04.05.2022 - 14:05

Ute Blessing, Leiterin Inklusion beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), erläuterte den Grund und das Ziel der Zusammenkunft der ca. 60 Teilnehmer aus ca. 50 Verbänden: „Zum einen wollen wir berichten, was macht der DOSB, was für Gedanken hat er zum Thema Inklusion. Zum anderen wollen wir natürlich wissen, wie denken die Mitgliedsorganisationen darüber? Welche Projekte schweben ihnen vor? Und am Ende soll ein Strategiekonzept stehen, das die AG Inklusion im Vorfeld erarbeitet hat, und dass um die Ideen der Verbände verändert bzw. verbessert werden soll.“

Dass sich die Gruppe beim Deutschen Schützenbund traf, mag Zufall sein, vielleicht aber auch nicht: „Der DSB war einer der ersten Verbände, der sich für das Thema Inklusion interessiert hat und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sichergestellt hat", so Blessing.

Der DSB war einer der ersten Verbände, der sich für das Thema Inklusion interessiert hat und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sichergestellt hat!

In der Tat ist es mittlerweile normal, dass an der Schießlinie behinderte und nicht-behinderte Sportler Seite an Seite stehen. Und dies sogar bis in die Bundesliga, wo Schützen wie Kevin Zimmermann (Wissener SV) oder Natascha Hiltrop (Team Wetterau) ihre Klasse nachweisen. Blessing: „Natürlich hat der Schießsport auch gute Voraussetzungen, er hat es aber auch gewollt.“

Aber auch in allen anderen Sportarten gibt es Möglichkeiten, Inklusion zu leben und Sportler mit Behinderung zu integrieren. Bekannte Beispiele sind Rollstuhl-Basketball, Sitzvolleyball, Tischtennis oder auch die Leichtathletik. So gäbe es im Basketball oftmals Doppelveranstaltungen mit einem Spiel der „Rollis“ und einem der Nicht-Behinderten und für Teamsportarten wie Rollstuhlbasketball oder Sitzvolleyball gebe es ein Punktesystem, das nach Schwere der Behinderung gestaffelt ist: „Es muss eine Punktzahl erreicht werden, sodass ein Team sowohl schwerer als auch leichter behinderte Sportler aufbieten muss“, so Blessing.

Neben der inhaltlichen Arbeit gab es noch zwei weitere Höhepunkte: Zum einen die emotionale Verabschiedung von Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, der langjährigen DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, die das Thema Inklusion innerhalb des DOSB forciert hat. Zum anderen der sportliche Teil, bei dem die Teilnehmer durch Natascha Hiltrop, Schnellfeuerpistolen-Bundestrainer Detlef Glenz, Bundesstützpunkttrainer Manfred Gohres und Kaderschütze Max Ohlenburger kompetent in das Sportschießen eingewiesen wurden und auch das Schießen für Sehbehinderte mit Hilfe von Karsten Nesbor vom Niedersächsischen Sportschützenverband ausprobieren konnten. 

04.05.2022 - 11:42

„Spiele und Bewegung im Verein“ am Dienstag, den 10.05.2022 von 18:00 – 21:00 Uhr

Die Teilnehmenden sollen hierbei einen aktuellen und interessanten Einblick in spielerische Bewegungstrainingsformen und spezielle Möglichkeiten im Schießsport erhalten. Den Partizipierenden werden verschiedene neue Ideen zur Auflockerung und abwechslungsreichen Gestaltung des effektiven Trainings vermitteln. In der Tat werden in dem funktionalen Webinar besonders relevante Übungsformen in Theorie und Praxis demonstriert. Der Referent und Experte Bastian Zitscher wird zudem auch auf detaillierte Themenpunkte und spannende Spielemöglichkeiten („Kleine-Spiele“) eingehen und anschließend noch einen informativen Reflexionspart einbauen, wobei auch jegliche Fragen zum praktischen Kindertraining gestellt werden können.

