18.11.2019 - 14:47

„Das ist eine hervorragende Nachricht für den DSB, aber vor allem für die Weiterentwicklung des Bogensports in Deutschland. Diese 70 Meter Bogensporthalle ist dringend notwendig, um unsere Spitzenathleten auch in der kalten Jahreszeit optimal in Deutschland trainieren zu lassen“, zeigte sich DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels zufrieden.

Bislang gibt es in Deutschland keine den internationalen Anforderungen genügende 70 Meter Halle, sodass die deutschen Kaderathleten in den Wintermonaten auf dieser Distanz stets im Ausland trainieren müssen. Mit dem Bau der Halle, die primär dem Training der Berliner Bundeskader dient, würden diese kostspieligen und zeitaufwändigen Maßnahmen entfallen.

Aber natürlich dient die Halle auch dem talentierten Nachwuchs als Stützpunkt. So profitieren beispielsweise die Nachwuchssportler, die am ortsansässigen „Schul- und Leistungssportzentrum Berlin“ zur Schule gehen, im Sportforum trainieren und sich so auf eine Leistungssport-Karriere vorbereiten wollen. Gleiches gilt für die Nachwuchsarbeit des Berliner Landesverbandes. Der Bau einer 70 Meter Bogensporthalle stellt aus vielerlei Hinsicht eine zentrale Komponente für die weitere positive Entwicklung des Bogensports in Deutschland dar.

„Ziel ist es, dass im Zuge der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris die neue Bogensporthalle genutzt werden kann“, umschreibt DSB-Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp seine terminliche Wunschvorstellung. Neben dem Bund übernimmt vor allem das Land Berlin die Kosten für die Halle.

Der DSB dankt den politischen Entscheidungsträgern. Auf Berliner Seite sind dies vor allem Andreas Geisel, Sportsenator, und Aleksander Dzembritzki, Staatsekretär für Sport. Auf Bundesebene Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses, Stephan Mayer, parlamentarischer Staatssekretär des Inneren, für Bau und Heimat sowie insbesondere den Chefhaushältern Eckhardt Rehberg (CDU) und Johannes Kahrs (SPD) sowie den Haushältern für den Einzelplan Sport Klaus-Dieter Gröhler (CDU) und Martin Gerster (SPD). Und auch DSB-Vizepräsidentin Bildung, Susanne Mittag, unterstützte in ihrer Funktion als Bundestagsabgeordnete das Vorgehen entscheidend mit.

18.11.2019 - 10:03

Liga Nord: Junioren mischen Liga auf

„Spannung pur“ lautete wohl das Motto des Bundesligawochenendes Pistole. Die Aufsteiger wollten Zuhause die Gunst der Stunde nutzen, um sich aus dem teilweise brenzligen Abstiegspositionen zu retten. Geschafft hat das vor allem der Brühler Schießclub. Gegen Fahrdorf präsentierte sich Bühl auf den Positionen drei bis fünf stark und luchste Fahrdorf die Punkte ab. Wichtige Punkte, denn damit schoben sich die bisher sieglosen Brühler vorbei an Leegmoor und Uetze, die nun auf Grund zweier 5:0-Klatschen gegen die Spitzenreiter Kriftel und Braunschweig vorerst auf den Abstiegsplätzen rangieren. Vor allem Braunschweigs Nachwuchstalent Vanessa Seeger präsentierte sich in ihrer ersten Ligasaison wiederum mit 378 Ringen stark: „Es tat und tut immer noch verdammt gut, mich als 17-Jährige zwischen den erwachsenen Männern behaupten zu können.“

Erleichterung herrschte auch bei den Bremerhavener Seestadtteufeln. Junior Jan-Luca Karstedt kristallisierte sich im Match gegen Raesfeld zum Held des Tages heraus, denn er war das entscheidende Zünglein an der Waage, das über Sieg und Niederlage entscheiden sollte. Der 19-Jährige schoss klug, beendete seine Partie fünf Schüsse vor seinem Gegner Bart Liebens und brachte ihn trotz einer Acht im letzten Schuss mit 377 Ringen in Zugzwang. Liebens brauchte eine Zehn im letzten Schuss für den sicheren Sieg. Doch es leuchtete blau auf – eine Acht. Und damit der sichere Sieg für die Seestadtteufel, die anschließend auf den sozialen Netzwerken titelten: "Seestadtteufel steigen aus den Tiefen der Unterwasserhölle auf und verschlingen Raesfelder Kappes.“  Oder eben auch einfach einen Schritt näher am Klassenerhalt. „Am Ende hatten wir etwas mehr Glück“, so Coach und Schütze Holger Nesemann, „jetzt brauchen wir vermutlich nur noch einen Sieg für den Klassenverbleib, aber wir schaffen bestimmt noch mehr, ganz nach dem Motto "Vier Siege gehen noch“.“
Weniger rund lief es hingegen für Dasbach. Erst stand das Team im Stau, verpasste das Training und dann verloren sie auch noch denkbar knapp gegen den SV Bassum mit 2:3 Punkten. Und auch Wathlingen musste sich dem PSV Olympia Berlin mit 1:4 geschlagen geben.

