15.11.2019 - 14:48

Wie seht ihr das Weltcupfinale? Als Belohnung oder als zusätzliche Belastung nach einem sehr intensiven Jahr?
Beer: „Einerseits klar, ist es eine Belohnung, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass es mit der Zusatzbelastung des Feldwebellehrgangs alles ein wenig stressig ist…“
Geis: „Sowohl als auch! Es ist natürlich auch eine gewisse Belastung, aber anderseits ist es auch eine Belohnung für die gute Leistung, die man in dem Jahr erbracht hat.“
Vennekamp: „Eigentlich als Beides. Als Belohnung, da wir es uns wirklich erkämpft haben, aber man muss sich auch eingestehen, die Saison ist/war sehr lang.“

Ist es ein internationaler Saisonhöhepunkt oder eher ein Saisonabschluss? Wie wichtig ist für euch der Wettkampf?
Beer: „Für mich ist es ein Saisonabschluss und natürlich wichtig! Immerhin geht's da nochmal um etwas.“
Geis: „Ich sehe diesen Wettkampf als Saisonabschluss für 2019 und als Saisonauftakt für 2020, da wir eine Woche nach dem Weltcupfinale mit dem Training für die neue Saison starten.“
Vennekamp: „Für mich wird es ein Saisonabschluss. Mein erstes Weltcupfinale als krönender Abschluss für eine gute Saison, die aber gezeigt hat, dass definitiv noch mehr geht.“

Alle Top-Schützen sind dabei. Ist es im Hinblick auf Tokio 2020 ein wichtiges Kräftemessen?
Beer: „Im Hinblick auf Tokio sehe ich es nicht wirklich als Kräftemessen. Viele der Top-Schützen sind aus was für Gründen auch immer nicht dabei, und dafür ist auch noch zu viel Zeit bis zu den Spielen.“
Geis: „Das macht diesen Wettkampf so besonders, weil die Besten der Besten dabei sind und die Stimmung eine ganz besondere ist. Ich würde es aber nicht als ein wichtiges Kräftemessen bezeichnen, da es noch ein langer Weg bis Tokio ist und noch viel bis dahin passieren kann.“
Vennekamp: „Ich glaube, man kann vom Weltcupfinale nicht auf die Spiele 2020 schließen. Wir wissen, wer zur Weltspitze gehört. Das hat sich die ganze Saison über gezeigt, aber nächstes Jahr werden alle noch mal eine Schippe drauflegen. Vermutlich ist es auch das, was die Spiele so interessant macht.“

Jolyn, Doreen, ihr seid aktuell in der Bundesliga mit Luftgewehr bzw. -pistole im Einsatz, schießt aber beim WC-Finale eure Kleinkaliber-Disziplinen. Ein Problem?
Beer: „Die Doppelbelastung mit Kleinkaliber und Luftgewehr stellt eigentlich kein Problem dar. Man verlernt ja nichts.“
Vennekamp: „Mit der Bundesliga gibt es kein Problem. Wir schießen ja auch in der Saison an einem Event oft mehrere Disziplinen. Außerdem stärkt mir mein Team den Rücken, und es freut sich mit mir, dass ich teilnehmen kann

Wie habt ihr euch auf das WC-Finale vorbereitet?
Beer: „Viel Vorbereitung war leider nicht möglich. Für mich geht's also fast aus der kalten Schulter.“
Geis: „Ich habe mich ganz normal, wie für einen Weltcup vorbereitet - vielleicht nicht ganz so intensiv…“
Vennekamp: „Die Vorbereitung lief ganz und gar nicht wie geplant, was aber nicht weiter schlimm ist. Das macht es noch spannender und zu einer einzigartigen Möglichkeit. Es kann immer mal etwas passieren, das man nicht einplanen kann und nun kann ich es schon einmal "testen". Ich sehe es als neue Herausforderung und bin voll motiviert.“

Was ist das Ziel?
Beer: „Ich denke, als realistisches Ziel für mich ist ein guter Abschluss mit Finalteilnahme drin!“
Geis: „Ich denke, dass eine Finalteilnahme schon möglich ist, aber das werden wir sehen, wenn der Vorkampf rum ist.“
 

Das deutsche Team in Putian

Gewehr: Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40), Julian Justus (Luftgewehr)
Pistole: Monika Karsch, Doreen Vennekamp (Sportpistole), Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole)

Trainer: Barbara Georgi (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuer), Claus-Dieter Roth (Gewehr)

Die Finals live bei Sportdeutschland.TV (deutsche Zeiten)
19.11.: 3x 40 Frauen (5.30 Uhr) & 3x40 Männer (7.20 Uhr)
20.11.: Sportpistole Frauen (5.00 Uhr) & Schnellfeuerpistole Männer (7.50 Uhr)
21.11.: Luftpistole Frauen (4.00 Uhr) & Luftpistole Männer (5.20 Uhr) & Luftgewehr Frauen (6.40 Uhr) & Luftgewehr Männer (8.00 Uhr)
22.11.: Mixed Luftpistole (4.20 Uhr) & Mixed Luftgewehr (7.40 Uhr)
 