"Planung und Organisation von Jugendfreizeiten“ am Mittwoch, den 18.10.2022 von 18:00 – 21:00 Uhr

Den daran Teilnehmenden soll in diesem Online-Workshop ein aktueller und effektiver Einblick in die Planung, Gestaltung und Organisation von Jugendfreizeiten mitgeteilt werden. Inhaltlich werden verschiedene, spezielle Möglichkeiten zur Planung und abwechslungsreichen Gestaltung einer Jugendfreizeit vermittelt. Ferner werden in dem funktionalen Online-Workshop besonders wichtige und aktuelle Formen in Theorie und Praxis aufgezeigt. Der Referent Oliver Six wird darüber hinaus besonders aktuelle Inhaltspunkte und praxisnahe Möglichkeiten schulen und danach noch einen informativen Reflexionspart durchführen. Anschließend können jegliche Fragen zur Gestaltung und erfolgreichen Umsetzung gestellt werden.

In beiden Online-Workshops im Mai 2022 werden die Teilnehmenden aktiv eingebunden. Die Gruppen sind klein gehalten, damit Interaktionen zwischen den Referierenden und den anderen Teilnehmenden möglich sind.

Wir empfehlen den Landesverbänden, die beiden Lehrgänge als lizenzverlängernde Maßnahme (4 LE) für C-Trainer sowie Jugendleiter anzuerkennen. Bitte sprechen Sie dies vorher individuell ab.

03.05.2022 - 15:18

Nach den Olympischen Spielen in Tokio wurde ein neues Konzept aus Qualification und Final Stage für die Einzel-, Team- und Mixed-Team-Wettbewerbe erstellt. Während die Änderungen im Rulebook noch druckfrisch sind und zum Weltcup in Lonato nochmals in den Details angepasst wurden, lud der Deutsche Schützenbund schon zur Fortbildungsveranstaltung. Ziel war es, die Wettkampfoffiziellen bestmöglich auf den im Mai stattfindenden Junioren-Weltcup in Suhl vorzubereiten.

Geleitet wurde die Fortbildung von Jannik Röttger (DSB-Einsatzleiter Kampfrichter Flinte), der das Lehrmaterial erstellte und die Inhalte vermittelte, sowie Bodo Gißke (Mitglied des ISSF Shotgun Committee), der das neue Regelwerk mit seinen aktuellen Erfahrungen als Technical Delegate des Weltverbands beim ISSF Weltcup in Lonato ergänzte.

20 Teilnehmer verfolgten aufmerksam die Präsentation zu den Regelneuerungen. Gemeinsame Diskussionen über die praktische Umsetzung im Wettkampfbetrieb rundeten die Lehrveranstaltung ab. Eine Überführung der neuen internationalen Finalregeln in die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes ist für die Saison 2023 geplant.

(Jannik Röttger)

02.05.2022 - 18:18

Am 1.1.1990 trat Gabelmann seine neue Stelle in Wiesbaden an, 32 Jahre später präsentiert sich der deutsche Schützenbund sportlich in einem anderen Licht – dank des umtriebigen Sportdirektors, der mit seiner ruhigen Art dennoch starke Akzente setzte. „Ohne dich sähe der DSB anders aus“, adelte von Schönfels die Arbeit des DSB-Urgesteins.

Und dabei war der Beginn alles andere als einfach: Es galt die Wiedervereinigung zu managen, den Verband im sportlichen Bereich personell neu aufzustellen und zu führen sowie die verschiedenen Gruppierungen innerhalb des DSB – olympische Disziplinen, nicht-olympische Disziplinen, Ehrenamt, Mitarbeiter etc. – zu moderieren. Und das in seiner ihm eigenen Art: „Du warst nie einer, der aufbrausend war, der immer nach Lösungen gesucht hat. Ich kann mich nicht an eine Sitzung erinnern, in der wir uns danach nicht in die Augen sehen konnten“, formulierte Gerhard Furnier, als Vize-Präsident Sport enger ehrenamtliche Partner Gabelmanns, dessen besondere Stärke.

