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23.07.2020 - 14:00

Ein Team bilden

Training und Wettkämpfe machen vor allem dann Spaß, wenn man unter Gleichgesinnten ist, die man dazu noch Freunde nennen kann. Versuchen Sie deshalb das Talent in eine Gruppe zu integrieren, die sowohl persönlich als auch leistungsmäßig zusammenpasst. Sie können das Talent in einen anderen Verein ziehen lassen, um z.B. dort die Meisterschaften mit einem Team zu bestreiten, das Medaillenchancen hat, oder Sie suchen selbst nach Talenten, die Sie in ihren Verein bringen, um dort eine neue Gruppe aufzubauen. Je mehr Sie ein Team formen, indem sich jeder wohl fühlt, desto besser wird sich gegenseitig unterstützt und das hilft in jeder Phase das Beste aus sich herausholen zu wollen – für sich und für andere.

Zusammenarbeiten mit den Besten

Wenn man ein Talent im Verein hat, will man es natürlich halten, denn es unterstützt die eigene Mannschaft, ja, vielleicht schafft man sogar den Aufstieg in die nächste Liga. Es ist oder wird vielleicht das Aushängeschild des Vereins. Doch oftmals ist man mit seinem eigenen Latein am Ende, weiß selbst nicht mehr weiter und die Leistung stagniert. Dabei kann es helfen, sich an einen Verein, Trainer oder Sportler zu wenden, die bereits über mehr Erfahrung oder ein höheres Leistungsniveau verfügen. Besuchen Sie doch gemeinsam ein Training bei einem Bundesligaverein, fragen Sie nach, ob der Trainer einmal einen Blick auf das Talent werfen kann und vielleicht ein paar Tipps hat, an was als nächstes gearbeitet werden könnte. Fragen kostet nichts und die allermeisten haben ein offenes Ohr und geben ihr Wissen gerne weiter. Am besten ist, man lernt auch von den Besten. Diese Zusammenarbeit kann sehr bald Früchte tragen.

Sein eigenes Wissen & Können erweitern

Vieles kann man vielleicht im Verein, im Umfeld des Schützen, am Talent selbst oder in einer Region nicht ändern, aber man kann bei sich selbst etwas ändern. Irgendwann wird vielleicht der Punkt kommen, an dem man merkt, dass man mit seinem Wissen rund um den Sport an ein Limit kommt, nicht mehr weiß, an welchem Punkt man ansetzen kann, um die Leistung seines Talents weiter zu steigern. Das ist absolut keine Schande, wenn man dazu steht und vor allem etwas daran ändert. Traineraus- und Weiterbildungen, Bücher, Videos und Gespräche mit Spitzensportlern und –trainern erweitern den Horizont. Und wenn in Ihrer Region nichts angeboten wird, dann organisieren Sie selbst etwas. Es gibt heute unzählige Möglichkeiten sich weiterzubilden, man sollte sie nur auch nutzen. Dann gelingt der nächste Schritt gewiss.

Motivieren & unterstützen, um die nächsten Schritte zu gehen

Ein Trainer kann nicht mehr Ringe herzaubern, aber eines kann er immer: Motivieren und unterstützen. Wer selbst positive Energie im Training versprüht, die Sportler fürs Training motiviert und sie sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten unterstützt, der wird viel von seinen Talenten zurückbekommen, sehen wie das Talent lernt und wächst und am Ende dafür belohnt wird. Ermutigen Sie ihre Talente, den nächsten Schritt in Richtung Spitze zu wagen! Und vergessen Sie nicht: Sie sind ein wichtiger Partner auf diesem Weg.

Professionelle Trainingsmöglichkeiten nutzen

Viele Gaue bzw. Kreise und Bezirke bieten eigene Kadertrainings und Sichtungen an. Dort ist der perfekte Ort, um auf die Talente im Verein aufmerksam zu machen, in Kontakt mit den Verantwortlichen zu treten und damit dem Talent eine Chance zu bieten, mit motivierten, gut ausgebildeten Trainern und gleichaltrigen und begabten Talenten zu trainieren. Hier kann es dann sogar auch einmal sein, dass Topschützen wie Olympiasiegerin Barbara Engleder vorbeischauen und coachen, denn auch ihnen liegt der Nachwuchs am Herzen. Das motiviert alle, macht Spaß und fördert das Talent!

23.07.2020 - 08:54

Zwar starten die Olympischen Spiele bereits einen Tag eher, am 23. Juli 2021, aber der Zeitplan bleibt wie gehabt, wie das Organisationskomitee jetzt veröffentlichte. So beginnen die insgesamt 128 Recurve-Schützen (64 Frauen / 64 Männer) am Tag der Eröffnungszeremonie mit ihrer Qualifikationsrunde, gefolgt von drei Tagen Team-Wettbewerbe mit der Olympia-Premiere für das Mixed-Team.

Die Gewehr- und Pistolenschützen steigen am 24. Juli in der Asaka Shooting Range mit den Wettbewerben Luftpistole und Luftgewehr in das Geschehen ein und gehören damit traditionell zu den ersten Medaillenanwärtern der Olympischen Spiele. "Jetzt beginnt der Countdown von Neuem, auch wenn noch nicht klar ist, wie und ob alles stattfinden kann, bin ich vorsichtig optimistisch", so Olympiakadermitglied Jolyn Beer: "Momentan fokussiere ich mich auf die internen Weltcup-Ausscheidungen fürs nächste Jahr, um die bestmöglichste Vorbereitung für die Olympiaqualifikation zu schaffen."

