24.10.2022 - 09:33

Süden: Hitzhofen-Oberzell siegt bei Nebel- und Lichtshow
Und die sicherte sich die Weiler durch zwei überzeugende Erfolge gegen München und Waldenburg (jeweils 4:1). Vor allem der Auftritt gegen München verlief mit 1908 Ringen – dem deutlichen Wochenend-Höchstwert aller Teams – glänzend. Dementsprechend zufrieden fiel das Fazit von Brigitte Ernst, der Sportleiterin des Vereins aus: „Das Wettkampfwochenende war für uns ein grosser Erfolg. Am Samstag konnten wir gegen eine personell geschwächte Mannschaft der HSG München unser Können zeigen. Wenn gleich vier Schützen über die 380 schiessen und unser Team mit einem Gesamtergebnis von 1908 Ringen den Wettkampf beendet, kommt nur Freude auf. In der Neuauflage des Finals gegen Waldenburg schossen beide Teams nicht das Niveau vom damaligen Goldfinale, eine Duplizität der Ereignisse gab es dennoch: Erneut kam es zum Stechen zwischen Pavel Svetlik und Tobias Backes, das abermals der Waldenburger gewann. Dieses Mal war es aber nicht der entscheidende Siegespunkt, sondern nur der Ehrenpunkt. «Momentan freuen wir uns an der Tabellenspitze zu sein, aber die Saison ist noch lange», so Ernst.

Auch das zweite Heimteam im Süden jubelte doppelt: Der SV Hitzhofen-Oberzell gewann sowohl gegen Fürth als auch Scheuring mit 3:2 und weist nun stolze 6:2-Punkte auf. „Ein Doppelsieg in der eigenen Halle tut unserem Selbstvertrauen natürlich richtig gut. Damit bleiben wir auch in der zweiten Saison daheim ungeschlagen! Wir konnten die fantastische Stimmung einfach nutzen. Danke an alle Fans“, huldigte Stephan Klingler der an Position drei zweifach punktete dem eigenen Publikum. Das strömte nämlich wieder in Scharen in die Sporthalle Hitzhofen, „wir hatten während der Partien unserer Mannschaft jeweils 250 Zuschauer in der Halle, die 120 Stühle haben nicht ausgereicht“, freute sich Sportleiter Michael Steiger. Und auch der Rahmen stimmte, denn der Einlauf mit Nebelmaschine und Lichtshow ist in der Liga ein absolutes Highlight.

Neben den beiden gastgebenden Teams konnte auch der KKS Hambrücken mit einem überzeugenden Spitzenschützen Robin Walter (386 und 388 Ringe) doppelt punkten (5:0 und 4:1 gegen die Aufsteiger aus Steinberg und Rettenbach). Zudem gelang dem SV Kelheim-Gmünd ein wichtiges 4:1 gegen den SV Waldkirch, sodass beide Teams ebenfalls 6:2-Punkte aufweisen. Damir Mikec überragte dabei mit dem Wochenend-Höchstwert von 390 Ringen.

Norden: Historisches Stechen zwischen Pier und Berlin
Kriftel bleibt in der Nordliga – nicht überraschend – das Maß der Dinge. Die Hessen siegten souverän gegen Leegmoor und Dasfeld (jeweils 4:1), ohne richtig gefordert zu werden. Und das ohne Christian Reitz, der bei der WM in Kairo mit der Schnellfeuerpistole einen Quotenplatz für Paris 2024 holte.

Ganz anders verhielt es sich in der Partie zwischen Pier und Berlin. 2:2 stand es in der spannenden und ausgeglichen Begegnung, ehe es zu einem besonderen Ereignis kam: Markus Kremser für Pier und Josefin Eder für Berlin auf Position eins hatten jeweils 377 Ringe vorgelegt (Eder: „Die letzte Serie ging völlig in die Hose.“) und mussten dementsprechend im Stechen den Sieger ermitteln. Und so eines gab es in der 25-jährigen Bundesliga-Historie noch nie: Erst mit dem fünften Stechschuss stand der Sieger fest, die 9,7 von Eder gegenüber der 9,3 von Kremser gab zugunsten der Berlinerin den Ausschlag. Die drei Wertungen mit ganzen Ringen und eine Zehntelwertung waren zuvor identisch. „Aus solchen Situationen nimmt man viel mit. Ich hoffe, ich kann mich diese Saison weiterhin so gut schlagen“, meinte Eder erleichtert und zufrieden. Und weiter: „Das war ein aufregendes Wochenende, und ich freue mich besonders nach der Verletzungspause wieder so stark angreifen zu können. An Position 1 sind die Duelle immer heiß und ich freu mich jedes Match neu darauf.“

Berlin steht nun wie Bassum, Hannover und Wathlingen mit 6:2-Punkten gut da. Dass der Dritte des Vorjahres, Hannover, oben mitspielt, wird von allen erwartet. Leicht schlugen sich die Niedersachsen bei ihren 3:2-Erfolgen gegen Bad Westernkotten und Leegmoor jedoch nicht, wie Trainer Philip Bernhard einräumte: „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Wir sind noch im Aufbau, sind angreifbar und müssen definitiv noch besser werden.“ Gegen Leegmoor deutete alles auf eine Niederlage hin, doch Dennis Grünhoff erlaubte sich eine Fünf, und so musste Leegmoor den sichergeglaubten Sieg noch hergeben: „Schirum hatte uns im Griff, aber durch den unglücklichen Schuss, der kam zu früh, haben sie den Sieg weggegeben. Das war Glück für uns“, so Bernhard ehrlich.

Die Gastgeber in Dasbach und Uetze hatten sich viel vorgenommen und wollten sich und den Schießsport vor eigenem Publikum bestmöglich präsentieren. In Uetze ließ ein gelungener Livestream auf Sportdeutschland.TV die Fans vor dem Bildschirm mitfiebern, doch der Einsatz zahlte sich punktemäßig nicht aus: Mit 1:4 gegen Fahrdorf und 0:5 gegen Berlin gingen die Punkte weg. Und auch Dasbach bleibt nach dem 2:3 gegen Raesfeld und dem 1:4 gegen Kriftel sieglos am Tabellenende.

23.10.2022 - 10:30

Höhepunkt des Tages sollte naturgemäß die Entscheidung mit der Schnellfeuerpistole sein, und das wurde sie mit zwei Deutschen im Finale auch. Christian Reitz machte den Anfang im ersten Vierer-Ausscheidungsmatch, um sich unter die besten Zwei zu schieben. Doch der Olympiasieger von 2016 erwischte einen schwachen Start mit zwei und drei Treffern. „Es war kein schlechtes Finale, es waren viele knappe darunter. Außerdem war das Licht komplett anders als im Vorkampf.“ Als er aufdrehte, tat dies die Konkurrenz auch. Reitz schien schon ausgeschieden, als er in der letzten Serie eine volle Fünf auspackte. Damit überholte er nicht nur den bis dato einen Treffer vor ihm liegenden Tschechen Matej Rampula, sondern zog auch mit dem Franzosen Clement Bessaguet gleich.