Diese hob auch Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp hervor, der die zahlreichen Stationen näher beleuchtete und mit eindrucksvollen Zahlen hinterlegte: 11802 Tage im Amt („Es gibt wohl keinen Sportdirektor, der es so lange in einem Verband aushält!“), 24 Schützentage und acht Olympische Spiele, auf die Brokamp speziell einging. Bei 21 olympischen Medaillengewinnen war Gabelmann dabei, wobei erfreulicherweise die Anzahl der Goldmedaillen am größten war (9 Gold, 7 Silber, 5 Bronze), was Brokamp zu der Aussage veranlasste: „Wenn es rappelt, dann ordentlich!“ Als Höhepunkte nannte er die Olympischen Spiele in Atlanta 1996 und Rio de Janeiro 2016 mit jeweils fünf Medaillen, verschwieg aber auch nicht, dass nicht immer alles glänzte, wie beispielsweise nach den Spielen in London: „Das war keine leichte Zeit, wo es auch persönliche Angriffe und Schuldzuweisungen gegen deine Person gab!“

Ich bin nicht aus der Welt und behalte meine Telefonnummer!

Heiner Gabelmann zu möglichen "Notfall-Anrufen" seiner Ex-Kolleginnen und -Kollegen

Doch die positiven Zeiten überwogen, dies verdeutlichte Gabelmann in seiner Rede (s. auch Podcast "Volltreffer" unten). Vor allem die vielen sportlichen Events waren Höhepunkte würden ihm immer in Erinnerung bleiben „und die Rückendeckung durch die Geschäftsführung, die Kolleginnen und Kollegen und das Ehrenamt. Das war für einen ,Harmoniejunkie‘ wie mich immer wichtig.“ Dass die schwierige Anfangszeit nicht ganz so spurlos an ihm vorüberging, verdeutlichte Gabelmann mit dem für ihn typischen Augenzwinkern: „Als ich anfing war mein Bart noch braun, wurde dann aber schnell meliert!“ In seiner nun nicht mehr „fremdgesteuerten Zeit“ werde er vor allem auf die Jagd gehen und seine eigene Schnapsbrennerei betreiben. Seinem Nachfolger Thomas Abel überreichte er zum Schluss eine Deutschlandfahne, die er bei allen internationalen Wettkämpfen dabei hatte, als symbolischen Staffelstab und versprach: „Ich bin nicht aus der Welt und behalte meine Telefonnummer.“

Mit einem gut gefüllten Fresskorb sowie einem Fotobuch der Kollegenschaft ging die Feier und die DSB-Ära Heiner Gabelmann offiziell zu Ende, und die ein oder andere Träne wurde noch verdrückt. Danke, Heiner!

02.05.2022 - 16:52

Vor der Feier stand jedoch die Arbeit und so wurde in einem Workshop das neue Leitbild der Stiftung kreiert. Es folgte der sportliche Teil, denn natürlich wollten die Teilnehmer die Gelegenheit nutzen, um ihr Können mit Druckluft-Geräten und Bogen zu erproben.

Der feierliche Teil fand abends statt und wurde durch Peter Beuth, den Hessischen Innen- und Sportminister und Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, sowie Dr. Rolf Müller, den Präsidenten des Landessportbundes Hessen, eröffnet. Beide lobten und betonten die Entwicklung der Stiftung, belegten diese mit Zahlen und untermalten ihre Worte mit einem Highlight-Video.

Erfreulich: Mit Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Natascha Hiltrop und dem Rio-Olympiasieger Henri Junghänel waren zwei Spitzen-Schützen dabei, die von der Förderung der Sporthilfe profitier(t)en und diese durch ihre großartigen sportlichen Erfolge „zurückzahlten“. Sie dankten in einem launigen Interview, das Stiftungsbotschafter und Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen führte, der Stiftung für die langjährige Unterstützung, die auch nach der eigentlichen Karriere nicht ende.