Einen Tag später starten dann auch die Skeet-Schützen mit der Qualifikation, das Trap-Team beginnt am 28. Juli mit ihren Wettbewerben. Aktuell haben die DSB-Sportler bereits neun Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio sicher.

22.07.2020 - 13:15

Keine Deutsche Meisterschaft, keine internationalen Veranstaltungen und natürlich auch keine Olympischen Spiele! Das Jahr 2020 ist für Leistungs- und Breitensportler kein erfreuliches. Nachdem der Trainings- und Sportbetrieb in Deutschland langsam wieder an Fahrt aufnimmt, findet nun in der hessischen Landeshauptstadt - übrigens am geplanten Tag der Abschlussfeier in Tokio - ein echtes „Schmankerl“ statt: Der Deutschland Cup Bogensport.

Auf dem Bowling Green in Wiesbaden ermitteln die jeweils vier besten Recurve-Bogenschützen der Frauen und Männer im Einzel sowie im Mixed die Sieger im Deutschland Cup. „Wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit bekommen, unseren Sport erneut einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Gleichzeitig sehen wir es als Zeichen an – gerade auch für unsere vielen Sportler auf den Bogensportanlagen und in den Schützenhäusern – dass so langsam wieder Normalität einkehrt“, sagt Vizepräsident Sport Gerhard Furnier.

Mit dem gemeinsamen Projekt reagieren das ZDF und der DSB außerdem auf die aktuelle Live-Sport-Flaute. In Anlehnung an "Die Finals", das Wochenende der Deutschen Meisterschaften, das im vergangen Jahr erstmals in Berlin stattfand, übertragt das ZDF am 9. August neben den Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik auch den Deutschland Cup Bogensport sowie eine Kanu-Veranstaltung - und eröffnet damit auch die Vorbereitungsphase auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr.

Die Qualifikation findet im Vorfeld unter den Athletinnen und Athleten des DSB-Bundeskaders statt. Natürlich findet der Wettbewerb in Abstimmung mit den städtischen Behörden und auf Grundlage eines Hygienekonzepts statt. Der Deutschland Cup ist als Sportveranstaltung ohne Zuschauer konzipiert.

22.07.2020 - 08:44

Anna, du hast 2001 mit dem Schießsport begonnen, wer hat dein Talent für den Sport als erstes erkannt?

Janßen: „Das war Rudi (Joosten, Anm. der Redaktion), mein Heimtrainer. Aber ich bin eigentlich durch meinen Bruder Simon, der 2010 Deutscher Meister wurde, zum Sport gekommen. Rudi hat sich daran erinnert, dass Simon noch zwei Schwestern hat und gefragt, ob die vielleicht auch Spaß daran haben. Dann bin ich mit, mir hat es gefallen und ich war auch gleich recht gut – dafür, dass ich es noch nie gemacht habe. So hat sich das entwickelt.“

Wann war dir selbst zum ersten Mal bewusst, dass du wohl ein großes „Talent“ für den Schießsport hast?

Janßen: „Eigentlich relativ früh, denn von einem Trainingstag pro Woche hat sich das schnell auf zwei gesteigert und ich bin früh in den Rehinlandkader aufgenommen worden. Meine Leistung wurde also bereits früh sehr wertgeschätzt.“

Du bist also sehr schnell in eine Kaderstruktur hineingerutscht. Ist das für dich eine gute Möglichkeit, Talente zu fördern?

Janßen: „Ich finde das eine sehr gute Fördermöglichkeit, denn dadurch kommt man nicht nur mit den Schützen im eigenen Verein zusammen, sondern auch mit anderen Sportlern. Dadurch bringt man noch mehr Spaß in das Ganze, denn man ist viel zusammen unterwegs und hat gemeinsame Kaderlehrgänge. Zusätzlich lernt man viele neue technische Details kennen, denn jeder Trainer hat ein anderes Auge. Natürlich macht man den Sport am Anfang vor allem zum Spaß, aber ein Hobby endet auch irgendwann damit, dass man Erfolg haben möchte, und der Kader motiviert einen, ernster an die Sache ran zu gehen, aber gleichzeitig auch die nötige Wertschätzung zu erfahren.“

Wenn man von Talenten spricht, betrifft das meistens Menschen im Kinder- und Jugendalter. Wie würdest du sagen, hast du dich da von anderen unterschieden?

Janßen: „Das weiß ich gar nicht. Ich glaube nicht, dass ich ehrgeiziger war, aber ich war fokussierter, wenn es darum ging ein Training abzuhalten. Natürlich quatscht man vor und nach dem Training, aber im Training habe ich immer fokussiert gearbeitet und vielleicht auch mal mehr gemacht als alle anderen.“

Dein Heimtrainer Rudi ist für dich eine ganz wichtige Person auf deinem Erfolgsweg, er hat dich immer gefördert. Wie wichtig ist, dass das Talent auch von der Familie und dem Verein gefördert wird?

Janßen: „Sehr wichtig! Wenn man ein Talent entdeckt, sollte man es auch fördern. Bei uns in der Umgebung gibt es viele Talente, aber die eigenen Vereine fördern es oft nicht genug, da ist ein Trainer essentiell. Es gehen viele Talente verloren, weil der Spaß fehlt, die Motivation oder das richtige Coaching. Auch die Familie ist wichtig und dass sie vermittelt, dass Kinder etwas eigenständig machen. Wenn man zu sehr von den Eltern gepusht wird oder nur durch gute Leistung belohnt wird, dann kann sich das auch negativ auswirken. Eltern sollten neutral und ein wenig ehrgeizig dahinter stehen, aber auch nicht zu stark.“

Was würdest du den Vereinen raten, wie sie ein Talent besser fördern können?

