14.08.2019 - 14:31
Am 31.08.2019 findet ab 15.00 Uhr zum 3. Mal die Deutsche Jugendmeisterschaft in der Disziplin Lichtschießen auf der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück statt. 131 Starter und Starterinnen werden an dem abwechslungsreichen Wettkampf teilnehmen.
14.08.2019 - 12:18

Für die Sportler ist Wiesbaden definitiv ein Highlight: „Für mich ist es eine riesige Ehre, in Wiesbaden starten zu dürfen. Ich bin das erste Jahr in der Nationalmannschaft und dann gleich so ein Event. Ich möchte dort einfach Spaß haben“, sagt Selina Hahn, die neben Uwe Herter einzige deutsche Starterin ist. Um Spaß und Erleben geht es auch Herter, der als Olympia-Vierter von Rio aber natürlich auch sportliche Ambitionen hat. „Allerdings läuft es bei mir seit über einem Jahr international nicht mehr so gut, und gegen den Tschechen David Drahoninsky rechne ich mir sehr geringe Chancen aus“, relativiert er die Aussichten.

Für den ausrichtenden DSB ist das Event ein besonderes Turnier, viele Dinge müssen beachtet werden, wie Stefan Hoffmann, Referent Bildung im DSB, sagt: „Zum ersten Mal haben wir uns mit einer Veranstaltung befasst, die für Athletinnen und Athleten mit Behinderung ausgetragen wird. Hier gibt es Dinge zu beachten, die man so nicht immer auf dem Schirm hat. Wir müssen eine barrierefreie Sportstätte haben, die Unterkunft muss viele behindertengerechte Zimmer haben, was in Wiesbaden äußerst selten ist. Der Transport bei An- und Abreise sowie von und zur Wettkampfstätte ist eine besondere Herausforderung, denn selbst in einen großen Reisebus passen maximal sechs Rollis und wir haben zum Europa Cup Finale 21 Sportlerinnen und Sportler in Rollstühlen dabei.“

Viel Arbeit, die sich aber lohnt, wie DSB-Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp meint: „Der DSB sieht es als wichtige gesellschaftliche Aufgabe an, den paralympischen Sport vermehrt zu unterstützen. Und es ist beeindruckend, die Sportler in Aktion zu sehen.“ Und auch die Stadt Wiesbaden profitiert davon, so Brokamp: „Dieses Event tut Wiesbaden gut! Es zeigt die Vielfältigkeit des Sports in der Sportstadt Wiesbaden, dass es neben Fußball, Reiten oder Biathlon noch weitere tolle Veranstaltungen in tollen Sportarten gibt.“

Doch nicht nur der sportliche Teil wurde mit viel Akribie geplant, auch das „Drumherum“ verspricht einiges: So können Zuschauer im Bogenschießzelt im Rollstuhl oder „blind“ schießen, das Inklusionsmobil des Landessportbundes Hessen ist vor Ort und baut einen Rollstuhl-Parcours auf, zudem gibt es eine Minigolf-Bahn, die blind und mit akustischem Signal gespielt wird. Für die kleineren Zuschauer ist eine Hüpfburg aufgebaut, und für das Wohlbefinden stehen Food Trucks und Eiswagen bereit. Und gewinnen kann man auch noch etwas, wenn die für 2 Euro erworbene Bade-Ente aus dem Brunnen gefischt wird.

14.08.2019 - 11:42

Seminare: Dreimal zuhören und lernen

Wie im vergangenen Jahr bietet der DSB auch bei der diesjährigen DM Sportschießen in München drei Seminare für interessierte Sportschützen an. Die Themen lauten: „Ernährung im Schießsport“, Leistungsbestimmende Faktoren im Schießsport“ und „Von der Sichtung zum Weltklasse-Athleten“.