15.11.2019 - 09:12

Modus: Wie in den vergangenen Jahren auch unterteilt sich die Saison in eine Qualifikationsphase und ein Finale. Die jeweils acht Teams im Norden und Süden schießen zunächst an vier Samstagen (16. November in Jena & Neumarkt, 7. Dezember in Dauelsen & Tacherting, 11. Januar in Blankenfelde & Welzheim, 1. Februar in Querum & Villingen-Schwenningen) nach dem Modus „jeder gegen jeden“ (innerhalb der Liga) - also pro Team 28 Matches – und ermitteln so die insgesamt acht Finalisten. Das sind die jeweils ersten vier Teams der zwei Staffeln. Beim Bundesligafinale in Wiesbaden wird zunächst in zwei Vierergruppen (1. Norden, 3. Norden, 2. Süden, 4. Süden & 1. Süden, 3. Süden, 2. Norden, 4. Norden) geschossen, es folgen Halbfinals sowie Bronze- und Goldfinale.

Favoriten – Außenseiter: Im vergangenen Jahr kam erstmals seit 2010 der Meister wieder aus der Südliga. Die BSG Ebersberg setzte sich verdientermaßen in Wiesbaden durch und dürfte auch in der neuen Saison einer der Top-Favoriten sein. Schließlich stehen mit Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller drei Nationalkaderathleten an der Schießlinie. Vizemeister FSG Tacherting kann gar fünf Nationalschützen aufbieten und ist deshalb ebenfalls ein ganz „heißer“ Kandidat. Auch im Norden sind die Teams, in deren Reihen mehrere Nationalkader stehen, vorne zu erwarten und zwar BSC BB-Berlin, trotz des schmerzlichen Ausfalls von Lisa Unruh, und SV GutsMuths Jena. Wenn ein so starker Schütze wie Florian Floto, Olympia-Neunter in Rio zurückkommt, hebt er sein Team (SV Querum) automatisch auf ein neues Level. Traditionsgemäß ist für die Aufsteiger erste Prämisse, die Liga zu halten. Deswegen darf man auf den TuS GW Holten, die RSV Detmold-Klüt, den KKS Reihen und die SG Freiburg gespannt sein.

Bewegtbilder: Natürlich wird die Entscheidung - wie in den vergangenen Jahren - im Bundesligafinale am 29. Februar in Wiesbaden live und kostenlos bei DSB-Partner Sportdeutschland.TV gestreamt. Erfreulich: Auch der Heimwettkampf der FSG Tacherting am 7. Dezember wird an gleicher Stelle live gezeigt, dies hat bei den Bayern ebenfalls schon Tradition.

Zahlen & Fakten: Jüngste Bundesligaschützin ist in dieser Saison ist die 17-jährige Sarah Reincke (BC Villingen-Schwenningen), das Pendant dazu bildet der 51-jährige Gerd Willemsen (RSV Detmold-Klüt). Auf die Mannschaften bezogen, sind Villingen-Schwenningen und Jena (Altersschnitt von 22 Jahren) die jüngsten Teams, die ältesten Schützen sind bei Detmold-Klüt (37 Jahre) und Reihen (35 Jahre) am Start. Der Altersdurchschnitt der 89 gemeldeten Ligaschützen beträgt 28,56 Jahre.
Im Vergleich zur Luftgewehr-Bundesliga, in der der Anteil der Frauen satte 60% beträgt, ist in der Bogen-Bundesliga nur jeder vierte Schütze eine Frau (25,84 Prozent). In der Luftpistolen-Bundesliga sind es aber nur 18,75%.
Der Ausländeranteil in der Bogen-Bundesliga ist sehr gering: Lediglich fünf von 89 (5,65%) Schützen haben keinen deutschen Pass, im Schießsport ist der Anteil mit 20,4% (Gewehr) bzw. 18,75% (Pistole) deutlich höher.
2018/19 waren die jeweils acht Vereine aus dem Norden und Süden fast gleichauf, wenn man sich den Passen-Durchschnitt (6 Pfeile) betrachtet: 56,7 Ringe betrug dieser im Norden, 56,4 Ringe im Süden. Beste Teams in dieser Kategorie in der Vorrunde waren die BSG Ebersberg mit 58,0 Ringen, die FSG Tacherting mit 57,6 Ringen und der BSC BB-Berlin mit 57,5 Ringen. Bei den Einzelschützen lagen - erwartungsgemäß - die deutschen Top-Stars vorne: Felix Wieser (FSG Tacherting) schoss in der Vorrunde sensationelle 58,92 Ringe im Schnitt (war allerdings nur in zwölf Duellen dabei), Florian Kahllund (SV Dauelsen) folgte mit 58,84 Ringen (er schoss alle 28 Partien). Mit Heiko Keib (SV Querum) war ein „Nicht-Kaderschütze“ in den Top Ten (57,93 Ringe).

Historie: Der erste Bundesligameister wurde in der Saison 1987/98 gekürt und hieß Bergmann Borsig Berlin. Die Berliner sind – gemeinsam mit der SGI Welzheim – Rekordsieger mit fünf Titeln. Mehrfachtitelträger können sich auch die FSG Tacherting (3x), der SV Querum, der SV Dauelsen und Sherwood BSC Herne (jeweils 2x) nennen.

