Aufgrund der aktuellen Situation ist unser Trainingsbetrieb stark eingeschränkt.
Wir können daher leider bis auf Weiteres keine Kurse, Events oder Probetraining anbieten.
20.04.2020 - 14:31

So bietet der Weltverband auf seiner Homepage gebündelt Trainingsmöglichkeiten für zuhause an. Diese werden in fünf Sprachen beschrieben und visualisiert (Videos) und betreffen die Themen Kondition sowie Trockentraining. Zudem können Ziele in verschiedenen Größen heruntergeladen und ausgedruckt werden.

17.04.2020 - 09:49

Olympia wird ins Jahr 2021 verschoben, eine wegweisende Entscheidung für dich. Wie hast du die Meldung aufgefasst und wie gehst du heute damit um?

Beer: „Ich hatte mich bereits zuvor dafür ausgesprochen, nachdem auch Kunstturner Andi Toba sich auf den sozialen Medien dafür stark gemacht hat, die Spiele zu verschieben. Für mich war es klar, dass es nicht anders geht und ich finde es gut. Jeder, der etwas anderes gedacht hat, lebt auf einem anderen Planeten. Aber für mich steht auch nicht so viel auf dem Spiel, denn ich bin in der Bundeswehr gut abgesichert und es steht vorerst kein Karriereende bevor. Für mich war eigentlich der Plan, im Herbst ein Studium zu beginnen, aber das verschiebt sich jetzt eben um ein Jahr.“

Jetzt bist du auch schon einige Wochen zuhause, fällt dir die Decke bereits auf den Kopf oder hast du dich an die Situation gewöhnt?

Beer: „Durch die Absage der Spiele und der Wettkämpfe nimmt der Druck ab, etwas machen zu müssen. Ich habe jetzt wieder viel Zeit für andere Dinge, denn wir sind quasi wieder im Status der Saisonvorbereitung. Ich mache Trockentraining, gehe laufen und mache Krafttraining – Dinge, die ich in den letzten Jahren vielleicht ein wenig verschlafen habe. Aber ich gebe zu, es ist schwer eine Motivation zu finden. Ich bin gerade noch an einem Punkt, an dem ich noch nicht weiß, auf was ich hinaus trainiere, was schwer für mich ist.“

Der Druck ist abgefallen und du kannst die Zeit nutzen, deinen Kopf auszuruhen.

Beer: „Ich muss fast zugeben, dass es für mich das Beste ist, was mir hätte passieren können. Ich hatte im letzten Jahr mit den Military World Games und dem Weltcup-Finale eine irre lange Saison, im Dezember ging es mit der EM-Qualifikation weiter und dann folge die Bundesliga. Im Januar war ich komplett ausgelaugt und hatte keine Lust mehr auf irgendwas – und genau dann hätte ich mich auf eine Olympiaqualifikation vorbereiten sollen. Das war verrückt. Jetzt habe ich Zeit durchzuatmen. Ich arbeite viel mit einer Sportpsychologin unseres Olympiastützpunkts zusammen, mache Konzentrationsübungen und versuche neue Wege zu gehen.“

Du hattest eine super Saison, hast es so oft ins Finale geschafft, aber am Ende fehlte ein Quotenplatz. Das setzt sich sicher im Kopf fest, jetzt kannst du einen Strich drunter ziehen und neu anfangen. Eine Chance?

Beer: „Auf jeden Fall. Ich glaube, dass ich meine vergangenen Wettkämpfe zusammen mit meiner Psychologin gut aufgearbeitet habe. Für mich war es zuletzt wichtig, wie die weitere Saisonplanung aussieht, aber ich muss auch sagen, dass ich gerade nicht so viel an das Schießen denke und mir das gut tut.“

Wettkämpfe sind in Moment nicht möglich. Wie schätzt du diese Wettkampfpause für dich ein?

Beer: „Es ist schwierig, denn selbst die Liga im Herbst ist noch so fern und so abstrakt und wir haben in den letzten Wochen gelernt, dass noch so viel passieren kann, was man noch nicht gesehen hat. Aber es hilft nichts, da muss man jetzt durch. Dafür bleibt Zeit, sich mit seinem Material auseinanderzusetzen und Stellschrauben an seiner Wettkampftaktik zu schrauben. Es ist jetzt Zeit, sein Durchhaltevermögen und seinen Ehrgeiz zu trainieren, seinen Schweinehund zu besiegen.“

Man muss eben versuchen weiterhin positiv zu denken und seinen Kopf zu trainieren.