Ein Stechen musste über das Weiterkommen entscheiden, doch jetzt legte der Franzose fünf Treffer vor, die Reitz mit drei Treffern nicht mehr kontern konnte. Die Medaillenchance war dahin, doch er sicherte Platz fünf. Damit gewann er den zweiten und letzten Quotenplatz der deutschen Schnellfeuerschützen, nachdem Oliver Geis bereits bei der EM einen gewonnen hatte. Platz fünf reichte, weil der unter den besten Vier stehende Clement Bessaguet als Europameister auch schon einen Quotenplatz gewonnen hatte. „Das ist jetzt die kleine Belohnung, dass man nicht mit leeren Händen nach Hause gehen muss“, sagte Reitz abschließend.

Florian Peter lieferte bei seinem ersten WM-Finale ein Muster an Beständigkeit: Viermal traf er drei Ringe. Doch bei dieser konzentrierten Weltklasse reichte das in seinem Viererfeld nur zum vierten Platz. Trotzdem sagte der Sportsoldat: „Ich bin zufrieden. Es fehlt noch ein wenig die Routine, und es war ein wenig aufregend.“

Florian Peter und Christian Reitz hatten schon nach Tag eins auf Finalkurs gelegen, während Oliver Geis an Tag zwei seine unerklärliche Vorstellung zuvor nicht mehr wettmachen konnte und mit 574 Ringen Platz 32 belegte. Doch Reitz und Peter marschierten durch. Reitz traf auch an Tag zwei 293 Ringe und wurde Dritter. Peter hingegen, der mit 294 so stark begonnen hatte, baute am zweiten Tag zwei Achter ein, schoss 290 und insgesamt 584 Ringe. Das reichte zu Platz acht und gerade so noch für das Finale. Damit schaltete er den bärenstarken Ukrainer Pavlo Korostylov aus. Beide hatten nicht nur 584 Ringe, sondern auch 19 Innenzehner, doch Peter mit 94 die bessere letzte Serie gegenüber 92 Ringen des Ukrainers.

Gewehrfrauen nach EM- auch zum WM-Titel

Der Tag begann mit einer überragenden Vorstellung der Gewehrfrauen im Dreistellungskampf. Jolyn Beer liegend, Lisa Müller kniend und Anna Janßen stehend ließen im Duell um Gold der Schweiz mit 16:4 nicht den Hauch einer Chance. 14:0 führte das deutsche Trio schon, bevor die Schweizerinnen zwei Serien gewannen. „Nach dem Einzel war es die logische Konsequenz, dass wir gewinnen wollen. Wir sind in der Aufstellung noch ungeschlagen und haben zuletzt auch bei der EM gewonnen. Das spricht für sich“, sagte Jolyn Beer mit Blick zurück auf den unglücklichen Einzelwettkampf, als alle drei nur hauchdünn am Finaleingang gescheitert waren. Die Überlegenheit der Deutschen zeigte sich schon in den ersten Runden, die sie beide klar gewannen. „Wenn man so einen Teamgeist miteinander hat, macht das immer Spaß – und Weltmeister werden natürlich auch“, meinte Lisa Müller.

Sportpistolen-Frauen aus einem Guss

Die nächste Medaille ließ nur wenige Minuten auf sich warten. Die Sportpistolenfrauen Doreen Vennekamp Michelle Skeries und Monika Karsch fanden es eigentlich schade, nur im „kleinen Finale“ antreten zu dürfen. Ein Ring hatte im Halbfinale gegenüber Indien gefehlt. „Es hätte auch locker ein Gold Medal Match sein können, und da hätten die anderen Probleme mit uns gehabt“, verdeutlichte Doreen Vennekamp, die am Vortag Einzel-Bronze gewonnen hatte und im Bronzematch bei 55 Schüssen lediglich zwei (!) Fehlschüsse hatte, die hohen Ansprüche. So gewann das Team wie bei der WM vor vier Jahren in Changwon wieder Bronze. Im Bronzefinale trat es von Beginn an dominant auf und ließ Ungarn beim 17:5 keine Chance. Besonders für Monika Karsch und Michelle Skeries war die Medaille wichtig, nachdem sie am Vortag bei Ringgleichheit nur aufgrund der geringeren Anzahl an Innenzehnern den Finaleinzug verpasst hatten. „Wir haben gestern gesagt, wir wollten uns eine Belohnung geholt“, meinte Karsch. Und Skeries ergänzte: „Ich bin sehr stolz auf das Team, es war eine tolle Leistung, und ich freue mich sehr.“

Das deutsche Team bei der WM in Kairo
Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppl (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

22.10.2022 - 21:20

Spannende Finals durften die zahlreichen Teilnehmer und Zuschauer nach Abschluss der Vorkämpfe bestaunen. Im ersten Finale durften frei nach dem Motto „Ladies first“ die Seniorinnen III an den Start gehen. Dort setzte sich Elsbeth Faschko (WT, SV Althengstett) mit einem Start-Ziel-Sieg durch. Sie gewann die Goldmedaille mit 254,4 Ringen vor Gerlinde Neuhierl (BY, HSG München), die mit reichlich 10,9 und 10,8ern dagegenhielt und am Schluss die Silbermedaille gewann. Bronze ging an Monika Wittel (BY, SG KK Obernbreit) mit 232,2 Ringen.

Bärbel Breuckmann (SuS Conc. Flaesheim) holte eine von zwei westfälischen Medaillen am ersten Tag der Deutschen Meisterschafen Luftgewehr Aufgelegt im LLZ Dortmund. Sie setzte sich mit 317,0 Ringen gegen Christa Sterzer (RH, SpSch Burg Altenwied) mit 316,8 Ringen durch. Die Bronzemedaille gewann Gisela Grossmann-Mast (SV Althengstett) aus Württemberg mit 315,4 Ringen.

Gute Stimmung herrschte allenthalben: Die Kontrollen vor dem Wettkampf lassen so manche Sportler schon vor dem Wettkampf ordentlich schwitzen. Manfred Hassels von der Hockerkontrolle berichtete jedoch nur von Spaß und guter Laune: „Die Stimmung ist super, die Kontrolle bei den Hockern hat richtig Spaß gemacht. Ich habe viel Lob für mein Solarmessgerät bekommen und mit den Sportlern das ein oder andere Späßchen machen können, trotz der Ernsthaftigkeit der Kontrolle. So macht die Arbeit und die Deutsche Meisterschaft für alle Beteiligten gleich doppelt so viel Spaß!“.

