19.09.2022 - 08:00

Freitag – Staffeltag

Eröffnet wurden die Deutschen Meisterschaften mit den Staffelwettbewerben.
Deutscher Meister in der Klasse Schüler männlich wurde das Team des Nordwestdeutschen Schützenbundes um Julian Knoll, Philipp Umland und Constantin Franz mit einem knappen Vorsprung von 10 Sekunden vor Platz zwei aus Sachsen Anhalt. Ebenfalls an Sachsen Anhalt ging die Bronzemedaille.

In der Schülerklasse weiblich freuten sich Anna Krausenecker, Leni Ebner und Lina Enderle für den BSSB über den Sieg. Silber und Bronze gingen nach Hessen.
In der Jugendklasse, in der weibliche und männliche Starter gemeinsam gewertet wurden, setzte sich die Staffel aus Sachsen Anhalt in der Besetzung Julian Thiedemann, Vanessa Neubert und Alexander Finze gegen ihre Konkurrenten durch und sicherte sich den Titel. Platz 2 belegte die Staffel aus Bayern, das Podest komplettierte die Mannschaft aus Hessen.
Deutscher Meister der Junioren dürfen sich Benjamin Guggenmos, Niklas Held und Lukas Adam nennen, welche in einem spannenden Rennen mit knappen 17 Sekunden Vorsprung die Mannschaften aus Bayern auf den Silberrang verwiesen. Bronze ging an den Nordwestdeutschen Schützenbund.

Spannend verlief auch das Staffelrennen der Klasse Herren I/II. Mit 12 Sekunden Vorsprung sicherte sich die hessische Mannschaft um Mark Andree Sippel, Thomas Rabe und Max Hubl die Goldmedaille vor Württemberg und Bayern.
Für den Westfälischen Schützenbund bei der Heim-DM besonders erfreulich, holte die Mannschaft des WSB bei den Damen I/II den Titel. Für Ira Achenbach, Nina Chomse und Jana Landwehr war es ein eindeutiger Start-Ziel-Sieg. Spannender wurde es um die Plätze 2 und 3, bei denen sich schlussendlich die hessischen Frauen gegen die württembergische Mannschaft durchsetzen konnten.

Groß war die Freude über den Sieg auch bei der Mannschaft des rheinischen Schützenbundes mit Josef Bayer, Norbert Wolf und Uwe Albrecht in der Altersklasse Herren III/IV. Silber errang die Staffel aus Niedersachsen, über Bronze freute sich der BSSB.
Am Sonntag schaffte es Henrik Twieg sich vom Skiclub 1927 Köthen im Massenstart in der Klasse Schüler Junioren gegen seine Konkurrenten durchzusetzen und lief die 3,2km in einer Zeit von 15:56.8

Jana Landwehr

17.09.2022 - 19:19

Im Goldfinale setzte Bundestrainer Claus-Dieter Roth auf Beer im Liegend-, Müller im Kniend- und Janßen im Stehend-Anschlag. Und die Aufstellung sollte sich bezahlt machen: Beer lieferte konstant zum Teil sehr hohe Zehnerwertungen (14 Zehner bei 14 Schuss), Müller und Janßen taten es ihr annähernd gleich (nur drei bzw. vier Neunerwertungen). Der Start gelang verheißungsvoll, nach einem 0:2, gingen die nächsten vier Serien an das deutsche Team. Der tschechische Trainer nahm eine Auszeit, die sich auszahlte. Zwar blieb das DSB-Trio konstant gut, aber die Gegnerinnen schossen nun deutlich höhere Wertungen. Als es plötzlich Ausgleich hieß (10:10), nahm Bundestrainer Claus-Dieter Roth und sprach vor allem Müller Mut zu, die etwas zögerlich agierte. „Wir hatten vorher besprochen, dass wir nach drei verlorenen Serien in Folge eine Auszeit nehmen, das habe ich gemacht. Lisa schoss ein wenig zögerlich, das habe ich ihr gesagt. Danach hat sie das erfolgreich umgesetzt.“ Die Führung wurde wieder hergestellt (12:10), doch der Ausgleich musste trotz einer 31,6 wieder hergegeben werden (31,8 bei CZE). Damit war das gegnerische Pulver aber verschossen, die nächsten zwei Wertungen gingen an Beer, Müller und Janßen, die sich danach jubelnd in die Arme fielen. 

Der Tipp war deswegen echt gut!

Lisa Müller lobt Bundestrainer Roth für seinen Tipp, mutiger zu schießen

„Es ist supercool, es macht im Team einfach mega Spaß mit den beiden Mädels zusammen zu schießen. Das Team gibt uns allen etwas anderes, weil wir die Last nicht alleine tragen müssen, sondern gemeinsam kämpfen“, verriet Müller das Geheimrezept. Janßen sagte: „Eine Medaille war auf jeden Fall unser Ziel. Dass wir Europameister sind, freut uns natürlich sehr. Es ist wichtig, dass wir hier mit einem Erfolgserlebnis rausgehen.“ Und Beer, die im Einzelfinale Achte geworden war, ergänzte: „Das war ein sehr gutes Finale von uns. Wir haben - wie in Korea beim Weltcup - verdient gewonnen. Wir können gut miteinander, jeder ist bereit für den anderen, das Letzte herauszuholen. Nur so kommen so hohe Wertungen zustande.“

Es wäre blöd gewesen, hier mit leeren Händen nach Hause fahren zu müssen!