14.11.2019 - 09:51

Bundesliga Nord: Mit der Unterstützung der Fans in Richtung Klassenerhalt?
„Ein Heimvorteil ist immer gut und sollte genutzt werden“, weiß Nadine Reichelt vom Brühler Schießclub 70, „gerade jetzt in unserer Situation“. Punktlos steht Brühl am Tabellenende der Liga Nord und damit mit dem Rücken zur Wand. Gegen Fahrdorf muss am Wochenende ein Sieg her, um sich noch die Chance auf den Klassenerhalt zu sichern. Reichelt hofft dabei auf die heimische Unterstützung: „Die Fans spielen eine große Rolle, denn sie können in Phasen der Anspannung den Rücken stärken und natürlich fleißig anfeuern.“

Angespannt ist die Situation auch bei den Leegmoorer Schützen. Zwar rangieren sie mit einem Sieg in der Tasche auf Tabellenplatz acht, doch die Luft ist dünn, schließlich steht am Wochenende kein geringerer als Tabellenführer Braunschweig gegenüber. „Gegen Braunschweig sind wir natürlich absoluter Außenseiter“, schätzt Schütze Andreas Slink die Situation ein und erkennt den Ernst der Lage: „Die Punkte für den Klassenerhalt müssen wir wohl an anderer Stelle holen.“
Und auch der Gastgeber SV Uetze und die Bremerhavener Seestadtteufel werden es am Wochenende gegen Kriftel und Raesfeld schwer haben, sich von den hinteren Tabellenpositionen zu lösen, während Kriftel und Braunschweig  – sollten sie weiterhin ungeschlagen bleiben – schon langsam die Zimmer für das Finale buchen können. Für Dasbach und Bassum geht es im direkten Duell derweil darum, den Anschluss an die Spitzengruppe zu wahren.

Bundesliga Süd: Klassentreffen der Spitzenclubs in Scheuring
Wegweisend könnte dieses Wochenende für die KKS Hambrücken werden. Noch ohne Sieg muss die Mannschaft um Nationalkaderschützin Teresa Groß dringend Punkte einfahren: „Gegen Altheim Waldhausen gab es in den letzten Jahren immer spannende Duelle. Ich hoffe es gelingt uns, mit der nötigen Lockerheit an den Stand zu gehen, besonders da wir uns bewusst sind, dass im Falle einer Niederlage der Abstieg kaum noch abzuwenden sein wird.“ Doch aufzugeben steht für die Spitzenschützin nicht zur Debatte: „Vielleicht haben wir aber diesmal das notwendige Glück, das uns bei den letzten drei Wettkämpfen fehlte.“

Mit Rückenwind geht hingegen die FSG Hilpoltstein Zuhause an den Start. Die Aufsteiger landeten zuletzt gegen Scheuring – laut Schützenmeister Robert Landmann „völlig überraschend“ – den ersten Saisonsieg im Kampf um den Klassenerhalt. Ob der Heimvorteil wirklich ein Vorteil ist, bezweifelt er aber: „Ein Heimwettkampf ist meiner Meinung nach nicht unbedingt von Vorteil, vor allem nicht, wenn es gegen Kelheim-Gmünd geht. Sicherlich hat uns der Sieg gegen Scheuring Selbstvertrauen gegeben, ob dies aber gegen Kelheim ausreicht, kann ich nicht sagen.“ Eines werden die Schützen jedoch sicher nicht machen: Den Kopf in den Sand stecken. „Jeder unserer Schützen wird sein Bestes geben“, ist sich Landmann sicher.
Scheuring empfängt derweil mit Waldkirch, Ludwigsburg, Waldenburg und München gleich vier der fünf Top-Mannschaften des Südens. Dabei wird sich zeigen, ob es vielleicht die HSG München schafft, den verlustpunktfreien Tabellenführer Waldkirch erstmals zu entzaubern.

14.11.2019 - 09:27

Zweimal Platz sechs bei den beiden Weltcups, ebenfalls Platz sechs im Einzel und Teamsilber bei der diesjährigen WM, nun zum Abschluss ein Start beim Weltcup-Finale. Zum Ende deiner internationalen Karriere sieht es so aus, Thomas, als wolltest du noch einmal richtig Gas geben?
Thomas Aumann: „Für mich ist das ein ganz toller Abschluss. Nicht nur, dass es zum ersten Mal ein 10m-Armbrust Weltcup-Finale ist, sondern auch noch, dass es Zuhause bei meinem Stammverein, dem „Bund München“, stattfindet. Das ist eine besondere Sache.“

Ist das für dich eine letzte große Herausforderung, der du dich stellen willst?
Thomas Aumann: „Ich möchte auf jeden Fall noch einmal meine Leistung abrufen, nicht dass es heißt: „Gut, dass der Aumann endlich weg ist!“. Aber ich kann sowieso nur meine Leistung beeinflussen und nicht die der anderen.“

Dein internationales Debüt hast du bei der Weltmeisterschaft 2010 in Avon (FRA) gegeben und warst daraufhin fast zehn Jahre in der Armbrust-Nationalmannschaft. Macht dich eine solche Premiere überhaupt noch nervös?
Thomas Aumann: „Im Laufe der Jahre hat man gelernt, mit der Anspannung besser umzugehen, vor allem mit Hilfe von mentalem Training.“

