21.02.2020 - 09:17

Souverän als Erster (Tacherting) bzw. Zweiter (Ebersberg) habt ihr euch für das Bundesligafinale qualifiziert. War es ein Spaziergang oder sieht das nur tabellarisch so aus?
Katharina Bauer: „Es war auf jeden Fall kein Spaziergang. Unser Ziel ist jedes Jahr von Anfang an, dass wir uns für das Finale qualifizieren. Am Saisonanfang weiß man zwar, wie wir aus unserer Mannschaft so schießen, aber wir wissen nie genau, wie die anderen Mannschaften so aufgestellt sind und wie die Schützen von den anderen genau drauf sind. Bei uns waren tatsächlich auch Matches gegen "Nicht-Favoriten" teilweise sehr spannend und auch manchmal knapp. Aber das macht ja die Liga bekanntermaßen so spannend.“
Cedric Rieger: „Spaziergang wird den anderen Vereinen und den Leistungen aller sicher nicht gerecht. Man muss jedes Match für sich konzentriert beginnen und die Anspannung während des Wettkampfes hoch halten. Wir haben im Vorfeld und während der gesamten Saison hart an uns gearbeitet und haben uns mit dem zweiten Tabellenplatz belohnt.“

Cedric, Ebersberg hat sich den Luxus erlaubt, beim ersten von vier Vorrunden-Wochenenden ohne das Top-Trio anzutreten. Wart ihr euch so sicher, dass ihr es dennoch schafft?
Cedric Rieger: „Nein, das hat mit sicher fühlen nichts zu tun. Einige Mannschaftkameraden waren an dem Tag in Holland bei „Kings of Archery“ zugegen. Das war schon länger bekannt, und wir haben volles Vertrauen in jeden Schützen aus unserem Team.“

Katharina, euer Team besteht aus fünf Kaderschützen. Macht es das einfacher oder schwieriger, weil ja jeder immer schießen möchte? Wer legt fest, wer schießt?
Katharina Bauer: „Unser Trainer Helmut Huber bezeichnet es immer als "Luxus", dass er aus fünf Kaderschützen auswählen darf. Er legt circa eine Woche vor dem jeweiligen Wettkampftag eine Startaufstellung fest, in der jeder Schütze dieselbe Anzahl an Einsätzen bekommt. Das halte ich für eine sehr gute Lösung, da von Anfang an jeder von uns genau weiß, wann er schießen darf. Das bringt zum einen Ruhe in unser Team und zum anderen vermeidet das auch negative Gedanken, wenn man ausgewechselt wird. Diese Saison war es sogar so, dass an den ersten drei Wettkampftagen jeweils einer von uns freiwillig in unserer zweiten Mannschaft in der zweiten Bundesliga ausgeholfen hat. Das hat den Vorteil, dass dann jeder von uns noch mehr Einsätze und Erfahrung am jeweiligen Wettkampftag hat.“

Mit 9,83 Ringen (Rieger) bzw. 9,66 Ringen (Bauer) wart ihr die besten Schützen in eurem Team. Gibt es einen internen Wettstreit darum und spornt das zusätzlich an?
Katharina Bauer: „Bei uns gibt es keinen internen Wettstreit darüber. Jeder gönnt es jedem, und wir liegen ja alle ganz knapp beieinander. Wir haben einen anderen internen Wettstreit und dieser hat einen ganz hohen Stellenwert: Bei uns wird mitgeschrieben, wer bei einer 59-er Passe die einzige Neun geschossen hat. Die Person bekommt dann einen Strich auf die Hand. Wer bei einer 58-er eine Acht geschossen hat, bekommt sogar zwei Striche. Bei einer 60 bekommt unser Trainer einen Strich. Am Ende der Saison wird dann geschaut, wer die meisten Striche gesammelt hat. Die Striche müssen dann beim Bundesligafinale traditionell bayerisch "eingelöst" werden...“
Cedric Rieger: „Wir sind Vollblutsportler. Jeder von uns will immer sein Bestes für die Mannschaft, seinen Verein und natürlich auch für sich selbst geben. Wir haben keinen internen Wettstreit über die besten Ringzahlen, dennoch freut es ungemein, wenn man seine persönliche Bestleitung übertrifft und im Verlauf des Wettkampfes bestätigen kann.“

Cedric, du hast beim World Series-Finale in Las Vegas den starken dritten Rang belegt. Wie ordnest du diesen ein?
Cedric Rieger: „Das ist ein sportliches Event auf Weltklasseniveau und war für mich ein sehr gelungener Einstieg ins Jahr 2020. Ich konnte mich mit vielen tollen Schützen messen, und das hat mir gerade im Hinblick auf Olympia und die noch kommende Qualifikation für Tokio einen großen Motivationsschub gegeben.“