Nach dem offiziellen Teil, an dem DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels als Gastgeber und Olympia-Teilnehmer Oliver Geis als weiterer DSB-Topschütze teilnahmen, feierten die Gäste noch bis spät in den Abend hinein und ließen die 20 Jahre der am 11. Dezember 2001 gegründeten Stiftung Revue passieren.

02.05.2022 - 12:03

Hallo Claudia, hallo Axel. Endlich steht der Junioren-Weltcup vor der Tür, aber was macht diesen internationalen Wettkampf denn so besonders für euch?
Kulla: „Für mich als Nachwuchsbundestrainer und Organisator des Jahreskalenders des NK1 ist es der einzige Weltcup für Junioren. Ein nicht zu unterschätzendes Alleinstellungsmerkmal, das ihn weltweit so attraktiv macht. Der einzige Wettkampf im Kalender der Junioren, der uns außerhalb von Jahreshöhepunkten eine solche Internationalität bietet. Letzteres ist vermutlich auch für die Junioren das Faszinierende. Wir messen uns mit Europäern und Teilnehmern von anderen Kontinenten. Angesichts der Tatsache, dass nach wie vor einige internationale Wettkämpfe Pandemie bedingt abgesagt werden mussten, gewinnt dieser Wettkampf natürlich umso mehr an Stellenwert.“
Krämer: „Der Junioren-Weltcup in Suhl ist schon etwas Besonderes. Auf dieser geschichtsträchtigen Anlage im Thüringer Wald fanden schließlich schon Welt- und Europameisterschaften statt. Suhl ist nicht nur bekannt für seine Merkel-Flinten, sondern auch für seine „besonderen“ klimatischen Verhältnisse. Schnee im Mai – wo bekommt man schon so etwas geboten! Die Winterjacken sollte man also nicht vergessen!“

Sicher wollen am liebsten alle eure Nachwuchssportler an diesem besonderen Wettkampf teilnehmen. Nehmt uns doch mal mit, wie ihr entscheidet, welche Sportler mitfahren dürfen?
Krämer: „Im Flintenlager musste man sich für diesen Wettkampf qualifizieren, denn unser NK1- und NK2-Kader ist stark besetzt. Über die erste Verbandsrunde in Frankfurt/Oder führt der Weg nach Suhl. Leider sind nur fünf Starter zugelassen, gern hätten alle unsere Junioren daran teilgenommen.“
Kulla: „Oftmals geht es gar nicht um das Dürfen, sondern um das Können. Wir sollten nicht vergessen, dass wir es mit Junioren zu tun haben, die sich alle am Ende ihrer Schulzeit oder am Beginn ihrer beruflichen Karriere befinden. Berufssportler, die für alles Freistellungen erhalten, gibt es nicht viele. Tatsächlich sind zu dieser Zeit viele Bundeskadermitglieder, abhängig vom Bundesland, mitten im Abitur. Hier genießt die Schule natürlich Priorität. Einige befinden sich in der Ausbildung. Auch hier musste im Vorfeld vorsichtig abgewogen werden, wie man die möglichen Freistellungen möglichst geschickt über das Jahr plant. Nicht immer ist dann ein langer Aufenthalt von bis zu zwölf Tagen für einen Weltcup möglich. Das Team bestimmt sich folglich aus einer Mischung von momentanem Leistungsstand und beruflicher Verfügbarkeit.“

Gewöhnung, Selbstvertrauen, Mut, Flexibilität, Offenheit… Das sind Themen für Suhl!