Anna Janßen zum abschließenden Triumph

Der Weg in das Finale gestaltete sich zunächst souverän in der ersten Qualifikation: 443 Ringe für Beer, 443 Ringe für Müller, 442 Ringe für Janßen zeigte die Ausgeglichenheit auf höchstem Niveau, die in Summe 1328 Ringe und Platz eins mit einem Vorsprung von neun Ringen machte.
Im Duell der besten acht Teams begannen Beer, Janßen und Müller ganz stark: 293 Ringe nach dem Kniend-Anschlag bedeutete Platz zwei, 298 Ringe im Liegendschießen katapultierte das deutsche Team mit drei Ringen Vorsprung in die Führungsposition. Dann missriet jedoch der Start im Stehendschießen: Müller begann mit einer acht und auch Beer unterlief im vierten Schuss diese Wertung. Der Vorsprung schmolz, und Janßen rettete mit ihrem letzten Schuss, einer Neun, Rang zwei. Einen Ring hinter den Tschechinnen und ringgleich mit den Norwegerinnen, jedoch mit drei Innenzehnern (46:43) mehr.

Heute wird es noch das eine oder andere Kaltgetränk geben!

Jolyn Beer zur Abendgestaltung

Vor den Frauen waren die Männer gefordert. Maximilian Dallinger, Kai Dembeck und David Koenders gingen an den Stand und verließen diesen nach jeweils 15 Schuss kniend, liegend und stehend als Elfte. Zwei Ringe fehlten, um die Runde der besten acht Teams zu erreichen: „Es war bei uns allen mehr drin, bei jedem hat es irgendwo gefehlt. Ich bin enttäuscht, es war mehr drin. Aber es ist, wie es ist. Jetzt heißt es weitertrainieren, und dann geht es zur WM“, analysierte Koenders treffend.

Roth, der am Ende des Jahres ausscheidet und für den es die letzte EM als Bundestrainer war („Es ist eine komische Gefühlslage für mich!“), zog insgesamt ein positives Fazit der Tage von Breslau: „Die Frauen haben insgesamt sehr gut geschossen, die Männer im Dreistellungskampf auch. Über das Liegendschießen der Männer möchte ich mich nicht äußern, das war nicht so toll. Da gibt es Reserven, was das Schießen im Wind angeht. Das wollen wir bei der Vorbereitung auf die WM etwas kitten. Unterm Strich gibt es noch etwas zu tun. Der Höhepunkt ist die WM, und die Mädchen haben gezeigt, zu was sie in der Lage sind.“

Erfreulich: Im Medaillenspiegel, der für die Junioren- und Erwachsenen-Wettkämpfe in Breslau erstellt wurde, rangiert die deutsche Mannschaft auf Platz eins mit sieben Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Das deutsche Team in Breslau

Gewehr: Jolyn Beer (Neustadt am Rübengebirge), Anna Janßen (Kevelaer), Lisa Müller (Weingarten), Hannah Steffen (Ohlweiler), Maximilian Dallinger (Haar), Kai Dembeck (Dortmund), David Koenders (Haar), Dennis Welsch (Eschenburg)

Pistole: Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach-Hallenberg), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Christian Reitz (Regensburg)

Gewehr Nachwuchs: Nele Stark (Güglingen), Larissa Weindorf (Mannheim), Hannah Wehren (Uedem), Finnja Rentmeister (Voerde), Nils Friedmann (Warthausen), Leon Thieser (Mettlach-Saarhölzbach), Simon Bauer (Hofstetten), Benedikt Mockenhaupt (Bovenden)

Pistole Nachwuchs: Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden, beide Sportpistole) Markus Lehner (München), Felix-Luca Hollfoth (Lahnau), Tobias Gsöll (Graben), Evan Dörr (Niederhöchstadt, alle Schnellfeuerpistole)

17.09.2022 - 08:35

Doch damit nicht genug! Denn neben den Quotenplätzen für Paris ging es bei beiden Titelkämpfen auch um Quotenplätze für die European Games 2023 in Krakau, wo ebenfalls Quotenplätze (exakt jeweils einer in den zwölf Einzeldisziplinen) für Paris ausgeschossen werden. Und auch da nimmt das deutsche Team schon deutliche (und zahlenmäßig erfreuliche) Konturen an: Zwei Plätze Skeet Frauen, zwei mit der Schnellfeuerpistole, einer für die Sportpistole, einer für die Frauen im Dreistellungskampf und einer bei den Trap-Frauen ist das Resultat dieser beiden Championate – die jeweils besten zwölf Athleten erhielten einen Quotenplatz.