Ihr kommt aus den USA und habt dort das olympische 70m-Training forciert. Wie schwierig ist es für euch, von outdoor auf indoor zu schalten?
Katharina Bauer: „Das stimmt, wir fokussieren uns diesen Winter definitiv auf die 70 Meter. Meine 18-Meter Trainingseinheiten kann ich an zehn Fingern abzählen. Bei mir ist es so, dass ich nach längerem 70Meter-Training schon ein paar Pfeile brauche, um mich wieder an die 18-Meter zu gewöhnen. Die Körperhaltung ist da ein bisschen anders und man muss viel genauer zielen. Das hat bisher aber immer ganz gut geklappt.“
Cedric Rieger: „Das ist in der Tat eine Herausforderung sich umzustellen. Sowohl die Körperhaltung als auch die Optik ist aufgrund der unterschiedlichen Entfernungen ein großer Unterschied. Es benötigt schon eine Trainingseinheit, um die gewohnten Abläufe wieder zu spüren und die Sicherheit zu finden.“

Tacherting hat die Südliga gewonnen, in den drei direkten Duellen bei Anwesenheit der Topleute ein Unentschieden und zwei Niederlagen gegen Ebersberg kassiert. Ein Vor- bzw. Nachteil für das Bundesligafinale oder egal?
Katharina Bauer: „Ich halte es für "egal". Ganz nach dem Motto "neuer Tag, neues Glück". Die letzten Matches gegen Ebersberg waren immer sehr eng. Uns fehlte meist für Punkte nur ein Ring und das sind nur ein paar Millimeter. Beim Bundesligafinale kann das Ganze schon wieder ganz anders aussehen.“
Cedric Rieger: „Die zwei Mannschaften sind auf einem sehr hohen Niveau, da muss für einen Sieg alles passen. Aus diesem Grund kann man nicht von einem Vor- bzw. Nachteil sprechen.“

Wie schätzt ihr eure Gruppen beim Bundesligafinale ein?
Katharina Bauer: „Das ist eine schwierige Frage. Wir sind in einer Gruppe mit der SGi Welzheim, BSC BB Berlin und Sherwood BSC Herne. Alle Teams in unserer Gruppe sind sehr erfahren und nicht zum ersten Mal beim Bundesligafinale dabei. Beim Finale kommt es auch auf die Tagesform der einzelnen Schützen an. Deswegen lasse ich mich da überraschen. Es wird auf jeden Fall spannende Matches geben.“
Cedric Rieger: „Im Finale gibt es keine leichten Gegner. Der Nordmeister Dauelsen hat den besten deutschen Schützen in seinen Reihen. Querum hat am letzten Spieltag eine beeindruckende Serie hingelegt und Villingen ist uns aus der Südliga wohlbekannt und immer für eine Überraschung gut. Alles in allem eine interessante Gruppe.“

Welchen Stellenwert hat das Bundesligafinale für euch?
Katharina Bauer: „Das Bundesligafinale ist uns - ich spreche da auch im Namen meiner ganzen Mannschaft - sehr wichtig. Wir fiebern mit dem ganzen Verein das ganze Jahr darauf hin. Deswegen freuen wir uns schon sehr darauf.“
Cedric Rieger: „Für mich ist es das dritte Bundesligafinale, an dem ich teilhaben darf. Es ist ein Ereignis, auf das wir uns alle freuen und es kaum erwarten können. Aus sportlicher Sicht ist es einmalig auf der Welt und auch das Ambiente und die Zuschauer sind für uns Sportler immer wieder ein Erlebnis.“

Wer sind die Anwärter auf den Titel 2020 in Wiesbaden?
Katharina Bauer: „Ich würde auf die BSG Ebersberg tippen. Alle Schützen sind momentan in Topform. Aber ich lasse mich da einfach mal überraschen. Wir wollen da auf jeden Fall auch mitmischen...“
Cedric Rieger: „Um solch einen Titel zu gewinnen, gibt es viele Faktoren, die entscheidend sein können. Das Training, wie man in den Wettkampf kommt und auch die Tagesform. Jeder Verein startet bei null und hat die gleichen Chancen. Am Ende hoffe ich, dass wir ganz oben stehen.“

20.02.2020 - 14:04

„Wir sind fassungslos und sprechen den Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme aus“, äußerte sich Vizepräsident Recht Walter Wolpert in einer ersten Stellungnahme und sagt weiter: „Dass die Tat einen rechtsradikalen, rassistischen Hintergrund hat, macht sie noch verachtenswerter.“ Der Deutsche Schützenbund spricht sich in aller Deutlichkeit gegen jede Form von Extremismus in unserer Gesellschaft aus, hat dies in seiner Satzung fest verankert und beteiligt sich mit Nachdruck an der Aufklärungs- und Informationspolitik unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Dass nun das gesamte Sportschützenwesen und das vor kurzem weiter verschärfte Waffenrecht in Frage gestellt werden, ist ein menschlicher Reflex, der jedoch nach DSB-Ansicht zu kurz greift. Das deutsche Waffenrecht gilt als eines der schärfsten weltweit, Sportschützen als legale Waffenbesitzer zählen ohne Zweifel zu dem am stärksten kontrollierten und zugleich gesetzestreuesten Personenkreis in Deutschland. Gegen menschliches Fehlverhalten und kriminelle Energie helfen jedoch die besten Gesetze nicht. 