Beer: „Ja, genau. Ich glaube, ich bin jemand, der mit der Situation noch gut umgeht, aber ich kenne auch Sportler, die schon fast in eine Depression verfallen, weil sie nicht wissen, wie sie noch weitermachen sollen – vor allem bei Konditions- und Kraftsportlern ist das ein Problem. Aber ich bin mit mir selbst und meinem Leben, das ich im Moment führe, sehr zufrieden und das ist auch schon einmal etwas Positives.“

Wie kann man sich deinen Alltag gerade vorstellen?

Beer: „Zuerst bekommt der Hund was zu frühstücken, dann ich. Wir gehen anschließend eine Runde Gassi, bevor ich mich ans Kraft- oder Ausdauertraining mache. Alle zwei Tage  kommt Trockentraining dazu.“

Es ist Zeit, sich nun mehr auf das Gefühl als auf das Ergebnis zu konzentrieren.

Beer: „Es ist eine gute Zeit, um sein Anschlagsgefühl aufzubauen und zu stärken. Man sieht das sowieso schon bei den internationalen Topleuten, dass sie vor dem Wettkampf Haltetraining machen. Es ist wichtig, jetzt im Saft zu bleiben und das kann einem auf jedem Fall nur helfen.“

Wie glaubst du, kommt die Weltspitze wieder zurück? Können sie sofort wieder an den Ergebnissen anschließen?

Beer: „Das ist eine gute Frage. Ich kann mir vorstellen, da ja die Schließung von Sportstätten in jedem Land anders gehandhabt wird, dass viele Topathleten trotzdem irgendwie trainieren können, weshalb ich nicht glaube, dass es da einen Leistungseinbruch geben wird. Vor allem auch, weil jetzt noch einmal die Zeit besteht, Material abzustimmen. Ich glaube es wird genauso krass weitergehen, wie es aufgehört hat.“

15.04.2020 - 14:07

In Moment ist es euch als Kader nicht möglich gemeinsam zu trainieren, keine Wettkämpfe sind in Sicht, wie begleitest du deine Jugendlichen durch diese Zeit?

Verdicchio-Krause: „Es gibt die ein oder andere Videobotschaft über soziale Netzwerke und wir haben uns letzte Woche zum ersten Mal alle zusammen über eine Videoplattform zum Austausch getroffen. Das war spannend und hat meinen Jugendlichen gefallen, so dass wir es nun wöchentlich wiederholen wollen. Mir ging es vor allem darum, sie einfach einmal wieder zu sehen, zu sehen wie es ihnen geht, denn ich vermisse sie.“

Gibst du jedem deiner Schützlinge konkrete Aufgaben mit auf den Weg oder bekommen von dir alle die gleichen Hausaufgaben?

Verdicchio-Krause: „Sie haben von mir alle Tipps bekommen zum Fitness-, Trocken- und Koordinationstraining. Aber meine Jugendlichen haben auch eine Challenge bekommen, in der sie sich nun in einer eigenen Gruppe gegenseitig motivieren. Man holt damit nicht immer alle ab, aber einigen hilft es doch sehr, die Motivation hochzuhalten.“

Wie sieht das Training der Sportler momentan aus?

Verdicchio-Krause: „Bis Mitte Mai wird unser Fokus auf Ausdauer-, Kraft- und Stabilisationstraining liegen, bevor wir wieder mit einem konkreten Wochenprogramm, inklusive Trockentraining starten. Für mich ist es wichtig, dass sie sich jetzt erst einmal auspowern und sich wohlfühlen. Und durch den vielen Sport wirken viele viel ausgeglichener.“

Wie siehst du in dieser Zeit deine Funktion als Trainerin?

Verdicchio-Krause: „Ich stehe für Rat und Tat zur Seite und bin da, wenn es Motivationslöcher gibt. Da fließen bei einem Telefonat dann auch schon einmal Tränen. Gerade für die Endjahrgänge ist es eine schwierige Situation, denn sie wissen nicht, wie es weitergeht, denn manche hätten nur eine einzige Möglichkeit gehabt, sich bei der WM zu beweisen.“

Ein Problem, dass viele betrifft, denn sämtliche Zielwettkämpfe des Jahres wurden abgesagt. Wie fokussiert man sich auf neue Ziele?

