06.02.2020 - 11:03

Wenn alles ideal läuft, dann können die zahlreichen Teilnehmer und Zuschauer auch frisch gebackene Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Tokio bejubeln und bewundern. Die DM-Entscheidungen in den olympischen Disziplinen finden wie immer am ersten Wochenende statt mit Ausnahme der Skeet-Entscheidungen, die für den 28./29. August vorgesehen sind. Das zweite Wochenende ist vor allem den nicht-olympischen Disziplinen und dem Nachwuchs gewidmet.

*Vorläufiger Zeitplan (Änderungen noch möglich)

05.02.2020 - 10:47

SV Dauelsen  (NS): Angeführt von Deutschlands Nummer eins, Florian Kahllund, sicherte sich der SV Dauelsen den Nordtitel. Im letzten Match der Vorrunde gegen Berlin holte sich der Klub die kurz zuvor verloren gegangene Führung durch ein 7:1 zurück. Kahllund war der beste Schütze aller Vorrunden-Teilnehmer mit einem Pfeildurchschnitt von 9,85. Gemeinsam mit dem mehrfachen Weltmeister im Feldbogen, Sebastian Rohrberg, soll er den Klub zum dritten Titel nach 2015 und 2017 führen.

BSC BB Berlin (B): Die Bogen-Bundesliga ohne Lisa Unruh! Kaum vorstellbar, aber das Berliner Team musste verletzungsbedingt ohne die deutsche Vorzeige-Schützin auskommen. Der Qualität tat dies trotzdem keinen Abbruch, denn Elena Richter, Jannis Kramer und Christoph Breitbach schossen eine hervorragende Vorrunde, die sie mit nur einem Zähler Rückstand auf Platz zwei beendeten. Der Rekordsieger (5x) ist erneut ein heißer Titelkandidat, „das erste Ziel sind die Top Vier, alles weitere ist Bonus“, so Richter.

SV Querum (NS): Mit einem formidablen Endspurt sicherte sich der SV Querum Platz drei im Norden. Am letzten Vorrunden-Wochenende blieben die Niedersachsen bei sechs Siegen und einem Unentschieden ungeschlagen und schoben sich noch an Herne vorbei. Trainer Adolf Kemper war total aus dem Häuschen und ist auch für das Finale optimistisch: „Wir wollen eine Medaille. Und je edler sie ist, umso besser!“

Sherwood BSC Herne (NW): Nach einjähriger Finalabstinenz ist das Sherwood-Team wieder beim Bundesligafinale dabei. Die Teilnahme wurde an den ersten drei Vorrunden-Wochenenden mit guten Ergebnissen sichergestellt, der sicher geglaubte dritte Platz im Norden ging aufgrund eines schwachen Vorrunden-Endes (nur ein Sieg aus sieben Matches) noch verloren. Trainer Reinhard Kisselbach haderte ein wenig und gibt als Ziel aus: „Im Finale wollen wir Spaß haben!“

FSG Tacherting  (BY): Vollauf zufriedenstellend verlief die Saison für Tacherting. Der dreimalige Champion und letztjährige Vizemeister gab nur sieben Zähler in den 28 Matches ab, sodass Trainer Helmut Huber frohlockte: „Wir haben eine super Vorrunde hinter uns und freuen uns, Südmeister geworden zu sein.“ Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Saisonschnitt von 9,62 Ringen/Pfeil waren die Bayern deutschlandweit bestes Team. „Es ist das höchste Ergebnis, das jemals eine Mannschaft der FSG hatte“, so Huber.

BSG Ebersberg (BY): Der Titelverteidiger aus Ebersberg kommt „nur“ als Süd-Zweiter zum Bundesligafinale, ist dennoch der große Favorit. Am ersten Vorrunden-Wochenende schoss Ebersberg ohne sein Trio Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller und ließ dementsprechend Punkte liegen. Danach konnte Trainer Andreas Blaschke komplett auf seine Nationalkader zurückgreifen, die in den folgenden 21 Matches nur noch einen (!) Punkt abgaben.

SGI Welzheim (BW): Gemeinsam mit den Berlinern ist die SGI Welzheim Rekordsieger der Bundesliga. Der letzte Titel liegt allerdings schon zehn Jahre zurück, weshalb das Team von Trainerin Sandra Sachse, selbst zweimalige Olympia-Medaillengewinnerin, nach Erfolgen lechzt.Das Potenzial ist da, mit Jonathan Vetter verstärkt ein hoffnungsvoller Kaderschütze die Welzheimer, die neben den Berlinern einziges Team sind, das auch beim 23. Bundesligafinale dabei ist.

BC Villingen-Schwenningen (BW): Im vergangenen Jahr gewann Villingen-Schwenningen sensationell die Bronzemedaille. Und auch 2020 ist dem Team um Dominic Gölz, Deutscher Meister im Freien 2018, einiges zuzutrauen. Das jüngste Team der Liga sicherte sich erst am letzten Vorrunden-Wochenende mit vier Siegen und einem Unentschieden das Final-Ticket und wird in Wiesbaden ohne Druck für jedes Team ein gefährlicher Gegner sein.