Spaß hatte definitiv auch Robert Korden (Biathlon SC Adenau) aus dem Rheinland, der mit 319,3 Ringen Gold vor Dieter Neuendorf (SV Tell Kirchen), ebenfalls aus dem Rheinland, mit 318,0 Ringen bei den Senioren V siegte. Bronze holte sich Gerd Grabosch (WF DSC Wanne-Eickel Schießsport).

Das Finale der Senioren III war ein weiteres Highlight des Tages. Hier wechselten sich die Sportler mehrfach ab, im Kampf um die Medaillen. Die Führung und damit auch die Goldmedaille ging am Schluss an Rudolf Berninger (Bgl. SG Bergrheinfeld) mit 253,0 Ringen vor seinem „Landsmann“ Werner Gumprecht (SSG Dynamit Fürth) mit 252,8 Ringen. Die zwei Zentel Abstand zeigten auch zum Ende noch einmal die Spannung des Finals. Der dritte Platz und damit die Bronzemedaille ging an Franz Keller (SG Hugelfing) mit 231,2 Ringen. Damit gehörte das Podest der Senioren III ganz dem BSSB.

Norbert Czupalla vom Berufungskampfgericht fasste den ersten Wettkampftag der Deutschen Meisterschaft Luftgewehr Auflage positiv zusammen: „Es gab keine besonderen Vorkommnisse. Weder bei der Technik noch für das Berufungsgericht und das zeichnet einen gelungenen Wettkampftag aus.“

(WSB/Philipp Schulz)

22.10.2022 - 18:07

Es war ein hochklassiges Finale von Doreen Vennekamp, nachdem sie schon den Vorkampf mit 590 Ringen gewonnen hatte. Und die erste Ausscheidung der besten Acht, wer in den Kampf der besten Vier um die Medaillen eingreifen durfte, beendete die 27-Jährige als Erste mit 14 Ringen. Eine einzige Schwäche kostete sie eine noch glänzendere Medaille, als sie in der dritten Fünferserie nur zweimal traf. Sie kämpfte, schaffte noch zweimal vier und zum Schluss sogar fünf Treffer, doch die beiden Führenden ließen sie nicht mehr heran, weil Jangmi Kim aus Korea, die neue Weltmeisterin wurde, und die Chinesin Yan Chen ebenso gut trafen. Sie wiesen beide 23 Treffer auf, Vennekamp fehlte ein Punkt. „Es geht schon mehr, das habe ich bei der EM gezeigt. Wenn ich einen Lauf habe, läuft es auch richtig, und dahin kam ich heute nicht“, sagte die Sportsoldatin.

Im Duellteil der Qualifikation hatten Monika Karsch und Michelle Skeries eine beeindruckende Aufholjagd nach ihrem Rückstand von fünf und acht Ringen auf die Finalplätzen hingelegt. Und diese Jagd gelang. Skeries schoss mit 298 Ringen das zweitbeste Resultat des ganzen Feldes, Karsch erzielte ebenfalls hervorragende 295 Ringe. Damit waren beide auf dem Niveau von 583 Ringen angelangt, dem Finaleingangsniveau in Kairo. Doch es reichte trotzdem nicht, denn die Griechin Anna Korakaki erzielte ebenfalls, wie insgesamt vier Sportlerinnen, 583 Ringe, hatte aber die meisten Innenzehner. Das gab den Ausschlag, Karsch und Skeries blieb im Finale nur, Doreen Vennekamp anzufeuern.

Dreistellungskampf Männer: Dallinger bärenstark
Maximilian Dallinger hatte den Bann schon am Vormittag gebrochen. Mit einer ausgezeichneten Leistung, mit 590 Ringen, war er bei Ringgleichheit Achter geworden, weil er mit 42 Innenzehnern den höchsten Wert im Vergleich zu seinen Konkurrenten aufwies. Damit war er der erste Deutsche in den Tagen von Kairo, der in einer olympischen Entscheidung bis ins Finale vorstieß. Zu verdanken hatte er das nach dem schwächeren Start mit 194 Ringen liegend seinen starken Vorstellungen liegend mit 200 und stehend mit 196 Ringen. Vor allem im letzten Anschlag zeigte er sich in dem dichten und hochklassigen Feld extrem nervenstark und schoss mit zwei Zehnern aus.

Diese Stärke zeigte er auch im Finale, in dem acht Quotenstartplätze für die Olympischen Spiele 2004 in Paris vergeben wurden. Kniend und liegend schoss er ausgezeichnet. „Hätte man mir diese Werte vorhergesagt, ich hätte es sofort unterschrieben“, so Dallinger. Doch in der ersten Fünferserie stehend rutschte der 26-Jährige mit fünf Neunerwertungen auf Rang sieben ab, nachdem er sich zuvor unter den besten Vier getummelt hatte. Er fing sich wieder, lag vor seinem letzten Schuss auf Rang sechs, doch er fiel mit der abschließenden 9,7 noch auf Rang sieben zurück, ein Zehntel fehlte ihm, so dass er ausscheiden musste. Angesichts seiner starken Leistung bilanzierte er: „Ich kann mir selbst nicht böse sein. Man muss anerkennen, dass die anderen besser waren.“

Kai Dembeck hatte im Vorkampf nach 395 Ringen auf Tuchfühlung zum Finale gestanden. Doch auch in Kairo konnte er seine Stehendschwäche nicht überwinden, traf lediglich 187 Ringe und fiel mit insgesamt 582 Ringen auf Platz 54 zurück. David Koenders war am Vortag in der Elimination am Cut zu den besten 70 gescheitert.

Pistolen-Junioren: Endlich die Belohnung
Bronze und damit die ersehnte erste Medaille im letzten Wettkampf der Luftpistole-Junioren gab es am Samstag für Deutschland. Celina Becker und Andreas Köppl sicherten das Edelmetall durch ein 17:11 gegen Italien. „Es war schon krass, dass es erst einen Finaleinzug gibt und dann auch noch eine Medaille“, meinte die 18-Jährige überglücklich. Das Duo hatte die eigentliche Top-Formation Deutschland I mit Vanessa Seeger und Eduard Baumeister in der Qualifikation um einen Ring hinter sich gelassen und auf den siebten Platz verwiesen, so dass es nicht mehr für eines der beiden Bronzefinals reichte. „Die Medaille ist auch für die ganze Mannschaft, die Trainer, die Heimtrainer. Damit kann man morgen gut nach Hause fliegen“, freute sich Bundestrainerin Jördis Grabe, die damit bei der ersten großen Meisterschaft unter ihrer Verantwortung auch ihre erste Medaille gewann, die die Junioren in den Tagen zuvor mehrfach nur hauchzart verpasst hatten.