Verdicchio-Krause: „Schwierig. Ich versuche mich immer in die Jugendlichen hineinzuversetzen und zu überlegen, wie es mir dabei gehen würde, aber so etwas habe ich als Sportler nie erlebt. Ich kann es nicht sagen. Ich weiß, dass man nach Olympia in ein Loch fällt, aber anschließend kommt auch recht schnell wieder etwas. Gerade für die Endjahrgänge ist es schwierig, denn es ist ihnen klar, dass nicht alle von ihnen in den Perspektivkader kommen. Ich kann sie jetzt nicht anlügen. Es war von Haus aus schwer für sie, aber jetzt sind alle Wettkämpfe weggefallen, wo sie sich beweisen könnten.“

Eine schwere Situation für alle.

Verdicchio-Krause: „Ja. Auf der anderen Seite ist einmal Zeit durchzuatmen, denn die Jugendlichen haben oft einen harten Sommer mit vielen Terminen. Jetzt hat man Zeit, die nächste Saison gut und strukturiert vorzubereiten.“

Eine Chance, auch an der eigenen Technik und am Material zu feilen, was viel Zeit zur Eingewöhnung braucht?

Verdicchio-Krause: „Auf jeden Fall! Man sollte die Zeit nutzen, bestmöglich vorbereitet in die Saison zu starten – mit dem besten Material, mit der besten Technik.“

Sicher auch eine Zeit, Dinge zu hinterfragen und zu optimieren.

Verdicchio-Krause: „Ein gutes Beispiel sind die Stabilisations-Übungen, denen wir das ganze Jahr hinterherrennen, denn wir wissen, dass wir eine gute Körpermuskulatur für unseren Sport brauchen. Aber oft bleibt nicht die Zeit, das aufzubauen. Jetzt machen es alle. Ich glaube schon, dass meine Jugendlichen damit gestärkt aus der Krise herauskommen. Ab Mitte Mai wird es aber auch wieder darum gehen, z.B. Handlungsabläufe auseinanderzunehmen, zu verändern und zu üben. Was wirklich cool ist, ist, dass viele nicht die Möglichkeit haben, einen Schusswert beim Training zu sehen und das gibt ihnen die Chance, sich endlich mit ihrer Technik auseinanderzusetzen. Wie fühlt es sich an? Wie ist es richtig? Und nicht: Das ist eine Zehn, das muss gut gewesen sein.“

Hast du noch einen Motivationstipp für alle Vereinstrainer, die mit Jugendlichen arbeiten?

Verdicchio-Krause: „Haltet Kontakt und sucht euch ein passendes Medium dafür, damit sie merken, dass man für sie da ist, denn der soziale Kontakt fehlt ihnen. Kreiert Challenges, lasst euch etwas einfallen, damit sie weiterhin Spaß daran haben. Und wenn wir wieder loslegen können, kann man anfangen mit der Wasserflasche oder auch nur mit dem Griff Trockentraining zu machen.“

Ist es auch für die Trainer eine Chance, sich kreative Trainingsformen zu überlegen und Abwechslung ins Training zu bringen?

Verdicchio-Krause: „Auf jeden Fall ist da die Kreativität von allen gefordert. Als ich mich auf die Olympischen Spiele vorbereitet habe, hatte ich nebenbei noch meinen normalen Beruf, aber ich habe mir vorgenommen, jeden Tag etwas zu machen, was mir hilft, mein Ziel zu erreichen. Deshalb habe ich mir ein großes Plakat an die Tür in meiner Wohnung gehangen, wo oben dick Olympia drauf stand. Jeden Tag wollte ich dort etwas eintragen, was ich dafür getan habe, um dieses Ziel zu erreichen. Denn für mich war es wichtig einen Plan zu haben. Man muss es sehen. Und ich hätte nicht schlafen können, ohne dort etwas eingetragen zu haben.“

Ein Plan zu haben, hilft Struktur in diese ungewissen Zeiten zu bringen.

