniel Brodmeier und Henri Junghänel im Gewehrlager aufgehört. Bis jetzt gibt es noch keinen Quotenplatz bei den Herren. Wie schätzt du die Situation ein?

Barbara Engleder: „Wie man so hoch fahren kann und dann so tief fallen kann, ist mir immer noch ein Rätsel. Es waren gute junge Leute da, aber vielleicht fehlt in Moment ein wenig die Leitfigur. Aber man muss jetzt umdenken und die Leute anders motivieren. Die jungen Leute bröckeln weg und sind nicht mehr so interessiert am Schießsport – jetzt muss man etwas anders machen und versuchen, die Leute wieder zu motivieren.“

Hättest du eine Idee, wie das funktionieren kann?

Barbara Engleder: „Man muss moderner werden, es muss ein frischer Wind reinkommen. Man muss das Schießen verkaufen als einen richtig erstrebenswerten, tollen Sport. Jeder, der das leistungsmäßig betrieben hat, weiß das, aber die Jungen wissen es nicht. Die gehen lieber Fußballspielen oder zocken stundenlang vorm Computer. Ihnen muss man zeigen, dass man im Schießsport richtig tolle Bekanntschaften und Freundschaften schließen kann und man richtig Spaß dabei haben kann. Das ist das, was man durch neue Medien vermitteln muss. Ich würde überall rumfahren und sagen: Probiert es aus! Natürlich brauchst du dann immer welche, die den Biss haben, aber die wirst du immer brauchen und die wird es auch immer geben, die das schaffen wollen. Aber zuerst musst du die Leute dahin bringen.“

Leute mit Biss, die es letztendlich vielleicht bis zu den Olympischen Spielen schaffen. Jetzt gibt es ja bereits ein paar Quotenplätze und es werden Schützen zu Olympia fahren. Gibt es einen Tipp, den du ihnen gerne mitgeben würdest?

Barbara Engleder: „Ich war auf vier Olympischen Spielen und in Peking und London war ich in einer wahnsinnig guten Verfassung, in Rio wiederum war mein Trainingszustand auf Grund meines kleinen Sohnes nicht der Beste – und auch meine Ehe hätte das nicht mehr lange durchgemacht, denn wenn du deinen Trainer öfter siehst als deinen Mann, ist das schwierig. Aber ich glaube, dass das „Olympiasieger werden“ ganz viel Kopfsache ist. Du brauchst dich im Training nicht reinsteigern, wenn es einmal nicht so läuft. Es ist ganz simpel und einfach gesagt, ob ich das rocken kann oder nicht, entscheidet der Kopf. Ich bin in Rio mit einer ganz anderen Einstellung rangegangen. In Peking und London musste es hundertprozentig etwas werden, in Rio habe ich gesagt: Schauen wir einmal, was passiert. Wenn man mit einer gesunden Distanz ran geht und man immer einen Plan B hat, dann tut man sich leichter. Mein Plan B war meine Familie Zuhause, aber das ist ein wichtiges Detail, das man ausgeglichen ist und dann die Leistung abrufen kann. Natürlich musst du technisch gut drauf sein und natürlich müssen die Schüsse dort hinfliegen, wo du sie hinschießt, aber du musst nicht immer der Beste sein, du musst nur an diesem Tag der Beste sein.“

24.09.2020 - 09:44

Die 64 Mädchen, Jungs, Frauen und Männer haben sich in dem „bereinigten“ Teilnehmerfeld - Bundeskaderathleten sind nicht startberechtigt, zudem gab es einige wenige Absagen - durchgesetzt und werden auf der Anlage des SV Igstadt (Bogen und Druckluft) und auf dem DSB-Bundesstützpunkt Am Rheinblick (Flinte) um die Plätze eins bis vier und insgesamt 22.400 Preisgeld kämpfen. Denn dank der Unterstützung der JSM können die Schützinnen und Schützinnen für sich und ihren Verein - deswegen der Slogan #DuUndDeinVerein – etwas gewinnen: Der Erstplatzierte erhält 500 Euro (250 Euro für den Schützen und 250 Euro für den Verein), der Zweitplatzierte 400 Euro (200/200), der Drittplatzierte 300 Euro (150/150) und der Viertplatzierte 200 Euro (100/100).