Janßen: „Ich glaube, dass es nicht reicht, einfach nur ein Training anzubieten, sondern man muss aktiv auf die Sportler zugehen und ihnen Tipps geben oder Probewettkämpfe organisieren. Da wäre bereits ein Anfang gemacht.“

Du hast bereits sehr früh Weltcup-Luft geschnuppert und warst auf einmal nicht mehr „nur“ das Talent, sondern mitten unter den Spitzenathleten. Wie würdest du diesen Sprung beschreiben und was verändert sich auf einmal?

Janßen: „Bis zu einem gewissen Zeitpunkt kommt man mit Talent gut aus, aber irgendwann fehlt die Arbeit dahinter. Manche Sportler waren vielleicht eher erfolgreich, weil sie gar nicht mal so viel Talent hatten, dafür umso mehr Spaß und sie hart gearbeitet haben. So wurden sie besser als die talentierte Person, die nicht so viel Arbeit reingesteckt hat. Am Ende ist es eine Kombination aus erhöhtem Trainingsfleiß und dem Talent, denn ab einer gewissen Stufe wird das Talent nebensächlich und der Trainingsfleiß übernimmt. Ende 2016 war ich fast täglich am Stand und habe mit Rudi trainiert und am Scatt gearbeitet. Und am Ende ist es genau dieser Trainingsfleiß, der einen zum Spitzenathleten macht. Es reicht irgendwann nicht mehr aus, einfach nur talentiert zu sein.“

Verändert sich zu diesem Zeitpunkt auch der Druck auf dich als Sportlerin?

Janßen: „Wenn man Sorgen gegenüber Trainern oder Sportlern äußert hieß es oft: ‚Du bist doch total talentiert!‘ Aber irgendwann geht es nicht mehr um das Talent und genau dann steigt auch der Druck.“

Was würdest du als dein größtes Talent im Schießsport ansehen?

Janßen: „Ich weiß es nicht. Da muss ich wirklich überlegen. Am Ende ist es die Kombination. Nicht, dass man sich lange konzentrieren muss oder geduldig ist, sondern Talent setzt sich für mich aus mehreren Dingen zusammen. Beim Schießen spielen so viele Aspekte eine Rolle, dass ich mich nicht festlegen kann.“

Du hast erzählt, dass du begonnen hast, die eigene Jugend im Verein zu trainieren. Was macht dir dabei besonders Spaß, wenn du als heutige Spitzenathletin andere Talente fördern darfst?

Janßen: „Es macht mir total Spaß, dahinter zu sitzen und ihre wöchentlichen und monatlichen Fortschritte zu beobachten. Sie nehmen viele Sachen von mir an, aber haben auch ihre eigene Meinung. Das macht sehr viel Spaß und noch mehr Spaß macht es, wenn man sich selbst damit identifizieren kann, so wie es früher war. Das ist cool!“

Blickst du heute als Spitzenathletin anders auf Talente, als zu der Zeit, in der du selbst als Talent entdeckt wurdest?

Janßen: „Man selbst ist dadurch eifriger. Wäre ich selbst nicht so erfolgreich gewesen, hätte ich wahrscheinlich nicht einen solchen Ansporn die Kinder so speziell zu trainieren. Dann wäre es nur ein Training, so wie in vielen Vereinen. Aber dadurch, dass ich gesehen habe, was möglich ist, mit den Olympischen Jugendspielen, Europa- und Weltmeisterschaften und Weltcups, sind das Erfahrungen, die einen im Leben weiterhelfen und das möchte ich ihnen heute als Trainerin auch ermöglichen. Einige der Talente sind bereits heute besser als ich es zu der Zeit war. Es ist verrückt zu sehen, dass ich vor ein paar Jahren an selber Stelle stand und ich sie jetzt trainiere.“

Toll zu sehen, dass du sie motivierst und unterstützt, den gleichen Weg zu gehen.

Janßen: „Ja, und es ist von meiner Seite aus nichts erzwungen. Ich erzähle ihnen viel von meiner Geschichte und wie es dazu gekommen ist und meinen Erfahrungen. Es ist gut, dass sie das von einem Sportler persönlich hören und sich somit nicht von negativen Aspekten beeinflussen lassen, die irgendwer zu ihnen sagt.“

Somit bist du Motivator und Vorbild zugleich.

Janßen: „Das stimmt.“

21.07.2020 - 08:20

Für einen Sportverband geht es darum, die vielversprechendsten Talente mit dem größten Entwicklungspotential zu entdecken und gezielt zu fördern, um die langfristigen Leistungen und Erfolgschancen im Spitzensport zu verbessern. Sportverbände müssen daher entscheiden, welche Talente förderungswürdig sind und mit welchen Maßnahmen sie gefördert werden bzw. wie diese finanziert werden. Wichtige Fragen sind dabei, in welchen Alter die Talentförderung einsetzen soll, wie der Pool der Talente ausgeweitet werden kann und an Hand welcher Kriterien die Talente für ein Förderprogramm ausgewählt werden. Zudem ist dabei wichtig zu wissen, welche Fördermaßnahmen für die Leistungsentwicklung der Talente kurz- und langfristig effektiv sind und zum Erfolg führen, aber auch, wie die Förderstrukturen eines Talentfördersystems zu organisieren sind.