Claudia Kulla, Nachwuchs-Bundestrainerin Gewehr

Schule, Arbeit und den Leistungssport zu koordinieren, ist für unsere Nachwuchssportler sicher nicht einfach, das stimmt. Das betrifft nicht nur die Wettkampf-, sondern auch die Trainingsphase. Wie konnten sich eure Sportler denn auf den Junioren-Weltcup vorbereiten?
Kulla: „Durch den Wegfall der ISCH beginnt nun mit dem Weltcup in Suhl die diesjährige Wettkampfperiode. Vorbereitet haben sich die Sportler auf diese Saison über Bundeskaderlehrgänge von Februar bis April, Stützpunkt- und Heimtraining. Einige, wenn auch nur wenige Sportler, haben im März an den 10m-Europameisterschaften in Hamar/NOR teilgenommen.“

An die Druckluft-EM erinnern wir uns natürlich alle gerne. Hier haben unsere Junioren mächtig abgeräumt und tolle Leistungen erbracht. Aber beeinflussen solche Ergebnisse dann eure Erwartungen an eure Schützen bzw. deren eigenen Erwartungen?
Kulla: „Über die EM-Ergebnisse haben wir uns alle riesig gefreut. Das soll nun aber die Gruppe, die nach Suhl fährt, nicht unter Druck setzen. Es wird über alle Teilnehmer hinweg ein anderes Team antreten, das mehrheitlich lernen soll, sein momentanes Leistungsvermögen in einer seltenen Atmosphäre umzusetzen. Wind und Wetter auf dem Friedberg können im KK-Bereich ganz eigene Herausforderungen für Junioren stellen. Gewöhnung, Selbstvertrauen, Mut, Flexibilität, Offenheit… Das sind Themen für Suhl. Die Zielsetzung hängt dabei ganz vom individuellen Erfahrungsstand ab.“
Krämer: „In Suhl können unsere jungen Sportler die internationale Konkurrenz bestaunen und wollen natürlich den sportlichen Vergleich, denn jeden engagierten und motivierten Sportler interessiert es, wo er in diesem Vergleich steht. Und dann natürlich der Wille, sich für ein Finale zu qualifizieren, den Eltern und Trainern beweisen, dass es sich lohnt, gewissenhaft zu trainieren! Das sind die primären Ziele dieses Wettkampfes.“

Das DSB-Team für den Junioren Weltcup

Gewehr: Amelie Anton, Anna Marie Beutler, Franziska Driessen, Nils Friedmann, Marc Hülsmann, Benedikt Mockenhaupt, Nils Palberg, Nele Stark, Hannah Wehren, Larissa Weindorf

Pistole: Eduard Baumeister, Celina Becker, Michaela Bösl, Hugo Fries, Mia Fuchs, Nick Godau, Lukasz Gorka, Tobias Gsöll, Felix Hollfoth, Andreas Köppl, Vanessa Seeger, Lydia Vetter

Flinte: Emilie Bundan, Rene Bundan, Lara Ehlich, Annabella Hettmer, Lena Hubbermann, Marius John, Moritz John, John, Kellinghaus, Tim Krause, Malte Schnieders, Jonathan Simon, Mark Stöver, Isabel Wassing, Linus Wienker, Moritz Wolf

29.04.2022 - 15:35

Die Olympia-Fünfte Messerschmidt avancierte damit zur bestimmenden DSB-Schützin: In allen drei Wettbewerben erreichte sie die Medaillenmatches und belohnte sich mit zwei Bronzemedaillen. Die zweite holte sie an der Seite von der ebenfalls im Einzel starken Umhöfer sowie Reichert. Im Bronzematch ließ das Trio der Tschechischen Republik beim 7:1 (10-9, 10-9, 9-9, 11-9) - jede Athletin schießt pro Serie vier Scheiben - keine Chance. Anschließend sagte Messerschmidt: „Wir sind sehr glücklich und sehr zufrieden mit unserem Wettkampf. Tschechien hat es uns im Match leichter gemacht als erwartet.“ Die Qualifikation hatte das deutsche Team mit 209 Scheiben – treffergleich mit den Tschechinnen – auf Platz drei beendet, die Goldfinalistinnen USA und Italien waren fünf bzw. sechs Treffer besser.