Als Vater von drei Kindern kommst du sicher nicht mehr so häufig zum Trainieren. Hat dir dabei das mentale Training geholfen, die Leistung trotzdem abzurufen?
Thomas Aumann: „Ganz klar! Man wird im Training effizienter, denn man nutzt die Zeit, die bleibt, besser. Besonders geholfen hat mir ein Stoppschild, das ich mir vorstelle, wenn Störgedanken aufkommen. So kann ich mich wieder auf mich und meine Technik konzentrieren.“

Jetzt findet in München die Premiere des Armbrust-Weltcup Finals statt. Wie findest du dieses neue Saisonhighlight?
Thomas Aumann: „Toll! Das wertet diese tolle Sportart noch einmal auf. Dadurch hast du ein klares Ziel vor Augen und es bringt ein paar Motivationspunkte extra, sich bei den Weltcups und Meisterschaften im Vorfeld noch mehr anzustrengen.“

„Der Bund München“ ist dein Zuhause. Was bedeutet es dir, dass du genau dort deinen letzten internationalen Auftritt – dank einer Wildcard – erleben darfst?
Thomas Aumann: „Das macht es nicht leichter. Man kennt das Umfeld, will noch einmal etwas mehr zeigen, was man kann. Meine Familie wird mir zwar nicht beim Wettkampf am Morgen zusehen, aber vorbeikommen werden sie auf jeden Fall, um das noch einmal mit mir zu genießen.“

Was überwiegt für dich: Die Freude, ein letztes Mal alles aus dir herauszuholen, oder der Wehmut, dass bald alles vorbei ist?
Thomas Aumann: „50:50. Ich habe meine Entscheidung bereits vor der Weltmeisterschaft getroffen, und ich bin immer noch davon überzeugt, dass es für mich die richtige Entscheidung ist. Aber man denkt natürlich an so viele schöne Erlebnisse zurück, die natürlich fehlen werden.“

Wenn du auf die letzten zehn Jahre deiner Armbrust-Karriere zurückblickst, was bleibt hängen?
Thomas Aumann: „Die Armbrust ist eine ganz tolle Sportart – natürlich mit Rivalität. Auf der anderen Seite ist es eine tolle Familie, mit der man sich nach dem Wettkampf wieder genauso versteht wie zuvor. Das ist eine besondere Eigenschaft des Schießsports, die es so in dieser Art nur in wenigen anderen Sportarten gibt. Am Ende hat man Freunde aus Russland, Frankreich bis hin zur Schweiz. Das ist mir viel wert.“

Wirst du der Armbrust komplett den Rücken kehren, oder wirst du dem Schießsport noch weiter erhalten bleiben?
Thomas Aumann: „Ich werde national auf jeden Fall noch das ein oder andere Jährchen mitmachen – solange es mir noch Spaß macht und ich meine Leistung bestätigen kann.“


Das deutsche Team beim Weltcup-Finale
Lisa Forstner, Sandra Reimann, Britta Weil, Chantal Klenk, Louis Fürst, Markus Peschel, Manuel Wittmann, Thomas Aumann

13.11.2019 - 09:44

Angeführt wird das DSB-Team von den erfolgreichen Pistolenschützen. Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole), Monika Karsch und Doreen Vennekamp (Sportpistole) glänzten in den zwei zurückliegenden internationalen Jahren mit herausragenden Leistungen, was sich auch in den entsprechenden Ranglisten zeigt. Komplettiert wird das Team durch die Gewehrschützen Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40) und Julian Justus (Luftgewehr).

Teilnahmeberechtigt sind die Gewinner von 2017 und demzufolge Titelverteidiger, die WM-Medaillengewinner und die Top 14 der Weltcup-Rankings: Beer reist beispielsweise als Titelverteidigerin an, Straub (Silber) und Vennekamp (Bronze) gewannen bei der WM 2018 in Changwon Medaillen, der „Rest“ ist über die Rangliste dabei (Reitz Schnellfeuer-1. und Luftpistolen-3., Geis Schnellfeuer-4., Karsch Sportpistolen-5., Justus Luftgewehr-7.).

Das deutsche Team in Putian

Gewehr: Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40), Julian Justus (Luftgewehr)
Pistole: Monika Karsch, Doreen Vennekamp (Sportpistole), Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole)

Trainer: Barbara Georgi (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuer), Claus-Dieter Roth (Gewehr)

12.11.2019 - 15:04

Für die nach § 15 WaffG anerkannten Schießsportverbände waren der Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS) und Co-Vorsitzender des Forum Waffenrecht, Herr Friedrich Gepperth (alle Stellungnahmen und Anträge befinden sich im Anhang), sowie für den Deutschen Schützenbund der Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp von der Vorsitzenden des Innenausschusses, Frau Andrea Lindholz, als Sachverständige geladen.

Im Folgenden die weiteren Sachverständigen:

Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender - Bund Deutscher Kriminalbeamter
Niels Heinrich, Behörde für Inneres und Sport, Hamburg
Andreas Speit, Rechtsextremismusexperte und Journalist
Katja Triebel, Vorsitzende - German Rifle Association

Darüber hinaus hatten noch der Verband Deutscher Büchsenmacher und der Armbrust-Bund eigene Stellungnahmen eingereicht.

Die gesamte Sitzung des Innenausschusses wurde im Internet übertragen und ist an dieser Stelle auch nachträglich einzusehen.     