Eine weitere Chance, sich Quotenplätze zu sichern, gibt es im nächsten Jahr bei der Druckluft-Europameisterschaft in Tallinn/EST (jeweils zwei bei Luftgewehr Frauen und Männer & Luftpistole Frauen & Männer). Die letzten jeweils 15 Plätze pro Disziplin werden dann über ein Ranking-System ermittelt.

Übrigens: Die Schießsport-Wettbewerbe bei den European Games in Krakau werden auf der ca. 270 Kilometer entfernten Anlage in Breslau absolviert – vielleicht ein gutes Omen?!

16.09.2022 - 14:29

Bereits vor der EM hatte Karsch das klare Ziel formuliert: „Wir wollen unseren Team-Titel verteidigen!“ Das gelang in beeindruckender Manier. Bereits in der Qualifikation war das DSB-Trio nicht zu stoppen, hatte am Ende mit 444 Ringen sechs Ringe Vorsprung auf die Ukraine. Überragend dabei Einzel-Europameisterin Doreen Vennekamp, die alle ihre 15 Schuss in der Zehn platzierte.

Es war sauknapp!

Monika Karsch zum dramatischen Finale

Doch im Finale lief es zunächst überhaupt nicht wie gewünscht: Nach einem 1:3 musste die Partie aufgrund eines technischen Problems für ca. 10 Minuten unterbrochen werden (Skeries: „Am Anfang hat die Störung den Fahrtwind rausgenommen, da war es nicht einfach, die Spannung zu halten.“). Die Ukrainerinnen kamen damit deutlich besser zurecht und setzten sich auf 2:10 aus deutscher Sicht ab. Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause nahm eine Auszeit (Vennekamp: „Die Auszeit von Claudia kam im richtigen Moment, um die anderen ein wenig rauszubringen. Und manchmal hilft es auch nur, dass man ganz kurz lachen muss und ein Push von hinten kommt.“) und redete vor allem Monika Karsch zu, die bis dahin nicht wie gewohnt die Treffer landen konnte: „Ich habe eigentlich die ganze Zeit gut geschossen, nur 49-er und 50-er Serien. Deswegen bin ich mit mir nicht zufrieden, man braucht einfach die Innenzehner“, so die routinierte Schützin.

Doch die Maßnahme zeigte Wirkung: Das DSB-Trio gewann die nächsten Serien 11-7, 11-9, 14-6 und 12-6 und glich aus: „Ich habe ein wenig gemerkt, dass die gegnerische Mannschaft ein wenig an Kraft verloren hat. Und das Anfeuern (vor allem durch Co-Trainer Thomas Karsch, Anm. d. Red.) hat unheimlich viel Motivation gegeben.“ Die Führung gelang jedoch nicht und nach dem erneuten Ausgleich zum 12:12 wurde die Spannung mit den nächsten zwei Serien auf die Spitze getrieben: 11-11 und 10-10 bedeutete das 14:14, sodass die nächste Serie die Entscheidung bringen musste. Und mit einem knappen 8-7 siegten Karsch, Skeries und die formidable Vennekamp, die über das gesamte Finale gesehen einen sagenhaften Schnitt von 4,26 Treffern hatte, auch, weil die ukrainische Schützin Oksana Kovalchuk voraussichtlich aus Kraftgründen die Pistole nicht mehr hochbekam und den letzten Schuss nicht mehr anbringen konnte.

Ich habe ein wenig gemerkt, dass die gegnerische Mannschaft ein wenig an Kraft verloren hat!

Michelle Skeries spürte, dass trotz hohen Rückstandes noch etwas möglich ist

Den deutschen Frauen konnte das nur recht sein: „So ein Finale habe ich noch nicht erlebt. Es war ein hartes Finale, und es ist gigantisch, dass wir das Blatt noch wenden konnten und wir jetzt Europameister sind“, meinte Skeries. Und Karsch ergänzte: „Wir sind verdient Europameister. Egal, welches Format sie uns geben, wir sind in Europa die Nation, die am besten aufgestellt ist. Wir haben sechs Frauen, die 580 schießen können. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man Europameister wird. Den Titel zu verteidigen ist nochmals schöner.“ Die überragende Doppel-Europameisterin Vennekamp zollte den Gegnerinnen und ihrem Team ein Lob: „So spannend und krass habe ich noch kein Finale erlebt. Es war noch nie so schwer wie heute, Europameister zu werden. Aber aufgeben tun wir nie, dafür sind wir Kämpferpersönlichkeiten.“

Heute war ich das Zugpferd, das war aber oftmals ganz anders. Einer geht vor und die anderen ziehen mit!

Doreen Vennekamp zu ihrer Leistung und dem Teamgedanken

Am Ende umarmten sich Karsch, Skeries und Vennekamp. Ein bekanntes Bild, denn in dieser Formation gab es bereits 2017 und 2019 Gold. Karsch und Vennekamp waren auch beim bis dato dritten Titel 2021 (mit Carina Wimmer) dabei.