Mit Stefan Müller, Bundestrainer Sportwissenschaft, und Claudia Kulla, Bundestrainerin des Gewehr-Nachwuchses, stehen kompetente Referenten zur Verfügung. Alle Seminare finden im Großen Sitzungssaal des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) statt. Es benötigt keine Anmeldung, es wird nach dem Motto verfahren „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Seminar 1: "Ernährung im Schießsport" am Sonntag, 25. August, von 15.00 bis 16.30 Uhr (Referent: Bundestrainer Sportwissenschaft Stefan Müller)

Seminar 2: "Leistungsbestimmende Faktoren im Schießsport" am Freitag, 30. August, von 15.00 bis 16.30 Uhr (Referent: Bundestrainer Sportwissenschaft Stefan Müller)

Seminar 3: "Von der Sichtung zum Weltklasse-Athleten" am Samstag, 31. August, von 15.00 bis 16.30 Uhr (Referentin: Gewehr-Nachwuchsbundestrainerin Claudia Kulla)
 

Talent-Check: Sportschütze

Wie bereits seit mehreren Jahren können sich bei der DM in München Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre für Gewehr, Pistole, Flinte, Laufende Scheibe und Armbrust auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück auf Ihr Talent im Sportschießen testen lassen. Die Leistungsdiagnostiker des Deutschen Schützenbundes und weitere Partner testen zum Beispiel die Halteruhe, den Gleichgewichtssinn oder die psychologischen Werte der Teilnehmer. Kostenlos testen lassen können sich sowohl aktive Schützen (außer Kaderschützen des DSB), wie auch interessierte Begleiter.

WICHTIG: Aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) können wir leider nur Kinder testen, von denen uns die Unterschriften aller Erziehungsberechtigten vorliegen. Solltet ihr also nicht in Begleitung eurer Erziehungsberechtigten nach München kommen, könnt ihr den Laufzettel schon im Voraus herunterladen und unterschreiben lassen. Bringt diesen einfach mit und lasst euch testen!

14.08.2019 - 11:23

Die "heiße Phase" der EM kann beginnen, obgleich diese Phase hinsichtlich der Temperaturen im Moment vorbei ist. Die Trainings wurden dagegen unter Bedingungen absolviert, die eher dem afrikanischen Kontinent zuzuschreiben wären. Dennoch war der Trainer der deutschen Mannschaft, Thomas Baumhakl, sehr zufrieden mit seinen Schützlingen. Zwar gab es noch keinen Grund zur Euphorie, aber das Gros der Mannschaft konnte bereits in der Trainingsphase seine Wettkampfform abrufen, was laut Baumhakl doch wieder Hoffnung für eine gute Medaillenausbeute macht.

Die 25 Akteure des DSB brennen nun schon auf die Wettkämpfe, so dass die Betreuer diese schon fast einbremsen müssen. Nachdem Bundesreferent Gerhard Lang in offizieller Mission als Generalsekretär für den MLAIC vor Ort ist, wurde die Delegationsleitung an Franz-Josef Kerber übertragen. Das Team wird neben Trainer Baumhakl dann noch von Brigitte Fritsch vervollständigt. Sie ist diejenige, die während dieser Tage die Organisation übernimmt und die Schützen mit ihren vielfältigen Starts im Auge behält.

Am Dienstagabend war es dann soweit und mit der Eröffnungsfeier wurden von Generalsekretär Lang die Meisterschaften offiziell freigegeben. Dies unter den Augen des Regierungskommissars, Dr. Zoltán Kovács, Herrn Kocsi in Vertretung des ungarischen Verteidigungsministers und Herrn Sinka, Generalsekretär des ungarischen Schützenbundes.

Bei einem anschließenden Gespräch wurde von Dr. Kovács auch bestätigt, dass der ungarische Verband der Vorderladerschützen von der Politik hinsichtlich der Finanzierung einer Long Range-Anlage für die Weltmeisterschaften 2021 unterstützt wird. Diese sollen im Rahmen der Aktionen

"One with nature" stattfinden. Im 50-jährigen Jubiläumsjahr der internationalen Ausstellungen "Jagd und Natur" passt das 50-jährige Jubiläum des MLAIC, so dass die WM der Vorderladerschützen im Bereich Long Range hier wunderbar eingebunden werden kann.

