Aufgrund der aktuellen Situation ist unser Trainingsbetrieb noch eingeschränkt.
Es kann daher zu Verzögerungen kommen.
15.10.2020 - 08:18
  1. Reduziert Stress.
  2. Sport mit Teamkameraden macht doppelt Spaß.
  3. Stabilisiert dein Skelett ud beugt Verletzungen vor.
  4. Verringert Dysbalancen.
  5. Verbessert deine Körperwahrnehmung.
  6. Stärkt dein Immunsystem.
  7. Erhöht die Konzentrationsfähigkeit.
  8. Habe deine Nervosität besser im Griff.
  9. Verbessert die Anpassungsfähigkeit bei extremen Wetterbedingungen (z.B. Hitze).
  10. Bleibe fit bis zum letzten Schuss.

Wer sich selbst oder seine Vereinsmitglieder zum Fitnesstraining motivieren will, der kann sich das Plakat (siehe Link unten) herunterladen und im Verein oder im eigenen Zuhause aufhängen, denn man sollte sich immer seine Ziele visualisieren.

14.10.2020 - 10:04

Schützen müssen sich oft mit dem Vorurteil beschäftigen, dass sie körperlich nicht topfit sind. Was würden Sie den Kritikern entgegensetzen?
Haidn: „Meine Athleten haben nur einen Kritiker: den Bundestrainer. Sonst würde, denke ich, jeder sehr zufrieden sein mit dem athletischen Niveau. Im Bogenschießen ist es vielleicht etwas anders als im Kugelbereich, denn wir haben von vornherein einen Schwerpunkt auf Athletiktraining, Ausdauertraining oder allgemeines Koordinationstraining. Es gehört genauso dazu wie das Schießtraining auch.“

Wie viel Anteil hat das Fitness-Training?
Haidn: „Es hängt davon ab, in welcher Phase wir uns befinden. Zu Saisonbeginn legen wir mehr Wert auf die Athletik, denn die läuft der speziellen Kondition voraus. Jetzt im Oktober schießt ein Bogenschütze ca. zwischen 1000-1500 Pfeile pro Woche, hinzu kommen 7-8 Stunden Athletiktraining. Ab Januar wird diese dann reduziert, dafür werden die Pfeilzahlen erhöht. Im Allgemeinen machen wir ca. 70 Prozent Spezialtraining, der Rest teilt sich auf Athletiktraining und psychologisches Training auf.“

Warum ist Athletiktraining wichtig für Bogenschützen?
Haidn: „Wenn man in den Hochleistungssport reinblickt, dann schießen unsere Bundeskaderathleten bis zu 2000 Pfeile die Woche mit einem Bogen, dessen Zuggewicht zwischen 40-50 lbs liegt (1 lb entspricht 454 Gramm). Also zieht der Athlet in der Woche 1000-2000 Mal 20-25 Kilogramm. Wenn man das technisch sauber umsetzen will, benötigt der Sportler eine allgemeine Kraft.“

Welche Muskelgruppen sind dabei besonders wichtig?
Haidn: „Das Schultergelenk ist vor allem ein muskulär geführtes Gelenk. Um den Schulterkopf in der Gelenkpfanne beim Ausziehen des Bogend zu stabilisieren, ist diese Schultermuskulatur essenziell für Bogenschützen, um den Bogen ruhig halten zu können. Wenn wir das nicht machen, führt das Training schnell zu Überlastungen – auch im Bereich des Sehnenapparates. Verletzungen sind die Folge.“

Gibt es weitere Bereiche, die besonders trainiert werden sollten?
Haidn: „Ebenso wichtig ist der Rücken! Der Trapezmuskel, der Latissimus sowie der Rautenmuskel sind wesentliche Muskeln, die trainiert werden sollten. Aber ein Bogenschütze braucht auch eine entsprechende Rumpfstabilität. Stellt man sich einen Baum im Wind vor, sieht man nur, dass sich die Blätter und Äste bewegen, der Stamm bleibt still. Gleiches gilt für einen Athleten: Wenn dessen Rumpf nicht gut ausgebildet ist, wackelt der ganze Stamm samt Äste, also die Arme des Schützen, gleich mit. Die dritte Komponente ist die statische Muskulatur, die er für einen stabilen Stand braucht, das heißt, auch die Oberschenkelmuskulatur muss entsprechend trainiert sein.“

In welchem Alter sollte ein Bogenschütze mit dem Krafttraining beginnen?
Haidn: „Begleitendes Training sollte von Anfang an in allen Bereichen stattfinden. Vom Ausdauertraining bis hin zum Koordinationstraining. In jedem Verein sollte das ab der Schülerklasse der Fall sein. Ein regelmäßiges, gezieltes Krafttraining mit speziellen Übungen muss spätestens dann erfolgen, wenn der Athlet sich in Richtung Jugendklasse bewegt, denn wir setzen hier ca. 30.000 Pfeile pro Jahr an, wofür er eine entsprechende Kraft benötigt.“