Neben dem Regierungsentwurf standen auch Anträge der AfD-Fraktion, der FDP-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf der Tagesordnung.

Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines "Dritten Waffenrechtsänderungsgesetzes" stieß nicht nur bei Sportschützenverbänden auf Kritik. 

Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp stellte fest, dass die geplante Verschärfung des Waffenrechts ein gewaltiges Misstrauen und einen Generalverdacht gegenüber den Schützenverbänden und ihren Mitgliedern zum Ausdruck bringe. Die überzogenen Restriktionen führten zu Unverständnis und mithin zu einer allgemeinen Politikverdrossenheit. Friedrich Gepperth, Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS), befand, der Entwurf stelle einen "Frontalangriff auf das Sportschützenbedürfnis zum Waffenbesitz" dar.

DSB-Geschäftsführer Brokamp mahnte Änderungen bei der Prüfung des Bedürfnisses für den Waffenbesitz bei Sportschützen an. Statt einen Schießnachweis pro Waffe zu fordern, sollte lediglich die Waffengattung unterschieden werden (Kurz- oder Langwaffe). Auch sollte der Nachweis, ein Mal im Quartal oder sechs Mal im Jahr geschossen zu haben, ausreichen. Im Entwurf seien jährlich 18 Schießtage pro Waffe gefordert. Die Überprüfung sollte laut Brokamp nach fünf und nach zehn Jahren nach erstmaligem Waffenbesitz erfolgen. Anschließend sollte die Mitgliedschaft in einem Schießsportverein ausreichend sein, um das Bedürfnis fortbestehen zu lassen. Darüber hinaus fordertte er die Wiederaufnahme der allgemeinen Schießstandsachverständigen in den Änderungsentwurf und die Beibehaltung der waffenrechtlichen Privilegierung der Armbrust. 

BDS-Präsident Gepperth sagte, in keinem Land außer in Deutschland seien als Folge der Richtlinienumsetzung die Regelungen zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen für Sportschützen verschärft worden. Ebenso sei lediglich in Deutschland ein Verbot von "großen Magazinen" verhängt worden. Damit sei IPSC-Schießen, eine der größten Schießsportarten, in Deutschland nicht mehr möglich. Dabei sehe die EU-Richtlinie hierfür ganz klar eine Ausnahmemöglichkeit vor, sagte Gepperth.

An einen großen Sicherheitsgewinn durch das Verkaufsverbot großer Magazine glaubten auch die Vertreter der Sicherheitsbehörden nicht. Die Regelung sei überflüssig, befand Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Niels Heinrich von der Polizei Hamburg sagte, er glaube nicht an einen großen Sicherheitsgewinn, da Magazine extrem schnell ausgetauscht werden könnten. Heinrich verwies auf noch vorhandene Sicherheitslücken, die dazu führen könnten, "dass auch weiterhin Kriminelle und Extremisten Zugang zu Waffen und Munition erlangen können". So erfolge beispielsweise überhaupt keine Überprüfung von Angestellten und Mitarbeitern bei Waffenherstellern und Waffenhändlern. Aus dem vorgesehenen Überwachungsmodus würden zudem Personen fallen, die Inhaber eines Jagdscheins oder einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis sind. Weiter sagte Fiedler, eine Regelabfrage bei den Verfassungsschutzämtern hinsichtlich einer Waffenerlaubniserteilung sei absolut sinnvoll, zielführend und erforderlich. Eine automatisierte Abfrage über das Bundesverwaltungsamt könne den Verwaltungsaufwand so minimieren, dass das Zusatzaufkommen beherrschbar sei.

Andreas Speit, Journalist und Rechtsterrorismus-Experte, warnte davor, die Zusammenhänge zwischen militanten Rechtsterroristen und Schützenvereinen "einfach so wegzuwischen". Es gebe in der rechten Szene ein starkes Interesse an industriellen Waffen. Der Einsatz selbstgebauter Waffen wie beim Anschlag in Halle sei eher die Ausnahme, so Speit. Um an Waffen heranzukommen, würden sehr wohl Kontakte zu Schießsportvereinen ebenso wie zu Polizei und Bundeswehr aufgebaut. "Es geht nicht um einen Generalverdacht, sondern um eine generelle Kontrolle", sagte er. Dafür müsse auch die Zuverlässigkeit für Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis klarer definiert werden. Personen, über die Informationen zu ihrer Verfassungsfeindlichkeit vorliegen, müssten grundsätzlich als nicht zuverlässig gelten, forderte Speit.

Die Regelabfrage beim Verfassungsschutz sei eine Placebomaßnahme und führe zu zunehmender Politikverdrossenheit, sagte Katja Triebel, Vorsitzende der German Rifle Association. Kritik übte sie am Verbot des Neuerwerbs großer Magazine. Dafür gebe es keine Begründung. Die EU-Richtlinie gebe das auch nicht vor. Es sei ausreichend, wenn sichergestellt werde, dass nur nicht-berechtigte Personen die Magazine nicht kaufen können, sagte Triebel.

Nach der Expertenanhörung wird der Innenausschuss eine Empfehlung bezüglich einer Beschlussfassung für den Bundestag abfassen, der sich in einer 2. Lesung dann mit dem Gesetzesantrag befasst. 