Liga Süd: Waldkirch weiterhin ungeschlagen an der Spitze

Im Süden sorgte Aufsteiger Scheuring fast für eine Sensation. Vor heimischer Kulisse holte die Mannschaft alles gegen den amtierenden Deutschen Meister heraus und zwang Ludwigsburg damit beinahe in die Knie – aber eben nur beinahe. Besonders die Nerven von Aaron Sauter und René Potteck wurden auf die Probe gestellt, denn sie waren es, die den Sieg für die Ludwigsburger nach Hause holen mussten, was ihnen letztendlich auch denkbar knapp gelang. Julia Hochmuth, die ihren Punkt souverän gewann und die „grandiose Stimmung“ lobte, verriet das Erfolgsrezept der Ludwigsburger: „Wir haben gekämpft, an uns geglaubt und am Ende mit 3:2 gewonnen.“
Weiterhin auf Erfolgskurs befindet sich der SV Waldkirch, der nach einem 4:1-Sieg gegen die HSG München weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze steht. „Wir sind stolz auf das, was wir aktuell vorweisen können“, so Waldkirchs Manager Sebastian Kugelmann, „vor allem, weil die Standbedingungen speziell waren, aber das macht die Bundesliga eben auch aus, dass man nicht immer Top-Bedingungen vorfindet.“
Bestens zurecht kam damit Michael Schwald, der mit 387 Ringen das Top-Ergebnis für den ESV Weil am Rhein lieferte, aber dennoch den Mannschaftssieg an die Sgi Waldenburg mit 2:3 abgeben musste.
Freuen durfte sich hingegen der SV Altheim Waldhausen, der mit einem 4:1-Sieg gegen Hambrücken einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machte, während Hilpoltstein nach einer Niederlage (1:4) gegen den SV Kelheim-Gmünd, weiter bangen muss. Fürth musste sich – trotz starker Anfangsleistungen – am Ende Murrhardt-Karnsberg geschlagen geben, das damit auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe ins vorletzte Bundesligawochenende geht.

18.11.2019 - 09:41

Bundesliga Nord: Berlin stark, Kahllund überragend

Es wurde im Vorfeld viel gerätselt, was der Ausfall von Top-Schützin Lisa Unruh für Rekordmeister BSC BB-Berlin bedeuten würde. Das Trio Elena Richter, Jannis Kramer und Christoph Breitbach gab am ersten Vorrunden-Wochenende eine Antwort: sechs Siege und ein Unentschieden brachten die Tabellenführung und sorgten auch bei Elena Richter für Erleichterung und Zufriedenheit: „Ich freue mich sehr über den gelungenen Start! Zumal ich mich, aufgrund des Fokus` auf die olympische Distanz, nicht so intensiv auf die 18 Meter vorbereitet habe und wir auch als Mannschaft im Vorfeld nicht wirklich zusammen trainiert haben.“ Davon merkte man in Jena nichts, denn das Trio schoss konstant stark und wies am Ende einen Schnitt von 9,64 Ringen auf.
Ebenfalls hervorragend aus den Startlöchern kam der SV Dauelsen mit 12:2-Punkten, darunter lediglich zwei Unentschieden gegen Berlin und Jena. Trainer Andreas Hehenberger zollte seinem Team Respekt: „Überzeugender hätte der Auftritt meiner Schützlinge kaum ausfallen können!“ Dabei lobte Hehenberger besonders zwei seiner Männer: Zum einen den 21-jährigen Nachwuchsschützen Christian Dauel, der erstmals einen kompletten Wettkampftag an der Schießlinie stand und sich zwischen den Routiniers Sebastian Rohrberg und Florian Kahllund sichtlich wohl fühlte. Und dann Kahllund. Die deutsche Nummer eins – bester Einzelschütze der vergangenen Saison – untermauerte mit einer grandiosen Vorstellung seine Position: „Er erzielte im Schnitt 9,91 Ringe pro Pfeil und in drei Begegnungen auch die mögliche Maximalringzahl von 80 bzw. 100 Ringen. Er war eine Klasse für sich“, so Hehenberger.

Hochzufrieden konnte man auch im Lager des Sherwood BSC Herne sein, der mit zwei Niederlagen gegen Dauelsen und Berlin startete, dann aber fünf Siege folgen ließ. Und das ohne die Routiniers Thomas Hasenfuß und Florian Flotho, dafür aber mit Jan Ginzel, der meinte: „Wir wissen, dass einige starke Schützen in den Teams gefehlt haben, was es für die nächsten Spieltage nicht einfacher macht. Deshalb war es für uns sehr wichtig, die Spieltag gut zu gestalten.“
Während Aufsteiger GW Holten mit fünf Punkten ordentlich aus den Startlöchern kam, war vor allem für Gastgeber SV GutsMuths Jena (3:11-Punkte) und Aufsteiger RSV Detmold-Klüt (1:13-Punkte) der Auftakt missraten. Jena, das ohne Konrad Komischke und Nils Schwertmann antrat, hatte sich beim Heimspiel sicherlich mehr vorgenommen, zumal das Team in der vergangenen Debüt-Saison gleich als Nummer eins in das Finale ging.

