14.03.2022 - 10:13

Jeweils ein Vertreter der Landesverbände unterzeichnete die Vereinbarung (siehe Extrabericht), die die Grenzen der Landesverbände festlegt und somit eine Grundlage für das Mit- und Nebeneinander bildet: „Ich halte es für einen Meilenstein in der Geschichte des Föderalismus im Deutschen Schützenbund“, so von Schönfels.

Ebenfalls zukunftsweisend soll die „Agenda 2025“ des DSB werden. Das DSB-Präsidium hielt zum Thema „Verbandsstruktur“ vor vier Wochen eine Klausurtagung ab, auf der ein Fahrplan erarbeitet wurde. „Es ist ein Konzept, dass unseren Verband reformieren und neu positionieren wird, um für die Aufgaben der Zukunft gerüstet zu sein“, erläuterte der Präsident den Delegierten. Auf einem Workshop im Vorfeld der Gesamtvorstandssitzung im November 2022 werden die Landesverbände näher über das Projekt informiert und eingebunden, das 2025 auf der Delegiertenversammlung in Form einer neuen Satzung verabschiedet werden soll.

Sehr kritische Worte fand der Präsident zum Ukraine-Krieg und dem Verhalten der ISSF. Der DSB hatte gemeinsam mit dem Schweizer Schießsportverband ein Schreiben an das Exekutiv-Board des Weltverbandes geschickt mit einer Reihe von Forderungen. „Wir werden abwarten, wie auf unseren Vorstoß reagiert wird. Ein Teil unserer Forderungen wurde inzwischen ja umgesetzt. Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, dem Treiben hilflos zugesehen zu haben und unseren Sport weiter zu betreiben, als wäre nichts geschehen. Dass sind wir unseren Freunden vom ukrainischen Schießsportverband und Bogensportverband schuldig, aber auch der wertebasierten Ausübung unseres friedliebenden Sports.“

Walter Wolpert, DSB-Vizepräsident Recht, skizzierte die aktuelle Lage zum Thema Bleiverbot, das verständlicherweise die Sportschützen umtreibt. Der DSB habe mit der Installation eines Arbeitskreises sowie einer Einladung aller schießsporttreibenden Verbände, der Industrie und der Jägerschaft zu einem „runden Tisch“ Maßnahmen ergriffen, „um gegenüber der Politik mit einer Stimme zu sprechen. Der DSB wird einen Forderungskatalog aufstellen und auf eine Ausnahmegenehmigung für das Sportschießen drängen“, so Wolpert.

Bei dem Tagesordnungspunkt „Sport“ kam dann etwas Wehmut auf: Sportdirektor Heiner Gabelmann, seit 32 Jahren hauptamtlicher Verantwortlicher, gab letztmals seinen Bericht auf dem Gesamtvorstand ab und fasste dann kurz sein Wirken zusammen. „Es war eine lange Zeit, die zunächst von der Wiedervereinigung geprägt war und mit der Etablierung des Bundesstützpunktsystems, der Bundesliga und der Möglichkeit, einen Großteil unserer Kaderathleten bei Polizei oder Bundeswehr anzustellen, professioneller geworden ist.“ Von Schönfels und Gerhard Furnier, Vizepräsident Sport, dankten Gabelmann für seinen langjährigen Einsatz und überreichten ihm einen guten Tropfen sowie einen Blumenstrauß.

Gabelmanns Nachfolger Thomas Abel und Furnier berichteten schließlich von der Gegenwart und Zukunft: So sei eine Kadergruppe U25 gegründet worden, um den schwierigen Übergang dieser Altersgruppe zwischen Nachwuchs- und Erwachsenenkader – in Summe mit maximal 149 Plätzen „gedeckelt“ und voll besetzt - zu erleichtern. Furnier sprach allen Anwesenden aus den Herzen, als er bezüglich der nationalen Wettkämpfe sagte: „2022 wird durchgeplant, wie wir das aus den Jahren 2018 und davor gekannt haben!“

12.03.2022 - 18:53

Die mit der Festlegung erreichte Vereinbarung schafft die Grundlage für das unter § 8 Absatz 2 der Satzung des Deutschen Schützenbundes verankerte Recht der Landesverbände, ihre Gebietsgrenzen in gegenseitigem Einvernehmen festzulegen.

Mit ihrer Unterschrift unter die Vereinbarung verständigten sich die Landesverbände außerdem darauf, verbandsfremde Vereine nicht einseitig in den eigenen Verband aufzunehmen bzw. aktiv den Wechsel von Vereinen zu betreiben. „Ein Vereinswechsel“, so heißt es in der Übereinkunft, „bedarf in jedem Fall der Zustimmung sowohl des abgebenden wie auch des aufnehmenden Verbandes sowie einer Anzeige gegenüber dem Deutschen Schützenbund. Die Landesverbände sagen zu, jede geplante Änderung in diesem Zusammenhang, insbesondere entsprechende Satzungsänderungen – auch bei gegenseitigem Einvernehmen der betroffenen Landesverbände –, dem Deutschen Schützenbund frühzeitig zur Prüfung vorzulegen. In Fragen der Zuordnung einzelner Vereine zu den Landesverbänden gilt der Grundsatz des Bestandsschutzes (Stichtag 01.01.2022).