Auch das Männer-Team in der Besetzung Vincent Haaga, Sven Korte und Tilo Schreier wusste durchaus zu überzeugen. Ihre 213 Treffer bedeuteten Platz sechs, lediglich eine Scheibe fehlte zum Bronzematch. „Ich bin in den Einzelwettkampf schwach gestartet und habe stark aufgehört. Im Team ging es mit dreimal 24 konstant, leider hat die eine Scheibe fürs Bronzematch gefehlt“, analysierte Korte. Und Schreier ergänzte: „Es ist ärgerlich, dass wir so knapp am Bronzematch gescheitert sind. Wir haben alle gekämpft, ich hätte gerne ein, zwei Treffer mehr gehabt.“

Treffergleich (143 von 150 möglichen) mit Großbritannien II und Italien II lag Deutschland I mit Messerschmidt & Haaga auf Position vier. Demnach fand ein Stechen um den Einzug in das Bronzematch statt. Und in diesem musste sich das formidable DSB-Duo beiden knapp geschlagen geben.
Das zweite deutsche Mixed-Duo, Valentina Umhöfer & Sven Korte, belegte mit 140 Treffern Platz neun. Eine noch bessere Platzierung verhinderte die zweite von drei Serien, als dem Duo nur 43 Treffer gelangen.

29.04.2022 - 11:17

So ging es natürlich um die Anfänge beim DSB, um die zahlreichen Olympischen Spiele (acht!), an denen Gabelmann teilnahm, um die Sportlerinnen und Sportler, um Anekdoten von Wegbegleitern und um die Zeit nach dem DSB. Und der Zuhörer erfährt, wie mit Erbsensuppe das Eis gebrochen wurde oder wie ein deutscher Olympia-Teilnehmer bei der Waffeneinfuhr für Aufruhr sorgte. Die 45 Minuten vergingen wie im Flug – danke für Alles, Heiner!

Wir bedanken uns bei der Carl Walther GmbH für die Unterstützung dieser Episode. Zu hören ist der Podcast bei Apple Podcasts, Google Podcasts, Spotify und Deezer sowie auf der DSB-Homepage. Über Rückmeldungen, Weiterempfehlungen und (positive) Bewertungen bei Apple würden wir uns freuen.

29.04.2022 - 10:21

Der Start in die internationale Saison ist erfolgt. Wie fällt euer Fazit des Weltcups in Antalya aus?
Haidn: „Im Recurve-Bereich ziehen wir insgesamt ein positives Fazit. Alle Mannschaften liegen mit mindestens einem Viertelfinale im Soll. In der Einzelwertung konnten zudem die Damen überzeugen. Die Herren erfüllten die Erwartungen hier jedoch nicht.“
Hertkorn: „Es war ein schwieriger Start des Teams in den Wettkampf. Alle waren nervös und der Wind war nicht einfach. Dies zeigen auch die wenigen Top-Ergebnisse der Konkurrenz. Eine Medaille war im Vorfeld nicht zu erwarten. Daher aber um so mehr die Freude über die Goldmedaille des Damen-Teams. Ein toller Abschluss des Weltcups, viel besser geht es nicht. Ein schöner Start in die Saison.“

Holger, dein Frauen-Team hat sensationell Gold gewonnen. Wie kam es zu diesem ersten Weltcupsieg eines deutschen Frauen-Compoundteams?
Hertkorn: „Obwohl wir nicht oft mit dem Team gemeinsam trainieren können, weiß ich, dass alle Damen fleißig im Training sind. Daher waren sie technisch gut vorbereitet. Es gehört natürlich auch noch eine Portion Glück dazu. Aber die Mädels haben von Anfang an gezeigt, dass sie kämpfen werden. Schlüsselpunkt war das erste Match, in dem die Damen nach einem 3-Ringe-Rückstand, stark zurückgekommen sind und das Stechen mit drei sauberen Zehnern gewonnen hatten. Man merkte richtig, dass sie dann mehr wollten. Sie waren sehr fokussiert und haben einfach gut weiter gemacht. Letztendlich ein verdienter Erfolg.“