Verdicchio-Krause: „Es ist wichtig für die Jugendlichen, aber auch für uns Trainer. Auch wir haben uns nun vorgenommen, in Zusammenarbeit mit unserem Sportpsychologen, vor allem mit den jungen Sportlern, einen Zwei-Jahres-Plan zu entwickeln. Stufe für Stufe, um zu sehen, was das Ziel ist.“

  

5 Tipps für Jugendtrainer von Nachwuchs-Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause:

1. Bleiben Sie virtuell in Kontakt:

Auch, wenn es momentan nicht möglich ist, gemeinsam im Verein zu trainieren oder Ausflüge zu unternehmen, bieten die sozialen Medien und Videoplattformen uns heute die Möglichkeit auch ohne physischen Kontakt zu kommunizieren. Nutzen Sie die Gelegenheit, vereinbaren sie ein Treffen für einen Videochat in dem ihr euch austauscht, zusammen eure neuen Ziele definiert oder den Plan für die nächsten Wochen besprecht.

2. Starten Sie gemeinsame Aktionen:

Wie wäre es an einer gemeinsamen Aktion, an der von Zuhause gearbeitet werden kann? Wie das geht, zeigt z.B. der BSV Buer-Bülse, die von Zuhause aus trotzdem gemeinsam musiziert haben. Aber auch eine kleine Fitness-Challenge wäre denkbar oder Sie nehmen selbst Tipps zu #trainathome auf und stellen es den Vereinsmitgliedern zur Verfügung. Das Ziel: Alle packen gemeinsam an und motivieren sich gegenseitig, um gestärkt aus dieser Krise zu kommen.

Machen Sie z.B. mit bei der Solidatitätskampagne #gemeinsamfuerdensport, einer Initiative von Sportdeutschland.TV. Mehr Informationen und Beispiele finden Sie unter www.gemeinsam-fuer-den-sport.de.

3. Greifen Sie mit einem konkreten Plan unter die Arme:

Ohne konkretes Ziel ist es schwer für die Jugendlichen, den richtigen Fokus zu behalten, greifen Sie Ihnen deshalb unter die Arme. Geben Sie Ihnen wöchentlich Aufgaben oder erstellen sie einen kleinen Leitfaden. Denn ein Plan lässt sich für die Jugendlichen leicht abhandeln und gibt ihrem Tag und Training wieder Struktur.

4. Nutzen Sie die Krise als Chance zur Veränderung:

Jetzt, wo jeder ein wenig Zeit hat, um durchzuatmen, hat man auch Zeit sich Gedanken zu machen über sich selbst. Nutzen Sie die Zeit, um gemeinsam mit den Jugendlichen zu analysieren. Was lief gut, wo gibt es Potential? Wie kann man das gemeinsame Training noch besser gestalten? Wo können Sie sich selbst weiterbilden? Wie kann der Verein seine Jugendlichen besser unterstützen? Wo liegen die Stärken eines jeden und wo die Schwächen? Welche Ziele verfolgt das Team?

5. Bleiben Sie positiv:

Für die Jugendlichen hat der Trainer eine enorme Vorbildfunktion. Umso wichtiger, dass Sie diese Rolle ernst nehmen. Bleiben Sie positiv, verstreuen Sie positive Energie und motivieren Sie Ihre Schützlinge jeden Tag aufs Neue. Sie werden es Ihnen danken und wieder topmotiviert ins Training zurückkehren.

Noch mehr Trainingstipps für Zuhause finden Sie auf der Facebook- und Instagram-Seite des DSB unter #trainathome und #dsbhomeoffice. Zahlreiche Motivationstipps finden sie zusätzlich in den Story-Highlights auf dem DSB-Instagram-Account unter Tipps & Tricks.

11.04.2020 - 01:53
Der Deutsche Schützenbund wünscht allen nur das Beste zum Osterfest, vor allem Gesundheit. NUR DAS BESTE WÜNSCHEN WIR EUCH ZUM OSTERFESTE. BLEIBT ZUHAUSE, BLEIBT FIT UND GESUND, DANN GEHT‘S BALD WIEDER IN DEN VEREINEN RUND.
08.04.2020 - 14:14

Zunächst die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen?
Freitag: “Mir geht es gesundheitlich gut, weil ich auch in kompletter sozialer Isolation bin, da ich zur Hochrisiko-Gruppe zähle. Es ist natürlich zwiespältig: Einerseits geht es mir gesundheitlich gut, andererseits fehlen mir der Sport und die Kontakte in den Verein erheblich. Es ist eine große soziale Komponente für mich.““
Coors: „Mir geht es körperlich gut, danke der Nachfrage. Bisher ist der Virus, ich habe zumindest nichts gemerkt, an mir vorbei gegangen. Die Seele leidet natürlich, wir mussten jetzt leider das für Anfang Mai gedachte Schützenfest absagen, und das nagt schon ein wenig.““