Wie sieht ein optimales Fitness-Training für einen Bogenschützen aus?
Haidn: „Ein Bundeskaderathlet sollte dreimal pro Woche für ca. 60 Minuten ein gerätegestütztes Krafttraining (Seilzug, Beinpresse, etc.) durchführen. Hinzu kommen Workouts (Core-Training), also Ganzkörper-Stabilisationsprogramme. Diese dauern bei uns in der Regel 18 Minuten und werden fünfmal ausgeführt, um die Rumpfstabilität zu stärken. Als dritte Komponente gibt es das Theraband-Programm, das der Schütze ebenfalls fünfmal pro Woche für ca. 15 Minuten durchführt. Das ist ein Spezialprogramm für die Schultern mit Schwerpunkt Innen- und Außenrotation. Obendrauf kommen ca. 100 Minuten Lauftraining, die ein Athlet für den Ausdauerbereich machen sollte. Wenn er lieber mit dem Fahrrad fährt, erhöht sich die Zeit noch einmal. Warum machen wir das? Weil wir hitzeresistent sein wollen, wir so die Konzentrationsfähigkeit über die Woche aufrecht halten können und wir so das Immunsystem stärken. Wenn ein Athlet sich über fünf, sechs Wettkampftage konzentrieren will, dann ist Ausdauertraining unerlässlich.“

Woher wissen Sie, auf welchen Fitnesslevel sich Ihre Athleten bewegen?
Haidn: „Wir testen viermal im Jahr sowohl die allgemeine als auch die spezielle Athletik. Das ist ein Feldstufentest mit einem 45-minütigen Lauf, einem Maximalkrafttest und einem Core-Programm von 21 Minuten mit dem Ziel von 240 sauberen Wiederholungen. Das hilft uns, die Fähigkeiten einordnen und vergleichen zu können, und so können wir das Training entsprechend danach ausrichten.“

Jetzt haben die Bundeskaderschützen in ihren Sportleistungszentren überwiegend hervorragende Trainingsbedingungen. In Vereinen sind die Möglichkeiten oft begrenzt. Haben Sie Tipps, wie sich körperliches Training auch ganz einfach im Verein umsetzten lässt?
Haidn: „Dass das im Verein nicht geht, lasse ich nicht gelten, denn jeder Schütze kann sich ein Theraband besorgen und 15 Minuten im Anschluss ans Schießtraining die Rotatorenmanschette schulen. Übungen kann jeder von uns haben. Ein Ganzkörper-Stabilisationsprogramm führen wir ausschließlich ohne Geräte aus, das heißt, diese 5x18 Minuten kann auch jeder trainieren. Und dann ist auch ein extra Fitnessstudiobesuch nicht mehr nötig, denn damit sollte der Sportler fit genug sein. Ansonsten kann sich natürlich jeder zusätzlich zwei Hantelstangen, Kurzhanteln oder einen Seilzug anschaffen, um gerätegestütztes Training zu machen. Aber man braucht natürlich auch einen Trainer, der die Übungen kontrolliert und bei den Jungschützen begleitet. Das kann z.B. auch ein Physiotherapeut übernehmen, der sich heute schon in fast jedem Verein befindet. Diesen gilt es, zu motivieren und das Training zu übernehmen, wenn es Schützen im Verein gibt, die an einem leistungsorientierten Training interessiert sind.“

13.10.2020 - 11:06

Stattgefunden hat allerdings der vom DSB veranstaltete Online-Fernwettkampf „Meisterschütze 2020 #DuUndDeinVerein“. Über den Ablauf berichtete die neue DSZ wie über die Ergebnisse. Mit der Vorstellung des neuen Bundesleistungszentrums nach dem Neubau beschäftigt sich der vierte und vorletzte Teil unserer Serie unter dem Titel „Ein Paradies für den Leistungssport“. Ebenfalls eine viel beachtete Serie setzen wir unter dem Standard Tradition unter der Dachzeile „Olympische (Spiele)Verderber“ fort. Diesmal geht es, brandaktuell angesichts der „Black lives matter“-Bewegung, um die Einflüsse der Proteste gegen Rassismus.