04.02.2020 - 09:13

„Dieser Wettkampf hat perfekt in unsere Vorbereitung gepasst“, so Thomas Pfeffer, Disziplinverantwortlicher Laufende Scheibe, zur Planung bis Breslau. Sowohl Daniela Vogelbacher als auch Kris Großheim wurden bereits im Vorfeld für die anstehende Europameisterschaft gesetzt, ohne eine weitere Ausscheidung bestreiten zu müssen. Doch ohne Wettkampf zur Europameisterschaft zu fahren wäre „Mist“, weiß auch Pfeffer. Kris Großheim, der sich in dieser Saison zum ersten Mal im Männerfeld beweisen muss, legte gleich los, setzte sich mit 574 Ringen an die Spitze, schickte Kollegin Daniela Vogelbacher im Halbfinale nach Hause und entschied am Ende auch das Gold-Medal-Match gegen den Tschechen Bedrich Jonas mit 6:4 Punkten für sich. Ein gelungener Einstieg für den jungen Athleten. Trotzdem bleibt Trainer Pfeffer auf dem Boden der Tatsachen: „Für Kris ist die Umstellung zu den Männern nicht leicht, die EM soll ihm helfen, dort Fuß zu fassen.“

Routinier Daniela Vogelbacher brachte mit 562 und 567 Ringen zwei konstante Ergebnisse, die sie immer im vorderen Feld landen ließen. 374 Ringe im Mixed-Wettbewerb rundeten die gute Vorstellung von Vogelbacher ab, die sich im Gesamtklassement auf Platz vier hinter dem Tschechen Bedrich Jonas und den beiden Finnen Krister Holmberg und Tobi Hulkkonen einreihte. „Die Ergebnisse sind für diesen Zeitpunkt völlig in Ordnung“, zog Pfeffer ein zufriedenes Fazit.

03.02.2020 - 13:19

Jeweils deutlich über 1.000 Zuschauer nahmen in der Göbels Arena in Rotenburg an der Fulda Platz und sorgten somit für eine prächtige Kulisse. Und die Gewehr- und Pistolenschützen enttäuschten diese nicht. Herausragende Leistungen wie die von Kevelaer mit einem neuen Finalrekord von 1985 Ringen oder auch Überraschungssiege wie von SB Freiheit über das in der Vorrunde ungeschlagene Pfeil Vöhringen und das 3:2 im Viertelfinale der Spsch Raesfeld gegen Südmeister SV Waldkirch machen den Reiz der Veranstaltung aus.

Dazu ein super engagiertes Team der SGi Mengshausen mit Manuela Schmermund und Olaf Lenker an der Spitze, die alles möglich machten, ein Finale der kurzen Wege aufgrund der hervorragenden Infrastruktur der Hotel- und Sportanlage sowie eine gelungene Live-Übertragung der Medaillenmatches auf Sportdeutschland.TV

Kevelaer und Braunschweig sorgen für sportliche Höhepunkte

Für die sportlichen Höhepunkte sorgten vor allem zwei Teams: Die Pistolenschützen der Braunschweiger SG gewannen im 20. (!) Anlauf endlich den ersten Titel. Dabei ging der sichtlich bewegte Trainer Dieter Schröder Risiko, setzte im Finale mit dem Inder Chaudhary Saurabh, Vanessa Seeger (beide 17) und Jonathan Mader (20) auf die Jugend. Und die zahlte es auf unbekümmerte Art und Weise zurück, vor allem Mader zeigte sich unbeeindruckt von den Rahmenbedingungen und steigerte sich mit steigendem Druck und Lautstärkepegel von Viertelfinale bis Finale (379, 382, 384). Nachdem sich der Puls gesenkt hatte, sagte Schröder: Dieser Sieg ist für mich das Größte, ich bin sehr glücklich.“

Dies trifft auch auf die „Tiger“ aus Kevelaer zu. Das dominierende Gewehrteam schoss in allen drei Runden die höchste Ringzahl in Rotenburg (Viertelfinale 1979, Halbfinale 1971, Finale 1985) und sorgte vor allem im Finale für Gänsehaut bei allen. Die ersten 64 (!) Schüsse des Quintetts landeten allesamt in der Zehn, selbst das wortgewandte Moderatoren-Trio Philipp Bernard, Marko Hilger und Axel Schell keine Superlative mehr fand. Und auch für die Sportler selbst war dies ungewöhnlich, wie Franka Janßen danach zugab: „Das habe ich auch noch nicht erlebt, und ich musste zwischendurch immer wieder lachen, weil ich mich so gefreut habe.“

Saltendorf ist Gastgeber 2021

Freuen auf das „Flaggschiff Bundesliga“ (O-Ton Furnier) kann sich im nächsten Jahr Eichenlaub Saltendorf. Der Vierte des Gewehr-Finals in Rotenburg richtet das Bundesligafinale 2021 vom 5. bis 7. Februar in der Oberpfalzhalle Schwandorf aus. Damit steigt erstmals seit 2010 (damals Coburg) wieder ein Finale bei einem Klub der Bundesliga Süd.