Gewehr-Frauen: Beeindruckend ins Goldfinale
Die deutsche Gewehr-Frauenmannschaft steht als Team im Finale des Dreistellungskampfes und trifft am Sonntagmorgen auf die Schweiz. Anna Janßen, Jolyn Beer und Lisa Müller gewannen beide Vorkämpfe mit 1329 und 882 Ringen recht deutlich, machten ihr Versprechen vom Vortag war und sind daher aussichtsreiche Gold-Kandidaten. Eine Medaille ist den drei Schützinnen, die am Vortag im Einzel schwer vom Pech gebeutelt waren, aber schon sicher. Und damit wird auch Bundestrainer Claus-Dieter Roth nach 20 Jahren als Bundestrainer seine Laufbahn bei seinem vorletzten großen Wettkampf mit einem Erfolg beenden.

Schnellfeuerpistole Männer: DSB-Duo auf Finalkurs
Florian Peter mit 294 (Vierter) und Christian Reitz mit 293 Ringen (Siebter) liegen auf einem Finalplatz, Vize-Europameister Oliver Geis mit 283 Ringen (51.) weit abgeschlagen, das ist die Ausgangslage nach dem ersten Tag Schnellfeuerpistole. „Bei Olli lief gar nichts, aber er ist aufgrund der zahlreichen Favoritenstürze in guter Gesellschaft“, kommentierte Bundestrainer Detlef Glenz. „Oben ist es sehr dicht. Morgen wird es daher sehr spannend werden.“

Das deutsche Team bei der WM in Kairo
Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppl (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

21.10.2022 - 13:14

587, 586 und 586 Ringe hatten die drei deutschen Frauen im Dreistellungskampf erzielt, starke Ergebnisse bei wechselnden, sehr schwierigen Windbedingungen. Doch dieses Resultat bedeutete keinen angestrebten Finalplatz, sondern die Ränge neun, 13 und 14. Dass es nicht zu mehr reichte, lag an letzten Schüssen und einem undurchsichtigen Regelwerk.

Eines vorweg: Egal, welche Variante der Regeln angewendet wird, es hätte für keine der deutschen Damen gereicht. Lisa Müller kam den besten Acht als Neunte am Nächsten, ringgleich nach 587 Ringen mit der Achten Nadine Ungerank. Beide hatten zudem 28 Innenzehner aufzuweisen, so dass in der Wertung von Kairo die letzte Serie entschied, und da war die Österreicherin um einen Ring (98-97) besser. Müller war auch lange nach dem Wettkampf, den sie zu allem Überfluss auch noch mit einer letztlich entscheidenden Neun abgeschlossen hatte, nicht zu sprechen.

Jolyn Beer und Anna Janßen, die mit 586 Ringen beide einen Ring zu wenig aufwiesen, hätten sich bei Ringgleichheit aufgrund ihrer zahlreicheren Innenzehner qualifiziert. Nach dem geschriebenen Regelwerk zählen bei Ringgleichheit die letzten Serien, gewertet wurde jedoch im Chaos des unter russischer Führung stehenden Weltverbandes ISSF nach der Anzahl der Innenzehner. Doch Beer traf zum Abschluss die Neun, Janßen, im vorletzten Schuss. Während Janßen still und schnell die Stätte des Unglücks verließ, meinte Beer, nachdem sie ihren Handschuh in die Sporttasche gefeuert hatte: „Ich glaube, dümmer kann es für uns nicht laufen, es ist Wahnsinn, was willst du da machen?“ Doch sie fand auch. „Ich glaube, obwohl es keinen Finalplatz gab, war es mal wieder eine super Teamleistung. Aber natürlich, schade.“ Und schickte gleich eine Kampfansage für den morgigen Teamwettbewerb hinterher: „Ich persönlich habe jetzt richtig Bock auf den Teamwettkampf, das werden wir den anderen Nationen auf jeden Fall nicht leicht machen.“

Von den drei Männern Maximilian Dallinger, David Koenders und Kai Dembeck wird  im Vorkampf des Dreistellungskampfes Koenders nicht dabei sein. Nach 574 Ringen in der Elimination fehlt er im eigentlichen Wettkampf am Samstag. Allerdings werden sich dort auch Dembeck nach 583 und Dallinger nach 581 Ringen gegenüber der Elimination steigern müssen.

Die Luftpistolen-Junioren schnupperten während des Wettkampfes mehrfach an der Finalqualifikation, konnten letztlich ihre Position aber nicht verteidigen. Der beste Deutsche, Eduard Baumeister, schoss „ein paar viele Neuner zu viel“. Er erreichte mit 572 Ringen Rang 18. Hugo Fries wiederum unterliefen mit vier Achtern und einer Sieben zu viele Ausreißer. „Immer wenn es lief, kam dieses gute Gefühl auf, und dann ist man gedanklich raus“, schilderte der Tübinger nach Platz 21 mit 570 Ringen. Andreas Köppl kam mit 564 Ringen nicht über Rang 33 hinaus.

Ganz knapp scheiterten sie im Teamwettbewerb am gleichen Nachmittag. Das komplette Trio vom Vormittag überstand die erste Qualifikationsrunde locker mit 855 Ringen als Vierter. In der Runde der besten acht Mannschaften erzielten sie 566 Ringe, exakt so viele wie Korea. Doch die Deutschen trafen lediglich zwölf Innenzehner, die Asiaten 15, sodass diese sich für den Kampf um Bronze qualifiziert hatten und die Deutschen einmal mehr zuschauen mussten.

Besonders Doreen Vennekamp liegt nach dem ersten Präzisionsteil mit der Sportpistole in hervorragender Position. Als Siebte mit 292 Ringen nimmt sie einen Finalplatz in einem allerdings sehr dicht beieinander liegenden Feld ein. Doch der Duellteil, der am Samstag folgt, liegt ihr in der Regel mehr. Für Monika Karsch und Michelle Skeries wird es dagegen sehr schwer, noch ins Finale zu kommen. Der Regensburger Olympiazweiten von 2016 fehlen als 22. vier Ringe zum Finalniveau, Skeries rangiert nach 285 Ringen lediglich auf Platz 48. Doch nicht nur Vennekamp, auch den anderen beiden liegt das Duellschießen mehr.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppl (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

21.10.2022 - 10:52

Das Programm besteht aus verschiedenen Säulen und Modulen (Programmbausteinen), die Verbände, Vereine, Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder und Bürger ansprechen sollen. Ziel ist es, nach der Corona-Pandemie wieder mehr Menschen in Deutschland in Bewegung zu bringen und für den Vereinssport zu begeistern, den Ausbildungsstau bei Übungsleitenden/Trainern und Wettkampfrichtern auszugleichen und die Vereinsentwicklung zu unterstützen.

Die Maßnahmen der Säule 1 “Digital und qualifiziert – Stärkung des ehrenamtlichen Engagements” sollen noch im Herbst ausgerollt werden. Sie beziehen sich auf die Spitzenverbände und müssen von diesen umgesetzt werden.