13.08.2019 - 11:21

Für die Einen ist Dabeisein alles, für die Anderen zählt nur der Titel. Doch ab und zu passiert es dann eben auch, dass Schützen, die nur „Dabeisein“ wollten, auf einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen und all die Favoriten hinter sich lassen, weil sie genau an diesem einen Tag über sich hinauswachsen. Im letzten Jahr gelang dies Susanne Roß mit der Luftpistole. Roß startet in der Bundesliga für den SV Waldkirch, ist keine Unbekannte, die Favoriten auf den Sieg waren dennoch andere.

„Es war mein erstes Jahr, in dem ich gemeinsam mit Monika Karsch trainiert habe, neue Technik, neue mentale Ansätze“, erinnert sich Roß, die bereits zwei Jahre dem Junioren-Nationalkader angehörte, zurück. „Und es war mein erstes Jahr nach meiner Pause 2017, aber dadurch geht man vielleicht etwas entspannter und realistischer an die Sache ran.“ Gesundheitliche Probleme hatte sie noch mehr „auf das Wesentliche“ blicken lassen, erzählt Roß weiter und verrät ihr Erfolgsrezept: „Schuss für Schuss, immer neu.“ Und so verabschiedeten sich im letzten Jahr Trainingskollegin Monika Karsch, Doreen Vennekamp und Sandra Reitz bereits vor der Medaillenvergabe aus dem Rennen, Roß biss sich durch bis zu Gold. Eine ähnliche Erfahrung machte Simon Wölfl, als er 2016 bis zum letzten Schuss die Nerven behielt und überraschend Deutscher Meister mit dem Luftgewehr wurde – vor Olympioniken wie Julian Justus und Michael Janker.

Nahm man früher noch den Vorsprung aus dem Vorkampf mit ins Finale, wird dort heute alles auf Null gesetzt. „Genau deshalb ist die Deutsche Meisterschaft so schön und spannend, weil jeder die Chance hat zu gewinnen, wenn er einen guten Tag hat und seinen Lauf nutzen kann“, bestätigt Nationalkaderschütze Philipp Grimm, der zum Luftpistolen-Favoritenkreis zählt und im letzten Jahr mit Bronze nach Hause fuhr. Während Christian Reitz, Monika Karsch, Maximilian Dallinger und Jolyn Beer abliefern müssen, um ihren eigenen Erwartungen und denen ihrer Trainer gerecht zu werden, können andere befreit aufschießen.

Die Außenseiter haben allein durch die Teilnahme an einem Finale ihr Soll bereits erfüllt und können mit vollem Selbstvertrauen ins Rennen um die Medaillen gehen. Sie können nur noch gewinnen. Und auf einmal ist er dann da: Der Flow. Die Außenseiter kicken einen Favoriten nach dem nächsten aus dem Rennen, kämpfen sich Schritt für Schritt nach vorne und auf einmal stehen die, mit denen keinen gerechnet hat, ganz oben. „Ich glaube, die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch Underdogs gewinnen können – oder zumindest eine Medaillenchance haben“, so Grimm, der aber auch weiß, welchen Vorteil die Leistungsschützen mit sich bringen: „Eine gute Routine und eine gute Vorbereitung sind nützlich, um die Chancen auf eine Medaille zu erhöhen.“ Auch wenn er sich selbst nicht zu den Favoriten zählt, ist er überzeugt davon, das Finale erreichen zu können. Und wenn man dann schon einmal mit dabei ist, dann „würde ich mich natürlich freuen, wenn ich wieder eine Medaille gewinnen kann und so, mit noch mehr Sicherheit und einem guten Gefühl, in Rio beim Weltcup an den Stand gehen kann“.

Wer es in diesem Jahr schafft, die „Großen“ ins Schwitzen zu bringen, oder ob sich am Ende die Favoriten durchsetzen, wird sich zeigen. Eines haben sie jetzt schon gemeinsam: Die gleiche Chance.