Gewehrschützen mit guten Ergebnissen im Mixed-Wettbewerb

Im Dreistellungskampf-Mixed zeigten Anna Janßen & David Koenders (877 Ringe) und Jolyn Beer & Kai Dembeck (876 Ringe) eine gute Leistung. Dabei hatten die Teams im zweiten Durchgang deutlich schwierigere Bedingungen, „Jolyn hat eine Weltklasse-Leistung gezeigt“, ordnete Co-Trainer Wolfram Waibel das Geschehen ein. Und im Finale der besten acht Teams blies der Wind noch kräftiger und böiger und machte allen Schützen zu schaffen: „Kniend hat der Anschlag nicht gepasst, der Wind kam ordentlich rein, die Mischung hat es ein bisschen konfus gemacht“, meinte Koenders zu seinem schwierigen Start (91 im Knien). Anschließend steigerte er sich deutlich und war zufrieden: „Bei den Bedingungen war das super!“ Anna Janßen begann besser, musste dann stehend kämpfen und hatte für die letzten fünf Schuss nur fünf Minuten Zeit: „Ich wusste, dass ich nicht so viel Zeit habe, aber ich habe mich aktiv dafür entschieden. Aber 35 Minuten sind bei diesen Bedingungen einfach knapp.“ Obwohl Janßen diese genoss: „Es macht Spaß, ist anspruchsvoller und man lernt deutlich mehr.“

Aktuell läuft noch das Liegend-Mixed mit den DSB-Teams Jolyn Beer & David Koenders sowie Lisa Müller & Maximilian Dallinger. Am morgigen Abschlusstag der EM ermitteln die Gewehrschützen in den Teamwettkämpfen (Dreistellungskampf) ihre Europameister und Medaillengewinner.

Das deutsche Team in Breslau

Gewehr: Jolyn Beer (Neustadt am Rübengebirge), Anna Janßen (Kevelaer), Lisa Müller (Weingarten), Hannah Steffen (Ohlweiler), Maximilian Dallinger (Haar), Kai Dembeck (Dortmund), David Koenders (Haar), Dennis Welsch (Eschenburg)

Pistole: Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach-Hallenberg), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Christian Reitz (Regensburg)

Gewehr Nachwuchs: Nele Stark (Güglingen), Larissa Weindorf (Mannheim), Hannah Wehren (Uedem), Finnja Rentmeister (Voerde), Nils Friedmann (Warthausen), Leon Thieser (Mettlach-Saarhölzbach), Simon Bauer (Hofstetten), Benedikt Mockenhaupt (Bovenden)

Pistole Nachwuchs: Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden, beide Sportpistole) Markus Lehner (München), Felix-Luca Hollfoth (Lahnau), Tobias Gsöll (Graben), Evan Dörr (Niederhöchstadt, alle Schnellfeuerpistole)

15.09.2022 - 22:44

Und bei der WM in Kairo gibt es gleich vier der begehrten Quotenplätze zu gewinnen. Und dann will Jolyn Beer, dann wollen die deutschen Gewehr-Frauen unbedingt zuschlagen.

Dass es bei der EM dazu nicht reichte, lag zum einen an Beer. Zum anderen an der bärenstarken Konkurrenz. Beer schoss im Kniend-Anschlag nicht schlecht und lag nach zehn Schüssen mit 101,5 Ringen an Position sechs. Im Liegendanschlag schoss sie zehn Zehnerwertungen, rutschte dennoch auf Rang sieben ab: „Die anderen haben mir keine Luft zum Atmen gelassen. Wenn ich liegend zehn Zehner schieße, aber nichts aufhole, wird es schwer“, so die Sportsoldatin danach. Im abschließenden Stehendanschlag lief es auch nicht, wie gewünscht. Zwar gab es keine bösen Ausreißer nach unten, aber leider auch nicht nach oben. Platz acht war die Folge und zum wiederholten Mal das vorzeitige Aus in einem Finale: „Inzwischen bin ich nicht mehr so frustriert wie früher, man gewöhnt sich an Dinge“, meinte die 28-Jährige etwas sarkastisch.

Inzwischen bin ich nicht mehr so frustriert wie früher, man gewöhnt sich an Dinge!

Jolyn Beer nach ihrem Final-Aus bei der EM in Breslau

Dabei bewies Beer in der Qualifikation, dass sie mit Druck umgehen kann. Vor der letzten Zehnerserie im Stehendschießen war klar, dass die Olympia-Sechste fehlerfrei schießen musste, um ins Finale zu kommen. Das gelang in beeindruckender Weise, Beer zog mit 589 Ringen unter die ersten Acht: „In der Qualifikation geht vieles einfacher. Da ist der Druck nicht so groß. Dass es so eng wird, damit habe ich nicht gerechnet.“

Anna Janßen (586 Ringe, 14. Platz) und Lisa Müller (585 Ringe, 17. Platz) enttäuschten in der Qualifikation nicht, hatten sich jedoch mehr versprochen: „Ich bin nicht zufrieden, die Aufgabe war eine andere, und ich habe sie nicht erfüllt. Ich habe überall Ringe liegen lassen, und ich wusste, dass hier sehr hoch geschossen wird“, so Janßen. Müller meinte: „Der Wettkampf war okay, aber die Schüsse sind nicht so reingeflogen, wie ich es mir gewünscht hätte. Es waren viele 9,9er dabei und ich hätte mir natürlich gerne zwei, drei Ringe mehr erhofft.“ Hannah Steffen schoss außerhalb der Wertung 587 Ringe.