Die Säule 2 mit ihren drei unterschiedlichen Modulen ist hingegen darauf ausgelegt, die Vereine und deren Mitglieder zu stützen:

So sollen in Modul 1 der Säule 2 den Vereinen im Zeitraum von Januar 2023 bis August 2023 4.000 mal 1.000 Euro zur Verfügung stehen, damit diese Gesundheits-, Schnupper- und Infoangebote, Kooperationen mit Schulen und/oder Firmen anbieten können.

Über das Modul 2 sollen in einer Bewegungslandkarte interessierten zukünftigen Neumitgliedern die Vereine vorgestellt und ihre Angebote präsentiert werden, sodass jede sportinteressierte Person, den für sie passenden Verein findet. Hier sind auch Aktionstage (beispielsweise Tage der offenen Tür) abbildbar.

Das Modul 3 der Säule 2 stellt 150.000 mal 40 Euro Sportvereinsschecks zur Verfügung, mit denen Neumitglieder ihren Vereinsbeitrag zahlen können. Damit soll die Neu-Mitglieder-Akquise in den Vereinen unterstützt werden. Dafür rufen die Neu-Mitglieder digital den „Scheck“ ab und reichen ihn bei ihrem Verein als Mitgliedsbeitrag ein. Der Verein kann den Scheck dann über den DOSB einlösen. Nach dem Download muss der „Scheck“ innerhalb von vier Wochen beim Verein abgegeben werden, der Verein muss diesen dann innerhalb von weiteren zwei Wochen zur Zahlung einreichen. Dieses Angebot ist vorgesehen von Januar bis Mai 2023.

Alle Programmmodule folgen zeitlich versetzt gegen Ende dieses bzw. zu Beginn des neuen Jahres. Sobald der laufende Prüfungs- und Planungsprozess abgeschlossen ist, wird die Zeitschiene der einzelnen Programmmaßnahmen online gestellt. Die verschiedenen Antragsmöglichkeiten für Verbände und Vereine werden mit ausreichend zeitlichem Abstand zum Datum der Antragsstellung veröffentlicht.

Alle oben dargestellten Unterstützungsangebote sind Bemühungen, den Sport nach den letzten sehr schwierigen Jahren zu stützen und zu stärken. Noch werden die einzelnen Angebote zwischen dem DOSB und dem BMI im Detail abgestimmt und evtl. gibt es inhaltlich und auch hinsichtlich der Zeitfenster noch Anpassungen. In den kommenden Wochen werden auf der Seite des DOSB weitere Informationen zu den einzelnen Modulen und dem zeitlichen Ablauf veröffentlicht.

Der Deutsche Schützenbund will seine Vereine aber bereits frühzeitig auf diese möglichen Angebote hinweisen, damit sie sich darauf vorbereiten und für sich überlegen können, welche Angebote sie selbst nutzen wollen, um ihren eigenen Verein zu stärken. Gerne informieren wir, sobald uns weitere Details des Förderprogramms „ReStart – Sport bewegt Deutschland“ bekannt sind.

20.10.2022 - 15:16

Im Einzel mit der Luftpistole trat insbesondere Vanessa Seeger mit dem klaren Ziel Finale an. Doch der Start der 20-Jährigen mit 92 und 93 Ringen in den ersten Serien legte ihr schon eine Bürde auf. Sie haderte mit ihrem Schießglück. „Da waren so viele gute Schüsse dabei, ich hatte so viele Treffer in die 9,8 und 9,9 dabei.“

Aber nach fünf Serien hatte sie Tuchfühlung zu Platz acht und damit zum Finale aufgenommen, doch das Glück, dass die engen Schüssen in die Zehn flogen, war verflogen. Wieder nur 92 Ringe, damit nach 567 Ringen lediglich Platz 16. „Ich hatte richtig zu kämpfen, ich habe keinen Schuss liegen gelassen, ohne dass ich da richtig Power reingesteckt hätte“, meinte sie schon mit einem Hauch Verzweiflung. „Ich wusste, das Niveau war hoch, aber ich habe es mir zugetraut.“

Die WM-Neulinge Celina Becker und Lydia Vetter enttäuschten mit 562 und 561 Ringen keineswegs, eine Finalerwartung für sie wäre unrealistisch gewesen. Mit den Rängen 31 und 34 durften sie erhobenen Hauptes den Schießstand verlassen, vor allem hatten sie Lehrreiches erfahren. „Mit mir selbst klar zu kommen im Wettkampf und dass ich es lockerer nehmen kann, habe ich gelernt“, sagte die 18-jährige Celina Becker. Und Lydia Vetter fand kurz vor ihrem 18. Geburtstag: „Der Faktor Nervosität war schon sehr stark. Eine WM ist schon was ganz anderes.“

Erfreulich aus deutscher Sicht war am Donnerstag, dass die Frauen im Dreistellungskampf mühelos die Elimination überstanden haben. Damit werden Jolyn Beer (589 Ringe), Anna Janßen (587) und Lisa Müller (580) geschlossen am Freitag den Wettkampf bestreiten und versuchen, möglichst das Finale am Mittag zu erreichen, um sich dort idealerweise Medaillen und Quotenplätze zu sichern.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

(Harald Strier)

20.10.2022 - 14:31

Mit dem zweitgrößten Multisportereignis der Welt wollen die Macher um das Land Nordrhein-Westfalen, das Bundesministerium des Innern und für Heimat, den Allgemeinen deutschen Hochschulsportverband AdH und der Durchführungsgesellschaft, der Rhine-Ruhr 2025 FISU Games gGmbH, vor allem starke Zukunftsimpulse in den Bereichen Sport, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft setzen.

„Mit 783.000 Studierenden an 70 Universitäten sowie 5,1 Millionen Vereinsmitgliedern in 18.000 Sportvereinen ist Nordrhein-Westfalen ein herausragender Sport- und Wissenschaftsstandort und damit hochinteressant für internationale Stakeholder. Mit Rhine-Ruhr 2025 haben wir die Chance, der Welt dieses einzigartige Potenzial zu präsentieren. Wir können uns schon heute darauf freuen, die zweitgrößte Multisport-Veranstaltung der Welt in Deutschlands Sportland Nummer 1 ausrichten zu dürfen und tausende Studierende, Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt in Nordrhein-Westfalen herzlich willkommen zu heißen. Mit den World University Games 2025 können wir der Sportwelt einmal mehr zeigen, dass Sportgroßveranstaltungen in Deutschland auf Weltklasse-Niveau organisiert und durchgeführt werden“, sagt Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in Nordrhein-Westfalen.