03.02.2020 - 09:42

Südliga: Der Titel geht an Tacherting

Heimvorteil und Live-Übertragung bei Sportdeutschland.TV: Gastgeber Villingen-Schwenningen hatte den perfekten Rahmen, um den vierten und letzten Platz in der Südliga klar zu machen. Das gelang eindrucksvoll. Gleich im ersten Match gegen die nur zwei Punkte zurückliegenden Bayreuther gelang ein 6:2-Sieg, drei weitere Erfolge folgten und sicherten dem Team um Dominik Gölz den begehrten vierten Platz: „Die jüngste Mannschaft der Bundesliga hat das Finale wieder erreicht. Wir hatten spannende Wettkämpfe und durch die vielen Zuschauer eine tolle Stimmung in der Halle. Das hat sowohl die Mannschaft als auch das Orga-Team motiviert“, zeigte sich Jürgen Löchelt, 1. Vorsitzender des Vereins begeistert.
Dies gilt auch für Helmut Huber, Trainer des Südmeisters FSG Tacherting. Die Bayern machten einen Durchmarsch in der Liga und grüßten vom ersten bis zum letzten Match von der Tabellenspitze: „Wir haben eine super Saison hinter uns gebracht und freuen uns sehr, Südmeister geworden zu sein. Die Konstanz ist uns sehr wichtig, und damit auch der Südtitel. In einer kompletten Saison fünf Schützen gleichmäßig verteilt einzusetzen und dann am Ende der Saison nur 7 Punkte abgegeben zu haben ist fantastisch.“ Zwei Matches vor Ende stand der Titelgewinn fest, da änderte auch die 2:6-Niederlage im letzten Duell gegen Titelverteidiger Ebersberg nichts daran: „Der Sieg war mir nicht wichtig! Ebersberg ist Titelverteidiger und hat mit Michelle Kroppen, Cedrich Rieger und Maximilian Weckmüller drei gute Schützen. Wenn sie mit den Dreien antreten, sind sie die Besseren – bis jetzt. Wir sind Jäger und nicht die Gejagten!“
Freude auf der einen Seite, Frust auf der anderen: BS Neumarkt und KKS Reihen müssen den Gang in die Zweitklassigkeit antreten, der Vorletzte Neumarkt verlor das entscheidende Duell gegen die SG Freiburg mit 1:7.

Nordliga: Der Titel geht an Dauelsen

Vor dem letzten Vorrunden-Wochenende konnten sich mit Querum, Detmold-Klüt, Blankenfelde und Holten gleich vier Teams Hoffnungen auf den vierten Platz machen. Am Ende ging dieser ganz souverän an Gastgeber SV Querum. Das Team von Trainer Adolf Kemper blieb ungeschlagen, gab nur im ersten Match einen Zähler beim 5:5 gegen RSV Detmold-Klüt ab und schob sich in der Abschlusstabelle gar noch auf Platz drei. Dementsprechend begeistert war Kemper von seinem Team: „Meine Mannschaft hat phantastisch geschossen! Ich hatte mit Platz vier gerechnet, dass sie es noch auf Platz drei geschafft haben, hätte ich nicht gedacht. Ich bin sehr zufrieden.“
Sherwood BSC Herne bekleckerte sich in Querum nicht mit Ruhm – es gelang nur ein Sieg (6:4 gegen Detmold-Klüt) - qualifizierte sich aber letztlich als Vierter mit vier Punkten Vorsprung souverän für das Finale. Reinhard Kisselbach, Trainer von Sherwood, meinte: „Ich hatte mit Platz drei gerechnet, aber heute war nicht unser Tag. Alle waren zu verkrampft, die Ringzahlen in den ersten Matches waren nicht hoch genug, da müssen wir dran arbeiten. Es ist kein technisches, sondern eher ein mentales Problem. Im Finale wollen wir Spaß haben, mehr ist realistisch kaum möglich.“
Um den Nordtitel wurde es nochmals richtig spannend, die Entscheidung fiel im letzten Match zwischen dem SV Dauelsen und dem BSC BB Berlin. In diesem agierte das Team um Spitzenschütze Florian Kahllund bärenstark und siegte mit 7:1 (56-56, 60-56, 60-58, 59-57). Dennoch zeigte sich die Berlinerin Elena Richter zufrieden: „Wir haben gut geschossen, wir haben sechsmal 60 Ringe geschossen, das haben wir meines Wissens auch noch nie zuvor erreicht. Im letzten Match haben wir es nicht geschafft, die Höchstleistung abzurufen.“
Auch im Norden müssen natürlich zwei Mannschaften absteigen: Der letztjährige Finalteilnehmer und Nordmeister SV GutsMuths Jena sowie der starke Aufsteiger TuS GW Holten erwischte es.

2. Bundesliga: Die Aufsteiger stehen fest

Zeitgleich zum Vorrunden-Finale der 1. Bundesliga fanden die Abschluss-Wettkämpfe der 2. Bundesliga statt. Im Norden sicherten sich der BSV Zierenberg und der 1. UTK BSC Oberauroff souverän die Plätze eins und zwei. Beide kehren somit nach dem Abstieg direkt in die oberste Etage zurück. Ein Ziel, das für Oberauroff schon vor Saisonbeginn feststand, wie Trainer Freddy Siebert sagt: „Das Ziel ist jetzt, die 1. Liga zu halten. Wir haben nach wie vor ein junges Team, Henning Reyer war mein bester Schütze und ist erst 18 Jahre alt. Wir gucken jetzt, wie wir uns für die nächste Saison verstärken können, wollen dabei aber auch auf junge Leute setzen.“
Im Süden gehen mit den GK Burgschützen Büschfeld und dem TSV Natternberg der Zweite und Vierte hoch, da die zweiten Teams aus Welzheim und Tacherting nicht aufstiegsberechtigt sind.