Steffen um 0.2 Ringe an Bronze im Liegendwettkampf vorbei

Im nicht-olympischen Liegend-Wettkampf, der zum Leidwesen von Bundestrainer Claus-Dieter Roth vor und nicht nach dem wichtigen Dreistellungs-Wettkampf lief, zeigte das Frauen-Quartett starke Leistungen: Hannah Steffen (625,4) verfehlte als Vierte um ganze 0,2 Ringe die Bronzemedaille und sagte danach: „Der Wettkampf war durchgehend konstant und ähnlich wie auf der Deutschen. Es ist natürlich sehr bitter, die Holzmedaille ist immer die ärgerlichste. Den letzten Neuner hätte ich mir sparen können, es war eine 9,3 im vorletzten Schuss, und der war ausschlaggebend.“ Jolyn Beer als Zehnte (625,0) und Lisa Müller als Zwölfte (624,6) sorgten für ein hervorragendes Team-Ergebnis. Anna Janßen, die außerhalb der Konkurrenz startete, hätte mit ihren 630,5 Ringen den EM-Titel geholt. „Für einen kurzen Moment war ich frustriert. Aber es konnte ja keiner ahnen, dass ich plötzlich 630 rausschieße. Von daher war es vollkommen richtig aufgestellt!“ Roth sagte zu der Nominierung: „Ich bin bei der Nominierung nach dem DM-Ergebnis gegangen, und alle haben gut geschossen.“

Die Männer hatten schwierigere Windbedingungen als die Frauen und schossen demzufolge nicht so hoch: David Koenders (623,1) war bester Deutscher auf Platz 21, Maximilian Dallinger wurde 32. (621,7) und sagte dazu: „Die Windbedingungen waren heute nicht so einfach, aber auch keine argen Bedingungen. Der Anfang und das Ende waren okay, die Mitte zäh. Ich habe kaum Rückmeldungen vom Gewehr und vom Körper bekommen, und das macht einen dann etwas ratlos. Aber mein Ergebnis ist untere Grenze und international nicht brauchbar.“ Das galt mit Sicherheit auch für Dennis Welsch (610,9) und Kai Dembeck (609,5 – außer der Wertung), die überhaupt nicht klar kamen.

An den beiden Abschlusstagen der EM finden noch Entscheidungen in nicht-olympischen Disziplinen statt. Die deutschen Gewehr- und Pistolenschützen starten dann noch vor allem in Mixed- und Teamwettkämpfen.

Das deutsche Team in Breslau

Gewehr: Jolyn Beer (Neustadt am Rübengebirge), Anna Janßen (Kevelaer), Lisa Müller (Weingarten), Hannah Steffen (Ohlweiler), Maximilian Dallinger (Haar), Kai Dembeck (Dortmund), David Koenders (Haar), Dennis Welsch (Eschenburg)

Pistole: Monika Karsch (Regensburg), Michelle Skeries (Potsdam), Doreen Vennekamp (Steinbach-Hallenberg), Oliver Geis (Bad Camberg), Florian Peter (Obertshausen), Christian Reitz (Regensburg)

Gewehr Nachwuchs: Nele Stark (Güglingen), Larissa Weindorf (Mannheim), Hannah Wehren (Uedem), Finnja Rentmeister (Voerde), Nils Friedmann (Warthausen), Leon Thieser (Mettlach-Saarhölzbach), Simon Bauer (Hofstetten), Benedikt Mockenhaupt (Bovenden)

Pistole Nachwuchs: Vanessa Seeger (Hemmingen), Lydia Vetter (Dresden, beide Sportpistole) Markus Lehner (München), Felix-Luca Hollfoth (Lahnau), Tobias Gsöll (Graben), Evan Dörr (Niederhöchstadt, alle Schnellfeuerpistole)

15.09.2022 - 11:22

Eigentlich sollte die WM in Osijek (19. September bis 12. Oktober) mit der EM-Mannschaft besetzt werden, doch laut WM-Qualifikationsmodus kann der verantwortliche Bundestrainer bei einer „mittelmäßigen Platzierung“ bei der EM eine Umbesetzung vornehmen. Das machte Krämer: „Unsere Frauen waren sehr erfolgreich, die Männer kamen mit Vincent Haaga (23. Platz), Tilo Schreier (57. Platz) und Moritz Kruse (63. Platz) nicht wie erhofft in Schlagdistanz zur Finaleingangsleistung“, erläutert der Bundestrainer. Und weiter: „Sven Korte und Felix Haase haben bei der DM mit 124 bzw. 122 Treffern eine steigende Leistungstendenz gezeigt. Und da unser Ziel zur WM das Erkämpfen eines Quotenplatzes für Paris ist, sollten auch die leistungsstärksten Männer dort an den Start gehen!“