Sportgroßereignis als Motor für die Metropolregion mit übergeordneten Zielen
Die übergeordneten Ziele, die mit Rhine-Ruhr 2025 in den kommenden 1000 Tagen verfolgt werden, sollen interkulturelle Beziehungen und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg aufbauen, zu Veränderung und Transformation der Metropolregion anregen und vermehrt Kinder und Jugendliche zum Sporttreiben animieren - als ein bleibendes Erbe der Spiele. „Sport spielt eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft und vermittelt Werte wie soziales Miteinander, Fair Play, Respekt und Inklusion. Die World University Games sollen helfen, den Sport mit seiner Vielfältigkeit verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken, so wie es uns zuletzt mit den European Championships in München eindrucksvoll gelungen ist“, erklärt Stefan Kürten, CEO der Rhine-Ruhr 2025 FISU Games gGmbH, der als ehemaliger Vorstand Sport der EBU maßgeblich in die Formatentwicklung der European Championships eingebunden war.

Konzept setzt auf Nachhaltigkeit - 95% der benötigten Sportstätten sind bereits vorhanden
Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit spielen eine entscheidende Rolle in den Planungen des Megaevents. Aufgrund der vorhandenen und weltweit einzigartigen Sportstätteninfrastruktur an Rhein und Ruhr sind 95% der benötigten Sportstätten für die World University Games 2025 bereits heute vorhanden, ohne dass neu gebaut werden muss. Das Veranstaltungskonzept sieht die Nutzung von insgesamt 21 Sportanlagen an etablierten Standorten und auf Messeflächen in Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Essen und Mülheim an der Ruhr vor. Der Bogensport ist im Arena-Park in Düsseldorf vorgesehen und somit im „Herzen“ der Universiade in unmittelbarer Nähe zu anderen Sportarten wie Volleyball, Tischtennis, Schwimmen oder 3x3 Basketball.
Alle (!) Sportstätten in den fünf Austragungsorten liegen innerhalb eines 25-Kilometer-Radius und sind durch ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz verbunden, das ein kompaktes, modernes und insbesondere nachhaltiges Veranstaltungskonzept ermöglicht.

Ein Augenmerk liegt auf der engen konzeptionellen Verzahnung mit Bildungs- und Wissenschaftsorganisationen, Universitäten und Hochschulen sowie der Einbindung von Studierenden. „Der Prozess zur Erarbeitung des Nachhaltigkeitsprogramms wird auf den Richtlinien der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der nationalen Strategie für Sportgroßveranstaltungen basieren“, erklärt Stefan Kürten.

(Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games/EB)

20.10.2022 - 09:06

Norden: Dasbach & Uetze früh unter Druck
Den Auftakt in die Saison 2022/23 hatten sich sowohl der SV Falke Dasbach als auch der SV Uetze sicherlich anders vorgestellt: Beide Partien gingen jeweils verloren, sodass beide Klubs zunächst von ganz unten der Tabelle grüßen. Aber das soll sich mit den Heimwettkämpfen ändern, zumal mit den Spsch Raesfeld (Dasbach) bzw. den Sp.Sch. Fahrdorf (Uetze) zwei Klubs anreisen, bei denen ebenfalls noch die Null auf der Habenseite steht. „Der Wettkampf gegen Fahrdorf hat für uns - genauso wie für Fahrdorf - naturgemäß eine hohe Bedeutung, da wir aus dem ersten Wochenende in Schleswig leider keine Punkte mitnehmen konnten, obwohl unsere Schützen am Sonntag gegen Pier richtig starke Leistungen gezeigt haben. Wenn es uns gelingt, an diese Leistungen anzuknüpfen, und am Sonnabend zwei Punkte zu holen, ist das sicher ein großer Motivationsschub für die Saison“, gibt Donald Albrecht Einblicke in das Uetzer Innenleben.

Wenn wir uns am Sonnabend zwei Punkte holen, ist das sicher ein großer Motivationsschub für die Saison!

Donald Albrecht (SV Uetze) vor dem Match gegen die ebenfalls noch sieglosen Fahrdorfer

Auch die Dasbacher schenken dem Duell gegen Raesfeld keine besondere Bedeutung: „Der Wettkampf gegen Raesfeld ist ein Wettkampf wie jeder andere auch. Es ist unser Heimkampf und wir wollen natürlich gewinnen“, sagt Trainer Alexander Gangluff. Und auch im „Hessen-Derby“ gegen das Top-Team Kriftel, das auf Christian Reitz verzichten muss, rechnet sich Trainer Alexander Gangluff etwas aus: „Wir gehen in den Wettkampf gegen Kriftel wie immer und zwar mit dem Fokus auf uns selbst. Das Team von Kriftel besteht nicht ausschließlich aus Christian. Kriftel ist auf allen Positionen erstklassig besetzt.“

Es ist unser Heimkampf und wir wollen natürlich gewinnen!

Alexander Gangluff, Trainer SV Falke Dasbach zum Duell mit Raesfeld

Im Norden kommt es zudem zu den interessanten Duellen zwischen Wathlingen und Bassum, die ebenfalls beide ungeschlagen sind. Und Leegmoor hat mit Kriftel und Hannover die zwei „Schwergewichte“ des Nordens vor der Brust, geht aber nach den beiden Auftaktsiegen ebenfalls mit Selbstbewusstsein in das Wochenende.

Das Wochenende will Uetzes Albrecht mit dem Heimspiel nutzen, um Werbung für den Schießsport zu machen: „Das Heimwettkampf-Wochenende hat für unseren Verein schon deshalb eine besondere Bedeutung, da wir mit diesem hier im Ort unseren Sport publikumswirksam darstellen und bewerben können, und auch den direkten Kontakt zum Ort haben. Wir hoffen, dadurch z.B. auch Nachwuchs aus Kreisen zu generieren, die bisher unserem Verein nicht nahestehen. Durch die Durchführung in der Großsporthalle wird für viele Menschen die Hemmschwelle zum Kontakt mit unserem Sport gesenkt.“ Und für die, die nicht den Weg in die Halle finden, bietet der SV Uetze einen Live-Stream auf Sportdeutschland.TV

Süden: Neuauflage des Finals im Fokus
Erst mit dem zweiten Stechschuss wurde im Februar dieses Jahres die Meisterschaft im Duell zwischen der Sgi Waldenburg und dem ESV Weil am Rhein zugunsten des Rekordmeisters aus Waldenburg entschieden. Tobias Backes sorgte mit seiner Zehn für einen Jubelsturm. Nun kommt es erneut zum Aufeinandertreffen, und natürlich strebt Weil die Revanche der beiden mit 4:0-Punkten gestarteten Klubs an, auch wenn Weils Sportleiterin Brigitte Ernst relativiert: „Waldenburg war im Finale die sportlich bessere Mannschaft. Das wurde von unserer Mannschaft voll anerkannt. Für uns ist jeder Wettkampf gleichbedeutend, unabhängig was in der Vorsaison war. Der Blick muss immer nach vorne gehen, nicht zurück in die Vergangenheit.“ Doch ist das Duell gegen den Meister nicht die einzige Herausforderung für Weil mit Spitzenschütze Michael Schwald, denn bereits am Samstag kommt es zum Top-Duell mit der HSG München, die ebenfalls die ersten beiden Partien der Saison gewinnen konnte. Deswegen steht für Ernst fest: „Im Korb liegen für jeden Verein vier Mannschaftspunkte drin. Doch wer diese für sich buchen kann, ist vollkommen offen. Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, keine Mannschaft zu unterschätzen. Das hat nichts mit Ehrfurcht zu tun, sondern mit der Anerkennung des Gegners. Da sowohl die HSG München als auch die Sgi Waldenburg ebenso erfolgreich waren, wird wohl die Tagesform die Entscheidungen bringen.“

Es wird wohl die Tagesform entscheiden!