Die Anforderungen für den Besitz sind für Sportschützen (zu Recht) hoch. Deshalb wird auch in den Jahren nach dem Ersterwerb einer Waffe der Sportschütze weiter auf seine Zuverlässigkeit und sein Bedürfnis überprüft, nach dem neuen Waffengesetz demnächst auch durch den Verfassungsschutz.

“Es gibt genügend Kontrollen für Sportschützen! Sie müssen mindestens ein Jahr Vereinsmitglied sein, um eine Waffenbesitzkarte beantragen zu dürfen. Darüber entscheidet dann die Genehmigungsbehörde nach einer Zuverlässigkeitsprüfung, wobei auch das polizeiliche Führungszeugnis berücksichtigt wird", erklärt Wolpert.

Der DSB möchte nichts beschönigen. Es sind elf Menschen ums Leben gekommen, weitere wurden verletzt. Dem kann man kaum etwas Rationales entgegensetzen. Die erneute Diskussion um das Schützenwesen und den Generalverdacht gegenüber unseren 1,35 Millionen Mitgliedern in über 14.000 Vereinen, die tagtäglich zeigen, dass sie die Gesellschaft stärken und ihren Sport friedlich ausüben, lehnt der DSB jedoch ab.

20.02.2020 - 08:05

Maxi, herzlichen Glückwunsch zu deiner bestanden Prüfung! Wie fühlt sich das an als frisch gebackener Polizeimeister?
Dallinger: „Zeit ist es geworden, aber eigentlich fühlt es sich nicht anders an als zuvor, da ich jetzt so und so frei hätte. Komisch wird es, glaube ich, erst im Oktober, wenn normalerweise die Ausbildung wieder beginnen würde. So mache ich jetzt mit meinem Chef auf der Dienststelle einen individuellen Plan für mich, bis ich im Oktober wieder eine Woche auf der Dienststelle in Erding bin.“

Nimm uns mit auf die letzten 4,5 Jahre deiner Ausbildung bei der Polizei…
Dallinger:„2015 bin ich in die Trainingsgruppe `Burning Eyes` hinzugestoßen mit Michi (Michale Janker, Anm. d. Red.), Schalli (Nicolas Schallenberger, Anm. d. Red.), Brodi (Daniel Brodmeier, Anm. d. Red.), Barbara (Engleder, Anm. d. Red.) und Andi (Andreas Geuther, Anm. d. Red.). Drei davon waren bei der Polizei, das wollte ich auch, denn sie haben immer davon geschwärmt. Dann habe ich mich ebenfalls beworben.“

Welche Kriterien muss man erfüllen, wenn man in der Sportfördergruppe aufgenommen werden will?
Dallinger: „Man muss durch das normale Aufnahmeverfahren, kommt zur Bewerbungsberatung für Spitzensportler und absolviert sowohl den Theorie- als auch Sporttest – sowie alle anderen auch.“

Wie unterscheidet sich im Anschluss eure Ausbildung in der Sportfördergruppe zur „normalen“ Laufbahn bei der Polizei?
Dallinger: „Wir haben einen kürzeren Ausbildungstag mit ca. 28 Wochenstunden. Spätestens um halb Drei ist für uns Schluss. Für uns gibt es keine Ausnahmen beim Basiswissen und dem Umgang mit Waffen, aber abgespeckt wird zum Beispiel beim Betriebssport, denn das macht bei uns wenig Sinn. Zum einen ist dort das Verletzungsrisiko höher, zum anderen gehen die meisten nachmittags sowieso drei Stunden ins Training.“

Wie war für dich – als international erfolgreicher Sportschütze – das etwas andere Schießtraining bei der Polizei?
Dallinger: „Wir haben im ersten Jahr nur gelernt, sicher mit der Dienstwaffe umzugehen, bevor wir im Schießkino in Dachau den Ernstfall geübt haben. Natürlich hatte ich ein wenig Vorteile gegenüber denen, die noch nie etwas mit Schießsport am Hut hatten, aber grundsätzlich konnte ich nicht viel davon profitieren, denn es ist ein völlig anderes Schießen mit beiden Händen an der Pistole und der Stand ist ebenso komplett anders.“

Welche Vorteile ergeben sich auf Grund der Sportfördergruppe für dich?
Dallinger: „Es ist vor allem ein zeitlicher. Ich werde für das Training freigestellt und hatte auch während der Ausbildungszeit den zeitlichen Vorteil.“

Ist es nur deshalb für dich überhaupt möglich, den Sport in diesem Maße zu betreiben?
Dallinger: „Wenn es die Sportfördergruppe nicht gäbe, bräuchte ich einen Arbeitgeber, der dementsprechend viel Zeit zur Verfügung stellt, aber welcher Arbeitgeber macht das heute schon? Wenn man sich mittlerweile die Ergebnisse ansieht, weiß man, dass man als Hobbysportler in der Weltspitze nicht mehr mithalten kann.“