12.08.2019 - 13:39

Du sprichst ausgezeichnet deutsch! Woher kommt das?
Drahoninsky: „Vor meinem Unfall habe ich zwei Jahre die Bundeshandelsakademie in Österreich besucht. Nach meinem  Unfall studierte ich in Deutschland in Frankfurt/Oder. Deshalb kann ich ein bisschen deutsch.“

Dann hast du in Wiesbaden beim Para-Europacupfinale quasi ein Heimspiel?
Drahoninsky: „Es ist immer besser, wenn du die Sprache verstehst. Dann kannst du mit den Leuten sprechen, und dann kann ich bessere Leistung zeigen.“

In Wiesbaden findet erstmals ein Para-Europacupfinale statt. Wie wichtig ist das für euren Sport?
Drahoninsky: „Das ist sehr wichtig. Zum einen ist es für die Athleten eine weitere Möglichkeit zu schießen, zum anderen erhöht das vielleicht auch die Motivation, wenn wir unsere Sportart den Leuten zeigen können.“

In Wiesbaden wird auf dem schönsten Platz in einem tollen Stadion geschossen. Ist das somit auch ein idealer Test für Tokio 2020?
Drahoninsky: „Kann sein, für mich sicherlich. Wir haben nicht so viele Möglichkeiten, auf so attraktiven Plätzen mit Zuschauern zu schießen. Ich habe schon viele Erfahrungen gesammelt, aber in Wiesbaden wird es eine neue und andere geben, und das ist super.“

Dein Gegner im Halbfinale ist der Deutsche Uwe Herter. Schwierig?
Drahoninsky: „Ohne Gegner gibt es kein Halbfinale! Für mich ist mein Schießen und meine Leistung wichtig, ich werde mich gut vorbereiten. Uwe ist mein Freund, und wir treffen uns an der Schießlinie!"

Du bist seit einem tragischen Unfall 1999 querschnittsgelähmt. Was ist passiert?
Drahoninsky: „Ich bin müde zurück von Taekwondo-Training nach Hause gekommen und ging schlafen. Am nächsten Tag bin ich im Krankenhaus aufgewacht. Der Arzt hat mir gesagt, dass ich Schlafwandler bin und vom Balkon aus dem dritten Stock gestürzt bin. U.a. war mein letzter Halswirbel gebrochen. Ich kann mich an gar nichts erinnern.“

Wie hast du dann zum Bogensport gefunden?
Drahoninsky: „Nach dem Unfall habe ich eine spezielle Handelsakademie für Behinderte besucht. In dem dortigen Sportclub habe ich Bogenschießen versucht.“

Aus dem Versuch ist mehr geworden: Paralympics-Gold 2008, -Silber 2012 und 2016, zudem noch Bronze im Mixed 2016. Du bist einer der weltbesten Para-Bogenschützen. Was bedeutet dir der Sport?
Drahoninsky: „Ich liebe Bogenschießen! Und ich tue alles dafür, dass ich der Beste bin. Aber ich habe noch nicht 150 Ringe (im Finale, Anm. d. Red.) und 720 Ringe (in der Qualifikation, Anm. d. Red.) geschossen – deshalb muss ich noch viel arbeiten.“

Bei der WM in Herzogenbusch in diesem Jahr reichte es "nur" zu Bronze. Wie zufrieden warst du damit?
Drahoninsky: „Ich war sehr gut vorbereitet, Jens Asbach hat meinen Bogen im Beiterzentrum sehr gut getunt. Bei der WM war das oberste Ziel, einen Platz für Tokio 2020 zu gewinnen. Das habe ich gemacht, deshalb bin ich zufrieden.“

Was sind deine weiteren Ziele und wie lange willst du auf diesem Niveau weitermachen?
Drahoninsky: „Das nächstes große Ziel ist Tokio im nächsten Jahr. Wie lange ich noch schießen kann, weiß ich nicht. Ich will es machen, solange es meine Gesundheit erlaubt."