Weils Sportleiterin Brigitte Ernst zu den Duellen gegen München und Waldenburg

Für das Team aus Hitzhofen-Oberzell gibt das Heim-Wochenende mit den Begegnungen gegen Fürth und Scheuring Aufschluss darüber, wohin die Reise in diese Saison geht: „Das zweite Wettkampfwochenende gibt auf jeden Fall die Richtung vor, egal an welchem Wettkampfort. Es wird zeigen, ob wir den Blick auf die vorderen Tabellenplätze richten können oder ob wir im Mittelfeld hängen bleiben. Natürlich ist ein Heimwettkampf zugleich eine Chance, aber auch eine Herausforderung, und wir hoffen, dass wir mit unseren Fans im Rücken die Weichen in die richtige Richtung stellen können“, sagt Trainer Walter Sbarra.

Es wird zeigen, ob wir den Blick auf die vorderen Tabellenplätze richten können oder ob wir im Mittelfeld hängen bleiben!

Hitzhofen-Oberzells Trainer Walter Sbarra vor dem Heim-Wochenende

Sowohl für Scheuring (Sportleiter Michael Steiger„An unserem Heimwettkampf erwarten wir, wie auch im letzten Jahr, eine volle Halle.“) als auch für Weil hat der Heimwettkampf eine hohe Bedeutung für die Außendarstellung: „Gerade am Heimwettkampf-Wochenende schauen wir über die Vereinsgrenzen gerne hinaus. Für unseren Verein ist es wichtig, dass wir dieses hochkarätige Schiesssportereignis auch im äußersten Südwesten Deutschlands zeigen können», bringt es Brigitte Ernst auf den Punkt.

Die Ansetzungen von Spieltag 3 & 4

Nord in Dasbach und Uetze

15.00 Uhr: SV Schirumer Leegmoor - SV 1935 Kriftel & Freischütz Wathlingen – SV Bassum von 1848
16.30 Uhr: SV GK Hannover – SSV Bad Westernkotten & Sp.Sch.St.Seb.Pier2000 – PSV Olympia Berlin
18.00 Uhr: SV Falke Dasbach - Spsch Raesfeld & SV Uetze - Sp.Sch. Fahrdorf

10.00 Uhr: Spsch Raesfeld - SSV Bad Westernkotten & Sp.Sch. Fahrdorf - Freischütz Wathlingen  
11.30 Uhr: SV Schirumer Leegmoor - SV GK Hannover & SV Bassum von 1848 - Sp.Sch.St.Seb.Pier2000
13.00 Uhr: SV Falke Dasbach - SV 1935 Kriftel & SV Uetze - PSV Olympia Berlin

Süd in Hitzhofen-Oberzell und Weil am Rhein

15.00 Uhr: SV Hubertus Rettenbach - SG Edelweiß Scheuring & SGi Ludwigsburg – SV Waldkirch
16.30 Uhr: KKS Hambrücken - SG Auerhahn Steinberg & SV Kelheim-Gmünd – Sgi Waldenburg
18.00 Uhr: SV Hubertus Hitzhofen-Oberzell - SSG Dynamit Fürth & ESV Weil am Rhein - HSG München

10.00 Uhr: SSG Dynamit Fürth - SG Auerhahn Steinberg & HSG München - SGi Ludwigsburg
11.30 Uhr: SV Hubertus Rettenbach – KKS Hambrücken & SV Waldkirch – SV Kelheim-Gmünd
13.00 Uhr: SV Hubertus Hitzhofen-Oberzell – SG Edelweiß Scheuring & ESV Weil am Rhein – Sgi Waldenburg

19.10.2022 - 13:17

Der Tag verlief schon äußerst erfolgreich, da setzten Christian Reitz & Doreen Vennekamp dem Ganzen (oder sich) die Krone auf: Das Duo gewann den WM-Titel im Mixed-Wettbewerb mit der Standardpistole. Und das völlig verdient. Denn sowohl die erste Qualifikationsphase (571 Ringe), als auch das Halbfinale der besten acht Teams (377 Ringe) beendete das DSB-Duo auf dem Platz an der Sonne.

Wir haben uns super ergänzt und waren ein richtiges Team!

Doreen Vennekamp zum Weltmeister-Rezept

Im Goldfinale ging es gegen absolute Hochkaräter, nämlich Jangmi Kim (Olympiasiegerin Sportpistole von 2012) und Seojun Kim (Schnellpistolen-Weltmeister von 2014) aus Südkorea. Der Modus: Jeder Schütze feuert fünfmal in zehn Sekunden, dann werden die Ergebnisse der beiden Teammitglieder addiert. Nach einem 0:2-Start (90-91) nahm der „DSB-Express“ richtig Fahrt auf und gewann mit 95, 98 und 94 Ringen die nächsten sechs Punkte. Und einmal im Rhythmus ließen sich die Sportpistolen-Europameisterin Vennekamp und der Schnellfeuerpistolen-Olympiasieger Reitz das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Kein Duell wurde mehr verloren, dreimal wurden nur noch die Punkte geteilt. Gold wurde mit dem zweiten Matchball mit 97-95 zum 17:5 perfekt gemacht. „Wir haben uns super ergänzt und waren ein richtiges Team. Wenn einer einen leichten Durchhänger hatte, hat der andere gegriffen. Wir waren kein einziges Mal beide schlecht, und so wird man offensichtlich Weltmeister“, analysierte Vennekamp treffend. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause und das Duo machten noch eine andere Rechnung auf: „Deutscher Meister (Vennekamp) und Vize-Meister (Reitz) zusammen ergibt Weltmeister!“

Reitz gewinnt Einzel-Silber mit der Standardpistole

Nur einer war besser. Pistolen-Allrounder Christian Reitz zeigte wieder einmal seine Klasse. Mit der 25m Standardpistole belegte er nach den 60 Wettkampfschüssen in den 150-, 20- und zehn Sekunden-Serien mit 575 Ringen hinter dem überragenden Ukrainer Pavlo Korostylov (582) den zweiten Platz. Anschließend sagte Reitz: „Mein Wettkampf war eigentlich gut. 150 Sekunden habe ich echt gut angefangen, bei 20 Sekunden war ich bei einer Serie nicht so bei der Sache und in den zehn Sekunden-Serien habe ich auch den einen oder anderen Ring liegenlassen, wo ich einfach ein wenig hektisch war.“ Gut, dass Reitz ein international gestählter Athlet ist, denn es lief nicht alles rund: „Es war ein schöner Wettkampf, auch wenn es zum Teil von der Organisation her chaotisch war.“ Mit dem Ende war der Schnellfeuerpistolen-Olympiasieger von Rio auf jeden Fall einverstanden: „575 ist okay. Ende 70, Anfang 80 ist üblich bei solchen internationalen Wettkämpfen, deswegen ist es schön, dass es für Silber gereicht hat.“

Es ist schön, dass es für Silber gereicht hat!