02.02.2020 - 16:53

Gewehr: Kevelaer in beeindruckender Manier
In beeindruckender Manier hat die SSG Kevelaer den Titel aus dem Vorjahr verteidigt, seinen zweiten DM-Titel gewonnen und somit dem steigenden Erwartungsdruck von außerhalb, aber auch innerhalb des Teams, standgehalten.
Wie nicht anders zu erwarten begann das Finale – eine Neu-Auflage des vergangenen Jahres – auf allerhöchstem Niveau: Erst der 32. Finalschuss beider Finalteams war keine Zehn, der Titelverteidiger brachte sogar seine ersten 64 (!) Schuss in die Zehn, d.h. das SSG-Quintett erlaubte sich bis dahin keinen einzigen „Aussetzer“. „Ich musste zwischendurch immer wieder lachen, weil ich mich so gefreut habe. Auch wenn der Wettkampf gegen starke Elsener natürlich noch nicht gelaufen war“, gab Franka Janßen Eindrücke von der Schießlinie wieder.
Mit der herausragenden Finalleistung zeigten die „Tiger“ eine Reaktion, denn in Viertel- und Halbfinale glänzte das Team nicht wie in der Vorrunde, als es gleich zweimal einen neuen Rekord aufstellte (1987 Ringe), obwohl es in Rotenburg beide Male die Höchstwertungen schoss. Da aber auch Elsen voll dagegen hielt, Istvan Peni, Nadine Hochgeschurz und Dirk Steinicke starteten ebenfalls perfekt, entwickelte sich ein packender Kampf um den Titel. Doch während die Ostwestfalen in der Folge etwas nachließen, blieb das SSG-Quintett auf dem „Gaspedal“ und landete am Ende bei sensationellen 1985 Ringen. Natürlich ein neuer Rekord, bis dahin lag dieser bei 1980 Ringen und wurde im vergangenen Jahr im Halbfinale aufgestellt (von Kevelaer). Den verdienten Sieg räumte Denise Palberg dann auch ein: „Gegen Kevelaer muss schon alles perfekt laufen, um gegen sie zu bestehen Ich hätte vorher nicht mit Silber gerechnet, mein Saisonfazit fällt sehr positiv aus.“ Das Gleiche gilt natürlich auch für den alten und neuen Meister: „Die Erleichterung und Freude ist riesengroß. Ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren, weiterzuschießen, als feststand, dass das Ding durch ist. Ich wollte mit den Fans feiern und mit ihnen die ganze Saison Revue passieren lassen“, so Franka Janßen.

Bronzefinale: Freiheit macht den Nord-Triumph perfekt
Völlig ausgeglichen verlief das Bronzematch zwischen den Saltendorfern und Freiheit. Die gelben Lampen, die bei der Hochrechnung stets die führenden Schützen anzeigen, wechselten munter hin und her. Mal führte Freiheit, dann hieß es wieder Ausgleich. Am Ende entschied sich das Match auf Position fünf: Michaela Thöle legte für Freiheit 395 Ringe vor, Andreas Preis durfte sich in den letzten acht Schuss keine Neun mehr erlauben, um das Stechen zu sichern. Das gelang ihm nicht, sodass auch der Bronzerang in den Norden ging und das nach einem wahren Endspurt in der Liga. Denn Freiheit sicherte sich erst an den letzten beiden Vorrunden-Wochenenden durch eine beeindruckende Siegesserie die Finalteilnahme, die nun mit Platz drei gekürt wurde. Daran dachte auch Michaela Thöle: „Wir konnten uns zum Ende der Vorrunde steigern, und das hat uns sicherlich auch einen Aufschwung für das Finale gegeben. Hier wollten wir unbedingt um eine Medaille schießen und das haben wir geschafft. Das macht uns sehr glücklich!“

Ergebnisse Medaillenmatches
Bronzematch SB Freiheit – Eichenlaub Saltendorf 4:1 (1976:1779)
Goldmatch St Hubertus Elsen – SSG Kevelaer 0:5 (1972:1985)

Pistole: Braunschweig bricht den Bann
Der Jubel kannte keine Grenzen: Erstmals in der 23-jährigen Bundesligageschichte konnte die Braunschweiger SG den Titel gewinnen. Nach Silber 2018 und 2019 wurde endlich der Bann gebrochen, das hatten die Youngster im Team, Vanessa Seeger (17) und Jonathan Mader (20), bereits im Vorfeld angekündigt. Nun ließen sie Taten folgen. Dabei setzte Trainer Dieter Schröder auf Position eins den 17-jährigen Inder Chaudhary Saurabh ein und verzichtete somit auf den ukrainischen Weltklasseschützen Oleg Omelchuk, „weil Oleg gegen Damir Mikec schon verloren hat“, so die einfache Erklärung.
Das Vertrauen zahlte sich aus, wobei der Sieg lange auf des Messers Schneide stand. Die Hochrechnungen sahen mal die Niedersachsen, mal die Bayern vorne. Vor allem Patrick Meyer und Jonathan Mader zeigten Leistung und erarbeiteten sich früh einen Vorsprung gegen ihre Gegner – Mader war am Ende bester Finalschütze mit 384 Ringen. Saurabh startete schwach (92 Ringe), steigerte sich in der Folge aber immens und ließ die Rechnung seines Trainers aufgehen. Am Ende gewann er das Spitzenduell gegen Mikec mit 383:382. Den vierten Punkte steuerte Michael Bittner bei, der Simon Weiß mit 374:369 in die Schranken wies. Und sogar Seeger punktete noch, obwohl sie mit einer 89 gestartet war. Sie punktete durch ein 372:370 gegen Carina Wimmer.
Für Trainer Dieter Schröder ging ein Traum in Erfüllung: „Dieser Sieg ist für mich das Größte. Ich habe vor zwölf Jahren die Mannschaft übernommen und gesagt, wir werden Deutscher Meister. Heute hat es nach vielen vergeblichen Anläufen geklappt – ich bin sehr glücklich.“ Mader, erstmals in einem Bundesligafinale am Start und im ersten Jahr für Braunschweig aktiv, sagte ganz cool: „Wir haben keinen Punkt abgegeben im Finale und sind natürlich megahappy über den ersten Tite, der uns jetzt ein Jahr gehört.“ Für die unterlegene Monika Karsch war es trotz der finalen Niederlage ein Erfolg: „Wir haben Silber gewonnen! Wir hatten schon eine gute Saison mit guten Leistungen, aber im Finale waren wir nicht so stark, wie wir auftreten wollten. Deswegen können wir uns über Silber freuen.“