Unter den Teilnehmern sind einige bekannte Namen: So z.B. die Bundesligaschützen Kerstin Kohler und Jana Erstfeld (Luftgewehr für SSVg Brigachtal bzw. SSG Kevelaer) oder Susanne Roß (Luftpistole SV Waldkirch). Deutsche Meister wie Valerius Rack, Markus Blass (beide Luftpistole Auflage) oder Anne Ursula Mayer (Luftgewehr Auflage). Im Nachwuchsbereich ist mit Marius John (Trap) ebenfalls ein aktueller Deutscher Meister am Start.

Drei Geschwister-Paare am Start

Zudem gibt es gleich drei Geschwister-Paare, die beim Meisterschützen 2020 antreten: Im Skeet-Finale der Erwachsenen sind Paul und Christian Butterer am Start, Katrin Butterer (geb. Wieslhuber) und Ehefrau von Christian, wäre auch qualifiziert gewesen, ist aber Nationalkader. Im Bogen-Bereich sind die Geschwister Felix-Alexander Pape (Recurve Schüler) und Paul-Jannik Pape (Compound Schüler) qualifiziert, bei der Skeet Jugend treffen mit Alexander und Annabella Hettmer Bruder und Schwester aufeinander. Es gibt also genügend „Stoff“ für einige interessante Geschichten, die allesamt auch per Livestream zu verfolgen sind. Sportdeutschland.TV zeigt alle Wettkämpfe live im Stream, die Goldfinals werden zudem allesamt fachkundig kommentiert.

Folgende Sportler kämpfen am Samstag, 26. September um die Meisterschützen-Krone

Luftgewehr Schüler: Marie Christin Hönge (Schützenverein Tell e.V. Urexweiler), Annabelle Lotter (Schützengilde Engstingen), Johanna Kurmann (Schützengilde zu Werder/H.), Finnja Rentmeister (SpSch AvL Hamminkeln e.V.)

Luftgewehr Jugend/Junioren/Erwachsene: Kerstin Kohler (Schützenkameradschaft Dachtel), Patrick Müller (Gemütlichkeit Mertingen), Jana  Erstfeld (SSG Kevelaer 2005 e.V.), Nicole Juchem (St. Seb. Br. Gymnich 1139 e.V.)

Luftgewehr Senioren: Clemens Buschmann (Sportschützenverein Lohne e.V.), Anne Ursula Mayer (Schützenkameradschaft Dachtel), Gudrun Große-Venhaus (BSV Bottrop-Vonderort e.V.), Christhard Junge (Sportschützengilde Magstadt)

Luftpistole Schüler: David Obenaus (SchGi Döllingen), Simon Steinmetz (Büdinger Schützengesellschaft 1353 e.V.), Ferdinand Hengst (Priv. SSG zu Dresden e.V.), Schulz Tobias (Büdinger Schützengesellschaft 1353 e.V.)

Luftpistole Jugend/Junioren/Erwachsene: Susanne Roß (Kgl. priv. HSG Regensburg), Florian Schmidt  (Echzeller Sportschützengemeinschaft e.V.), Oliver Balg (Edelweiß Scheuring), Andreas Kögler (SpSch St.Seb. Pier 2000 e.V.)

Luftpistole Senioren: Valerius Rack (SG 1868 e.V. Bad Berneck), Markus Blass (Schützenverein St. Hub. Saarlouis-Fraulautern), Heinz Kraft (Schützenverein Stangenrod e.V.), Ralf-Peter Müller (Schützenverein St. Hub. Saarlouis-Fraulautern)

Recurve Schüler: Felix-Alexander Pape (TuS Grün-Weiss Holten - BoSch), Mia Schüller (KK-Schützenverein Stebbach), Luke Freisinger (Schützenverein e.V. Wörth), Kilian Jacob Mayer (BSG-Raubling e.V.)

Recurve Jugend/Junioren: Max Moulliet (Sportschützenverein 1985 Hatzenbühl), Noah Pop (SV Trier 1926 e.V.), Jule Gay (Sportschützenverein Karlsbad e.V.), Justine-Sophie Morgenstern (Schützenverein Schopp)

Recurve Erwachsene: Robin Faltus (Tassilo-Schützen Aschheim e.V.), Hendric Schüttenberg (Schützenverein Querum v. 1874 e.V.), Jakob Hetz (BC Spvgg.Reuth), Christian Höck (Bogen-Schützen-Club Lindach e.V.)