12.11.2019 - 14:56

Zu Beginn stellte der Präsident die Themen Waffenrecht und Bau des Bundesstützpunktes Wiesbaden/Frankfurt in den Fokus. Nach zahlreichen Treffen mit den politischen Entscheidungsträgern sei es gelungen, in der vergangenen Woche bei der Zusammenkunft mit Bundesinnenminister Horst Seehofer und dessen bayerischen Amtskollegen Joachim Herrmann – vorbehaltlich der Parlamentszustimmung – einen Durchbruch zu erzielen: „Unsere Forderungen bei der Bedürfnisüberprüfung, den Schießstandsachverständigen, den Themen Armbrust und Vorderlader (siehe Bericht vom 7. November) wurden erfüllt bzw. verbessert. Wenn das so kommt, ist das ein herausragender Erfolg unserer Bemühungen“, so von Schönfels. Er dankte an dieser Stelle auch dem neuen 1. Landesschützenmeister des BSSB, Christian Kühn, für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei diesem  für den Gesamtverband so wichtigen Thema.

Auch beim Bau des Bundesstützpunktes direkt neben der Geschäftsstelle in Wiesbaden sei Land in Sicht, wie von Schönfels berichtete: „Das Ende der Baumaßnahmen zeichnet sich ab, wir sollten in der ersten Jahreshälfte 2020 öffnen. Dann geht es darum, das Ganze ans Laufen zu bringen.“ Dazu seien bereits mit der Einstellung eines Betriebsleiters und eines Hausmeisters erste Personalentscheidungen getroffen und umgesetzt worden.

Auch auf Ausrichter-Ebene konnte von Schönfels, der in diesem Jahr viel unterwegs und Gast bei den Landesschützentagen in Württemberg, Baden, Bayern, Nordwest und Hessen war, Positives vermelden: „Die World Archery hat uns dieses Jahr die Ausrichtung der Bogen-WM 2023, die zugleich das letzte Quotenplatzturnier für Paris 2024 ist, übertragen.“ Mit den Deutschen Schützentagen in Gotha 2021, Heidekreis 2023 und Schwäbisch Gmünd 2025 - letztgenanntem Ort wurde auf der Versammlung einstimmig zugestimmt - hat der DSB auch auf diesem Feld Planungssicherheit.

Sport: Tokio 2020 mit kleinem, aber feinem Kader

Vizepräsident Sport Gerhard Furnier und Sportdirektor Heiner Gabelmann gaben einen Überblick über die beiden vorherrschenden Sportthemen: Tokio 2020 und die Leistungssportreform mit ersten Ergebnissen des Potenzialanalysesystems (PotAS). „Aktuell haben wir neun Quotenplätze für Tokio gewonnen. Das ist eine kleine, aber feine Truppe, bei der die Pistolensportler und unsere Bogen-Frauen das Rückgrat bilden“, so Gabelmann. Der Sportdirektor rechnet noch mit weiteren Olympia-Plätzen bei den letzten Quotenplatzturnieren im nächsten Jahr.
Zwei der drei Themenbereiche - der allgemeine Analyseteil und der verbandsspezifische Teil - wurden mittlerweile von der PotAS-Kommission überprüft und sollen am 20. November der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wir haben 580 Dokumente hochgeladen und 1056 Fragen beantwortet“, gab Gabelmann einen Überblick zu der umfangreichen Arbeit, deren Ergebnisse Grundlage für die zukünftige Förderung durch den Bund sind. Der dritte Themenkomplex, die Ergebnisse der Olympischen Spiele in Tokio, schließt dann das Bewertungssystem ab.

Diverses: Auszeichnung für Öffentlichkeitsarbeit, Jugend stärker einbinden

Auch weitere Themen betrafen die Zukunft. So erwähnte von Schönfels die diesjährige Auszeichnung für die Bewegtbildberichterstattung der DSB-Öffentlichkeitsarbeit durch die Europäische Schießsportkonföderation ESC und betonte zugleich, dass diese auch zukünftig ausgewogen fortgesetzt werden solle.

Nach den Neuwahlen des Jugend-Vorstandes vor kurzem auf dem Bundesjugendtag in Köln möchte von Schönfels die Jugend stärker einbinden, „um Kräfte zu bündeln und weil die Jugend für die Zukunft des Verbandes eine herausragende Stellung einnimmt.“

DSB-Vizepräsident Verbandsentwicklung/Ethik Prof. Marcus Stumpf begrüßte, dass in Kürze in Frankfurt/Main die erste Regionalkonferenz zur Mitgliederentwicklung bzw. -gewinnung stattfinde, um dort Informationen für die Basis zu geben und „Leuchtturmprojekte“ zu präsentieren. Er appellierte an die anderen Landesverbände, im nächsten Jahr mit weiteren Regionalkonferenzen zu dieser Thematik nachzuziehen.

Auch DSB-Vizepräsidenten Bildung Susanne Mittag richtete ihren Blick in die Zukunft und kündigte die erste DSB-Bildungskonferenzen vom 10. bis 12. Juli im neuen Bundesstützpunkt Wiesbaden/Frankfurt an. Zudem werde die verbandliche Bildung überprüft und ggf. angepasst, um den Aufgaben in der Aus- und Fortbildung für alle Bereiche (Trainer, Kampfrichter, Funktionäre, Jugend) gerecht zu werden und zukunftsgemäß aufzustellen. 