Bronzefinale: Leichtes Spiel für Kriftel

Wie im vergangenen Jahr sicherte sich Nordmeister Kriftel die Bronzemedaille. Gegen das Überraschungsteam aus Raesfeld, das in seinem Viertelfinale den Südmeister Waldkirch eliminiert hatte, gaben sich Christian Reitz & Co keine Blöße. Die ersten neun Schuss des Krifteler Teams waren allesamt Zehner, Reitz begann mit einer perfekten 100-er Serie, Mathias Putzmann stand ihm mit 99 Ringen kaum nach. Und da auch die anderen Krifteler hoch schossen – am Ende standen tolle 1910 Ringe zu Buche – war das 5:0 die logische Folge. „Wir wollten den Wettkampf am Sonntag gewinnen, das haben wir geschafft. Es ist unsere fünfte Medaille beim Bundesligafinale in Folge – ich bin zufrieden“, sagte Trainer Detlef Glenz.

Ergebnisse Medaillenmatches
Bronzematch Spsch Raesfeld – SV 1935 Kriftel 0:5 (1861:1910)
Goldmatch Braunschweiger SG – SV Kelheim-Gmünd 5:0 (1890:1868)


Die beiden siegreichen Mannschaften stellten auch die erfolgreichsten Schützen der Bundesligasaison: Franka Janßen (Kevelaer) und Patrick Meyer (Braunschweig) erhielten aus den Händen von Sven Martini, Sportleiter des Ligapartners Carl Walther GmbH, die Auszeichung in Form eines neuen Sportgerätes (LG400 bzw. LP500).

01.02.2020 - 19:29

Gewehr: Goldfinalisten gewinnen knapp

Jeanette Hegg Duestadt konnte es nicht fassen: Ihr war es als drittem Luftgewehr-Schützen in der Geschichte des Bundesligafinals nach Sonja Pfeilschifter (3x) und dem indischen Olympiasieger Abinav Bindra (1x) gelungen, eine perfekte 400 zu schießen. Doch das Glanzstück der Norwegerin half ihrem Team nicht. Mit den letzten zwei Schüssen gaben ihre Kolleginnen Michaela Thöle und Jolyn Beer den Sieg durch ein mögliches Stechen aus der Hand. Nach den Neuner-Wertungen der beiden Freiheit-Schützinnen jubelten das Team von Rekordsieger Elsen und dessen zahlreiche Fans über das nicht mehr für mögliche Gehaltene. Elsen punktete auf allen drei hinteren Positionen, so auch Bastian Blos auf Position fünf: „Wir nehmen alles, was wir kriegen können, wir geben immer 100 Prozent und sind dafür belohnt worden. Man versucht die Dramatik auszublenden, aber wenn die Moderatoren die Stände durchgeben, ist es schwer, das auszublenden.“

Blos rechnete mit Kevelaer als Finalgegner und behielt Recht. Die „Tiger“ – so nennen sie sich - waren auch gegen Saltendorf „bissig“, ohne jedoch an die Glanzauftritte in der Vorrunde anknüpfen zu können. Auf den zwei Spitzenpositionen übten Sergey Richter und Anna Janßen enormen Druck auf ihre Konkurrenten aus, Richter verpasste erst beim 40. und letzten Schuss die Zehn, siegte aber souverän gegen Julia Simon (399:397). Die Kevelaerer Saisonstärke, auf allen Positionen hervorragend besetzt zu sein und hoch schießen zu können, kam im Halbfinale nicht zur Geltung. Auch Position drei bis fünf kam kein „Tiger“ über 393 Ringe, ein Manko, das auch die siegreiche Franka Janßen erkannte: „Der Druck von außen ist nochmals höher geworden, weil wir auch die gesamte Saison gut geschossen haben. Wir waren auf den letzten drei Positionen nicht so stark wie sonst, haben aber trotzdem gewonnen.“ Für das Finale gegen Elsen, eine Neuauflage des Vorjahres, gibt Franka Janßen eine klare Marschroute aus: „Ich erwarte, dass wir unsere Leistung steigern können und hoffe, mit Hilfe unserer Fans den Titel wieder nach Hause zu nehmen.“

Viertelfinale: Freiheit überrascht Vöhringen

Wie eng es im Schießsport zugeht und dass ein Bundesligafinale seine eigenen Gesetze hat, sahen die Zuschauer bereits im ersten Viertelfinal-Duell zwischen dem Süd-1. Vöhringen und dem Nord-4. Freiheit. Der ungeschlagene Südmeister rettete sich gerade so ins zweifache Stechen. Florian Krumm setzte sich dort gegen Jolyn Beer durch, aber Vöhringens Nummer eins, Michaela Kögel, zog mit einer Neun gegen Jeanette Hegg Duestads Zehn den Kürzeren. Krumm sagte danach: „Wir haben uns mehr erhofft, wir sind sehr enttäuscht. Vielleicht war es die Nervosität und die zu hohe Erwartungshaltung.“ Die übrigen Duelle sahen in Elsen, Saltendorf und Kevelaer drei Favoriten-Siege, Kevelaer wies mit 1177 das beste Ergebnis nach. Saltendorf mit Spitzenschützin Julia Simon hält damit als einziger Klub auch am zweiten Finaltag die süddeutsche Fahne im Gewehrbereich hoch.