Eine mögliche Zusatz-Ausscheidung für die WM ist aufgrund des Zeitpunktes nicht möglich. Die EM endete erst am 12. September. Das Trap-Team geht dagegen unverändert in die WM, Bundestrainer Uwe Möller nominierte Junior Moritz John nach, „aufgrund des Erreichens des EM-Finals“, so Möller.

Bei der WM in Kairo werden jeweils vier Quotenplätze in den Einzelwettbewerben Trap und Skeet bei Frauen und Männern vergeben. Einen Quotenplatz haben die Skeetschützen dank des EM-Silbers von Nadine Messerschmidt bereits in der Tasche.

Das deutsche Team bei der WM in Osijek

Trap Erwachsene: Andreas Löw, Paul Pigorsch, Steve Eidekorn, Kathrin Murche, Sarah Bindrich, Katrin Quooß

Skeet Erwachsene: Vincent Haaga, Felix Haase, Sven Korte, Nadine Messerschmidt, Nele Wißmer, Christine Wenzel

Skeet Juniorinnen: Annabella Hettmer, Emilie Bundan, Isabel Wassing

Trap Junioren: Moritz John

Trainer & Betreuer: Uwe Möller, Karsten Beth, Karsten Bindrich, Nadine Athenstedt, Irina Franke, Axel Krämer, Jürgen Raabe, Tino Wenzel, Philip Haude, Thomas Abel

15.09.2022 - 11:18

Das relativ unerfahrene deutsche Team schlug sich in dem großen und qualitativ stark besetzten Teilnehmerfeld dennoch achtbar: Sechs Athleten schafften es in die Elemination, aber nur die beiden Compound-Schützen Sascha Pflug und Atilla Szres konnten sich weiter oben platzieren.

Und – wie es das Schicksal so wollte – trafen sie im gleichen Pool aufeinander, das Duell ging mit 63-60 an Pflug, der auch im Anschluss das Match gegen den Franzosen Rémy Albanese 66-59 gewann und somit in das Viertelfinale einzog. „Im Match der Poolsieger um den Einzug ins Halbfinale beendete ein Wolkenbruch den Wettkampf, der dann auf den nächsten Tag verlegt wurde. Leider konnte Sascha seinen Lauf vom Vortag nicht fortsetzen und belegte am Ende wieder, wie bei der EM im Vorjahr, den fünften Platz“, so Lange. Mit 55-63 kassierte er gegen Klaus Bittermann (AUT) eine Niederlage, die nach ausgeglichenem Beginn in der dritten Passe (5-10) vorentschieden wurde.

Die Medaillen wurden unter den anderen Nationen verteilt, „man konnte klar erkennen, dass Länder wie Italien und Österreich, die ihre Meisterschaften mit Eliminations und Finalrunden durchführen, klar im Vorteil waren.“, so Lange in seiner Analyse. 14 Medaillen für Italien und neun für Österreich unterstützen diese These.

Für die Zukunft des deutschen Teams und 3D-Bogenschießens sagt der Disziplinverantwortliche: „Alle haben Erfahrung gesammelt und fühlen sich angespornt, im nächsten wieder anzutreten und sich zu verbessern. Dazu brauchen wir in Deutschland mehr WA 3D Turniere, damit sich die Athleten besser auf die WA Wettkampfform einstellen zu können.“

Das deutsche Team und Platzierungen in Terni

Jürgen Lippek (19. Platz), Arnold Fawier (41. Platz, beide Langbogen), Thomas Bockhorn (38. Platz), Christina Brähler (19. Platz), Werner Merle (19. Platz, alle Traditioneller Bogen), Andreas Staszewski (19. Platz, Blankbogen), Attila Szres (11. Platz), Sascha Pflug (5. Platz), Michael Fritsche (45. Platz, alle Compoundbogen)
Team Männer (9. Platz)
Traditioneller Bogen Mixed (12. Platz)

15.09.2022 - 10:02

Wie war das Halbfinale, wie das Medaillenmatch?
Geis: „Das Halbfinale war top, da war ich sehr zufrieden mit meiner Leistung. Im Medaillenmatch gab es Höhen und Tiefen. U.a. eine Serie mit Zeitfehler. Zum Glück konnte ich aber noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und habe mich ganz gut durchgeboxt.“

Was denkt man nach so einer Serie und dem Abzug eines Treffers?
Geis: „So eine Scheiße! Das kommt davon, wenn man es zu genau machen will. Da ist man ruckzuck drüber und dann brennt erst einmal die Luft. Ich wusste, jetzt muss ich liefern und habe die Arschbacken zusammengekniffen und habe es geschafft, um mich noch hochzukämpfen.“