Die Kaderstruktur des DSB im Überblick:

Top-Team Tokio (OK):

In dieses Top-Team schaffen es nur Sportler, die mindestens eine Finalplatzierung beim Weltcup in den letzten Jahren vorweisen können und damit zu den heißen Anwärtern auf einen Olympiastartplatz zählen. In diesem Jahr werden zusätzlich die besten Spezialisten der Männern und Frauen bei den Kadersichtungen aus dem Jahr 2020 mitaufgenommen (die genauen Kadernominierungskriterien siehe unten), da während der Corona-Pandemie keine weiteren Weltcups stattfinden. Diese Spitzensportler haben die höchste Priorität, da sie als Weltklasseathleten zugleich die potentiellen Olympiakandidaten sind und damit auch Medaillenanwärter. Sie bekommen daher auch die meisten Wettkampfeinsätze bei Weltcups und werden mit zusätzlichem Material und Munition zur Grundversorgung unterstützt. Viele dieser Sportler werden längerfristig durch die Bundeswehr oder Bundes- bzw. Landespolizei gefördert und befinden sich bei der Deutschen Sporthilfe in der höchsten Förderstufe.

Top-Team Future (OK):

Dieses Top-Team ist in Lauerstellung auf die ganz Großen und befindet sich im Aufbau. Die Sportler zählen zu den größten Talenten und kommen bei internationalen Wettkämpfen, Ranglisten und Weltcups zum Einsatz, dort aber auch gerne in der MQS-Wertung. Die Teilnahme von EM- und WM-Qualifikationen ist für sie Pflicht. Sie erhalten von der Deutschen Sporthilfe die Nachwuchseliteförderung und werden für Förderplätze bei Bundeswehr und Polizei bevorzugt. Auch sie erhalten Zusatzkontingente bei Munition und Material.

Nationaler Anschlusskader (PK):

Während bei den beiden Top-Teams vor allem die Bundestrainer für das Training und die Organisation verantwortlich sind, kommen beim nationalen Anschlusskader auch Assistenz- und Honorartrainer bei der Trainings- und Wettkampfbetreuung zum Einsatz. Durch gute Leistung kann auch hier ein Weltcupeinsatz für diese Sportler herausspringen, die Qualifikationen für internationale Meisterschaften sind auch für sie Pflicht. In diesem Jahr zählen Ergebnisse bei Sichtungen sowie die individuelle Leistungs- und Entwicklungseinschätzung der zuständigen Disziplintrainer unter anderem zu den Nominierungskriterien. Bei Leistungsdiagnostik, Sportpsychologie und sportmedizinischer Betreuung werden sie vor allem durch die Olympiastützpunkte unterstützt. Auch sie erhalten eine Grundförderung der Deutschen Sporthilfe. Sollten diese Sportler Mitglied in einer der Sportfördergruppen sein, erhalten sie bei stetiger guter Leistung eine jährliche Dienstzeitverlängerung.

Der Olympia- sowie Anschlusskader des DSB umfasst 2020 insgesamt 84 Athleten in den Disziplinen Pistole, Gewehr, Flinte und Bogen.

Nachwuchskader (NK1 / NK 2):

Beim Nachwuchskader wird zwischen zwei Leistungsstufen unterschieden, dem NK1 und dem NK2. Während beim NK2 das Höchstalter bei 18 Jahren liegt, dürfen Sportler im NK1 maximal 20 Jahre alt sein. Insgesamt werden derzeit 64 Sportler im NK1, 43 im NK2 geführt. Betreut werden beide Kadergruppen durch die Nachwuchsbundestrainer, die durch Assistenztrainer (NK1) und Landestrainer (NK2) unterstützt werden. Der Kader wird in diesem Jahr durch Schützen besetzt, die bei den Sichtungen überzeugen konnten und meist zuvor bereits Mitglied in einem Landeskader waren, dort erste nationale und internationale Erfahrungen gesammelt haben und durch ihre überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit – also ihr Talent – aufgefallen sind. Für die restlichen Kaderplätze werden in der Landestrainersitzung Vorschläge erarbeitet oder durch die Leistungseinschätzung des Bundestrainers an den BA Spitzensport weitergeleitet, der über die Vergabe abschließend entscheidet. Während für NK1-Schützen die Qualifikation zu intern. Meisterschaften Pflicht ist, muss beim NK2 ein Antrag und ein entsprechender Leistungsnachweis für die Teilnahme erfolgen. Schützen des NK2 erhalten zudem Einsätze bei kleineren nationalen und internationalen Wettkämpfen, wie z.B. der Jugendverbandsrunde, dem Alpencup und Ranglistenturniere. Der NK1 erhält zusätzlich eine materielle Grundversorgung sowie eine Grund- bzw. Eliteförderung der Deutschen Sporthilfe, die dem NK2 nur eingeschränkt zur Verfügung steht.

Heiner Gabelmann, DSB-Sportdirektor, erklärt die Relevanz dieser Förderstruktur: „Es ist relativ leicht mit vertretbaren privaten Mitteln auf Landesebene erfolgreich zu sein, aber die Aufnahme in die Nationalmannschaft ist ein Quantensprung!“ Wer auf diesem Leistungsniveau schießt, der muss vom Bundesverband gefördert werden, um international konkurrenzfähig zu sein. „Das ist unsere Aufgabe, hier müssen wir unterstützen, um Eltern, Landesverbände und Sportler zu entlasten“, weiß Gabelmann und fügt abschließend hinzu:  „Talentsuche darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

20.07.2020 - 08:14

Talenterkennung (Talentdiagnose): Woran und wie kann man Talente im Schießsport (frühzeitig) erkennen?

Nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Vereine und Verbände ist die Erkennung und Förderung junger Talente die Herausforderung schlechthin. Denn während man auf den ersten Blick ein Talent als jemanden bezeichnet, der eine besondere Begabung hat, die ihn zu überdurchschnittlichen Leistungen befähigt, ist das im Sport ein wenig differenzierter zu sehen, was auch Nachwuchs-Bundestrainerin Claudia Kulla weiß: „Was uns allen so klar erscheint, ist gar nicht so leicht zu erklären, weil das schießsportliche Talent aufgrund der unterschiedlichen disziplinspezifischen Anforderungen nicht allgemein zu definieren ist.“ Für sie sei ein Talent im Idealfall eine Mischung aus relevanten Begabungen, idealen Umfeldbedingungen (z.B. elterliche Unterstützung, Trainingsstättennähe, gute Qualität der Sportausrüstung, Verfügbarkeit kompetenter Trainingsbegleitung), vorteilhaften Persönlichkeitsfaktoren (z.B. Eigenmotivation, Beharrlichkeit, Ehrgeiz, Resilienz) und auffälligen Leistungen oder überdurchschnittlichen Entwicklungsfortschritten in bestimmten Zeitabschnitten. Die Schwierigkeit für Kulla: „Letzteres ist nicht auf den ersten Blick erkennbar.“

Auch wenn sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig ist, inwieweit Körperbau, genetische Veranlagung, die Art des Training und psychische Eigenschaften in den Talentbegriff mitreinspielen, haben alle Definitionen in der Sportwissenschaft Folgendes gemeinsam:  Als ein Talent versteht man hier eine Person, die die sich noch in der Entwicklung zu ihrer individuellen Höchstleistung in einer Sportart befindet und von der eine künftige Entwicklung besonders hoher Leistungsfähigkeit und hoher Erfolge im Spitzensport erwartet wird. Typischerweise wird bei Talenten vor allem von Personen im Kindes- und Jugendalter gesprochen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf das Potenzial der Talente gelegt, welches es zu entwickeln gilt. Einige Wissenschaftler (z.B. Hohmann & Carl 2002) unterscheiden daher zwischen einem „engen“ und „weiten“ Talentbegriff. Der „enge“ Talentbegriff ist gekennzeichnet durch frühzeitige positive Auffälligkeit und der sportmotorischen Leistungen. Dieser Ansatz geht davon aus, dass die jungen Sportler mit den höchsten Leistungen im Kindes- und Jugendalter diejenigen sind, die auch in späteren Zeiträumen die höchsten Spitzenleistungen erreichen. Beim „weitenTalentbegriff“ werdenneben sportmotorischen Leistungen auch Merkmale des Trainings, der Persönlichkeit sowie des materiellen und sozialen Umfelds einbezogen, denen begünstigende Effekte auf das Training und seine Wirkung auf die Leistungsentwicklung zugeschrieben werden. Es wird davon ausgegangen, dass diejenigen Kinder und Jugendlichen das höchste Potenzial für künftige Spitzenleistungen verkörpern, bei denen hohes individuelles sportmotorisches Leistungspotenzial mit günstigen personellen und Umfeldbedingungen für Training und Wettkampf gekoppelt sind.

Auch Stefan Müller, DSB-Bundestrainer Sportwissenschaft, weist mit einem Beispiel auf die Komplexität des Talentbegriffs hin: „Nehmen wir an, wir haben bei einer Sichtung zwei Schützen, die annähernd das gleiche Ergebnis schießen. Der eine Schütze (A) schießt in den zwei Wettkämpfen 605,5 und 605,6 Ringe, der andere (B) „nur“ 604,1 und 604,8 Ringe. Schütze A trainiert allerdings bereits seit fünf Jahren intensiv unter Anleitung des Landestrainers, der auch sein Heimtrainer ist, mit perfekter Ausrüstung, idealer Trainingsbedingung im Heimatverein und beinahe perfekten Analysemethoden. Schütze B kommt aus einem Verein ohne Trainer. Lediglich ein „älterer“ Schütze hat ihm nach bestem Wissen und Gewissen ein paar Sachen gezeigt. Ansonsten war er komplett auf sich gestellt und hat sich in den zwei Jahren, die er bereits schießt, quasi alles selbst in seinem wöchentlichen Training mit der Vereinsausrüstung angeeignet. Sind Sie immer noch überzeugt, wer von beiden besser geeignet ist?“ Ein Zeitpunkt sollte deswegen für Müller nur eingeschränkt über Talent oder die Besetzung von Förderstrukturen entscheiden – außer, es gehe um kurzfristige Ausscheidungen zum Wettkampf, wie etwa einer Olympiaausscheidung, wo ausschließlich die Leistung zähle. Müller ist es wichtig klarzustellen: „Talent ist kein statischer Begriff sondern ein dynamischer. Talent entwickelt sich.“

Talententwicklung: Wie entwickeln sich Talente zu erfolgreichen Spitzensportlern?