Eine Spezialität von dir ist der "Wheelchair-Tanz"? Wie kam es dazu und werden die Wiesbadener Zuschauer den Tanz zu sehen bekommen?
Drahoninsky: „Das erste Mal habe ich den Tanz nach ein paar Bier in der Disko gemacht, aber in Wiesbaden kommt er nach einem guten Wettkampf.“

Was ist dein Ziel in Wiesbaden?
Drahoninsky: „Zweimal gut zu schießen, dann bin ich total zufrieden! Noch wichtiger ist, dass wir alle gut schießen und unsere Sportart spannend präsentieren. Die Zuschauer mögen Shoot-offs.“

12.08.2019 - 11:28

Ralf Buchheim ist ein „alter Hase“ im Flintengeschäft. Er hat die meiste internationale Erfahrung, qualifizierte sich kürzlich erneut für die Europameisterschaft in Lonato/ITA (3. bis 17. September) und greift jetzt zum ersten Mal in dieser Saison auch ins Weltcup-Geschehen mit ein. Für Skeet-Bundestrainer Axel Krämer keine Überraschung: „Ralf hat ordentlich trainiert, steht gut im Saft, und wir werden sehen, was er von seiner alten Stärke auspacken kann.“ Dabei setzt Krämer nicht nur auf routinierte Schützen, sondern auch auf die jungen Talente in seinem Team. „Nele Wißmer (22) hat internationale Erfahrungen, ist schon seit mehreren Jahren im Damen-Kader; Valentina Umhöfer (21) ist unser Youngster im Team! Sie setzte in der Qualifikation mit 117 Scheiben ein Achtungszeichen“, so Bundestrainer Krämer, der weiter lobende Worte für Umhöfer findet: „Mit Ihr wird eine junge Schützin – die übrigens aus dem Biathlon kommt – an die internationale Wettkampfbühne herangeführt. Eine gute Frucht muss reifen und man muss ihr auch diese Zeit einräumen!“

Dabei lastet ein hoher Druck auf dem gesamten Team, denn bisher fehlt noch ein Quotenplatz für Tokio 2020. Und die Chancen, diesen zu holen, schwinden. Das ist nicht nur Trap-Bundestrainer Uwe Möller bewusst: „Dass wir Quotenplätze brauchen, wissen im Team alle. Das muss und wird auch nicht nochmal extra besprochen, denn die Älteren unter den Athleten sind lange genug dabei und müssten mit diesem Druck umgehen können.“ Nachdem die WM „nicht ganz nach Plan“ lief, durften sich die Athleten erst einmal erholen, denn „die Wettkampfstrecke bis dorthin war schon sehr heftig und bei alle waren die Akkus leer“, berichtet Möller, zeigt sich aber nach den letzten Trainingseinheiten zuversichtlich: „Alle Teilnehmer sind gut in Form. Jetzt gilt es, das Leistungsniveau umzusetzen.“ Dabei hat die Anlage in Lahti die ein oder andere Überraschung für Andreas Löw, Paul Pigorsch und Co. parat. „Da die Anlage dort in Lahti – nicht wie üblich bei solchen großen Wettkämpfen – über fünf, sondern nur vier Stände verfügt, müssen die Männer aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen an drei Wettkampftagen ran.“ Vielleicht ist es ja am Ende genau diese Herausforderung, die die Deutschen am besten meistern.

 

Das DSB-Team in Lahti

Trap: Sarah Bindrich, Katrin Quooß, Sonja Scheibl, Bettina Valdorf, Marco Kross, Andreas Löw, Paul Pigorsch

Skeet: Valentina Umhöfer, Nele Wißmer, Katrin Wieslhuber, Ralf Buchheim, Vincent Haaga, Tilo Schreier

11.08.2019 - 15:44

Wie in den vergangenen Jahren, sind die Limitzahlen online einzusehen ebenso wie die Teilnehmerliste, der Zeitplan und die Ausschreibung.