Bundesliga Süd: Tacherting mit „weißer“ Weste

14:0-Punkte, sieben Siege, plus 30 Satzpunkte! So lauten die beeindruckenden und perfekten Zahlen für die TSG Tacherting. Das Spitzenteam aus dem Süden trat mit bestem Kader an, nämlich mit den Wieser-Brüdern Felix und Moritz, Johannes Maier und Veronika Haidn-Tschalova, und konnte es sich sogar leisten, auf Katharina Bauer zu verzichten. Überwiegend deutliche Siege sowie ein packendes 6:4 (58-58, 57-60, 58-57, 59-59, 59-58) gegen Villingen-Schwenningen sorgten für gute Stimmung beim Klub: „Das war ein gelungener Start und ein riesiger Schritt in Richtung Finalteilnahme. Die Leistungen waren zwar noch nicht so stabil, wie am Ende der letzten Saison, aber der Wille war vorhanden. Und sobald es knapp wurde, holte das Team nochmal alles raus und entschied die Matches für sich“, war Trainer Helmut Huber zufrieden.
Das Gleiche galt für seine Kollegin Sandra Sachse von der SGI Welzheim. Lediglich gegen Tacherting setzte es eine Niederlage, zudem wurde gegen Villingen-Schwenningen noch ein Punkt abgegeben. Sachse sah den Auftakt zwiegespalten: „Unser Start war gut, wenn auch das Niveau im Gesamten bis zur Pause schwach war. Wir haben ausprobiert und zwischen den Sportlern und der Reihenfolge gewechselt. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Allerdings muss die Leistung der Sportler noch steigen.“
Das Mittelfeld bilden nach dem ersten von vier Wettkämpfen Villingen-Schwenningen, Bayreuth (jeweils 7:7-Punkte) und die SG Freiburg (6:8-Punkte). Beim Aufsteiger aus dem Breisgau wurden die drei Siege gegen Ebersberg, Neumarkt und Reihen mit etwas Erstaunen aufgenommen: „Wir gingen ohne Erwartungen in den ersten Wettkampftag, weil die Vorbereitung auf die Saison aufgrund von Studium und krankheitsbedingten Ausfällen nicht optimal lief. Beim Wettkampf waren wir überracht, wie gut die Einzelleistungen waren. Es wären durchaus mehr Punkte drin gewesen, aber ein gutes Fundament wurde gelegt und hat uns bestätigt, weshalb wir in der 1. Bundesliga sind“, sagte Schütze Eike Jacob.
Ohne das Meister-Trio Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller begann Titelverteidiger BSC Ebersberg die Saison, und so fiel dementsprechend die Ausbeute aus: 5:9-Punkte und damit punktgleich mit dem zweiten Aufsteiger KKS Reihen. Damit muss das Team von Trainer Andreas Blaschke, der selber zum Bogen griff, das Feld von hinten aufrollen. Noch ärger erwischtes es Gastgeber BS Neumarkt, das mit lediglich einem Punkt aus dem letzten Duell gegen Bayreuth bereits jetzt mit dem Rücken zur Wand steht.

15.11.2019 - 14:48

Wie seht ihr das Weltcupfinale? Als Belohnung oder als zusätzliche Belastung nach einem sehr intensiven Jahr?
Beer: „Einerseits klar, ist es eine Belohnung, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass es mit der Zusatzbelastung des Feldwebellehrgangs alles ein wenig stressig ist…“
Geis: „Sowohl als auch! Es ist natürlich auch eine gewisse Belastung, aber anderseits ist es auch eine Belohnung für die gute Leistung, die man in dem Jahr erbracht hat.“
Vennekamp: „Eigentlich als Beides. Als Belohnung, da wir es uns wirklich erkämpft haben, aber man muss sich auch eingestehen, die Saison ist/war sehr lang.“

Ist es ein internationaler Saisonhöhepunkt oder eher ein Saisonabschluss? Wie wichtig ist für euch der Wettkampf?
Beer: „Für mich ist es ein Saisonabschluss und natürlich wichtig! Immerhin geht's da nochmal um etwas.“
Geis: „Ich sehe diesen Wettkampf als Saisonabschluss für 2019 und als Saisonauftakt für 2020, da wir eine Woche nach dem Weltcupfinale mit dem Training für die neue Saison starten.“
Vennekamp: „Für mich wird es ein Saisonabschluss. Mein erstes Weltcupfinale als krönender Abschluss für eine gute Saison, die aber gezeigt hat, dass definitiv noch mehr geht.“

Alle Top-Schützen sind dabei. Ist es im Hinblick auf Tokio 2020 ein wichtiges Kräftemessen?
Beer: „Im Hinblick auf Tokio sehe ich es nicht wirklich als Kräftemessen. Viele der Top-Schützen sind aus was für Gründen auch immer nicht dabei, und dafür ist auch noch zu viel Zeit bis zu den Spielen.“
Geis: „Das macht diesen Wettkampf so besonders, weil die Besten der Besten dabei sind und die Stimmung eine ganz besondere ist. Ich würde es aber nicht als ein wichtiges Kräftemessen bezeichnen, da es noch ein langer Weg bis Tokio ist und noch viel bis dahin passieren kann.“
Vennekamp: „Ich glaube, man kann vom Weltcupfinale nicht auf die Spiele 2020 schließen. Wir wissen, wer zur Weltspitze gehört. Das hat sich die ganze Saison über gezeigt, aber nächstes Jahr werden alle noch mal eine Schippe drauflegen. Vermutlich ist es auch das, was die Spiele so interessant macht.“

Jolyn, Doreen, ihr seid aktuell in der Bundesliga mit Luftgewehr bzw. -pistole im Einsatz, schießt aber beim WC-Finale eure Kleinkaliber-Disziplinen. Ein Problem?
Beer: „Die Doppelbelastung mit Kleinkaliber und Luftgewehr stellt eigentlich kein Problem dar. Man verlernt ja nichts.“
Vennekamp: „Mit der Bundesliga gibt es kein Problem. Wir schießen ja auch in der Saison an einem Event oft mehrere Disziplinen. Außerdem stärkt mir mein Team den Rücken, und es freut sich mit mir, dass ich teilnehmen kann

Wie habt ihr euch auf das WC-Finale vorbereitet?
Beer: „Viel Vorbereitung war leider nicht möglich. Für mich geht's also fast aus der kalten Schulter.“
Geis: „Ich habe mich ganz normal, wie für einen Weltcup vorbereitet - vielleicht nicht ganz so intensiv…“
Vennekamp: „Die Vorbereitung lief ganz und gar nicht wie geplant, was aber nicht weiter schlimm ist. Das macht es noch spannender und zu einer einzigartigen Möglichkeit. Es kann immer mal etwas passieren, das man nicht einplanen kann und nun kann ich es schon einmal "testen". Ich sehe es als neue Herausforderung und bin voll motiviert.“