Wie üblich finden sie wieder unseren kompletten Servicemix im Heft. Training für Gewehr und Pistole sind ebenso Themen wie eine Besprechung zur Ausrüstung und zahlreiche Artikel zu juristischen Betrachtungen für Schützenvereine. Sie finden also wieder ein mit Beiträgen prall gefülltes Heft vor, im gewohnten Umfang. Denn trotz Corona und mit nur wenig aktuellem Sport will die DSZ ihre Leser wie gewohnt über die Entwicklungen und Neuigkeiten zu ihrem Hobby umfassend informieren.

Wer sich eigens das kommende Heft sichern möchte – oder eine frühere Ausgabe – hat online die Bestellmöglichkeit unter www.uzv.de, und er kann wählen zwischen gedruckter und digitaler Form.

13.10.2020 - 08:36

Jolyn, seit wann betreibst du intensiv Fitnesstraining?

Beer: „Bereits im C-Kader mussten wir immer Frühsport machen und ich habe es gehasst, aber ich habe schon immer Fußball gespielt und hatte daher bereits früh eine allgemeine Fitness, die die letzten Jahre leider etwas abgebaut hat. Als ich dann darüber nachgedacht habe, was ich in 2016, als ich schon einmal in Hochform war und diese auch in Finals umsetzen konnte, anders gemacht habe, musste ich mir eingestehen, dass ich dort einfach fitter war. Das war der ausschlaggebende Punkt Anfang des Jahres wieder mit dem Laufen zu beginnen.“

Wie sieht dein Trainingsplan heute aus?

Beer: „Ich gehe ca. dreimal wöchentlich joggen und zweimal ins Krafttraining.“

Hast du dabei Unterstützung bei der Erstellung deines Trainingsplans?

Beer: „Ja. Anfangs habe ich es alleine versucht, aber hatte dann mit Verletzungen zu kämpfen. Danach habe ich beschlossen mir professionelle Hilfe zu holen, einen Trainer, der das strukturiert mit mir angeht und mich an die Hand nimmt.“

Wie motivierst du dich zum Fitnesstraining?

Beer: „Zuerst einmal habe ich mein Ziel meiner Familie erzählt, die gleich gesagt hat ‚Das schaffst du nicht“ und ich so: ‚Wetten doch?‘ Das hat mich angespornt. Aber natürlich ist man am Anfang topmotiviert und die Motivation lässt mit der Zeit nach. Da ist es gut, wenn man andere Schützen an der Seite hat, mit denen man sich gegenseitig motivieren kann.“

Seit dem Beginn deines Fitnesstrainings steigt auch deine Leistung – vor allem im KK-Bereich. Welche Veränderungen bemerkst du?

Beer: „Das Ausdauertraining hat zur Folge, dass mein Puls nicht so schnell ansteigt, vor allem wenn ich nervös bin. Ich hatte schon immer mit meiner Nervosität zu kämpfen, deshalb ist sie jetzt nicht weg, aber ich habe sie besser im Griff. Das hilft mir vor allem in Finals und lässt mich da meine Leistung besser von Anfang bis Ende abrufen.“

Viele Sportschützen verstehen unter Training lediglich das Training am Schießstand, aber nicht das körperliche Training. Ein Fehler?

Beer: „Ich denke schon. Hier muss es ein Umdenken geben, aber da müssen wir uns auch als Sportler selbst an der Nase fassen und mit gutem Vorbild voran gehen. Fitnesstraining gehört genauso zum Training eines Schützen dazu und ist am Ende Teil des Erfolgs, das müssen wir den jungen Leuten zeigen. Die Sportler, die konstant an der Weltspitze zu finden sind, sind auch körperlich topfit.“

Was würdest du gerne noch den Sportmuffeln mit auf den Weg geben?

Beer: "Ich würde ihnen raten, trotz der anfänglichen großen Motivation, das als langen Weg zu sehen. Man sollte tatsächlich nicht davon ausgehen, innerhalb weniger Wochen riesen Sprünge machen zu können. Am Besten ist es, sich seine persönlichen Ziele des Trainings aufzuschreiben und bei Schwierigkeiten die Motivation zu finden, sie sich immer wieder durchzulesen und dran bleiben!"
 

12.10.2020 - 09:46

Wie viel Kraft braucht ein Schütze?

Auch, wenn nicht alle Sportler gleichviel Kraft für ihre Sportart benötigen, sollte Krafttraining von allen unter präventiven Gesichtspunkten betrieben werden. Verletzungen und Überlastungsschäden sowie Dysbalancen sollen damit vorgebeugt werden. Je nach Sportart kann Krafttraining jedoch auch leistungssteigernd wirken.