Die Delegierten stimmten der neuen Ehrungsordnung, die Vizepräsident Tradition Wilfried Ritzke vorgestellt hatte, einstimmig zu und gaben dem Präsidium den Auftrag, Datenbanklösungen für die Bereiche Mitglieder-, Sport- und Wettkampfverwaltung zu prüfen.

Zudem gab es noch zwei Personalien. Tanja Frank, Präsidentin des Hessischen Schützenverbandes, nimmt die vakante Position im DSB-Finanzausschuss ein, Ulrike Koini ist als Jugendvertreterin neues Mitglied im Bildungs-Ausschuss. Dies hatte das Präsidium tags zuvor beschlossen.

12.11.2019 - 11:28

Bundesliga Nord: Unruh fehlt, Floto zurück
Es hat sich einiges getan im Norden. Zwei Personalien stechen dabei jedoch heraus. Zum einen muss Rekordmeister BSC BB Berlin auf Aushängeschild Lisa Unruh verzichten, zum anderen kehrt Florian Floto, Olympia-Neunter von Rio 2016, für den SV Querum an die Schießlinie zurück. Unruh hat sich im Oktober nach dem Riss an der Supraspinatussehne in der rechten Schulter einer Operation unterzogen und befindet sich aktuell in der Rehabilitation. Ihr Ziel ist ganz klar: Tokio 2020. Die Bundesliga kommt dabei natürlich viel zu früh, sodass die Berliner „nur“ mit Elena Richter, Christoph Breitbach und Jannis Kramer an den Start gehen. Für Trainerin Irene Abel bleibt das Saisonziel – das Finale in Wiesbaden am 29. Februar – natürlich trotzdem bestehen.
Dies hat auch der SV Querum vor Augen, auch wenn Präsident Jürgen Wendt als erstes Ziel „drin bleiben“ ausgibt. Doch mit der Rückkehr von Floto hat das Team „deutlich an Qualität gewonnen und schon ohne ihn vermochten sie als Vierter beim Finale zu überzeugen“, meint Andreas Hehenberger, Trainer von Konkurrent SV Dauelsen. Sein Team bleibt nahezu unverändert und setzt mit Sebastian Rohrberg, der seine 22. (!) Ligasaison für den Klub bestreitet, und Florian Kahllund auf zwei große Stützen.
Ein klarer Kandidat für das Finale der besten acht Teams ist der letztjährige Aufsteiger SV Guts Muths Jena. Das mit jungen Kaderschützen wie Nils Schwertmann, Adrian-Erik Scheiding, Charline Schwarz oder Konrad Komischke glänzend besetzte Team will auch im zweiten Jahr der Erstliga-Zugehörigkeit für Furore sorgen. Jenas Ligaleiter Mario Voigt sagt forsch: „Unsere Zielstellung ist natürlich wieder das Erreichen des Finales. Wir wollen versuchen, unser Ergebnis vom Vorjahr zu verbessern!“ Damals scheiterte Jena knapp in der Vorrunde und wurde Fünfter.
Den Klassenerhalt gibt als primäres Ziel der Blankenfelder BS aus. Zumal mit der niederländischen Kaderschützin Claire van Dijck eine Leistungsträgerin den Verein verließ. Die intensive Vorbereitung, in der die Blankenfelder traditionell an den letzten vier Sonntagen vor dem Start einen Wettkampftag simulieren, kann aber vor allem zum Saisonstart von Vorteil sein.
Ein Liga-Urgestein ist der Sherwood BSC Herne, der in der vergangenen Saison äußerst knapp dem Abstieg entging. Das soll 2019/20 nicht passieren, deswegen sagt Schütze Jan Ginzel: „Unser erstes Ziel ist es, nicht abzusteigen. Dann wird man nach den ersten zwei Spieltagen sehen, wohin die Reise geht. Das Finale ist natürlich immer das Ziel, aber das ist schwer vorauszusagen.“
Zumal keiner genau die Qualitäten der beiden Aufsteiger TuS GW Holten und RSV Detmold-Klüt kennt. Doch zumindest Holten ist für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt und möchte diese Qualität auch in der höchsten deutschen Klasse zeigen: „Uns ist bewusst, dass wir in eine sehr starke Liga aufgestiegen sind. Unser Ziel ist dennoch, den Klassenerhalt zu schaffen und im kommenden Jahr erneut in der ersten Bundesliga zu starten“, so Schütze Marc Kathage.

Fazit: Die Liga scheint ausgeglichen, und es gibt sechs Teams, die das Potenzial haben, das Finale zu erreichen. Die Aufsteiger sind von allen schwer einzuschätzen und sollten aber für die eine oder andere Überraschung gut sein.

Bundesliga Süd: Ebersberg und Tacherting sind die Favoriten
Im vergangenen Jahr gingen die drei ersten Plätze in Wiesbaden an die Südstaffel, die auch in der neuen Saison für Furore sorgen möchte. Allen voran Titelverteidiger BGS Ebersberg mit den Kaderschützen Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller. Trainer Andreas Blaschke redet auch nicht lange um den heißen Brei herum, wenn er auf das Saisonziel angesprochen wird: „Titelverteidigung!“ Einziges „Problem“ könnte sein, dass die Kaderathleten nicht immer zur Verfügung stehen könnten, weil für Bundestrainer Oliver Haidn und die Schützen selbst natürlich Tokio 2020 im Fokus steht und auch in den Wintermonaten bereits fleißig darauf hintrainiert wird.