Die Einzelergebnisse waren alles andere als „goldwürdig“! Hat der Teamwettbewerb seine eigenen Gesetze? Wenn ja, warum ist das so?
Hertkorn: „Man sollte bedenken, dass es der erste internationale Wettkampf des Jahres war. Alle waren sehr nervös und der Wind war schwierig. Florian Grafmans war in der Qualifikation Elfter. Das ist eine tolle Leistung, bedenkt man die professionelle Konkurrenz. Beim Teamschießen gelten schon etwas andere Gesetze. Man ist nicht für sich. Die Teamkollegen sind unmittelbar dabei, man wechselt sich im Schießen ab, kann sich noch Tipps geben, gegenseitig motivieren und der Coach spielt vielleicht auch noch eine etwas andere Rolle.“
Haidn: „Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Zum einen zeigen sich im Einzelwettbewerb bei einigen Athleten noch technische und taktische Mängel, die auch erst der Wettkampf an sich offenbart. Zum anderen braucht es eben auch eine entsprechende Anzahl von internationalen Wettkämpfen, um das strategische Konzept für den Wettkampf herauszuarbeiten. Dies ist im Mannschaftswettbewerb etwas anders, weil hier Schwächen eines Schützen zumindest zum Teil durch die Mannschaftspartner ausgeglichen werden können.“

Die Frauen hui, die Männer pfui? Kann man das für den Compound-Bereich so provokativ formulieren?
Hertkorn: „Das möchte ich so nicht stehen lassen. Letztes Jahr haben die Männer meist sehr stark geschossen. Zum Beispiel war das Männer-Team auf der WM nach der Qualifikation Zweiter, Tim Krippendorf hat beim Grand Prix in Antalya Bronze geholt, war Vierter bei der EM und hat einen Quotenplatz für die World Games dieses Jahr geholt. Bei diesem Weltcup waren sie noch nicht so erfolgreich, das kann beim nächsten Wettkampf wieder anders sein. Das Potenzial haben sie.“

Oliver, im Recurvebereich sorgten auch die Frauen mit Team-Silber und Einzel-Bronze und Platz vier für Furore. Was haben die Frauen den Männern aktuell voraus?
Haidn: „Die Frauen haben in unserer Mannschaft generell den Vorteil, dass sie auch im Training immer mehr gefordert sind, weil sie im direkten Vergleich mit unseren Herren auch bestehen wollen. Zudem haben wir international im Männerbereich auch eine höhere Leistungsdichte. Hier sind bereits ab der ersten Runde hohe Ergebnisse notwendig, um weiterzukommen. Das ist sicher auch im Einzelwettbewerb so.“

Holger, dein EM-Team steht nach Antalya fest. Wer ist dabei?
Hertkorn: „Nominiert sind Carolin Landesfeind, Julia Böhnke, Franziska Göppel, Florian Grafmans, Sebastian Hamdorf und Leon Hollas. Der Bundesausschuss Spitzensport muss dem jedoch noch zustimmen.“

Oliver, die Recuver schießen ihren zweiten Teil der EM-Qualifikation Anfang Mai. Was erwartest du?
Haidn: „Wie bereits in der ersten Qualifikation, werden wir im Herrenbereich sehr knappe Ergebnisse sehen, die auf dem schwierigen Wettkampffeld in München durchaus auch von taktischen Fähigkeiten beeinflusst werden. Im Damenbereich zeigen sich andererseits schon einige Tendenzen. Wir sind aber dennoch gespannt, wie unsere Nachwuchsathletinnen Elina (Idensen, Anm. d. Red.) und Clea (Reisenweber, Anm. d. Red.) den Ausgang beeinflussen werden.“