Ergebnisse Halbfinale

St Hubertus Elsen – SB Freiheit 3:2
Eichenlaub Saltendorf - SSG Kevelaer 2:3

Ergebnisse Viertelfinale

SV Vöhringen – SB Freiheit 2:3
SSG Dynamit Fürth – St Hubertus Elsen 1:4
Eichenlaub Saltendorf – SV Wieckenberg 3:2
Der Bund München – SSG Kevelaer 1:4

Ansetzungen Finals am 2. Februar

11.30 Uhr: Bronzematch SB Freiheit – Eichenlaub Saltendorf
14.30 Uhr: Goldmatch St Hubertus Elsen – SSG Kevelaer


Pistole: Braunschweig souverän, Kelheim-Gmünd im Stechen

Ohne jeglichen Punktverlust ist die Braunschweiger SG in das Finale eingezogen. Im Halbfinale machte der Nord-Zweite beim 5:0 (1898:1858) kurzen Prozess mit den wackeren Spsch Raesfeld. Dabei stellte Trainer Dieter Schröder ganz nach dem Motto „Jugend forsch“ auf: Mit dem Inder Chaudhary Saurabh, Vanessa Seeger (beide 17 Jahre) und Jonathan Mader (20 Jahre) war ein ganz junges Trio für die Niedersachsen am Stand. Und machte die Sache ganz hervorragend, auch wenn Seeger der Start mit einer 4,9 (!) völlig missriet: „Das ist mir noch nie passiert. Ich war bereit und wollte loslegen, dann kam der Schuss zu früh. Dafür habe ich den Denkzettel bekommen. Danach hatte ich keine andere Wahl, als ordentlich auszuschießen. Und da bin ich schon stolz drauf, wie ich das geschafft habe.“ Mader, der bereits in der Vorrunde mit einem Schnitt von über 382 Ringen geglänzt hatte, war auch gegen die Raesfelder ein Punktegarant und das, obwohl er wie Seeger erstmals am Finale teilnimmt: „Es macht Spaß. Es ist ein tolles Team! Die Atmosphäre ist mega. Ich habe schon meine Erfahrungen in internationalen Wettkämpfen gesammelt, da weiß ich, wie ich mit solchen Situationen umgehen muss.“ Den Fakt, dass Braunschweig noch nie den Titel gewonnen hat, beantwortet Mader selbstbewusst: „Das werden wir morgen ändern!“

Da wird ganz sicher der einzig verbliebene Rivale aus dem Süden, der SV Kelheim-Gmünd, etwas dagegen haben. Der Einzug der Bayern stand aber bis zum Schluss auf der Kippe und wurde erst im Stechen auf der Position fünf zwischen Christoph Schultheiß und Maximilian Schenk ausgeschossen. Mit einer 10,0 wurde es eine Millimeterangelegenheit pro Kelheim-Gmünd (Schenk schoss eine 9,5), der siegreiche Schütze verriet seine Gefühlslage davor und sein Erfolgsrezept: „Ich war nicht so nervös, weil ich schon so viele Stechschüsse hatte. Ich habe mir gedacht: Es geht um nichts, hau ihn raus, und es hat ganz gut funktioniert.“ Zuvor hatte der serbische Weltklasseschütze Damir Mikec das Spitzen-Duell gegen Deutschlands Schnellfeuer-Olympiasieger Christian Reitz 385:383 gewonnen und Monika Karsch ihren Kontrahenten Mathias Putzmann 378:375 bezwungen. Kriftels Trainer Detlef Glenz sagte bereits während des Wettkampfes, der immer wieder hin und her wog, „es scheint keiner gewinnen zu wollen.“ So auch Schultheiß. Eine 5,9 im vierten Abschnitt brachte ihn und seinen Klub von der sicheren Siegerstraße, die er am Ende doch noch erfolgreich beschritt. Für das Finale gegen Braunschweig hat er eine einfache Formel: „Zehner schießen, keine Fünfer wie heute!“

Viertelfinale: Böse Überraschung für Waldkirch

Auch der Pistolen-Wettkampf begann mit einer faustdicken Überraschung: Der Nord-Vierte Raesfeld gewann mit 3:2 gegen den Süd-Ersten und hohen Favoriten Waldkirch. Nach dem letzten Schuss von Christian Brabender brachen alle Dämme: Das Team stürmte auf ihn zu, herzte ihn und führte einen Jubeltanz auf. Ähnlich emotional ging es zwischen Braunschweig und Titelverteidiger Ludwigsburg zu. Lange verlief der Wettkampf ausgeglichen, doch dann legten die Braunschweiger zu und die Ludwigsburger bauten ab. Vor allem die Endspurts von Jonathan Mader und Michael Bittner waren entscheidend, Bittner wandelte in den letzten zwei Zehner-Serien einen Neun-Ringe-Rückstand in einen Zwei-Ringe-Vorsprung zum 376:374 gegen Julia Hochmuth um. Kelheim-Gmünd konnte sich auf die wenig später ausgezeichnete Sportschützin des Jahres, Monika Karsch (383 Ringe), verlassen. Nordmeister Kriftel schoss konstant stark und kam als einziges Pistolenteam im Viertelfinale über die magische 1900-er Marke (1906 Ringe).