Dabei ist Kraft nicht gleich Kraft. Man unterscheidet zwischen Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer und dem reaktiven Kraftverhalten. Dabei ist festzuhalten, dass die Maximalkraft eine Basisfähigkeit darstellt, deren Veränderung einen direkten Einfluss auf die Schnellkraft und die Kraftausdauer hat. Die Maximalkraft ist die höchste Kraft, die jemand bei maximaler willkürlicher Kontraktion aufbringen kann, spielt aber im Bogen- und Schießsport nur eine indirekte Rolle. Die Kraftausdauer hingegen wird als von der Maximalkraft abhängige Ermüdungswiderstandsfähigkeit gegen (lang) andauernde Belastungen bei statischer und/oder dynamischer Muskelarbeit angesehen. Sie ist immens wichtig, damit zum Beispiel auch beim letzten Schuss der Pfeil noch konstant und ruhig ausgezogen oder auch die Pistole im nötigen kleinen Halteraum stabilisiert werden kann. Die Abhängigkeit der Maximalkraft definiert hier den Ausgangspunkt der absinkenden Kurve der Ermüdung und je höher dieser Ausgangspunkt ist, desto länger ist es möglich, das Muskelniveau oberhalb eines kritischen Wertes (wenn z.B. der Pfeil nicht mehr ruhig ausgezogen werden kann) zu halten.

Eine aktuelle Studie von Marco Müller, dem bayerischen Landeskadertrainer Gewehr, im Zuge seiner Diplomarbeit an der Sporthochschule Köln zeigt, dass eine Verbesserung der Rumpfkraft zwar keine signifikante Verbesserung der Halteruhe bei Gewehrschützen zur Folge hatte, aber Schützen durchaus von einer Verbesserung der Rückenschmerzen berichteten und auch einer besseren speziellen Kondition beim Stehendschießen. Dies sichert vor allem bei einer hohen Anzahl an Wettkampfschüssen im entscheidenden letzten Teil die Leistungsfähigkeit des Sportlers und ermöglicht somit dem Sportler auch, sein Potenzial optimal auszuschöpfen. Denn betrachtet man die internationale Spitze, entscheiden oft wenige Zehntelringe über den Finaleinzug. Beim Betrachten der Daten ergab sich zudem eine Auffälligkeit im Bereich der ventralen Muskelkette (Bauchmuskulatur), denn es scheint einen Zusammenhang der Dysbalance zwischen ventraler und dorsaler Muskelgruppe und der Halteruhe zu geben. So schlussfolgert Müller, dass eine leicht stärkere ventrale Muskelgruppe für das Stehendschießen von Vorteil sein könnte, was aber noch in weiteren Studien bewiesen werden muss. Während es bei Gewehrschützen vor allem um die Anschlagsstabilität und die Vorbeugung von Folgeschäden geht, braucht der Pistolenschütze eine starke Arm- und Schultermuskulatur, um eine gute Kraftausdauer über eine längere Schussanzahl vorzuweisen. Gleiches gilt für die Schulter- und Rumpfmuskulatur bei Bogenschützen.

Dabei ist aber nicht nur wichtig, diese sportartspezifische Muskulatur zu trainieren, sondern auch die unproportionale Kraftentwicklung durch die einseitigen Bewegungsabläufe und dem sportartspezifischem Training auszugleichen. Denn ansonsten können gestörte Gelenkfunktionen, ein gestörter Bewegungsablauf oder Überlastungsschmerzen entstehen. Besonders geeignet ist dafür ein sogenanntes funktionelles Training, also Übungen, die vor allem mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden, komplexe Bewegungsabläufe beinhalten und dadurch die intermuskuläre Koordination fördern, also das Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln bei einem gezielten Bewegungsablauf. Diese Übungen sind meist jederzeit und überall durchführbar und daher, wie der Name verrät, sehr funktionell. Wer sie noch etwas erschweren will, kann die Übungen auf instabilen Unterlagen (z.B. Wackelbrett, Pezziball) durchführen. Dadurch wird die Tiefenmuskulatur angesprochen, die das Skelett schützt, hält und stabilisiert. Sie kann aber nicht willkürlich angesteuert werden, sondern nur reflektorisch reagieren, daher ist ein Training auf instabilen Untergründen notwendig, um diese auch wirklich zu aktivieren. Für den Anfang empfiehlt Stefan Müller, DSB-Bundestrainer Sportwissenschaft, zwei- bis dreimal wöchentlich 20 bis 30 Minuten Krafttraining mit Grundübungen, die den ganzen Körper beanspruchen.