Was ist das Ziel?
Beer: „Ich denke, als realistisches Ziel für mich ist ein guter Abschluss mit Finalteilnahme drin!“
Geis: „Ich denke, dass eine Finalteilnahme schon möglich ist, aber das werden wir sehen, wenn der Vorkampf rum ist.“
 

Das deutsche Team in Putian

Gewehr: Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40), Julian Justus (Luftgewehr)
Pistole: Monika Karsch, Doreen Vennekamp (Sportpistole), Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole)

Trainer: Barbara Georgi (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuer), Claus-Dieter Roth (Gewehr)

Die Finals live bei Sportdeutschland.TV (deutsche Zeiten)
19.11.: 3x 40 Frauen (5.30 Uhr) & 3x40 Männer (7.20 Uhr)
20.11.: Sportpistole Frauen (5.00 Uhr) & Schnellfeuerpistole Männer (7.50 Uhr)
21.11.: Luftpistole Frauen (4.00 Uhr) & Luftpistole Männer (5.20 Uhr) & Luftgewehr Frauen (6.40 Uhr) & Luftgewehr Männer (8.00 Uhr)
22.11.: Mixed Luftpistole (4.20 Uhr) & Mixed Luftgewehr (7.40 Uhr)
 

15.11.2019 - 09:12

Modus: Wie in den vergangenen Jahren auch unterteilt sich die Saison in eine Qualifikationsphase und ein Finale. Die jeweils acht Teams im Norden und Süden schießen zunächst an vier Samstagen (16. November in Jena & Neumarkt, 7. Dezember in Dauelsen & Tacherting, 11. Januar in Blankenfelde & Welzheim, 1. Februar in Querum & Villingen-Schwenningen) nach dem Modus „jeder gegen jeden“ (innerhalb der Liga) - also pro Team 28 Matches – und ermitteln so die insgesamt acht Finalisten. Das sind die jeweils ersten vier Teams der zwei Staffeln. Beim Bundesligafinale in Wiesbaden wird zunächst in zwei Vierergruppen (1. Norden, 3. Norden, 2. Süden, 4. Süden & 1. Süden, 3. Süden, 2. Norden, 4. Norden) geschossen, es folgen Halbfinals sowie Bronze- und Goldfinale.

Favoriten – Außenseiter: Im vergangenen Jahr kam erstmals seit 2010 der Meister wieder aus der Südliga. Die BSG Ebersberg setzte sich verdientermaßen in Wiesbaden durch und dürfte auch in der neuen Saison einer der Top-Favoriten sein. Schließlich stehen mit Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller drei Nationalkaderathleten an der Schießlinie. Vizemeister FSG Tacherting kann gar fünf Nationalschützen aufbieten und ist deshalb ebenfalls ein ganz „heißer“ Kandidat. Auch im Norden sind die Teams, in deren Reihen mehrere Nationalkader stehen, vorne zu erwarten und zwar BSC BB-Berlin, trotz des schmerzlichen Ausfalls von Lisa Unruh, und SV GutsMuths Jena. Wenn ein so starker Schütze wie Florian Floto, Olympia-Neunter in Rio zurückkommt, hebt er sein Team (SV Querum) automatisch auf ein neues Level. Traditionsgemäß ist für die Aufsteiger erste Prämisse, die Liga zu halten. Deswegen darf man auf den TuS GW Holten, die RSV Detmold-Klüt, den KKS Reihen und die SG Freiburg gespannt sein.

Bewegtbilder: Natürlich wird die Entscheidung - wie in den vergangenen Jahren - im Bundesligafinale am 29. Februar in Wiesbaden live und kostenlos bei DSB-Partner Sportdeutschland.TV gestreamt. Erfreulich: Auch der Heimwettkampf der FSG Tacherting am 7. Dezember wird an gleicher Stelle live gezeigt, dies hat bei den Bayern ebenfalls schon Tradition.

Zahlen & Fakten: Jüngste Bundesligaschützin ist in dieser Saison ist die 17-jährige Sarah Reincke (BC Villingen-Schwenningen), das Pendant dazu bildet der 51-jährige Gerd Willemsen (RSV Detmold-Klüt). Auf die Mannschaften bezogen, sind Villingen-Schwenningen und Jena (Altersschnitt von 22 Jahren) die jüngsten Teams, die ältesten Schützen sind bei Detmold-Klüt (37 Jahre) und Reihen (35 Jahre) am Start. Der Altersdurchschnitt der 89 gemeldeten Ligaschützen beträgt 28,56 Jahre.
Im Vergleich zur Luftgewehr-Bundesliga, in der der Anteil der Frauen satte 60% beträgt, ist in der Bogen-Bundesliga nur jeder vierte Schütze eine Frau (25,84 Prozent). In der Luftpistolen-Bundesliga sind es aber nur 18,75%.
Der Ausländeranteil in der Bogen-Bundesliga ist sehr gering: Lediglich fünf von 89 (5,65%) Schützen haben keinen deutschen Pass, im Schießsport ist der Anteil mit 20,4% (Gewehr) bzw. 18,75% (Pistole) deutlich höher.
2018/19 waren die jeweils acht Vereine aus dem Norden und Süden fast gleichauf, wenn man sich den Passen-Durchschnitt (6 Pfeile) betrachtet: 56,7 Ringe betrug dieser im Norden, 56,4 Ringe im Süden. Beste Teams in dieser Kategorie in der Vorrunde waren die BSG Ebersberg mit 58,0 Ringen, die FSG Tacherting mit 57,6 Ringen und der BSC BB-Berlin mit 57,5 Ringen. Bei den Einzelschützen lagen - erwartungsgemäß - die deutschen Top-Stars vorne: Felix Wieser (FSG Tacherting) schoss in der Vorrunde sensationelle 58,92 Ringe im Schnitt (war allerdings nur in zwölf Duellen dabei), Florian Kahllund (SV Dauelsen) folgte mit 58,84 Ringen (er schoss alle 28 Partien). Mit Heiko Keib (SV Querum) war ein „Nicht-Kaderschütze“ in den Top Ten (57,93 Ringe).