War es nach dem Abitur von vornherein dein Plan einmal Polizist zu werden?
Dallinger: „Grundsätzlich wollte ich etwas Handwerkliches machen, da es mir liegt und ich daran Spaß habe. Vor allem mit Holz und Metall arbeite ich auch heute noch gerne in meiner Freizeit. Deshalb hätte ich mich vorstellen können Schreiner oder Kunstschmied zu werden, aber ich habe die Polizei nie ausgeschlossen. Mittlerweile sage ich, dass ich mich mit dem Berufsbild sehr gut identifizieren kann. Es gibt bei der Polizei ja nicht nur den Streifendienst, sondern knapp 120 Arbeitsfelder. Wer da nichts findet, ist falsch am Platz.“

Schießsport bedeutet auch eine hohe finanzielle Belastung. Inwieweit hilft dir da die Sportfördergruppe?
Dallinger: „Trotz Freistellung erhalten wir unseren normalen Lohn, so als wenn wir 24/7 in die Arbeit gehen würden. Für einen Auszubildenden ist das Gehalt bei der Bayerischen Polizei zudem sehr hoch im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen. Außerdem kann es sein, dass wir durch das Innenministerium und das Präsidium eine finanzielle Unterstützung für Trainingslager im Ausland bekommen.“

Durch die Sportfördergruppe triffst du auf Spitzensportler ganz verschiedener Sportarten. Profitiert ihr auch voneinander?
Dallinger: „Wir sind derzeit rund 50 Spitzensportler bei der Bayerischen Polizei, maximal neun pro Klasse. Das heißt, Neun hören jetzt mit der Ausbildung auf, dafür kommen neun Neue hinzu. Ich habe mich immer von meinem Zimmernachbarn, einem Läufer, inspirieren lassen und bin fitnesstechnisch dadurch sehr viel besser geworden. Oftmals tritt man selbst ein bisschen auf der Stelle, da schadet neuer Input nie. So motivieren wir uns gegenseitig um 7.00 Uhr aufzustehen und uns gegenseitig in die Halle zu schleppen.“

Trotz Ausbildungsgehalt ist es schwer für junge Schützen, den finanziellen Aufwand des Profisports zu stemmen. Wie finanziert man sich das als junger Athlet?
Dallinger: „Als ganz junger Schütze sind die größten Finanzierer klar Mama und Papa – wie es wahrscheinlich überall ist. Bei uns im Sport gibt es selten richtig große Sponsoren, trotzdem können wir zum Beispiel von Herstellern profitieren, die uns z.B. mit Munition versorgen, die uns Teile leihen oder wir Teile für sie testen. Dadurch sind die finanziellen Aufwendungen inzwischen gering, aber das kommt eben auch mit der Leistung. Je besser man wird, desto mehr bekommt man.“

Eine Leistung, die du beständig bringst, indem du dich jüngst für die anstehende EM (23. Februar – 2. März) in Breslau qualifiziert hast! Wie befreit kannst du dort jetzt ohne den Prüfungsdruck im Nacken teilnehmen?
Dallinger: „Befreiter ist es nicht, aber anders. Es hat beides etwas Positives, denn in der Prüfungsphase war mein Training wirklich gut, man hat den Kopf eigentlich woanders, stresst sich dadurch aber nicht so arg in Technikprobleme rein. Jetzt sind die Prüfungen vorbei und der Fokus liegt nur auf dem Schießen, dadurch habe ich dafür den Kopf wieder frei. Es ist eine andere Art von Stress und hat Beides Vor- und Nachteile.“

Um ein Schlussfazit deiner Ausbildung zu ziehen: Warum würdest du anderen Athleten die Sportfördergruppe der Polizei empfehlen?
Dallinger: „Generell ist es für all diejenigen, die Sport professionell betreiben wollen, aber vor allem auch für die – und das haben mir damals alle gesagt, was ich heute genauso sehe – denen das Berufsbild eines Polizisten zusagt. Wenn man sich damit nicht identifizieren kann, ist es schwierig. Klar, könnte man diese Zeit ausnutzen, aber das ist nicht Sinn der Sache. Deshalb sollte man sich mit dem Beruf anfreunden und dann kann man es optimal mit dem Sport verbinden.“

Für dich geht es sportlich jetzt aber erst einmal mit der Europameisterschaft weiter. Dein persönliches Ziel?
Dallinger: „Die Quotenplatzsituation ist nach wie vor nicht sehr positiv. Egal, wie es läuft oder wer die Nase von uns vorne hat, ein Quotenplatz wäre nicht schlecht für das Klima! Mein Ziel ist auf jeden Fall das Finale. Das ist drin und alles, was dann passiert, ist offen.“

Du hast erzählt, dass dich der Prüfungsdruck im Nacken eher stärker gemacht hat, hilft dir diese Erfahrung auch mit dem Druck des Quotenplatzes im Nacken?
Dallinger: „Ja, ich glaube schon. Wenn man einen sportlichen Geist hat weiß man, dass diese Stresssituationen unter Anspannung und Angst nichts Negatives sind, sondern gerade wenn der Arsch flattert, wird es gut! Genau dann muss die Arschbacken zusammenbeißen und mutig sein. Ohne das geht es nicht, denn einen schönen entspannten Wettkampf hatte noch nie jemand, in einer solchen Situation.“

19.02.2020 - 10:34

Monika Karsch präsentierte sich zuletzt mit Deutschem Rekord im Finale beim Grand Prix in Pilsen in Topform, Anna Janßen und Julia Simon glänzten im Bundesligafinale. Welches Ziel habt ihr euch als Team gesetzt?