Gibt es Corona-Fälle in ihrem Verein?
Freitag: „Toi, toi, toi – bis jetzt noch nicht. Ich hoffe, es bleibt dabei!“
Coors: „Ich kenne Personen, die infiziert waren oder noch sind, aber aus dem Verein direkt ist mir nichts bekannt.“

Seit wann ist ihre Anlage/Verein geschlossen? Was bedeutet das für ihren Verein?
Freitag: „Komplett geschlossen haben wir seit dem 16. März, eingeschränkt hatten wir das Training seit dem 13. März, das Kinder- und Schnuppertraining haben wir am 12. März eingestellt. Für unseren Verein bedeutet das, dass wir komplett lahmgelegt sind und das Kindertraining und der angelaufene Schnupperkurs nicht zu Ende geführt werden kann. Das gibt große Unsicherheit, ob wir die Kursgebühren zurückerstatten müssen oder ob die Leute so viel Geduld mit uns haben und warten, bis es wieder losgeht.““
Coors: „Der Stand ist schon seit Ende Dezember geschlossen, was aber an Umbaumaßnahmen dort lag, die sind inzwischen abgeschlossen. Es ist und war nicht einfach. Es ist ein wichtiger Treffpunkt innerhalb des Vereins, auch manchmal nur zum Klönen, zum Austauschen. Auch traditionelle Schießen fallen weg, Bedingungsschießen, Pokalschießen - das sind auch Einnahmen, die wegfallen. Auch wollten wir mit Blasrohrschießen beginnen. Aber vor allem fehlt das Gemeinsame dort.“

Gab es schon Vereinsaustritte? Ist die Krise existenzbedrohend?
Freitag: „Ja, zwei. Die Personen haben das aber nicht mit der Corona-Krise begründet. Ich hoffe, dass die Krise nicht existenzbedrohend wird und wir ein so gutes Standing bei unseren Mitgliedern haben, dass sie uns die Treue über die Krise hinaus halten werden.“
Coors: „Nein, deswegen gab es keine Austritte und noch ist es nicht existenzgefährdend. Was ist, wenn es länger dauert, wenn Einnahmen weiterhin fehlen, die Ausgaben aber bleiben, das werden wir dann, wie jeder andere Verein, sehen.“

Was sind die schmerzhaftesten Auswirkungen?
Freitag: „Die Absage der Wettkämpfe tut weh, z.B. die Absage der Deutschen Meisterschaft in der Halle in Hof, dort hatten wir zwei qualifizierte Schützen, oder die der Finals in Duisburg, wo wir evt. mit drei Athleten dabei gewesen wären. Im Sommer natürlich die Absage des kompletten Meisterschaftsprogramms – wir hätten in diesem Jahr die Vereins-, die Kreis- und die Bezirksmeisterschaft bei uns ausgerichtet. Da fehlt uns natürlich auch das Scheibengeld.“
Coors: „Ganz klar, die Absage unseres Schützenfestes vom 8.-10. Mai. Man hat fast ein Jahr auf den Höhepunkt des Schützenjahres hingearbeitet und jetzt findet es nicht statt.“

Wie arbeiten Sie aktuell für ihren Verein?
Freitag: „Wir halten über Telefon, Internet, E-Mail, WhatsApp Kontakt. Treffen tun wir uns nicht. Eigentlich wollten wir uns zum Abschluss der Ligasaison, wir haben zwei Teams am Start, Manöverkritik abhalten und wie wir unser Sommertraining für die Liga aufbauen. Das konnten wir jetzt nicht machen! Zusätzlich läuft die Planung für den behindertengerechten Ausbau des Bogensportplatzes weiter.“
Coors: „Da hat sich nicht viel geändert: Natürlich überwiegend per Internet (WhatsApp, E-Mail usw.) oder telefonisch. Gewisse Arbeiten müssen ja dennoch gemacht werden, z.B. geschäftliche Arbeiten.“