Historie: Der erste Bundesligameister wurde in der Saison 1987/98 gekürt und hieß Bergmann Borsig Berlin. Die Berliner sind – gemeinsam mit der SGI Welzheim – Rekordsieger mit fünf Titeln. Mehrfachtitelträger können sich auch die FSG Tacherting (3x), der SV Querum, der SV Dauelsen und Sherwood BSC Herne (jeweils 2x) nennen.

14.11.2019 - 09:51

Bundesliga Nord: Mit der Unterstützung der Fans in Richtung Klassenerhalt?
„Ein Heimvorteil ist immer gut und sollte genutzt werden“, weiß Nadine Reichelt vom Brühler Schießclub 70, „gerade jetzt in unserer Situation“. Punktlos steht Brühl am Tabellenende der Liga Nord und damit mit dem Rücken zur Wand. Gegen Fahrdorf muss am Wochenende ein Sieg her, um sich noch die Chance auf den Klassenerhalt zu sichern. Reichelt hofft dabei auf die heimische Unterstützung: „Die Fans spielen eine große Rolle, denn sie können in Phasen der Anspannung den Rücken stärken und natürlich fleißig anfeuern.“

Angespannt ist die Situation auch bei den Leegmoorer Schützen. Zwar rangieren sie mit einem Sieg in der Tasche auf Tabellenplatz acht, doch die Luft ist dünn, schließlich steht am Wochenende kein geringerer als Tabellenführer Braunschweig gegenüber. „Gegen Braunschweig sind wir natürlich absoluter Außenseiter“, schätzt Schütze Andreas Slink die Situation ein und erkennt den Ernst der Lage: „Die Punkte für den Klassenerhalt müssen wir wohl an anderer Stelle holen.“
Und auch der Gastgeber SV Uetze und die Bremerhavener Seestadtteufel werden es am Wochenende gegen Kriftel und Raesfeld schwer haben, sich von den hinteren Tabellenpositionen zu lösen, während Kriftel und Braunschweig  – sollten sie weiterhin ungeschlagen bleiben – schon langsam die Zimmer für das Finale buchen können. Für Dasbach und Bassum geht es im direkten Duell derweil darum, den Anschluss an die Spitzengruppe zu wahren.

Bundesliga Süd: Klassentreffen der Spitzenclubs in Scheuring
Wegweisend könnte dieses Wochenende für die KKS Hambrücken werden. Noch ohne Sieg muss die Mannschaft um Nationalkaderschützin Teresa Groß dringend Punkte einfahren: „Gegen Altheim Waldhausen gab es in den letzten Jahren immer spannende Duelle. Ich hoffe es gelingt uns, mit der nötigen Lockerheit an den Stand zu gehen, besonders da wir uns bewusst sind, dass im Falle einer Niederlage der Abstieg kaum noch abzuwenden sein wird.“ Doch aufzugeben steht für die Spitzenschützin nicht zur Debatte: „Vielleicht haben wir aber diesmal das notwendige Glück, das uns bei den letzten drei Wettkämpfen fehlte.“

Mit Rückenwind geht hingegen die FSG Hilpoltstein Zuhause an den Start. Die Aufsteiger landeten zuletzt gegen Scheuring – laut Schützenmeister Robert Landmann „völlig überraschend“ – den ersten Saisonsieg im Kampf um den Klassenerhalt. Ob der Heimvorteil wirklich ein Vorteil ist, bezweifelt er aber: „Ein Heimwettkampf ist meiner Meinung nach nicht unbedingt von Vorteil, vor allem nicht, wenn es gegen Kelheim-Gmünd geht. Sicherlich hat uns der Sieg gegen Scheuring Selbstvertrauen gegeben, ob dies aber gegen Kelheim ausreicht, kann ich nicht sagen.“ Eines werden die Schützen jedoch sicher nicht machen: Den Kopf in den Sand stecken. „Jeder unserer Schützen wird sein Bestes geben“, ist sich Landmann sicher.
Scheuring empfängt derweil mit Waldkirch, Ludwigsburg, Waldenburg und München gleich vier der fünf Top-Mannschaften des Südens. Dabei wird sich zeigen, ob es vielleicht die HSG München schafft, den verlustpunktfreien Tabellenführer Waldkirch erstmals zu entzaubern.

14.11.2019 - 09:27

Zweimal Platz sechs bei den beiden Weltcups, ebenfalls Platz sechs im Einzel und Teamsilber bei der diesjährigen WM, nun zum Abschluss ein Start beim Weltcup-Finale. Zum Ende deiner internationalen Karriere sieht es so aus, Thomas, als wolltest du noch einmal richtig Gas geben?
Thomas Aumann: „Für mich ist das ein ganz toller Abschluss. Nicht nur, dass es zum ersten Mal ein 10m-Armbrust Weltcup-Finale ist, sondern auch noch, dass es Zuhause bei meinem Stammverein, dem „Bund München“, stattfindet. Das ist eine besondere Sache.“

Ist das für dich eine letzte große Herausforderung, der du dich stellen willst?
Thomas Aumann: „Ich möchte auf jeden Fall noch einmal meine Leistung abrufen, nicht dass es heißt: „Gut, dass der Aumann endlich weg ist!“. Aber ich kann sowieso nur meine Leistung beeinflussen und nicht die der anderen.“