Ergebnisse Halbfinale

Braunschweiger SG – Spsch Raesfeld 5:0
SV Kelheim-Gmünd – SV 1935 Kriftel 3:2

Ergebnisse Viertelfinale

SV Waldkirch – Spsch Raesfeld 2:3
SGi Ludwigsburg – Braunschweiger SG 0:5
SV Kelheim-Gmünd – PSV Olympia Berlin 3:2
SV Murrhardt-Karnsberg – SV 1935 Kriftel 1:4

Ansetzungen Finals am 2. Februar

10.00 Uhr: Bronzematch Spsch Raesfeld – SV 1935 Kriftel
13.00 Uhr: Goldmatch Braunschweiger SG – SV Kelheim-Gmünd

01.02.2020 - 13:54

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und nun neben so bekannten Namen zu stehen. Ich hatte wirklich ein sehr gutes Jahr 2019 und bedanke mich bei denen, die mich gewählt haben!“

Karsch hatte 2019 ein unglaublich erfolgreiches Jahr: Vier (!) EM-Titel mit Luftpistole (Team) sowie Sportpistole (Einzel und Team) und Standardpistole (Mixed mit Christian Reitz), dazu Silber bei den European Games in gleicher Besetzung ebenfalls mit der Standardpistole. Zudem erreichte sie bei jedem der Weltcups das Finale und gewann mit der Sportpistole als logische Folge den zweiten deutschen Quotenplatz.

Das große Ziel der zweifachen Mutter in diesem Jahr sind die Olympischen Spiele in Tokio. Nach Silber vor vier Jahren in Rio de Janeiro peilt die sympathische 37-jährige nun die nächste olympische Medaille an und hätte in diesem Fall sicherlich gute Chancen, erneut Schützin des Jahres zu werden.

31.01.2020 - 12:56

Den Anstoß für das erstmalige Live-Streaming gab dabei ein Konkurrent, wie Jürgen Löchelt, 1. Vorsitzender des BC Villingen-Schwenningen, zugibt: „Es haben immer wieder die tollen Bilder aus Tacherting den Ausschlag gegeben, dass wir uns entschlossen haben, es auch einmal anzugehen. Wir haben mit dem Team in Tacherting Kontakt aufgenommen und gesehen, welcher Aufwand, sowohl personell als auch technisch dort betrieben wird. Das ist in diesem Umfang für uns nicht realisierbar, wir müssen das mit unseren Möglichkeiten auf die Basics reduzieren.“

Die wichtigsten Pfeile werden mit Sicherheit zu sehen sein, denn bei den Wettkämpfen geht es zum einen um den letzten verbliebenen Platz für das Bundesligafinale in Wiesbaden am 29. Februar, zudem fällt die Entscheidung im Abstiegskampf.

Für Löchelt hat die Villinger Premiere auch einen anderen Grund: „Es ist erst einmal für uns ein Anfang, noch mehr in die Öffentlichkeit zu gehen, und wir sind bereit hier dazu zu lernen. Ein solches Projekt muss  über die Zeit wachsen. Es erfordert großes Engagement und ist in jeglicher Hinsicht eine Herausforderung, allerdings sehe ich insgesamt mehr Vor- als Nachteile: Mit keiner Aktion, mit keinem Wettkampf kann man mehr Öffentlichkeitswirksamkeit und Medienpräsenz gewinnen als mit der Ausrichtung eines Bundesligawettkampfes. Nicht umsonst sind im Süden z.B. Welzheim und Tacherting bei der Ausrichtung immer mit dabei.“

Es heißt also: Einschalten und weitersagen, sodass das gute Beispiel weitere Nachahmer in der nächsten Saison findet. Und das Bundesligafinale in Wiesbaden wird ebenfalls bei DSB-Partner Sportdeutschland.TV live zu sehen sein.

Bundesligafinale Bogen: Jetzt Tickets sichern

In knapp einem Monat, exakt am Samstag, 29. Februar, steigt in Wiesbaden das erste nationale Bogen-Highlight des Jahres: das Bundesligafinale in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit.

Wer den nationalen Bogen-Stars Lisa Unruh, Elena Richter (beide Berlin), Michelle Kroppen, Maximilian Weckmüller, Cedric Rieger (beide Ebersberg), den Wieser-Brüdern Moritz und Felix (beide Tacherting) oder Florian Kahllund (Dauelsen) über die Schulter sehen möchte, der sollte sich nun ein Ticket sichern. Diese kosten 7,00 Euro bzw. 5,00 Euro (ermäßigt) und gibt es an dieser Stelle.

Alle Infos zum Bogenfinale in Wiesbaden unter www.blf-bogen.de 

31.01.2020 - 10:22

Gerade nach der Einführung der Bonpflicht zum 01.01.2020 wird insbesondere von Anbietern von Kassensystemen teilweise der Eindruck vermittelt, als wären entsprechend ausgestattete elektronische Registrierkassen künftig Pflicht. Das ist falsch. Eine Registrierkassenpflicht wird es auch künftig nicht geben.

Das erlaubt dem Verein durchaus nach wie vor die offene Ladenkasse zu führen. Das ist eine Barkasse, die ohne jede technische Unterstützung geführt wird. Dazu gehören alle Behältnisse für das Bargeld, z.B. Schubladen in der Ladentheke, herkömmliche Geldkassetten, Zigarrenkisten oder einfach nur ein Karton.

Eine Belegausgabepflicht sieht der Gesetzgeber also nicht vor. Es wird aber ausdrücklich gesetzlich geregelt, dass jedem Kunden das Recht zusteht, einen Beleg zu fordern. Wird keine elektronische Kasse geführt, dass muss der Beleg manuell beispielsweise mit einem Quittungsblock erstellt werden.

Auch für nichtelektronische Kassensysteme gelten aber Aufzeichnungspflichten. Die Abgabenordnung (AO) sieht vor, dass Kasseneinnahmen und -ausgaben täglich festgehalten werden (§ 146 Abs. 1 S. 2 AO).