Gibt es Aktionen, die Sie ihren Mitgliedern anbieten? (z.B. Videos Trockentraining, Athletiktraining)
Freitag: „Da ist im Augenblick jeder auf sich selbst gestellt, weil wir unser Außen-Gelände wie auch unser Winterquartier nicht nutzen können. Wir haben natürlich den Leuten empfohlen, ihr Training mental und im Kraftbereich fortzuführen. Und Ausgleichsport zu treiben wie Radfahren und Joggen. Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass wir beim Neustart wieder beim Stand null anfangen müssen.“
Coors: „Spezielle Aktionen haben wir nicht. Man bleibt immer irgendwie im Kontakt, so wie vorher auch. Wir sind ein kleiner, familiärer Verein. Aber ein Extra-Training gibt es jetzt nicht bei uns.“

Zeigt ihr Verein “Schützenhilfe” und unterstützt Hilfebedürftige aus ihrem Verein und ihrer Stadt?
Freitag: „Nein, da haben wir kein Hilfsangebote. Wir sind mehr im Kinderbereich aktiv, es gibt bei uns in der Stadt den „“Köln-Pass““ für bedürftige Menschen, und Kinder mit diesem Pass sind bei uns beitragsfrei. Und wenn wir unseren Sport wieder aufnehmen, müssen wir gucken, ob wir diese Kinder auch weiter unterstützen, z.B. mit neuen Pfeilen.“
Coors: „Hier im Ort unterstützt man sich immer irgendwie. Hier sind viele Vereine und Organisationen, die Hilfen anbieten, in denen auch Mitglieder sind. Die Vereine, alleine 11 Schützenvereine bei knapp 20.000 Einwohnern, helfen sich auch untereinander. Wenn Hilfe gebraucht wird, ist immer eine Person da.“

Die Krise trifft alle hart, hat die Krise auch etwas Gutes?  
Freitag: „Ja! Dieses generelle Innehalten und die Erkenntnis, wie viel einem dieser Sport und die damit verbundenen Menschen wert sind und welchen Stellenwert das hat.“
Coors: „Ich wüsste nichts Gutes. Vieles fällt weg. Was vielleicht gut ist, aber wer weiß, wie lange das anhält, man steht näher zueinander, hat auch oft mehr Geduld. Mehr Verständnis untereinander für Notsituationen, so wirkt es jedenfalls für mich.“

Was erwarten/erhoffen Sie sich von Landesverband bzw. DSB?
Freitag: „Das ist eine gute Frage. Wir haben keine hauptamtlichen Übungsleiter, wir machen alles auf ehrenamtlicher Basis. Da wäre es schön, wenn man eine Hilfe beim Aufbautraining, z.B. Übernahme von Kosten für einen Mental- oder Techniktrainer, bekäme, um das Ganze mit neuen Impulsen zu starten. Das wäre phänomenal!“
Coors: „Schnelle und unkomplizierte Hilfe, nicht finanziell, eher mit Rat und Ideen, manchmal hat man schon Fragezeichen über dem Kopf. Vielleicht auch Geduld von den höheren Verbänden, weil es ja auch passieren kann, dass Beiträge nicht so gezahlt werden können. Immer zuhören und nicht fordern.“

Wann rechnen Sie damit, dass sich die Situation wieder normalisiert?
Freitag: „Ich fürchte, dass das in zwei, drei Etappen geschieht. Die jüngeren Leute werden, sobald die Schulen wieder freigegeben sind, auch das Training wieder aufnehmen können. Für uns Älteren sehe ich eine längere Befristung. Wann wir komplett wieder einsteigen können? Ich hoffe, dass die Wintersaison wieder komplett läuft!“
Coors: „Das kann und will ich nicht einschätzen. Ich hoffe ab Oktober, dann beginnt hier in der Gegend wieder die Winterrunde im Schießen, und man hat noch ausreichend Zeit, dass man einigermaßen sicher für das Schützenfest planen kann. Aber es ist derzeit echt schwer, da etwas zu sagen.“

07.04.2020 - 12:21

Der Trainingsbetrieb ruht, der Verkauf von Speisen und Getränken fällt weg, das Schützenfest ist abgesagt! All das ist aktuell bittere Realität und dagegen will Sportdeutschland.TV – unser Live-Streamingpartner – etwas unternehmen.

Was müssen die Vereine tun?