Wann ist dir das letzte Mal so ein Overtime-Fehler in einem Wettkampf passiert?
Geis: „Das ist schon eine Weile her. In der Probe passiert das mal, weil man auch versucht, die Waffe einzuschießen.“

Was bedeutet dir EM-Silber und der Quotenplatz?
Geis: „Silber ist eine absolute Freude für mich. Ich stand schon vorher bei einer EM auf dem Treppchen (Gold 2015, Anm. d. Red.) und freue mich, dass ich endlich mal wieder international auf dem Treppchen stehe. Die vergangenen Jahre war wegen Corona nicht so viel, in diesem Jahr war ich zwar bei Weltcups im Finale, konnte aber keine Medaille gewinnen. Und das tut jetzt natürlich einfach gut.“

Gibt es Gründe dafür, dass es hier mit der Medaille geklappt hat?
Geis: „Es ist gut gelaufen, wir haben viel und hart trainiert. Ich konnte mich in der Leistung steigern und endlich im Finale mal wieder zeigen, was ich kann.“

Wie war der gesamte Wettkampf für dich in der Nachbetrachtung?
Geis: „Ich bin mit einem guten Gefühl hierher gefahren. Ich war gut drauf und wusste, dass es mit dem Finale klappen könnte. Nach dem ersten Tag war ich vom Schießen her nicht ganz so zufrieden, da hatte ich auch etwas Glück. Das zweite Halbprogramm habe ich gleich mit einer 47 angefangen, das war gleich ein Nackenschlag, aber zum Glück konnte ich es gut zu Ende bringen.“

Nach einem großen Erfolg ist es Usus in der Schnellfeuertruppe, dass ihr euch mit einem guten Essen belohnt. Was stand an?
Geis: „Als Belohnung gab es gestern Abend Sushi!“

15.09.2022 - 09:54

Doreen, herzlichen Glückwunsch! Wie lief das Finale aus deiner Sicht?
Vennekamp: „Ich konnte voll das abrufen, was ich im Training durchgearbeitet habe. Ich war sogar vor der Rangliste nochmals bei Guido Rudolph (Bundestrainer Leistungsdiagnostik, Anm. d. Red.). Der sagte, die Zahlen und Serien sind doch gut! Da sagte ich: Nein, das reicht mir nicht! Es hat sich offensichtlich ausgezahlt, wir haben viel daran gearbeitet und hat viel Schweiß, Blut und Tränen gekostet, aber es war es wert. Ich konnte es genauso umsetzen – es war ein geiles Gefühl.“

Heute waren es Tränen des Glücks. Wie ist die Gefühlslage jetzt und beim Wettkampf?
Vennekamp: „Ja, ich konnte wirklich gut den Fokus halten. Es ist schön, an Moni (Monika Karsch, Anm. d. Red.) anschließen zu können, die zweimal Gold und einmal Silber geholt hat und heute so knapp am Finale gescheitert ist. Es ist ein großartiges Gefühl, auch bei der ersten Chance, den Quotenplatz geholt zu haben. Und es tut auch richtig gut, von den anderen anwesenden Top-Sportlern zu hören, dass es ein gigantisches Finale war.“

Hat dir die Teilnahme an den Olympischen Spiele geholfen?
Vennekamp: „Auf jeden Fall! Die Spiele haben mich mental unheimlich weitergebracht!“

Europameister und Quotenplatz. Was ist dir denn wichtiger?
Vennekamp: „Das ist ziemlich gleich. Den Quotenplatz kannst du dir nicht erarbeiten, die Goldmedaille schon. Man kann auch richtig gut abschneiden, aber trotzdem knapp den Quotenplatz verfehlen. Ich hatte Nadine (Messerschmidt, Anm. d. Red.) zu ihrem Quotenplatzgewinn gratuliert und sie antwortete: Doreen halte dich ran, ich möchte gerne wieder ins Doppelzimmer mit dir, dann in Paris! Ja, Nadine: Auftrag erfüllt!“ (Noch ist keine Sportlerin namentlich für Paris 2024 qualifiziert, die Quotenplätze gehen dem Verband zu und werden dann intern ausgeschossen, Anm. d. Red.)