Dein internationales Debüt hast du bei der Weltmeisterschaft 2010 in Avon (FRA) gegeben und warst daraufhin fast zehn Jahre in der Armbrust-Nationalmannschaft. Macht dich eine solche Premiere überhaupt noch nervös?
Thomas Aumann: „Im Laufe der Jahre hat man gelernt, mit der Anspannung besser umzugehen, vor allem mit Hilfe von mentalem Training.“

Als Vater von drei Kindern kommst du sicher nicht mehr so häufig zum Trainieren. Hat dir dabei das mentale Training geholfen, die Leistung trotzdem abzurufen?
Thomas Aumann: „Ganz klar! Man wird im Training effizienter, denn man nutzt die Zeit, die bleibt, besser. Besonders geholfen hat mir ein Stoppschild, das ich mir vorstelle, wenn Störgedanken aufkommen. So kann ich mich wieder auf mich und meine Technik konzentrieren.“

Jetzt findet in München die Premiere des Armbrust-Weltcup Finals statt. Wie findest du dieses neue Saisonhighlight?
Thomas Aumann: „Toll! Das wertet diese tolle Sportart noch einmal auf. Dadurch hast du ein klares Ziel vor Augen und es bringt ein paar Motivationspunkte extra, sich bei den Weltcups und Meisterschaften im Vorfeld noch mehr anzustrengen.“

„Der Bund München“ ist dein Zuhause. Was bedeutet es dir, dass du genau dort deinen letzten internationalen Auftritt – dank einer Wildcard – erleben darfst?
Thomas Aumann: „Das macht es nicht leichter. Man kennt das Umfeld, will noch einmal etwas mehr zeigen, was man kann. Meine Familie wird mir zwar nicht beim Wettkampf am Morgen zusehen, aber vorbeikommen werden sie auf jeden Fall, um das noch einmal mit mir zu genießen.“

Was überwiegt für dich: Die Freude, ein letztes Mal alles aus dir herauszuholen, oder der Wehmut, dass bald alles vorbei ist?
Thomas Aumann: „50:50. Ich habe meine Entscheidung bereits vor der Weltmeisterschaft getroffen, und ich bin immer noch davon überzeugt, dass es für mich die richtige Entscheidung ist. Aber man denkt natürlich an so viele schöne Erlebnisse zurück, die natürlich fehlen werden.“

Wenn du auf die letzten zehn Jahre deiner Armbrust-Karriere zurückblickst, was bleibt hängen?
Thomas Aumann: „Die Armbrust ist eine ganz tolle Sportart – natürlich mit Rivalität. Auf der anderen Seite ist es eine tolle Familie, mit der man sich nach dem Wettkampf wieder genauso versteht wie zuvor. Das ist eine besondere Eigenschaft des Schießsports, die es so in dieser Art nur in wenigen anderen Sportarten gibt. Am Ende hat man Freunde aus Russland, Frankreich bis hin zur Schweiz. Das ist mir viel wert.“

Wirst du der Armbrust komplett den Rücken kehren, oder wirst du dem Schießsport noch weiter erhalten bleiben?
Thomas Aumann: „Ich werde national auf jeden Fall noch das ein oder andere Jährchen mitmachen – solange es mir noch Spaß macht und ich meine Leistung bestätigen kann.“


Das deutsche Team beim Weltcup-Finale
Lisa Forstner, Sandra Reimann, Britta Weil, Chantal Klenk, Louis Fürst, Markus Peschel, Manuel Wittmann, Thomas Aumann

13.11.2019 - 09:44

Angeführt wird das DSB-Team von den erfolgreichen Pistolenschützen. Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole), Monika Karsch und Doreen Vennekamp (Sportpistole) glänzten in den zwei zurückliegenden internationalen Jahren mit herausragenden Leistungen, was sich auch in den entsprechenden Ranglisten zeigt. Komplettiert wird das Team durch die Gewehrschützen Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40) und Julian Justus (Luftgewehr).

Teilnahmeberechtigt sind die Gewinner von 2017 und demzufolge Titelverteidiger, die WM-Medaillengewinner und die Top 14 der Weltcup-Rankings: Beer reist beispielsweise als Titelverteidigerin an, Straub (Silber) und Vennekamp (Bronze) gewannen bei der WM 2018 in Changwon Medaillen, der „Rest“ ist über die Rangliste dabei (Reitz Schnellfeuer-1. und Luftpistolen-3., Geis Schnellfeuer-4., Karsch Sportpistolen-5., Justus Luftgewehr-7.).

Das deutsche Team in Putian

Gewehr: Jolyn Beer, Isabella Straub (KK 3x40), Julian Justus (Luftgewehr)
Pistole: Monika Karsch, Doreen Vennekamp (Sportpistole), Christian Reitz, Oliver Geis (Schnellfeuerpistole)

Trainer: Barbara Georgi (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuer), Claus-Dieter Roth (Gewehr)

12.11.2019 - 15:04

Für die nach § 15 WaffG anerkannten Schießsportverbände waren der Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS) und Co-Vorsitzender des Forum Waffenrecht, Herr Friedrich Gepperth (alle Stellungnahmen und Anträge befinden sich im Anhang), sowie für den Deutschen Schützenbund der Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp von der Vorsitzenden des Innenausschusses, Frau Andrea Lindholz, als Sachverständige geladen.

Im Folgenden die weiteren Sachverständigen:

Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender - Bund Deutscher Kriminalbeamter
Niels Heinrich, Behörde für Inneres und Sport, Hamburg
Andreas Speit, Rechtsextremismusexperte und Journalist
Katja Triebel, Vorsitzende - German Rifle Association

Darüber hinaus hatten noch der Verband Deutscher Büchsenmacher und der Armbrust-Bund eigene Stellungnahmen eingereicht.