Vereine, die an der Aktion teilnehmen möchten, können an Sportdeutschland.TV eine Mail mit einer kleinen Videobotschaft (die Mannschaft via Skypecall, ein Vertreter des Vereins oder ein einzelner Sportler – ganz einfach aufgenommen mit dem Handy, Beispiele siehe www.gemeinsam-fuer-den-sport.de) an Partner(at)Sportdeutschland.TV schicken. In dieser erklären die „Videobotschafter“, wie Freunde, Mitglieder und Unterstützer in dieser Zeit helfen können. Dazu sollte ein kleiner Informationstext zum Verein sowie zum Einsatzzweck des gesammelten Betrags ergänzt werden.

Was tut Sportdeutschland.TV?

Alle Videos werden mit den Informationen als eigener Spendenaufruf auf der Aktionsseite veröffentlicht. Gemeinsam mit den Kollegen von YouSport aktiviert Sportdeutschland.TV zusätzlich seine Medienpower der ProSiebenSat.1-Gruppe und wird die Aktion auf den Digital-, Social- und TV-Kanälen bewerben. Daneben ist Sportdeutschland.TV in intensiven Gesprächen mit Wirtschaftspartnern, welche sich an der Aktion beteiligen und jeden Spendenstand der Vereine nach dem Kampagnenende noch aufstocken werden. Eine breite Aufmerksamkeit ist somit garantiert. Aktuell werden die Videobotschaften gesammelt und gemeinsam auf der Aktionsseite veröffentlicht.

Sportdeutschland.TV hofft, mit dieser Solidaritätskampagne einen Beitrag für das sportliche Vereinswesen zu leisten und würde sich über eine rege Teilnahme von Bogensport- und Schießsportvereinen freuen! Denn letztlich geht es allen um das Gleiche: #gemeinsamfuerdenSport

03.04.2020 - 14:50

Zum einen machten die deutschen Spitzenschützen Nadine Messerschmidt (Skeet) und Andreas Löw (Trap) gewaltige Sprünge in der Weltrangliste. Messerschmidt katapultierte sich nach ihrem Weltcupsieg in Nikosia von Rang 34 auf Platz zwei und ist damit beste noch nicht für Tokio 2020 qualifizierte Athletin. Löw – in Nikosia Zweiter -  kletterte von 17 auf Platz vier. Beide feierten damit einen äußerst gelungenen Start in die vermeintliche Olympia-Saison und verschafften sich somit eine gute Ausgangsbasis für die weitere Olympia-Qualifikation.

Der Förderkreis Wurfscheibe, der sich der Förderung des nationalen Flintensports und hier vor allem im Bereich des Hochleistungssports im DSB verschrieben hat, gibt zudem bekannt, dass die beliebte jährliche Verlosung natürlich fortgesetzt und durchgeführt wird. Die Firma Krieghoff unterstützt auch und gerade in dieser Krise die Verlosung mit dem Hauptgewinn, einer K-80. Nun sind die Schützen und Förderer gefordert, denn durch den Wegfall zahlreicher Turniere ist der Losverkauf natürlich erschwert. „Auf geht´s, bieten wir Corona die Stirn!“ appelliert Werner Diener, Vorsitzender des Förderkreises, und ruft zum Loskauf auf.

03.04.2020 - 09:23

Deshalb hat die Führungs-Akademie des DOSB eine Sonderausgabe des „Rechtstelegramms für die Vereins- und Verbandsarbeit“ aufgelegt, die ausführlich darüber informiert, was der Vorstand wissen muss und welcher Handlungsbedarf im Verein und Verband jetzt besteht (Inhaltsverzeichnis inkls. Bestellformular im Anhang). WICHTIG: Diese Ausgabe kann als kostenfreies Probe-Abo direkt bei der Führungs-Akademie mit angehängtem Bestellformular bestellt werden. Vereine, die sich regelmäßig über den Rechtsnewsletter auf dem Laufenden halten wollen, können sich für ein Jahres-Abonnement (4 ausgaben für insgesamt 15€ pro Jahr) entscheiden.