In knapp 40 Tagen beginnt die EM in München. Was muss bis dahin noch passieren? Was benötigen eure Athleten noch?
Haidn: „Wir müssen vor allem die Technik im Wettkampf stabilisieren. Zudem werden wir dann das jeweilige Material auf die augenblickliche Schießtechnik abstimmen. Wir haben daher im Anschluss an den Weltcup in Korea noch einen Lehrgang in München geplant. Der Rest ist sehr speziell und reicht von Techniktraining bis zur individuellen Wettkampfvorbereitung.“
Hertkorn: „Wir bestreiten den Weltcup in Korea als Vorbereitungswettkampf. Die Athletinnen und Athleten intensivieren ihr Mental- und Wettkampftraining, um sich möglichst gut für die EM vorzubereiten.“

Was erhofft ihr euch von der „EM dahoam“?
Haidn: „Wir erhoffen uns vor allem einen überregionalen „Push“ für den Bogensport, wie auch eine gute Generalprobe für die WM 2023 in Berlin. Ebenso insgesamt spannende Wettkämpfe bei optimaler medialer Umsetzung. Zudem viel Begeisterung und gute Laune bei unseren Fans, Athleten und insgesamt im deutschen Team.“
Hertkorn: „Viele Zuschauer und Fans sowie gutes Wetter. Und dass das positive Gefühl des Heimvorteils auch in gute Schüsse umgesetzt werden kann. Der DSB ist mittlerweile erfahren im Ausrichten von großen Bogensport-Events. Das sollte für uns zumindest organisatorisch einen entspannten Wettkampf bieten.“

Was ist das Ziel?
Haidn: „Unsere Mannschaft kann mittlerweile bei allen Wettbewerben Medaillen erzielen. Das sollte uns auch bei der EM in München 2022 gelingen. Darüber hinaus sollten alle Athleten ihre Leistung auch abrufen können und damit stabile und hohe Ringzahlen in allen Wettbewerben erreichen.“
Hertkorn: „Eine weitere Medaille wäre natürlich toll. Da muss es aber auch wieder optimal laufen. Es spielt ja nicht nur die eigene Leistung eine Rolle, sondern auch Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst. Wichtig ist, dass die Jungs und Mädels das zeigen und umsetzen, was sie eigentlich können. Dann können sie auch erhobenen Hauptes wieder nach Hause fahren, egal ob mit oder ohne Medaille.“

29.04.2022 - 09:49

Nach den Grußworten des Landrats Jens Grote, der Bürgermeisterin der Stadt Walsrode Helma Spöring, dem Präsidenten des Landessportbundes Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach und dem 1. Vizepräsidenten des DSB Lars Bathke wurde zahlreiche Ehrungen an verdiente Ehrenamtliche verliehen.

In der anschließenden Delegiertenversammlung wurden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Das Präsidium wurde entlastet, die Haushaltslage des NSSV ist geordnet, die sportlichen Erfolge lassen auf mehr hoffen und die meisten Posten wurden wiedergewählt. Nur bei der Landesdamenleiterin konnte der Posten nicht besetzt werden. Bei der Satzung wurden die Antragsfrist für die Delegiertenversammlung angepasst und redaktionelle Änderungen vorgenommen.

Die nächste große Aufgabe wird der Deutsche Schützentag 2023 im Heidekreis sein. Hierzu wurde schon eine eigene Homepage, www.dst2023.de mit viel Informationen eingerichtet. Zum Abschluss bedankte sich Uwe Weimann bei allen Anwesenden für die konstruktive Mitarbeit bei der Delegiertenversammlung und bittet um Bewerbungen für die Ausrichtung des Landesschützentages 2024.

(NSSV)

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