 Mit Ausdauertraining den Puls im Griff

Ausdauer bei Schützen? Die stehen doch bloß rum! Ja, aber eine gute Ausdauerfähigkeit kann viele Vorteile für Schützen haben, denn durch die Verbesserung der Kapillarisierung der Skelettmuskulatur wird die Muskulatur besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Wer einen niedrigeren Puls hat, hat in Folge dessen auch langsamere Waffenbewegungen. Besonders deutlich wird dies bei hoher Nervosität. So hat eine verbesserte Ausdauerfähigkeit auch zur Folge, dass Stress und Hitze weniger Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben, denn der Kreislauf bleibt länger stabil und der Schütze reagiert mit weniger hohen Pulsfrequenzen. Natürlich kommt es beim Schießen auf eines ganz besonders an: die Konzentration. Durch eine verbesserte Versorgung des Gehirns und Nervensystems mit Sauerstoff wird die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit gesichert, denn der Körper wird somit länger mit der nötigen Energie versorgt, was besonders bei längeren Wettkämpfen essenziell ist. Eine erhöhte Ausdauerfähigkeit erhöht die Einlagerungsfähigkeit von Nährstoffen im Körper und damit ein längeres Durchhalten.

Ob Schwimmen, Tennis spielen oder Laufen die richtige Ausdauersportart ist, muss dabei jeder für sich selbst herausfinden. Hauptsache es macht Spaß! Grundsätzlich sind jedoch Sportarten mit gleichförmigen Bewegungen besonders für Sportarten mit Seitendominanz geeignet, um einseitig defizitäre Entwicklungen vorzubeugen. Müller empfiehlt: „Wer es schafft, zwei- bis dreimal pro Woche mit immer einem Tag Pause dazwischen, Rad zu fahren, zu Joggen oder zu gehen, ist gut gewappnet. Dabei sollte die Geschwindigkeit so gewählt werden,  dass man sich nebenher noch unterhalten könnte und nicht völlig aus der Puste ist. Die Dauer ist wiederum abhängig vom Mittel der Wahl, aber 30 bis 60 Minuten wären sinnvoll.“

Wann Stretching sinnvoll ist

Dehnen kann die Beweglichkeit verbessern, die Muskeln geschmeidiger machen und kurzfristig gegen Verspannungen helfen. Das ist sicher. Mehr nicht! Oftmals hört man, dassDehnen die Erholung beschleunigen soll, Muskelkater verhindern soll und Verletzungen vorbeugen kann. „Alles Quatsch“, sagt dagegen Dr. Jürgen Freiwald, Professor für Bewegungswissenschaft, ein viel zitierter und anerkannter Experte im Bereich „Dehnen“ von der Bergischen Universität Wuppertal. „Wissenschaftliche Studien­ stützen diese Be­hauptungen überhaupt nicht.“

Keinen Sinn macht Dehnen direkt vor dem Schießen. Müller erklärt warum: „Gerade Faszienrollen oder auch statische, extreme Dehnübungen schwächen im ersten Moment die Struktur, machen sie  labbrig. Wer also vor dem Schießen dehnt, der kann keine gute Körperstabilität aufbauen.“ Als separate Einheit in der Woche oder wenn vor dem Schießen wirklich körperliche Einschränkungen vorliegen, die damit behoben werden können, sei Dehnen jedoch völlig in Ordnung. Auch ein wippendes Dehnen vor dem Wettkampf sei laut Müller nicht förderlich, da diese Bewegung nicht wie z.B. bei Turnern im Wettkampf auch tatsächlich abgerufen werden muss. Wer am Morgen vor dem Wettkampf in Schwung kommen will, kann dies mit einer kleinen Morgengymnastik tun. Arme und Füße zu kreisen hilft hier, um wach zu werden.

Wer also seine Leistung stabilisieren will, der kommt um körperliches Training nicht drum herum. Und so gilt für Schützen einmal mehr: In der Ruhe liegt die Kraft.

 

Quellen:

Müller, M. (2019). Relation von Rumpfkraft und Halteruhe. Disziplin Luftgewehr. Köln: Studienarbeit an der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Wirth, K., Schlumberger, M,, Zaweieja, M. & Hartmann, H. (2012). Krafttraining im Leistungssport. Theoretische und praktische Grundlagen für Trainer und Athleten. In: Schriftreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2012/1, Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.). Köln: Sportverlag Strauß.

09.10.2020 - 10:04

Wenn die Nationalkaderathleten den Bogen ziehen, sieht das ganz leicht aus. Es wird leicht übersehen (oder gar nicht), dass bei jedem Auszug 20-25 Kilogramm bewegt und gehalten werden. Wenn dann die Jahresschusszahl bei 60.000 Pfeilen liegt, wird schnell offensichtlich, wie wichtig die körperliche Fitness ist, um dieses Programm auf höchstem Niveau zu bewältigen.

Oder im Schießsport! Im Kleinkaliber 3x40-Wettbewerb, dem zeitlich längsten Wettbewerb im Sportschießen, ist die Ausdauer unabdingbar. Damit auf dieser Grundlage auch noch beim 120. Schuss die nötige Konzentration vorhanden ist.