Die gesamte Sitzung des Innenausschusses wurde im Internet übertragen und ist an dieser Stelle auch nachträglich einzusehen.     

Neben dem Regierungsentwurf standen auch Anträge der AfD-Fraktion, der FDP-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf der Tagesordnung.

Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines "Dritten Waffenrechtsänderungsgesetzes" stieß nicht nur bei Sportschützenverbänden auf Kritik. 

Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp stellte fest, dass die geplante Verschärfung des Waffenrechts ein gewaltiges Misstrauen und einen Generalverdacht gegenüber den Schützenverbänden und ihren Mitgliedern zum Ausdruck bringe. Die überzogenen Restriktionen führten zu Unverständnis und mithin zu einer allgemeinen Politikverdrossenheit. Friedrich Gepperth, Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS), befand, der Entwurf stelle einen "Frontalangriff auf das Sportschützenbedürfnis zum Waffenbesitz" dar.

DSB-Geschäftsführer Brokamp mahnte Änderungen bei der Prüfung des Bedürfnisses für den Waffenbesitz bei Sportschützen an. Statt einen Schießnachweis pro Waffe zu fordern, sollte lediglich die Waffengattung unterschieden werden (Kurz- oder Langwaffe). Auch sollte der Nachweis, ein Mal im Quartal oder sechs Mal im Jahr geschossen zu haben, ausreichen. Im Entwurf seien jährlich 18 Schießtage pro Waffe gefordert. Die Überprüfung sollte laut Brokamp nach fünf und nach zehn Jahren nach erstmaligem Waffenbesitz erfolgen. Anschließend sollte die Mitgliedschaft in einem Schießsportverein ausreichend sein, um das Bedürfnis fortbestehen zu lassen. Darüber hinaus fordertte er die Wiederaufnahme der allgemeinen Schießstandsachverständigen in den Änderungsentwurf und die Beibehaltung der waffenrechtlichen Privilegierung der Armbrust. 

BDS-Präsident Gepperth sagte, in keinem Land außer in Deutschland seien als Folge der Richtlinienumsetzung die Regelungen zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen für Sportschützen verschärft worden. Ebenso sei lediglich in Deutschland ein Verbot von "großen Magazinen" verhängt worden. Damit sei IPSC-Schießen, eine der größten Schießsportarten, in Deutschland nicht mehr möglich. Dabei sehe die EU-Richtlinie hierfür ganz klar eine Ausnahmemöglichkeit vor, sagte Gepperth.

An einen großen Sicherheitsgewinn durch das Verkaufsverbot großer Magazine glaubten auch die Vertreter der Sicherheitsbehörden nicht. Die Regelung sei überflüssig, befand Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Niels Heinrich von der Polizei Hamburg sagte, er glaube nicht an einen großen Sicherheitsgewinn, da Magazine extrem schnell ausgetauscht werden könnten. Heinrich verwies auf noch vorhandene Sicherheitslücken, die dazu führen könnten, "dass auch weiterhin Kriminelle und Extremisten Zugang zu Waffen und Munition erlangen können". So erfolge beispielsweise überhaupt keine Überprüfung von Angestellten und Mitarbeitern bei Waffenherstellern und Waffenhändlern. Aus dem vorgesehenen Überwachungsmodus würden zudem Personen fallen, die Inhaber eines Jagdscheins oder einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis sind. Weiter sagte Fiedler, eine Regelabfrage bei den Verfassungsschutzämtern hinsichtlich einer Waffenerlaubniserteilung sei absolut sinnvoll, zielführend und erforderlich. Eine automatisierte Abfrage über das Bundesverwaltungsamt könne den Verwaltungsaufwand so minimieren, dass das Zusatzaufkommen beherrschbar sei.

Andreas Speit, Journalist und Rechtsterrorismus-Experte, warnte davor, die Zusammenhänge zwischen militanten Rechtsterroristen und Schützenvereinen "einfach so wegzuwischen". Es gebe in der rechten Szene ein starkes Interesse an industriellen Waffen. Der Einsatz selbstgebauter Waffen wie beim Anschlag in Halle sei eher die Ausnahme, so Speit. Um an Waffen heranzukommen, würden sehr wohl Kontakte zu Schießsportvereinen ebenso wie zu Polizei und Bundeswehr aufgebaut. "Es geht nicht um einen Generalverdacht, sondern um eine generelle Kontrolle", sagte er. Dafür müsse auch die Zuverlässigkeit für Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis klarer definiert werden. Personen, über die Informationen zu ihrer Verfassungsfeindlichkeit vorliegen, müssten grundsätzlich als nicht zuverlässig gelten, forderte Speit.

Die Regelabfrage beim Verfassungsschutz sei eine Placebomaßnahme und führe zu zunehmender Politikverdrossenheit, sagte Katja Triebel, Vorsitzende der German Rifle Association. Kritik übte sie am Verbot des Neuerwerbs großer Magazine. Dafür gebe es keine Begründung. Die EU-Richtlinie gebe das auch nicht vor. Es sei ausreichend, wenn sichergestellt werde, dass nur nicht-berechtigte Personen die Magazine nicht kaufen können, sagte Triebel.

Nach der Expertenanhörung wird der Innenausschuss eine Empfehlung bezüglich einer Beschlussfassung für den Bundestag abfassen, der sich in einer 2. Lesung dann mit dem Gesetzesantrag befasst. 