 Die jetzt verbindlich getroffene Vereinbarung soll mögliche Konflikte um territoriale Zugehörigkeiten verschiedener Regionen schon im Vorhinein ausschließen. Der Deutsche Schützenbund und die meisten seiner Landesverbände entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus einer der staatlichen Zersplitterung Deutschlands entsprechenden Vielzahl kleiner und mittlerer Regionalvereinigungen. Historisch gewachsene Verbindungen und spezielle regionale Zugehörigkeiten behinderten in den folgenden 150 Jahren stets die exakte Übereinstimmung der Landesverbandsgebiete mit den wechselnden staatlich-politischen Regierungs- und Verwaltungseinheiten. Die vielfach willkürlich erfolgten Grenzziehungen durch die jeweiligen Besatzungsmächte nach den beiden Weltkriegen trugen das ihre dazu bei, dass die Gebiete der Landesverbände des Deutschen Schützenbundes – mit Ausnahme der nach dem Zerfall der DDR entstandenen - nicht mit denen der Bundesländer identisch waren und sind. Dies hat in der Vergangenheit immer wieder zu Unstimmigkeiten bis hin zu rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen aneinandergrenzenden Landesverbänden geführt.

Es ist ein Meilenstein für den DSB und seine Landesverbände in ihrem Innen- und Zusammenleben!

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels ordnet die Vereinbarung ein

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels zeigte sich hochzufrieden und sagte: „Die nun unterzeichneten Vereinbarung kommt einer historischen Zäsur gleich, es ist ein Meilenstein für den DSB und seine Landesverbände in ihrem Innen- und Zusammenleben.“ Was Herzog Ernst II. und seine bürgerlichen Partner vor mehr als 160 Jahren in Gotha angestrebt hätten, nämlich die Einheit der Schützinnen und Schützen unter Ausgleich aller regionalen und sonstigen Gegensätze zu errichten, sei im Grunde erst jetzt vollständig umgesetzt. „Die Einigung ist eine epochale Gemeinschaftsleistung, die nicht nur von einem großen inneren Zusammenhalt der Schützinnen und Schützen zeugt, sondern sie sendet vor dem Hintergrund einer zunehmenden Spaltung in der Gesellschaft und alles in Frage stellender kriegerischer Auseinandersetzungen auch ein deutliches Signal der Einigkeit, Toleranz und beispielhafter politischer Kultur nach Außen“, so von Schönfels.

12.03.2022 - 14:35

„Die Bedingungen waren wirklich nicht leicht, und ich bin mit meinem Ergebnis mit 112 Treffern nicht voll zufrieden, das ist mir eigentlich zu wenig“, so Murche. Doch die 112 Treffer müssen im Kontext gesehen werden. Am ersten Tag lieferte Murche zwei starke 24-er Runden ab, danach kämpften alle Schützen mit zum Teil widrigsten Bedingungen. Murche trotzte diesen bestmöglich und kam mit fünf weiteren Schützinnen ins Stechen um zwei Finalplätze. „Das Shoot-off war der absolute Wahnsinn, da stand ich ja nun wirklich mit der absoluten Weltelite. Ich denke, nicht einmal Herr Möller hat daran geglaubt, dass ich das schaffe und es dann sogar gewinne.“ Zwar scheiterte sie in ihrem Halbfinale als Dritte knapp am Einzug in das Medaillenmatch und wurde letztlich Sechste, doch die Freude über das Shoot-off und das Gesamtergebnis überwog: „Das Shoot-off war für mich das absolute Highlight, das Ergebnis im Finale nur Zusatz. Ich bin am Ende echt zufrieden.“

Das Shoot-off war der absolute Wahnsinn!

Kathrin Murche zu über ihrem sensationellen Auftritt im Shoot-off

Der Bundestrainer schloss sich seiner jungen Schützin an: „Mit Kathrin war eine tolle Geschichte! Vor allem das Shoot-off, in dem sie sich gegen fünf andere namhafte Athletinnen durchgesetzt hat - das war zum Teil außerirdisch, wie sie da geschossen hat. Das zeigt, sie ist gut drauf!“

Während die beiden anderen weiblichen Starter - Bettina Valdorf (21. Platz, 107 Treffer), Katrin Quooß (22. Platz, 106 Treffer) - noch in Schlagdistanz nach oben lagen, waren Andreas Löw (57. Platz, 110 Treffer), Paul Pigorsch (61. Platz, 110 Treffer) und Marco Kroß (76. Platz, 106 Treffer) nach zum Teil guten Start chancenlos. Für Möller jedoch ganz klar ein Ergebnis der Umstände: „Am ersten Tag war es ganz ordentlich, am zweiten Tag kam ein Sturm, der für irreguläre Bedingungen sorgte und unsere Hoffnungen hat platzen lassen. Trotzdem habe alle gekämpft und sich den Bedingungen gestellt.“

Der Slogan für Zypern lautet: Wo die Götter Urlaub machen! Ich glaube, die machen gerade Winter-Urlaub!

Bundestrainer Uwe Möller zu den Bedingungen

Nach den Entscheidungen im Trap-Einzel folgen nun noch die Wettbewerbe Mixed und Team. Die Skeet-Schützen starten ihre Einzel-Qualifikation am Sonntag, 13. März.

Das DSB-Team in Nikosia

Skeet: Katrin Butterer, Nadine Messerschmidt, Christine Wenzel, Vincent Haaga, Felix Haase, Sven Korte

Trap: Katrin Quooß, Kathrin Murche, Bettina Valdorf, Marco Kroß, Andreas Löw, Paul Pigorsch

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