Georgi: „Unser Ziel ist, dass die Sportler Ihr Leistungsvermögen in den Wettkämpfen umsetzen können, dass wir uns für die Finals qualifizieren und mindestens je einen Quotenplatz holen.“

Roth: „Wir wollen bei den Frauen das Halbfinale erreichen, mit dem Ziel der Qualifikation für ein Medal-Match.“

Der Fokus der Sportler liegt in diesem Jahr auf der Olympiaqualifikation, doch dafür braucht man zuerst Quotenplätze. Breslau bietet die vorletzte Chance dafür und das unter Abwesenheit der Topnationen wie Indien & China. Habt ihr euch speziell auf diese Herausforderung vorbereitet und wird dadurch der Quotenplatz greifbarer?

Georgi: „Mit der Mannschaft haben wir uns mit internationalen Wettkämpfen und Lehrgängen auf diese Meisterschaft vorbereitet und die Sportler haben in den letzten Wochen sehr intensiv und qualitativ hochwertig zu Hause und in den Stützpunkten trainiert.“

Roth: „In Vorbereitung auf die EM fanden für die EM-Teilnehmer zwei IWK´s (Meyton- & H&N-Cup), sowie zwei spezielle Lehrgänge Mitte Januar und Februar zur EM-Vorbereitung statt. Voraussetzung für den Gewinn von Quotenplätzen sind von unserer Seite entsprechend gute Leistungen in der Qualifikation. Es gibt jedoch auch noch viele andere Nationen, welche das gleiche Ziel haben...“

Dein Team besteht aus einem Mix von jungen & erfahrenen Athleten. Wo seht ihr die Chance für das diesjährige EM-Team?

Georgi: „Dieser Mix ist sehr gut und unsere beiden Teams sollten nicht unterschätzt werden. Dass sich die jungen Sportler in die Nationalmannschaft und für das EM-Team qualifizieren konnten, zeigt, dass die Landestrainer und die Bundestrainerin mit ihren Betreuerteams eine gute Nachwuchsarbeit machen. Sonst wäre dies gar nicht möglich.“

Roth: „Neben zwei Neulingen im Team, hat Anna Janßen ihren ersten EM-Start bei den Frauen. Allerdings konnte sie bereits 2019 erste Erfahrungen bei den Frauen bei insgesamt drei Weltcup-Einsätzen sammeln.“

Wichtig ist immer, dass man zufrieden von Wettbewerben nach Hause fährt. Was müsste bei der EM passieren, damit ihr zufrieden seid mit dem Verlauf der EM?

Georgi: „Zufrieden bin ich, wenn jeder Sportler alles dafür tut, um sein Leistungsvermögen umzusetzen. Wenn sie selbstbewusst, mit Freude und mit dem Vertrauen an sich selbst an diese Aufgabe herangehen und sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Was dann dabei herauskommt und wo wir damit stehen, werden wir dann sehen.“

Roth: „Ich würde mir wünschen, dass die Sportler ihre Trainingsleistungen im Wettkampf umsetzen und dann je eine Final-Qualifikation bei den Männern sowie Frauen herausspringt. Und natürlich wäre ich sehr zufrieden, wenn wir am Ende mit einem Quotenplatz dabei nach Hause fahren.

 

Das deutsche EM-Team

Gewehr

Frauen: Julia Simon, Anna Janßen, Sabrina Hößl
Männer: Maximilian Dallinger, Sebastian Franz, Julian Justus
JuniorInnen: Franka Janßen, Johanna Tripp, Larissa Weindorf, Pascal Walter, Benedikt Mockenhaupt, Dominik Fischer

Pistole

Frauen: Julia Hochmuth, Monika Karsch, Andrea Heckner
Männer: Michael Schwald, Robin Walter, Kevin Venta
JuniorInnen: Vanessa Seeger, Natalie Köhler, Tabea Ocker, Jan-Luca Karstedt, Sebastian Schulz, Nils Strubel

Laufende Scheibe

Kris Großheim, Daniela Vogelbacher

 

18.02.2020 - 14:04

Nord: Kahllund dominiert im Norden

Florian Kahllund (SV Dauelsen): Florian Kahllund hat eine phantastische Vorrunde absolviert! Der 26-Jährige war wie im Vorjahr bester aller Schützen und steigerte seine Leistung gar nochmals. Wies er in der vergangenen Saison 9,81 Ringe im Schnitt aller seiner 28 (!) Wettkämpfe auf, steigerte er diesen Wert nun auf 9,85. Der Titel beim World Series-Finale in Las Vegas mit dem Finalsieg über Weltmeister Brady Ellison unterstreicht seine hervorragende Form, die ihn im Sommer auch nach Tokio führen soll.