Die DSB-Themenwoche widmet sich ab dem 12. Oktober dem Thema "Fitness" und wird am Ende der Woche eine kleine Videoserie mit zwei DSB-Topathleten starten.

08.10.2020 - 11:36

Dass gleich drei Schützenvereine und eine Einzelperson aus dem Schießsport zur Wahl stehen, zeigt die Bedeutung, die Schützenvereine und deren Personen für die Gesellschaft spielen. Werte vermitteln, kreativ sein und handeln – das trifft auf alle vier vorgeschlagenen Parteien zu.

Wissener Schützenverein e.V. 1870: Förderung der Inklusion und Integration im Breiten- und Spitzensport

Für den Wissener Schützenverein e.V. 1870 stellt die Inklusion von Menschen mit Behinderung sowie die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger eine Herzensangelegenheit dar. Wo diese Begriffe andernorts nur leere Floskeln sind, wird die Arbeit in diesen Bereichen im Wissener Schützenverein aus Überzeugung gepflegt. In den vergangenen Jahren hat der Wissener Schützenverein mit Aktionen, insbesondere an den örtlichen Schulen und Jugendtreffs, für den Verein geworben und gezielt ausländische Kinder und Jugendliche angesprochen. Infolgedessen konnten zahlreiche ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Wissener Schützenverein begrüßt werden und ihnen so zu einem gelungenen Start in Deutschland verholfen werden. Dass im Wissener Schützenverein jede Gesellschaftsschicht willkommen ist, zeigt auch die Initiative im Bereich der Inklusion behinderter Menschen. Als Mitglied im Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz e.V. (BSV Rheinland-Pfalz) bietet der Wissener Schützenverein derzeit fünf körperlich beeinträchtigten Vereinsmitgliedern die Möglichkeit, ihren Sport, auf ihre Bedürfnisse abgestimmt, auszuüben. Ein Aushängeschild des Vereins ist Kevin Zimmermann, der seit seiner Geburt querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Kevin Zimmermann ist eine feste sportliche Stütze des Wissener Schützenvereins. Sein Ziel ist die Teilnahme an den nächsten Paralympischen Spielen.

Schützenverein Lutten e.V. 1906: Schulobstwiese der Don-Bosco-Schule Lutten

Der Schützenverein Lutten hatte die Idee eines Schulobstgartens und schenkte diesen der Don-Bosco-Grundschule im Jahre 2011 zu deren Jubiläum. Ziel des Projektes ist es, Kindern in der Praxis zu zeigen, welche Bedeutung Insekten, Schmetterlinge, Vögel und eine Blühwiese haben. Dieses Wissen kann dann aus der Praxis in den Unterricht einfließen. Mitglieder des Schützenvereins pflanzten mit Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern eine Streuobstwiese mit Apfel- und Birnenbäumen. Zudem wurde ein Blühwiese angelegt sowie Insektenhotels und bunte Nistkästen gebaut und aufgestellt. Mittlerweile findet jährlich die Apfel- und Birnenernte der Natur AG der Grundschule statt. Das geerntete Obst wird den Kindern als gesunder Pausen-Snack angeboten und in der Koch AG in der Schule verkocht bzw. verbacken. Der Schützenverein mäht regelmäßig die Wiese, beschneidet die Bäume, repariert Nistkästen und Insektenhotels, pflegt die Sitzmöglichkeiten und baut dieses Projekt weiter aus. Zuletzt wurde eine Informationstafel aufgestellt mit allen Informationen zu der angelegten Blühwiese.

St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney 1733 e.V.: Schützenbote

Der „Schützenbote“ ist ein interaktiver, integrativer und informierender Nachrichtenkanal der St. Sebastian Schützenbruderschaft Schwaney 1733 e.V., über den nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern alle Bürgerinnen und Bürger Vereins- und Ortsnachrichten aus Schwaney auf ihrem Smartphone erhalten, proaktiv Informationen und Daten abfragen sowie Anregungen und Rückmeldungen absenden können. Durch den 2018 eingeführten und fortwährend weiterentwickelten Broadcast wurde zum einen die Repräsentativität des Vereins in der Öffentlichkeit erhöht und zum anderen die Partizipation an den sozialen und kulturellen Vereinsinitiativen aller Ortsbewohnerinnen und Ortsbewohner gesteigert. Die über 400 Abonnenten haben durch den ehrenamtlich eingeführten und von einer siebenköpfigen Redaktionsgruppe betreuten Broadcast die niederschwellige Möglichkeit, sich direkt und interaktiv mit einzubringen. Der „Schützenbote“ ist 2019 mit dem Engagementpreis der Landesregierung NRW ausgezeichnet worden, da er anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und gemeinnützigen Vereinen als Blaupause dienen kann, die digitale Transformation innerhalb der eigenen Organisation voranzutreiben und dabei gleichzeitig die Partizipation und Interaktion mit Mitgliedern und der Öffentlichkeit zu erhöhen. Das Projekt wurde von Vereinsmitgliedern auf Konferenzen und Regionaltagungen vorgestellt und hat bereits 15 weitere Vereine dazu veranlasst, orientiert an diesem Beispiel ein ähnliches Format einzuführen.