Gleiches gilt für Vizemeister FSG Tacherting, der letztmals 2008 über den nationalen Titel jubeln konnte. Mit Katharina Bauer, Nika Haidn-Tschalova, Johannes Maier, Moritz und Felix Wieser stehen gleich fünf Kaderschützen in der Mannschaft, sodass Trainer Helmut Huber selbstbewusst sagt: „Wenn wir uns auf uns selbst konzentrieren, können wir jeden schlagen.“ Und fügt hinzu: „Nach der kontinuierlichen Steigerung der letzten Jahre mit diesem deutlich verjüngten Team möchten wir die Serie einfach fortsetzen!“ Zur Erklärung: 2017 wurde Tacherting Achter, 2018 Vierter, 2019 Zweiter…
Dritter klarer Final-Kandidat im Süden ist die SGi Welzheim von Trainerin Sandra Sachse. Vor allem die Verpflichtung von Jonathan Vetter dürfte den fünffachen Titelträger nach drei sieglosen Duellen beim Bundesligafinale 2019 wieder von Höherem träumen lassen.
Doch auch im Süden – da sind sich alle Beteiligten einig – ist das Niveau hoch und ausgeglichen. Das wies auch der BC Villingen-Schwenningen im Februar dieses Jahres nach, als der südlichste Bundesligaklub überraschend die Bronzemedaille gewann. Das Team hat einen guten Mix aus Routine (Dominic Gölz) und Jugend (Sarah Reincke) und könnte ein Profiteur davon sein, dass die anderen Teams bisweilen auf ihre Kaderschützen verzichten müssen. So, wie beispielsweise der TS 1861 Bayreuth, zu dessen Situation Kapitän Mark Fichtner sagt: „Durch die Olympia-Vorbereitung unserer Topschützin Elisa Tartler wird sie uns voraussichtlich nur begrenzt zur Verfügung stehen. Nach den guten Leistungen von letzter Saison wird voraussichtlich Franziska Langhammer für sie in das Stamm-Trio hochrutschen.“
Roland Wexler, Trainer der BS Neumarkt, gibt sich keinen großen Illusionen hin, wenn er über das Saisonziel spricht: „Unsere Zielsetzung ist der Klassenerhalt. Für uns als Mannschaft, die nur aus Vereinsschützen besteht, wird es jedes Jahr schwieriger, in der 1. Bundesliga zu bestehen angesichts der mit Kaderschützen aufgerüsteten Mannschaften.“ Die Mannschaftsstärke soll am Heim-Wochenende für einen guten Ligastart sorgen.
Gleiches schwebt auch den Aufsteigern SG Freiburg und KKS Reihen vor. Freiburg verstärkte sich mit Luca Klein, dem Hallenmeister Luxemburgs. Reihen mit Trainerin Claudia Heilig setzt auf die im Verein ausgebildeten Schützen und eine eingeschworene Gemeinschaft.

Fazit: Die Spitzenteams im Süden haben ein extrem hohes Niveau, wenn alle Schützen an Bord sind. Durch die Olympia-Vorbereitung und das mögliche Fehlen der Stars bietet sich auch den „Außenseitern“ eine Chance auf das Finale.

12.11.2019 - 08:45

Die Bogenschützen, die nur vier statt der sechs Wettkampftage in den Luftdruckdisziplinen zu absolvieren haben, beginnen im November. In der Oktoberausgabe findet sich, wie von Ihnen gewohnt, die große Vorschau mit allen Steckbriefen der Erstligisten und den Terminen. Den Schwerpunkt der Vorschau bildet diesmal ein äußerst unerfreuliches Ereignis. Denn die Saison wird ohne Lisa Unruh stattfinden. Die Olympiazweite von Rio und deutsche Bogen-Vorzeigefrau musste sich an der Schulter operieren lassen und fällt etwa drei Monate aus.

Weitere Ereignisse werden in der DSZ beleuchtet. Besonders die Militär-Weltspiele im chinesischen Wuhan ragen dabei heraus, denn zwei Sportsoldatinnen sorgten bei den Schützen für beachtenswerte Erfolge.

Wer sich eigens das kommende Heft sichern möchte – oder eine frühere Ausgabe – hat online die Bestellmöglichkeit unter www.uzv.de, und er kann wählen zwischen gedruckter und digitaler Form.

11.11.2019 - 15:57

Mit dem H&N Förderpreis werden jährlich sechs Vereine, die über einige Jahre hinweg eine erfolgreiche und kontinuierliche Jugendarbeit im Verein betreiben, ausgezeichnet und erhalten eine finanzielle Unterstützung. Dazu zählen nicht nur die vielfältigen und abwechslungsreichen sportlichen Angebote, sondern auch die Organisation sowie die Durchführung von Jugendlager, Jugendfreizeiten, außerschulische Freizeitbetreuung und vieles mehr.

Wir wünschen allen Trainern, Jugendleitern, Betreuern und Athleten/innen viel Spaß und Erfolg in der anstehenden Saison und freuen uns auf die zahlreichen Bewerbungen für das Jahr 2020.  

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