Jannis Kramer (BSC BB-Berlin): Wohl dem, der so einen Kader hat! Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lisa Unruh übernahm Elena Richter, Deutsche Meisterin im Freien 2019, die Führung des Berliner Teams. Vor allem Jannis Kramer (9,68 Ringe) überzeugte, der mit Richter und Christoph Breitbach ein sehr leistungsstarkes Trio mit einem Mannschaftsschnitt von 9,60 bildete. Wiesbaden scheint für Kramer ein gutes Pflaster zu sein, denn 2018 kürte er sich auf dem Bowling Green zum Deutschen Junioren-Meister im Freien.

Heiko Keib (SV Querum): 9,67 Ringe pro Pfeil erzielte Heiko Keib für seine 28 Liga-Auftritte. Damit ist der Hallen-Einzelmeister des vergangenen Jahres die klare Nummer eins von Querum sowie die Nummer acht der Liga. Dank seiner Qualität schossen sich die Niedersachsen beim Heimspiel noch auf Platz drei und träumen nun von einer weiteren Final-Medaille, Trainer Adolf Kemper gar vom dritten Titel.

Lukas Winkelmeyer (Sherwood BSC Herne): Ein ausgeglichenes Team geht für den zweimaligen Titelträger Sherwood BSC Herne auf Ringe-Jagd. Mit 9,54 Ringen war Lukas Winkelmeyer Bester seiner Mannschaft, die nach drei Vorrunden-Wettkämpfen klar auf dem dritten Platz rangierte, dann aber im Endspurt nur noch einen Sieg landen konnte. Auf ein Tief folgt oftmals ein Hoch – auch für Winkelmeyer & Co?

Süd: DSB-Kaderschützen ganz vorne

Cedric Rieger (BSG Ebersberg): Bei Titelverteidiger BSG Ebersberg hätte man jeden Sportler nennen können. Schließlich sind Cedric Rieger (9,83), Maximilian Weckmüller (9,72) und Michelle Kroppen (9,71) die Nummern zwei bis vier der Vorrunden-Einzelrangliste. Rieger unterstrich seine hervorragende Hallen-Leistung beim World Series-Finale in Las Vegas, als er Dritter wurde. Im Halbfinale verlor er knapp 4:6 gegen Kahllund… Ist das ein Zeichen für Wiesbaden oder gibt es dort die Revanche?

Katharina Bauer (FSG Tacherting): Was für Ebersberg gilt, hat auch für Südmeister Tacherting Gültigkeit: Alle eingesetzten Schützen liegen auf höchstem Niveau sehr eng beieinander, Trainer Hansi Huber hat die Qual der Wahl unter seinen fünf Nationalkader-Schützen, die einen Schnitt von 9,66 bis 9,62 aufwiesen. Der Teamdurchschnitt von 9,62 war der Höchste, den jemals eine Tachertinger Mannschaft geschossen hat, dementsprechend ambitioniert gehen Katharina Bauer und ihre Mitstreiter in das Finale.

Jonathan Vetter (SGi Welzheim): In der vergangenen Saison ging der Stern von Jonathan Vetter so richtig auf: Beim Weltcup in Berlin drang der Youngster bis in die dritte Runde vor und eliminierte dabei den Weltranglisten-Dritten Steve Wijler (NED). Keine Eintagsfliege, wie der 19-Jährige jetzt in der Hallensaison zeigte. Mit 9,70 Ringen führte er den Rekordmeister souverän ins Bundesligafinale, wo es gilt, die nächsten Favoriten zu schlagen.

Nico Schiffhauer (BC Villingen-Schwenningen): Das jüngste Team der Liga zeigte einen fulminanten Schlussspurt und verdiente sich somit den Einzug in das Finale. Dabei konnte Villingen-Schwenningen vor allem auf Nico Schiffhauer bauen, der mit 9,56 Ringen konstantester Schütze seines Teams war. Und vielleicht gelingt es nach dem Bronze-Überraschungscoup aus dem Vorjahr erneut, die große Überraschung des Bundesligafinals zu werden.

18.02.2020 - 09:29

Für den sorgte das DSB Männer-Team (Florian Kahllund, Maximilian Weckmüller, Johannes Maier), das den bestehenden Rekord von 2005 Ringen aus dem vergangenen Jahr auf 2009 Ringe verbesserte. Auch die anderen deutschen Platzierungen konnten sich in dem internationalen Teilnehmerfeld (86 Athleten aus 16 Nationen) sehen lassen: Die Frauen-Teams belegten Platz eins und drei, das Männer-Team Platz drei, die Mixed-Teams landeten auf Platz zwei und drei, zudem sorgten Maximilian Weckmüller (5. Platz), Johannes Maier (6. Platz) und Veronika Haidn-Tschalova (4. Platz) für gute Platzierungen in den Einze-Wettbewerben.

„Wir hatten optimale Trainingsbedingungen bei 20°C und Dauersonnenschein und Trainingszeiten von 8.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Alle haben ca. 2.400 Pfeile in acht Tagen geschossen“, berichtet ein zufriedener Bundestrainer Oliver Haidn.