Zur Ermittlung der Tageseinnahmen werden täglich Kassenberichte erstellt. Sie enthalten den tatsächlichen ausgezählten Kassenbestand bei Geschäftsschluss. Davon werden zur Ermittlung der Tageseinnahmen der Kassenanfangsbestand (Endstand des Vortages) und eventuelle Bareinlagen abgezogen und die Barausgaben und Barentnahmen des Tages dazugerechnet. Sowohl die Barausgaben als auch die Bareinlagen sowie die Barentnahmen müssen durch gesonderten Beleg nachgewiesen werden. 

Der Kassenbericht kann nach folgendem Schema aufgebaut sein:

  • Tagesendbestand
  • ./. Anfangsbestand (Bestand des Vortages)
  • = Zwischensumme
  • + Kassenausgaben des Tages
  • + Geldtransit auf das Bankkonto oder weitere Kassen
  • ./. Bareinlagen (Transit vom Bankkonto oder aus weiteren Kassen)
  • ./. Sonstige Tageseinnahmen
  • = Kasseneinnahmen des Tages

Vereine, die nur wenige Bareinnahmen und -ausgaben haben, können in folgenden Fällen unter die Ausnahmeregelung zur täglichen Aufzeichnungspflicht fallen:

  • die Kassengeschäfte fallen nur neben bei an und machen nur einen verschwindend geringen Anteil am Umsatz aus,
  • die Kassengeschäfte werden gelegentlich mit einer Verzögerung von einem Tag erfasst.    

Hält das Finanzamt die Führung eines Kassenbuches für unzureichend, verwirft es die Buchführung und schätzt die Einnahmen und Ausgaben. Bei gemeinnützigen Vereinen ist das deswegen besonders problematisch, weil mangels ausreichender nachweise eine Mittelfehlverwendung unterstellt werden kann, die zum Entzug der Gemeinnützigkeit führen kann. Hier wird aber typischerweise weniger auf die laufende Kassenführung abgestellt, als darauf, dass für jede Ausgabe des Vereins auch ein Beleg vorhanden ist.

Für alle entgeltlichen Leistungen im Rahmen eines Leistungsaustausches (also: Leistung gegen Entgelt) wird Umsatzsteuer fällig. Der eine erbringt eine Leistung – zum Beispiel der Verein – und der andere nimmt diese Leistung ab. Der Verein wird damit umsatzsteuerrechtlich also wie ein Unternehmen behandelt. Das heißt aber auch, dass unter den richtigen Umständen die Umsatzsteuerbefreiung für ihn gilt.

Bewegen sich die Umsätze des Vereins (inklusive seiner Abteilungen und Untergliederungen) in einem bestimmten niedrigen Bereich, ist er von der Umsatzsteuer befreit. Im Rahmen der Kleinunternehmerregelung gilt ein Verein als Kleinunternehmer gemäß § 19 des Umsatzsteuergesetzes, wenn seine Umsätze im steuerpflichtigen Bereich

  • im vorangegangenen Kalenderjahr weniger als 17.500 Euro betragen haben und
  • im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden.

Sobald eine der beiden Grenzen überschritten wird, gilt die Umsatzsteuerpflicht.

Umsatzsteuer fällt beim gemeinnützigen Verein nur für unternehmerische Tätigkeiten an. Der Verein kann in vier (steuerlichen) Bereichen tätig sein (ideeller Bereich, Zweckbetrieb, Vermögensverwaltung und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb). Davon ist aber der ideelle Bereich (der Bereich, in dem unmittelbar die Satzungszwecke erfüllt werden) niemals unternehmerisch. Im Zweckbetrieb (der Bereich, in dem sich der Verein wirtschaftlich betätigt, aber nur unmittelbar zur Erfüllung der satzungsgemäßen Zwecke) unterliegt der Verein lediglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %. Daraus ergibt sich folgendes Bild (Bereich / Beispiel / Umsatzsteuer?):

  • Ideeller Bereich / Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse / nein
  • Zweckbetrieb / sportliche Veranstaltungen bis 45.000 Euro, Lotterien für gemeinnützige Zwecke, Museen, Theater, Konzerte / 7%
  • Vermögensverwaltung / Bankgeschäfte, Vermietung von Grundbesitz, Verpachtung, Werberechte / ggf. 7%, wenn nicht von vornherein umsatzsteuerfrei (z. B. Vermietung)
  • Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb / Verkauf von Kaffee und Kuchen beim Turnier, Vereinsheim usw. / Regelsteuersatz (7% oder 19%)

Man sollte jährlich prüfen, ob der Verein in die Umsatzsteuerpflicht rutscht – dann werden Umsatzsteuervoranmeldungen zur Pflicht. Außerdem muss in den Rechnungen, die der Verein ausstellt, auch Umsatzsteuer (zusätzlich) ausgewiesen werden. Im Gegenzug dafür kann der Schatzmeister dann aber auch aus allen Eingangsrechnungen die Mehrwertsteuer abziehen und geltend machen.

Auch Vereine, die steuerlich als Kleinunternehmer gelten, können zur Umsatzsteuer optieren, dem Finanzamt also mitteilen, dass sie umsatzsteuerpflichtig sein möchten. Das lohnt sich in der Regel dann, wenn der Verein größere Vorhaben (z.B. Bau eines Vereinsheims) plant oder wenn der Verein hohe Einnahmen aus der Verpachtung von Werberechten erzielt. Man kann die Option bis zur endgültigen Umsatzsteuerfestsetzung eines Jahres abgeben, ist danach aber für mindestens fünf Jahre daran gebunden.

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