Rudolf Gebert: Förderung des Schießsports für Seniorinnen und Senioren

Seit 2007 werden im Deutschen Schützenbund und Bayerischen Sportschützenbund einige sportliche Disziplinen im Auflageschießen für ältere Personen ausgeschrieben. Da ich diese Disziplinen für unsere Seniorinnen und Senioren sehr wichtig finde, habe ich mich seither für die Ausbildung und Förderung dieser Disziplinen eingesetzt. Hier können Sportler (heute ab 51 Jahren) Konzentration, Atemtechnik und Technikbeherrschung trainieren. Da diesen Sport nicht nur gesunde Personen, sondern auch Körperbehinderte ausüben können, sind hier alle älteren Personengruppen angesprochen. Für das Vereinsleben ist besonders diese Gruppe von großer Bedeutung, da diese das Vereinsleben aktiv gestalten und aufrechterhalten. Auch sorgt gerade diese Altersgruppe für Nachwuchs in den Vereinen (Enkel usw.), wenn sie noch aktiv den Schießsport ausüben. Nicht zuletzt ist diese Gruppe auch für den Verein und die Sportgeräteindustrie aus finanzieller Sicht von großer Bedeutung. Teilnehmerzahlen von über 2500 Startern an Deutschen Meisterschaften in diesen Disziplinen unterstreichen die Wertigkeit dieser Sportgruppe. Mein Ziel ist es in den nächsten Jahren weiterhin Schützen für diesen Sport zugewinnen und gut auszubilden, damit sie Freude an dieser schönen Sportart gewinnen.

07.10.2020 - 13:57

Die Absage wurde per Fernabstimmung beschlossen. Nun sind alle Ausschuss-Mitglieder gefordert, sich Gedanken zu machen, wie eine alternative Form aussehen könnte, um den Sportlern eine Möglichkeit zu geben, ihrem Sport auf nationaler Ebene nachzugehen. Deswegen appellierte Gerhard Furnier, DSB-Vizepräsident Sport, in seiner Mail an die Landesverbände, „die Wettkämpfe soweit wie irgendwie möglich auf Landesebene und darunter durchzuführen.“

Bereits die geplante DM 2020 in Hof wurde aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt.

06.10.2020 - 10:19

Sabrina Steffens (SSV Baunatal), Olaf Lenker von der SGi Mengshausen und Lutz Hans Schlegel vom SV Rai-Breitenbach wurden mit der Ehrenurkunde des Landessportbundes ausgezeichnet. Die LSBH-Verdienstnadel wurde an Landespressewart Werner Wabnitz (PSG Groß-Gerau) überreicht und die bronzene Ehrennadel erhielt Edgar Menke vom TuS Gottsbüren. Mit der Ehrennadel in Silber wurden Friedhelm Zinke vom SV Hessisch Lichtenau und Michael Eck vom KKSV Rüddingshausen ausgezeichnet. Der Jugendleiter des Hessischen Schützenverbandes, Stefan Rinke vom SV Ober-Breidenbach, wurde mit der Ehrennadel in Gold des Landessportbundes geehrt.

Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen

Zum Höhepunkt der Ehrungen wurde die Auszeichnung der 20-jährigen Daniela Schäfer vom Schützenverein Ober-Breidenbach, die den „Lu-Röder-Preis“ des Landessportbundes in der Kategorie „Engagierter Nachwuchs“ erhielt. In ihrer Laudatio lobte Sally Kuhlemann das besondere Engagement der jungen Sportlerin und blickte dabei auch auf die Schützenpräsidentin Tanja Frank. „Eine Frau auf dem Chefsessel ist die Ausnahme. Ihre Präsidentin zeigt, dass Frauen erfolgreich Führungspositionen übernehmen können.“ Sally Kuhlemann forderte die Frauen im Schützenverband auf, Herausforderungen anzunehmen und sagte, dass die Lu-Röder-Preisträgerin Daniela Schäfer auf dem besten Weg ist, die Ziele der Namensgeberin des Preises, ein ehemaliges Präsidiumsmitglied des Landessportbundes, zu erfüllen. „Wir wollen Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und zeigen, dass sie keine Angst vor Herausforderungen zu haben brauchen.“