10.000 Stunden – so viele Stunden an fokussiertem, hartem Training benötigt man laut Professor Karl Anders Ericsson, um Höchstleistung zu entwickeln. Dabei kann man die Entwicklung eines Talents in drei Phasen unterscheiden: In der Einstiegsphase (Dauer: 3-6 Jahre, Alter: 6-14 Jahre) sammeln Kinder erste Kenntnisse in verschiedenen Sportarten sowie erste Wettkampferfahrung und eine stark spielerische Komponente gestaltet das Training. Es folgt die Entwicklungsphase, die wiederum bis zu sechs Jahre andauern kann (Alter: 12-19 Jahre) und in der sich bereits auf eine Hauptsportart konzentriert wird. Die Trainingsumfänge erhöhen sich und eine zunehmende Ausrichtung auf Wettkampferfolge ist zu beobachten. Bereits hier können die Talente Jugend- und Juniorenerfolge auf nationaler und internationaler Ebene feiern. Die dritte Phase wird als Hochleistungsphase oder auch Meisterschaftsphase bezeichnet (Dauer: 3-16 Jahre, Alter: ab 17 oder später), in der sich alles vollkommen auf den Trainings- und Wettkampferfolg ausrichtet, die Trainingsumfänge sich nochmals erhöhen und auch außersportliche Belange, wie Schule, Studium, Beruf und Familie dem untergeordnet werden. Der Tagesablauf richtet sich nach dem Trainings- und Wettkampfkalender und internationale Erfolge stellen sich bei den Erwachsenen ein.

 

Spitzensportler und Fußballstar Lionel Messi sagte einst zu seinem Debüt in der spanischen Profiliga: „Es dauerte 17 Jahre und 114 Tage, um über Nacht erfolgreich zu werden.“ Und auch das Markenzeichen, der angewinkelte Arm, des Weltrekordlers und Olympiasiegers Haile Gebrselassie ist nach seinen eigenen Aussagen nur dadurch entstanden, da der Läufer jeden Tag die zehn Kilometer hin und zurück zur Schule gelaufen ist – mit den Büchern unterm Arm. „Es war also auch hier kein angeborenes Talent, das nur darauf gewartet hat, im richtigen Moment angeschaltet zu werden, sondern die jahrelange Entwicklung spezieller Fähigkeiten“, so Müller, der sich immer wieder die Frage stellt: Was muss ein Sportler für diese positive Entwicklung mitbringen? Für Karl Anders Ericsson zeichnen sich diese Talente, die es an die Weltspitze schaffen dadurch aus, dass sie den Glauben besitzen, etwas lernen zu können, was ihnen heute noch schwer fällt. Sie glauben an sich und ihre Möglichkeiten. Zudem haben sie die Eigenmotivation und einen starken Antrieb lange Lern- bzw. Trainingszeiträume zu überblicken und zu bewältigen. So ist gewährleistet, dass sie nicht auf halbem Wege stehen bleiben und als „ewiges Talent“ ihr Sportlerdasein beenden. Kulla merkt ebenfalls an: „Um ein erfolgreicher Spitzensportler zu werden, ist Talent notwendig, aber leider nicht hinreichend.“

 

Oftmals würden Talente genau dann wegbrechen („Dropout“), wenn Talent nicht mehr ausreiche, um die nächste Stufe zu erreichen, sondern erhöhte Trainingsumfänge, technisches Wissen, persönlicher Erfahrungsschatz, Wettkampfeinsätze, ein Verhaltensrepertoire bei schwierigen Situationen und die Gestaltung des Trainings den Unterschied machen. „Alle Spitzensportler treffen irgendwann einmal für sich die Entscheidung, ihren Lebenslauf, zumindest in Abschnitten, der Auslotung ihres Talentes dienlich anzupassen. Sie suchen sich in ihrem Sportsystem berufliche Varianten, die eine duale Karriere ermöglichen und zeigen überdurchschnittlich viel Eigeninitiative, um ihren Erfahrungsschatz über Pluralität in Training, Wettkampf und Coaching weiter auszubauen“, erklärt die Nachwuchs-Bundestrainerin Gewehr den Unterschied zwischen Talent und Spitzensportler. Am Ende kommt es eben nicht nur auf das Talent, sondern auch auf das Umfeld, den familiären Rückhalt, das Verständnis im Freundeskreis oder des Lebenspartners, die schulischen Leistungen und die Möglichkeiten des Trainings an. Zu welchen Zeiten kann ich trainieren? Hat das Schützenheim offen? Gibt es gute Trainer und Trainingspartner? „All diese Dinge entscheiden am Ende darüber, ob sich das Talent entfaltet oder verkümmert“, verdeutlicht Müller und weist dabei auf Professor Yannis Pitsiladis hin, der seit Jahren an den Grundlagen des sportlichen Könnens forscht und dessen Konklusion sich wie folgt zusammenfassen lässt: Beste Chancen haben diejenigen mit den besten Trainingsmöglichkeiten und dem besten Umfeld, nicht die Begabtesten. Dass Talent überbewertet wird, findet auch Geoff Colvin, denn am Ende sei seiner Meinung nach nicht der mit der höchsten Ausgangsbasis vorne, sondern der, der sich am meisten entwickeln konnte.

Talentförderung: Wie kann ich Talente fördern?