12.11.2019 - 14:56

Zu Beginn stellte der Präsident die Themen Waffenrecht und Bau des Bundesstützpunktes Wiesbaden/Frankfurt in den Fokus. Nach zahlreichen Treffen mit den politischen Entscheidungsträgern sei es gelungen, in der vergangenen Woche bei der Zusammenkunft mit Bundesinnenminister Horst Seehofer und dessen bayerischen Amtskollegen Joachim Herrmann – vorbehaltlich der Parlamentszustimmung – einen Durchbruch zu erzielen: „Unsere Forderungen bei der Bedürfnisüberprüfung, den Schießstandsachverständigen, den Themen Armbrust und Vorderlader (siehe Bericht vom 7. November) wurden erfüllt bzw. verbessert. Wenn das so kommt, ist das ein herausragender Erfolg unserer Bemühungen“, so von Schönfels. Er dankte an dieser Stelle auch dem neuen 1. Landesschützenmeister des BSSB, Christian Kühn, für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei diesem  für den Gesamtverband so wichtigen Thema.

Auch beim Bau des Bundesstützpunktes direkt neben der Geschäftsstelle in Wiesbaden sei Land in Sicht, wie von Schönfels berichtete: „Das Ende der Baumaßnahmen zeichnet sich ab, wir sollten in der ersten Jahreshälfte 2020 öffnen. Dann geht es darum, das Ganze ans Laufen zu bringen.“ Dazu seien bereits mit der Einstellung eines Betriebsleiters und eines Hausmeisters erste Personalentscheidungen getroffen und umgesetzt worden.

Auch auf Ausrichter-Ebene konnte von Schönfels, der in diesem Jahr viel unterwegs und Gast bei den Landesschützentagen in Württemberg, Baden, Bayern, Nordwest und Hessen war, Positives vermelden: „Die World Archery hat uns dieses Jahr die Ausrichtung der Bogen-WM 2023, die zugleich das letzte Quotenplatzturnier für Paris 2024 ist, übertragen.“ Mit den Deutschen Schützentagen in Gotha 2021, Heidekreis 2023 und Schwäbisch Gmünd 2025 - letztgenanntem Ort wurde auf der Versammlung einstimmig zugestimmt - hat der DSB auch auf diesem Feld Planungssicherheit.

Sport: Tokio 2020 mit kleinem, aber feinem Kader

Vizepräsident Sport Gerhard Furnier und Sportdirektor Heiner Gabelmann gaben einen Überblick über die beiden vorherrschenden Sportthemen: Tokio 2020 und die Leistungssportreform mit ersten Ergebnissen des Potenzialanalysesystems (PotAS). „Aktuell haben wir neun Quotenplätze für Tokio gewonnen. Das ist eine kleine, aber feine Truppe, bei der die Pistolensportler und unsere Bogen-Frauen das Rückgrat bilden“, so Gabelmann. Der Sportdirektor rechnet noch mit weiteren Olympia-Plätzen bei den letzten Quotenplatzturnieren im nächsten Jahr.
Zwei der drei Themenbereiche - der allgemeine Analyseteil und der verbandsspezifische Teil - wurden mittlerweile von der PotAS-Kommission überprüft und sollen am 20. November der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wir haben 580 Dokumente hochgeladen und 1056 Fragen beantwortet“, gab Gabelmann einen Überblick zu der umfangreichen Arbeit, deren Ergebnisse Grundlage für die zukünftige Förderung durch den Bund sind. Der dritte Themenkomplex, die Ergebnisse der Olympischen Spiele in Tokio, schließt dann das Bewertungssystem ab.

Diverses: Auszeichnung für Öffentlichkeitsarbeit, Jugend stärker einbinden

Auch weitere Themen betrafen die Zukunft. So erwähnte von Schönfels die diesjährige Auszeichnung für die Bewegtbildberichterstattung der DSB-Öffentlichkeitsarbeit durch die Europäische Schießsportkonföderation ESC und betonte zugleich, dass diese auch zukünftig ausgewogen fortgesetzt werden solle.

Nach den Neuwahlen des Jugend-Vorstandes vor kurzem auf dem Bundesjugendtag in Köln möchte von Schönfels die Jugend stärker einbinden, „um Kräfte zu bündeln und weil die Jugend für die Zukunft des Verbandes eine herausragende Stellung einnimmt.“

DSB-Vizepräsident Verbandsentwicklung/Ethik Prof. Marcus Stumpf begrüßte, dass in Kürze in Frankfurt/Main die erste Regionalkonferenz zur Mitgliederentwicklung bzw. -gewinnung stattfinde, um dort Informationen für die Basis zu geben und „Leuchtturmprojekte“ zu präsentieren. Er appellierte an die anderen Landesverbände, im nächsten Jahr mit weiteren Regionalkonferenzen zu dieser Thematik nachzuziehen.

Auch DSB-Vizepräsidenten Bildung Susanne Mittag richtete ihren Blick in die Zukunft und kündigte die erste DSB-Bildungskonferenzen vom 10. bis 12. Juli im neuen Bundesstützpunkt Wiesbaden/Frankfurt an. Zudem werde die verbandliche Bildung überprüft und ggf. angepasst, um den Aufgaben in der Aus- und Fortbildung für alle Bereiche (Trainer, Kampfrichter, Funktionäre, Jugend) gerecht zu werden und zukunftsgemäß aufzustellen. 

Die Delegierten stimmten der neuen Ehrungsordnung, die Vizepräsident Tradition Wilfried Ritzke vorgestellt hatte, einstimmig zu und gaben dem Präsidium den Auftrag, Datenbanklösungen für die Bereiche Mitglieder-, Sport- und Wettkampfverwaltung zu prüfen.

Zudem gab es noch zwei Personalien. Tanja Frank, Präsidentin des Hessischen Schützenverbandes, nimmt die vakante Position im DSB-Finanzausschuss ein, Ulrike Koini ist als Jugendvertreterin neues Mitglied im Bildungs-Ausschuss. Dies hatte das Präsidium tags zuvor beschlossen.

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