Compound Schüler: Joel Luis Jennrich (Bogensportfreunde Dreiländereck Schallbach 2010 e.V.), Paul-Jannik Pape (TuS Grün-Weiss Holten), Marcia Bingemer (Bogensportclub Markgräflerland e.V.), Noah Nuber (Sportschützenverein Baiertal)

Compound Jugend/Junioren: Ruven Flüß (BSV Eppinghoven 1743 e.V.), Yanneck  Regling (TSG Lübbenau Abt. Bogensport), Lukas Lehnig (TSG Lübbenau Abt. Bogensport), Mia Sautter (Schützengilde Ditzingen)

Compound Erwachsene: Patrick  Piecha (Sportschützenverein Baiertal), Manuel Spies (Schützengesellschaft Seckenheim), Kai Knechtel (Bogenschützen Gerdau e.V.), Stefan Butz (Bogensportclub Heidelberg)

Skeet Jugend: Alexander Hettmer (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.), Maximilian Seibel (SSC Schale e.V.), Annabella Hettmer  (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.), Clemens  Jacob (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.),

Skeet Erwachsene: Paul Butterer (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.), Christian Butterer (SSC Schale e.V.), Hicham  Abou Khodr (Wurftauben Club Wiesbaden e.V.), Slawek Nicinski (Jagdgesellschaft Wiesental)

Trap Jugend: Marius John (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.), Pius Rosenecker (Jagd- u.Sport-SV e.V. Herrieden-Wieseth), Jan Andres (Förderverein Schießsportzentrum-Suhl e.V.), Ben Schäfer (WTC Siegerland e.V.)

Trap Erwachsene: Marc Unbescheiden (Schützengesellschaft Linden von 1904 e.V.), Jeremy Schulz (Schützenclub Diana e.V.), André Schwarz (IJSSC Bad Neuenahr e.V.), Timo Schulze (Privilegierte Schützengilde Schildau e.V.)

23.09.2020 - 13:58

Die meisten Teilnehmer kamen vom mitgliederstärksten Landesverband: Exakt 1223 Schützinnen und Schützen des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) schossen beim Meisterschützen 2020 #DuUndDeinVerein mit. Es folgten die Landesverbände Hessen (536), angeführt von seiner sportlichen Präsidentin Tanja Frank (Platz 548 Luftgewehr), Württemberg (362), Rheinland (358), Niedersachsen (281) und Westfalen (265).

Teilnehmer im Alter von 7 bis 85 Jahre
3129 männliche und 1290 weibliche Sportler nahmen am Wettkampf teil, das entspricht einer Verteilung von 71% zu 29%. Älteste Teilnehmerin war die 85-jährige (!) Rosina Traub, die tolle 349,8 Ringe mit dem aufgelegten Luftgewehr erzielte und damit 879. (von 1057) wurde. Dem gegenüber steht die erst 7-jährige Charlotte Amelia Stuckart, die in der Bogen Recurve Schülerklasse 61 Ringe auf die Scheibe brachte.

Dass Spitze und Breite an einem Strang ziehen, verdeutlicht die Zahl von immerhin 36 Nationalkaderathleten, die die Gelegenheit nutzten, um im rar gesäten Wettkampfjahr einen neuen „Kitzel“ zu erfahren. Und auch 34 Para-Schützen nahmen die Chance wahr, sich mit Luftgewehr, Luftpistole, Bogen (Recurve oder Compound) oder im Trap zu messen. Das alles zeigt, wie breit der Bogen- und Schießsport aufgestellt ist, dass es Sportarten für jederfrau und jedermann ist.

Meister, inoffizielle Weltmeister und sogar Olympiateilnehmer am Start
An diesem Mittwoch steht final fest, wie die insgesamt 64 Finalteilnehmer heißen. Klar ist: Das Teilnehmerfeld wird hochkarätig sein, auch wenn die Nationalkaderathleten nicht dabei sein dürfen. So werden Deutsche Meister und DM-Medaillengewinner am Start sein, Bundesligaschützen und sogar inoffizielle Weltmeister. Und eigentlich sogar ein Olympia-Teilnehmer, doch Arben Kucana - 2012 für Albanien in London mit der Luftpistole am Start - musste seinen Start absagen.

Urkunden online abrufbar
Viele unterschiedliche Teilnehmer mit völlig unterschiedlicher Qualität, die eins einte: Der Spaß, dem Bogen- und Schießsport nachzugehen und diesen endlich wieder wettkampfmäßig zu betreiben. Dies war auch der Tenor der zahlreichen Rückmeldungen, die den DSB für die Idee und Durchführung lobten. Alle haben nun die Möglichkeit, ihre Teilnahme an der Premiere nachzuweisen, indem sie sich ihre personifizierte Urkunde am eigenen Rechner ausdrucken können.

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