Zudem möchten wir darauf aufmerksam machen, dass die Führungs-Akademie des DOSB gerade mit Hochdruck an einer weiteren Publikation arbeitet. Voraussichtlich Ende kommender Woche erscheint ein umfassendes Handbuch mit rechtlichen, steuerlichen und datenschutzrechtlichen Empfehlungen für Vereine und Verbände in Zeiten der Coronakrise, das ebenfalls über die Führungs-Akademie des DOSB bezogen werden kann. Auch hier werden günstige Konditionen angeboten, damit die Publikation von den Vereinen bezogen werden kann. Sobald diese Publikation bestellbar ist, finden Sie das Angebot auf der Homepage der Führungs-Akademie.

BSSB und RSB mit gutem Info-Überblick

Darüber hinaus gibt es natürlich viele Informationen und Hilfen vom DSB und seinen Landesverbänden. Der DSB bietet auf seiner Rechts-Seite viele Informationen, der Rheinische Schützenbund hat dies auf sehr strukturierte Weise ebenfalls getan. Und auch der Bayerische Sportschützenbund hat für seine Mitglieder die wichtigsten Informationen kompakt gebündelt (siehe Anhang).

02.04.2020 - 15:16

Die 21-jährige Bundespolizistin aus Berlin hat ein erfolgreiches Jahr mit vielen internationalen Erfolgen hinter sich. So konnte sie zwei 9. Plätze sowohl bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Madrid, als auch beim Bogen-Weltcup in Berlin erringen. Beim Juniorencup der World Archery Europe gelang es Elisa Tartler zudem, die beiden Wettbewerbe in Catez und Bukarest souverän zu gewinnen und sich so den Gesamtsieg des Juniorencups 2019 zu sichern. Gekrönt wurde dieses erfolgreiche Jahr dann durch den Deutschen Meistertitel bei den Juniorinnen im Rahmen von Die Finals, den sie vor der atemberaubenden Kulisse des Berliner Olympiastadions und unter den Augen von tausenden Zuschauern vor dem heimischen Fernseher erringen konnte.

Das mit dem Titel „Junior des Jahres“ verbundene Preisgeld in Höhe von 1.200 Euro, welches freundlicher Weise von der Firma Steinhauer & Lück zur Verfügung gestellt wird, stellt sicherlich eine wichtige finanzielle Unterstützung für ihre weitere sportliche Entwicklung dar.

Mit internationalen Erfolgen konnte die Zweitplatzierte Madlen Guggenmos ebenfalls zuhauf dienen. Die 18-jährige Schülerin aus Ulm gewann im vergangenen Jahr die Wettbewerbe im italienischen Auer, in Suhl sowie im englischen Bristol und konnte damit alle drei Stationen der ISSF World Tour Target Sprint 2019 für sich entscheiden. Auch national räumte sie massenweise Medaillen ab. So setzte sie sich in den Disziplinen Sommerbiathlon KK Sprint, KK Massenstart, LG Sprint, sowie in der Mixed Staffel im Target Sprint gegen ihre Konkurrenten durch. Auch sie darf sich nun über ein Stipendium in Höhe von 600 Euro freuen.

Wie im letzten Jahr kann sich Gewehrschützin Anna Janßen über den dritten Platz und ein Stipendium in Höhe von 300 Euro freuen. Mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille bei den Junioren-Europameisterschaften sowie dem ersten Platz beim Junioren-Weltcup in Suhl ist diese Platzierung auch mehr als gerechtfertigt.

Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres konnten sich die Junioren Team-Europameisterinnen Anna Janßen, Melissa Ruschel und Johanna Tripp gegen das Mixed-Team Luftpistole und das Mixed-Team Standardpistole durchsetzen und erhalten ebenfalls ein Stipendium in Höhe von 600 Euro.

Wir gratulieren allen Gewinnern und danken der Firma Steinhauer & Lück für die großzügige Unterstützung der Nachwuchsförderung in Deutschland. Ohne die Unterstützung unserer Sponsoren wären solche Ehrungen nicht möglich.

01.04.2020 - 15:55

Und deswegen zeigen wir in einer neuen Folge von Volltreffer die Auswirkungen der Pandemie auf den Bogen- und Schießsport in Deutschland auf. Dabei haben wir sowohl Sportler, Trainer und die Basis befragt.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören und würden uns freuen, wenn ihr uns bei den Podcast-Plattformen wie Apple-Podcast, Google-Podcast, Spotify, Deezer hört, abonniert und weiterempfehlt! „Gut Schuss“ und „Alle ins Gold“ – auch wenn das aktuell schwierig ist.

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