Christian Reitz zu Einzel-Silber mit der Standardpistole

Bronze für Beer & Dallinger im Liegend-Mixed

Nur wenige Minuten später gab es Jubel im Gewehrlager. Jolyn Beer & Maximilian Dallinger fielen sich nach dem 17:13 gegen die Norweger Johanna Reksten & Jon-Hermann Hegg in die Arme. Bronze im Liegend-Mixed war eine logische Konsequenz nach den starken Auftritten in den Einzelwettbewerben mit dem WM-Titel für Beer und Platz vier Dallinger (Dallinger: „Wir können mit der Ausbeute sehr zufrieden sein. Wir haben im Einzelwettkampf geglänzt, aber rechnen kann man natürlich nicht mit einem Medaillenmatch.“). Von Beginn an lag das DSB-Duo vorne (8-2) und blieb auch ruhig, als die Norweger auf zwei Zähler herankamen (10-8). „Wir haben die richtigen Akzente zum richtigen Zeitpunkt gesetzt. Das Polster haben wir bis zum Ende einigermaßen halten können“, so Dallinger zufrieden. Den Schlusspunkt setzten sie mit einer 10,8 und einer 10,7 und damit nahe dem perfekten Ergebnis. „Das geht nicht viel besser. Jolyn hat den gesamten Wettkampf einer Weltmeisterin würdig geschossen. Und ich freue mich, dass es für Maxi aufwärtsgeht.“ Dabei scheint Kairo für das Duo ein gutes Pflaster zu sein, denn beim Weltcup im Februar dieses Jahres gab es bereits Silber im Mixed-Dreistellungskampf.

Wir haben die richtigen Akzente zum richtigen Zeitpunkt gesetzt!

Maximilian Dallinger zum erfolgreichen Bronzefinale

Äußerst knapp an einer Medaille vorbei schrammte Monika Karsch mit der Standardpistole. Nachdem sie zunächst geführt hatte, rutschte sie zwischendurch ab, kämpfte sich wieder hoch und landete am Ende mit 569 Ringen auf Platz vier. Drei Ringe hinter dem Bronzerang – die jeweils zweite Serie in 20 und zehn Sekunden mit 90 bzw. 91 Ringen sollten zuungunsten der Regensburgerin den Ausschlag geben. „Das war eine knappe Nummer, Moni hat gut geschossen“, war Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause zufrieden. Doreen Vennekamp belegte Platz acht (564) und Michelle Skeries Platz neun (561), wobei vor allem Vennekamp übel mitgespielt wurde, wie Verdicchio-Krause berichtet: „Es war ein chaotischer Wettkampf. Bei Doreen war zunächst ein Schuss nicht auf der Scheibe und zeigte eine Null an. Bei der Kontrolle wurde dann auf eine Neun korrigiert, nach einem zweiten Mal (0 angezeigt, 10er Wertung) hat sie dann den Stand gewechselt. Doreen war so gut drauf, aber das Hickhack bringt einen Sportler natürlich auch raus, zumal es bei einer Weltmeisterschaft um jeden Ring geht.“

Den Schwung wollen die deutschen Schützen in die weiteren (olympischen) Wettkämpfe mitnehmen. Am 20./21. Oktober fällt die Entscheidung im olympischen Dreistellungskampf der Frauen, einen Tag später im gleichen Wettbewerb der Männer (Roth: „Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist und wir positiv überraschen!“) und mit der Sportpistole der Frauen. Die letzten Quotenplätze in Kairo für Paris 2024 werden am Sonntag, 23. Oktober, vergeben, wenn die Schnellfeuerpistolen-Schützen ihren Weltmeister ermitteln. Dann hoffentlich auch mit Reitz, Florian Peter und Oliver Geis. „Standardpistole ist eine gute Möglichkeit, sich auf Schnellfeuer einzustellen. Natürlich ist es eine andere Scheibe und eine andere Disziplin, aber es ist immerhin schon meine Schnellfeuerpistole. Und bevor man kein Training hat, dann ist so etwas deutlich besser und angenehmer“, blickt Reitz seiner Spezialdisziplin optimistisch entgegen.

Das deutsche Team bei der WM in Kairo

Gewehr Erwachsene: Tom Barbe (Lichtenfels), Maximilian Dallinger (Haar), David Koenders (Eching), Kai Dembeck (Dortmund), Jolyn Beer (Neustadt am Rübenberge), Anna Janßen (Freising), Lisa Müller (Weingarten), Denise Palberg (Holzwickede), Hannah Steffen (Ohlweiler), Anna-Lena Geuther (Puckheim), Veronique Münster (Kalletal), Christian Dressel (Adelsdorf), Jörg Niehüser (Erwitte), Matthias Raiber (Ulm)

Pistole Erwachsene: Philipp Grimm (Freiberg am Neckar), Christian Reitz (Regensburg), Paul Fröhlich (Hitzhofen), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Svenja Berge (Bad Camberg), Monika Karsch (Regensburg), Sandra Reitz (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach)

Gewehr Juniorinnen: Nele Stark (Güglingen), Hannah Wehren (Uedem), Larissa Weindorf (Mannheim)

Pistole Junioren: Eduard Baumeister (Neuhausen), Hugo Fries (Schwäbisch-Hall), Andreas Köppel (Gleiritsch), Evan Dörr (Niederhöchstadt), Tobias Gsöll (Graben), Felix Hollfoth (Lahnau), Markus Lehner (München), Nina Adels (München), Celina Becker (Ubstadt-Weiher), Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden)

Target Sprint: Dominik Hermle (Denkingen), Jacob Hofmann (Gräfenroda), Anja Fischer (Mengen), Kerstin Schmidt (Erbendorf)

Trainer & Offizielle: Detlef Glenz, Claus-Dieter Roth, Claudia Verdicchio-Krause, Claudia Kulla, Jördis Grabe, Jörg Dietrich, Manfred Gohres, Heiko Dörr, Theo Hadrath, Sandra Hof, Helmut Hoffmann, Thomas Karsch, Norbert Klaar, Sylvia Torba, Achim Veelmann, Wolfram Waibel, Thomas Zerbach, Thomas Abel, Hanne Aslanidis

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