Die deutsche Delegation fliegt am Dienstag, 18. Februar, von San Diego zurück nach Frankfurt, anschließend geht es in die Heimatorte. Kurz nach dem Outdoor-Trainingslager steht mit dem Bundesligafinale in Wiesbaden am 29. Februar ein Höhepunkt der Hallensaison an, dann sind zwölf der 14 Athleten aus Chula Vista am Start.

Folgende DSB-Schützen waren in Chula Vista

Michelle Kroppen, Elena Richter, Elisa Tartler, Katharina Bauer, Veronika Haidn-Tschalova, Lisa Unruh, Clea Reisenweber, Florian Kahllund, Cedric Rieger, Maximilian Weckmüller, Jonathan Vetter, Felix Wieser, Moritz Wieser, Johannes Maier

17.02.2020 - 10:39

In diesem Jahr hat sich ein bunt gemischtes Team aus international erfahrenen Schützen wie Johanna Tripp (Gewehr) oder Vanessa Seeger (Pistole) und Newcomern wie Pascal Walter (Gewehr) und Sebastian Schulz (Pistole) für die EM qualifiziert. Wo seht ihr die Stärken eures Teams und wo liegen eure Erwartungen?

Vedicchio-Krause: „Wie der H&N-Cup und die Lehrgänge gezeigt haben, zeigt das EM-Team einen sehr guten Teamgeist. Die gegenseitige Unterstützung ist super und dies wünsche ich mir auch in Polen. Da die Newcomer auf nationaler Ebene nicht so unerfahren sind, können wir sehr gespannt auf die Performance der Mannschaft sein.“

Kulla: „Diese Mischung ist charakteristisch für Nachwuchsarbeit. Auf der einen Seite erfahrenere Sportler, die gegenüber den anderen eine Leitfunktion einnehmen, d.h. der Verhaltensorientierung dienen können; auf der anderen Seite unerfahrene Sportler, die Entwicklungschancen erhalten. Als Team passen die sechs Jugendlichen ganz prima zusammen, was für die gegenseitige Unterstützung und die Gesamtatmosphäre absolut positiv ist.“

International dominieren momentan Indien und China die Schießsportwelt. Beide Nationen sind bei der EM natürlich nicht am Start. Wie schätzt ihr euer Team im europäischen Vergleich ein?

Verdicchio-Krause: „Wir sollten in Europa nicht die Russen, Italiener und die Franzosen vergessen, diese Länder haben sehr gute Junioren und stellen bei den internationalen Vergleichen immer sehr gute Mannschaften. Dennoch brauchen wir uns nicht zu verstecken. Beide Teams sind sehr gut aufgestellt und haben in den letzten Wochen gezeigt, dass da was gehen könnte, um es mit den Worten der Sportler zu sagen.“

Kulla: „Im Verhältnis zur europäischen Konkurrenz liegt unser Leistungsgewicht aktuell eher auf der weiblichen Seite. Die Trauben hängen aber auch hier sehr hoch. Ein Ticket für das Finale muss hart erkämpft werden und wäre ein toller Erfolg, besonders vor dem Hintergrund der aktuell sehr hohen schulischen und universitären Belastung einiger Sportler. Bei den männlichen Junioren geht es eher um die Umsetzung des momentan vorhandenen Skill-Repertoires bei einem internationalen Wettkampf dieser Hierarchieebene. In der Nachwuchsarbeit kann und sollte man nicht immer alles auf die aktuelle Medaillenperspektive reduzieren, sondern auch der Entwicklung ihren Raum lassen.“

2020 ist der Fokus auf Olympia gerichtet, doch auch die Heim-WM in Suhl wartet auf die Junioren. Welche Bedeutung hat die EM für die Junioren im Jahresverlauf?

Verdicchio-Krause: „Die EM ist ein wichtiger Step im Hinblick  auf die Junioren WM in Suhl.“

Kulla: „In einem Olympiajahr stehen die Räder in der Nachwuchsarbeit nicht still, auch wenn das mediale und öffentliche Interesse verständlicherweise auf die Olympischen Spiele gerichtet ist. Für uns sind die ISSF Junioren-Weltmeisterschaften, die im Juli in Suhl stattfinden, sowie die Druckluft- und KK-Europameisterschaften die Höhepunkte des Jahres. Die KK-Europameisterschaften liegen im Sommer unmittelbar vor der WM, sodass wir sie als Vorbereitung für die WM nutzen können. Die LG-Europameisterschaften sind durch ihre terminliche Lage jedoch zu weit vorgelagert und werden daher als isolierter und eigenständiger betrachtet und vorbereitet.“

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch für eure EM-Teilnehmer wünschen?