Genau deshalb ist es für Kulla so wichtig als Trainer den passenden „Rahmen zu schaffen, der die Entwicklung möglichst ganzheitlich unterstützt“. Von Trainingsplanung, über die Organisation der richtigen Ausrüstung, die Beratung der Eltern und das Schaffen von geeigneten Trainingsbedingungen bis hin zu Trainings- und Wettkampfteilnahmen, die über Lernerfahrung, Motivation und letztlich zur Leistungssteigerung führen ist der Trainer hier gefragt. Ständig müsse dabei abgewogen werden, dass Aufgaben dabei herausfordernd, aber nicht überlastend seien, dass Feedback und gegebenenfalls Kritik Fortschritte verdeutliche und das Positive hervorgehoben werde, aber auch Motivationslöcher überbrückt werden, was vor allem durch abwechslungsreiches Training sowie Trainingspausen geschehen solle, die die Lust zur sportlichen Aktivität wieder fördern würden. Kulla weiß um die Bedeutung ihrer Aufgabe: „Ein Trainer sollte eine emotionale Stütze sein, wenn es mal nicht so läuft. Loslassen können, wenn der Athlet in späteren Entwicklungsstadien auf Entdeckungstour geht und für sich selbst mehr und anders lernen und erfahren möchte oder in andere Trainingsumgebungen aufsteigt. Auffangen können, wenn er mal wieder Bodenhaftung braucht. Seine Rolle situativ und der Entwicklung des jungen Menschen anpassen. Alles nicht einfach, aber wer hat gesagt, dass der Job eines Trainers immer einfach ist?“

Es sind zum einen die gezielten Maßnahmen, die am einzelnen geförderten Sportler ansetzen und dessen individuelle Leistungsentwicklung kontinuierlich vorantreiben sollen, damit am Ende die verbesserten Leistungen vieler Geförderter zu höheren Erfolgen und damit einer höheren Summe von Erfolgen zusammensetzen. Zum anderen geht es um die Auswahl der Geförderten, denn nur durch wiederholte Selektions- und De-Selektionsverfahren (Relegation) kristallisieren sich erfolgreiche Spitzensportler heraus. Dabei kann der „Talente-Pool“ durch Förderorganisationen oder Programme zur Talentsuche oder durch die Einbürgerung erfolgreicher ausländischer Sportler erweitert werden. Am Ende ist es immer ein Mischverhältnis aus beiden Ansätzen. Dabei stehe für die Sportorganisationen die langjährige und durchgängige Förderung im Fokus, wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in einem Konzept von 2010 beschreibt: „Der deutsche Leistungssport wird nur erfolgreich bleiben, wenn die Förderung von Talenten vom Nachwuchs bis zur Spitze durchgängig sichergestellt wird.“ Fast alle erfolgreichen Spitzenathleten wurden zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Sportlaufbahn in Förderprogramme eingebunden (siehe Emrich & Güllich, 2005). Eines eint Sportvereine, Sportfachverbände, Olympiastützpunkte, Eliteschulen, die Sporthilfe und deren Maßnahmen wie Trainerfinanzierung, Ausrichtung von Lehrgängen und Wettkämpfen und Laufbahnberatung: Sie wollen Talenten den Weg ebnen, um die Erfolgstreppe empor zu klettern. Gehen muss diese Treppe am Ende jedes Talent selbst.

„Ich möchte alle dazu ermutigen, den Mut zu haben, all diese Faktoren auf der Suche nach Talenten miteinzubeziehen und sich auch mal für Sportler einzusetzen,  die sich eher leise in den Vordergrund drängen“, so Müller, denn auch Rasmus Ankersen unterscheide zwischen den sogenannten „shouting talents“, die aufgrund ihrer herausragenden sportlichen Leistungen auffallen und den „whispering talents“, deren Leistung nicht auf den ersten Blick erkennbar sei, sondern vielleicht erst auf den zweiten: „Haben Sie Mut, auf die Person zu schauen und nicht nur auf das Ergebnis.“

 

Quellen:

Ankersen, R. (2012). The Gold Mine Effect. London: Icon Books.

Colvin, G. (2019). Talent is overrated. What erally seperates world class performers from everybody else. New York: Penguin Random House.

DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) (2010). Nachwuchsleistungssport. Rahmenrichtlinien zur Förderung des Nachwuchsleistungssports. Frankfurt a. M.

Emrich, E. & Güllich, A. (2005). Zur „Produktion“ sportlichen Erfolgs. Organisationsstrukturen, Förderbedingungen und Planungsannahmen in kritischer Analyse. Köln: Strauß.

Ericson, K.A., Pool. R. (2016). Top - Die neue Wissenschaft vom Lernen. München: Pattloch.

Epstein, D. (2014). The Sports Gene – Talent, practice and the truth about success. New York: Penguin Random House.

Güllich, A. (2013). Talente im Sport. In: Güllich A., Krüger M. (eds) Sport. Bachelor. Springer Spektrum, Berlin, Heidelberg.

Hohmann, A. & Carl, K. (2002). Zum Stand der sportwissenschaftlichen Talentforschung. In A. Hohmann, D. Wick & K. Carl (Hrsg.) Talent im Sport (S. 3–30). Schorndorf: Hofmann.

 

 

18.07.2020 - 10:00

Hamm ist fast sein gesamtes Leben dem Schießsport eng verbunden: Bereits im zarten Alter von 8 Jahren begann seine Leidenschaft, die er Schritt für Schritt ausbaute. Zunächst als Luftgewehr- bzw. Luftpistolenschütze, dann als Jugendleiter und engagierter Ausbilder junger Schützinnen und Schützen in seinem Heimatkreis Uecker-Randow und in verschiedenen Vereinen, nach der politischen Wende in immer größerem Maß als verantwortlicher Funktionsträger. Es folgten die Stationen Vereinsvorsitzender des SV Blumenthal, Präsident des Kreisschützenverbandes, Vize-Präsident des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern und schließlich die Übernahme des dortigen Präsidentenamtes 1999 (Hamm: „Das war von mir nicht geplant!“). Was Hamm dabei stets auszeichnete: Seine hohe Sach- und Fachkompetenz, seine Menschlichkeit und die Kunst des Zuhörens.