09.08.2019 - 13:54

Normalerweise schießen die Para-Bogensportler auf abseits gelegenen Plätzen vor einer Handvoll Zuschauer. In Wiesbaden stehen oder sitzen sie im eigens errichteten Stadion – wie im Vorjahr bei den Deutschen Meisterschaften – auf der Schießlinie. In Wiesbaden gehen 31 Athleten in drei Wettkampfklassen an den Start: Herter schießt in der Klasse W1 (für Recurve und Compound), „der Klasse mit den Rollstuhlfahrern, die an Armen und Beinen behindert sind und bei denen zusätzlich die Rumpfstabilität beeinträchtigt ist.“ Seit einem Fahrradunfall 1998 ist der 58-Jährige auf einen Rollstuhl angewiesen, schon bald entdeckte er das Bogenschießen für sich: „Ich hatte großen Gefallen am Bogenschießen. Und diese „Sucht“ hält bis heute an. Ich kann es nicht in Worte fassen, was mich daran fasziniert, aber es zieht mich in jeder freien Minute immer noch auf den Bogenplatz“, so Herter. Zumal ihm der Sport auch hilft: „Mein Training ist eigentlich eine Therapie: Durch das Spannen des Bogens richte ich meinen Körper, auf und das ist eine gute Übung für die fast nicht mehr vorhandene Rumpfstabilität. Bogenschießen trägt somit zu meinem körperlichen Wohlbefinden bei.“

Hahn startet im Compound Open, zudem gibt es noch die Klasse Recurve Open. Die 20-Jährige ist noch relativ neu dabei und schießt erst seit zwei Jahren mit dem Compoundbogen, nachdem sie zuvor mit dem Recurvebogen auf Ringejagd ging. Hahn, die durch das „Larsen-Syndrom“ („Meine Beine sind in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und nicht normal gewachsen“) beeinträchtigt ist, schießt im Stehen: „Da ich aber mit beiden Beinen und dem Rumpf nicht wirklich stabil bin, ist mein ganzer Bewegungsablauf und das Schießen deutlich instabiler als bei einem „normalen“ Schützen. Vor allem bei Wind wird mir das zum Nachteil, da ich dort viel deutlicher Probleme mit dem Stand habe“, erklärt sie. Auch sie genießt ihren Sport, „der für mich einen Ausgleich zum Alltag mit Universität und Arbeit bedeutet. Die Konzentration gilt hier ganz allein dem Bewegungsablauf, und man kann vom Alltag abschalten.“

Um in der Spitze anzukommen und mitzuhalten, tun beide viel: „Wenn es mein Terminkalender erlaubt, sitze ich auf dem Bogenplatz und lasse die Pfeile fliegen. Das ist im Sommer drei bis sieben Mal die Woche“, berichtet Herter. Bei Hahn ist es ähnlich, „sechs Mal die Woche trainiere ich, davon drei Mal Kraft und Ausdauer und drei Mal Schießtraining.“

Zu welchen Leistungen Hahn, Herter & Co in der Lage sind, zeigten sie zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften der Nichtbehinderten in Berlin. Herter wurde von 45 Teilnehmern 25. und sah sich bestätigt, „dass ich mich mit Nichtbehinderten auf Augenhöhe messen kann.“ Hahn war mit Platz elf nicht zufrieden, „ich hatte etwas Probleme mit dem Wind, aber allgemein hat das Schießgefühl an diesen Tag nicht ganz gepasst.“

Passen soll das wieder am 17./18. August (Start jeweils um 10.30 Uhr) in Wiesbaden, wenn dort die Halbfinals und Finals im erstmalig durchgeführten Europacup Finale durchgeführt werden. Der Eintritt ist frei und es wäre schön, wenn zahlreiche Zuschauer die tollen Leistungen der europäischen Bogen-Elite sehen würden.

09.08.2019 - 13:24

Michaela, du fährst bereits zum dritten Mal zur Armbrust-WM und bist amtierende Weltmeisterin. Da fährt man doch sicher mit gewissen Erwartungen nach Russland, oder?
Michaela Walo: „Mit der Mannschaft wäre ich ziemlich enttäuscht, wenn es nicht mit einer Medaille klappen würde. Eine Einzelmedaille ist immer das ‚Zuckerl‘ obendrauf. Aber dafür muss man es erst einmal ins Finale schaffen.“