Wie ordnest du den Erfolg ein?
Vennekamp: „Die letzte EM-Einzel-Medaille für mich war im Juniorenbereich. Ein Sieg wäre auch nicht schlecht: Vergangenes Jahr habe ich hier in Breslau schon das Weltcupfinale gewonnen, da war die Qualität sehr hoch, aber die Quantität der Teilnehmer nicht. Das zu verbessern und zu bestätigen, ist richtig gut.“

Und beantragst du jetzt, jeden Wettkampf in Breslau durchzuführen?
Vennekamp: „Nein, ich schieße auch gerne woanders. Ich wiederhole das gerne auch woanders, aber der Stand scheint mir wirklich ein bisschen zu liegen.“

Das Finale von vorneweg, das Halbfinale und die Qualifikation auch. War das der perfekte Wettkampf, war das ein Flow?
Vennekamp: „Ich hätte gerne den Flow gehabt, aber es war keiner. Den hatte ich erst zweimal in meiner Karriere, und man wünscht sich das oft. Aber ich habe viel gearbeitet, mit Claudia zwischendrin immer mal wieder Augenkontakt gehabt und stand im Finale kurz davor, eine Auszeit zu nehmen, weil ich in dem Moment nicht so zufrieden war. Es war schwer erarbeitet!“

Die EM geht noch weiter, ihr habt noch Ziele. Wird dennoch gestern Abend etwas gefeiert?
Vennekamp: „Nein, wir haben ein Glas Sekt auf den Erfolg von Oli und mir getrunken! Ich freue mich so genug. Wenn wir hier fertig sind - und wir haben noch hohe Ziele hier – dann legen wir los und feiern gebührend!“

15.09.2022 - 09:54

Doreen, herzlichen Glückwunsch! Wie lief das Finale aus deiner Sicht?
Vennekamp: „Ich konnte voll das abrufen, was ich im Training durchgearbeitet habe. Ich war sogar vor der Rangliste nochmals bei Guido Rudolph (Bundestrainer Leistungsdiagnostik, Anm. d. Red.). Der sagte, die Zahlen und Serien sind doch gut! Da sagte ich: Nein, das reicht mir nicht! Es hat sich offensichtlich ausgezahlt, wir haben viel daran gearbeitet und hat viel Schweiß, Blut und Tränen gekostet, aber es war es wert. Ich konnte es genauso umsetzen – es war ein geiles Gefühl.“

Heute waren es Tränen des Glücks. Wie ist die Gefühlslage jetzt und beim Wettkampf?
Vennekamp: „Ja, ich konnte wirklich gut den Fokus halten. Es ist schön, an Moni (Monika Karsch, Anm. d. Red.) anschließen zu können, die zweimal Gold und einmal Silber geholt hat und heute so knapp am Finale gescheitert ist. Es ist ein großartiges Gefühl, auch bei der ersten Chance, den Quotenplatz geholt zu haben. Und es tut auch richtig gut, von den anderen anwesenden Top-Sportlern zu hören, dass es ein gigantisches Finale war.“

Hat dir die Teilnahme an den Olympischen Spiele geholfen?
Vennekamp: „Auf jeden Fall! Die Spiele haben mich mental unheimlich weitergebracht!“

Europameister und Quotenplatz. Was ist dir denn wichtiger?
Vennekamp: „Das ist ziemlich gleich. Den Quotenplatz kannst du dir nicht erarbeiten, die Goldmedaille schon. Man kann auch richtig gut abschneiden, aber trotzdem knapp den Quotenplatz verfehlen. Ich hatte Nadine (Messerschmidt, Anm. d. Red.) zu ihrem Quotenplatzgewinn gratuliert und sie antwortete: Doreen halte dich ran, ich möchte gerne wieder ins Doppelzimmer mit dir, dann in Paris! Ja, Nadine: Auftrag erfüllt!“ (Noch ist keine Sportlerin namentlich für Paris 2024 qualifiziert, die Quotenplätze gehen dem Verband zu und werden dann intern ausgeschossen, Anm. d. Red.)

Wie ordnest du den Erfolg ein?
Vennekamp: „Die letzte EM-Einzel-Medaille für mich war im Juniorenbereich. Ein Sieg wäre auch nicht schlecht: Vergangenes Jahr habe ich hier in Breslau schon das Weltcupfinale gewonnen, da war die Qualität sehr hoch, aber die Quantität der Teilnehmer nicht. Das zu verbessern und zu bestätigen, ist richtig gut.“

Und beantragst du jetzt, jeden Wettkampf in Breslau durchzuführen?
Vennekamp: „Nein, ich schieße auch gerne woanders. Ich wiederhole das gerne auch woanders, aber der Stand scheint mir wirklich ein bisschen zu liegen.“

Das Finale von vorneweg, das Halbfinale und die Qualifikation auch. War das der perfekte Wettkampf, war das ein Flow?
Vennekamp: „Ich hätte gerne den Flow gehabt, aber es war keiner. Den hatte ich erst zweimal in meiner Karriere, und man wünscht sich das oft. Aber ich habe viel gearbeitet, mit Claudia zwischendrin immer mal wieder Augenkontakt gehabt und stand im Finale kurz davor, eine Auszeit zu nehmen, weil ich in dem Moment nicht so zufrieden war. Es war schwer erarbeitet!“

Die EM geht noch weiter, ihr habt noch Ziele. Wird dennoch gestern Abend etwas gefeiert?
Vennekamp: „Nein, wir haben ein Glas Sekt auf den Erfolg von Oli und mir getrunken! Ich freue mich so genug. Wenn wir hier fertig sind - und wir haben noch hohe Ziele hier – dann legen wir los und feiern gebührend!“

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