Dank der Führungsqualitäten Hamms, der guten Zusammenarbeit mit dem LSB sowie der Landesregierung entwickelte sich der Landesschützenverband zu einem der mitgliederstärksten Fachverbände im LSB Mecklenburg-Vorpommern. Die Wahl in das Präsidium des LSB als Vertreter der Landesfachverbände kam fast zwangsläufig und war geplant: „Als viertstärkster Landesfachverband haben Vertreter unseres Verbandes Verantwortung in allen wesentlichen Ausschüssen des LSB übernommen und somit die Sportpolitik des LSB aktiv mitgestaltet“, so Hamm.

Dabei gelang es Hamm und seinen Mitstreitern, die öffentliche Darstellung des Schützenwesens positiv zu gestalten, und die reizvolle Mischung von Traditions-, Breiten- und Leistungssport darzustellen. Mit der erstmaligen Durchführung des Landesschützentages 2001 sowie drei Jahre später der Premiere des Landeskönigsballs inklusive Sportlerehrung war Hamm Wegbereiter zweier Erfolgsgaranten des Landesverbandes.

Beschränkte sich das Tun des verheirateten Vaters einer Tochter bis dato auf die Landesebene rückte am 2. Mai 2009 auch der Bundesverband in den Fokus. Hamm kandidierte als Vizepräsident und setzte sich in einer Stichwahl durch. 2013 und damit zwei Jahre nach der hervorragenden Ausrichtung des Deutschen Schützentages in Neubrandenburg (Hamm: „Die Ausrichtung des 150-jährigen Deutschen Jubiläums-Schützentages hat uns einen enormen Schub gegeben!“), wurde er - nach Einführung des Ressortprinzips - zum Vizepräsidenten Finanzen gewählt und vier Jahre später im Amt bestätigt. Seit dem ist er Vorsitzender des Bundesausschusses Finanzen und federführend für den Neubau des Bundesstützpunktes in Wiesbaden der kurz vor der Fertigstellung und Eröffnung steht. „Damit schaffen wir modernste Voraussetzungen für den Spitzensport. Wir haben nicht zuletzt am Feedback zu den Erfolgen von Rio 2016 gesehen, wie sehr wir die sportlichen Aushängeschilder in Person von Olympia-Medaillengewinnern auch für den Breitensport brauchen, um hier Akzente zu setzen.“

Für seinen jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz für den Schützensport erhielt Hamm bereits zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Sportplakette des Landes Mecklenburg-Vorpommern (2012) und das Ehrenkreuz seines Landesschützenverbandes (1994) sowie auf DSB-Ebene das Ehrenkreuz in Gold (2001), das Protektor Abzeichen in Gold (2013) und den Ehrenring (2017).

Zu seinem runden Geburtstag hat Hamm am Vereinsheim seines Heimatvereins in Blumenthal ein Festzelt aufgestellt. Dort wird der Jubilar, u.a. von großen Teilen des DSB-Präsidiums, gefeiert. Herzlichen Glückwunsch!

16.07.2020 - 14:28

So erzählt Pigorsch natürlich, wie er zum Schießsport allgemein und zum Trap-Schießen speziell gekommen ist, von seinen für Sportschützen z.T. ungewöhnlichen Hobbies und wie sein bisher größer Erfolg gleichzeitig auch seine bisher schmerzlichste Niederlage war. Und er berichtet, wie viel ihm seine Familie bedeutet.

Wir bedanken uns bei der Meyton Elekronik GmbH und der Carl Walther GmbH für die Unterstützung dieses Projektes. Zu hören ist der Podcast bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify und Deezer sowie auf der DSB-Homepage. Über Rückmeldungen, Weiterempfehlungen und (positive) Bewertungen bei Apple würden wir uns freuen.

Hinweis in eigener Sache: Beim Podcast mit Maximilian Dallinger hatten sich in dem kleinen Quiz leider einige Fehler eingeschlichen.

Richtig muss es heißen: Bernd Klingner aus Bremervörde (BRD) war schon 1960 Olympiateilnehmer in der gesamtdeutschen Mannschaft, 1968 gab es erstmals zwei deutsche Teams bei Olympischen Spielen, und Goldmedaillengewinner Klingner gehörte natürlich zur Mannschaft FRG und nicht zur GDR.

Der erste deutsche Olympiasieger im Schießen hieß van Oyen, aber das war 1936 in Berlin und sein Sportgerät war die SchnellfeuerPISTOLE.

16.07.2020 - 13:35

Von Nachwuchs und - im Idealfall - talentierten jungen Nachwuchskräften kann jede Sportart nie genug haben. Und so ist es natürlich auch im Bogen- und Schießsport, der sich mit allen anderen Sportarten und den gesellschaftlichen Entwicklungen in einem „Verteilungskampf“ um die Kinder und Jugendlichen befindet.

Deswegen ist Kreativität gefragt, um die Kinder zu motivieren. Gute Trainer sind wünschenswert, um die jungen Sportler bei ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und ein System, das die größten Talente fördert und im besten Fall in die Weltspitze führt.

Diese Dinge rücken allesamt in der neuen DSB-Themenwoche ab dem 20. Juli in den Fokus.

15.07.2020 - 13:39

Jürgen Kohlheim, ehemaliger DSB-Vizepräsident, Ehrenmitglied und Waffenrechtsexperte, referierte souverän. Sein Vortrag ist auf dem YouTube-Kanal des DSB, auf dem auch die anderen Webinare hinterlegt sind, zu sehen und zu hören. Zudem ist auch die Präsentation des Webseminars im Anhang.

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