Das Armbrustschießen ist nicht olympisch, wo liegt dennoch der Reiz dieser Disziplin für dich?
Michaela Walo: „Es ist ganz anders als Luftgewehrschießen! Es ist vielmehr der Rhythmus, der zählt. Dieser monotone Ablauf zieht dich in einen Strudel, weil du jeden Schuss so sauber abgeben musst. Die Armbrust ist nicht das einfachste Gerät und kann manchmal ganz schön hinterhältig sein. (lacht) Das macht den Reiz aus, dass man sich noch viel mehr fokussieren muss, außerdem ist die Atmosphäre einfach so schön familiär.“

Dieser Rhythmus, das Monotone… hat das etwas Meditatives?
Michaela Walo: „Ja. Man ist immer noch an den Seilzug gefesselt, keiner sieht wirklich, was du schießt. Dadurch fokussierst du dich nur auf den Schuss. Rausfahren, reinfahren, Steckerl ziehen.“

Armbrustschießen ist dennoch sehr artverwandt mit dem Luftgewehrschießen. Würdest du sagen, derjenige, der gut Luftgewehr schießt, kann auch gut Armbrust schießen?
Michaela Walo: „Schwer zu sagen, denn es muss dir liegen. Barbara Engleder z.B. hat auch Armbrust geschossen, sich dennoch schwer getan. Das letzte Quäntchen hat immer gefehlt. Es ist auf jeden Fall ähnlich, aber die Armbrust kann auch eine Matz sein.“

Wie meinst du das?
Michaela Walo: „Ich sag immer: ‚Die Armbrust hat ihr Eigenleben.‘ Manchmal weißt du nicht, warum du nur eine 9.9 schießt. Du musst z.B. immer auf die Wasserwaage achten, damit die Flügel ausgeglichen sind, und das sind verschiedene Punkte, die da einfach mit reinspielen.“

Beim Bund München trainieren viele gute Armbrustschützen unter Anleitung vom mehrmaligen Weltmeister Norbert Ettner. Welche Rolle spielt dieses Team bei deinem Erfolg?
Michaela Walo: „Der Dreh- und Angelpunkt war Norbert Ettner. Durch ihn bin ich zur Armbrust gekommen, er hat mir bei jedem Problem geholfen, das ich mit der Armbrust hatte und hilft mir bis heute.“

Wie habt ihr das Training im Hinblick auf die WM gestaltet?
Michaela Walo: „Man hat seinen Plan, was man machen will und wie man vorgeht. Mein Fokus lag vor allem auf dem Finaltraining, weil ich dort meine größten Probleme sehe, meine Nerven zusammenzuhalten. Um mich auf den Rhythmus und den Prozess konzentrieren zu können, brauche ich meine gewisse Technik, um zu sagen: ‚Ich pack das Finale‘. Deshalb gehe ich immer wieder meine Abläufe durch und dann schauen wir, ob das so umsetzbar ist.“

Noch Wünsche?
Michaela Walo: „Mein Wunsch ist, dass ich einen Wettkampf abliefere, mit dem ich zufrieden bin. Außerdem will ich die WM genießen, denn Russland ist wieder einmal etwas anderes. Das Fliegen und die ganzen Vorbereitungen waren viel intensiver, denn wir mussten uns viel damit beschäftigen, wie wir die Armbrust verpacken, damit sie auch sicher dort drüben ankommt. Deshalb hoffe ich jetzt einfach, dass der Flug gut geht und dass wir bei der WM eine riesen Gaudi haben.“

Das deutsche Armbrust-WM Team

Josef Beckmann, Ilse Beckmann, Claus Eberhardt, Reiner Lützenkirchen, Martin Wilke, Robin Bosch, Melanie Ebend, Ralf Hillenbrand, Steffen Hillenbrand. Walter Hillenbrand, Bernhard Kreps, Ina Schmidt, Karl-Ernst Weißmann, Anna-Lena Albert. Thomas Aumann, Klaus Denks, Simon Eiglsperger, Lisa Forstner, Louis Fürst, Gebhard Fürst, Erich Huber, Marius Klöckers, Markus Peschel, Sandra Reimann, Felix Scherand, Martina Sprengard, Robert Strauch, Michaela Walo, Britta Weil

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