Verdicchio-Krause: „Erfolg, neue interessante Erfahrungen und Spaß!“

Kulla: „Dass sie aus dieser EM mit Hunger auf mehr rausgehen!“

 

Das deutsche EM-Team

Gewehr

Frauen: Julia Simon, Anna Janßen, Sabrina Hößl
Männer: Maximilian Dallinger, Sebastian Franz, Julian Justus
JuniorInnen: Franka Janßen, Johanna Tripp, Larissa Weindorf, Pascal Walter, Benedikt Mockenhaupt, Dominik Fischer

Pistole

Frauen: Julia Hochmuth, Monika Karsch, Andrea Heckner
Männer: Michael Schwald, Robin Walter, Kevin Venta
JuniorInnen: Vanessa Seeger, Natalie Köhler, Tabea Ocker, Jan-Luca Karstedt, Sebastian Schulz, Nils Strubel

Laufende Scheibe

Kris Großheim, Daniela Vogelbacher

17.02.2020 - 10:25

So trafen sich Willi Grill (ISSF Technical Director), Stefan Rinke (DSB Vizepräsident Jugend) und Gerhard Furnier (DSB Vizepräsident Sport) am 13. Februar 2020 am Sitz des Schießsport-Weltverbandes ISSF in München zur Vorbereitung der Junioren WM 2020 in Suhl.

In Suhl werden in den Disziplinen Flinte, Gewehr und Pistole die WM-Medaillen vergeben, wie vor drei Jahren stehen erneut die hervorragenden Anlagen des Schießsportzentrums Suhl zur Verfügung.

14.02.2020 - 13:38

Erst vor zwei Wochen wurde Karsch erstmals zur Sportschützin des Jahres gewählt. Aufgrund ihrer vier EM-Titel, ihrer herausragenden Leistungen bei den Weltcups, dem Gewinn des Quotenplatzes sowie zahlreicher DM-Titel im vergangenen Jahr.

Karsch sagte nach der Ehrung: „Sportlich war für mich ein super Jahr, es hätte kaum besser laufen können. Es ist einfach schön, wenn man in der Region gewählt wird und die Erfolge wahrgenommen werden. Das ist gerade für einen Schützen etwas Besonderes.“

Die zweifache Mutter und Bundeswehr-Angehörige wurde mit einer Laudatio von Caroline Rauscher bedacht, zudem gab es ein Einspiel-Video vom Schießstand ihres Klubs SV Kelheim-Gmünd. Alles zu sehen im unten angehängten Video, die Ehrung von Karsch ist gleich zu Beginn (ab 2:40 bis 20:00).

Auch Christian Reitz stand als Sportler des Jahres zur Wahl und belegte den dritten Platz

14.02.2020 - 09:18

Damit nimmt die 40-jährige nach Rio de Janeiro 2016 zum zweiten Mal am weltweit wichtigsten Sportereignis teil: „Ich freue mich sehr über meine zweite Teilnahme an den Olympischen Spielen als Kampfrichterin und das in mich gesetzte Vertrauen! Ich denke, für alle Sportler sind die Olympischen Spiele der absolute sportliche Höhepunkt, und auch für mich sind sie etwas ganz Besonderes, auch wenn ich nicht als Sportler, sondern als Kampfrichter dabei sein darf“, so Steffens in einer ersten Reaktion.

Steffens freut sich auf Atmosphäre und klimatische Herausforderung
Steffens ist innerhalb des Deutschen Schützenbundes die Verantwortliche für das Kampfrichterwesen im Bogensport und war als erste Frau Mitglied des Kampfrichter-Komitees bei der WA. Nun zählt sie zu den 14 auserwählten Kampfrichtern für Tokio 2020: „Zu dem kleinen Kreis gehören zu dürfen, der diese Olympischen Spiele live miterleben darf, ehrt mich sehr. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet, nicht nur auf das Wetter bezogen, sondern auch auf die Menschen, die Mentalität, die Atmosphäre. Das sind alles Aspekte, die sich von denen der letzten Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sicherlich unterscheiden werden. Und natürlich bin ich sehr gespannt auf das Abschneiden der deutschen Teilnehmer und freue mich, bei den sportlichen Entscheidungen wieder live dabei zu sein!“

Seit 2011 ist Steffens als internationale Wettkampfrichterin im Einsatz und hat dementsprechend viel internationale Erfahrung gesammelt. Tokio wird definitiv eine Herausforderung werden, allein schon aufgrund der klimatischen Bedingungen, wie Steffens erklärt: „Im vergangenen Jahr durfte ich bereits beim Test-Event dabei sein, wobei ein besonderes Augenmerk auf das heiße Wetter gelegt wurde. Allerdings war es der kälteste Sommer seit 30 Jahren, wie ich gehört habe, und so konnte man sich nicht auf die klimatischen Verhältnisse einstellen, die während der Olympischen Spiele vorherrschen werden.“

DSB-Männer haben noch zwei Qualifikationschancen
Die Bogen-Wettkämpfe in Tokio finden vom 24. Juli bis 1. August statt - insgesamt werden in fünf Entscheidungen (Team Frauen & Männer, Einzel Frauen & Männer, Mixed) die Medaillen vergeben. Bislang hat sich ein deutsches Frauen-Trio (das Maximum) für die Spiele qualifiziert, die deutschen Männer haben noch zwei Qualifikationsmöglichkeiten bei der EM in Antalya/TUR (20.-26. Mai) und beim finalen Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin im Rahmen des Weltcups (21.-28. Juni).

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