Daniela Schäfer, die zur Zeit ihre berufliche Ausbildung zur technischen Produktdesignerin absolviert, verdiente sich die Auszeichnung mit dem „Lu-Röder-Preis“ durch ihr Engagement im Jugendvorstand des Schützenbezirks, im Arbeitskreis Jugend des Kreisjugendrings, durch ihre Arbeit in Sachen Jugend im Sportkreis und sie gehört zum Arbeitskreis Jugend des Hessischen Schützenverbandes. „Sie übernimmt im Verein Trainingseinheiten des Jugendleiters mit dem Lichtgewehr. Dabei gibt sie ihre Erfahrungen an den Schützennachwuchs weiter und sie vermittelt den Heranwachsenden Verantwortungsbewusstsein auf ganz hervorragende Art und Weise“, sagte Sally Kuhlmann, die zudem unterstrich, dass Daniela Schäfer eine erfolgreiche Schützin ist. „Sie war mehrfach bei Hessischen Meisterschaften erfolgreich, war Landesjugendkönigin 2019 und Zweite beim Bundesjugendkönigsschießen. Sie ist Mitglied der Bundesligamannschaft der SGi Mengshausen und schießt damit auch in der höchsten Leistungsklasse. Um diese Leistungen zu erbringen, muss sie viel trainieren. Dass Sie sich parallel zu ihrer aktiven Sportausübung so engagiert in die Gremien einbringt und die Interessen junger Menschen vertritt, ist bewundernswert.“

(Werner Wabnitz)

05.10.2020 - 15:39

Diese von der Commerzbank AG und dem Deutschen Olympischen Sportbund vergebene Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde auch 2020 an 50 Vereine vergeben. Nach 1995, 2002, 2008 und 2014 ging dieser renommierte Preis bereits zum fünften Mal nach Berlin. Für dessen Präsidenten Alfred Grzondziel „zeigt der jetzige Gewinn die Kontinuität unserer Nachwuchsarbeit und die Bedeutung unserer Arbeit für unsere Nationalmannschaft.“ Und weiter: „Der Nachwuchsbereich konnte seine führende Stellung in Deutschland über den gesamten Zeitraum behaupten. Wir haben immer mit Abstand die meisten Nachwuchsschützen bei den Deutschen Meisterschaften sowie die meisten Medaillen und Titel.“

Damit es so weiter geht, wird die willkommene Finanzspritze natürlich in die Nachwuchsarbeit investiert. Der Blick des Hauptstadt-Klubs ist dabei aber auch immer ein sozialer, wie die Auflistung der geplanten Maßnahmen durch Grzondziel verdeutlicht: „Geplant sind 1.000 Euro Zuschuss zu Errichtung einer barrierefreien Toilette, diese wird benötigt um unsere Arbeit mit Behinderten Nachwuchssportler ausweiten zu können. 2.000 Euro werden wir für Zuschüsse zum Materialeinkauf von Nachwuchsschüzen aus sozial schwachen Familien verwenden und 2.000 Euro Zuschuss gibt es für Nachwuchssportler mit Flüchtlingshintergrund.“

Und mit Clea Reisenweber, Elina Idensen, Erik Linke und Ben Greiwe stehen als Bundeskader Nachwuchs (NK1) sowie Emma Lorenz, Vincent Barme und Finn-Leevi May als Bundeskader Anschluss (NK2) die nächsten großen Talente in den Startlöchern. Von den 268 Mitgliedern sind 149 (!) Kinder und Jugendliche. Das ist ein Anteil von 55,6%.

Den Preis gibt es mittlerweile seit 34 Jahren, Veronika Rücker, Jurymitglied des „Grünen Bandes“ und Vorstandsvorsitzende des DOSB, unterstreicht dessen Bedeutung: „Der Wettbewerb `Das Grüne Band´ ist für uns ein wichtiger Baustein im Nachwuchsleistungssport und damit für den langfristigen Aufbau von talentierten Athleten in Deutschland. Gemeinsam mit der Commerzbank freuen wir uns sehr, dass wir wieder 50 Vereine für ihre herausragende Nachwuchsarbeit belohnen und den Sport in Deutschland unterstützen können. 2020 ist dieser Förderpreis vielleicht bedeutsamer als je zuvor. Auch dieses Jahr sind wir beeindruckt von der Quantität und vor allem der Qualität der Bewerbungen und den überzeugenden Konzepten der Vereine zur nachhaltigen Talentförderung.“

(EB/DOSB)

Seiten

Termine

Keine anstehenden Termine